Jahr: 2007

  • Duisburg und ich (2)

    Duisburg in aller Munde. Eben wurde noch täglich über die Stadt und die hier stattfindende Ruderweltmeisterschaft berichtet, bei der die deutschen Kanuten sehr erfolgreich abschnitten. Und schon folgt das nächste große Thema, das wir wohl noch die nächsten Tage in den Medien hören werden. Mafiakriege, Hinrichtungen und Schießereien am Duisburger Hauptbahnhof. Kaum überraschend, wenn ich euch erzähle, dass ich knapp 500 Meter vom Tatort entfernt wohne. Da bin ich extra von Müllheim in die große Stadt gezogen, um diesem Mord und Totschlag zu entgehen, da verfolgt es mich schon wieder. Schrecklich.

    Jaja Düsburch. Mittlerweile fand ich auch die Zeit, mich ein wenig umzusehen. die Stadt und die Umgebung etwas kennen zu lernen. So lag ich bereits am Wolfsee, einem der Seen der sogenannten Sechs-Seen-Platte. Ein wunderschönes Naherholungszentrum, mit vielen Wäldern, vielen Wanderwegen und natürlich viel Wasser. Sogar mit Sandstrand im Seebad und einer Wassertemperatur von gefühlten 5 Grad Celsius.

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  • Streik

    Nanu, fragt sich manch einer womöglich. Da schreibt der Roger in letzter Zeit soviel über sein (ehemaliges) Leben als Lokführer. Versucht, ein wenig hinter die Kulissen des Eisenbahngeschäfts blicken zu lassen und wirbt für mehr Verständnis. Und nun, da die Lokführer in aller Munde und nicht mehr aus den Medien wegzudenken sind, kommt nichts mehr? Hat er denn keine Meinung zu dem ganzen Streik-Hickhack?

    Doch, hat er. Eine eindeutige sogar. Völliger Blödsinn, was gerade in deutschen Landen so abgeht. Zugegeben, vieles über diesen versuchten Streik weiß auch ich nur aus den Nachrichten. Wirklich betroffen bin ich ja derzeit nicht mehr, da ich nicht bei der Deutschen Bahn angestellt bin. Aber tief in meinem Herzen bin und bleibe ich Lokführer und stehe daher auch hinter den Kollegen und unterstütze ihre Bemühungen. Dennoch kann ich leider nicht mit Insiderwissen dienen. Auch habe ich bis jetzt noch mit keinem meiner ehemaligen Kollegen gesprochen. Und selbst wenn, bekäme ich von jedem ohnehin nur seine persönliche Meinung.

    Was also sind die Fakten? Ganz einfach. Die Lokführer wollen mehr Geld. 31% mehr. Das ist verdammt viel, so meint man. Vergleicht man allerdings die heutige Bezahlung deutscher Lokführer mit den ausländischen Kollegen, sind 31% schon gar nicht mehr so wild. Außerdem kam die Zahl 31 ja nur zustande, weil hier eine Lohnerhöhung auch dadurch errechnet wurde, indem man die immer häufiger wegfallenden Zulagen einbezog (die Lokführer-Bezahlung ohne Zulagen ist äußerst mager).

    Der eigene Tarifvertrag? Nun, wäre praktisch, soll aber wohl nur eine kleine Zugabe sein, die die Gewerkschaft GDL gerne hätte. Fraglich, ob wirklich alle Lokführer auch Wert auf diesen legen.

    Die Situation? Verfahren und mittlerweile lächerlich. Das vom Gesetz erlaubte Streikrecht wird hier mit Füßen getreten. Im Ernst, ich unterstütze jeden Streik, da ein Streik wohl in den wenigsten Fällen aus einem Affekt begonnen wird. Da brodelt etwas und dem Ärger wird früher oder später Luft gemacht. Natürlich ist ein Streik immer ärgerlich. Das soll er ja auch sein. Natürlich war es schlimm, als die Ärzte streikten. Oder die Telekom Mitarbeiter. Aber sie streikten aus gutem Grund. Nur den Lokführern kann man es offenbar verbieten.

    Schlimm ist einfach, dass ab jetzt irgendjemand sein Gesicht verlieren wird, egal wie die Geschichte endet. Entweder macht sich die Bahn lächerlich, oder die Gewerkschaften mit den Lokführern oder gleich der ganze Staat.

    Nachbarn wie Franzosen oder Italiener schmunzeln vermutlich oder schütteln den Kopf über die Geschehnisse dieser Tage. Denn in Frankreich und Italien gehört ein Streik einfach dazu. Dort streikt man, überspitzt gesagt, auch gerne mal nur um auf sich aufmerksam zu machen. Und mit Erfolg. Die beiden Länder wissen, was sie an ihrer Eisenbahn haben und behandeln die wichtigsten Mitglieder so gut wie möglich (oder werden dazu gezwungen).

    Um es auf den Punkt zu bringen: im Vergleich zum Ausland und im Vergleich zu privaten Bahnen im Inland, in Anbetracht der Verantwortung und des Arbeitspensums, in Anbetracht der häufiger werdenden Streichungen von Zulagen und Beschneidungen ist es in meinen Augen mehr als gerechtfertigt, dass die Lokführer hier für mehr Gerechtigkeit und Geld plädieren. Da mag Deutschland nun so lange anderer Meinung sein wie es will, da mag die deutsche Wirtschaft noch so lange lamentieren, dass ein Streik Millionen kosten würde, da mögen Gerichte noch so lange versuchen wollen, die Streiks zu verbieten. Es ändert nichts an der Tatsache, dass der Streik gerechtfertigt ist.

    Wie auch immer hoffe ich sehr, dass diese Geschichte in irgendeiner Form gut für die Lokführer ausgehen wird. Sehen wir es mal so: Die Aufregung und die Verbote sind doch immerhin ein Beweis dafür, dass sich Deutschland trotz ständigem Nörgelns wohl bewusst ist, was sie an ihrer Eisenbahn hat. So wie die Franzosen und die Italiener auch.

  • Bohr’n to be alive

    Heute mal wieder festgestellt, wie sehr ich bohren hasse. Plötzlich auftretende Löcher hinter der Wand, falsche Dübel, nicht passende Schrauben, Stahlbeton, herausbrechende Gipsstücke. Ich hasse es. Wieso kann nicht alles mit Nägeln befestigt werden? Wer erfindet mir den Universal-Nagel, mit dem alles, wirklich alles festgemacht werden kann. Ich will nicht mehr bohren. Am liebsten würde ich einfach alles nageln. Hach, wäre das schön.

  • FR-R 2807

    Weiß eigentlich jemand, wie lange man Zeit hat, sein Autokennzeichen zu ändern, wenn man in eine andere Stadt gezogen ist? Zwei Monate? Drei vielleicht? Und, falls man das Kennzeichen nicht ändern kann, weil es die allerletzte Verbindung zur alten Heimat ist, die man einfach nicht los lassen will, wird man dafür bestraft? Besonders bei dieser Erklärung?

  • Starlight Express

    "Züge waren sein Leben", wird man einmal über mich sagen. Aufgewachsen in einer Bahnsiedlung, eine Lehre bei der Bahn begonnen, begeistertet Lokführer geworden, irgendwann nach Duisburg gezogen, um auch dort wieder für ein Eisenbahnunternehmen zu arbeiten. Und nun geht der Kerl auch noch in ein Musical. Nahe liegend, dass es nur Starlight Express sein kann

    Meine erstes kulturelles Erlebnis im Pott und gleich so eine Schau. Zugegeben, ich bin nicht der größte Musical Fan und entsprechend zweifelnd mit Britta auf dem Weg nach Bochum gewesen. Doch die Aufführen war einfach klasse, die Stimmung der Hammer. Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht und ich würde tatsächlich auch ein zweites Mal eine Aufführung besuchen. Nicht nur, weil ich die Idee für die Geschichte an sich schon toll fand (ein Kind spielt mit seiner Eisenbahn und veranstaltet ein Wettrennen, in dem Rusty, die alte Dampflok, versucht gegen Diesel- und Elektrolok zu gewinnen). Auch die Songs machten Spaß. Wobei – hier auch mein einziger Kritikpunkt: ich hätte das Ganze lieber im englischen Original gesehen. Denn nicht nur, dass es schwierig ist, die Texte sinngemäß zu übersetzen und sie dabei sprachlich auch noch so zu formen, dass sie zu Reim und Melodie passen, litt die Verständlichkeit auch an den Sängern selbst. Allesamt dem englischen und holländischen Raum entstammend, verstand ich zu oft kein einziges Wort und mehr als einmal waren die Texte einfach nur dümmlich und lächerlich. Was besonders gefühlvollen Songs einen Dämpfer verpasst.

