Jahr: 2008

  • Es geht immer noch grusliger (Jede Zelle meines Körpers)

    Youtube ist ein wahres Sammelsurium an unsäglichem Schrott. Ohne Zweifel. Doch hin und wieder findet man so manches Kleinod. Oder Videos, die einen zweifeln lassen, dass es die Menschheit an sich noch lange machen wird. Darwin sag ich da nur. So ging mir tagelang das Lied aus dem Video nicht mehr aus dem Kopf, das ich bei Cait entdeckt hatte. Jede Zelle meines Körpers zieht sich noch immer erschrocken zusammen, wenn das Video startet.

    Aber es geht noch grusliger. Natürlich. Bei Out of uppen singt/führt vor/deliriert ein Mädchen in einem Sessel ein Lied über einen Hai. Haltet durch bis zum Schluss, da wird es richtig aufregend. Und viel Spaß beim nächsten Baggersee Ausflug, wenn ihr es auf eurer Luftmatratze vor euch hinsummt.

  • Wat brauchse für ne Party?

    Gestern im Vorbeigehen auf der Straße gehört:

    "Machen wa Party. Bringse alle mit. Weil, wat brauchse für ne Party? Gute Leute brauchse. Und gute Stimmung brauchse. Bringse gute Leute und gute Stimmung mit. Und weiß, watte noch brauchs? Gürkchen brauchse. Bringse Gürkchen mit."

    Der hat’s erfasst. Gürkchen braucht man.

  • ebay-Trottel

    Hey, ihr ebay-Trottel, die ihr für einen 200 Euro Monitor ein Gebot von einem Euro abgebt. Was glaubt ihr eigentlich? Dass ihr damit Erfolg habt? Ein Schnäppchen machen könnt? Ihr denkt wirklich, ihr werdet damit die nächsten vier Tage Höchstbietender bleiben? Bis zum Ende? Und ihr Trottel, die ihr die anderen Trottel mit 3,50 Euro überbietet seid auch keinen Deut besser. Was ist los mit euch? Hat man euch den Geiz mit nem Holzstock eingeprügelt? Oder die Schwachsinnigkeit? Geht bitte zum Recyclinghof und fischt euch dort was aus der Tonne, anstatt richtige Käufer, die wissen, was ein Gerät wert ist, daran zu hindern, etwas per Sofortkauf erstehen zu können. Gebt gefälligst vernünftige Preise für vernünftige Ware. Am Ende seid ihr ja trotz allem noch günstiger weggekommen, als wenn ihr zum Media Markt fahrt.

  • Je feuchter, desto trockener

    Je feuchter, desto trockener

    Zwei bis drei Liter Wasser soll der Mensch täglich zu sich nehmen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Ich mache das gerne mit stillem Mineralwasser, auch wenn ich damit ein eigenartiges Problem habe. Je mehr stilles Wasser ich trinke, desto trockener wird mein Mund. Ich kann kaum erklären, wieso das passiert, aber es scheint, als spülte das Mineralwasser jeglichen Speichel fort.

    Nach einer Flasche fühlt sich mein Mund an, als hätte ich vier Scheiben trockenen Toast gegessen. So machen drei Liter natürlich keinen Spaß, also begann ich den Test. In den umliegenden Supermärkten kaufte ich alle möglichen Sorten Mineralwasser und trank wie ein Weltmeister. Immer mit dem gleichen Ergebnis: trockener Mund und das Verlangen, noch mehr zu trinken, nur um den Mund zu befeuchten.

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  • Alles Roger bei 3Sat

    Kennt ihr den Sender 3Sat? Kennt ihr die Sendung „neues“, die immer Sonntag Mittags auf 3Sat ausgestrahlt wird? Und im ZDF des Nachts wiederholt wird? Und in der 3Sat Mediathek immer online abrufbar ist? Wisst ihr, worum es in „neues“, dem Computainment-Magazin geht? Computer, Technik, Spiele, Web und all die anderen interessanten Themen für uns Nerds? Und wisst ihr, warum ihr die nächste Sendung am 18.Mai um 16:30 Uhr auf einen Fall verpassen solltet? Wisst ihr nicht? Dann schaut es euch an und wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, werde ich euch mehr darüber erzählen.

  • Drei Geschichten der Begegnung: Vier

    Was sagen mir diese drei Geschichten (Eins, Zwei, Drei)? Was bleibt übrig von diesem Wochenende? Nichts Neues im Grunde. Das Internet bringt uns näher zusammen, lässt uns Dinge sehen, die zuvor verborgen blieben. Es gibt uns das Gefühl des globalen Dorfs, wo Freunde, Bekannte und Geschäftspartner im Grunde neben einem auf dem Sofa sitzen. Mailen, Chatten, Twittern, all das verbindet uns. Und doch, sobald der Computer ausgeschaltet, die Verbindung zum Netz gekappt ist, wird mit jedem neuen Kommunikationskanal noch deutlicher als zuvor, wie flüchtig dieses globale Dorf ist, wie weit entfernt man tatsächlich ist. Die Kommunikationsmittel schrumpfen mit einem Schlag auf das althergebrachte: Briefe schreiben, telefonieren und persönliches Treffen. Man ist plötzlich nicht mehr immer und überall verfügbar, aber auch die Bekannten sind nicht mehr ohne weiteres zu greifen. Man ist befreiter und gleichzeitig wieder allein. Um so wichtiger ist gerade jetzt, in Zeiten dieser Kommunikationsmittel, dieser ständigen Verfügbarkeit, dieses wohligen Gefühls, hunderte von Freunden gleich um die Ecke zu haben, das echte Leben nicht zu vergessen. Nur darauf kommt es an. Das echte Leben. Das echte Gespräch.

