Autor: Roger Graf

  • WDR Poetry Slam

    Schon wieder Fernsehen. Ja, so langsam wird es auffällig, wie meine Wochenenden hier in der Fremde aussehen. Ich zappe schlaftrunken durch das Programm und entdecke eine Sendung, die ich nie zuvor gesehen habe. Da wo früher Nachwuchs-Komödianten in einem Waschsalon auftraten, der aber mittlerweile zu einem anderen Sender gewechselt hat. Auf der Bühne steht eine sehr junge Frau und liest mit Inbrunst einen Text, der so witzig ist, so wunderbar, so köstlich ist, dass ich die Fernbedienung weg lege und zu lachen beginne. Was ich bei den meisten Komödianten Sendungen mittlerweile nicht mehr tue. Und schnell stelle ich fest, die Sendung heißt WDR Poetry Slam. Fünf junge Autoren stellen sich und ihre selbst verfassten Werke vor und das Publikum entscheidet am Ende, wer am besten gefiel. Mir gefielen alle. Eine wunderbare Sendung. Und eine Schande, dass ich auf so etwas durch Zufall stoßen muss. Warum wird für so etwas keine Werbung gemacht? Warum wird es im Nachtprogramm versteckt? Egal, ich habe es entdeckt. Und ich werde weiter zuschauen. Wenn es noch weitere Folgen gibt. Und wenn es wieder Karten gibt, werde ich hinfahren. Und wenn mich, und hiermit zitiere ich die junge Frau, endlich mal wieder "kreative Schübe ereilen" (herrlich), dann melde ich mich an. Und werde berühmt. Morgen. Ganz bestimmt. Wann kommt die nächste Sendung?

  • Ganz schnell ist es passiert…

    und man sitzt in einem Fettnapf, aus dem man so schnell nicht mehr raus kommt. Ich kenne das. Was ist passiert? Der Andy von der Blogabfertigung schrieb einen Artikel über einen Blogeintrag von Robert Basic. Dieser hatte auf ein Video verwiesen, das Piloten und Stewardessen (die ja nicht mehr so heißen, auch nicht Flugbegleiterinnen, sondern Purser. Oder komplett: Cabincrew-Purser) bei, nunja, ihren Flugvorbereitungen im Cockpit zeigt. „Bluse: Check! BH: Check!“ Anzumerken ist vielleicht noch, dass es sich dabei um eine französische Crew handelte (Natürlich!). Jedenfalls war Andy so angetan von dem Video, dass er ebenfalls einen kleinen Artikel darüber verfasste. Noch dazu mit dem Satz: „Her mit den kleinen Französinnen.“ Offenbar nichts ahnend, dass seine Angetraute oder Verlobte wohl heimlich im Blog mit liest. Was dann passierte, lässt sich derzeit wunderbar in den Kommentaren verfolgen. „Ich geb dir gleich Französinnen.“

    Ja, ich kenne das. Auch meine damalige Freundin liest hier mit und auch ich muss mich ebenfalls hin und wieder zurück halten, bzw. bekomme Schelte, wenn ich gar zu euphorisch von irgendeinem Starlet, irgendeiner Schauspielerin oder sonst einem weiblichen Wesen erzähle.

    Tja, Andy. Da wirst du dich wohl anstrengen müssen, das wieder gut zu machen. Viel Glück.

    Mich erinnert das Video übrigens an meine Zeit als ICE Lokführer und die Zugbegleiterinnen in unserem Team und… ähm … 

  • Kennste den?

    Kennt ihr auch diese Menschen, die euch unentwegt zu labern? Die euch Dinge erzählen, die ihr gar nicht hören wollt? Und die nicht einmal ein Zeichen erwarten, dass ihr ihnen überhaupt zuhört? So wie ein Kopfnicken oder ein "Mh mh"? Die einfach nur kommentieren, was sie gerade tun, oder, noch schlimmer, was sie denken und gar nicht registrieren, dass sich ihr Mund beim Denkprozess mit bewegt?

    Kennt ihr auch diese Menschen, die euch gar nicht richtig zuhören, wenn ihr etwas erzählt? Die euch schon beim zweiten Satz ins Wort fallen und ihre eigene Sichtweise darstellen wollen, ohne zu wissen, worum es euch eigentlich geht? Die das Gespräch ab diesem Moment an sich reißen und es zu einem Monolog verkümmern lassen?