    Nichtsdestotrotz amüsierte ich mich prächtig, so wie das restliche Publikum auch. Standing Ovations, jubelnde und pfeifende Massen am Ende der Show. Man kann sich kaum vorstellen, dass dies seit fast 20 Jahren beinahe jeden Abend so passiert. Ich war und bin begeistert und auch wenn ich Rusty den Sieg am Ende natürlich gönne, hätte ich persönlich auch den ICE gerne als Sieger gesehen. Aber nur aus persönlicher Verbundenheit. Züge sind halt immer noch mein Leben.

     

  • René Marik: Schneewante und Rapante

    Man muss wohl eine ganz besondere Art von Humor besitzen um folgendes lustig zu finden. Ich persönlich habe ihn, diesen Humor. Und Surfguard wohl auch, der durch eine Kurt Krömer DVD (ebenfalls geil der Typ) auf René Marik aufmerksam wurde. Und auf dessen Schneewante und Rapante.

    Diese beiden Stücke finde ich so urkomisch, dass ich euch auch noch Kalle aufm Eisberg zeigen muss. Nicht, dass es dann wieder hinterher heißt: „Wieso hast’n det nich gezeigt?“ Ja hättste hättste hättste hättste hättste. Ne ne, hätte hätte liecht im Bette. Den Schuh zieh ick mir nich an, Freunde. Da.

  • Sportfreunde Stiller: Alles Roger!

    Eigentlich bin ich ja nicht wirklich ein Fan der Band „Sportfreunde Stiller“. Zugegeben, letztes Jahr habe ich natürlich mit Begeisterung „54, 74, 90, 2000x“ mit gegrölt. Das restliche Werk der Band lief aber komplett an mir vorbei. Bis jetzt. Denn die Sportfreunde haben mir und meinem Blog einen Song gewidmet. Alles Roger. Und hey, sogar den Text finde ich einigermaßen klasse. Sprachverwirrungen, da steh ich doch drauf. Also liebe Sportfreunde, um die Frage im eurem Song zu beantworten: Wer ist Roger? Na, ich. Alles Roger?

  • Duisburg und ich (1)

    Da sitze ich nun also in Duisburg. Was soll ich sagen? Kalt und regnerisch war es hier. Der einzige Trost: im restlichen Deutschland war es nicht anders. Mittlerweile ist es drückend heiß und schwül. So wie im restlichen Deutschland auch. Ich könnte mal raus. Ich sollte mal raus. Bisher war es immer zu nass, jetzt ist es zu heiß. Da trau ich mich gar nicht erst auf mein Fahrrad. Dazu kommen diese zwei kleinen Gedanken: 1) Ich habe hier in der Wohnung noch genug zu tun. Alles sieht noch aus wie zusammen gewürfelt und weit entfernt von einem gemütlichen Nest. 2) Was soll ich denn so allein da draußen? Klar, radeln kann man alleine und ich würde endlich mal ein wenig mehr von der Umgebung zu Gesicht bekommen. Außerdem könnte ich endlich mal erste Fotoexkursionen unternehmen. Denn zum Fotografieren, das weiß ich schon jetzt, gibt es hier genug. Dennoch, ich bin einfach nicht der Typ um auf eigene Faust loszuziehen. Das muss ich vielleicht noch lernen. Oder ich suche Leute in einer Community.

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  • Filmkritiken

    Kommen wir einmal zur – ich möchte sagen – Quintessenz des Bloggens. Zur Veröffentlichung des persönlichen Standpunktes. Der persönlichen Meinung. Die Frage lautet wie immer: weshalb blogge ich? Und ja, natürlich um meine Geschichten zu erzählen, meine Anekdoten, meine Abenteuer. Und auch um der Welt meine Sicht der Dinge zu präsentieren. In der Hoffnung, damit auf Gleichgesinnte zu treffen und Menschen anzusprechen oder um eine Diskussion mit Menschen anderer Meinung zu führen. Beides ist gleichermaßen reizvoll und beides erhoffe ich mir mit jedem Artikel.

    Nun bin ich ja passionierter Film-Fan und was läge näher als über genau dieses Thema zu referieren? Schließlich ist das Thema Film ein unerschöpfliches und volgestopft mit soviel persönlicher Meinung, dass man grundsätzlich immer auf Gleichgesinnte oder Abgeneigte trifft. Film und Kino wären doch perfekt geeignet für ein Blog. Dennoch mag ich einfach nicht mehr über Filme schreiben.

    Zum einen, weil der große Vorteil des Themas (jeder hat eine eigene, persönliche Meinung) auch der größte Schwachpunkt ist. Denn jeder hat eine eigene, persönliche Meinung. Und was bringt es der Welt, wenn ich ihr erzähle, dass ich Stirb langsam 4.0 extrem klasse fand, Shrek 3 dafür aber erschreckend fade. Manch einer mag mir zustimmen, viele andere eben nicht. So what?

    Erfahrungsgemäß ernte ich auf meine Filmkritiken keinerlei Reaktionen, weshalb es mir auch müssig erscheint, angestrengt einen Text aus den Fingern zu saugen, um meine Meinung zu begründen. Okay, eigentlich könnte man das über jedes Thema sagen, über das ich hier schreibe. Aber aufhören zu bloggen möchte ich deshalb nicht. Nur aufhören, lange Texte über Filme zu schreiben.

    Es ist ganz einfach: Mittlerweile lasse ich mich auch im privaten Umfeld auf keine Diskussionen mehr ein. Wozu auch? Hey, ich fand Armageddon spitzenklasse. Und ich kenne Leute, die mich dafür gerne steinigen würden. Gleichzeitig würde ich mir lieber einen Schraubendreher ins Auge stechen, als noch einmal Ice Age 2 anschauen zu müssen. Und auch mit dieser Meinung stehe ich weitestgehend alleine da.

    Wirklich jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er einen Film mag. Da helfen keine Kritiken, keine Empfehlungen. Da kann ein Kritiker noch so eloquent sein und noch so lange Filmwissenschaften studiert haben. Da mag jemand noch soviel Hintergrundwissen besitzen und noch so leidenschaftlich bei der Sache sein. Es ändert nichts an der Tatsache, dass jeder für sich selbst entscheidet, ob ein Film gefällt oder nicht.

    Warum also sollte ich in langen Texten begründen, warum ich einen Film mag oder nicht? Weil das die Quintessenz des Bloggens ist, die eigene Meinung zu vertreten? Sicherlich. Vielleicht bin ich ja auch einfach zu sehr Filmfan. Denn am liebsten möchte ich hinausschreien: „Seht ihn euch selbst an! Und hört nicht darauf, was andere darüber sagen.“

    Gleichzeitig muss ich aber auch gestehen, dass ich liebend gerne Berichte und Kritiken zu Filmen lese (Anke Gröner, 5 Filmfreunde etc.). Das hat aber noch nie etwas an meiner Meinung zum Film geändert. Im Grunde hätte ich mir das Lesen auch sparen können. Aber ich kann nunmal nicht anders.