    Das Netz schenkt uns mannigfaltige Möglichkeiten, uns auszudrücken, uns zu finden. Die Kunst allerdings ist letztlich die, all das in unser reales Leben einfließen zu lassen. Wer das schafft, hat es gut und ich kenne unzählige positive Beispiel. Auch mein Freundes- und Bekanntenkreis besteht zu einem großen Teil aus Online-Bekanntschaften. Wirklich wertvoll wurden diese aber erst durch die Gewissheit, sie auch nach dem Ausschalten des Rechners zu haben.

    Also nutzt das Netz, chattet, twittert, mailt. Telefoniert und schreibt Briefe. Nutzt, was euch bereit gestellt wird, um euer Leben zu bereichern. Und vergesst dabei nicht, dass nur das reale Leben zählt, reale Freundschaften. Echte Begegnungen sind so viel besser als virtuelle, eine Berührung so viel wertvoller als ein neuer Kontakt im Netzwerk, echte Gespräche so viel interessanter als reduziertes Tippen. Das Netz gibt uns Wege dorthin. Wir können sie gehen und müssen dabei nur aufpassen, uns nicht zu verlieren.

  • Drei Geschichten der Begegnung: Drei

    Über ein Jahr ist es mittlerweile her, als ich zum ersten Mal in der Geschichte meines kleinen Blogs einen Artikel komplett löschte. "Mein imaginärer Freund" hieß die Geschichte und handelte von einem jungen Mann, der sich vom Rest der Welt, seinen Freunden und mir, abkapselte und die Schuld daran seiner Freundin gab. Natürlich war dieser Freund alles andere als imaginär, obwohl alles anonym und wenig konkret erzählt wurde und selbstverständlich hoffte ich, ihn durch diese Geschichte etwas aufrütteln zu können. Gespräche, Zureden und Abwarten hatten zu diesem Zeitpunkt seit Jahren nicht gefruchtet. Bezeichnenderweise rüttelte ich allerdings nicht ihn, sondern sie auf. Seine Freundin las offenbar öfter in meinem Blog mit als er und erkannte sich in der Geschichte sofort wieder. Woraufhin sie zum Telefon griff und anrief.

    Was folgte, war ein einstündiges Gespräch, das mir eine neue Sicht der Dinge bescherte. Denn wie so oft in Beziehungsdingen hat jede Medaille zwei Seiten, es gibt immer zwei Meinung und nur selten ist einer alleine Schuld am Chaos. Es würde hier zu weit gehen, Details zu nennen und dürfte für alle, die die Betroffenen nicht kennen, höchst uninteressant sein, wo es in der Beziehung der beiden hakte. Aber noch mehr als zuvor wurde deutlich, dass es so nicht funktionieren könnte.

    Interessanterweise klingelte mein Telefon gleich nach dem Anruf der Freundin erneut. Diesmal war er am Apparat, hatte sich von ihr erzählen lassen, was ich im Internet verbreitete und verlangte ein Anpassung nach seinen Vorstellungen. Ich solle das doch so und jenes vielleicht so und dieses hier komplett anders schreiben. Ich weigerte mich. Schließlich hatte ich meine Worte mit Bedacht gewählt. Schließlich wollte ich mit dem Artikel erreichen, dass die beiden aufwachen und es vielleicht endlich schaffen, sich aus dem selbst gebauten Gefängnis, in dem sie seit vielen Jahren lebten, zu befreien. Ich wollte meinen Freund zurück, ja.

    Im Laufe der nächsten drei Tage telefonierte ich sehr oft mit beiden. Jedes mal, wenn einer der zwei mir seine Sicht der Dinge erklärt hatte, verständigte er den anderen darüber, woraufhin dieser dann bei mir eine Gegendarstellung hinterließ. Meine Vorschläge, sich vielleicht einmal zu treffen und das alles nicht kompliziert über das Telefon zu besprechen, fruchteten nicht.

    Dann wurde es mir zuviel. Ich sah meinen Fehler ein. In so mancher Hinsicht. Natürlich konnte ich keine Beziehungen reparieren, schon gar nicht mit einem Blogeintrag. Natürlich durfte ich mich nicht einmischen. Natürlich konnte ich beiden nicht helfen. Und, was noch viel schlimmer für mich war, durch die Möglichkeit, auch einmal die Gegenseite zu hören, musste ich feststellen, wie armselig unsere Freundschaft war. Wie ich über die Jahre hinweg getäuscht und vertröstet worden war. Wie mir einer meiner besten Freunde wieder und wieder Lügengeschichten über die Ach-so-Böse Freundin erzählte, die ihm das Leben schwer machte, ihm die Luft zum atmen nahm und ihn einsperrte.

