Autor: Roger Graf

  • Plus bietet viel Geld für wenig Geld

    Mittlerweile kann man ja die tollsten Dinge bei den hiesigen Discountern erstehen. Plus kommt da mit einem Angebot, das im ersten Moment sehr suspekt klingt. „Gib uns 89 Euro und du kriegst dafür 100 Euro zurück.“ Okay, der Hunderter ist in Acryl eingegossen und man müsste sich fragen, ob man das dünne Papier gefahrlos aus diesem Block herausschneiden kann (wer fühlt sich dazu berufen? Bitte melden, dann machen wir ne Großbestellung). Selbst mit den Portokosten hätte man immer noch Gewinn gemacht.

    Einige Fragen stellen sich da natürlich automatisch: Wer kauft so etwas? Geldwäscher-Azubis? Und wie kann Plus echtes Geld so billig abgeben? Haben die nur die Produktionskosten gezahlt? Kriegt man Geldscheine auch zum Einkaufspreis? Und wenn ja, wo? Bei der Zentralbank? Oder sollte ich einfach mal bei Metro nachfragen (die ja ohnehin ihr eigenes Geld drucken, glaube ich).

    100euro

    In dem Angebotstext steht dabei, dass der Hunderter nicht umlauffähig sei. Was bedeutet das bitte, wenn der Schein echt ist? Ist irgendwo der Schriftzug „Muster“ aufgedruckt? Oder findet man in einem der Sicherheitsmerkmale den winzigen Satz „Achtung, kann nicht umlaufen.“ Welche Supermarkt Kassiererin achtet darauf?

    Es könnte natürlich sein, dass tatsächlich bestimmte Merkmale einfach fehlen, wie zum Beispiel diese Farbkleckse, die nur unter Schwarzlicht zu sehen sind. Oder die Seriennummern sind speziell gekennzeichnet. Aber ist es dann nicht Falschgeld?

    Ächz, ich glaube, das sind mir zuviel Unwägbarkeiten.

    Nachtrag: Viele Blogs haben das Thema bereits behandelt. Zum Beispiel Arne und Basic Thinking und KK-Works. Und mir ist eben aufgefallen, dass die Stückzahl zwar auf 3000 begrenzt ist, wie im Angebotstext beschrieben, das Foto aber eine Nummerierung zeigt, die nur bis 2000 geht. Da muß Plus wohl noch mehr Geld gießen.

  • Freiburg ist eine Insel – ohne Vogelgrippe

    Als glücklicher, gebürtiger Einwohner Südbadens fühlt man sich wahrlich wie auf einer Insel. All die bösen Dinge, die in der Welt geschehen, passieren eben nur dort, aber niemals hier. Hier im Markgräflerland und im Breisgau gibt es keine Flutkatastrophen. Auch keine Lawinenunglücke. Keine Hurrikans oder Sturmfluten. Keine Dächer stürzen ein. Und keine Berge. Wir leben zwar in einem Erdbebengebiet und hin und wieder rumpelt es sogar (manche meinen, dass der Kaiserstuhl nicht wirklich ein erloschener Vulkan ist) aber wenn wir gerade mal darüber nachdenken, dann finden wir das eher noch cool und verwegen von uns, hier zu leben.

    Auch bei den Arbeitslosen sieht es ähnlich aus. Wir haben nämlich eine recht moderate Rate. Ebenso mit der Kriminalität. Oder Drogentoten. Oder irgendetwas, was man eben aus den Nachrichten und aus den Großstädten kennt.

    Wir haben die Skigebiete direkt vor der Haustür und die wärmsten Sommer. Wir haben die Schweiz direkt nebenan, wo es billigen Sprit und Zigaretten gibt.

    Ergo: es gibt kaum einen besseren Platz in Deutschland zum Leben, als das schöne Gebiet rund um Freiburg. Freiburg ist eine Insel, an der all das Böse nicht angeschwemmt wird.

    Wie ich eben schon erwähnte, wurden wir bisher auch von all diesen Katastrophen verschont (nunja, Tokio Hotel kamen trotzdem (aah, ich wollte schon immer Tokio Hotel und die Vogelgrippe im gleichen Artikel unterbringen)). Doch das könnte sich schneller ändern, als uns lieb ist.

    Als ich von der Vogelgrippe zum ersten Mal hörte, dachte ich noch: Auweia, das ist ja mal wieder schlimm, drüben in China. Als die Pest in der Türkei war, dachte ich: Auweia, das ist aber wirklich schlimm da in der Türkei. Als die toten Vögel auf Rügen gefunden wurden, dachte ich: Auweia, hoffentlich kriegen die das bald in den Griff. Rügen war noch immer weit genug von unserer Insel entfernt.

    Nun wurde zum ersten Mal H5N1 in Überlingen entdeckt (siehe hier, hier, hier und hier). Ich muss voraus schicken, dass ein Teil meiner Familie im schönen Überlingen am schönen Bodensee lebt. Und mit einem Mal schiebt sich die Insel näher an die restliche Bevölkerung heran. Mit einem Mal muss man sich Gedanken machen, was eigentlich gerade passiert auf dieser Welt. Plötzlich denkt man: Hätte ich doch nur die Verhaltensregeln gelesen, die die Bild Zeitung vor kurzem veröffentlicht hatte.

    Nein, natürlich gibt es keinen Grund zur Panik. Das ist auch mir klar. Und auch den Überlingern. Dennoch ist es ein eigenartiges Gefühl, wenn das eigene Paradies mit einem Mal so unmittelbar bedroht wird.

    Mir schwant (!!!) Böses.

  • In Nürnberg ist es geiler

    Nicht nur mein alter Freund Chris sagt gerne, er wünschte sich zurück nach Nürnberg. Damals, als er dort studiert hat, war die Welt noch in Ordnung. Und auch ich habe nur schöne Erinnerungen an Nürnberg. Schließlich war ich dort das erste Mal in meinem Leben in einem KFC. Seufz. Holger, der nun ebenfalls nach Nürnberg gezogen ist, schickte mir letztens ein Foto, das den letzten Beweis erbringt, das es in Nürnberg einfach geiler ist.

    latte_Grenvernderung

    Zu sehen ist eine Tafel an einem Cafe, die einem eine Morgenlatte zu kleinem Preis anbietet. Haha. Scheint ohnehin ein sehr witziges Lokal zu sein – auf einer anderen Tafel steht: Kommst rein, kannst raus schauen. Ich schmeiß mich weg.

    latte2_Grenvernderung

    Also ich würde gerne mal wieder nach Nürnberg. Lecker essen. Ein bißchen auf der Burg herum spazieren und abends in dieser einen Bar einen Cocktail schlürfen (die mit dem Getränkebuch und dem Klavier). Die Morgenlatte kommt dann schon von allein. Danke, Holger. Ich werde Dich demnächst besuchen.

