Autor: Roger Graf

  • Viele volle Füller

    Mir ist noch etwas zum Thema Glaubenskriege (oder hier) eingefallen. Und ich frage mich, ob die Kids diesen Krieg heute immer noch ausfechten. Denn als ich jung und in der Schule war (ist schon verdammt lange her) tobte die Schlacht um die Frage, welcher Füller der beste sei. Es gab damals nur drei Fraktionen. Die Basis rangelte sich um die Vorherrschaft von Geha und Pelikan. Diese beiden Füller waren das übliche Proletariatsschreibwerkzeug. Jedes Schulkind entschied sich für einen von beiden und schloss sich damit auch wissentlich der entsprechenden Gruppe an.

    Ich war ein Pelikan-Kind. Ein überzeugtes. Geha kam für mich nie in Frage (obwohl die Patronen glaub‘ ich billiger waren – aber wenn ich mich recht erinnere, waren damals nicht alle Patronen kompatibel, ähnlich wie heute mit den Druckerpatronen). Höchstens den Geha-Tintenkiller ließ ich mir gefallen. Doch ansonsten galt Pelikan als das Nonplusultra. Bis wir den Lamy entdeckten, die dritte Fraktion (inklusive der Frage, ob man ihn "Lahmie" oder "Lämmie" aussprach – die ganz Coolen wählten die internationale Aussprache). Lamy-Füller waren mit einem Male das In-Schreibzeug. Jeder mußte einen haben, wenn man dazu gehören wollte. Ich erinnere mich noch, wie ich diese Dringlichkeit damals versuchte meiner Mum klar zu machen (und Unverständnis erntete, die sich bis heute gehalten hat – ich sage nur iPod-Affinität).

    Aber ich bekam einen. Zuerst einen weißen, den ich mit Edding farb schwärzte, dann einen schwarzen, bis er kaputt ging. Schließlich einen roten. Was war ich stolz auf das Ding. Keine Ahnung wieso, schließlich hatte fast jeder einen. Aber der Lamy gab mir damals das Gefühl, dazu zu gehören. Die Kids, die damals beharrlich bei ihrem Geha blieben – nun, die waren zwar damals die Loser, haben aber mittlerweile bestimmt Doktorentitel und laufen nun mit einem Mont Blanc Schreiber in der Jackettasche herum. Ich selbst habe schon ewig nicht mehr mit Füller geschrieben. Es würde auch nichts bringen, denn egal, welche Marke ich nun nähme, man könnte das Gekrakel ohnehin nicht entziffern. Ich habe eine Logitech-Tastatur.

    Wie war das bei euch? Welchen Füller hattet ihr damals und musstet ihr auch für eure Überzeugung gerade stehen?

  • Das Designministerium

    Na prima. Ich habe mein Blog beim Designministerium überprüfen lassen und bekam gerade mal schlappe 21 von erreichbaren 100 Punkten. Das daraufhin ausgestellte Zertifikat mag ich mir nicht mal aufs Klo hängen. Hallo? Sooo hässlich ist meine Seite doch auch nicht, oder? Naja, also zunächst mal sollte man dieses Designministerium gar nicht übermäßig ernst nehmen. Die Texte und Erläuterung sind bewusst locker und witzig gehalten. Und wenn man die Designminsterium-Homepage selbst einmal überprüfen lässt, erhält diese 101 von 100 erreichbaren Punkten und den Kommentar „Das soll uns mal einer nachmachen“.

    Zertifikat

    Auch halte ich es für fraglich, inwiefern hier tatsächlich Design bewertet wird. Offenbar geht es mehr um die zugrunde liegende Technik. Klar, dass ich hierbei schlecht abschneide. Meine Fähigkeiten in CSS sind einfach zu gering. Außerdem habe ich die Befürchtung, dass es auch ein klein wenig an den Themes (Templates, Layouts, Designs) von Serendipity liegt. Ohne den Machern dieser Themes auf den Schlips treten zu wollen – aber echte Burner gibt es nicht und manche sind wirklich abgrundtief hässlich und schon farblich eine Zumutung (das muss nicht mal vom Geschmack abhängen). Sicherlich, wenn man es drauf hat, kann man auch aus diesen Themes noch etwas Hübsches basteln. Aber ich hege auch ein klein wenig die Vermutung, dass Serendipity weitaus erfolgreicher sein könnte, wenn es pfiffigere, modernere, schickere Themes schon fertig gäbe.