    Kennt ihr auch diese Menschen, die in jedem Satz das Wort Ich, Mein und Mich benutzen? Die jegliche Unterhaltung sofort auf sich selbst beziehen und erzählen, wie es bei ihnen ist? Die jeden Aspekt eurer Erzählungen sofort auf sich selbst ummünzen und jede Antwort mit den Worten beginnt: "Also bei mir ist das so…"?

    Kennt ihr auch diese Menschen, die all das vereinen, was ich eben aufgezählt habe? Und gehen sie euch auch so auf die Nüsse?

  • Blogosphäre 08

    Liegt es nur an mir oder habt auch ihr das Gefühl, dass die Bloggerwelt nicht mehr die gleiche wie früher ist? In meinem Feedreader stehen derzeit etwa 50 Blogs. Was heißt derzeit? Eigentlich schon seit langem. Zu diesen 50 Blogs gehören private Blogs, von Menschen, die ich kenne oder die mir unbekannt sind und die ich einfach gerne lese. Außerdem sind da noch einige Design-Blogs, Themen-Blogs (Film, Musik etc.) und Gadget-Blogs. Außerdem sind auch einige SEO Blogs abonniert und News- und Tipps-Blogs. Das übliche also.

    Nun stelle ich in den letzten Monaten aber fest, dass sich irgendwas verändert hat. Und wie gesagt, ich weiß nicht, ob es an mir liegt und ich einfach einen falschen Eindruck habe, oder ob wirklich etwas anders geworden ist. Lasst es mich aus einer anderen Perspektive erklären.

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  • Das andere Weihnachtsgeschenk

    Ich hatte euch doch erzählt, dass aus all den tollen Weihnachtsgeschenken, die ich dieses, ähm, letztes Jahr bekommen habe, zwei besonders heraus stachen. Zum einen die Karten für die Blue Man Group. Das zweite Geschenk war heuer wieder ein Lego Technic Baukasten. Herrlich. Ein paar Tage mal wieder ein Kind sein (also mehr als sonst so ohnehin), basteln, bauen und etwas Großartiges entstehen lassen. Einen gelben Kranwagen. Mit Motor und Pneumatik und so. Wobei, ganz ehrlich, auf beides hätte ich hier gerne verzichten können. Die Pneumatik lässt nur den Kranarm rauf und runter und das nicht mal elegant. Der Motor dient nur dazu, die Schnur und den Kranarm ein- und auszufahren. Mit 6 Mignon Batterien. Also das hätte man auch raffinierter haben können. Dennoch ist es ein geiles Teil und macht sich recht gut neben dem Abschleppwagen vom letzten Jahr. Und nun? Habe ich zwei Erkenntnisse. Erstens fehlt mir plötzlich der Platz, um mir kommende Weihnachten erneut ein Baukasten schenken zu lassen. Und zweitens ist das Lego Technic Bauen wie verdammt guter Sex. Immer viel zu schnell vorbei. Ein Dilemma.

  • Nebel!

    Nein, also so besoffen kann ich gar nicht sein, dass ich die Hand vor Augen nicht mehr sehe. Außerdem weiß ich ganz genau, nur ein einziges Glas Asti getrunken zu haben um Mitternacht. Trotzdem saß ich gestern mit der damalige Freundinn im Auto und wollte von der gemütlichen kleinen Silvesterparty (lecker Essen, danke noch mal) wieder nach Hause fahren und sah nur grau. Die Lichtkegel meiner Scheinwerfer wurden verschluckt. Angestrengt über dem Lenkrad hängend versuchte ich, wenigstens den Bordstein zu erkennen. Vergebens. Im Schritttempo (mit drei ultralangsamen T) pirschte ich mich vorwärts. Schlich durch Oberhausen. Verpasste die Autobahnauffahrt, schlicht weil ich weder sie noch irgendwelche Schilder sehen konnte. Klemmte mich schließlich an zwei rote Lichter vor mir, die sich ebenfalls blind durch den Nebel tasteten. Und erreichte schließlich meine Wohnung, weit über eine Stunde später, für einen Weg, der mich normalerweise knapp fünfzehn Minuten kostet. Also ehrlich, früher waren Nebel nicht so dicht. Oder ist das im Ruhrpott so? Oder war das gar ein Nebel-Rauchschwadengemisch, mit den Abgasen der Milliarden Böller, die zuvor statt Brot in die Luft gejagt worden waren? Ich weiß es nicht. Gruslig war’s. Prost Neujahr.