    Die zwei sperrten sich gegenseitig ein und sie konnten oder wollten nichts daran ändern.  Und gaben mir die Schuld, dass ich es zur Sprache gebracht hatte.

    Die Diskussionen war ich leid. Das ewige Sich-im-Kreis-drehen und immer wieder die gleichen Argumente und Erklärungen abzugeben und zu hören, musste ein Ende finden. Ich nahm den Artikel aus meinem Blog um endlich Frieden zu schaffen, beschwor beide ein letztes Mal, sich zu besinnen und eine Lösung zu finden, die beide glücklich macht. Und beide versprachen es.

    Ich zog nach Duisburg, weg aus der Heimat, weg aus ihrem Blickfeld und wie zuvor hörte ich nichts mehr von meinem ehemals besten Freund. Er antwortete nicht auf Anrufe oder SMS oder Mails und ich gab es irgendwann (wieder) auf. Ob sie noch zusammen waren? Keine Ahnung. Aber ich hoffte nicht.

    Und dann war ich ein Wochenende lang wieder im guten alten Freiburg, besuchte am Samstag das BarCamp in Offenburg und schlenderte am sonnigen Sonntag gemütlich mit der damalige Freundinn durch meine Lieblingsstadt. Und man ahnt es bereits, wer mir dort über den Weg lief. Der Freund. Und an seiner Hand, sie. Die Szene hätte kaum peinlicher sein können, man spürte ihr Unbehagen, man sah ihnen die Verlegenheit an, zusammen erwischt worden zu sein. Das folgende Gespräch hätte kaum oberflächlicher sein können. Er fragte, wie es mir in Duisburg ging. Ich stellte die Gegenfrage, wie es den beiden ging. Woraufhin sie als einzige Antwort nur diesen Satz sagte: "Da musst du ihn fragen." Wie immer bei solchen Begegnungen verspricht man sich, mal wieder anzurufen, sich wieder zu melden. Doch als ich mit der damalige Freundinn eine Minute später weiter schlenderte, wusste ich, dass diese Freundschaft schon lange tot war. Und es wahrscheinlich für immer bleiben würde. Manchmal braucht es nur ein so kurzes Treffen, um einem klar zu machen, wie sehr man sich mittlerweile entfremdet hat und wie sehr man es leid ist, weiter mit Lügen und falschen Versprechungen belästigt zu werden.

    Und, ihr zwei, falls ihr das lest, dürft ihr gerne einen Kommentar hinterlassen und eine Gegendarstellung schreiben. Aber dieser Artikel wird weder verändert noch gelöscht. Ich wünsche euch beiden das Allerbeste für die Zukunft. Hoffentlich habt ihr es im Griff.

  • Drei Geschichten der Begegnung: Zwei

    Auf dem BarCamp in Offenburg hätte man unzählige Kontakte knüpfen können. Wäre genug Zeit dazu gewesen. Ich schätze mal, die Mehrzahl der Anwesenden kannte sich bereits vorher. Daher kam es wieder zur üblichen Grüppchenbildung, in die nur schwer einzubrechen war. So lernte ich persönlich nicht allzu viele Menschen kennen. Mit Oliver Gassner tauschte ich mich nur in einer Session mit wenigen Worten aus, ich traf Christoph von fudder und konnte einem der Veranstalter, Sebastian Grünwaldt, schnell Hallo sagen. Und einen Menschen traf ich dort, der mir bereits durch die Kommentare in meinem und die Texte in seinem Blog bekannt war. Flominator nennt sich der junge Mann, heißt eigentlich Florian Straub und kommt aus dem lauschigen Hinterzarten.

    Während des BarCamps liefen wir uns mehr als einmal über den Weg und konnten uns austauschen. Leider verpasste ich seine Session, was ich beim nächsten Mal sicherlich nachholen werde. Den ganzen Tag über hatten wir beide nicht den geringsten Verdacht, dass wir uns vielleicht schon seit längerem kennen könnten. Erst am Abend, zuhause wieder am Rechner sitzend (Nerds) und im ICQ chattend, fiel ihm mein Nickname auf. Webster. So fragte er, ob ich denn früher eine andere Homepage gehabt hätte. Ja, ebrake.de hieß sie, wo ich meine Gedichte, Kurzgeschichten, Fotografien und meine Romane vorgestellt hatte. Ob ich vor vielen Jahren einmal in Kirchzarten bei einem Käsefondue Essen gewesen sei, fragte er anschließend. Gut, ich merke mir nicht jedes Käsegericht meines Lebens. Außerdem mag ich Käsefondue ja absolut nicht, allerdings kannte ich vor langer Zeit jemanden in Kirchzarten. Ich nannte einen Namen. Und da fiel es ihm wie Schuppen aus den Haaren (Uralter Witz von Otto), er kramte in alten E-Mails und schickte mir eine Nachricht, die er vor fast acht Jahren von mir bekommen hatte.

