Schlagwort: geschichten

  • Allein ins Kino: Reloaded

    So mache ich mich also auf den Weg. Zu Fuß, den iPod endlich mal wieder nutzend, die Hände tief in die Jackentaschen vergraben und einem eisigen Wind trotzend. Damals, als ich noch für das Freiburger Online Magazin fudder die Filmkolumne schrieb, hätte ich viel öfter ins Kino gehen sollen. Schließlich wäre ich umsonst rein gekommen. Allerdings war es damals ein Weg von fast einer Stunde, während ich nun in 15 Minuten zu Fuß am Hauptbahnhof und damit im großen Kino bin.

    Als ich der Kassiererin sage, dass ich gerne eine Karte für Cloverfield hätte, wiederholt sie die Frage: "Eine Karte?" Mit Betonung auf dem Wort "eine" und dem Subtext: "Sie sind so allein, dass sie niemanden finden, der mit ihnen ins Kino geht?" Ich versuche es zu ignorieren, kaufe eine Tüte Popcorn (die ich mir durch den Kalorien-verbrennenden Marsch verdient habe) und gehe in den Kinosaal.

    Ich setze meinen Gedanken fort, den ich schon vor vielen Jahren begonnen habe. Der Unterschied zwischen Einsamkeit und Allein sein. Das Allein sein kann man wählen, die Einsamkeit wird einem aufgezwungen. Allein sein kann manchmal ganz angenehm sein. Einsamkeit nicht. Allein sein kann man nur alleine. Einsam kann man auch mit vielen Menschen sein.

    Vielleicht scheue ich mich deshalb davor, irgendwo alleine hinzugehen. Weil unter vielen Menschen das Allein sein sich schnell wie Einsamkeit anfühlt oder gar zu einer wird. Nirgendwo fühlt man sich alleine verlorener als zwischen vielen (am besten glücklichen) Menschen.

    Soviel auch zu dem weisen Spruch, den man früher oder später immer zu hören bekommt: "Du musst halt auch mal raus." Raus. Was heißt das, raus? Wohin raus? Ich zog mir mal die Schuhe an und ging hinunter auf die Straße. Ich war raus. Und dann? "Nein, ich meine damit, du mußt unter Leute." Solche Weisheiten hört man interessanterweise nur, und ich betone, nur von Menschen, die es zwar gut mit einem meinen, die aber immer in einer glücklichen Beziehung stecken oder mit einem großen Freundeskreis gesegnet sind. Leute, die sich nicht alleine in ein Cafe, ein Restaurant, ein Kino setzen wollen, nur um sich dort noch mehr allein zu fühlen, sagen solche Weisheiten nie.

    Wie auch immer, ich bin draußen, sitze in einem Kino, ganz hinten in der Mitte. Einige Plätze vor mir werden durch Pärchen und Grüppchen eingenommen. Sie drehen sich zu mir um, tuscheln und zeigen mit dem Finger auf mich, während sie das tun. Vielleicht sieht das im Halbdunkel aber auch nur so aus. Irgendwann taucht ein zweiter einsamer Kerl auf. Und er setzt sich, wie könnte es anders sein in einem noch fast leeren Kino, direkt neben mich. Er stinkt wie ein toter Dachs, er grunzt Kommentare und er wedelt ständig mit den Armen. Ich rücke drei Sitze weiter. Da erscheint ein weiterer einsamer Kerl. Und, ihr werdet es nicht glauben, setzt sich neben mich. Ich rücke wieder einen Sitz in die andere Richtung. Die Werbung beginnt. Und die letzte Reihe des Kinos ist mit drei einsamen Kerlen besetzt.

    Bin ich denn wirklich einsam? Nein. Nur im Moment alleine. Was aber auch gerade keinen Spaß macht. Alleine bin ich dann doch lieber alleine. Ich beschließe, den nächsten Kinobesuch nur noch in Begleitung zu unternehmen.

    Ich beschließe außerdem, den kleinen Drecksäcken links ein paar aufs Maul zu geben, wenn sie nicht endlich aufhören, im Kino herum zu rennen und zu grölen. Ich beschließe, dem Stinker zu meiner Rechten, die Hände auf den Rücken zu binden, wenn er nicht bald aufhört zu wedeln. Ich beschließe, den beiden Idioten vorne rechts solange ans Schienbein zu treten, bis sie mit ihren Unterhaltungen aufhören. Hat denn noch keiner außer mir bemerkt, dass der Film schon seit zehn Minuten läuft? Fünfzehn Menschen, in einem ansonsten leeren Kinosaal und ich scheine der einzige zu sein, der einfach nur den Film sehen will. Gehen andere Leute ins Kino, um etwas anderes zu tun als Filme schauen? Oder denken andere Leute sie seien, haha, alleine im Kino?

