Autor: Roger Graf

  • Backup? Welches Backup?

    Murphys Gesetzt kennt jeder. „Alles was schief gehen kann, geht auch schief.“ Jeder, der mit Computern zu tun hat, kennt Murphys Gesetz besonders. Eines dieser Gesetzt lautet: „Die Gefahr all seine Daten komplett zu verlieren, steigt mit der Zeitspanne des letzten Backups.“ Also habe ich mir Gedanken über Backups gemacht.

    Bisher brannte ich so alle ein bis zwei Monate alles, was mir lieb und teuer ist auf DVD-RWs. Der Grund, warum ich das nur so selten machte, liegt an der Umständlichkeit dieser Methode. Ich saß manchmal zwei bis drei Stunden an so einer Aktion, bis die 7 DVDs gebrannt waren. Wenn tatsächlich der Ernstfall eingetreten wäre, hätte ich also nur die Daten von vor zwei Monaten gehabt. Zum Glück bin ich kein Programmierer oder ähnliches, habe also nicht pausenlos neue, wichtige Daten auf der Festplatte, die es zu schützen gilt.

    Dennoch beschloss ich dies alles etwas zu vereinfachen. Ich kaufte mir eine externe Festplatte. Da kann man die Sachen einfach rüber kopieren und alles ist geschützt vor Verlust, versehentlichem löschen und Virenangriffen.

    Natürlich will man so etwas nicht von Hand machen. Der Markt bietet auch unzählige Produkte, die einem die Backups erleichtern sollen. Vor ein paar Wochen berichtete und testete die c’t und ich nahm mir die Zeit, einige dieser Programme auszuprobieren. Um es ganz kurz zu sagen. Für mich taugte keines etwas. Bei allen war es mir zu mühselig, die richtigen Einstellungen zu treffen. Dann stellte ich fest, dass manche meine Daten in große Pakete packten, was mir irgendwie unbehaglich war (man stelle sich vor, ein 80 Gigabyte Paket hat einen kleinen Fehler – damit wäre alles zum Teufel). Weiterhin erkannte ich, dass in einem Fall gar nicht alles in das Backup aufgenommen wurde. Schließlich kam ich mit inkrementellen und differentiellen Backups nicht klar, weil mir die Übersicht fehlte, was denn nun noch in meinem Backup war und was nicht. Und dann hat es doch tatsächlich eines der Programme gewagt einfach auszusteigen, immer an derselben Stelle. Ich möchte hier mal kurz betonen, dass auf meinem Rechner bisher KEIN Programm einfach so seinen Dienst versagt hat. Und wenn ich mich nicht auf ein Backup-Programm verlassen kann – na dann lass ich es ganz weg.

    Meine Strategie sieht deshalb wie folgt aus:

    Mein PC ist sehr aufgeräumt und alles befindet sich in entsprechenden Ordnern. Ich werde also einfach immer dann, wenn sich etwas größeres verändert hat, die Ordner Musik, Programme, Texte, Bilder etc. markieren und auf die externe Platte kopieren. Dann kommt die Platte an einen sicheren Ort. Zusätzlich lasse ich mir von Windows mit der eingebauten Sicherung alle Anwendungsdaten in ein Paket schnüren, das ebenfalls auf die externe Platte kommt. Weiterhin suche ich noch nach einem guten (vielleicht kostenlosen) Image Tool, um die Boot Partition komplett zu sichern. Und zu guter Letzt werde ich die Sachen, die wirklich niemals verloren gehen dürfen (meine Romane, meine Fotos etc.) zusätzlich wieder auf DVD brennen.

    Das klingt alles stressiger als es ist. Allerdings weiß ich auch, dass es einfacher gehen könnte. Aber wie gesagt habe ich gerne die Kontrolle. Wer von euch bessere Ideen hat, möge sich bitte melden (aber bitte nicht mit Kommentaren, wieviel einfacher das auf Mac und/oder Linux ist).

    Dass einem kein noch so perfektes System helfen kann, wenn die größte Gefahr, nämlich der Benutzer, Mist baut, musste nicht nur Diana letztens erkennen (einige ihrer wichtigen Daten waren verloren gegangen, vielleicht unabsichtlich gelöscht. Und natürlich lag das letzte Backup zu weit zurück). Auch mir ist es erst am Wochenende passiert. Ich wollte ein Backup meines Blogs machen. Serendipity bietet dafür ein schönes Plugin an, das im Grunde alles richtig macht. Aber ein falscher Klick und es spielte mir ohne Vorwarnung ein älteres Backup zurück. Glücklicherweise war dieses Backup nur zwei Tage alt, aber mein neuester Artikel über die Radfahrer war für immer verschwunden und verloren (dabei fand ich die Diskussion in den Kommentaren so spannend – tut mir Leid, Freunde).

    Deshalb gilt ab jetzt auch hier die Strategie: Jeder Artikel, der etwas tief gehender ist, als nur ein Hinweis auf einen Filmtrailer wird in Zukunft schon auf meinem Rechner gespeichert.

    Und falls jemand in seinem Firefox oder IE Cache meinen „Bicycle Race II“ Artikel findet und mir zuschickt, bekommt ein Eis.

  • Das Leben ist analog

    Digital soll alles sein. Und digital wird auch immer mehr. Egal wo, überall wird einem suggeriert, dass digital grundsätzlich besser ist. Doch in den meisten Fällen wachen die Menschen auf und erkennen den Trugschluss. Nicht alles digitale ist grundsätzlich besser. Denn digital heißt grundsätzlich künstlich. Aber das Leben ist analog und die meisten Menschen ziehen das echte Leben zum Glück einem künstlichen vor. Noch.