  • Alles ist CD

    Kann es sein, dass die beiden Buchstaben C und D in unser Gehirn gebrannt wurden? Gebrannt würde tatsächlich passen, denn ich spreche hier von der allseits beliebten CD. Diese kleine, silberne, flache Scheibe, die uns schon seit vielen Jahren soviel Freude bereitet. Tatsächlich habe ich in meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, dass zu jedem Medium, das Musik oder Film enthält CD gesagt wird.

    Früher war das einfacher. Da gab es nur Schallplatten und Kassetten
    und niemand wäre auf die Idee gekommen, das eine mit dem anderen zu verwechseln. Auch als die VHS Kassette ihren Durchbruch feiern konnte, war der Unterschied zu den anderen Datenträgern groß genug für jeden Technik-Deppen.

    Doch heute ist alles flach, rund und silbern. Die Sache mit der CD war ja noch überschaubar. Komplexer wurde es, als die DVD erschien. Denn sie glich der CD auf den ersten Blick wie ein Ei dem anderen. Schlimmer wurde es noch, als die brennbaren Versionen mit kryptischen Zusätzen wie +R oder -R aufwarteten. Oder gar +/-RW. Für viele Menschen sind das immer noch CDs und werden es wohl auch immer bleiben. Egal, wieviel Speicherplatz sie
    bieten und was sich darauf befindet.

    Manch einer sagte sogar zu den mittlerweile nicht mehr populären MDs CD. Dabei waren die MiniDiscs wie der Name schon sagte kleiner und in einem Plastikgehäuse versteckt. Aber es war halt Musik drauf, also konnte das ja nur eine CD sein, gell. Auch die in der neuen Sony PSP benutzten Datenträger kommen klein und mit Gehäuse daher und heißen UMD. Das Prinzip setzt sich aber auch hier fort.

    Ganz übel wird es dieses Jahr werden, wenn die DVD Nachfolger BluRay (BD) und HD-DVD, auf den Markt kommen. Nicht nur weil ein ähnlicher Streit um Standards entstehen wird wie seinerseits bei BetaMax und VHS oder zuletzt bei DVD-R und DVD+R.

    Der Kunde wird am Ende entscheiden (so meinen Fachleute). Ich dagegen behaupte, dass sich die Industrie ins eigene Bein schießt, mit diesem Wirrwarr. Ich werde den Markt sehr genau und lange beobachten um mich für ein Medium zu entscheiden und bis dahin werden vermutlich wieder teure Multiformat-Leser auf den Markt geworfen werden.

    Aber, was trotz allem immer bleiben wird: Die Leute werden immer sagen, sie hätten da eine ganz tolle CD. Egal, was drauf ist. „Ich mein halt das runde Ding wo Filme und Musik drauf sein tun.“ Eben.

  • unfreiwillige Radio Comedy

    Manche Radiosender sind immer wieder für einen Lacher gut. Sei es SWR3, die mit den meisten ihrer Comedy Angeboten punkten können. Oder auch Radio Regenbogen, die so dämlich versuchen, diesen Erfolg zu kopieren, dass einem schnell das Lachen im Hals stecken bleibt. Und dann gibt es noch Antenne Südbaden, welches bei uns im Raum Freiburg leider unfreiwillig komisch ist.

    So sagt mir der Moderator nach jedem Nachrichtenblock, dass nun der Verkehr käme, der mich wirklich interessiert. Also, ich würde gern mal wissen, woher die wissen wollen, welcher Verkehr das denn sein könnte. Denn dann erzählen sie mir doch nur wieder, wo in Südbaden Staus sind und Blitzer stehen.

    Gerne weist Antenne Südbaden auf ihr Gewinnspiel hin, das sich in etwa so abspielt. Der Moderator sagt: „Rufen Sie uns an, wenn Sie wissen, welches Geräusch wir suchen.“ Man hört ein Quietschen, oder Ratschen. „Na, haben Sie es erkannt? Welches Geräusch suchen wir?“

    Nun, da möchte ich am liebsten anrufen und sagen: „Ihr sucht das Geräusch, das ihr da eben gespielt habt – dieses Quietschen oder Ratschen.“

    Man darf mir wieder Klugscheißerei vorwerfen, aber sollte die Frage nicht eher lauten: „Wissen Sie den Namen des Objekts, das dieses Geräusch verursacht?“

    Immer wieder schmunzeln kann ich auch beim Aufruf, Mädchen des Monats zu werden. Da werden Freiburgs weibliche Schönheiten einen Tag lang mit der Kamera begleitet und dann jede Nacht, unterlegt mit den besten Hits der Achtziger, Neunziger und von heute auf FRTV (dem angeschlossenen Regional TV-sender) gezeigt.

    Die Werbung lockt die Mädchen unter anderem mit folgendem Satz: „Zeigen Sie Ihren Freunden, was in Ihnen drin steckt.“ Was in ihnen drin steckt? Ich hoffe doch, es steckt nichts in den Mädchen drin. Ein Messer gar. Oder schlimmeres. Vielleicht mag es an der Mundart liegen, weshalb man nicht sagt „was in ihnen steckt“, aber lustig ist es trotzdem.

    Weiter so, Antenne Südbaden. Ihr habt einen Platz in meinem Herzen.

  • Du bist eine Klowand

    Ja, da ging ein Ruck durch Deutschland. Ich habe ihn gespürt, denn ich bin ja Deutschland. Und dazu noch Blogger. Denn ehrlich gesagt ging dieser Ruck mehr durch das bloggende Deutschland und veranlasste sehr viele Blogs zu der Überschrift, die ich hier ebenfalls benutze. Was war geschehen?

    Die Kampagne „Du bist Deutschland“ kommt offensichtlich nicht so gut an in dem Land, das es betrifft. Zwar liest man auf der offiziellen Seite dazu sehr optimistische Zahlen. Doch die Gegenbewegung in den Blogs, bei Flickr und weiteren zeigen ein anderes Bild. Deutschland scheint sich eher auf den Fuß getreten zu fühlen und macht sich auch noch über die gesamte Kampagne lustig. Wie gemein. Das ist Deutschland?

    In etwa diese Frage stellte sich Jean-Remy von Matt von der renommierten Werbeagentur Jung von Matt. Allerdings formulierte er es etwas anders, etwas beleidigter und schrieb das Ganze in eine E-Mail an die Belegschaft. Wie es das Schicksal wollte, erreichte diese Mail die Öffentlichkeit und brachte damit eine Lawine ins Rollen, die der Agentur nun noch weniger gefallen dürfte, als die Verhohnepipelung ihrer tollen Kampagne.