    Der Film ist zu Ende, draußen stürmt und regnet es. Während ich gegen den noch eisigeren Wind ankämpfe, denke ich an den großen LCD Fernseher, der nächste Woche geliefert wird. Dann findet Kino bei mir zuhause statt. Und da ist es egal, ob ich alleine da sitze. Vielleicht kommt mich ja jemand besuchen. Und wenn man quatschen möchte, drückt man einfach auf Pause. Vielleicht gucke ich aber auch wieder alleine Filme. Doch zu hause alleine ist definitiv schöner als draußen alleine.

  • Diese Stadt ist zu klein für uns beide

    Gestern blickte ich durch mein Erkerfenster hinab auf die Straße. Auf die ganze Straße, von der Ampel ganz oben, bis zu mir. Und beim Blicken und Nippen an meiner Kaffeetasse erkannte ich auf meiner Straßenseite einen Postboten. In typischem Gelb gekleidet klapperte er die Haustüren ab, steckte Briefe und Zeitschriften in Briefkästen und schwang sich dann behände wieder auf sein Fahrrad mit der witzigen, breiten Stütze am Vorderrad, um zur nächsten Tür zu rollen. Nichts spektakuläres eigentlich. Wäre da nicht parallel zu ihm auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Postbote von PIN unterwegs gewesen. Komplett in typischem Grün gekleidet, klapperte auch er die Haustüren ab, verteilte Briefe und nutzte sein baugleiches Rad mit breiter Stütze am Vorderrad um weiterzukommen. Und achtete darauf, immer etwas schneller voran zu kommen, als der Konku…Kollege auf der anderen Seite. Der dies ebenfalls bemerkte und einen kleinen Zahn zu legte. Was den grünen Postboten dazu veranlasste noch schneller auf das Rad zu springen und die Pedale etwas stärker zu treten. Woraufhin der gelbe Postbote Briefe nur noch im Vorbeigehen in die Schlitze steckte, um einen Vorsprung zu bekommen. Wodurch der Grüne die Briefe nur noch auf die Schwelle warf. Während der Gelbe nur noch im Vorbeifahren wahllos Post verteilte und der Grüne irgendwann versuchte, seinen kompletten Postsack loszuwerden, um schneller fahren zu können, weil der Gelbe mittlerweile alle Verkehrsregeln missachtend Passanten über den Haufen fuhr. Der Grüne verließ alsbald den Bürgersteig und fuhr auf der freien Straße weiter, sein gelbes Gegenüber tat es ihm gleich und schon bald bekämpften sie sich Gladiatorenrennen gleich mit ihren beiden Stützen am Vorderrad und üblen Faustschlägen. Sie versuchten sich gegenseitig in parkende Autos zu drängen oder mit ihren mitgebrachten Speeren in die Speichen des feindlichen Rades zu stechen. Entgegenkommende Autos mussten ausweichen und überschlugen sich spektakulär im Hintergrund, während die Postboten sich weiter bekämpften, schlugen, rasten. Bis, ja bis sie mein Haus erreicht hatten, der gelbe Postbote es schaffte, den grünen Postboten so abzulenken, dass dieser den LKW nicht sah, der gerade rückwärts aus einer Einfahrt rangierte. Ich meinte hinter meinem Fenster stehend ein hämisches Lachen von der Straße zu hören, als der gelbe Postbote weiterfuhr, während der LKW und der kollidierende grüne Postbote in einer grandiosen Explosion in die Luft ging.

    Erstaunlicherweise fuhr der gelbe Postbote mit seiner Aufgabe fort, Briefe und Zeitschriften zu verteilen. Er faltete grob mein hochwertiges Gee und stopfte es lieblos in meinen Briefkasten. Der Mistkerl. Das nächste Mal bin ich für den Mindestlohn erhaltenden Grünen.

    Ob PIN Chef Günther Thiel bei diesem Interview mit dem bayrischen Rundfunk über die derartigen Zustände auf den Straßen Bescheid weiß, wage ich zu bezweifeln. Auch Stefan Niggermeier, wo ich den Clip hörte weiß so wenig, wie die Blogabfertigung, die den Clip genauer analysiert.