    Ich als Technik-Freak begehe natürlich einen Frevel, wenn ich jetzt anfange über alles digitale zu wettern. Eigentlich möchte ich das auch gar nicht. Wer so viele digitale Geräte zu Hause hat, darf sich nicht beschweren. Oder bekomme ich etwa einen Zivilisationskoller? Mitnichten. Eher festigt sich in mir eine gesunde kritische Haltung gegenüber der Digitalisierung. Wenn alles um einen herum beginnt künstlich zu werden und künstliche Welten als das A und O beworben werden, so sollte man langsam beginnen, diese Bewertung zu hinterfragen.

    Natürlich liebe ich (in völlig geek-haftem Sinne) meinen Rechner, meinen Fernseher, das Internet, den iPod, meine Nikon D50, mein Handy, mein schnurloses Festnetzphone, meine digitale Waage (naja, eigentlich liebe ich die nicht wirklich), meinen Dolby Digital Receiver und alles, was ich sonst noch an technischem Schnick Schnack herum fahren habe.

    Das digitale Fernsehen liebe ich nicht. Noch nicht. Das liegt zum einen daran, dass ich Fernsehen allgemein nicht mehr liebe (ich mag lieber Filme auf DVD, haha). Zum anderen stelle ich eben hier fest, dass die Umstellung auf digital eben keinen Vorteil bringt. Zumindest für mich.

    Wie vor kurzem berichtet, habe ich mir einen Digital Receiver geleistet und habe ihn nun angeschlossen und getestet. Mein Fazit: Das Bild sieht im ersten Moment besser aus. Ab hier fangen aber die Kritikpunkte an. Das Bild ist zwar etwas schärfer, aber gespickt mit unschönen Kompressionsartefakten (das kann man selbst ausprobieren, wenn man ein Foto nimmt und die JPEG-Komprimierung auf 20 setzt). Gerade bei schnellen Bewegungen zeigen sich Artefakte. Die Umschaltung von einem Kanal zum nächsten geht ein bis zwei Sekunden (das ist nicht viel, nervt aber auf Dauer doch). Die Handhabung des Receivers (Humax PR Fox C) könnte kaum umständlicher sein. Ich habe jetzt noch eine zusätzliche Fernbedienung herum liegen. Erst schalte ich mit einer den TV ein, dann mit der nächsten den Videorecorder, mit der nächsten den Digital Receiver und vielleicht wieder mit der nächsten den DVD Player und/oder den Verstärker. Natürlich habe ich auch eine Multifunktionsfernbedienung, die zwar vieles kann – aber eben doch nicht alles, weshalb alle Fernbedienungen weiterhin griffbereit unter dem Tisch liegen.

    Achja, digital aufnehmen kann ich noch nicht. Der Receiver stellt sein Bild nur dem Fernseher zur Verfügung, nicht aber dem Videorecorder. Dieser will einfach nur das analoge Programm. Naja, nun hab ich zumindest beides noch. Denn die Programmvielfalt, die einem im digitalen Netz versprochen wird, muss natürlich teuer bezahlt werden. Wozu ich nicht bereit bin. Und deshalb habe ich kein Programm mehr als zuvor (Mitte August soll endlich das österreichische und Schweizer Fernsehen ins Digitalnetz eingespeist werden – dann sieht die Welt wieder etwas besser aus). Dafür fehlt im digitalen Netz eben so manches oder muss nachbestellt werden.

    Mag sein, dass meine hier geschilderten Erfahrungen in anderen Städten viel besser aussehen, dass man mit anderen Receivern mehr Spaß hat, dass ich einfach zu pingelig und kritisch geworden bin. Aber ich möchte mich ähnlich wie beim nichts sagenden Digitalzoom bei Kameras einfach nicht mehr für dumm verkaufen und mir einreden lassen, dass mir der Wechsel auf Digital eine viel schönere Welt bietet. Denn das ist in den meisten Fällen gelogen. Die echte Welt ist analog. Auch wenn ich sie mit einem iPod und einer Digitalkamera durchstreife.

  • Wachkomas Cousin

    Wenn man alles zusammen rechnet, fehlen mir etwa achteinhalb Jahre Schlaf. Da jeder Mensch mit mehr oder weniger Schlaf auskommt, könnte man ja denken, dass achteinhalb Jahre zu verkraften sind. Aber das ist es leider nicht. Ich schlafe abends nicht ein, wache morgen aus den verschiedensten Gründen zu früh auf und bin den restlichen Tag wie gerädert. Auch Mittagsschläfchen helfen nicht, da ich einfach keine Ruhe finde um ein wenig zu schlummern. Und wenn es doch gelingt, bin ich nach dem Mittagsschlaf noch fertiger als zuvor.

    So wandle ich stets im Halbschlaf umher. Oder besser gesagt im Wachkoma. Denn anders als Schlafes Bruder habe ich meine Schlaflosigkeit nicht selbst gewählt. Sie begleitet mich schon seit Jahren und lässt mich nicht in Ruhe.

    Natürlich gibt es die verschiedensten Strategien um diesem Problem zu begegnen. Ich habe sie alle probiert. Ich habe Tees versucht, Entspannungsübungen, lese Bücher darüber und habe auch versucht, abends nichts zu essen. Ich habe mir das perfekte Bett mit der perfekten Matratze gekauft und liege auch in diesem seit neuesten unbequem (ich wache stets mit steifem Nacken und Kopfschmerzen auf). Egal, ob mit Alkohol oder ohne, egal, bei welcher Temperatur, egal um welche Uhrzeit ich ins Bett gehe. Wirklich tief schlafen kann ich nur nach mehreren Nächten ungesunden Schlafes. Und dann ist es aus purer Erschöpfung.