    Wir hatten uns auf einer Party kennen gelernt, die von den Freunden der Freundin eines guten Freundes veranstaltet worden war. Im mondänen Haus der verreisten Eltern. Bei Käsefondue. (Die Freunde der Freundin des Freundes, ein hübsches Pärchen, wurden übrigens ein paar Tage nach dieser Party von mir für das Cover meines ersten Romans "Ist ja hinReisend" fotografiert). Schlagartig war die gesamte Erinnerung wieder da. Ich könnte noch heute die Küche in allen Einzelheiten beschreiben. Dass ich mich allerdings mit Flominator (er nannte sich schon damals so) an diesem Abend unterhalten und schließlich E-Mail Adressen ausgetauscht hatte, war mir völlig entfallen.

    Und hier prangte plötzlich eine Mail vom 19.Oktober 2000 auf meinem Schirm, die ich ihm damals geschickt hatte. Mit einem Hilferuf verzweifelter Eltern, die ihre Tochter Alexandra vermissten. (Unglaublich, dass ich so etwas weiter schickte. Ist Alexandra eigentlich gefunden worden? Oder war das reiner Spam?) Den Flominator, den ich auf dem BarCamp 2008 in Offenburg kennen gelernt hatte, kannte ich schon vor fast acht Jahren.

    Doch es kommt noch verrückter. In der Liste der Empfänger meiner Mail entdeckte ich so manchen Kontakt, zu dem ich heute überhaupt keinen, nunja, Kontakt mehr habe. Trauriger/glücklicherweise. Viele der Kontakte sind ehemalige Freunde, Menschen, die man irgendwann aus den Augen verloren hat und… Kontakte, die ich durch meine damalige Schriftstellerei gesammelt hatte. Darunter auch ein gewisser Oliver Gassner. Ich stutzte und recherchierte. Tatsächlich. Mit dem Oliver Gassner, den ich beim BarCamp in Offenburg zum ersten Mal sah, hatte ich ebenfalls vor gut acht Jahren regen Mailverkehr (wie das klingt). Damals in seiner Funktion als Chef des Litareraturportals Carpe.com (das auch heute noch existiert).

    Ist die (Online-) Welt nicht ein Dorf?

  • Drei Geschichten der Begegnung: Eins

    Der Vortrag beim BarCamp ist spannend und gut besucht. Ich sitze irgendwo am Rand und lausche dem Sprecher, mein Macbook wärmt meine Schenkel. Ich tippe eine kurze Nachricht in die Twitterwelt und konzentriere mich wieder auf den Vortrag. Jugend im Netz. Ich glaube, ich bin zu alt. Nur wenige Sekunden später blinkt es auf meinem Bildschirm. Wer nicht? Und ich merke übrigens gerade, dass ein Follower von mir direkt vor mir sitzt. Ich lese es und denke mir nichts dabei. Wen meinst du? Mich? frage ich in die Twitterwelt hinaus. Ja. Nun bin ich verblüfft und registriere erst richtig, was da steht. Langsam drehe ich mich um und entdecke auf dem Stuhl hinter mir eine junge Frau, die lächelt und leise "Hallo." sagt. Es ist die Vizekönigin, die auf meinen Bildschirm gespickt und dabei entdeckt hat, dass ich ihr Gezwitscher verfolge. Nur eine Armlänge von mir entfernt. Sie hätte mir auch einfach an die Schulter tippen können. Bedenkt man nun, dass ihre Nachricht über das Burda-WLAN, durch das Internet, zu den Twitter Servern, die vermutlich auf einem anderen Kontinent stehen, wieder zurück über Datenleitungen und Unterseekabeln in das Burda WLAN geschickt wurde, um daraufhin auf dem Rechner zu erscheinen, der sich direkt vor ihr befindet, so wirft das doch die leise Frage auf, wie und ob uns das Internet, das Chatten, das Bloggen, das Twittern, das Social Networken tatsächlich näher bringt. Die Welt ist gleichzeitig so unendlich groß und so nah geworden.

  • BarCamp Offenburg 2008

    Ihr kennt die Theorie des Marmeladenbrotes, das beim Herunterfallen von einem Tisch immer auf der Marmeladenseite landet. Ähnliches überlegte ich mir am Samstag beim BarCamp 2008 in Offenburg. Sven und ich waren schon recht früh bei phantastischem Wetter dort und bekamen am Eingang sogleich unsere Badges mit den Namen und den WLAN Zugangs-Codes überreicht. Und eben diese Badges, so stellte ich im Laufe des Tages fest, hingen meistens so an den Hälsen der Teilnehmer, das sie nur die blanke Rückseite zeigten. Als sei es ein Naturgesetz, das Marmeladenbrote mit der beschmierten Seite auf dem Boden landen und Namensschilder grundsätzlich umgedreht sind.

    Doch diese Erkenntnis sollte mit Sicherheit die unwichtigste des ganzen Tages sein. Es war mein erster Besuch bei einem Barcamp (eine Erklärung). Entsprechend gespannt schritt ich durch die modernen und hellen Hallen des Burda Verlages, einem der Hauptveranstalter. Genauer gesagt fand das Barcamp in einigen Konferenzräumen, der Kantine und auf dem Sonnendeck von Burda Media statt, die in eben diesem großartigen Gebäude residieren. Die Kantine war, wie zuhause die Küche, der allgemeine Treffpunkt. Hier wurde auch ein reichhaltiges Frühstücksbüffet bereit gestellt, sowie ein leckeres Mittagessen serviert.