  • 80er Musik

    Letztens schaute ich mal wieder den Michael J. Fox Film "Das Geheimnis meines Erfolges". Eine herrlich naive Komödie. Und so dermaßen 80er. Wunderbar. Auch die Musik in dem Streifen ist absoluter 80er Rock und Electro Pop (Oh Yeah von Yello). Ich stehe ja noch immer auf 80er Jahre Musik. Und ich glaube auch noch immer, dass die erfolgreichsten 80er Pop Songs etwas melancholisches an sich haben. Einen ganz speziellen Sound, eine ganz besondere Atmosphäre (aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein).

    Irgendwann im Laufe des Films jedenfalls, fragte ich mich, ob es heutzutage noch möglich wäre, solche Songs zu produzieren. Also nicht mit Samples oder kleinen Reminiszenzen, wie so manch aktueller Pop Song es versucht, sondern so richtig. Ein Song, bei dem man denkt, man müsste ihn kennen. Bei dem man beginnt zu recherchieren, wann er veröffentlicht wurde. Bei dem man einfach sofort dieses 80er Feeling bekommt. Ich bin kein Musiker, deshalb frage ich mich, ob das überhaupt ginge. Weiß man heute überhaupt noch, wie dieser spezielle 80er Sound gemacht wurde? Existieren diese Keyboards und Instrumente noch? Gibt es dazu bestimmte Harmonien zu beachten oder besondere Melodien, die heutzutage gar nicht mehr genutzt werden? Und kann das überhaupt noch jemand? Oder würde jeder Versuch unweigerlich nach 2008 Pop und Rock klingen?

  • Heath Ledger ist tot

    Normalerweise würde ich über so etwas nicht berichten. Aber ich muss zugeben, dass ich einigermaßen geschockt war, als ich diese Schlagzeile eben las. Denn zunächst hielt ich das noch für einen viralen Werbeschachzug für den Film "The Dark Knight", den zweiten Batman Film von Christopher Nolan, in dem Heath Ledger den Joker gibt. Doch gleich nach diesem Gedanken dachte ich, das kann doch nicht sein, las den Artikel und war weiterhin geschockt. Heath Ledger wurde tot in seinem Appartement aufgefunden. Dass Drogen im Spiel waren, ist anscheinend nicht ausgeschlossen. Heath Ledger war spätestens seit seiner Oscar Nominierung für seine Darstellung in dem Film "Brokeback Mountain" berühmt. Er wurde gerade mal 28 Jahre alt und hinterlässt eine zweijährige Tochter.

    Hab ich euch nicht vor kurzem noch erzählt, dass ich mich wie Bolle auf "The Dark Knight" freue? Und das, obwohl ich anfangs skeptisch war, dass Ledger die Rolle des Jokers bekam. Seit ich den Trailer gesehen habe bin ich aber absolut davon überzeugt, dass er einen noch fieseren Joker abgibt als Jack Nicholson. Und irgendwie bin ich nun noch gespannter auf seine letzte Performance… Ruhe in Frieden, Heath.

  • WDR Poetry Slam

    Schon wieder Fernsehen. Ja, so langsam wird es auffällig, wie meine Wochenenden hier in der Fremde aussehen. Ich zappe schlaftrunken durch das Programm und entdecke eine Sendung, die ich nie zuvor gesehen habe. Da wo früher Nachwuchs-Komödianten in einem Waschsalon auftraten, der aber mittlerweile zu einem anderen Sender gewechselt hat. Auf der Bühne steht eine sehr junge Frau und liest mit Inbrunst einen Text, der so witzig ist, so wunderbar, so köstlich ist, dass ich die Fernbedienung weg lege und zu lachen beginne. Was ich bei den meisten Komödianten Sendungen mittlerweile nicht mehr tue. Und schnell stelle ich fest, die Sendung heißt WDR Poetry Slam. Fünf junge Autoren stellen sich und ihre selbst verfassten Werke vor und das Publikum entscheidet am Ende, wer am besten gefiel. Mir gefielen alle. Eine wunderbare Sendung. Und eine Schande, dass ich auf so etwas durch Zufall stoßen muss. Warum wird für so etwas keine Werbung gemacht? Warum wird es im Nachtprogramm versteckt? Egal, ich habe es entdeckt. Und ich werde weiter zuschauen. Wenn es noch weitere Folgen gibt. Und wenn es wieder Karten gibt, werde ich hinfahren. Und wenn mich, und hiermit zitiere ich die junge Frau, endlich mal wieder "kreative Schübe ereilen" (herrlich), dann melde ich mich an. Und werde berühmt. Morgen. Ganz bestimmt. Wann kommt die nächste Sendung?