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  • Schon wieder Duisburg

    Ja ne, sicherlich klar. Alles Duisburg. Also ehrlich, mich überrascht es langsam nicht mehr. Aber dennoch die Frage: Kommt es nur mir so vor, als stünde Duisburg fast wöchentlich in den Negativ-Schlagzeilen, seit ich hier wohne? Oder ist schon vor meinem Umzug so viel Böses und Schlimmes in und aus Duisburg gekommen? Ich weiß es nicht. Wäre Duisburg eine amerikanische Kleinstadt und ich ein blasses, schwarzhaariges Kind mit bösem Blick würde ein veritabler Gruselstreifen daraus entstehen. Überall Verbrecher: Mafia, Al Kaida, Ikea. Und es nimmt kein Ende. Hab ich schon erzählt, das ich wieder auf Wohnungssuche bin? ;-)

  • Nein, keine Creme.

    Neulich beim Kiosk meines Unvertrauens. Ich gehe auf die Verkäuferin zu und sage: "Hallo, haben sie die neue Game Pro?"  Sie schaut verdutzt. "Die neue was?" "Die neu Game Pro. Die Zeitschrift Game Pro," wiederhole ich. "Die … wie heißt die?" "Game Pro." "Creme Po?" "Nein, das R ist im hinteren Wort. Game Pro." Die Verkäuferin fängt an, das Regal zu durchsuchen und murmelt "Creme… Creme…" "Game … Pro", verbessere ich. "Was ist denn das für eine Zeitschrift?" fragt sie. "Ein Videospielemagazin", antworte ich. "Videos", stellt sie fest und blättert die DVD-Hefte durch. "Nein, keine Videos. Videospiele", verbessere ich erneut. Nun ist sie völlig verwirrt, blickt auf die Reihe mit Spielemagazinen, sagt "Haben wir nicht" und verschwindet. Und tatsächlich. Sie haben weder Creme Po noch Game Pro.

  • Kulanz bei Ikea – Hopen und Malm nicht verloren

    Dieses Wortspiel in der Überschrift konnte ich mir einfach nicht verkneifen, obwohl es in dem folgenden Artikel nicht um Ikea-Schlafzimmer sondern um Ikea-Küchen geht. Eine solche habe ich nämlich vor einiger Zeit bestellt, mit fast allen Geräten, allem Schnick-Schnack und der Basis Montage. Die Arbeitsplatte musste maßangefertigt werden, was die Lieferung um vier Wochen verlängerte. Letzten Donnerstag endlich klingelten die Transporteure und schleppten ein Paket ums andere in meine Wohnung. Zuerst verglichen wir natürlich die Lieferung mit der Bestellung, dann machte ich mich daran, die Teile auszupacken und auf Fehler zu überprüfen. Und natürlich war etwas falsch. Die maßangefertigte Arbeitsplatte war nicht so, wie ich sie bestellt hatte. Mist, dachte ich, ausgerechnet das schwerste, unhandlichste Teil ist falsch. Außerdem würde ich bei einem Umtausch ja wieder vier Wochen auf die neue Platte warten müssen. Also nichts wie hin zu Ikea um nach einer Lösung zu suchen.

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  • Backsteintapete

    Alle die jenseits der 25 sind, werden sie noch aus grauer Vorzeit kennen. Die Backsteintapete. Inbegriff der 70er und zugegeben häßlich wie sonst was. Schick sind allerdings echte Backsteinwände in der Wohnung, die einem dieses coole Loft-Gefühl vermitteln. Kombiniert mit dunklem Holz und Schwarzweißfotografien stell ich mir das wirklich toll in meiner neuen Wohnung vor. Wie allerdings bekommt man so eine Wand? Echte Backsteine stapeln? Oder gibt es irgendwelche Attrappen, denen man nicht unbedingt ansieht, dass es Attrappen sind? Gibt es irgendwelche Tricks wie man sich so eine Wand in die Wohnung holt? Muß ich bei Tine Wittmann anrufen, um Antworten zu bekommen?

  • Duisburg und ich (2)

    Duisburg in aller Munde. Eben wurde noch täglich über die Stadt und die hier stattfindende Ruderweltmeisterschaft berichtet, bei der die deutschen Kanuten sehr erfolgreich abschnitten. Und schon folgt das nächste große Thema, das wir wohl noch die nächsten Tage in den Medien hören werden. Mafiakriege, Hinrichtungen und Schießereien am Duisburger Hauptbahnhof. Kaum überraschend, wenn ich euch erzähle, dass ich knapp 500 Meter vom Tatort entfernt wohne. Da bin ich extra von Müllheim in die große Stadt gezogen, um diesem Mord und Totschlag zu entgehen, da verfolgt es mich schon wieder. Schrecklich.