    Hier die Mail:

    Meine Mutter hat mir beigebracht, dass man sich für ein Geschenk bedankt, selbst wenn man damit nichts anfangen kann. Wie Recht sie hatte, ist mir gerade wieder klar geworden.

    Vor zwei Wochen startete „Du bist Deutschland“, die größte gemeinnützige Kampagne aller Zeiten und ein riesiges Geschenk.

    Die großen Verlage haben Zeit und Raum im Wert von 35 Millionen Euro geschenkt. 30 Promis der ersten Liga haben Zeit und ihr Gesicht geschenkt. Wir und kempertrautmann haben Zeit und Herzblut geschenkt.

    Das Ziel: Die Miesepetrigkeit bekämpfen.

    Der Dank: Miesepetrigkeit. Glücklicherweise nur von den Gruppen, von denen man nichts besseres erwarten konnte:

    1. Von den Werbekollegen, die sich in den Branchenblättern eifrig zu Wort meldeten. Viele von ihnen finden die Kampagne nutzlos, „weil Werbung doch nicht das geeignete Mittel sein kann, eine Nation wirtschaftlich wieder nach vorn zu bringen“. Nicht gut, wenn unsere Branche selber nicht mehr an die Kraft von Kommunikation glaubt.

    2. Von den Weblogs, den Klowänden des Internets. (Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? Und die meisten Blogger sondern einfach nur ab. Dieser neue Tiefststand der Meinungsbildung wird deutlich, wenn man unter www.technorati.com eingibt: Du bist Deutschland.)

    3. Von den intellektuellen Journalisten von FAZ bis TAZ, die ihre Meinung zwar insofern gefragt absondern als sie eine nachweisbare Leserschaft haben, aber: „Den Höhepunkt an Zynismus gewinnt die Kampagne aber in dem Fernsehspot, der Schwule und Behinderte auf dem Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals versammelt“ (Die Zeit).

    Blöd, wenn man soviel Kopf hat, dass einem jedes Bauchgefühl verloren gegangen ist.

    Übrigens: Sebastian Turner findet die Kampagne einfach nur falsch.

    Falsch, was ist das? Auch nach dem 50. Mal gucken, bin ich von dem TV-Spot immer noch berührt bis ergriffen – obwohl ich nicht einmal Deutschland bin.

    Kann das falsch sein?
    Euer Jean-Remy

    Man ist im ersten Moment ergriffen und geschockt. Danach ist man geschockt und ergriffen. Die Klowände Deutschlands taten das ihre, um auf diesen „Angriff“ zu reagieren. Und sie taten es wie zuvor schon bei der Kampagne. Bitte lest selbst. Hier, hier und hier (zum Beispiel) oder man macht, was Jean-Remy in der Mail vorschlägt: Man suche einfach mal bei technorati.com (und wenn wir schon dabei sind, sollte man auch mal nach dem Begriff „Jung von Matt“ suchen, um sich darüber zu informieren, wie beliebt und in aller Munde die Agentur mittlerweile ist).

    Ein kleine pikantes Detail möchte ich hier noch zum Besten geben, das ich in Alex Wunschels „Tellerrand“ Podcast gehört habe: Offensichtlich hat ein anonymer Kommentar Schreiber auf dem Blog von Jens Scholz versucht, die Mail von Jean-Remy herunter zu spielen. Bei Überprüfung der IP-Adresse kam heraus, dass dieser Anonyme an einem Rechner saß, der in den Büros von Jung von Matt steht. Peinlich, peinlich. Und schlimm, dass man offensichtlich nicht aus Jambas Fehlern gelernt hat, die ebenfalls mit gut gemeinten Kommentaren versucht hatten, beim Spreeblick-Blog gegen Johnny Häuslers Sparabo-Attacken vorzugehen.

    Also Herr von Matt, Sie haben hier einige Fehler gemacht, die man als Profi einfach nicht machen sollte. Und das sage ich Ihnen als absoluter Anfänger und Unwissender.

    Zunächst stellt sich die Frage, weshalb die Kampagne so veräppelt, nicht ernst oder erst gar nicht wahr genommen wird. Woher kommt die Miesepetrigkeit (davor und danach)? Ganz einfach. Weil Deutschland einfach Miesepetrig ist. Und Deutschland ist auch noch stolz darauf (oder bemerkt es einfach nicht). Und Deutschland will sich von keinem vorschreiben lassen, wie es gerade fühlen soll. Oder gar wer oder was es ist (der Hintergrundmelodie des Werbespots nach sind wir alle Forrest Gump – und das wäre nicht mal soo schlecht). In Zeiten der Globalisierung, des Enger-zusammenrückens aus Angst vor Terror, Umweltkatastrophen und einer Kanzlerin fällt es schwer genug die eigene Identität zu finden. Da muss kein dahergelaufener Werbespot kommen und mir was von Schmetterlingen und Orkanen in China erzählen, die dort einen Sack Reis umwerfen. Ich weiß, dass ich Deutschland bin. Aber die Miesepetrigkeit wurde uns die Wiege gelegt, zusammen mit dem schlechten Gewissen und der Scham. Wir sind keine Hauruck Gesellschaft wie die USA die mit ein paar „Jahuus“ und „Tschakas“ motiviert werden kann. (By the way: Hallo liebe Walmart Mitarbeiter. Müsst ihr immer noch jeden Morgen zusammen Juhuu und Tschaka rufen um euch für den Tag zu puschen? Fühlt ihr euch dann so richtig Deutschland?)

    Weiterhin sollte Ihnen, Herr von Matt, vorher schon klar gewesen sein, gegen wen Sie hier wettern. Man muss einfach mal davon ausgehen, dass der gemeine Blog-Schreiber einen gewissen Intelligenzquotienten hat, der ihn dazu befähigt, nachzudenken, zu reflektieren, sich zu äußern. Auch das ist Deutschland. Das ist das denkende Deutschland. Und um es noch schlimmer zu machen: das ist das denkende Deutschland, das durch Blogging eine Stimme gefunden hat. Meinungsfreiheit in Reinform.

    Es war also abzusehen, welche Art von Lawine hier los getreten wird. Und hier unterstelle ich als Laie einfach mal dem Profi in Sachen Marketing, dass ganz bewusst so gehandelt wurde. Wir alle wissen dass keine Publicity noch schlechter ist als schlechte. Nun, für Publicity hat Jean-Remy gesorgt.

    P.S.: Herr von Matt, Sie als Schweizer (also nicht Deutschland!) werden mich verstehen, wenn ich folgendes sage: Würde der Slogan lauten: „Du bist Deutschland, arbeitest in der Schweiz und wohnst in Frankreich“, dann würde ich sofort zustimmen und laut Juhuu und Tschaka ausrufen.