  • Vorgenommen und abgenommen

    Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, mir nicht mehr vorzunehmen, mir etwas vorzunehmen für das neue Jahr. Nun werde ich mir aber doch etwas vornehmen, nämlich das Vorhaben mir nicht zuviel vorzunehmen und stattdessen abzunehmen. Also weniger zu mir zu nehmen. So das Vornehmen. Ähm, das Vorhaben.

  • Die Bandbreite – Dat is Duisburg

    Da wir gerade bei guter Musik waren… meine Duisburger Bloggerkollegen haben bereits alle darüber berichtet und das Video veröffentlicht. Nun möchte auch ich der Welt, die es noch nicht gesehen und gehört hat, die Duisburg Hymne präsentieren. Der offenbar auch sehr politisch engagierte Duisburger Rapper Wojna spricht hier den Eingeborenen und den Zugezogenen aus der Seele. Und dazu hat der Refrain auch noch echte Ohrwurmqualität. Und jetzt alle: „Dat is Düüüüüüsburch, hier will einfach keiner hin…“

  • Blue Man Group

    Back in Pott. Ich bin wieder zurück. Zurück von meiner Freunde/Familien/Weihnachts-Tour durch halb Deutschland. Und, was habt ihr zu Weihnachten geschenkt bekommen? Socken, Parfüm und Gutscheine? Ich auch. Und ich habe mich sehr darüber gefreut. Noch ein bisschen mehr konnte ich mich aber über zwei andere Geschenke freuen. Über das eine werde ich demnächst etwas schreiben (inklusive Fotos), vom anderen möchte ich euch jetzt etwas erzählen. Die damalige Freundin schenkte mir zu Weihnachten Karten für die Blue Man Group. Gerade kommen wir zurück von der Show, die in der Nachbarstadt Oberhausen (im Metronom Theater beim Centro) aufgeführt wird und… ich bin hin und weg. (mehr …)

  • Driving Home for Christmas

    Der im Titel genannte Song von Chris Rea wird mich morgen auf meiner Fahrt begleiten. Und die anderen Lieblings-XMas-Songs, die ich mir heute zu diesem Zweck auf CD gebrannt habe. Driving Home for Christmas. Zu Weihnachten nach Hause fahren. Noch nie hat der Titel so gut gepasst wie dieses Jahr. Freunde und Familie, Besinnlichkeit und Chaos, Essen und Geschenke. Und zurück kommen werde ich erst kurz vor Silvester. Ob ich bis dahin nochmal zum Schreiben komme, ist fraglich. Deshalb möchte ich bereits jetzt folgendes los werden:

    Ich wünsche euch allen ein wundervolles Weihnachtsfest, eine glückliche Zeit, viele Geschenke und überhaupt. Danke für das eifrige Lesen und Kommentieren in meinem Blog. Erst dadurch macht mir mein Hobby richtig Spaß. Danke für die Aufmunterungen und das An-mich-Glauben in den vergangenen für mich doch turbulenten Monaten. Ich wünsche euch allen auch einen guten Rutsch und ein tolles, turbulentes und glückliches Jahr 2008. Wir lesen uns bald wieder.

  • Taxi Dekadent

    Taxi fahren hat für mich noch immer etwas von Dekadenz. Bevor ich ein Taxi rufe, ist auf jeden Fall überprüft worden, ob es nicht auch per Freund, Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß gehen könnte. Und erst, wenn all diese Möglichkeiten ausgeschlossen sind, rufe ich ein Taxi. Taxis sind teuer und purer Luxus. Ich frage mich, ob die Menschen in New York tatsächlich ausschließlich das Taxi benutzen, wenn sie nicht mit der U-Bahn fahren, so wie man es in Film und Fernsehen immer sieht.