    All das wäre ja zu verkraften, wenn nicht mein gesamtes Leben darunter leiden würde. Meine Motivation leidet, meine Kreativität, mein Antrieb und schließlich auch meine Stimmung. Vor zwei Wochen hatte ich Urlaub und hing den ganzen Tag nur erschöpft herum. Man könnte ja genießen den ganzen Tag nur rumzuhängen, aber ich konnte es nicht. Ich ärgerte mich, weil es soviel gibt, was noch zu tun ist.

    Genau das lässt mich auch mittags nicht schlafen, ständig schwirren mir Gedanken durch den Kopf, was ich noch erledigen müsste. Fehlender Sport ist eine andere Geschichte. Natürlich würde mich das vielleicht besser schlafen lassen, aber die Schlappheit verhindert, meinen Arsch hoch zu kriegen. Ein Teufelskreis.

    Während ich dies schreibe, bereite ich mich auf meinen Arbeitstag vor, der heute Abend enden wird, mit einem kleinen Essen und einer Dusche ins Bett führt, nur um morgen früh um fünf wieder zu beginnen. Frühschichten sind nun mal auch nicht hilfreich bei Schlafmangel.

    So lebe ich erschöpft von Tag zu Tag, ärgere mich über nicht erledigte Dinge durch diese Erschöpfung und kann vermutlich genau deshalb nicht zur Ruhe finden.Schreibt mir eure Tipps und Strategien um zu einem besseren Schlaf zu finden. Ich bin für jede Hilfe dankbar.

  • Das digitale Fernsehen

    Es scheint ja beschlossene Sache zu sein, dass die Bundesregierung 2010 das komplette analoge Fernsehnetz in Deutschland abschalten lassen will. Ob dies auch tatsächlich so kommt, wird man sehen. Denn die Grundversorgung muss weiterhin gegeben sein, selbst wenn bis dahin erst 50% der Bundesbürger einen Digital Receiver entweder zusätzlich gekauft oder bereits in ihrem TV-Gerät haben. Ich habe mich dazu entschlossen, jetzt schon auf den digitalen Zug aufzuspringen Dabei gucke ich kaum mehr Fernsehen.

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  • Häusliche Gewalt

    Häusliche Gewalt ist etwas schreckliches. Wenn in einer Beziehung Menschen geprügelt, gedemütigt und unter Druck gesetzt werden, kann es kaum noch schlimmer kommen. Denn die Gewalt geht ja von einem Menschen aus, den man (eigentlich) liebt und dem man vertraut. Meist werden Frauen von ihren Männern verprügelt (es gibt auch einige Beispiele, in denen Männer zu Opfern werden). In jedem Fall scheint der Kreisel dieser Gewalt keinen Ausweg zu haben.

    Betroffene lassen sich diese Behandlung über Jahre gefallen, suchen keine Hilfe, finden Ausreden, um ihre blauen Flecken zu erklären und nehmen die Täter gar noch in Schutz. Sie beginnen zu lügen, erklären, der Täter stünde doch so unter Druck und er könne ja nichts dafür. Manchmal geht der psychologische Druck so weit, dass die Betroffenen die Schuld bei sich selbst sehen und sich einbilden, die Schläge verdient zu haben.

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  • Ich werde älter

    Aus gegebenem Anlass wollte ich mich eigentlich Trost und Verständnis suchend darüber auslassen, wie alt ich doch mittlerweile bin. Leicht jammernd wollte ich davon berichten, wie viele bekannte Menschen unseres täglichen Lebens jünger sind, aber mehr erreicht haben als ich. Mir fielen allerdings nur Robbie Williams und Ralf Schumacher ein. Bei meinen (rudimentären) Recherchen stellte sich dagegen heraus, dass sogar ein Brad Pitt älter ist als ich. Ja selbst Ricky Martin hat mehr Jahre auf dem Buckel. Okay, Frank Muniz, der Typ aus „Malcolm mittendrin“ ist jünger, aber all meine Idole aus Film und Fernsehen sind älter.

    Dafür sind Elisha Cuthbert (Schnuckel aus 24), Alexis Bledel (Schnuckel aus Gilmore Girls), Evengeline Lilly (Schnuckel aus Lost), Portia de Rossi (Schnuckel aus Ally McBeal) und Charlize Theron (Schnuckel aus jedem Film außer Monster) jünger als ich. Aber das geht in Ordnung, schätze ich.

    Ich stehe also gar nicht so schlecht da. Und letzten Endes habe ich ja als Mann den Vorteil, nicht älter, sondern nur interessanter zu werden. Stimmt’s nicht, ihr jungen Dinger?

  • Haribo das reimt sich so

    Wer kennt den uralten Haribo Werbereim nicht? „Haribo macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso.“ Den kann vermutlich jeder textsicher mitsingen. Genau wie auch den Bonduelle Song, der jetzt übrigens einen leicht abgewandelten Text hat und nicht mehr „Bonduelle ist das famose Zartgemüse aus der Dose“ heißt. Bestimmt gibt es sogar ein paar frühere Fernsehjunkies, die das Ültje Lied noch im Ohr haben: „Kaum steh ich hier und singe kommen sie von nah und fern“ usw.