    Wie auch immer: lange Filmrezensionen wird es hier nicht mehr geben. Aber – um des leidenschaftlichen Bloggens Willen – und für die Leidenschaft zum Thema Film, werde ich dennoch nicht darauf verzichten, meine Meinung kundzutun. Viel zu lange habe ich das schon nicht mehr gemacht (denn ich sehe leider weitaus mehr DVDs als Kinofilme).

    Also: Stirb langsam 4.0 fand ich äußerst klasse. Die Action stimmt, die Sprüche sind knackig, die Story reicht für den Film, die Logik darf dabei gerne hinten an stehen und Bruce Willis hat’s einfach immer noch drauf. Ein Actionkracher, der (mir) Spaß macht. Punkt.

    Und Shrek 3 war schlechter als Teil 2, der schlechter als Teil 1 war. Die Story ist fade, die Gags nicht mehr so zündend, die Musikuntermalung teilweise unpassend, platt und auf CD-Verkauf getrimmt. Außerdem hatte ich sehr oft das Gefühl, als hätten die Macher keine Ideen mehr gehabt (Esel und Kater tauschen ihre Identitäten – was völlig unnötig reingepfuscht wurde). Deshalb: bitte keinen vierten Teil mehr (er befindet sich bereits in Produktion).

    Das soll als Filmkritik von mir genügen. Wer mit mir einer Meinung ist: herzlich Willkommen. Wer anderer Meinung ist: und Tschüß. Und wer die Filme noch nicht gesehen hat: vergesst, was ich hier geschrieben habe und seht sie euch selbst an.

  • Synchronstimmen

    Als Film-Nerd fällt es einem sofort auf, wenn ein Schauspieler plötzlich eine andere Synchronstimme bekommt. In den meisten Fällen bleiben die Hintergründe für den Wechsel dunkel. Welcher normale Kinogänger interessiert sich schon dafür? Bei den meisten dürfte es nicht einmal auffallen. Aber gerade markante Synchronstimmen wie die von Bruce Willis, von Julia Roberts, von Eddie Murphy und Tom Hanks (Kevin Kline, Bill Murray u.a), Robert DeNiro oder Al Pacino etc. brennen sich einem so ins Hirn, dass es richtig weh tut, wenn der Sprecher ersetzt wird. 

    In Deutschland gibt es eine richtige Synchronisationskultur, die zum Glück auch gepflegt wird. Die Filmfirmen wissen um diese Kultur und versuchen, die Sprecher beizubehalten. Liest man in einschlägigen Foren, bekommt man einen Eindruck davon, welche Kämpfe hierfür hinter den Kulissen ausgefochten werden. So hat es wohl nur monetäre Gründe, dass George Clooney nicht mehr mit der Stimme spricht, die man aus Emergency Room kennt. Weshalb Brad Pitt in Troja plötzlich mit der Stimme von Nicolas Cage sprach, lag tatsächlich an Regisseur Wolfgang Petersen, der die Synchronisationen absegnen musste und eine markantere Stimme für den Helden Pitt verlangte. Unverständlich. Unverständlich auch, weshalb Sandra Bullock in "Das Netz" eine Piepsstimme bekommen hatte. War die Originalstimme in Urlaub oder krank? Oder mit einem anderen Film beschäftigt? Die Beispiele sind mannigfaltig und oftmals für den Zuschauer mehr oder weniger ärgerlich.

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  • Bye bye erstmal

    In zwei Tagen ist es soweit. Der Umzug nach Duisburg, der neue Job, das neue Leben. Und der vorübergehende Verlust meines Kontaktes zur Internet-Welt. Deshalb sage ich jetzt erstmal Tschüß. Stellt mir nix, an, macht nix kaputt und am wichtigsten: vergesst mich nicht. Sobald ich wieder online bin (so in 3 bis 68 Wochen etwa), geht es hier wie zuvor weiter. Ich werde auch per Mail nur schwer zu erreichen sein, da noch nicht abzusehen ist, wann und wo ich an einen Rechner komme. Bis wieder alles in ordentlichen Bahnen läuft, werde ich garantiert genügend Stoff für neue Artikel zusammen haben. Bye bye erstmal. Wir lesen uns bald wieder.

  • 1&1 und so

    Als ich die Mail mit der Frage bekam, ob ich mit dem Support von 1&1 zufrieden sei, ignorierte ich sie dieses Mal nicht wie sonst. Ich antwortete und beschrieb, weshalb ich nicht mit dem Support zufrieden bin. Grund ist mein anstehender Umzug. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich Schlimmes befürchte, meinen Telefon- und Internetanschluss betreffend. Die Telekom machte bisher keine Schwierigkeiten, der Anschluss ist geschaltet. Ratadsching, die ersten 60 Euro weg. Nachdem ich auch endlich die neue Rufnummer hatte, informierte ich 1&1 bei deren Umzugshotline. Ich sprach mit dem Mitarbeiter, gab ihm alle nötigen Daten und war bereits guter Dinge, bis er einen Satz fallen ließ. „Ich muss Sie aber darauf hinweisen, dass Sie etwa drei Wochen keinen Internetanschluss haben werden.“ „Wie? Wieso drei Wochen?“ „Es tut mir leid, das liegt nicht an 1&1, sondern an der Telekom. Wir lassen diesen Puffer immer zwischen den Schaltungen.“ „Sie lassen diesen Puffer immer? Selbst wenn der neue Anschluss schon bereit ist?“ „Ja, tut mir leid.“ „Hätte es etwas genützt, wenn ich mich drei Wochen früher bei Ihnen gemeldet hätte?“ „Ja, dann hätten Sie den Anschluss pünktlich zu Ihrem Umzug in der neuen Wohnung gehabt. Allerdings hätten wir drei Wochen früher Ihren alten Anschluss in der alten Wohnung abschalten müssen.“ Da blieb mir die Luft weg.

    Ich fragte also nach, wie verbindlich diese drei Wochen sind. „Nun, es kann auch schneller gehen“, antwortete der Hotline-Mitarbeiter. „Aha, aber es kann auch länger gehen?“ hakte ich nach. „Ähm, ja, das lässt sich im Vorfeld immer nur schwer sagen.“ Ahja. „Es kann also auch passieren, dass ich noch länger ohne Internet und ohne Telefonflatrate in Duisburg sitze?“ fragte ich wieder. „Nun, ja, das kann passieren, aber wir wollen es nicht hoffen.“ „Nein, wir wollen es ganz bestimmt nicht hoffen. Immerhin verlangt ihr 50 Euro dafür, mir mehrere Wochen mein Internet weg zu nehmen.“ „Tja, da bin ich ganz mit ihnen auf einer Wellenlänge.“

    Er ist also ganz mit mir auf einer Wellenlänge. Wie sehr mich das doch freut. Ich würde gerne mal eines wissen: Wo genau liegt das Problem bei 1&1? Ich habe genug Artikel in der ct‘ über diesen Ärger gelesen und immer schob einer die Schuld auf die anderen. 1&1 sagt, die Ports seinen von der Telekom nicht freigeschaltet, die Telekom sagt, sie hätten von 1&1 noch gar keinen Auftrag bekommen. Und so weite und so weiter.

    Okay, kann ja alles sein, obwohl das schon ätzend genug ist. Und trotzdem knöpft mir 1&1 jetzt 50 Euro für diesen „Service“ ab. Ratadsching. Und – um das Ganze noch dreister zu machen – man lässt mich weiter die monatlichen Grundgebühren bezahlen, obwohl ich nichts von dem, was ich bezahlt habe, nutzen kann. Auf unbestimmte Zeit.