    Auch die Vorstellung aller Teilnehmer fand hier statt. Das Mikrofon wurde durch die Reihen weitergegeben, ein jeder erhob sich, um sich vorzustellen und mit drei Tags zu beschreiben. Dann ging der Aufruf an die Veranstalter der Sessions. Sessions sind Vorträge oder Diskussionsrunden, die sich einem bestimmten Thema widmen. Das Angebot war mannigfaltig und der Stundenplan der Veranstaltungen füllte sich rasch. Es liegt in der Natur der Sache, dass man früher oder später gezwungen war, sich entscheiden zu müssen, welcher Session man beiwohnen wollte. So verpasste ich mindestens drei Runden mit ähnlich spannenden Themen.

    Meine erste besuchte Session war die BarCamp-Newbie-Runde. Denn schon bei der Vorstellung war schnell deutlich geworden, wieviele Neu-Camper anwesend waren. Zum Glück, ich musste also nicht allein dort sitzen und erfuhr so manches über die Geschichte, die Durchführung und Zielsetzung von BarCamps. Besonders Wert gelegt wird dabei auf den Austausch, das Einbringen und das Kennenlernen, was mir sehr gut gefällt. Eine eigene Session hielt ich dennoch nicht. Dazu später noch ein Wort mehr.

    Kaum war diese Session zu Ende, ging es wieder in den nächsten Konferenzraum, stets beobachtet von Security Personal, welches aufpassen sollte, dass keiner der Teilnehmer aus Versehen verbotene Büros betrat. Ich hatte mich für die Runde "Erfolgsrezepte von Webprojekten " entschieden. Was genau macht Flickr, MySpace, Twitter, Facebook, ebay und all die anderen bekannten Seiten im Netz denn überhaupt so erfolgreich? Wo liegt das Geheimnis, worauf gilt es zu achten und weshalb haben Mitbewerber trotz perfekten Ausgangssituation mitunter Pech und scheitern?

    Beim Mittagessen traf ich Christoph von fudder, dem Freiburger Online Portal, für das ich auch vor langer Zeit ein paar Artikel verfasst hatte. Es kam zu einem interessanten und lockeren Plausch über das Web, über fudder, das Ruhrgebiet, die Schriftstellerei und den Unterschied zwischen Journalisten und Bloggern. Und, wie ich heute festgestellt habe, muss man immer aufpassen, was man sagt, wenn man mit Journalisten spricht. (Christoph, ich war nicht beim Barcamp, um Frauen kennen zu lernen ;-) )

    Wohl gesättigt saß ich kurz darauf in der Session von Sven, der ein neues Blogsystem namens Blogforge vorstellte, das seine Firma Esono entwickelt hatte. Blogforge ist im runde der kleine, kostenlose Ableger ihres Chamäleon CMS System und sieht bereits jetzt so vielversprechend aus, das ein Wechsel von Serendipity zu Blogforge sehr wahrscheinlich wird. Zumindest im geschlossenen Beta Test werde ich mir die Blog-Schmiede genauer anschauen. Angeschaut haben sich diese Session übrigens auch die beiden A-Blogger Yoda und Oliver Gassner.

    Wieder im großen Saal im oberen Stockwerk lauschte ich Zeniscalm, ihres Zeichens Headhunterin, die einen kurzen Einblick in ihren Arbeitsalltag gewährte. Und der scheint recht spannend zu sein. Eine der ersten Fragen aus dem Publikum lautete, ob sie denn nachts überhaupt noch schlafen könne. Denn in Ausübung ihres Jobs bewegt sie sich zwar immer in den Grenzen der Legalität (wenn auch manchmal scharf am Rande), aber für manche doch weit jenseits von Moral und Ethik. Ihr Statement, dass ohnehin nur die Menschen abgeworben werden könnten, die nicht 100% zufrieden in ihrer Firma seien und es in diesem Fall sogar für alle Beteiligten besser sei, wenn sie wechselten, rief erneute Fragen auf.

    Die nächste Session "Jugend im Netz" wurde sehr schnell zu "Frauen im Netz" und "Wie mache ich ein erfolgreiches Projekt im Netz", was nicht zuletzt durch Oliver Gassners Tipps sehr kurzweilig und interessant wurde. Besonders seine Bitte, dies nicht mitzubloggen und den Live Stream zu deaktivieren, machte es schon spannend.

    Was mir an diesem ganzen Tag wirklich auffiel, war die Tatsache, dass ich nicht halb so nerdig bin, wie ich immer dachte. Außerdem scheine ich das Web2.0 nicht zu leben, wie manch anderer. Auch ich twitterte hin und wieder und schoss ein paar Fotos. Aber ich betrieb kein Liveblogging, stellte die Fotos nicht sofort bei Flickr bereit, nahm nicht intensiv an den Twitterdiskussionen teil und verfolgte auch nicht den Livestream in den Pausen.