    Jaja Düsburch. Mittlerweile fand ich auch die Zeit, mich ein wenig umzusehen. die Stadt und die Umgebung etwas kennen zu lernen. So lag ich bereits am Wolfsee, einem der Seen der sogenannten Sechs-Seen-Platte. Ein wunderschönes Naherholungszentrum, mit vielen Wäldern, vielen Wanderwegen und natürlich viel Wasser. Sogar mit Sandstrand im Seebad und einer Wassertemperatur von gefühlten 5 Grad Celsius.

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  • Streik

    Nanu, fragt sich manch einer womöglich. Da schreibt der Roger in letzter Zeit soviel über sein (ehemaliges) Leben als Lokführer. Versucht, ein wenig hinter die Kulissen des Eisenbahngeschäfts blicken zu lassen und wirbt für mehr Verständnis. Und nun, da die Lokführer in aller Munde und nicht mehr aus den Medien wegzudenken sind, kommt nichts mehr? Hat er denn keine Meinung zu dem ganzen Streik-Hickhack?

    Doch, hat er. Eine eindeutige sogar. Völliger Blödsinn, was gerade in deutschen Landen so abgeht. Zugegeben, vieles über diesen versuchten Streik weiß auch ich nur aus den Nachrichten. Wirklich betroffen bin ich ja derzeit nicht mehr, da ich nicht bei der Deutschen Bahn angestellt bin. Aber tief in meinem Herzen bin und bleibe ich Lokführer und stehe daher auch hinter den Kollegen und unterstütze ihre Bemühungen. Dennoch kann ich leider nicht mit Insiderwissen dienen. Auch habe ich bis jetzt noch mit keinem meiner ehemaligen Kollegen gesprochen. Und selbst wenn, bekäme ich von jedem ohnehin nur seine persönliche Meinung.

    Was also sind die Fakten? Ganz einfach. Die Lokführer wollen mehr Geld. 31% mehr. Das ist verdammt viel, so meint man. Vergleicht man allerdings die heutige Bezahlung deutscher Lokführer mit den ausländischen Kollegen, sind 31% schon gar nicht mehr so wild. Außerdem kam die Zahl 31 ja nur zustande, weil hier eine Lohnerhöhung auch dadurch errechnet wurde, indem man die immer häufiger wegfallenden Zulagen einbezog (die Lokführer-Bezahlung ohne Zulagen ist äußerst mager).

    Der eigene Tarifvertrag? Nun, wäre praktisch, soll aber wohl nur eine kleine Zugabe sein, die die Gewerkschaft GDL gerne hätte. Fraglich, ob wirklich alle Lokführer auch Wert auf diesen legen.

    Die Situation? Verfahren und mittlerweile lächerlich. Das vom Gesetz erlaubte Streikrecht wird hier mit Füßen getreten. Im Ernst, ich unterstütze jeden Streik, da ein Streik wohl in den wenigsten Fällen aus einem Affekt begonnen wird. Da brodelt etwas und dem Ärger wird früher oder später Luft gemacht. Natürlich ist ein Streik immer ärgerlich. Das soll er ja auch sein. Natürlich war es schlimm, als die Ärzte streikten. Oder die Telekom Mitarbeiter. Aber sie streikten aus gutem Grund. Nur den Lokführern kann man es offenbar verbieten.

    Schlimm ist einfach, dass ab jetzt irgendjemand sein Gesicht verlieren wird, egal wie die Geschichte endet. Entweder macht sich die Bahn lächerlich, oder die Gewerkschaften mit den Lokführern oder gleich der ganze Staat.

    Nachbarn wie Franzosen oder Italiener schmunzeln vermutlich oder schütteln den Kopf über die Geschehnisse dieser Tage. Denn in Frankreich und Italien gehört ein Streik einfach dazu. Dort streikt man, überspitzt gesagt, auch gerne mal nur um auf sich aufmerksam zu machen. Und mit Erfolg. Die beiden Länder wissen, was sie an ihrer Eisenbahn haben und behandeln die wichtigsten Mitglieder so gut wie möglich (oder werden dazu gezwungen).

    Um es auf den Punkt zu bringen: im Vergleich zum Ausland und im Vergleich zu privaten Bahnen im Inland, in Anbetracht der Verantwortung und des Arbeitspensums, in Anbetracht der häufiger werdenden Streichungen von Zulagen und Beschneidungen ist es in meinen Augen mehr als gerechtfertigt, dass die Lokführer hier für mehr Gerechtigkeit und Geld plädieren. Da mag Deutschland nun so lange anderer Meinung sein wie es will, da mag die deutsche Wirtschaft noch so lange lamentieren, dass ein Streik Millionen kosten würde, da mögen Gerichte noch so lange versuchen wollen, die Streiks zu verbieten. Es ändert nichts an der Tatsache, dass der Streik gerechtfertigt ist.