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  • iTunes weiß, dass ich nicht traurig bin

    Ich bin ein Mensch, der seine Musik nach der augenblicklichen Stimmung auswählt. Bin ich fröhlich, läuft bei mir auch fröhliche Musik. Bin ich aggressiv, höre ich etwas lautere Kost. Habe ich zu tun, lasse ich mich gern von bekannten Songs berieseln. Wenn ich schreibe, höre ich mit Vorliebe einen Score (wohlgemerkt keinen Soundtrack; beim Score handelt es sich um die Instrumentalmusik eines Films). Und wenn ich traurig bin, höre ich, wer hätte es gedacht, natürlich auch traurige Balladen.

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  • Kabelsalat

    In meiner Wohnung liegen zusammengerechnet etwa 8 Kilometer Kabel. Aber nicht geordnet und auf einer Trommel aufgerollt, sondern wild durcheinander, die verschiedensten technischen Geräte verbindend. Besonders hinter dem Schreibtisch und hinter der Heimkino-Anlage herrscht heilloses Chaos. Man muss sich nur einmal vorstellen, wie viele Kabel aus einem Verstärker kommen, um den perfekten Raumklang erzeugen zu können. Und mein Rechner hängt wie ein Patient auf der Intensivstation an einer Armada von Verbindungen.

    Bisher habe ich das Chaos einfach verdeckt und zwischen Kabelwust und Schreibtisch ein Brett gestellt, damit mein Blick nicht ständig darauf fällt. Doch gestern brachte ich Ordnung in den Kabelsalat. Nunja, besser gesagt, ich verlagerte den Salat in einen Kabelkanal, den ich hinter dem Schreibtisch befestigte. Dieser Kanal beherbergt nun alle Strippen und ich gestehe, dass ich mir keine Gedanken darüber machte, ob es zu Problemen kommen könnte, wenn man Daten- und Stromkabel zusammenpackt (keine Ahnung, wie gut meine Kabel isoliert sind, welche Interferenzen auftreten können, welche Magnetfelder bei gebündelten Stromkreisen welche Netzwerkkabel beeinflussen können).

    Vor kurzem durfte ich bei einem Stöckchen beantworten, auf welche technische Errungenschaft ich noch warte. Ich weiß es. Ich möchte ein vollkommen kabelloses Heim. Ich möchte, dass alle Geräte die ich besitze und mir zulege, kabellos miteinander kommunizieren können in einem sicheren, stabilen Netz, dass fehlerlos arbeitet, nicht angreifbar ist und auch keinen Elektrosmog ausstrahlt. Natürlich müssen die Geräte auch auf Stromkabel verzichten. Ich möchte das alles völlig Barrierefrei und einfach, ohne ein Gerät auf irgendeine Weise umstellen zu müssen funktioniert.

    Zum Teil sind solche Verbindungen ja schon Gang und Gäbe. WLAN und Bluetooth, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch die Kabellose Stromübertragung ist meines Wissens schon vorhanden. Man kann bereits Kabellose Satellitenlautsprecher für den Surround Sound kaufen. Aber all das geht mir noch nicht weit genug. Zufrieden werde ich erst sein, wenn es im Baumarkt keine Kabelkanäle mehr zu kaufen gibt und ich nicht mehr über das Staubsaugerkabel stolpere oder mich ärgere, dass ich keinen USB-Anschluss mehr frei habe.

  • Der, die, das Duden macht uns schlauer

    Na also. Manche Fragen werden doch irgendwann beantwortet. Hatte ich vor einem halben Jahr noch die Aufgabe gestellt, mir schlüssig darzulegen, weshalb es „das Blog“ und „der Podcast“ heißt, so ist im ersten Fall die Diskussion hiermit beendet. Der Duden hat, wie im Freundinnen-Blog zu lesen war, in seiner kommenden Ausgabe beschlossen, dass man ab sofort der Blog oder das Blog sagen kann. Wunderbar. Das ist doch mal diplomatisch. Die vielen Kommentare, die meine Frage aufgeworfen hatte sind hiermit für die Katz. Wie es beim Podcast aussieht weiß ich derzeit noch nicht, aber ich halte euch natürlich auf das, die, den, dem Laufenden.

    via Basic Thinking

  • Meine Gedanken zur Fußball WM

    Zeit, dass sich was dreht. Und wie es sich dreht. In ganz Deutschland. Und auch bei mir, denn ich bin im WM-Fieber. Und das, obwohl ich sonst eigentlich kein ausgemachter Fußball Fan bin. Aber diese Stimmung und Spannung zu ignorieren, ist fast unmöglich. Deutschland zeigt sich von seiner besten Seite. Eine berauschende Party jagt die nächste, eine losgelöste Stimmung zieht durch das ganze Land. Euphorie.

    Niemandem entgeht dieses Wir-Gefühl, das bisher keine Kampagne und auch kein Ereignis so herbei zaubern konnte. Deutschland zeigt ein Nationalgefühl, ohne die sonst so übliche Scham oder einem schlechten Gewissen. Fahnen werden geschwenkt, die Hymne gesungen, alles ist schwarz-rot-gold. Noch habe ich so viele „Diplomaten Autos“ auf den Straßen gesehen. Selbst die Slogans zur WM passen. Die Welt scheint wirklich zu Gast bei Freunden zu sein.