    Liest hier zufällig jemand von 1&1 mit? Kann mir irgendjemand erklären, was hier 50 Euro zu kosten hat? Muss ein Techniker irgendwohin geschickt werden? Oder werden nur zwei Buttons an einem Rechner gedrückt? Gibt es eine Möglichkeit, diesen Unsinn zu beschleunigen? Gibt es eine Möglichkeit wenigstens mein Geld zurück zu bekommen für die fehlenden Wochen, in denen ich überhaupt nichts nutzen konnte? Oder … hab ich irgendeine Chance aus diesem Vertrag auszusteigen?

    Ach, dafür wird es jetzt bestimmt zu spät sein. Aber so langsam wünschte ich, ich hätte das ganze Paket von der Telekom. Oder von meinem neuen Kabelanbieter (leider steht meine neue Wohnung noch nicht in dem beschalteten Gebiet).

    Deshalb, sehr geehrtes 1&1 Konsortium: DAS ist wahrlich kein guter Service. Und wenn mein Vertrag bei Euch zu Ende geht werde ich mir sehr sehr genau überlegen, ob ich weiterhin Kunde bleibe. Ich möchte wenigstens hoffen, dass die ständigen Verbindungsabbrüche in Duisburg nicht mehr auftreten, mit denen ich hier in meiner alten Wohnung zu kämpfen habe, seitdem ich auf eurer fabelhaftes 3DSL umgestiegen bin. (Auch dort war euer Service nicht wirklich bemüht, mir zu helfen)

    Wie ich mindestens drei Wochen ohne Internet, ohne Mails, ohne mein Blog, ohne mein ICQ, ohne WoW, ohne mein Google Earth, ohne Online Banking, ohne irgendwas, an das ich mich so lange gewöhnt habe, auskommen soll, ist mir ein Rätsel. Dass ich in meiner neuen Wohnung erstmal keinen Kühlschrank habe, hätte ich verkraften können. Aber kein Internet… Und die Antwort auf meine Beschwerde-Mail werde ich auch nicht erhalten – ganz gleich, welche Antwort ich auch bekomme. Eins und Eins ist manchmal einfach Null.

  • Abschiedsparty

    Mein alljährlich stattfindendes Frühlingsfestchen wurde diesmal von dem Makel des Abschiednehmens überschattet. So kamen auch all die Freunde ein letztes Mal in meine alte Wohnung, um gemütlich beisammen zu sitzen, zu quatschen und zu lachen. Natürlich hatte ich wieder viel zu viel Essen vorbereitet. Beinahe schon Tradition.

    Zum Abschied schenkten mir die Lieben ein gemeinsames Bild (das ich natürlich an prominenter Stelle in der neuen Wohnung platzieren werde) und ein T-Shirt mit der Aufschrift "Eine lange Rote mit". Echte Freiburger wissen natürlich, was es damit auf sich hat. In Duisburg werde ich das erstmal erklären müssen. Hoffentlich hält es niemand für eine sexuelle Anspielung.

    Sven, Judith und die mittlerweile um einiges größere Maya mussten bald wieder nach Hause (und Julia, da mit dem gleichen Auto unterwegs). Der Rest der Bande blieb dafür bis zum Sonnenaufgang. Wir spielten die ganze Nacht Wii Sports, wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann. Bei Tennis und Bowling kämpften Martin, Becci, Chris, Thomas und Julia gegeneinander und auch Boxen wurde reichlich gespielt.

    Schön war’s. Und traurig. Ich hoffe doch, nächstes Jahr wieder so ein Fest auf die Beine stellen zu können. Dann eben auf einer Terrasse in Duisburg. Ich werd‘ euch vermissen, Freunde.

  • Flickr und die Zensur

    Die Geschichte zwischen flickr und mir ist eine lange. Zuerst war ich von flickr begeistert (Rogr), dann wollte ich etwas eigenes, dann proklamierte ich, flickr nicht zu mögen, dann besann ich mich eines besseren und erwarb doch einen Pro Account. Und nun, da wir zwei, flickr und ich, so weit gekommen sind und so lange gebraucht haben, uns zu mögen, fällt mir das Ding in den Rücken. Flickr fängt an zu zensieren. Nicht überall auf der Welt, aber unter anderem auch in Deutschland. Ich gebe zu, ich habe diese Taktik, wie sie hier beschrieben ist, noch nicht ganz verstanden. Was bedeutet diese Zensur für mich? Zunächst einmal nichts, meine Bilder sind alle safe und auch entsprechend gekennzeichnet. Jeder wird sie sehen können. Nun frage ich mich, welcher Fotograf seine Bilder als moderate oder restricted kennzeichnet. Irgendwie glaube ich daran, dass alle Fotografen dieser Welt Künstler sind, die auch schockierende Bilder als Kunst sehen und daher nicht der Meinung sind, man müsse sie verstecken. Weshalb sollte ein Fotograf also ein Bild anders als safe einstufen? Und weshalb sollte mich dieser aufgezwungene Filter und die damit verbundene Zensur kümmern?

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  • Des Lokführers letzte Worte – Teil 2

    Auch wenn ich jetzt kein Lokführer mehr bin, bleibe ich diesem Berufsstand dennoch weiter verbunden. Und noch immer verteidige ich ihn, wo es nur geht. Eigentlich verteidigte ich schon immer die gesamte Bahn und werde es wohl auch immer tun. Weil ich aus Leidenschaft als Lokführer arbeitete. Und weil ich genug Hintergrundwissen habe, um mich und die Bahn rechtfertigen zu können. Mein Motto lautete stets: der einzige, der sich über die Bahn aufregen darf, bin ich. Nun denn, ich bin kein Lokführer mehr. Zeit, einmal die wichtigsten Punkte aufzugreifen, über die sich die Leute immer wieder ärgern.

    Zunächst mal muss ich los werden, dass jeder Mitarbeiter den ich kenne, sein möglichstes tut, damit all die Züge sicher und pünktlich unterwegs sind. Niemand, egal ob in der Chefetage (zumindest die Chefetage, die sich noch mit dem Verkehr beschäftigt – was die Herren weiter oben so machen steht auf einem anderen Blatt) oder der Mann, der für das Weichenschmieren zuständig ist, hat ein Interesse daran, absichtlich etwas zu sabotieren. Aber, wie in jeder Firma gibt es immer wieder Menschen, die Fehler machen, Mitarbeiter, denen Informationen fehlen, die im Stress sind, die einfach einen schlechten Tag haben oder genervt sind. Deshalb kann es auch immer wieder mal zu Problemen kommen, deshalb können Dinge schief gehen. Bei der Bahn, wie auch anderswo.

    „Die Bahn hat immer Verspätung“, musste ich mir am häufigsten anhören. Nun, es ist ganz einfach: die Bahn wird niemals immer pünktlich sein. Das ist schon Systembedingt nicht möglich. Das deutsche Bahnnetz ist derart engmaschig, die Züge fahren in so dichtem Takt hintereinander her, wenn hier nur ein kleines bisschen schief läuft, wirkt sich das Großflächig aus. Hat ein Zug in Berlin einen Schaden an der Lokomotive, ist das in Frankfurt noch zu spüren. Wirft sich ein Mensch vor einen Zug und die Strecke ist eine Stunde in Dortmund gesperrt, haben die Nahverkehrszüge in Stuttgart deshalb noch Verspätung. Man stelle sich das Netz der Bahn als stillen See vor und werfe nun irgendwo einen Stein hinein. Die Wellen breiten sich über den kompletten See aus.

    Ich schlage gerne folgendes Gedankenspiel vor: Man nehme sich einen Routenplaner und berechne die Fahrtdauer mit dem Auto von München nach Berlin. Dann fahre man jeden Tag zur gleichen Zeit, ohne irgendwo die Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten los. Ich wette, man kommt an keinem einzigen Tag entweder pünktlich oder gar zur gleichen Zeit an. Warum? Staus, Unfälle, Baustellen, Schleicher, Probleme.