    Wie auch immer hoffe ich sehr, dass diese Geschichte in irgendeiner Form gut für die Lokführer ausgehen wird. Sehen wir es mal so: Die Aufregung und die Verbote sind doch immerhin ein Beweis dafür, dass sich Deutschland trotz ständigem Nörgelns wohl bewusst ist, was sie an ihrer Eisenbahn hat. So wie die Franzosen und die Italiener auch.

  • Bohr’n to be alive

    Heute mal wieder festgestellt, wie sehr ich bohren hasse. Plötzlich auftretende Löcher hinter der Wand, falsche Dübel, nicht passende Schrauben, Stahlbeton, herausbrechende Gipsstücke. Ich hasse es. Wieso kann nicht alles mit Nägeln befestigt werden? Wer erfindet mir den Universal-Nagel, mit dem alles, wirklich alles festgemacht werden kann. Ich will nicht mehr bohren. Am liebsten würde ich einfach alles nageln. Hach, wäre das schön.

  • FR-R 2807

    Weiß eigentlich jemand, wie lange man Zeit hat, sein Autokennzeichen zu ändern, wenn man in eine andere Stadt gezogen ist? Zwei Monate? Drei vielleicht? Und, falls man das Kennzeichen nicht ändern kann, weil es die allerletzte Verbindung zur alten Heimat ist, die man einfach nicht los lassen will, wird man dafür bestraft? Besonders bei dieser Erklärung?

  • Starlight Express

    "Züge waren sein Leben", wird man einmal über mich sagen. Aufgewachsen in einer Bahnsiedlung, eine Lehre bei der Bahn begonnen, begeistertet Lokführer geworden, irgendwann nach Duisburg gezogen, um auch dort wieder für ein Eisenbahnunternehmen zu arbeiten. Und nun geht der Kerl auch noch in ein Musical. Nahe liegend, dass es nur Starlight Express sein kann

    Meine erstes kulturelles Erlebnis im Pott und gleich so eine Schau. Zugegeben, ich bin nicht der größte Musical Fan und entsprechend zweifelnd mit Britta auf dem Weg nach Bochum gewesen. Doch die Aufführen war einfach klasse, die Stimmung der Hammer. Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht und ich würde tatsächlich auch ein zweites Mal eine Aufführung besuchen. Nicht nur, weil ich die Idee für die Geschichte an sich schon toll fand (ein Kind spielt mit seiner Eisenbahn und veranstaltet ein Wettrennen, in dem Rusty, die alte Dampflok, versucht gegen Diesel- und Elektrolok zu gewinnen). Auch die Songs machten Spaß. Wobei – hier auch mein einziger Kritikpunkt: ich hätte das Ganze lieber im englischen Original gesehen. Denn nicht nur, dass es schwierig ist, die Texte sinngemäß zu übersetzen und sie dabei sprachlich auch noch so zu formen, dass sie zu Reim und Melodie passen, litt die Verständlichkeit auch an den Sängern selbst. Allesamt dem englischen und holländischen Raum entstammend, verstand ich zu oft kein einziges Wort und mehr als einmal waren die Texte einfach nur dümmlich und lächerlich. Was besonders gefühlvollen Songs einen Dämpfer verpasst.

    Nichtsdestotrotz amüsierte ich mich prächtig, so wie das restliche Publikum auch. Standing Ovations, jubelnde und pfeifende Massen am Ende der Show. Man kann sich kaum vorstellen, dass dies seit fast 20 Jahren beinahe jeden Abend so passiert. Ich war und bin begeistert und auch wenn ich Rusty den Sieg am Ende natürlich gönne, hätte ich persönlich auch den ICE gerne als Sieger gesehen. Aber nur aus persönlicher Verbundenheit. Züge sind halt immer noch mein Leben.

     

  • René Marik: Schneewante und Rapante

    Man muss wohl eine ganz besondere Art von Humor besitzen um folgendes lustig zu finden. Ich persönlich habe ihn, diesen Humor. Und Surfguard wohl auch, der durch eine Kurt Krömer DVD (ebenfalls geil der Typ) auf René Marik aufmerksam wurde. Und auf dessen Schneewante und Rapante.

    Diese beiden Stücke finde ich so urkomisch, dass ich euch auch noch Kalle aufm Eisberg zeigen muss. Nicht, dass es dann wieder hinterher heißt: „Wieso hast’n det nich gezeigt?“ Ja hättste hättste hättste hättste hättste. Ne ne, hätte hätte liecht im Bette. Den Schuh zieh ick mir nich an, Freunde. Da.