    Natürlich ist das Ereignis WM an sich schon eine große Sache, doch letztlich hat die deutsche Nationalmannschaft nicht unwesentlich zu diesem Freudentaumel beigetragen. Soviel Spielfreude, so ein Siegeswillen, so ein Zusammengehörigkeitsgefühl war bis jetzt eher selten zu sehen. Die Mannschaft hat das Zeug zum Weltmeister (und ich hatte von Anfang an einen Einzug ins Halbfinale stets vorher gesagt- jetzt mal gucken wie es weiter geht).

    Die anderen Mannschaften überraschten auch. So wurden aus einigen Geheim-Favoriten Geh-Heim- Favoriten. England spielt öden Rumpelfußball. Brasilien ist überragend und auch schon beinahe arrogant, was ihnen hoffentlich demnächst zum Verhängnis wird. Holland bewies wieder einmal aufs Neue, dass sie in Sachen Fußball einfach eine an der Klatsche haben und möglichst von jedem Turnier fern gehalten werden sollten (auch Portugal spielte in jener Partie natürlich alles andere als zahm, aber da kann es sich doch nur um südländisches Temperament gehandelt haben und nicht um Schwachsinnigkeit).

    Selbst die Songs zur WM begeistern. Wann hatte man denn alle Fußballlieder zuletzt so kompakt in den Charts stehen? Wann konnte jeder, aber auch wirklich jeder jede Textzeile mit gröhlen? Selbst die Kleinsten zählen 54,74,90,2006 (diesen Song werden wir bei der nächsten WM wieder singen können). Und Herbert Grönemeyer steuerte einen Song bei, dessen Refrain als schlicht genial gehandelt werden muss (schade, dass gerade im Mittelteil vieles von dem Schwung verloren geht – ich stelle mir immer vor, wie 70000 Menschen auf den Rängen stehen und darauf warten, dass Herbert seinen Sprechgesang endlich beendet hat und wieder „was dreht, was dreht“ gerufen werden kann).

    Das Land steht ganz einfach Kopf. Und es dreht sich (was).

    Ich frage mich, wo all die Nörgler sind, die schon vor Monaten Tag für Tag etwas zu meckern hatten. Die nie auch nur ein gutes Haar an der Mannschaft oder dem Teamchef lassen konnten. Sie alle sind verstummt, warten auf den ersten Fehler, ein Ausscheiden im Halbfinale, ein erneuter Vize-Weltmeistertitel. Nur um dann lautstark analysieren zu können, was Klinsmann alles falsch gemacht hat. Ich hoffe, man wird, egal wie die WM beendet wird, nicht mehr allzu sehr auf sie hören.

    So wie man auch nicht auf die Totalverweigerer hören sollte. Wie nervig ist es, in diversen Blogs, Podcasts und Passanten-Interviews auf der Straße von Menschen zu hören, die die WM komplett boykottieren. Meist nur aus dem Grund um mit einer Kontrahaltung aus der Masse hervorzustechen (das sind die mit dem abgedroschenen Argument, Fußball sei ein blödes Spiel, bei dem 22 Männer dumm einem Ball hinterher laufen). Spaßbremsen. Ich finde die Tour de France auch öde (die kommt jedes Jahr und da fahren einen ganzen Mittag lang ein paar Männer Berge hoch und runter), aber das muss ich ja nicht jedem aufs Auge drücken. Diese Fußball WM ist für uns ein einzigartiges Erlebnis. Selbst schuld, wer sich da selbst verweigert.

    Es wird wohl traurig werden, wenn am 10.Juli so langsam der Alltag wieder einkehren wird. Wenn jeder bemerkt, dass diese Party vorbei ist und wie nach jeder Party die Rechnung kommt. Wenn Deutschland nicht nur Deutschland, Papst und Fußballweltmeister ist, sondern eben auch ein Land, in dem eine große Koalition beschlossen hat, dem Volk soviel Geld wie möglich abzuknöfpen.

    Wäre es nicht schön, wenn wir so lange wie möglich von dem jetzt herrschenden Gefühl zehren könnten? Wenn wir wie die Nationalteams umschlungen da stehen könnten? Für eine Sache, ein Ziel kämpfen?

    Ich unterstelle Grönemeyer grundsätzlich Tiefsinn, selbst bei einem Laune und Mitsing-Lied wie dem aktuellen. Und so glaube ich auch hier, dass er mit dem Titel „Zeit, das sich was dreht“ nicht NUR die Fußball WM meinte.

    Es wird Zeit, das sich was dreht. Es dreht sich. Wir müssen nur zusehen, dass es jetzt nicht mehr gestoppt wird.

    Nachtrag: Soeben sind auch die Engländer aus dem Turnier geflogen. Wie schön kann es noch werden? (Ist eigentlich jemand auf die Idee gekommen Beckhams Kotze aufzusammeln um sie bei eBay zu ersteigern? Die sollte doch mehr Geld einbringen Lehmanns Kaugummi, oder?)

  • Salat mit Thunfisch und Thunfischsalat

    Heute lernte ich den semantischen Unterschied zwischen Thunfischsalat und Salat mit Thunfisch kennen. Nach einem schönen Schwimmbadbesuch kehrten wir bei einem Italiener ein und ich bestellte, aus mangelndem Hunger und erwachtem Gesundheitsbewusstsein, einen Thunfischsalat. Erwartet hatte ich eine Schüssel mit leckerem grünen Salat, vielleicht hier und da eine Tomate, ein bisschen Zwiebel, möglicherweise eine leckere weiße Soße dazu und… einige Brocken Thunfisch. Bekommen habe ich einen Teller mit einem Haufen breiiger Thunfischmasse, garniert mit etwas Petersilie und einigen Zwiebelstückchen. Kann sich jemand an den Mr.Bean Sketch erinnern, in dem er aus Unwissenheit in einem Restaurant Tartar bestellt? Ungefähr so saß ich ebenfalls vor meinem Gericht.