    Das ist bei der Bahn nicht anders, nur das man hier nicht einfach vorbeifahren kann. Ist die Strecke dicht, steht der Zug. Sitzen in dem Zug Fahrgäste, die einen Anschlusszug erwischen müssen, muss auch dieser warten. Was dazu führt, dass man im Idealfall diese paar Fahrgäste glücklich gemacht hat, während man die anderen 200 in dem Anschlusszug verärgert hat, weil der Zug warten musste. Wenn irgendwo in einem Stellwerk ein Relais, das seit 40 Jahren funktioniert, plötzlich seinen Geist aufgibt und ein Signal nicht mehr auf Fahrt gestellt werden kann, dann ist das ein Problem, das nicht innerhalb von zwei Minuten gelöst werden kann. Wenn eine Lok ausfällt, ein Wagen einen Schaden hat, wenn eine Weiche sich nicht mehr legen lässt, es irgendwo einen Stromausfall gibt, wenn Kinder im Gleis herum rennen, ein Baum auf die Strecke gestürzt ist, wenn ein Bahnübergang sich nicht schließen lässt, oder in einem heißen Sommer Büsche in Brand geraten, der durch den Funkenflug der Bremsen entstanden ist und die Feuerwehr anrücken muss – all das sind Probleme, die zu Verspätungen führen, die zu Verspätungen führen und so weiter.

    Würde man alles zusammen rechnen, was kaputt oder schief gehen kann, ist es sogar erstaunlich, dass die Züge doch noch relativ pünktlich unterwegs sind. Aber eben nicht immer. Aber die Leute sagen, die Bahn sei immer verspätet. Und das stimmt ganz einfach nicht. Ich habe jahrelang ICs und ICEs zwischen Basel und Frankfurt hin und her gefahren und kann versichern, dass ich vielleicht alle zwei Wochen größere Verspätungen hatte. Also Verspätungen, die über 15 Minuten lagen.

    „Aber mein Nahverkehrszug morgens hat immer Verspätung“, sagte man mir oft. Warum der nicht pünktlich fahren könne, warum man ihm nicht eine großzügigere Fahrzeit geben könne. Nun, weil kein Platz dafür ist, weil hinter ihm weitere Züge warten, die einen schnell, die anderen äußerst langsam. Hält ein Nahverkehrszug einen Güterzug auf, hält dieser auch einen Intercity auf. Die Bahn ist keine Autobahn, hier kann man nicht jederzeit überholen oder ausweichen.

    Und dann sind da ja noch die Leute, die auf den Bahnsteig gerannt kommen, obwohl die Türen eigentlich schon zu sind. Da sind die Gruppen, die 30 Mann hoch durch eine Tür hinein wollen und nicht auf die Idee kommen, eine weitere Tür zu benutzen. Da sind die Radfahrer und Kinderwagen, die erst einmal herein gewuchtet sein müssen. Da sind die Rentner und Behinderte, die einfach nicht so schnell sind. Viele kleine Verzögerungen, die nach 5 Haltestellen schon eine Verspätung von drei Minuten gebracht haben. Und um das ganze interessanter zu gestalten – am nächsten Tag sind keine Gruppen unterwegs, die Rentner bleiben daheim, keine Verzögerungen. Hätte der Zug hier mehr Luft im Fahrplan würde er unnötig herumstehen und die Strecke dicht machen. Wie man’s macht…

    „Der Zug ist einfach abgefahren, obwohl mich der Lokführer doch bestimmt gesehen hat, wie ich gerannt bin.“ Tja, das hört man immer wieder als Lokführer beim Nahverkehr. Da frage ich mich immer ,was wollen die Leute denn? Soll der Zug nun pünktlich fahren oder nicht? Wenn man spät dran ist um den Zug zu erreichen, soll er gefälligst Verspätung haben und auf mich warten, ist doch klar. Scheiß auf die ganzen Leute, die pünktlich im Zug sitzen und gern pünktlich abfahren würden. Beispiel Freiburg: Da kommen die Fahrgäste immer aus der Straßenbahn gestürmt, die oben auf der Brücke über den Bahnsteigen hält. Sie rennen die Treppe herunter und der Lokführer und der Schaffner sehen sie wohl. Also wartet man noch. Aber bis sie die Treppe runter, zum Zug gerannt und eingestiegen sind, ist mindestens eine Minute vergangen. In dieser Zeit kommt die nächste Straßenbahn an und Leute rennen die Treppen herunter. Eigentlich könnte der Zug den ganzen Tag stehen bleiben, weil immer Leute die Treppe herunter kommen und flehen und winken. Nehmen wir an, der Lokführer hat einen guten Tag und wartet drei Minuten. 5 Leute haben ihren Zug erwischt, der Zug fährt los, kommt in Schallstadt an und findet dort 10 wartende Fahrgäste vor, die schon wieder sauer sind, weil der Zug wie immer Verspätung hat. 5 glücklich, 10 sauer. Wartet er nicht, sind 5 sauer und 10 glücklich. Irgendjemand ist immer sauer…

    „Die Bahn ist zu teuer.“ Ja, das stimmt. Außerdem ist Auto fahren zu teuer. Und Fliegen. Und mobil telefonieren. Und die GEZ Gebühren. Alles zu teuer. Im Ernst.

    „Man bekommt nie Auskunft und weiß nie was los ist.“ Das liegt meist daran, dass die Mitarbeiter, die die Auskünfte erteilen sollen, selbst noch nicht wissen, was los ist. Nehmen wir ein Beispiel. Der Lokführer ist mit seinem Zug unterwegs und aus dem Maschinenraum ertönt ein Knall. Kurz darauf steht der Zug und nichts geht mehr. Spätestens jetzt wollen mindestens drei Stellen gleichzeitig wissen, was los ist und wann es weiter geht. Und das, während der Lokführer eigentlich nach der Ursache forschen sollte. Also sagt er der Leitstelle, dass er erst nachschauen muss, weil die Leitstelle bereits jetzt planen muss, was mit den Anschluss- und nachfolgenden Zügen passieren soll. Der Lokführer informiert den Schaffner, der ja den Fahrgästen etwas sagen muss. Der Lokführer telefoniert auch mit dem Fahrdienstleiter, der im nächsten Bahnhof Durchsagen machen soll, aber auch gleichzeitig überlegen muss, ob man die folgenden Züge überholen lässt. Mindesten vier Minuten sind bereits vergangen und im Grunde weiß niemand etwas. Der Lokführer macht sich auf die Suche. Der Schaffner macht die Durchsage im Zug, dass man nicht wisse, wann es weitergeht. Die Leute sind empört. Am nächsten Bahnhof hören die Leute aus dem Lautsprecher, dass der Zug unbestimmt verspätet sei. Sie sind empört, sie ärgern sich, weil sie seit fünf oder zehn Minuten warten und keine Informationen bekommen. Sie rufen nach Ersatzbussen. Die könnten in der Tat bestellt werden. Was vielleicht eine Stunde dauern würde. Bekommt der Lokführer den Zug aber wieder in Gang, wäre das alles umsonst. Der Fahrdienstleiter sitzt auf heißen Kohlen und weiß nicht, was da draußen vor sich geht, weil der Lokführer im Maschinenraum herum kriecht.

    Um diese Geschichte nicht endlos werden zu lassen: wenn irgendwo etwas schief läuft, sind alle im Stress, niemand weiß im ersten Moment etwas, die Lage muss immer erst geklärt werden, bevor Schritte eingeleitet werden. Und das dauert leider immer seine Zeit.

    Alles, was ich hier erzählte, sind nur kleine Beispiele. Es gäbe noch viel mehr zu erzählen, noch viel mehr Vorwürfe richtig zu stellen. Zu jedem einzelnen Beispiel könnte man ein „Ja, aber“ anführen oder ein anderes, noch schlimmeres Beispiel anführen. Das ist mir bewusst. Und doch bleibe ich dabei. Jeder, der an und auf der Strecke arbeitet, tut sein Möglichstes, um den Betrieb am Laufen zu halten. Das gelingt mal mehr, mal weniger. Ich hatte genügend Tage erlebt, an denen alles problemlos klappte. Deshalb weiß ich, dass die Leute, die behaupten, bei der Bahn ginge immer etwas schief, Menschen sind, die einfach über alles meckern und motzen und es nicht schaffen, das Gehirn einzuschalten, bevor sie anfangen zu schreien.