  • Sportfreunde Stiller: Alles Roger!

    Eigentlich bin ich ja nicht wirklich ein Fan der Band „Sportfreunde Stiller“. Zugegeben, letztes Jahr habe ich natürlich mit Begeisterung „54, 74, 90, 2000x“ mit gegrölt. Das restliche Werk der Band lief aber komplett an mir vorbei. Bis jetzt. Denn die Sportfreunde haben mir und meinem Blog einen Song gewidmet. Alles Roger. Und hey, sogar den Text finde ich einigermaßen klasse. Sprachverwirrungen, da steh ich doch drauf. Also liebe Sportfreunde, um die Frage im eurem Song zu beantworten: Wer ist Roger? Na, ich. Alles Roger?

  • Duisburg und ich (1)

    Da sitze ich nun also in Duisburg. Was soll ich sagen? Kalt und regnerisch war es hier. Der einzige Trost: im restlichen Deutschland war es nicht anders. Mittlerweile ist es drückend heiß und schwül. So wie im restlichen Deutschland auch. Ich könnte mal raus. Ich sollte mal raus. Bisher war es immer zu nass, jetzt ist es zu heiß. Da trau ich mich gar nicht erst auf mein Fahrrad. Dazu kommen diese zwei kleinen Gedanken: 1) Ich habe hier in der Wohnung noch genug zu tun. Alles sieht noch aus wie zusammen gewürfelt und weit entfernt von einem gemütlichen Nest. 2) Was soll ich denn so allein da draußen? Klar, radeln kann man alleine und ich würde endlich mal ein wenig mehr von der Umgebung zu Gesicht bekommen. Außerdem könnte ich endlich mal erste Fotoexkursionen unternehmen. Denn zum Fotografieren, das weiß ich schon jetzt, gibt es hier genug. Dennoch, ich bin einfach nicht der Typ um auf eigene Faust loszuziehen. Das muss ich vielleicht noch lernen. Oder ich suche Leute in einer Community.

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  • Filmkritiken

    Kommen wir einmal zur – ich möchte sagen – Quintessenz des Bloggens. Zur Veröffentlichung des persönlichen Standpunktes. Der persönlichen Meinung. Die Frage lautet wie immer: weshalb blogge ich? Und ja, natürlich um meine Geschichten zu erzählen, meine Anekdoten, meine Abenteuer. Und auch um der Welt meine Sicht der Dinge zu präsentieren. In der Hoffnung, damit auf Gleichgesinnte zu treffen und Menschen anzusprechen oder um eine Diskussion mit Menschen anderer Meinung zu führen. Beides ist gleichermaßen reizvoll und beides erhoffe ich mir mit jedem Artikel.

    Nun bin ich ja passionierter Film-Fan und was läge näher als über genau dieses Thema zu referieren? Schließlich ist das Thema Film ein unerschöpfliches und volgestopft mit soviel persönlicher Meinung, dass man grundsätzlich immer auf Gleichgesinnte oder Abgeneigte trifft. Film und Kino wären doch perfekt geeignet für ein Blog. Dennoch mag ich einfach nicht mehr über Filme schreiben.

    Zum einen, weil der große Vorteil des Themas (jeder hat eine eigene, persönliche Meinung) auch der größte Schwachpunkt ist. Denn jeder hat eine eigene, persönliche Meinung. Und was bringt es der Welt, wenn ich ihr erzähle, dass ich Stirb langsam 4.0 extrem klasse fand, Shrek 3 dafür aber erschreckend fade. Manch einer mag mir zustimmen, viele andere eben nicht. So what?

    Erfahrungsgemäß ernte ich auf meine Filmkritiken keinerlei Reaktionen, weshalb es mir auch müssig erscheint, angestrengt einen Text aus den Fingern zu saugen, um meine Meinung zu begründen. Okay, eigentlich könnte man das über jedes Thema sagen, über das ich hier schreibe. Aber aufhören zu bloggen möchte ich deshalb nicht. Nur aufhören, lange Texte über Filme zu schreiben.

    Es ist ganz einfach: Mittlerweile lasse ich mich auch im privaten Umfeld auf keine Diskussionen mehr ein. Wozu auch? Hey, ich fand Armageddon spitzenklasse. Und ich kenne Leute, die mich dafür gerne steinigen würden. Gleichzeitig würde ich mir lieber einen Schraubendreher ins Auge stechen, als noch einmal Ice Age 2 anschauen zu müssen. Und auch mit dieser Meinung stehe ich weitestgehend alleine da.