    Ich fragte die Bedienung, ob das wirklich mein Salat sei und sie bestätigte es mit den Worten „Ich dachte mir schon, dass Sie sich was anderes darunter vorgestellt hatten. So machen die Italiener eben Thunfischsalat. Ich wollte sie eigentlich warnen.“

    Hat sie aber nicht. Und diese Erklärung half mir nun auch nichts mehr. Ich hatte ihn bestellt, musste ihn bezahlen und die Kellnerin musste sich nicht wundern, für die eingestandene unterlassene Hilfeleistung kein Trinkgeld zu bekommen. Ein Thunfischsalat ist eben kein Salat mit Thunfisch. Wieder was gelernt.

  • Dumm das

    Gestern wurde ich ein wenig von meinem geliebten DVD Automaten (wir berichteten) enttäuscht. Ich lieh mir den vielfach unterschätzten Film der „Verrückt nach Marry“-Farrely Brüder „Dumm und dümmer“ aus. Nun, so dachte ich zumindest. Auf der Automaten Homepage fand ich den Film als verfügbar vor, mit Cover, Beschreibung und Schauspielerriege. Ich klickte auf reservieren, holte ihn ab und stellte zuhause fest, dass es sich um die dumme Fortsetzung mit dem noch dümmeren Titel „Dumm und dümmerer“ handelte. Dumm das.

    Denn während „Dumm und dümmer“ eine gut gemachte Komödie ist (ich weiß, Geschmäcker sind verschieden, also keine Kommentare deswegen), kann die Fortsetzung als völlig sinnlose Videoproduktion vergessen werden. Während ich grübelte, wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte, meinte die damalige Freundin nur lapidar, dass bisher noch niemand so dumm gewesen sei, „Dumm und dümmer“ ausleihen zu wollen und der Irrtum deshalb bisher unentdeckt geblieben sei. Ich hingegen glaube eher, dass jeder der sich „Dumm und dümmer“ ausleiht, wohl selbst zu dumm ist, den Unterschied zwischen „Dumm und dümmer“ und „Dumm und dümmerer“ festzustellen. Bis auf mich halt.

    Der Besitzer des Automaten konnte sich den Irrtum übrigens nicht erklären und versprach mir schnellstmögliche Aufklärung. Laut seiner Aussage habe er definitiv den Film als „Dumm und dümmer“ gekauft und von dem Film „Dumm und Dümmerer“ noch nie etwas gehört. Tja, dumm das.

    (Bitte nicht verdummen weil so oft das Wort dumm in diesem Artikel auftauchte)

  • Sonne, Schafe und die nackte Frau

    Wenn die ersten Sonnenstrahlen heraus brechen und die Temperaturen auf über 20 Grad steigen, liegt jeden Tag an der Straße von Denzlingen nach Sexau (!!!) eine nackte Frau an der Elz. Von frühmorgens bis spätabends macht sie es sich eingeölt auf einem Liegestuhl bequem, dreht sich vielleicht einmal in der Stunde vom Rücken auf den Bauch und brutzelt so vor sich hin. Mehr tut sie nicht. Jeden einzelnen Tag. Sie liest nicht, sie scheint auch kein Radio zu hören, nein, sie liegt einfach nur da.

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  • Schlummertaste reloaded

    Das Schlummertasten-Thema schlägt ja recht hohe Wellen. Offensichtlich konnte ich hiermit ein alltägliches Problem in deutschen Schlafzimmern zur Sprache bringen. Gestern machte ich mir allerdings noch etwas weitere Gedanken über den Sinn und Unsinn dieser Erfindung und kam drauf, dass es in so manchen Situationen unseres Lebens vielleicht gar nicht schlecht wäre, eine Schlummertaste zu haben.

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  • Schlummertaste

    Die Schlummertaste ist für mich die Geisel der heutigen Zivilisation. Das Äquivalent zum regelmäßig krähenden Hahn. Eine Illusion für schwache Menschen, die der Meinung sind, mit Hilfe dieser Taste noch etwas länger schlafen zu können. Um es auf den Punkt zu bringen: seit neuestem hasse ich diese schreckliche Erfindung sogar.

    Bedingt durch meinen Job bin ich es gewohnt, gleich nach dem Wecken sofort da zu sein. Es würde mir ohnehin schwer fallen, wieder einzuschlafen, wenn ich mal wach bin, aber gerade wenn ich um 4 Uhr morgens zur Arbeit sollte, kann ich es mir kaum erlauben, mich noch einmal umzudrehen, um mich zehn Minuten später wieder wecken zu lassen.

    Die damalige Freundin allerdings lebt im wahrsten Sinne des Wortes in einer Traumwelt. Sie lässt sich gerne etwa zwei Stunden vor ihrem eigentlichen Wunschzeitpunkt wecken, schlummert wieder ein, lässt sich wieder wecken, schlummert wieder ein, lässt sich… ich glaube, ihr habt es verstanden. Sie denkt tatsächlich, dadurch würde das Aufstehen leichter fallen. Ihrer Meinung nach könne sie dadurch viel länger schlafen mit dem beruhigenden Gefühl beim Blick auf die Uhr: „Oh, ich hab ja noch eineinhalb Stunden – oh ich hab ja noch eine Stunde – oh wie herrlich, ich hab ja noch ’ne halbe Stunde.“ Das diese Döserei nicht das geringste mit gesundem Schlaf zu tun hat, ist ihr egal.