    Auch ich stand schon einige Male am Bahnsteig und wartete, auch ich habe schon Schalterbeamte gesehen, die nicht wirklich freundlich waren, auch ich konnte schon erleben, dass das Personal am Service Point ratlos war. Aber ich wusste, dass jeder sein Möglichstes tut.

    Ich hoffe, dass ihr, meine Leser, es nun auch wisst, oder zumindest eine Ahnung habt und bei der nächsten Störung, die ihr erlebt, an diesen Artikel denkt. Und das ihr dann durchatmet und euch erinnert, dass hinter den Kulissen gerade viele Menschen schwitzen und arbeiten und sich ebenfalls wünschen, die Störung wäre bereits beseitigt.

  • Des Lokführers letzte Worte – Teil 1

    Sentimental? Ja! Schon immer. Gestern, am 8.Juni 07 endete meine mittlerweile 12 Jahre andauernde Laufbahn als Lokführer. Ich machte zum letzten Mal den Job, den ich schon immer machen wollte, von Kindesbeinen an. Und just eine Stunde vor meinem Feierabend stand ich in Freiburg auf genau dem Gleis, an dem damals alles begonnen hatte. Wo zumindest meine Karriere als Streckenlokführer begonnen hatte. Davor war ich noch Rangierlokführer und stellte mit großen und kleinen Dieselloks Güter- und Reisezüge zusammen. Ich stand da, sah mir den Freiburger Rangierbahnhof an und kam ins Träumen und Erinnern.

    Die Anfänge meines Berufslebens, die langwierige Ausbildung, in der man uns wirklich jedes kleine Detail beibrachte. Meine erste Fahrt auf einer Rangierlok, wie beeindruckt ich war von der Kraft, die in der Maschine steckt. Die ewigen Nachtschichten mit den ewigen Rangierbewegungen. Die Umstrukturierungen bei der Bahn und mein Glück, beim Fernverkehr zu landen. Weitere Ausbildungen auf immer mehr Lokomotiven. Die Ausweitung des befahrenen Streckennetzes. Anfangs nur bis Mannheim, später bis nach Frankfurt und Mainz. Mittlerweile gar bis Köln. Die Ausbildung auf dem ICE. Die Woche in Fulda, wo ich im Simulator trainierte. Meine erste Fahrt eines Intercitys, später meine erste Fahrt eines ICE nach Frankfurt. Dieses Gefühl den Zug auf 250 km/h zu beschleunigen. Alle Fahrten unfallfrei. Und doch zwei Menschen getötet. Einen, weil es sein Wunsch war, auf diese Art aus dem Leben zu scheiden, den anderen, weil er zu blöd war und noch schnell über die Gleise rennen wollte.

    Ich erinnerte mich an die damalige Zeit. Meine Güte, 12 Jahre, das ist rückblickend so wenig und doch ist so viel passiert. Ich weiß noch, wie ich im Auto saß und heulte, als ich meine letzte Schicht als ICE-Lokführer hinter mir hatte. Weil ich dort schon wusste, dass es ein Fehler war, dass ich meinen Kopf, statt meines Bauch hatte entscheiden lassen. Das ist jetzt drei Jahre her. Als ich gestern zum letzten Mal meinen Nahverkehrszug verließ, war mir nicht nach Tränen zumute. Denn bei diesem Abschied ist mein Bauch ebenso wie mein Kopf davon überzeugt, das Richtige getan zu haben. Jetzt überwiegt die Aufregung vor der neuen Aufgabe.

    Das Thema Eisenbahn läßt mich natürlich nicht los, auch in meinem neuen Unternehmen werde ich mich weiterhin um das reibungslose Rollen der Züge kümmern, wenn auch von anderer Position aus. Aber meine Zeiten als Lokführer sind hiermit vorbei. Sentimental? Ja! Muß man vielleicht auch sein, wenn man einen Beruf mit Leidenschaft ausübt, oder?

  • Alle wollen nur mein Bestes

    Dass mich der Umzug nach Duisburg eine Menge kosten wird, war klar. Nerven, Mühe, Zeit und vor allem Geld. Aber hin und wieder hängt es mir einfach zum Halse raus. Ich habe heute einmal ausgerechnet, was ich im Monat für Telekommunikation, Internet und Fernsehen ausgebe. Da wären die 26 Euro ISDN Grundgebühr an die Telekom, 30 Euro Internet und Phone Flatrate an 1&1, 25 Euro O2 Flatrate plus knapp 10 Euro, die ich dennoch für Telefonate in fremde Mobilfunknetze ausgeben muss. Außerdem nochmals 17 Euro für digitales Kabel-TV. Von den GEZ Gebühren will ich da gar nicht erst anfangen. Alles zusammen also 108 Euro monatlich nur damit etwas surfen, hin und wieder meinem Mütterchen und meiner damalige Freundinn anrufen und Tanz-Shows im Fernsehen sehen kann. Muss das sein?

    Also erkundigte ich mich, ob ich irgendwo sparen kann. Ish (oder eigentlich Unitymedia, wie sie jetzt heißen) ist der Kabelanbieter in NRW und eben auch in Duisburg. Und Ish bietet wie mittlerweile jeder große Triple-Play Anbieter Internet, Fernsehen und Telefon im Gesamtpaket per Kabel an. Mit 30 Euro wäre ich dabei, frei von der Telekom, weg von 1&1. Aber – war ja klar – genau da wo ich hinziehe, ist das Angebot nicht verfügbar. Naja, aus dem 1&1 Vertrag wäre ich ohnehin nicht vor Ende 2008 heraus gekommen. (Ähnlich wie aus dem bescheuerten O2 Vertrag, aber das ist eine andere Geschichte). Also musste ich eben schweren Herzens einen Umzugsauftrag an die Telekom (T-Com, T-Home) absenden. Und dafür verlangen die Bastarde 60 Euro. Damit aber nicht genug. Auch 1&1 möchte mir für meine Treue und meine Umstände, umziehen zu müssen, ebenfalls 50 Euro abknöpfen. Ich gebe also alleine schon 110 Euro dafür aus, damit zwei Leute an einem Rechner einen Schalter drücken und mir meine Telefon- und Internetleitung freischalten (die ja schon vom Vormieter vorhanden ist). Und DAS nur mit viel viel viel Glück tatsächlich zu dem Zeitpunkt, den ich mir wünsche.

    Oh, ich ahne jetzt schon, dass durch diese ganzen Streiks alles in Verzug kommt, 1&1 mich bei jedem teuren Anruf über mein teures Handy informieren wird, dass die Schuld einzig an der Telekom liegt, während diese sich immer und immer wieder entschuldigen werden und mir irgendwann im September sagen, der Streik sei zwar vorbei, aber 1&1 habe alles falsch gemacht, was man nur falsch machen könne.

    110 Euro. Nicht, dass ich ja schon für die Spedition, eine neue Küche, dutzendweise Formulare und Unterlagen, neue EinEinrichtungsgegenstände, Rollläden, Kautionen etc. schon genug zu zahlen hätte. Nein, ich werde die nächsten zwei Jahre in meinem neuen Job nur dafür arbeiten, die Verluste auszugleichen, die der Umzug mit sich brachte.

    Womit meine Xbox 360 und mein Macbook in immer weitere Ferne rücken, aber naja.