    Wirklich jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er einen Film mag. Da helfen keine Kritiken, keine Empfehlungen. Da kann ein Kritiker noch so eloquent sein und noch so lange Filmwissenschaften studiert haben. Da mag jemand noch soviel Hintergrundwissen besitzen und noch so leidenschaftlich bei der Sache sein. Es ändert nichts an der Tatsache, dass jeder für sich selbst entscheidet, ob ein Film gefällt oder nicht.

    Warum also sollte ich in langen Texten begründen, warum ich einen Film mag oder nicht? Weil das die Quintessenz des Bloggens ist, die eigene Meinung zu vertreten? Sicherlich. Vielleicht bin ich ja auch einfach zu sehr Filmfan. Denn am liebsten möchte ich hinausschreien: „Seht ihn euch selbst an! Und hört nicht darauf, was andere darüber sagen.“

    Gleichzeitig muss ich aber auch gestehen, dass ich liebend gerne Berichte und Kritiken zu Filmen lese (Anke Gröner, 5 Filmfreunde etc.). Das hat aber noch nie etwas an meiner Meinung zum Film geändert. Im Grunde hätte ich mir das Lesen auch sparen können. Aber ich kann nunmal nicht anders.

    Wie auch immer: lange Filmrezensionen wird es hier nicht mehr geben. Aber – um des leidenschaftlichen Bloggens Willen – und für die Leidenschaft zum Thema Film, werde ich dennoch nicht darauf verzichten, meine Meinung kundzutun. Viel zu lange habe ich das schon nicht mehr gemacht (denn ich sehe leider weitaus mehr DVDs als Kinofilme).

    Also: Stirb langsam 4.0 fand ich äußerst klasse. Die Action stimmt, die Sprüche sind knackig, die Story reicht für den Film, die Logik darf dabei gerne hinten an stehen und Bruce Willis hat’s einfach immer noch drauf. Ein Actionkracher, der (mir) Spaß macht. Punkt.

    Und Shrek 3 war schlechter als Teil 2, der schlechter als Teil 1 war. Die Story ist fade, die Gags nicht mehr so zündend, die Musikuntermalung teilweise unpassend, platt und auf CD-Verkauf getrimmt. Außerdem hatte ich sehr oft das Gefühl, als hätten die Macher keine Ideen mehr gehabt (Esel und Kater tauschen ihre Identitäten – was völlig unnötig reingepfuscht wurde). Deshalb: bitte keinen vierten Teil mehr (er befindet sich bereits in Produktion).

    Das soll als Filmkritik von mir genügen. Wer mit mir einer Meinung ist: herzlich Willkommen. Wer anderer Meinung ist: und Tschüß. Und wer die Filme noch nicht gesehen hat: vergesst, was ich hier geschrieben habe und seht sie euch selbst an.

  • Synchronstimmen

    Als Film-Nerd fällt es einem sofort auf, wenn ein Schauspieler plötzlich eine andere Synchronstimme bekommt. In den meisten Fällen bleiben die Hintergründe für den Wechsel dunkel. Welcher normale Kinogänger interessiert sich schon dafür? Bei den meisten dürfte es nicht einmal auffallen. Aber gerade markante Synchronstimmen wie die von Bruce Willis, von Julia Roberts, von Eddie Murphy und Tom Hanks (Kevin Kline, Bill Murray u.a), Robert DeNiro oder Al Pacino etc. brennen sich einem so ins Hirn, dass es richtig weh tut, wenn der Sprecher ersetzt wird. 

    In Deutschland gibt es eine richtige Synchronisationskultur, die zum Glück auch gepflegt wird. Die Filmfirmen wissen um diese Kultur und versuchen, die Sprecher beizubehalten. Liest man in einschlägigen Foren, bekommt man einen Eindruck davon, welche Kämpfe hierfür hinter den Kulissen ausgefochten werden. So hat es wohl nur monetäre Gründe, dass George Clooney nicht mehr mit der Stimme spricht, die man aus Emergency Room kennt. Weshalb Brad Pitt in Troja plötzlich mit der Stimme von Nicolas Cage sprach, lag tatsächlich an Regisseur Wolfgang Petersen, der die Synchronisationen absegnen musste und eine markantere Stimme für den Helden Pitt verlangte. Unverständlich. Unverständlich auch, weshalb Sandra Bullock in "Das Netz" eine Piepsstimme bekommen hatte. War die Originalstimme in Urlaub oder krank? Oder mit einem anderen Film beschäftigt? Die Beispiele sind mannigfaltig und oftmals für den Zuschauer mehr oder weniger ärgerlich.