    Deshalb kam mir auch nicht in den Sinn, eine Session zu halten. Denn erstens wollte ich mir erst einmal nur ansehen, wie so etwas abläuft. Und dann wurde mir schnell bewusst, dass ich als Internet-Normal-User den anwesenden Powerwebern überhaupt nichts mitteilen könnte, was sie nicht ohnehin schon wüssten. Teilweise fühlte ich mich wie ein kompletter Neuling. Ein Kind, das mit großen Augen und Ohren staunte ob dieser großen, spannenden Netzwelt, die so viel weiter ging, als bisher geahnt.

    Ich lernte einige sehr nette Menschen kennen, erhielt neue Twitter-Verfolger und ging mit einem Packen T-Shirts, neuen und interessanten Eindrücken und dem Wunsch bald wieder ein BarCamp zu besuchen nach Hause. Mein Lob geht hiermit an die Veranstalter.

    Und sonst? Stellte ich fest, dass die hauptsächlichen Computer doch tatsächlich Macbooks waren. Und diese in den meisten Fällen, in Crumpler Taschen steckten. Dass jeder, der fotografierte, dies entweder mit dem Handy tat oder gleich eine Spiegelreflexkamera zückte. Dass die heutigen Nerds nicht mehr anhand der Kleidung oder des Aussehens als solche zu erkennen sind. Dass ich nur zwei iPhones sichtete. Dass ich doch noch C-Bloggerisch genug bin, um ehrfürchtig herüber zu schauen, wenn ein A-Blogger den Raum betritt. Dass ich mich darauf freue, beim nächsten Mal mehr Bekanntschaften zu machen.

    Weitere Berichte über das BarCamp Offenburg findet man hier. Es wäre müssig, hier nochmals alle Links zu veröffentlichen. Bei Flickr finden sich Fotos zur Veranstaltung, eine wenige werden noch von mir dazu kommen.

  • Ich bin nicht von hier

    In Freiburg, meiner Heimatstadt, angekommen, war mein erstes Ziel ein Computerladen in der Nähe des Martintors, das auch Crumpler Taschen führte. Ich betrat das Geschäft und steuerte sofort auf das Taschenregal zu. Ein junger Verkäufer gesellte sich zu mir und fragte, ob er mir helfen könne. Ich suchte eine ganz bestimmte Tasche und fragte, ob sie denn überhaupt vorrätig sei. Ein Blick in den Computer verriet dem Verkäufer, dass dem nicht so war. Er fragte, ob er sie bestellen solle. "Nein danke", erwiderte ich, "das bringt leider nichts." Der Verkäufer meinte daraufhin, dass die Tasche schon in drei Tagen da sein könnte. Da erklärte ich ihm: "Nein, wie gesagt, das nützt leider nichts. Ich bin nicht von hier." Und noch während ich den Satz aussprach, spürte ich ein beklemmendes Gefühl in meinem Herzen. Was hatte ich eben gesagt? Ich bin nicht von hier? Aber das war doch gar nicht wahr. Natürlich bin ich von hier. Ich bin nur grade nicht da.

    Es sind so kleine Momente, die einem verdeutlichen, wo das Herz zuhause ist. Auch wenn man gerade woanders wohnt.

  • Pizzaboten in Venedig

    Vorhin, als ich nägelkauend am Fenster stehend auf das Auto des Pizzaboten wartete, fragte ich mich folgendes: Kommen die Pizzaboten in Venedig mit Pizzabooten?

  • Es kracht mal wieder in Duisburg

    Feierabend, ab in die Tiefgarage. Mit dem Auto hinaus auf die Straße, links abbiegen. An der Baustelle für das Eurogate (wo die zukünftigen neuen Büroräume entstehen) am Innenhafen langsam fahren. Wie all die anderen auf den riesigen Baukran starren, der da im Becken schwimmt und sich vornehmen, demnächst mal mit einer Kamera vorbei zu kommen. Aber erstmal nach Hause. Und dann liest man plötzlich, dass nur wenige Minuten nach den eben beschriebenen Ereignissen der Kran auf die Brücke kippte und explodierte. So. Da ist man erstmal baff. Paff. Und nun hält sich das Gefühl des Glücks, dass niemanden etwas passiert ist (auch einem selbst nicht) und dem Ärger, dass man keine Spätschicht hatte und es live vom Balkon aus hätte beobachten können, die Waage. Ich werde morgen viele Geschichten aus dem Office hören. Derweil hat es hier noch ein paar Bilder.

  • Bald kommt GTA IV

    GTA IV, der vierte Teil der Grand Theft Auto Reihe wird am 29.April veröffentlicht werden. Auch in Deutschland. Und, so hört man, bisher ungeschnitten. Das Spiel hat bereits jetzt so viele Vorbestellungen, dass die Gewinne für Rockstar wohl im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen. Erste Reviews geben bereits jetzt volle Punktzahlen, sprechen von einem Spiel, das mit noch nie erreichter Atmosphäre, Präsentation und Spielspaß punktet. Kurz, GTA IV wird mit Sicherheit ein Burner. Und war ich bisher noch einigermaßen cool ob dem baldigen Erscheinungstermin, so lässt mich der nun folgende Spot doch darüber nachdenken, ebenfalls eine Vorbestellung an amazon zu schicken. Selten habe ich einen so stylishen und im Grunde minimalistischen Werbespot für ein Game gesehen wie dieser TV-Spot aus England. Genial.