    Und das ich beim ersten Klingeln ihres Funkweckers bereits hellwach bin offensichtlich auch.

    So kommt es, dass ihr Wecker mich dazu bringt zu ihrem Aufstehzeitpunkt aufzustehen, während sie sich noch ein paar Stunden gemütlich im Bett umher wälzt.

    Wenn ich mit den Klagen gegen das Nasenspray-Konsortium fertig bin, werde ich die Hersteller von Schlummertastenweckern verklagen. Wenn ich aufstehen muss ist es früh genug, ich will verdammt noch mal nicht eine Stunde früher geweckt werden, nur um immer wieder auf eine Taste drücken zu müssen.

    (Für Menschen, die morgens gar nicht aus dem Bett kommen, gibt es eine tolle Erfindung: einen Wecker, der irgendwo in eine Ecke des Zimmers abhaut, wenn man ihn abzustellen versucht und dort weiter herum plärrt. Das würde mir persönlich zwar auch nichts bringen, aber ich finde es eine witzige Idee und würde so manchen Schlummertastenschläfer aus dem Bett bringen)

  • Banana Shit

    Es gibt Dinge in dieser Welt, die einfach nicht den Eindruck vermitteln, den sie im Grunde gern vermitteln würden. So bin ich mir zum Beispiel ganz sicher, dass dieser Sommer sich lieber von seiner schönsten Seite zeigen würde. Doch leider kommt ihm da eine ständige Kaltfront und Schnee dazwischen. Naja, so etwas kommt vor.

    Was vielleicht nicht vorkommen sollte, ist eine Verpackung, die falsche Assoziationen über den Inhalt weckt. So habe ich vor kurzem beim Einkaufen im Lidl einen Stapel Schachteln an der Kasse entdeckt, die allesamt Schokobananen enthielten. Köstlich, denkt man vielleicht. Bis man die Illustration dazu genauer unter die Lupe nimmt.

    banana

    Also ehrlich: liegt das nur an mir und meiner kranken Seele, dass ich bei diesem Bild an etwas völlig anderes denken muss und nicht an den mehr oder weniger köstlichen Inhalt? Sehen diese Bananen nicht aus, als seien sie schon vor vielen Tagen gegessen worden und mittlerweile.. naja, den Weg alles irdischen gegangen? (Man beachte auch in der linken oberen Ecke den Hinweis, dass die Bananen aus echtem Bananenmark gemacht sind – das beruhigt ja zumindest etwas)

  • Mein kuscheliges Frühlingsfest

    Mit voller Absicht hatte ich meiner kleinen Party gestern Abend den Titel Frühlingsfest gegeben, da es keine Tanz- und Saufveranstaltung in dem Sinne werden sollte. Vielmehr handelte es sich nun schon zum zweiten Mal um ein Zusammentreffen meiner engsten und liebsten Freunde (zumindest derjenigen, die auch wirklich erschienen). Da das Wetter leider nicht so ganz mitspielte, fand alles im gemütlichen Wohnzimmer statt. Der Stimmung tat dies zum Glück keinen Abbruch und ich hoffe, meine Gäste fanden es genauso schön wie ich.

    Wie immer gab es zuviel zu essen. Einen Berg voller Sandwiches, Schinken-Käse-Croissants, Muffins, Melonen, griechische Salate (derer gleich zwei, weil ich übereifrig verhindern konnte, nur Nudelsalate zu haben), Nudelsalat (!), und weitere Häppchen und Knabbereien. Zum Nachtisch Obstsalat und Tiramisu. Da blieb eine Menge übrig, wie man auf den beiden Fotos erkennen kann.

    vorher

    nachher

    Stargast des gestrigen Abends war natürlich die kleine Maya, die sich angenehm ruhig verhielt. Besonders wenn sie bei mir im Arm lag. Ich habe einfach eine beruhigende Ausstrahlung auf junge Mädels. :-)

    mayaandme

    Apropos im Arm liegen. Wir hatten uns gestern auch überlegt was es mit den Freiburger Kuschelparties auf sich hat. Man zahlt dort 15 Euro und darf dann mit fremden Menschen drei Stunden lang kuscheln. Sich einfach im Arm halten und streicheln. Alles ohne Sex und nach strengen Regeln. Ein Schiedsrichter steht daneben und sieht zu, dass niemand gegen seinen Willen geliebkost wird und dass niemand eine Erektion bekommt.

    Meine kleine Feier gestern war natürlich nicht ganz so kuschelig, aber das Thema bot genügend Stoff für einige Lacher. Ich frage mich wirklich, welche Art von Menschen zu solchen Treffen gehen. Sind das nur eklige Leute, denen man sofort ansieht (oder riecht) weshalb sie so alleine sind? Oder kommen da ganz normale Personen und vielleicht sogar recht hübsche, bei denen es schwer fällt, seinen Körper im Griff zu behalten. Mir persönlich möchte der Sinn einfach nicht einleuchten, sich von völlig Fremden so berühren zu lassen. Da kann ich eher noch den Gang in ein Puff nachvollziehen.

    Wie gerne würde ich zu diesem Thema intensivere Recherchen betreiben und den dort Anwesenden über ihre Beweggründe befragen. Die damalige Freundin ist da natürlich strikt dagegen, solange ich keinen offiziellen, journalistischen Auftrag dafür bekomme (ihr wisst, wen ich meine). Bis dahin werde ich wohl meinen alten Freund Chris vor Ort schicken müssen, der ein paar Streicheleinheiten gut gebrauchen könnte.