  • Kennste den?

    Kennt ihr auch diese Menschen, die euch unentwegt zu labern? Die euch Dinge erzählen, die ihr gar nicht hören wollt? Und die nicht einmal ein Zeichen erwarten, dass ihr ihnen überhaupt zuhört? So wie ein Kopfnicken oder ein "Mh mh"? Die einfach nur kommentieren, was sie gerade tun, oder, noch schlimmer, was sie denken und gar nicht registrieren, dass sich ihr Mund beim Denkprozess mit bewegt?

    Kennt ihr auch diese Menschen, die euch gar nicht richtig zuhören, wenn ihr etwas erzählt? Die euch schon beim zweiten Satz ins Wort fallen und ihre eigene Sichtweise darstellen wollen, ohne zu wissen, worum es euch eigentlich geht? Die das Gespräch ab diesem Moment an sich reißen und es zu einem Monolog verkümmern lassen?

    Kennt ihr auch diese Menschen, die in jedem Satz das Wort Ich, Mein und Mich benutzen? Die jegliche Unterhaltung sofort auf sich selbst beziehen und erzählen, wie es bei ihnen ist? Die jeden Aspekt eurer Erzählungen sofort auf sich selbst ummünzen und jede Antwort mit den Worten beginnt: "Also bei mir ist das so…"?

    Kennt ihr auch diese Menschen, die all das vereinen, was ich eben aufgezählt habe? Und gehen sie euch auch so auf die Nüsse?

  • Blogosphäre 08

    Liegt es nur an mir oder habt auch ihr das Gefühl, dass die Bloggerwelt nicht mehr die gleiche wie früher ist? In meinem Feedreader stehen derzeit etwa 50 Blogs. Was heißt derzeit? Eigentlich schon seit langem. Zu diesen 50 Blogs gehören private Blogs, von Menschen, die ich kenne oder die mir unbekannt sind und die ich einfach gerne lese. Außerdem sind da noch einige Design-Blogs, Themen-Blogs (Film, Musik etc.) und Gadget-Blogs. Außerdem sind auch einige SEO Blogs abonniert und News- und Tipps-Blogs. Das übliche also.

    Nun stelle ich in den letzten Monaten aber fest, dass sich irgendwas verändert hat. Und wie gesagt, ich weiß nicht, ob es an mir liegt und ich einfach einen falschen Eindruck habe, oder ob wirklich etwas anders geworden ist. Lasst es mich aus einer anderen Perspektive erklären.

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  • Das andere Weihnachtsgeschenk

    Ich hatte euch doch erzählt, dass aus all den tollen Weihnachtsgeschenken, die ich dieses, ähm, letztes Jahr bekommen habe, zwei besonders heraus stachen. Zum einen die Karten für die Blue Man Group. Das zweite Geschenk war heuer wieder ein Lego Technic Baukasten. Herrlich. Ein paar Tage mal wieder ein Kind sein (also mehr als sonst so ohnehin), basteln, bauen und etwas Großartiges entstehen lassen. Einen gelben Kranwagen. Mit Motor und Pneumatik und so. Wobei, ganz ehrlich, auf beides hätte ich hier gerne verzichten können. Die Pneumatik lässt nur den Kranarm rauf und runter und das nicht mal elegant. Der Motor dient nur dazu, die Schnur und den Kranarm ein- und auszufahren. Mit 6 Mignon Batterien. Also das hätte man auch raffinierter haben können. Dennoch ist es ein geiles Teil und macht sich recht gut neben dem Abschleppwagen vom letzten Jahr. Und nun? Habe ich zwei Erkenntnisse. Erstens fehlt mir plötzlich der Platz, um mir kommende Weihnachten erneut ein Baukasten schenken zu lassen. Und zweitens ist das Lego Technic Bauen wie verdammt guter Sex. Immer viel zu schnell vorbei. Ein Dilemma.

  • Nebel!