    Update um 19:24: Jean-Remy „entschuldigt“ sich bei den Bloggern, ohne allerdings Seitenhiebe lassen zu können. Nunja, Herr von Matt, wir wissen um die „virale Kraft“ der Blogs und Sie als Werbetreibender und immer auf der Suche nach der passenden Plattform, um Werbung zu verbreiten wissen dies natürlich auch. Ein logischer Schritt also sich diese Gemeinde nicht zum Feind zu machen. Vielleicht sind wir bald Kunden, Zielgruppe und Macher in einem.

    Auf Melas Blog wird das alles noch schön auseinander gepflückt.

  • Ich stoppte Wikipedia.de

    Jeder sollte es in den letzten Tagen mitbekommen haben: Wikipedia.de war für kurze Zeit abgeschaltet. Mittlerweile funktioniert die Weiterleitung auf die Hauptseite Wikipedia.org wieder und alles ist so wie früher. Aber ganz einverstanden bin ich damit nicht. Denn ich war der Grund, warum die Seite gestoppt worden war.

    Viele Nachrichtenagenturen berichteten, die Eltern eines verstorbenen Hackers namens Tron hätten per einstweiliger Verfügung Wikipedia.de zur Schließung gezwungen. Sie wollten nicht akzeptieren, dass ihr Sohn mit voller Namensnennung in den Artikeln genannt wurde. Das Amtsgericht Berlin Charlottenburg gab ihnen Recht. Der Knackpunkt an dieser Sache ist allerdings, dass es sich hier nur um einen vorgeschobenen Grund handelte, der von dem echten Skandal ablenken sollte. (Ich meine, wer interessiert sich schon dafür wie Tron mit Nachnamen heißt?)

    Der echte Skandal ist folgender: Ich habe mit meinen Anwälten einen Antrag auf Schließung des kompletten Wikipedia Projekts eingereicht, da es unhaltbar ist, wie fahrlässig hier mit falschen Informationen umgegangen wird. Ich möchte einmal aufzählen, welche gravierenden Fehler ich auf Wikipedia.de entdecken musste.

    Der schlimmste Fehler betrifft mich selbst: Wenn man sich über meine Person erkundigen möchte, so erfährt man zwar vieles, aber kaum etwas davon ist wahr. So heiße ich zwar tatsächlich Roger Graf und ich bin in der Tat Schriftsteller. Aber weder wurde ich in der Schweiz geboren, noch sind die aufgeführten Romane von mir (sondern bisher nur dieser hier: „Ist ja hinReisend“ . Auch sonst möchte nichts in dieser Biographie zu mir passen.

    Bei weiteren Recherchen erkannte ich, dass ich auch nicht als Mitentwickler der Atombombe genannt werde. Auch, dass ich enger Vertrauter Ernest Hemingways gewesen war und ihn zu seiner Geschichte des alten Mannes und dem Meer ermutigt hatte, wird nicht erwähnt. Weiterhin fehlt ein Eintrag, dass das erste Kind von Heidi Klum von mir ist (dieser Flavio Briatore drängte sich zwischen Heidi und mich und während ich noch gegen ihn anging, nahm sich Heidi diesen Seal). Und schließlich konnte ich nicht einmal einen Eintrag über meine neueste Erfindung entdecken, der Million Dollar Homepage, die ich einem guten Kumpel anvertraut hatte und der damit tatsächlich Millionär geworden war (bish heute habe ich noch keinen Cent von ihm bekommen – nicht mal ’ne Dankeskarte).

    Es ist also nur allzu offensichtlich, dass Wikipedia.de schlecht recherchiert, verschweigt und gar lügt. Und dagegen muss mit aller mir zur Verfügung stehender Macht vorgegangen werden. Sollte mich hier jemand als Lügner bezeichnen, so werde ich ihm meine Anwälte auf den Hals hetzen. Ich bin für freie Meinungsäußerung aber alles hat seine Grenzen.

  • Der, die, das Blog

    Hallo, ihr Duden-festen Germanistik Studenten, ihr IT-Spezialisten, ihr kosmopolitischen Blogger/Podcaster/Leser/Hörer. Um eine kleine Frage und Diskussion zu beenden, könntet ihr mir mal eben mit Beweisen erläutern, ob es „das Blog“ oder „der Blog“ heißt und ob es „das Podcast“ oder „der Podcast“ genannt wird. Deutsche Sprache, schwere Sprache, besonders wenn Teile davon gar nicht Deutsch sind. Ich tendiere ja zu „das Blog“ und „der Podcast“, wüsste allerdings gerne warum.

  • Im Serienwahn

    Vermutlich führt doch kein Weg daran vorbei, sich einen Festplattenrekorder zu zulegen. Denn ich bin wieder im Serienwahn. Und gleichzeitig berufstätig, was es mir viel zu oft schwer macht, alles sehen zu können. Und jede Woche mit fünf Videokassetten herum zu jonglieren ist nicht die Erfüllung. Eine Erfüllung ist allerdings das derzeit gezeigte Serienprogramm.

    Da wäre zuallererst Emergency Room zu nennen, eine meiner absoluten Favourites. Ich kenne kaum eine Serie, die dramatischer und fesselnder ist. Auch wenn die Qualität ein ganz ganz wenig nachgelassen hat in den letzten paar Staffeln. Dazu kommt die langerwartete zweite Staffel von Nip/Tuck. Sensationell, überraschend und immer zwischen Komik und Dramatik wechselnd. Dabei hieß es nach Ende der ersten Staffel, es sei ungewiss, ob mehr gezeigt würde (Die ollen Quoten halt).

    Six Feet Under gibt sich ebenfalls wieder die Ehre mit der vierten Staffel. Auch hier hat die Spannung und Qualität leider etwas nachgelassen und ich hoffe gerade in dieser Staffel, dass es bald zu einer spannenden Geschichte kommt. CSI (und nur CSI) läuft auch endlich wieder. Man verzeihe mir bitte, dass ich mit all den Ablegern aus New York und Miami leider nichts anfangen kann.

    Nun habe ich auch noch Las Vegas entdeckt (nicht CSI) und bin von der ersten Folge sehr angetan gewesen. Mal sehen, wie es weitergeht. Die vierte Staffel von 24 wird wohl wieder spurlos an mir vorbei gehen, wie schon die dritte. Das liegt hauptsächlich daran, dass „RTL Scheiß“ die Serie verheizt und sie in Paketen zu drei Folgen sendet. Und das auch noch an zwei aufeinander folgenden Tagen. Tja, also da kann leider weder ich noch mein Rekorder mithalten. Jetzt hab ich nämlich die Folgen 4,5 und 6 verpasst und damit ist das Ding für mich gestorben. Pech.