  • Paternoster

    Seid ihr alle schon einmal mit einem Paternoster Aufzug gefahren? Und wenn ja, habt ihr es gewagt, eine komplette Runde zu drehen? In der Kabine zu bleiben, wenn sie ganz oben oder unten auf die andere Seite umgesetzt wird? Ich weiß, dass es möglich ist. Aber ich gestehe, es noch nie gemacht zu haben. Als ich noch ein kleines Kind war, erzählte man mir, die Kabinen würden oben einfach umgedreht werden, ich würde also mit dem Kopf nach unten wieder hinab gefahren werden. Und mir beim Auf-den-Kopf-stellen irgendwas brechen. Ich glaubte das. Hallo, ich war ein kleines Kind, das erstmal alles glaubt. Heute bin ich natürlich aufgeklärt und selbst Wikipedia sagt mir, dass es völlig gefahrlos ist, in den Kabinen zu bleiben. Und doch habe ich es bisher noch nicht gewagt, am eigenen Leib die Wahrheit zu überprüfen. Aber auch nur, weil es fast keine Paternoster mehr gibt. Echt jetzt.

  • Meet me at Barcamp Offenburg

    Vom 25.4 bis zum 27.4 findet dieses Jahr in Offenburg ein Barcamp statt (siehe auch hier). Und ich werde damit zum ersten Mal an einem teilnehmen. Oder zumindest anwesend sein. Ob ich tatsächlich auch eine Session anbiete, ist mehr als fraglich. Erst einmal möchte ich mir einen Eindruck verschaffen, wie so ein Barcamp abläuft, mich inspirieren lassen, mit Leuten in Kontakt treten. Ich bin schon sehr gespannt.

    Mein guter Freund Sven (der auf jeden Fall etwas spannendes vorstellen wird) und ich werden Samstag früh ankommen. Und nicht nur auf dieses Barcamp freue ich mich, sondern auch über die Tatsache, mal wieder ins Ländle zu kommen. Am Freitag Abend mache ich mit alten Freunden meine Lieblingsstadt Freiburg (knapp vor München) unsicher.

    Derzeit bin ich noch damit beschäftigt, bei Spreadshirt ein allesroger.net-Shirt zu erstellen. Doch so richtig gefallen will mir das alles nicht. Nur weiße Shirts sind beim Digitaldruck erlaubt. Entsprechend käsig sieht das ganze dann aus. (Und schließlich schwebt ja die bange Frage im Raum, ob es da nicht noch zu kalt ist, um nur mit Shirt bekleidet herum zu rennen) Außerdem muss ich noch ganz dringend eine geeignete Tasche für mein MacBook erstehen… Ja, es ist noch ein bißchen was zu tun.

    Vielleicht sehen wir uns ja in Offenburg. Würde mich freuen.

  • Poppen bis der Arzt kommt

    Könnt ihr auch nicht widerstehen, wenn ihr diese Luftpolsterverpackungen in die Finger bekommt? Lasst ihr auch mit Begeisterung die kleinen Kammern platzen und erfreut euch wie Kinder an den Poppgeräuschen? Dann seid ihr auf dieser Seite richtig. Poppen ohne Ende. Und vielleicht sogar im Wettbewerb mit Freunden oder Kollegen. Kein Gang-Bang, aber auf jeden Fall ein spaßiges Gruppen-Poppen.

  • 103bees ist nicht mehr kostenlos

    Die fleißigen Bienen wollen plötzlich Geld sehen. Gerade als ich mich daran machen wollte, bei 103bees meine Suchmaschinenauswertungen für den nächsten „Guck mal was der googelt“-Beitrag zu sammeln, musste ich feststellen, dass man mir alles verwehrte. Zumindest bis ich ins Portemonnaie greife. Eine Unverschämtheit? Nein eigentlich nicht. Natürlich kann ich es verstehen, dass die Macher für ihren Service auch entlohnt werden wollen. Allerdings muss ich für mich entscheiden, ob es mir das Geld wert ist. Denn auch Google Analytics macht meine Auswertungen. Und zwar (noch) kostenlos (oder auf Kosten meiner Privatsphäre, wie manch Datenschützer und/oder Paranoiker einwerfen mag).

    Das Schöne an 103bees war, dass es ganz auf die Auswertung „natürlicher“ Suchbegriffe ausgerichtet war. Die am häufigsten gesuchten Begriffe, die häufigsten Suchwörter, ja komplette Suchfragen und ganze Sätze. Sogar auf welcher Seite ich mit dem Suchbegriff bei den Suchmaschinen gefunden wurde (zu sage und schreibe über 80% auf Seite 1 – da frage ich mich doch, weshalb ich noch immer mit nur knapp 300 Besuchern am Tag herum dümple…) So war es ein leichtes, durch die Liste zu gehen und sich die witzigsten Anfragen heraus zu holen. Und ehrlich gesagt habe ich mit 103bees zuletzt auch nicht viel mehr gemacht.