    Nein, also so besoffen kann ich gar nicht sein, dass ich die Hand vor Augen nicht mehr sehe. Außerdem weiß ich ganz genau, nur ein einziges Glas Asti getrunken zu haben um Mitternacht. Trotzdem saß ich gestern mit der damalige Freundinn im Auto und wollte von der gemütlichen kleinen Silvesterparty (lecker Essen, danke noch mal) wieder nach Hause fahren und sah nur grau. Die Lichtkegel meiner Scheinwerfer wurden verschluckt. Angestrengt über dem Lenkrad hängend versuchte ich, wenigstens den Bordstein zu erkennen. Vergebens. Im Schritttempo (mit drei ultralangsamen T) pirschte ich mich vorwärts. Schlich durch Oberhausen. Verpasste die Autobahnauffahrt, schlicht weil ich weder sie noch irgendwelche Schilder sehen konnte. Klemmte mich schließlich an zwei rote Lichter vor mir, die sich ebenfalls blind durch den Nebel tasteten. Und erreichte schließlich meine Wohnung, weit über eine Stunde später, für einen Weg, der mich normalerweise knapp fünfzehn Minuten kostet. Also ehrlich, früher waren Nebel nicht so dicht. Oder ist das im Ruhrpott so? Oder war das gar ein Nebel-Rauchschwadengemisch, mit den Abgasen der Milliarden Böller, die zuvor statt Brot in die Luft gejagt worden waren? Ich weiß es nicht. Gruslig war’s. Prost Neujahr.

  • Vorgenommen und abgenommen

    Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, mir nicht mehr vorzunehmen, mir etwas vorzunehmen für das neue Jahr. Nun werde ich mir aber doch etwas vornehmen, nämlich das Vorhaben mir nicht zuviel vorzunehmen und stattdessen abzunehmen. Also weniger zu mir zu nehmen. So das Vornehmen. Ähm, das Vorhaben.

  • Blue Man Group

    Back in Pott. Ich bin wieder zurück. Zurück von meiner Freunde/Familien/Weihnachts-Tour durch halb Deutschland. Und, was habt ihr zu Weihnachten geschenkt bekommen? Socken, Parfüm und Gutscheine? Ich auch. Und ich habe mich sehr darüber gefreut. Noch ein bisschen mehr konnte ich mich aber über zwei andere Geschenke freuen. Über das eine werde ich demnächst etwas schreiben (inklusive Fotos), vom anderen möchte ich euch jetzt etwas erzählen. Die damalige Freundin schenkte mir zu Weihnachten Karten für die Blue Man Group. Gerade kommen wir zurück von der Show, die in der Nachbarstadt Oberhausen (im Metronom Theater beim Centro) aufgeführt wird und… ich bin hin und weg. (mehr …)

  • Driving Home for Christmas

    Der im Titel genannte Song von Chris Rea wird mich morgen auf meiner Fahrt begleiten. Und die anderen Lieblings-XMas-Songs, die ich mir heute zu diesem Zweck auf CD gebrannt habe. Driving Home for Christmas. Zu Weihnachten nach Hause fahren. Noch nie hat der Titel so gut gepasst wie dieses Jahr. Freunde und Familie, Besinnlichkeit und Chaos, Essen und Geschenke. Und zurück kommen werde ich erst kurz vor Silvester. Ob ich bis dahin nochmal zum Schreiben komme, ist fraglich. Deshalb möchte ich bereits jetzt folgendes los werden:

    Ich wünsche euch allen ein wundervolles Weihnachtsfest, eine glückliche Zeit, viele Geschenke und überhaupt. Danke für das eifrige Lesen und Kommentieren in meinem Blog. Erst dadurch macht mir mein Hobby richtig Spaß. Danke für die Aufmunterungen und das An-mich-Glauben in den vergangenen für mich doch turbulenten Monaten. Ich wünsche euch allen auch einen guten Rutsch und ein tolles, turbulentes und glückliches Jahr 2008. Wir lesen uns bald wieder.

  • Taxi Dekadent

    Taxi fahren hat für mich noch immer etwas von Dekadenz. Bevor ich ein Taxi rufe, ist auf jeden Fall überprüft worden, ob es nicht auch per Freund, Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß gehen könnte. Und erst, wenn all diese Möglichkeiten ausgeschlossen sind, rufe ich ein Taxi. Taxis sind teuer und purer Luxus. Ich frage mich, ob die Menschen in New York tatsächlich ausschließlich das Taxi benutzen, wenn sie nicht mit der U-Bahn fahren, so wie man es in Film und Fernsehen immer sieht.