    Mehr schade als Pech ist die Art, wie Sat.1 mit Ed umgeht. Kein Mensch kennt diese Serie, dabei ist sie die schönste, erfrischendste, witzigste und wohltuendste Fernsehunterhaltung seit Picket Fences und Ally McBeal. Wer die beiden letztgenannten mochte, würde Ed lieben. Sat.1 sieht das allerdings anders und versteckt Ed Samstags morgens um 5 Uhr. Oder so. Manchmal kommt es auch gar nicht. Oder hört einfach auf. Oder wird einfach verschoben. Mann hat es nicht leicht.

    Aber leicht hat es einen. Das wäre mir beinahe bei den Gilmore Girls so gegangen (darf man das als Mann zugeben). Ich konnte aber noch rechtzeitig den Absprung finden.

    Man sieht also, ich bin beschäftigt und hoch erfreut. Besonders Dienstags und Mittwochs. Und dabei hatte ich vor wenigen Wochen noch gedacht ich wäre Lost und Desperate. (Ha, Riesen-Wortwitz)

  • Flickr, Frappr und dann? Rogr!

    ImmR bestrebt in und cool zu sein, folge ich jetzt einem offensichtlich neuen Trend. Im IntRnet kann man schon seit längerem mit FrappR und FlickR herumspielen. Motorola nennt seine aktuellen Handymodelle RazR und RokR. Es scheint also gerade in zu sein, Namen das E vor dem letzten Rrrrrr zu stehlen. Und so werde ich mich ab sofort RogR nennen. Geil, odR? Mir fallen in meinem Bekanntenkreis nur zwei Leute ein, die so ’ne NummR drauf hätten. Das wären HolgR und PetR. Aber ehrlich, da klingt es nicht halb so cool wie bei mir. Ich muss mir gleich die Domain allesrogR.net resRvieren.

  • Englischer Titel, deutsche Zahl

    Es gibt wahrlich bescheuerte deutsche Filmtitel. Man fragt sich manchmal wirklich, was sich diese „Kreativen“ in den Verleihfirmen da denken, wenn sie zugekifft um vier Uhr morgens beschließen, die dümmste aller Varianten zu wählen. Ich werde demnächst mal eine Liste mit sagenhaft dämlichen Namensgebungen präsentieren. Doch nicht nur diese „Erfinder“ machen Fehler. Auch wir Leser.

    Interessant wird es nämlich, wenn der englische Originaltitel belassen wird. Denn dann passiert etwas, das mir auch bei Spieletiteln (die im Grunde immer englisch bleiben) aufgefallen ist. Selbst wenn der Titel eindeutig der englischen Sprache zuzuordnen ist, werden darin befindliche Zahlen auf Deutsch gesprochen. So heißt es nicht „Toi Storie Tuu“ sondern „Toi Storie Zwei“. Man sagt auch nicht „Mischen Impossibel Tu“ oder „Liefel Wueppen For“. Schon gar nicht hört man „Bettelfield Neintienfortiewon“ sonder immer nur „Bettelfield Neunzehnhunderteinundvierzig“.

    Woran liegt das? Mir fiel auf, dass auch ich Zahlen immer deutsch behandle. Dabei ist für jeden, der „Jurassic Park“ aussprechen kann, das Two ebenso leicht wie die Zwei. Beim englischen „Three“ könnte man sich ja noch mit der für uns beschwerlichen Aussprache heraus reden.

    In einem einer Lieblingsbücher „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ (Teil Won und Tuu) schreibt Autor Sick, dass die deutsche Sprache zwar sehr gerne fremde Ausdrücke annektiert, besonders Anglizismen immer häufiger Einzug finden. Doch selbst wenn ein englisches Wort übernommen wird, bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass auch die englische Grammatik zum Tragen kommt. So ist die Mehrzahl von Party nun mal Partys und nicht Parties (beim Handy (das ja weder deutsch noch englisch ist, sondern eine Erfindung) verfährt man ebenso).

    Ich frage mich, ob es bei Zahlen in Verbindung mit englischen Ausdrücken vielleicht genauso ist. Ich werde die Antwort wohl dieses Jahr nicht mehr finden. Aber Tuufausendsix wird es doch hoffentlich klappen.

  • In welches Ohr den Knopf?

    Weihnachtszeit – Geschenkezeit – Spielezeit. Vor wenigen Tagen kam zu diesem Thema ein Spiegel TV Extra im Fernsehen und ich konnte mit leuchtenden Augen hinter die Kulissen von Märklin, Lego, Carrera und Konsorten blicken. Außerdem ging es in dem Bericht um Steiff, die für ihre Plüschtiere und ihre Teddys (benannt nach dem US-Präsidenten Theodor Roosevelt) weltweit bekannt sind. Markenzeichen der Firma ist der Knopf im Ohr. Als ich in dem TV-Bericht gesehen habe, dass Steiff unter anderem auch Frösche herstellt (die man wunderbar an die Wand werfen kann, um daraus einen Prinz entstehen zu lassen (und nicht wie allgemein und überaus falsch angenommen wird, durch küssen)), stellte sich mir doch gleich die Frage, in welches Ohr des Frosches der Knopf kommt. Denn Frösche haben doch keine sichtbaren Ohren um etwas dran zu tackern. :-)

  • Sex sells – Server in der c’t

    Sex sells. Das ist eine altbekannte Weisheit und stimmt zumindest bei den männlichen Käuferschichten. So ist es nicht verwunderlich, daß Marketingstrategen Sex gezielt dort einsetzen, wo man hauptsächlich Männer antrifft. Beim Sport, bei Autos und neuerdings auch bei Computern. Früher wurde man in Computerzeitschriften mit Angeboten bombardiert, sich eine eigene Homepage zu zulegen, mit so und so vielen E-Mail Adressen, so und so viele Speicherplatz und das so und so günstig. Schließlich hatte jeder eine Homepage, dann mußte man DSL an den Mann bringen. Das haben wir jetzt demnächst auch hinter uns. Nun reicht aber eine eigene Homepage und eine Flatrate nicht mehr aus. Pimp my Online Life: Jetzt brauchen wir gleich einen eigenen Server. Und wenn wir schon beim pimpen sind, kommt jetzt auch der Sex ins Spiel.

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  • Ab ins Kitchen

    Zum ersten Mal wurde mir als Blogger ein Stöckchen zu geworfen. Das Küchen-MeMe. Dankeschön, JC. Nun ist es wohl meine Aufgabe, euch etwas über meine Küche zu erzählen. Für einen Menschen, der sich äußerst ungesund und einseitig ernährt, eine recht kurze Angelegenheit. Ich gebe zu, dass die Küche nicht unbedingt der wichtigste Ort in meiner Wohnung ist (macht mal lieber ein Schlafzimmer MeMe).