    Dafür jetzt also zahlen? Um monatlich einen witzigen Artikel zu kreieren? Ich denke nicht. Allerdings wäre es schön, heraus zu finden, ob es nicht Alternativen zu 103bees da draußen im Netz gibt. Also Suchmaschinenanalysetools, die die Ergebnisse ähnlich aufbereiten und zur Verfügung stellen. Kennt Ihr welche? Google Analytics ist mir dahingehend zu starr und nur auf die häufigsten Suchbegriffe aus, ohne auch ganze Phrasen zu registrieren.

    Für Vorschläge bin ich sehr dankbar. Sonst wird es wieder lange gehen, bis der nächste Google-Suche-Artikel erscheint.

  • Von Hunden und Dinosauriern

    Letztens entdeckte ich beim Sebbi Blog ein Video mit dem Big Dog, einem sehr großen Roboterhund. Faszinierend an diesem „Gerät“ ist seine Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden und auch bei einem Tritt das Gleichgewicht zu halten. Es erinnerte mich etwas an die AT-ATs aus Star Wars Episode 5 und so wie mich diese Riesenmaschinen damals im Kindesalter gruselten, so gruselte es mich heute, eine solche Maschine zu sehen, die wirklich funktioniert, sich bewegt, ebenfalls riesig ist und, oh mein Gott, uns alle vernichten und die Weltherrschaft übernehmen wird…

    https://youtube.com/watch?v=W1czBcnX1Ww%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1

    Ähem, Verzeihung. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, der gruslige Riesenroboterhund. Nun ist das ganze Projekt ja nur Forschung und doch findet sich auch hier jemand, der sich darüber lustig macht. Und ehrlich, obwohl ich herzlich darüber lachte, fand ich diesen etwas dümmeren Riesenhund genau so gruslig.

    Was allerdings gar nicht gruslig ist (oder doch?) und wunderbar zum Thema passt, ist Pleo. Pleo ist der legitime Nachfolger von Tamagotchi und Furby, seines Zeichens ein Dinosaurierbaby und das wohl intelligenteste Spielzeug der Welt. (Oder sollte man besser sagen, das Spielzeug, das Intelligenz perfekt simulieren kann) Mit einer Vielzahl von Sensoren, Motoren, Gelenken und einer lernenden Software kann das Ding sich anschmiegen, sich freuen, Angst haben, sich strecken und gähnen, sich streicheln lassen, nach Futter und Mama rufen und 400 Euro kosten. Gruslig. Aber irgendwie auch süß.

    https://youtube.com/watch?v=E0C55PEcj5E%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1
  • Richtig fluchen!

    Heute wäre mir auf der Autobahn auf dem Weg nach Oberhausen Sterkrade beinahe einer reingefahren. Er fuhr schon eine Zeitlang in völlig unangemessen knappem Abstand hinter mir her und als ich in der Ausfahrt plötzlich bremsen musste, weil sich ein Stau in der Kurve vor mir gebildet hatte, wäre es fast passiert. Ich sah im Rückspiegel wie er den drohenden Aufprall nur noch durch ein Ausweichen auf den Standstreifen verhindern konnte. Und ich fluchte wie ein Rohrspatz. Wüste F-, A-, D- und W-Wörter kamen in lautem Stakkato aus meinem Mund. Es war eine Kakophonie der reinen, unverfälschten Wut.

    Die damalige Freundin, die auf dem Beifahrersitz saß, hört so etwas gar nicht gern. Aber so bin ich nun mal. Die Wut muss raus, wie angestaute Lava in einem Vulkan, sonst fürchte ich zu platzen. Das ist mein Temperament. Und kurz nach der Eruption ist ja auch schon fast wieder alles friedlich. Was die damalige Freundin allerdings nur wenig tröstet. Sie sieht dabei nämlich schon in die Zukunft und auf die Rückbank, wo sie den Filius in einem Kindersitz wähnt, der entweder entsetzt oder völlig begeistert ist, wie Papa am Steuer gerade abgeht. Die Devise lautet daher, dass ich mir das Fluchen abgewöhnen muss. Und nach dem heutigen Ausbruch sagte sie: „Ich versteh’s ja, Aber musst denn auch immer so viele schlimme Wörter benutzen?“ „Ja!“ knurrte ich zurück. „Du könntest doch auch ein Ersatzwort benutzen“, schlug sie vor. „Zum Beispiel?“ „Hmm, sag doch… Angelika.“ Angelika! Ich bitte euch.

    „Angelika? Ne, das geht gar nicht. Wenn man richtig flucht und in Rage ist, dann müssen die Wörter aus lauter KR-, SCH- und FFF-Lauten bestehen. Sonst funktioniert das doch nicht. Angelika. Nee.“ Also überlegten wir uns bis zur Ankunft in Sterkrade, welches Ersatzwort ich in Zukunft für meine Flüche nehmen soll. Und was läge näher als… Sterkrade. „STERKRADE!“ Das kracht und zischt und ist mittlerweile zum Running Gag geworden. Und ich hoffe, diesem Arschloch von der Autobahn ist der Motor verreckt. Sterkrade nochmal.