    Wie auch immer, ich lebe jetzt ebenfalls in der Großstadt (nicht ganz New York) und wenn es nötig ist, muss eben ein Taxi her halten. Als ich letzte Woche mein Auto in die Werkstatt brachte um eine große Inspektion durchführen zu lassen, bot man mir dort an, einen Mietwagen für 15 Euro am Tag zur Verfügung zu stellen. Da ich bis auf eine Ausnahme alle Wege von und zur Werkstatt mit einer der oberen Alternativen bewerkstelligen konnte, nahm ich mir vor, dekadent zu sein. Ich wollte nicht laufen, ich wollte auch nicht herausfinden, wie die Busse in Duisburg fahren. Nein, ich wollte Taxi fahren. Und bestellte eins.

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  • Guck mal, was der googelt (1)

    QueenLatina hat mich auf die Idee gebracht. Ich musste bei ihrem Artikel über die tollsten Suchanfragen, durch die Besucher auf ihr Blog kommen, so herzhaft lachen, dass mein Interesse geweckt wurde, was meine Besucher denn so alles wissen wollten. Die schönsten Beispiele habe ich hier mal aufgelistet und, kundenfreundlich wie ich nunmal bin, nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Viel Spaß. Bei Gefallen gibt es dann bald mehr davon. (Die Fragen sind genau so übernommen worden wie eingetippt)

    was schreibe ich auf meine weihnachtskarte

    Fröhliche Weihnachten vielleicht?

    alles roger?

    Aber sicher.

    was schreibe ich zu weihnachten

    Eine Weihnachtskarte

    wie schwer ist der simulator bei sbb cargo

    Oha. Ist da ein zukünftiger Kollege etwas nervös?

    wie schreibe ich weihnachtsgruesse

    W..E..I..H…..

    was schreibe ich in die weihnachtskarte

    Wie gesagt: Fröhliche Weihnachten.

    ipod touch welche bist du

    Welche was bin ich?

    wann ist wieder 20% bei praktiker

    Wenn wir die blöde Werbung wieder im Radio hören.

    warum ich liebe t-mobile reklame

    Weil die Reklame gut im Deutsch geschrieben seid

    was nervt frauen

    Ich schätze mal, blöde Fragen.

    ich weis net was ich schreiben soll deshalb geh ich in google

    Gehe lieber mal in dich und denke nach.

    wie kann ich meine auto sauber machen

    Es gibt nur eine stilvolle Art: Mit knackigen Bikini-Schönheiten, einem Schlauch, einem Schwamm und viel Schaum.

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  • Der Eva Herman Autobahn Sketch

    Ich muss ja gestehen, die Kerner Sendung mit Eva Hermans Rausschmiss nicht gesehen zu haben. Nicht mal nachträglich auf Youtube. Einfach weil mir die Diskussion um diesen Auftritt erst am A… vorbei ging und sich kurz darauf als so dermaßen lächerlich heraus stellte, dass ich das Original gar nicht erst sehen musste, um zu verstehen, wie manche Dinge eine erschreckende Eigendynamik bekommen. Drüben beim Fernsehlexikon hat man sich die Mühe gemacht, den Ablauf der Diskussion festzuhalten und als kleines Theaterstück, oder besser Sketch, aufzubereiten. Herrlich.

    Und wie gesagt, ich habe die Sendung nicht gesehen, kann und will darüber auch kein Urteil fällen. Auch nicht über Hermanns getätigte oder nicht getätigte Äußerungen. Beim Lesen des Sketches Ablaufs stellte ich mir allerdings die Frage, ob die Szene auch im Fernsehen so absurd rüber kam. Die Konstellation der Diskussionsrunde, die Äußerungen aller Beteiligten, die Dialoge und Argumente, die einfach nicht zusammen passen wollen, der verdammt pointierte Umschwung auf Mario Barths Haare nach Hermans Weggang. Das scheint mir großes, absurdes Kino gewesen zu sein. "Autobahn geht gar nicht." Wer von euch hat es gesehen?

    Komme ich jetzt eigentlich in Teufels Küche, wenn ich euch erzähle, dass ich nächste Woche auf der Autobahn zu meinen Freunden und meiner Familie fahren werde und mich während der Fahrt sogar noch möglichst rechts halte?