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  • Bye bye erstmal

    In zwei Tagen ist es soweit. Der Umzug nach Duisburg, der neue Job, das neue Leben. Und der vorübergehende Verlust meines Kontaktes zur Internet-Welt. Deshalb sage ich jetzt erstmal Tschüß. Stellt mir nix, an, macht nix kaputt und am wichtigsten: vergesst mich nicht. Sobald ich wieder online bin (so in 3 bis 68 Wochen etwa), geht es hier wie zuvor weiter. Ich werde auch per Mail nur schwer zu erreichen sein, da noch nicht abzusehen ist, wann und wo ich an einen Rechner komme. Bis wieder alles in ordentlichen Bahnen läuft, werde ich garantiert genügend Stoff für neue Artikel zusammen haben. Bye bye erstmal. Wir lesen uns bald wieder.

  • 1&1 und so

    Als ich die Mail mit der Frage bekam, ob ich mit dem Support von 1&1 zufrieden sei, ignorierte ich sie dieses Mal nicht wie sonst. Ich antwortete und beschrieb, weshalb ich nicht mit dem Support zufrieden bin. Grund ist mein anstehender Umzug. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich Schlimmes befürchte, meinen Telefon- und Internetanschluss betreffend. Die Telekom machte bisher keine Schwierigkeiten, der Anschluss ist geschaltet. Ratadsching, die ersten 60 Euro weg. Nachdem ich auch endlich die neue Rufnummer hatte, informierte ich 1&1 bei deren Umzugshotline. Ich sprach mit dem Mitarbeiter, gab ihm alle nötigen Daten und war bereits guter Dinge, bis er einen Satz fallen ließ. „Ich muss Sie aber darauf hinweisen, dass Sie etwa drei Wochen keinen Internetanschluss haben werden.“ „Wie? Wieso drei Wochen?“ „Es tut mir leid, das liegt nicht an 1&1, sondern an der Telekom. Wir lassen diesen Puffer immer zwischen den Schaltungen.“ „Sie lassen diesen Puffer immer? Selbst wenn der neue Anschluss schon bereit ist?“ „Ja, tut mir leid.“ „Hätte es etwas genützt, wenn ich mich drei Wochen früher bei Ihnen gemeldet hätte?“ „Ja, dann hätten Sie den Anschluss pünktlich zu Ihrem Umzug in der neuen Wohnung gehabt. Allerdings hätten wir drei Wochen früher Ihren alten Anschluss in der alten Wohnung abschalten müssen.“ Da blieb mir die Luft weg.

    Ich fragte also nach, wie verbindlich diese drei Wochen sind. „Nun, es kann auch schneller gehen“, antwortete der Hotline-Mitarbeiter. „Aha, aber es kann auch länger gehen?“ hakte ich nach. „Ähm, ja, das lässt sich im Vorfeld immer nur schwer sagen.“ Ahja. „Es kann also auch passieren, dass ich noch länger ohne Internet und ohne Telefonflatrate in Duisburg sitze?“ fragte ich wieder. „Nun, ja, das kann passieren, aber wir wollen es nicht hoffen.“ „Nein, wir wollen es ganz bestimmt nicht hoffen. Immerhin verlangt ihr 50 Euro dafür, mir mehrere Wochen mein Internet weg zu nehmen.“ „Tja, da bin ich ganz mit ihnen auf einer Wellenlänge.“

    Er ist also ganz mit mir auf einer Wellenlänge. Wie sehr mich das doch freut. Ich würde gerne mal eines wissen: Wo genau liegt das Problem bei 1&1? Ich habe genug Artikel in der ct‘ über diesen Ärger gelesen und immer schob einer die Schuld auf die anderen. 1&1 sagt, die Ports seinen von der Telekom nicht freigeschaltet, die Telekom sagt, sie hätten von 1&1 noch gar keinen Auftrag bekommen. Und so weite und so weiter.

    Okay, kann ja alles sein, obwohl das schon ätzend genug ist. Und trotzdem knöpft mir 1&1 jetzt 50 Euro für diesen „Service“ ab. Ratadsching. Und – um das Ganze noch dreister zu machen – man lässt mich weiter die monatlichen Grundgebühren bezahlen, obwohl ich nichts von dem, was ich bezahlt habe, nutzen kann. Auf unbestimmte Zeit.

    Liest hier zufällig jemand von 1&1 mit? Kann mir irgendjemand erklären, was hier 50 Euro zu kosten hat? Muss ein Techniker irgendwohin geschickt werden? Oder werden nur zwei Buttons an einem Rechner gedrückt? Gibt es eine Möglichkeit, diesen Unsinn zu beschleunigen? Gibt es eine Möglichkeit wenigstens mein Geld zurück zu bekommen für die fehlenden Wochen, in denen ich überhaupt nichts nutzen konnte? Oder … hab ich irgendeine Chance aus diesem Vertrag auszusteigen?