    Wie auch immer, ich lebe jetzt ebenfalls in der Großstadt (nicht ganz New York) und wenn es nötig ist, muss eben ein Taxi her halten. Als ich letzte Woche mein Auto in die Werkstatt brachte um eine große Inspektion durchführen zu lassen, bot man mir dort an, einen Mietwagen für 15 Euro am Tag zur Verfügung zu stellen. Da ich bis auf eine Ausnahme alle Wege von und zur Werkstatt mit einer der oberen Alternativen bewerkstelligen konnte, nahm ich mir vor, dekadent zu sein. Ich wollte nicht laufen, ich wollte auch nicht herausfinden, wie die Busse in Duisburg fahren. Nein, ich wollte Taxi fahren. Und bestellte eins.

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  • Guck mal, was der googelt (1)

    QueenLatina hat mich auf die Idee gebracht. Ich musste bei ihrem Artikel über die tollsten Suchanfragen, durch die Besucher auf ihr Blog kommen, so herzhaft lachen, dass mein Interesse geweckt wurde, was meine Besucher denn so alles wissen wollten. Die schönsten Beispiele habe ich hier mal aufgelistet und, kundenfreundlich wie ich nunmal bin, nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Viel Spaß. Bei Gefallen gibt es dann bald mehr davon. (Die Fragen sind genau so übernommen worden wie eingetippt)

    was schreibe ich auf meine weihnachtskarte

    Fröhliche Weihnachten vielleicht?

    alles roger?

    Aber sicher.

    was schreibe ich zu weihnachten

    Eine Weihnachtskarte

    wie schwer ist der simulator bei sbb cargo

    Oha. Ist da ein zukünftiger Kollege etwas nervös?

    wie schreibe ich weihnachtsgruesse

    W..E..I..H…..

    was schreibe ich in die weihnachtskarte

    Wie gesagt: Fröhliche Weihnachten.

    ipod touch welche bist du

    Welche was bin ich?

    wann ist wieder 20% bei praktiker

    Wenn wir die blöde Werbung wieder im Radio hören.

    warum ich liebe t-mobile reklame

    Weil die Reklame gut im Deutsch geschrieben seid

    was nervt frauen

    Ich schätze mal, blöde Fragen.

    ich weis net was ich schreiben soll deshalb geh ich in google

    Gehe lieber mal in dich und denke nach.

    wie kann ich meine auto sauber machen

    Es gibt nur eine stilvolle Art: Mit knackigen Bikini-Schönheiten, einem Schlauch, einem Schwamm und viel Schaum.

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  • Der Eva Herman Autobahn Sketch

    Ich muss ja gestehen, die Kerner Sendung mit Eva Hermans Rausschmiss nicht gesehen zu haben. Nicht mal nachträglich auf Youtube. Einfach weil mir die Diskussion um diesen Auftritt erst am A… vorbei ging und sich kurz darauf als so dermaßen lächerlich heraus stellte, dass ich das Original gar nicht erst sehen musste, um zu verstehen, wie manche Dinge eine erschreckende Eigendynamik bekommen. Drüben beim Fernsehlexikon hat man sich die Mühe gemacht, den Ablauf der Diskussion festzuhalten und als kleines Theaterstück, oder besser Sketch, aufzubereiten. Herrlich.

    Und wie gesagt, ich habe die Sendung nicht gesehen, kann und will darüber auch kein Urteil fällen. Auch nicht über Hermanns getätigte oder nicht getätigte Äußerungen. Beim Lesen des Sketches Ablaufs stellte ich mir allerdings die Frage, ob die Szene auch im Fernsehen so absurd rüber kam. Die Konstellation der Diskussionsrunde, die Äußerungen aller Beteiligten, die Dialoge und Argumente, die einfach nicht zusammen passen wollen, der verdammt pointierte Umschwung auf Mario Barths Haare nach Hermans Weggang. Das scheint mir großes, absurdes Kino gewesen zu sein. "Autobahn geht gar nicht." Wer von euch hat es gesehen?

    Komme ich jetzt eigentlich in Teufels Küche, wenn ich euch erzähle, dass ich nächste Woche auf der Autobahn zu meinen Freunden und meiner Familie fahren werde und mich während der Fahrt sogar noch möglichst rechts halte?