    Denn die wird er bei meinem nächsten kleinen Fest wieder nicht bekommen. Nur zu viel zu essen.

  • Die Volksdroge Nasenspray

    Hallo, mein Name ist Roger und ich bin süchtig. Meine Sucht verbindet mich mit einem großen Teil der Bevölkerung. Meine Sucht hat bisher weder ein Forum, noch eine Lobby, es scheint, als würde sie offiziell gar nicht existieren. Nur die Apotheker wissen um diese Sucht, dabei verkaufen sie die Droge dafür selbst. Ich bin abhängig von Nasenspray.

    Ich kenn nicht wenige Menschen, die wissen, was man als Nasenspray-Süchtiger durchmacht. Es beginnt meist ganz harmlos, mit einem Schnupfen, einer Erkältung. Schnell greift man zu dem kleinen Sprühfläschchen um sich Erleichterung zu verschaffen. Und stellt fest, dass die Nase sogar freier wird als sie jemals zuvor war. Endlich wieder frei atmen. Endlich leben.

    Man ignoriert die Warnungen des Apothekers, das Spray nur maximal fünf Tage zu nutzen. Fünf Tage sind schnell vorbei, die Nase immer noch zu. Mehr noch, ohne Spray wird die Nase gar nicht mehr frei. Man röchelt, man schnäuzt, doch es hilft alles nicht. Man zwingt sich zu verzichten. Bis zum Mittagessen, da muss man einfach sprühen, sonst würde man gar nichts mehr schmecken. Und schon ist man wieder im Suchtkreislauf.

    Einige meiner Bekannten wechseln sogar regelmäßig den Apotheker, um sich ihren Stoff zu besorgen, damit dieser nicht merkt, wie man sich regelmäßig alle zwei Wochen Nachschub holt. Die Warnungen hören sie sich an und denken dabei doch nur an ihren nächsten Schuss, der wieder Freiheit bedeutet.

    Heute habe ich mit der Entwöhnung begonnen. Die regnerische Bodensee Luft scheint mich gut dabei zu unterstützen. Allerdings weiß ich, dass es ein steiniger Weg werden wird. Der wiedergekehrte Heuschnupfen tut sein Übriges und ich werde die nächste Zeit wieder mal als Genital-Hamster herum laufen müssen. So nenne ich es, wenn die Hosentaschen prall gefüllt mit Taschentüchern, Schlüssel, Handy und Co sind.

    Vielleicht sollte man sich überlegen, die Nasenspray Industrie zu verklagen. Im Namen des Volkes: Genital-Hamster gegen Spray-Konsortium. Schließlich kann man in den USA auch Coca Cola verklagen, weil man bei täglichen 10 Litern des Gesöffs dick wird und einem die Zähne ausfallen.

  • ebrake.de ist offline

    Ein wenig Traurigkeit und Sentimentalität schwang mit, als ich heute morgen meine bisherige „Homepage“ ebrake.de offiziell geschlossen habe. Und es stellt sich natürlich die Frage, warum ich es dann überhaupt getan habe. Bei aller Wehmut, es war einfach nötig.

    Jeder Mensch verändert sich, macht neue Erfahrungen, lernt dazu. So war es auch bei mir. Als ich ebrake.de im Januar 2000 online stellte, hatte ich mir alles, was dazu nötig gewesen war, selbst beigebracht. Es war eine typische, private, kleine und (design-)technisch nicht wirkliche Offenbarung. Auch das Update, dass zwei Jahre später online ging, war noch sehr einfach gestrickt. Aber zumindest sah die Seite hübsch aus. Mir genügte das nie. Mir fehlte die Dynamik, so wie man sie zum Beispiel hier in meinem Blog erlebt.

    Hinzu kam aber ein noch schwerwiegenderer Grund: ich war nicht mehr zufrieden mit meinen Werken. Mit meinem heutigen Können und der Erfahrung als Schreibender kann ich meine damaligen Werke leider nur noch belächeln. Und ich fürchte auch von den Lesern belächelt zu werden, wenn ich meine Gedichte und Kurzgeschichten in dieser Form allen zur Schau stelle.

    Die Frage ist nun, ob man denn nicht zu seinen alten Werken stehen sollte. Schließlich stellen sie eine Entwicklung dar, die jeder Autor durchmacht. Das mag richtig sein, aber die wenigsten Autoren präsentieren diesen Entwicklungsweg.

    Keine Angst, ich werde nun nicht wie George Lucas es bei der alten Star Wars Trilogie gemacht hatte, einfach alle meine Werke umschreiben und wieder veröffentlichen. Aber ich werde sie mir alle genau ansehen, werde wirklich grobe Schnitzer so gut es geht ausmerzen und schließlich entscheiden, ob ich eine erneute Veröffentlichung mit ganzem Herzen vertreten kann.

    Wenn dem so ist, wird ebrake.de in neuem Glanz erstrahlen, mit dynamischen Inhalten und einem persönlichen Gesamtwerk von dem ich mit Stolz sagen kann: Ja, das habe ich gemacht!

    (Ein kleiner Nachtrag: auch meinen Roman „Ist ja hinReisend“ wird es vermutlich nicht mehr lange zu kaufen geben, aus oben genannten Gründen. Ich halte euch natürlich auf dem laufenden. Also bestellt, solange es noch geht ;-) )