    Das MeMe hat folgende Punkte:

    1. Erzähl was über Deine Küche

    2. Öffne einen Schrank

    3. Elektrowerkzeug in der Küche

    4. Lieblingszutaten, die immer vorrätig sind

    5. Mein kleiner Freund aus Stahl

    Also meine Küche ist nicht die größte und ich erinnere mich noch gerne daran, wie die Vermieterin damals bei der Besichtigung augenzwinkernd zu mir sagte, man könne auch wunderbar zu zweit in ihr werkeln. Da hat sie mich nicht angelogen. Mit etwas Koordination gelingt es tatsächlich, das zwei Menschen sich darin betätigen.

    Kche

    Mein Kühlschrank kennt hauptsächlich Luft und Dunkelheit. Wirklich prall gefüllt ist er selten; und wenn, dann erst mal mit Getränken (das Mineralwasser steht übrigens nicht im Kühlschrank) Bitte keine Kommentare darüber, was da alles ungesundes drin liegt. Ehrlich, die gesunden Sachen haben wir schon gegessen. :-)

    Khlschrank

    Mein Lieblingselektrowerkzeug ist eindeutig meine Senseo Kaffeemaschine. Wie ich mit JC schon erörtert habe, die perfekte Alternative für jemanden, der gerne, aber nur selten Kaffee trinkt. Es ist noch eine aus der alten Serie und knirscht schon verdächtig. Irgendwo läuft auch Wasser aus. Ich glaube, ich werde mir bald eine neue zulegen müssen.

    Senseo

    Lieblingszutaten sind einerseits natürlich die Kaffeepads für die Senseo und eine Dose Fondor. Das Universalgewürz für den kulinarischen Blindgänger, das alles würzig und schmackhaft macht.

    Mein kleiner Freund aus Stahl ist kurz gesagt die Pfanne. Kaum ein Gericht, das nicht in der Pfanne (wahlweise auch im Ofen) zubereitet werden kann.

    Nachdem ich mich hier im Vergleich zu allen anderen MeMes als gastronomischer Außenseiter geoutet habe, möchte ich noch auf meine Hackfleischrolle verweisen, die bei all meinen Gästen immer wieder großen Anklang findet (Originalrezept von Oma). Und damit werfe ich das Stöckchen wohl gesättigt weiter an Sven, der jetzt wohl gerade passenderweise eine neue Küche einrichtet und an seinen Bruder Kai.

  • Flickr und die Möglichkeiten

    Nun habe ich mir endlich einen Account bei Flickr.com geholt. Flickr ist ein kostenloser Online Service von Yahoo, den ich dazu nutzen kann, meine Fotos hoch zu laden, zu organisieren und zu veröffentlichen. Was mich dabei fasziniert, sind die vielfältigen Möglichkeiten, was man mit den Bildern alles machen kann. Das erste ist das wohl offensichtlichste: In der rechten Seitenleiste findet man ab jetzt ein Flickr Plugin, das immer zufällig drei Bilder aus meiner Sammlung präsentiert. Bei Klick auf eines dieser Bilder kommt man direkt zu Flickr, wo man sich alle Bilder anschauen kann, oder die meiner Kontakte.

    Im Moment sind noch nicht viele Bilder von mir online. Das liegt zum einen daran, daß man monatlich nur ein Upload Volumen von 20 MByte hat, andererseits aber auch daran, daß ich all meine Bilder nochmals überarbeiten möchte, bevor ich sie veröffentliche. Das dauert natürlich. Ich werde aber immer darauf hinweisen, wenn neue Bilder online sind.

    Habe ich eben noch von den vielfältigen Möglichkeiten gesprochen, so möchte ich hier auch welche präsentieren. Da wäre zum Beispiel Spell with Flickr. Hier kann man sich aus zufällig gesuchten Buchstaben aus dem flickr Fundus Wörter zusammen stellen lassen. Ein lustiges Gimmick.

    Interessant ist auch Flickr Montager, das aus hunderten von Bildern ein großes Mosaik herstellt, das man selbst wählen kann. Bekannt wurde das glaube ich hauptsächlich durch das „Truman Show“ Filmplakat. Es gibt auch Desktop Tools für so etwas.

    Sehr viel Spaß macht der Related Tag Browser. Es funktioniert ganz einfach: Man gibt einen Begriff ein (z.B. Weihnachten) und bekommt alle Bilder die bei Flickr mit diesem Tag (Beschreibung) zu finden sind. Dazu bringt der Tag Browser schön animiert auch noch aberdutzende Tags, die damit zusammen hängen. So kommt man schnell vom Weihnachtsmarkt zum Rockefeller Center in New York.

    Noch eine Flash Anwendung ist flickrGraph. Nach Eingabe eines Namens oder E-mail Adresse werden die Bilder und Tags des Besitzers angezeigt und dazu auch die Kontakte, die der Benutzer schon geknüpft hat. Und natürlich auch deren Kontakte. So entsteht schnell ein interessantes Netzwerk aus Fotografen und hübschen Bildern.

    Also faszinierende Aussichten. Ich halte euch auf dem Laufenden, was es Neues bei Flickr und mir gibt.

  • Zum Ausgehen zu alt

    Ähnliches hab ich früher schon gedacht. Und nun, da ich wohl oder übel langsam alt werde, stelle ich mir folgende Frage immer öfter: Warum geht man Samstags Abends erst nach 23 Uhr weg? Wer hat sich einfallen lassen, daß man vor Mitternacht in keinem Club auftauchen sollte? Wer kam auf die bescheuerte Idee, man solle erst mitten in der Nacht anfangen Spaß zu haben, nur um die Nacht zum Tag zu machen und dadurch den folgenden Tag dabei auch noch völlig zu verlieren?

    Wäre es nicht genau so schön und lustig, wenn man schon um 20 Uhr ausgehen könnte? Wenn man noch nicht müde ist? Wenn man weiß, die Nacht geht jetzt noch acht Stunden und nicht nur vier? Wenn man sich um sieben nicht schon überlegen müsste, wie man den Abend bis zum ausgehen füllen könnte (Und aus lauter Verzweiflung „Wetten dass“ guckt und dabei einschläft).

    Oder wenn man nicht verzweifelt auf der Suche nach einer Cocktailbar (zum Vorglühen) seinen Spaßlevel und die Lust sinken sieht? Es gäbe soviel gute Gründe, einen Samstag Abend etwas früher zu starten. Und ich möchte nun nicht hören, daß genau die von mir genannten Dinge eben zu einem gelungenen Samstagabend gehören, so wie ein Vorspiel. Denn oft genug hab ich erlebt, daß der Abend um 22 Uhr schon gelaufen war, noch bevor man einen Fuß vor die Tür gesetzt hatte.