  • Schlahaf in himmlischer Ruh‘

    "…Stihille Nacht, heilige Nacht…." Ich sollte schlafen. Aber ich bin wach. Was ist das für ein Lärm? "…alles schläft, einsam wacht…" Nein, ich schlafe nicht. Ich wache einsam. Was soll denn das? Das wird ja immer lauter. "... Leise rieselt der Schnee…" Und laut jault die Drehorgel. Da unten läuft doch tatsächlich ein Bettler mit seiner Drehorgel durch die Straße. "... still und starr ruht der See…" What the…? Was soll das denn? Weihnachtsterror? Ich hatte Nachtschicht. Ich habe grade mal drei Stunden geschlafen. Ich will meine Ruhuh. "… Stihille Nacht, heilige Nacht…" Waah, hat diese verflixte Orgel nur zwei Songs drauf? Das darf doch nicht wahr sein. Das ist ja schlimmer als dieser Klüngelstyp, der allmorgendlichen durch die Straßen fährt. "… alles schläft, einsam wacht…" Hier schläft nichts und niemand mehr. Sieh zu, dass du Land gewinnst mit deiner Al-Kaida Orgel, sonst werf‘ ich mit Leergut aus meinem Fenster. "… Leise rieselt der Schnee…" Wenn’s doch nur so wäre. Aber Moment, es wird leiser, oder? Tatsächlich. Er geht weiter. "… still und starr ruht der See …" Der Schnellste ist der Kerl ja nicht. Aber, aah, welch Wohltat, er scheint um die Ecke zu sein. Zwei abrupte Pausen deuten darauf hin, dass er die Orgel auf den Gehsteig und wieder herunter hieven musste. In meinen Ohren orgelt es munter weiter. Orgel-Tinitus. Es ist still. Und starr liege ich im Bett. Einsam wach. "...Stihille Nacht!!!…" Waaah. Er ist zurück. Er steht unten am Kiosk, in der einen Hand einen Kaffee, die andere Hand orgelt. Niemand sonst ist auf der Straße. Niemand gibt ihm Geld. Niemand zieht sich Schuhe an und rennt hinunter auf die Straße, um den Mann zu belohnen oder ihn zum Schweigen zu bringen. Ich hasse Weihnachten. In diesem Moment. Bis ich wieder schlafe, bin ich Ebenezer Scrooge. "…Stihille!!! Nacht!!!!!…" Ich habe wieder geschlafen. Und er ist wieder da. Ich schreibe weiter, wenn ich zurück bin. Ich muss mal schnell nach unten und mit einem Baseball-Schläger ein "Musik"-Instrument kurz und klein schlagen… "...Sti!!!hille!!! Naaaa!!!cht!!!!…" Waaaaah!!!!

  • Mit der Super-Haftwirkung

    Derzeit geht es ja wieder rund im Internet. Das allseits beliebte Landesgericht Hamburg, welches immer mal wieder in Sachen Internet tätig wird, hat beschlossen, dass Blog- und Forenbetreiber dafür haftbar gemacht werden können, was Besucher in Kommentaren und Diskussionen schreiben. Sprich: man kann mich dafür belangen, wenn irgendein Dummdödel in meinem Blog Unwahrheiten, Diffamierungen oder Beleidigungen ablässt und der Angegriffene sich dagegen zur Wehr setzen möchte (eine recht detaillierte Aufschlüsselung zum Sachverhalt findet man hier).

    Nun, ich werde zum Thema Kommentieren demnächst noch etwas schreiben. Was ich mich jetzt im ersten Moment einfach mal frage, ist folgendes: Wenn irgendwelche Spinner mit ihrer Sprühdose durch die Stadt laufen und an der Wand meines Hauses für jeden sichtbar Nazisprüche hinterlassen, bin ich dann in Zukunft dafür auch verantwortlich? Kann man mich demnächst dafür belangen und mir vorwerfen, meine Häuserwand nicht genug geschützt zu haben und damit dem Schwachsinn eine Plattform geboten zu haben? Wo soll das noch hinführen (also im Netz – das Beispiel ist ja hoffentlich weiterhin metaphorisch)?