  • Schlahaf in himmlischer Ruh‘

    "…Stihille Nacht, heilige Nacht…." Ich sollte schlafen. Aber ich bin wach. Was ist das für ein Lärm? "…alles schläft, einsam wacht…" Nein, ich schlafe nicht. Ich wache einsam. Was soll denn das? Das wird ja immer lauter. "... Leise rieselt der Schnee…" Und laut jault die Drehorgel. Da unten läuft doch tatsächlich ein Bettler mit seiner Drehorgel durch die Straße. "... still und starr ruht der See…" What the…? Was soll das denn? Weihnachtsterror? Ich hatte Nachtschicht. Ich habe grade mal drei Stunden geschlafen. Ich will meine Ruhuh. "… Stihille Nacht, heilige Nacht…" Waah, hat diese verflixte Orgel nur zwei Songs drauf? Das darf doch nicht wahr sein. Das ist ja schlimmer als dieser Klüngelstyp, der allmorgendlichen durch die Straßen fährt. "… alles schläft, einsam wacht…" Hier schläft nichts und niemand mehr. Sieh zu, dass du Land gewinnst mit deiner Al-Kaida Orgel, sonst werf‘ ich mit Leergut aus meinem Fenster. "… Leise rieselt der Schnee…" Wenn’s doch nur so wäre. Aber Moment, es wird leiser, oder? Tatsächlich. Er geht weiter. "… still und starr ruht der See …" Der Schnellste ist der Kerl ja nicht. Aber, aah, welch Wohltat, er scheint um die Ecke zu sein. Zwei abrupte Pausen deuten darauf hin, dass er die Orgel auf den Gehsteig und wieder herunter hieven musste. In meinen Ohren orgelt es munter weiter. Orgel-Tinitus. Es ist still. Und starr liege ich im Bett. Einsam wach. "...Stihille Nacht!!!…" Waaah. Er ist zurück. Er steht unten am Kiosk, in der einen Hand einen Kaffee, die andere Hand orgelt. Niemand sonst ist auf der Straße. Niemand gibt ihm Geld. Niemand zieht sich Schuhe an und rennt hinunter auf die Straße, um den Mann zu belohnen oder ihn zum Schweigen zu bringen. Ich hasse Weihnachten. In diesem Moment. Bis ich wieder schlafe, bin ich Ebenezer Scrooge. "…Stihille!!! Nacht!!!!!…" Ich habe wieder geschlafen. Und er ist wieder da. Ich schreibe weiter, wenn ich zurück bin. Ich muss mal schnell nach unten und mit einem Baseball-Schläger ein "Musik"-Instrument kurz und klein schlagen… "...Sti!!!hille!!! Naaaa!!!cht!!!!…" Waaaaah!!!!

  • Mit der Super-Haftwirkung

    Derzeit geht es ja wieder rund im Internet. Das allseits beliebte Landesgericht Hamburg, welches immer mal wieder in Sachen Internet tätig wird, hat beschlossen, dass Blog- und Forenbetreiber dafür haftbar gemacht werden können, was Besucher in Kommentaren und Diskussionen schreiben. Sprich: man kann mich dafür belangen, wenn irgendein Dummdödel in meinem Blog Unwahrheiten, Diffamierungen oder Beleidigungen ablässt und der Angegriffene sich dagegen zur Wehr setzen möchte (eine recht detaillierte Aufschlüsselung zum Sachverhalt findet man hier).

    Nun, ich werde zum Thema Kommentieren demnächst noch etwas schreiben. Was ich mich jetzt im ersten Moment einfach mal frage, ist folgendes: Wenn irgendwelche Spinner mit ihrer Sprühdose durch die Stadt laufen und an der Wand meines Hauses für jeden sichtbar Nazisprüche hinterlassen, bin ich dann in Zukunft dafür auch verantwortlich? Kann man mich demnächst dafür belangen und mir vorwerfen, meine Häuserwand nicht genug geschützt zu haben und damit dem Schwachsinn eine Plattform geboten zu haben? Wo soll das noch hinführen (also im Netz – das Beispiel ist ja hoffentlich weiterhin metaphorisch)?