    Dazu paßt auch die Frage, warum die Läden, die man dann besucht, grundsätzlich zuwenig Licht und zu laute Musik bieten. Von der schlechten Luft einmal abgesehen (die Kleidung läßt sich ja lüften). Aber wenn ich auf Partnersuche bin, bringt mir Dunkelheit und Stroboskop Licht gar nichts. Wenn ich eine Unterhaltung führen will, bringen mir 300 Dezibel auch nichts (außer einem Hörschaden). Okay, wenn ich auf der Tanzfläche hüpfen oder dumm allein herum stehen will, geht das alles schon in Ordnung. Aber nur um eines der beiden Dinge zu tun, geh ich doch nicht weg.

    Ja, es kann an meinem Alter liegen. Aber ich schätze immer mehr die gemütlichen Abende in einer lauschigen Bar, einem netten Cafe, in einem Biergarten oder in ein einem Restaurant. Ich möchte die Menschen sehen, mit denen ich mich unterhalten ohne schreien zu müssen.

    Da fällt mir gleich noch eine Frage ein: Was ist eigentlich aus diesen Radiosendungen geworden, die es noch vor einigen Jahren gab, wo man sich melden konnte, wenn man eine Party schmiß oder auf der Suche nach selbiger war. Machen die Leute heutzutage keine Partys mehr, auf denen sie wildfremde Krawallmacher, Spanner oder Dummschwätzer einladen wollen?

  • Vorsicht Kunde – mein Nokia Debakel

    Mit am liebsten lese ich in der c’t die Rubrik "Vorsicht Kunde". Zuerst amüsiere ich mich immer ein wenig über den Titel, der so klingt, als würde hier keine Warnung für Kunden stehen, sondern als würde vor den Kunden selbst gewarnt. Also in etwa der Satz, den sich gelangweilte, inkompetente Media Markt Mitarbeiter zuraunen, wenn man mit fragendem Gesicht auf sie zukommt.

    Letztendlich geht es in dieser Rubrik aber doch um die Abenteuer, die so mancher Kunde in unserer Service Wüste durchschreiten muß. Die Haare stehen einem desöfteren zu Berge wenn man liest, was sich so manche Firmen erdreisten und wie sie mit dem Satz "Der Kunde ist König" umgehen.

    Jetzt habe ich selbst so einen Fall erlebt. Wie ich es schon ein paar Mal hier in meinem Blog erwähnt hatte, geht es um den Ärger mit meinem Handy. Ich bekam im Juni ein Nokia 6230i von O2 (für 80 Euro) und hatte auch bis zum September Freude damit. Dann schaltete es einfach aus und wollte nicht mehr anspringen (sozusagen). Kein Problem, so dachte ich, ist ja noch ewig Garantie drauf. Ich schlenderte also zu einem O2 Shop, dessen (türkische) Mitarbeiter mir ebenfalls versicherten, dass es gar kein Problem sei. Man wolle das Gerät zur Reparatur schicken. Alles kostenlos.

    Wunderbar, dachte ich und freute mich auf die folgende Woche, in der ich das Gerät wieder hätte erhalten sollen. Natürlich erhielt ich es nicht. Ich stand ab da etwa jeden dritten Tag in der Filiale um nachzufragen, wann das Handy denn komme? Man zuckte mit den Schultern, rief irgendwo an und sagte, es müsste unterwegs sein. Die Telefonate wurden allesamt auf türkisch geführt und ich überlegte schon, ob man mein Handy vielleicht nach Ankara verschickt hatte und nun als Geisel hielt, weil Teile des deutschen Bundestages gegen den EU-Beitritt der Türkei waren.

    Ich bekam das Handy über drei Wochen nach dem Einsenden zurück. Und zwar immer noch defekt. Auf meine Frage, warum es so lange gedauert hatte, warum es immer noch nicht funktionierte und was denn überhaupt daran gemacht worden sei, wurde der freundliche O2 Mitarbeiter ungehalten und schnauzte mich an, er wisse das alles nicht und es würde auch nicht helfen, wenn ich ständig vorbei käme um Fragen zu stellen.

    Ich nahm das Gerät mit und rief bei dem Service Center (Degen heißen die) an, unterstellte Unfähigkeit und vereinbarte, das Handy erneut einzuschicken. Ganz nebenbei erzählte man mir, dass mein Handy beim ersten Versuch genau 4 Tage im Haus gewesen sei. Wo es die restlichen fast drei Wochen abgeblieben sei, könne man mir nicht sagen. Egal, ich wusste ja, dass es an einen Stuhl gefesselt in Ankara lag und man mir demnächst eine Taste davon zum Beweis geschickt hätte, mit einem Drohbrief, es zu zerstören, wenn die EU nicht bereitwilliger würde.

    Eine Woche später erhielt ich das (neue – es hatte eine andere Seriennummer) Handy zurück. Und diesmal ging es an. Fand aber kein Netz. Dann ging es wieder aus.

    Jetzt telefonierte ich mit diversen Hotlines. Zunächst Nokia, die mir erklärten, sie seien dafür nicht zuständig, sondern O2. Dann mit O2, die mir erklärten, sie seien dafür nicht zuständig, sondern Nokia. Dann wieder mit Nokia… und so weiter und so fort.

    Die Nokia Member Hotline wurde ganz schnell ungeduldig mit mir, während die O2 Hotline gar keine Zeit dazu hatte – denn die sind so teuer, dass ich mir gar keine großen Entschuldigungen anhören wollte.
    O2 erklärte sich dann endlich bereit, mir entgegen zu kommen (was hier mehr nach Kulanz riecht als nach geltendem Recht für Kunden) und mein Handy gegen ein sogenanntes Swap Handy auszutauschen. Das bedeutet, ich bekam ein ehemals defektes aber repariertes Handy für mein neues, nicht funktionierendes. Matt erklärte ich mich damit einverstanden.

    Was soll ich sagen? Das nächste Handy funktionierte wieder nicht. Erneute Anrufe bei allen möglichen Hotlines, einige Faxe, einen Brief und ein Besuch in einem Nokia Service Center. Dort wurde mir gesagt, dass der Akku absolut in Ordnung sei und man könne leider nichts für mich tun, weil das Handy ja schon einmal in Reparatur war und man nun 30 Tage warten müsste. Ich wiederhole: weil das Handy unrepariert aus der Reparatur kam und mittlerweile zweimal getauscht worden war, sollte ich jetzt einen Monat lang mit dem weiterhin defekten Gerät darauf warten, das man es reparieren dürfte.