  • Im Einkaufsparadies

    Die Salami, die Chips, die Bananen, das Sonnenblumenkernebrot, die Samt-Marmelade. Alles mit all dem anderen Kram im Wagen verstaut, die Hand im Portemonnaie, die Worte gesprochen: „Ich zahle mit EC.“ Das junge Fräulein an der Kasse des neu eröffneten Kauflands nimmt die Karte entgegen und vollführt all ihre Tätigkeiten um das Geschäft mit einem Bezahlvorgang abzuschließen. Der kleine Drucker spuckt einen Zettel aus, das Fräulein deutet auf den Betrag, blickt nochmals auf meine EC-Karte und sagt lächelnd: „23 Euro 68 macht das, Herr Graf.“ Ich bin überrascht, mit Namen angesprochen zu werden und murmle ein zustimmendes „Mhmh.“ Und noch während ich mein Portemonnaie verstaue fragt mich das Fräulein: „War denn alles in Ordnung?“ Ich sehe mich um und frage „Bitte?“ Sie wiederholt die Frage: „War alles in Ordnung?“ Ich kapiere es nicht. „Alles in Ordnung? Was denn?“ „Nun, ihr Einkauf. War alles in Ordnung damit?“ Ich bin völlig perplex. So eine Frage habe ich nun gar nicht erwartet.

    Ich denke nach und möchte dem Fräulein sagen, dass Kaufland noch immer nicht meine Lieblings Chips im Sortiment hat. Ich möchte ihr sagen, dass ich die Strategie, Produkte nach Kategorien und nicht nach Hersteller zu sortieren, nicht mag. (Zur Erklärung: im Kaufland findet man nicht ein Regal mit allen Samt-Marmeladen, sondern ein Regal mit allen verfügbaren Himbeermarmeladen, wo sich dann auch die Samt irgendwo versteckt. Und daneben ein Regal mit allen Erdbeermarmeladen und dann eines mit allen Kirschmarmeladen und so weiter) Ich möchte ihr sagen, dass ich die Gänge zu eng finde und teilweise nirgendwo weiter kam, wenn wohlbeleibte Menschen, Wagenhaufen und plaudernde Grüppchen sich nicht um restliche Kunden scherten. All das möchte ich ihr sagen. Doch stattdessen kommt ein „Ähm, ja, äh klar. Alles in Ordnung.“ aus meinem Mund. Dough.

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  • Die Google Position zu Weihnachten

    Das ist ja ein nettes kleines Weihnachtsgeschenk. Letztens stellte ich fest, dass ich bei Google mittlerweile recht weit vorne liege. Sucht man dort nach meinem Vornamen Roger, so findet man mich jetzt bereits auf Platz 2. Gleich nach Roger Cicero. Mit dieser Platzierung bin ich sehr zufrieden, schließlich konnte ich endlich Leute wie Roger Willemsen und Roger Federer hinter mir lassen. Und es erspart mir jetzt auch bei Gesprächen die Mühe, ausgiebig auf mein Blog und die Adresse hinzuweisen (da sich jeder nur .de anstatt .net merkt). Ab sofort sage ich nur noch: "Such einfach in Google nach Roger. Der coolste Typ steht auf Platz Eins und gleich danach komme ich." :-)

    Übrigens finde ich mich bei der Suche nach meinem vollem Namen erst auf Platz Fünf wieder, etwas weit abgeschlagen hinter meinem Namensvetter aus der Schweiz, der es mir auch schon bei den Verkäufen meines ersten Romans schwer machte.

  • Licht aus in, äh, für Fünf Minuten!

    Gestern fand in ganz Deutschland die Aktion "Licht aus" statt. Für fünf Minuten sollte jeder komplett das Licht ausschalten um damit auf den Klimawandel und die Energieverschwendung hinzuweisen. Begleitet wurde das Happening durch Aktionen und Werbemaßnahmen, die vermutlich mehr gekostet haben, als die eingesparte Energie gekostet hätte. Auch in Duisburg beteiligt man sich. Vor dem Hauptbahnhof entdeckte ich Autofahrer, die an ihren Wagen auf dem Seitenstreifen stehend brav das Licht ausgeschaltet hatten. Den Motor allerdings ließen sie laufen. Bloß weil man im Dunkeln warten soll, muss man es ja nicht schweinekalt haben, nicht wahr?