    Ach, dafür wird es jetzt bestimmt zu spät sein. Aber so langsam wünschte ich, ich hätte das ganze Paket von der Telekom. Oder von meinem neuen Kabelanbieter (leider steht meine neue Wohnung noch nicht in dem beschalteten Gebiet).

    Deshalb, sehr geehrtes 1&1 Konsortium: DAS ist wahrlich kein guter Service. Und wenn mein Vertrag bei Euch zu Ende geht werde ich mir sehr sehr genau überlegen, ob ich weiterhin Kunde bleibe. Ich möchte wenigstens hoffen, dass die ständigen Verbindungsabbrüche in Duisburg nicht mehr auftreten, mit denen ich hier in meiner alten Wohnung zu kämpfen habe, seitdem ich auf eurer fabelhaftes 3DSL umgestiegen bin. (Auch dort war euer Service nicht wirklich bemüht, mir zu helfen)

    Wie ich mindestens drei Wochen ohne Internet, ohne Mails, ohne mein Blog, ohne mein ICQ, ohne WoW, ohne mein Google Earth, ohne Online Banking, ohne irgendwas, an das ich mich so lange gewöhnt habe, auskommen soll, ist mir ein Rätsel. Dass ich in meiner neuen Wohnung erstmal keinen Kühlschrank habe, hätte ich verkraften können. Aber kein Internet… Und die Antwort auf meine Beschwerde-Mail werde ich auch nicht erhalten – ganz gleich, welche Antwort ich auch bekomme. Eins und Eins ist manchmal einfach Null.

  • Abschiedsparty

    Mein alljährlich stattfindendes Frühlingsfestchen wurde diesmal von dem Makel des Abschiednehmens überschattet. So kamen auch all die Freunde ein letztes Mal in meine alte Wohnung, um gemütlich beisammen zu sitzen, zu quatschen und zu lachen. Natürlich hatte ich wieder viel zu viel Essen vorbereitet. Beinahe schon Tradition.

    Zum Abschied schenkten mir die Lieben ein gemeinsames Bild (das ich natürlich an prominenter Stelle in der neuen Wohnung platzieren werde) und ein T-Shirt mit der Aufschrift "Eine lange Rote mit". Echte Freiburger wissen natürlich, was es damit auf sich hat. In Duisburg werde ich das erstmal erklären müssen. Hoffentlich hält es niemand für eine sexuelle Anspielung.

    Sven, Judith und die mittlerweile um einiges größere Maya mussten bald wieder nach Hause (und Julia, da mit dem gleichen Auto unterwegs). Der Rest der Bande blieb dafür bis zum Sonnenaufgang. Wir spielten die ganze Nacht Wii Sports, wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann. Bei Tennis und Bowling kämpften Martin, Becci, Chris, Thomas und Julia gegeneinander und auch Boxen wurde reichlich gespielt.

    Schön war’s. Und traurig. Ich hoffe doch, nächstes Jahr wieder so ein Fest auf die Beine stellen zu können. Dann eben auf einer Terrasse in Duisburg. Ich werd‘ euch vermissen, Freunde.

  • Flickr und die Zensur

    Die Geschichte zwischen flickr und mir ist eine lange. Zuerst war ich von flickr begeistert (Rogr), dann wollte ich etwas eigenes, dann proklamierte ich, flickr nicht zu mögen, dann besann ich mich eines besseren und erwarb doch einen Pro Account. Und nun, da wir zwei, flickr und ich, so weit gekommen sind und so lange gebraucht haben, uns zu mögen, fällt mir das Ding in den Rücken. Flickr fängt an zu zensieren. Nicht überall auf der Welt, aber unter anderem auch in Deutschland. Ich gebe zu, ich habe diese Taktik, wie sie hier beschrieben ist, noch nicht ganz verstanden. Was bedeutet diese Zensur für mich? Zunächst einmal nichts, meine Bilder sind alle safe und auch entsprechend gekennzeichnet. Jeder wird sie sehen können. Nun frage ich mich, welcher Fotograf seine Bilder als moderate oder restricted kennzeichnet. Irgendwie glaube ich daran, dass alle Fotografen dieser Welt Künstler sind, die auch schockierende Bilder als Kunst sehen und daher nicht der Meinung sind, man müsse sie verstecken. Weshalb sollte ein Fotograf also ein Bild anders als safe einstufen? Und weshalb sollte mich dieser aufgezwungene Filter und die damit verbundene Zensur kümmern?

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