    Zumindest habe ich in Duisburg wieder einen analogen Telefonanschluss, spare also die teure ISDN Grundgebühr. Außerdem habe ich beschlossen, Kabelfernsehen abzubestellen. In Duisburg ist DVB-T nämlich komplett ausgebaut. Das bedeutet, digitales Fernsehen über die Zimmerantenne, ohne Grundgebühr. Allerdings nur die wichtigsten Sender (aber so wenig, wie ich Fernsehen schaue, lässt sich das verschmerzen). Allerdings … ist DVB-T natürlich nicht kompatibel mit DVB-C, was bedeutet, dass der Kabelreceiver, den ich mir erst letztes Jahr gekauft habe nun unnötig wird und ich mir wieder einen neuen Receiver kaufen muss und aaaahrg….

    Ich möchte gar nicht erst davon anfangen, dass ich mir gerne endlich mal einen Festplatten- und/oder DVD-Rekorder gegönnt hätte. Wo gibt es einen günstigen, der alle Formate brennen und abspielen kann, der jeglichen DVB Tuner intus hat und vollkommen HD kompatibel ist, damit ich nicht nächstes Jahr schon wieder ein neues Gerät holen muss?

    Ach, und selbst wenn… vermutlich kostet er mehr als 110 Euro. Wenn ihr ab dem 22.Juni hier nichts Neues mehr von mir lesen könnt, wisst ihr warum…

  • Übers Bloggen

    Vor fast einem Monat las ich Anke Gröners Gedanken über das Bloggen. Kurze Zeit später dachte auch Diana über ihr Hobby nach. Und auch mir kribbelt es schon länger in den Fingern, etwas über das Bloggen zu sagen. Denn ich stellte auch in anderen Blogs fest, dass die Schreiber sich derzeit einige Gedanken machen. Über das Bloggen an sich, über Besucherzahlen, über Werbung und über die Position der Blogs im Vergleich zu anderen Medien.

    Nun, über letzteres denke ich ehrlich gesagt nicht allzu sehr nach. Meine Erfahrung dahin gehend ist eher, dass der durchschnittliche Internet Benutzer noch immer nicht weiß, was ein Blog ist. Weshalb ich noch immer gerne „Homepage“ sage, wenn ich von allesroger.net spreche. Die Erklärung, was ein Blog ist, kommt ohnehin nicht an. Weiterhin wissen noch immer zuviele Leute nicht, dass man ein Blog abonieren kann, kennen die Funktion und Nutzung von RSS Feeds gar nicht. Manchmal denke ich, das scheinen nur Featueres für uns Geeks zu sein. Traurig. So kommt es, dass ich immer wieder von Leuten höre „Was für einen Artikel? Ich war doch erst vor zwei Wochen auf deiner Homepage…“ Tja, in zwei Wochen kann eine Menge passieren.

    Ihr merk schon, das wird wieder so ein Jammerartikel. „Buhu, keiner liest mich.“ Naja, lasst mich erklären, wieso es nicht ganz so schlimm ist.

    Sehr oft höre ich von anderen Bloggern, sie würden nicht für die Leser schreiben, sondern nur für sich selbst. Das halte ich zunächst mal für Quatsch. Wenn ich tatsächlich nur für mich schreiben würde, müsste ich den getippten Text abspeichern, in einen Ordner auf meiner Festplatte verschieben und den Rechner runter fahren. Ich würde mir kaum die Mühe machen, ihn online zu stellen, die Seite nach meinen Wünschen zu gestalten und bei Google anzumelden. Sprich: sobald ich meinen Text online stelle, gebe ich ihn auch an die Öffentlichkeit und damit schreibe ich nicht für mich, sondern für die Öffentlichkeit, die ihn doch bitte lesen möge.

    Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich nur deshalb ein Blog habe. Ja, ich möchte gelesen werden. Und noch mehr: ich möchte auch das Feedback. Ich möchte mit meinen Artikeln unterhalten, hinweisen und manchmal auch etwas provozieren. Und ich möchte mich in den Kommentaren mit den Lesern darüber auseinandersetzen. Ich möchte wissen, dass meine Texte jemanden erreichen und eine Reaktion hervor rufen. Ganz gleich ob sie mit mir einer Meinung sind oder nicht. Ich möchte gehört werden. Die ewige Suche nach Anerkennung? Mag sein. Ich erinnere mich an die Zeit, als ich meine alte Homepage ebrake.de unterhielt. Dort stellte ich meine Romane, Kurzgeschichten, Gedichte und Fotos aus. Liebend gern hätte ich von den Menschen etwas dazu gehört. Denn nur so bringt es einen als „Künstler“ weiter. Man braucht das Feedback. ebrake.de war allerdings eine typische, starre HTML Homepage und nicht auf Interaktivität ausgelegt.

    Mit meinem Blog hoffte ich, würde sich das ändern. Allerdings stelle ich noch immer fest, dass sich die Kommentare erschreckend in Grenzen halten. Und, was noch schlimmer ist, gerade bei mir wichtigen Artikeln ist dies der Fall. Schreibe ich über die Ungerechtigkeit in dieser Welt (um es mal so auszudrücken) meldet sich niemand zu Wort. Schreibe ich allerdings darüber, dass ich einen Fleck auf meinem Hemd habe (um es mal so auszudrücken) habe ich plötzlich acht Kommentare. Ich finde das eigenartig.

    Anke Gröner schrieb in ihrem Artikel, dass sie sich gar nicht mehr mit den Kommentaren auseinandersetzen will und sie deshalb deaktiviert habe. Sie hatte gemerkt, dass sie nur noch für die Diskussion schreibt und nicht mehr dafür, was sie eigentlich schreiben will. Gut, vielleicht meinte sie das damit, dass sie nur noch für sich selbst schreiben will und keinen Pfifferling darauf gibt, was man von ihr und ihrem Geschreibe hält (ich mag es übrigens und würde gerne hin und wieder einen Kommentar abgeben). Bei mir ist es allerdings etwas anders. Auch ich scheibe grundsätzlich nur über Themen, die mich interessieren. Ich habe noch nie und werde auch nie einfach ein populäres Thema suchen, nur damit ich es auch mal angesprochen habe, wenn ich doch eigentlich gar nichts dazu sagen kann. Man könnte sich ja einfach nur über die meist gesuchten Technorati Begriffe etwas aus den Fingern saugen.

    Nein, mein Blog bleibt mein Blog, was Design und Inhalt angeht. Ich werde mir das weder von Besucherzahlen oder von Kommentaren madig machen lassen. Obwohl ich etwas zugeben muss. Ich hatte vor einiger Zeit die Tendenz, mehrmals täglich meine Besucherzahlen zu checken. Der Grund war, dass sie überraschend hoch waren. Ich konnte es mir nicht erklären, stellte aber fest, dass es mich ungemein motivierte. Plötzlich schrieb ich teils drei Artikel am Tag. Nur weil ich meiner neu gewonnenen Leserschaft etwas bieten wollte. Auch hier waren es nur Artikel, die ich auch schreiben wollte (ich habe noch dermaßen viel in Petto). Und dann… waren die Leser plötzlich wieder weg. Feedburner sagte mir mit einem Male, dass zwanzig Abonnenten abgesprungen seien. Und ich fiel in ein Loch.

    So ist das mit uns Löwen. Wir wollen die Aufmerksamkeit. :-) Mir wurde dabei eines klar. Ich schreibe zwar was ich will, aber ich schreibe definitiv nicht für mich. Ich lasse mich wirklich von äußeren Einwirkungen beeinflussen. Das Bloggen wurde ein klein wenig zur Sucht, ich war high als meine Zahlen nach oben gingen, ich ging auf Entzug, als die Zahlen nach unten gingen.

    Was dazu führte, dass ich Anke Gröner verstehen kann. Sie wollte kein Sklave ihres Publikums sein.