  • Nivea – manche Dinge ändern sich nie

    Heute kaufte ich mir ein Dose Nivea. Eine typische, dunkelblaue Dose mit dem bekannten, eingestanzten Schriftzug. Rein aus nostalgischen Gründen. Weil sich die Nivea-Creme nicht verändert hat, seit ich auf der Welt bin. Die Schriftart wurde zwar irgendwann mal modernisiert, aber so dezent, dass sie in meiner Erinnerung schon immer so ausgesehen hat. Der Rest blieb gleich. Auch der Duft. Und der erinnert mich so schön an die Samstage, die Badetage (damals musste man ja nur Mittwochs und Samstags in die Wanne). An Raumschiff Enterprise und das ZDF Ferienprogramm ("Hallo, Leute es sind Ferien. Alle machen blau von Flensburg bis nach Oberammergau, denn es sind Ferien und mit viel Tamtam und Information steigt wieder unserer Ferienprogramm…"), an Zini und Western von Gestern. Er erinnert mich auch an meinen Kletterbaum, mein Kettcar und an Anke vom Haus nebenan, die einen Nagel in ihrer Hand stecken hatte, als ein Regal beim Erklettern umfiel.

    Düfte sind das absolut beste und wichtigste. Nun creme ich mir die Hände ein und achte darauf, so auf der Couch zu liegen, dass ich den Geruch immer in der Nase habe.

  • Das iPhone exklusiv bei T-Mobile

    Die ganzen letzten Wochen wollte ich etwas über das iPhone schreiben. Mein derzeit liebstes Must-Have-Gadget. Ständig kam mir etwas dazwischen. Ständig passierte etwas auf dem Markt. Und doch blieb meine Meinung dazu immer gleich.

    Erst meckerten die Leute (also alle, die das iPhone nicht schon von Anfang an liebten), weil die Tarife bei T-Mobile so teuer sind. Dann meckerte Vodafone und zwang T-Mobile, das iPhone auch ohne SIM-Lock anzubieten. Dann meckerten die Leute (also alle, die das iPhone nicht schon von Anfang an liebten) über den nun noch höheren Preis. Zwischendurch meckerten die Leute (also alle, die das iPhone nicht schon von Anfang an liebten) darüber, das iPhone sei minderwertig und hätte gar nicht so viele Funktionen wie andere Handys. Dann wurde bekannt, dass man in Frankreich entsperrte iPhones würde kaufen können. Allerdings ohne Garantie, ob diese mit deutschen SIM-Karten überhaupt funktionieren. Dann meckerten die Leute (also alle, ach ihr wisst schon…) wieder über den französischen Preis. Dann kam plötzlich Debitel mit einem Angebot, ein T-Mobile iPhone für 999 Euro zu kaufen und dafür bei Abschluß eines Vertrages 600 Euro erstattet zu bekommen. Dann gab es Gerüchte, schon im nächsten Jahr würde die zweite iPhone Generation erscheinen, vielleicht sogar schon im Frühjahr in der Schweiz. Dann passte T-Mobile seine Tarife etwas an. Dann gewann T-Mobile in erster Instanz den Rechtsstreit mit Vodafone und kann das iPhone wie früher exklusiv anbieten.

    Und soll ich euch was sagen? Zum Glück. Denn derzeit schafft es kein Anbieter in Deutschland einen ähnlichen Tarif überhaupt anbieten zu können, um das iPhone wirklich nutzen und (ganz wichtig) genießen zu können. 399 Euro für das Gerät? Da habe ich mir schon teuere Sachen gewünscht. 50 Euro im Monat? Nun, das wäre zwar das doppelte meines momentanen Tarifs, aber dafür auch viermal soviel Spaß, wie ich im Moment mit meinem Handy habe. Das iPhone kann nicht so viel, wie andere Handys? Das mag stimmen, allerdings nutze ich die Funktionen anderer Handys zu 95% deshalb nicht, weil sie unsinnig sind oder keinen Spaß machen. Womit das iPhone für mich weit mehr kann, als alle andere: es begeistert mich.

    Werde ich mir demnächst ein iPhone holen? Leider nein. Derzeit stecke ich noch in meinem O2 Vertrag. Außerdem werde ich wirklich erstmal abwarten, was das nächste Jahr bringt in Sachen zweiter Generation und Tarifanpassung seitens T-Mobile. Aber nächstes Weihnachten… nun, wer weiß…