    Interessanterweise stand in dem Service Center hinter mir ein Mann mit dem ich schnell ins Gespräch kam und der mir erzählte, dass er das Nokia 6230i schon dreimal gehabt hätte und alle seien defekt gewesen. Auch das seiner Frau und das seiner Mitarbeiter. Er hätte nun die Schnauze voll und würde auf Wandlung bestehen.

    Und das tat ich auch. Ich rief wutentbrannt bei O2 an, erklärte in drei Sätzen, dass ich kein viertes defektes Handy möchte und auf Wandlung bestünde (bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich etwa 30 Euro für Hotlines, Faxe und Pakete ausgegeben). Die Hotline Mitarbeiterin ließ meine schöne Wut einfach so verpuffen, indem sie mir sagte, dass das natürlich kein Problem und eine Selbstverständlichkeit sei. Warum nicht gleich so?

    Ich besitze nun ein Sony Ericsson K750i und bin begeistert. Nicht nur, weil das Handy schicker aussieht, eine durchdachtere Menüführung hat und mit mehr Extras daher kommt, sondern auch, weil ich das ganze dreißig Euro günstiger bekommen hatte als das alte Nokia und dazu noch ein Bluetooth Headset, ein Card Reader und eine größere Speicherkarte. Was will man mehr?

    Jetzt hoffe ich nur noch, dass dieses Handy nicht auch einfach so wieder kaputt geht.

  • Fröhliche Weihnachten (A Christmas Story) – Der Film

    Fröhliche Weihnachten (A Christmas Story) – Der Film

    Weihnachten steht unweigerlich vor der Tür. Es bringt jetzt nichts, darüber zu meckern, dass man schon seit drei Monaten Lebkuchen und Spekulatius angeboten bekommt. Denn jetzt geht es langsam in die heiße Phase. In Freiburg hat der Weihnachtsmarkt eröffnet und ich selbst habe schon die Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt.

    Wenn es draußen dann so richtig knackig kalt ist, gibt es kaum etwas schöneres, als sich vor den Fernseher zu setzen und wieder einer der schönen Weihnachtsklassiker zu gucken. Da hat jeder andere Vorstellungen davon, was ein Klassiker ist. Ich finde, es kommt hierbei nicht mal auf die Qualität der Filme an. Es geht einfach nur um das Gefühl, das sie einem vermitteln.

    Bei mir sind es im Grunde nur drei Filme, die mir dieses besondere Gefühl geben. Das wäre „Scrooged“, „Schöne Bescherung“ und „Fröhliche Weihnachten“. „Fröhliche Weihnachten?“ werden sich manche nun fragen, „von dem hab ich ja noch nie gehört.“ Tja, das liegt daran, dass es diesen Film weder auf DVD noch auf VHS gibt und er alljährlich irgendwo in den Dritten im Nachmittagsprogramm verkloppt wird. Eine Schande. Denn jeder, der ihn je gesehen, liebt ihn auch.

    In den USA gibt es „A Christmas Story“ sogar als Special Edition und hat anscheinend hat er dort im Fernsehen etwa den Stellenwert, den bei uns „Dinner for One“ an Silvester hat – es geht halt nicht ohne.

    Leider fehlt er mir auch in meiner Sammlung, seit vor ein paar Jahren mein altes VHS Band endgültig den Geist aufgab (solche Bänder sind nun mal nicht jahrzehntelang strapazierfähig). Auf meiner Suche im Netz fand ich zumindest eine schöne kleine Beschreibung bei MDB und außerdem einen Trailer.

    Ansonsten bleibt mir nichts anderes übrig als das konzentrierte Studieren des Programmhefts, um ja nicht zu verpassen, wenn BR3 oder so den Film an einem Donnerstag Nachmittag oder so um 13:40 oder so zeigt. Bis dahin brauche ich noch unbedingt einen DVD Recorder.

    Welche Filme seht ihr denn gerne zu Weihnachten? Schreibt mir das mal…

    Update

    Im Winter 2022 erschien dieFortsetzung unter dem Titel „A Christmas Story Christmas“ beziehungsweise in Deutschland als „Leise rieselt der Streß“. Ob es diesen Film gebraucht hätte, müssen andere entscheiden. Ob er zu einem solchen Klassiker wie das Original werden wird, wage ich allerdings zu bezweifeln.

  • Die Tauben vor dem Migros

    Die größte und erfolgreichste Lebensmittelkette der Schweiz hat seit einigen Jahren auch Filialen in Deutschland. In Freiburg und in Lörrach steht jeweils ein Migros Supermarkt. Letzten Samstag stand ich vor der Lörracher Filiale und genehmigte mir eine heiße Wurst von dem davor befindlichen Stand. Dabei hatte ich ein ständiges, sehr hohes, beinahe schmerzhaftes Pfeifen im Ohr.

    Schon in Panik, dass der Tinitus in meinem hohen Alter so langsam Überhand nimmt, schaute ich mich nach anderen Ursachen um. Und tatsächlich, Migros hatte vor einiger Zeit Lautsprecher in ihrem Eingangsbereich installiert, die diese hohen Frequenzen von sich gaben.

    Auf Anfrage erfuhr ich dabei, dass sich die Mitarbeiter und Anwohner schon darüber beschwert hätten. Allerdings sei alles von Stadt, Land und Flu… äh Ordnungsamt überprüft und für unbedenklich befunden worden. Man müsste also mit dieser Körperverletzung leben.

    Der Grund für alles ist leicht erklärt. Durch die hohen Töne sollen Tauben von dem Vorplatz vertrieben werden. Offensichtlich klappt das aber gar nicht, denn zwischen meinen Füßen rannten genug Vögel herum, um all meine Brotkrummen aufzusammeln. Alles, was hier vertrieben wird, ist Kundschaft.

    Und mal ehrlich, Migros, das hätte euch doch auch klar sein müssen, dass ihr mit hohen Tönen keine Tauben verscheuchen könnt. Denn wie allgemein bekannt ist, hören die Tauben doch eh nichts.

    Ok, ok, der war schlecht. Es ist ein eiskalter November Montag. Man möge mir verzeihen.

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  • Handymania

    Zur Zeit habe ich ja mächtig Ärger mit meinem Handy. Die ganzen Hintergründe zu diesem Skandal werde ich demnächst hier veröffentlichen. Sobald ich die Geschichte hinter mir und nach drei Monaten endlich ein neues Handy bekommen habe. Das dann bitte auch funktioniert.

    Seitdem laufe ich jetzt mit meinem uralten Nokia Knochen herum, ein mintgrün-weißes 3410 mit Monochrom Display und…. sonst nichts. Alles, was man mit diesem Handy machen kann, ist telefonieren, simsen (oder heißt es smsen) und nunja, vielleicht noch Snake spielen. (mehr …)