    Dennoch könnte man natürlich die Frage stellen, weshalb man sich dann die Mühe macht. Wenn es keine Sau interessiert, was man von sich gibt, was soll dann der Stress? Ich bin immer wieder leicht beleidigt, wenn ich fest stelle, das selbst die Menschen in meiner unmittelbaren Nähe nicht lesen, was ich schreibe. Schließlich ist bloggen für mich auch eine Art Kunst. Zumindest ich versuche, meine Texte auch entsprechend zu gestalten, entsprechend zu formulieren, dass sie wie kleine Geschichten daher kommen. Und auch hier wieder: Jeder Künstler möchte ganz einfach wahrgenommen werden. Würden meine Freunde schreiben, malen, musizieren oder regelmäßig auf dem Sportplatz kämpfen, wäre ich gerne dabei und würde gerne meine Kritik und Lob loswerden. Einfach, weil ich weiß, warum. selbst wenn jeder von ihnen nur deshalb schreibt, malt, musiziert oder über den Platz rennt, weil es ihm einfach nur Spaß macht.

    Quintessenz des Ganzen? Ich werde genauso weiter schreiben wie bisher. Die Themen und die Artikel, die ich möchte. Ich werde mich in keine Richtung verbiegen und anfangen, nur der Zahlen wegen etwas zu ändern. Ich werde lernen, dass Besucherzahlen nicht alles sind. Dass die wenigen Leser, die ich habe, gerne kommen (wenn auch meist nur über Google und mit den immer wieder gleichen Suchbegriffen). Ich werde mich damit abfinden müssen, dass man als kleiner Blogger eben nicht die Resonanz und das Feedback bekommt, das man sich wünscht. Und gerade deshalb werde ich mich über jeden Kommentar freuen und auch über jeden Tag, an dem die Besucherzahl die Hundertermarke überschritten hat.

    Übrigens erzählte ich einem meiner neuen Arbeitskollegen, dass ich ein Blog betreibe. Seine Atwort war nicht wie erwartet „Oh, klasse, worüber schreibst du, wie lautet die Adresse?“ sondern leidiglich: „Wozu?“ Das war eine dermaßen gute Frage, dass ich heute noch darüber nachgrüble.

  • Shooter

    Letztens kam ich endlich dazu, Half Life 2 – Episode 1 zu Ende zu spielen. Für mich immer noch einer der besten Ego-Shooter , die es auf dem Markt gibt. Hier stimmt einfach alles. Grafik, Atmosphäre, Story, Soundeffekte und immer wieder unfassbar spannende Momente. Am gleichen Tag beendete ich auch das Add-on Extraction Point zum Ego-Shooter F.E.A.R. Auch hier gilt: sensationelle Grafik, phantastischer Sound, spannende Story und eine Grusel-Atmosphäre, wie ich sie bisher noch nie erlebt habe. Ungelogen saß ich mehr als einmal mit Gänsehaut da, spürte mein Herz klopfen, wagte nicht, um die nächste Ecke zu gehen. Es war herrlich.

    Und nun? Crysis ist noch weit weg, also legte ich mir S.T.A.L.K.E.R zu (oh Mann ist das nervig zu tippen mit all diesen Punkten). Stalker hat eine lange, tragische Geschichte hinter sich, wurde 4 Jahre lang entwickelt, immer wieder angekündigt und doch verschoben und erblickte mit viel Glück letztendlich doch das Licht der Spielerwelt. Man ist als Artefaktsammler in den versuchten Gebieten rund um Tschernobyl unterwegs. Die gruslige Endzeit-Atmosphäre wurde mit grandioser Grafik und tollen Effekten sehr gut eingefangen. Aber mir fiel bald auf, was mir an dem Spiel nicht gefällt.

    Es ist die Freiheit. Die viel gelobte, hoch angepriesene Freiheit. Jederzeit kann man gehen, wohin man möchte, man kann immer tun was man möchte. Und genau das ist in meinem Augen unsinnig. Denn wenn ich alles tun kann, kann ich auch einfach nichts tun. Anders ausgedrückt: das Besondere an Half Life und Fear ist die Tatsache, dass man als Spieler keine andere Wahl hat. Man muss von A nach B kommen, es gibt nur einen Weg und man muss sich allen Gefahren auf diesem Weg stellen. Im Grunde also wie in einem spannenden Film. Auch beim Film geht es geradewegs vom Anfang zum Ende. Wie spannend wäre der Film noch, wenn man zwischendurch immer wieder entscheiden müsste, was der Held als nächstes tun soll?

    So erledige ich bei Stalker Aufträge, renne dann aber erst einmal wieder 10 Minuten durch das Land, um die Belohnung irgendwo abzuholen (inklusive dem mehrmaligen Neuladen der nächsten Level). Nur um dann wieder irgendwo anders 10 Minuten lang hinzurennen. Das nervt, das langweilt. Da ist eine Fabrik mit Feinden darin. Toll, ich kann auch einfach daran vorbei laufen. Suuperspannend. Da ist ein Monster hinter mir her. Ich kann auch einfach weiter rennen. Prima.

    Versteht mich nicht falsch, bei WoW mag ich die Freiheit, aber WoW setzt auch nicht auf spannende Atosphäre sondern auf eine andere Art des Abenteuers und des Sammelns. Bei einem Shooter aber sollte man als Held gezwungen sein, sich den Gefahren zu stellen. Und ich will innerhalb weniger Minuten von einer spannenden Stelle in die nächste geführt werden. Ich will das Gefühl haben, dass hinter jeder Ecke der Tod lauern kann. Al das kann Stalker nicht.

    Nehmen wir dazu noch einige dumme Designfehler und KI-Probleme, geht der Spaß irgendwann völlig flöten: Mitstreiter schieben mich einfach aus meiner Deckung wenn ich im Weg stehe. Sie stellen sich in meine Schusslinie und erschießen mich, wenn ich dann aus Versehen einen von ihnen erschieße. Das Beute sammeln ist sehr umständlich gemacht. Der größte Witz ist der Rucksack, da passt nur eine bestimmtes Gewicht hinein. Man kann ihn aber so weit voll packen, bis der Charakter einfach nicht mehr weiter läuft. Das wurde mir zum Verhängnis. Ich plünderte ein Opfer, sah den nächsten Feind auf mich zu rennen und wollte in Deckung gehen, da sagte mir das Spiel, der Rucksack sei zu voll. Ich klebte fest. Bis ich etwas heraus geworfen hatte, war ich schon tot. Das ist verdammt ärgerlich und hätte um einiges besser gelöst werden können.

    Alles in allem hinterläßt Stalker bei mir einfach einen faden Beigeschmack und wird es nie schaffen, auch nur annähernd eine Spannug wie Half Life 2 oder Fear zu erzeugen.

  • Roger and me

    Hallo liebe ROGER Redaktion, hallo Herr Siebertz. Ich hatte Ihnen ja versprochen, ROGER-Unterstützer zu werden, also ein Magazin käuflich zu erwerben. Wie Sie auf folgendem Foto sehen, habe ich mein Versprechen gehalten. Gleichzeitig soll dieses Foto eine Bewerbung für ein Cover-Shooting werden. Gerne auch für die übernächste Ausgabe (da in der nächsten ja ein weibliches Gesicht das Cover zieren wird). Ich bin übrigens recht angetan von Ihrem Magazin, obwohl ich nicht wirklich die Zielgruppe bin. Aber die teils englischen, teils deutschsprachigen Texte rund um Design und die Leute, die sich damit befassen, sind recht interessant. Das Heftdesign gefällt auch – Sie machen meinem Namen damit alle Ehre. Ach, und ich sage all das nicht nur, um (immer noch) in den Besitz der „I love ROGER“ Buttons zu kommen, die hoffentlich nicht mehr lange „aus“ sein werden. Da fällt mir ein, dass ich demnächst nach Duisburg umziehe, als ganz in Ihre Nähe. So habe ich es nicht so weit zum Shooting. Die Lieferadresse für die Buttons teile ich Ihnen gerne noch mit. Ich freue mich schon jetzt auf eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen…

    DSC 1904