  • Im Einkaufsparadies

    Die Salami, die Chips, die Bananen, das Sonnenblumenkernebrot, die Samt-Marmelade. Alles mit all dem anderen Kram im Wagen verstaut, die Hand im Portemonnaie, die Worte gesprochen: „Ich zahle mit EC.“ Das junge Fräulein an der Kasse des neu eröffneten Kauflands nimmt die Karte entgegen und vollführt all ihre Tätigkeiten um das Geschäft mit einem Bezahlvorgang abzuschließen. Der kleine Drucker spuckt einen Zettel aus, das Fräulein deutet auf den Betrag, blickt nochmals auf meine EC-Karte und sagt lächelnd: „23 Euro 68 macht das, Herr Graf.“ Ich bin überrascht, mit Namen angesprochen zu werden und murmle ein zustimmendes „Mhmh.“ Und noch während ich mein Portemonnaie verstaue fragt mich das Fräulein: „War denn alles in Ordnung?“ Ich sehe mich um und frage „Bitte?“ Sie wiederholt die Frage: „War alles in Ordnung?“ Ich kapiere es nicht. „Alles in Ordnung? Was denn?“ „Nun, ihr Einkauf. War alles in Ordnung damit?“ Ich bin völlig perplex. So eine Frage habe ich nun gar nicht erwartet.

    Ich denke nach und möchte dem Fräulein sagen, dass Kaufland noch immer nicht meine Lieblings Chips im Sortiment hat. Ich möchte ihr sagen, dass ich die Strategie, Produkte nach Kategorien und nicht nach Hersteller zu sortieren, nicht mag. (Zur Erklärung: im Kaufland findet man nicht ein Regal mit allen Samt-Marmeladen, sondern ein Regal mit allen verfügbaren Himbeermarmeladen, wo sich dann auch die Samt irgendwo versteckt. Und daneben ein Regal mit allen Erdbeermarmeladen und dann eines mit allen Kirschmarmeladen und so weiter) Ich möchte ihr sagen, dass ich die Gänge zu eng finde und teilweise nirgendwo weiter kam, wenn wohlbeleibte Menschen, Wagenhaufen und plaudernde Grüppchen sich nicht um restliche Kunden scherten. All das möchte ich ihr sagen. Doch stattdessen kommt ein „Ähm, ja, äh klar. Alles in Ordnung.“ aus meinem Mund. Dough.

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  • Licht aus in, äh, für Fünf Minuten!

    Gestern fand in ganz Deutschland die Aktion "Licht aus" statt. Für fünf Minuten sollte jeder komplett das Licht ausschalten um damit auf den Klimawandel und die Energieverschwendung hinzuweisen. Begleitet wurde das Happening durch Aktionen und Werbemaßnahmen, die vermutlich mehr gekostet haben, als die eingesparte Energie gekostet hätte. Auch in Duisburg beteiligt man sich. Vor dem Hauptbahnhof entdeckte ich Autofahrer, die an ihren Wagen auf dem Seitenstreifen stehend brav das Licht ausgeschaltet hatten. Den Motor allerdings ließen sie laufen. Bloß weil man im Dunkeln warten soll, muss man es ja nicht schweinekalt haben, nicht wahr?

  • Nivea – manche Dinge ändern sich nie

    Heute kaufte ich mir ein Dose Nivea. Eine typische, dunkelblaue Dose mit dem bekannten, eingestanzten Schriftzug. Rein aus nostalgischen Gründen. Weil sich die Nivea-Creme nicht verändert hat, seit ich auf der Welt bin. Die Schriftart wurde zwar irgendwann mal modernisiert, aber so dezent, dass sie in meiner Erinnerung schon immer so ausgesehen hat. Der Rest blieb gleich. Auch der Duft. Und der erinnert mich so schön an die Samstage, die Badetage (damals musste man ja nur Mittwochs und Samstags in die Wanne). An Raumschiff Enterprise und das ZDF Ferienprogramm ("Hallo, Leute es sind Ferien. Alle machen blau von Flensburg bis nach Oberammergau, denn es sind Ferien und mit viel Tamtam und Information steigt wieder unserer Ferienprogramm…"), an Zini und Western von Gestern. Er erinnert mich auch an meinen Kletterbaum, mein Kettcar und an Anke vom Haus nebenan, die einen Nagel in ihrer Hand stecken hatte, als ein Regal beim Erklettern umfiel.

    Düfte sind das absolut beste und wichtigste. Nun creme ich mir die Hände ein und achte darauf, so auf der Couch zu liegen, dass ich den Geruch immer in der Nase habe.