Notiz an mich selbst (schon wieder): Darauf achten, den Tetrapak mit der Milch aus dem Kühlschrank zu nehmen. Kaffee mit Traubensaft schmeckt nämlich nicht ganz so gut.
Autor: Roger Graf
Alles Roger Graf
Wenn man mit dem Namen Roger Graf aufwächst, denkt man zunächst, relativ einzigartig zu sein. Namenstechnisch. Schließlich heißt man ja nicht Michael Schmidt oder Peter Müller oder Christian Meier. Und dann wird man älter, entwickelt Interessen, versucht diese auszuleben und stellt fest, dass schon andere Roger Grafs vor einem da waren. Verdammt. So ergangen ist es mir, als ich meinen ersten Roman auf den Markt werfen wollte. Und im Amazon-Katalog dann zwischen Dutzenden anderer Romane von Roger Graf stand. Wer weiß, wie viele Leute sich meinen aus Versehen gekauft haben. Förderlich für den Verkauf war die Existenz des anderen Grafs mit Sicherheit nicht. Ich meine, Hallo, Namensvetter okay, aber muss der dann auch noch schreiben?
Und nicht nur das. Was das Internet betrifft, war der Kerl ebenfalls schnell. RogerGraf.ch war natürlich vergeben (klar, er ist Schweizer) aber auch die .de und .com-Domain hatte er sich bereits unter den Nagel gerissen. Als ich meine Homepage damals startete, kam ich mangels Alternativen auf den äußerst kreativen Namen ebrake.de (wenn sie jemand will, bitte melden). Und ärgerte mich insgeheim, nichts mit meinem nicht alltäglichen Namen anfangen zu können.
Dann kam die Zeit meines Blogs. ebrake.de musste sterben, etwas griffigeres sollte her. Nun war ich ja in der glücklichen Lage, eben nicht Peter, Christian oder Michael zu heißen, für die es keine witzigen Sprüche gab á la "Super Chris" oder "Machma Micha" oder "Nicht jeder, Peter" gibt. Mein Name lautet Roger und alles, was ich in meinem Blog präsentiere, schreibe und offenbare, ist von mir. Alles von Roger. Alles Roger. Prima. Griffiger geht es nicht.
War natürlich klar, dass ein gebräuchlicher Spruch wie "Alles Roger" schon in Beschlag genommen worden war. Unfassbar für mich allerdings, nicht von irgendeinem anderen Roger, sondern wiederum von Roger Graf. Aber nicht dem Schweizer Autor. Es gab weit mehr Roger Grafs als mir lieb sein konnte. Und alle waren schneller als ich. Allesroger.de war vergeben. Und alle anderen Endungen ebenfalls, bis auf allesroger.net. Weshalb mein Blog auch so heißt.
Okay, ich musste mich damit abfinden. Ich nenne mein Blog absichtlich stets allesroger.net. Das .net steht deshalb immer in der Überschrift, um die Leser und Besucher zu konditionieren. Mehr als einmal bekam ich Rückmeldungen, dass man bei allesroger.de gar nichts fände. Dem war und ist tatsächlich so. Allesroger.de liegt brach, wird nicht genutzt. Und ihr ahnt es. Das ärgert mich noch viel mehr. Vollkommen ungenutztes Potential. Wie gerne hätte ich diese Domain, könnte mein Blog nur noch "Alles Roger" nennen und darauf bauen, dass ein jeder es sofort findet (abseits der Google Suche).
Dann erreichte mich vor wenigen Wochen eine Mail. Geschickt von Roger Graf, dem Inhaber der .de-Domain, der mir seine Grüße hinterlassen wollte und mir erklärte, weshalb er seinen guten Namen nicht "sinnvoller" verwendete. Ich grüßte zurück. Natürlich nicht ohne die Gunst der Stunde zu nutzen und die Frage zu stellen, ob er bereit wäre, sich von seiner Domain zu trennen. Es dauerte lange bis eine Antwort kam. Gestern abend sah ich wieder überrascht in mein Postfach und fragte mich erst, weshalb ich mir selbst eine Mail schickte. Ich Dummerle, es handelte sich um die lang erwartete Antwort. Roger schrieb, er überlege sich schon lange, die Domain abzutreten, eine Flugschule sei schon auf ihn zugekommen und laut einer Prüfung bei sedo (ein Marktplatz für Domains) sei allesroger.de etwa 1600 Euro wert.
Aber ist mir das 1600 Euro wert? Das ist echt nicht net(t).
allesroger.net ist mittlerweile seit drei Jahren im Netz, hat mittlerweile einen Besucherschnitt von knapp 250 täglich und wird mit vielen Begriffen auf den ersten Seiten bei Google gefunden. Ich glaube, so schlecht stehe ich bzw. mein Blog nicht da. Auch ohne .de-Domain. Bei meinem nächsten Design-Update wollte ich sogar auf das .net verzichten und mein Blog auch dann ofiziell nur noch "Alles Roger" nennen. Wer allesroger.net finden will, wird es finden, auch ohne .de am Ende. Alles andere wäre nicht net(t).
Shake it like a Polaroid Picture
Wer von euch vermisst in Zeiten von Megapixeln und digitalen Spiegelfreflexen die guten alten Polaroid Fotos mit ihrem eigenen Charme? Das Geräusch der Kamera, das endlose Warten und Schütteln um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen und die Magie, wenn plötzlich das Motiv erschien.
Wer diese Atmosphäre wieder aufleben lassen möchte, muss nun nicht mehr zu diversen Photoshop-Aktionen greifen, sondern kann sich kostenlos Poladroid herunter laden. Natürlich nur für den Mac. Die Bedienung könnte einfacher nicht sein. Man zieht ein Foto auf die Kamera, es knackt und knirscht und auf dem Desktop liegt nun ein Polaroid, das sich langsam entwickelt. Ungeduldige können es mit der Maus hin und her schütteln und das fertige Bild abspeichern.
Viele schöne Beispiele für nostalgische Bilder mit Flair finden sich in der entsprechenden Flickr-Group. Gefunden bei surfgarden.
Ganz schön nuttig
Auf unserem Balkon stehen riesige Blumentöpfe in denen Palmgras seit langem verzweifelt versucht zu überleben. Mein Vormieter hatte sie mir überlassen und das Gestrüpp sah bis zwei Monate nach seinem Auszug auch recht hübsch aus. Dann wurde es braun. Und grau. Und lichter. Und dann kamen Brennnesseln und Pilze dazu, Ameisen und Birkenbäumchen und ach – mit einem Male bildete sich ein Biotop auf meinem Balkon. Die damalige Freundin kultivierte und schnitt und pflegte, doch es war eine Sisyphusarbeit. Nun, da der Umzug ansteht und die liebe Hausverwaltung plötzlich bemerkt hat, dass die Kübel seit etwa zehn Jahren nicht da stehen dürften, hat man uns aufgetragen, alles zu entfernen. Doch wohin mit soviel Erde, Steinen, Wurzeln und Grünzeug?
Ein Anruf bei der Duisburger Abfallwirtschaft fruchtete wenig. Man verwies uns an private Entsorgungsfirmen. Diese verlangen für Schnittgrün Geld und Erde nehmen die schon gar nicht. Bei der zweiten Firma war ein junger Kerl am Telefon. Dieser riet mir tatsächlich, die Kübel ins Auto zu packen, raus aufs Land zu fahren, an einem Feldweg stehen zu bleiben und den Dreck einfach auszukippen. "Ist ja alles Natur und Grün. Und vielleicht hat ja sogar noch ein Tierchen seine Freude dran", sagte er. "Und das ist legal?" wollte ich wissen. "Natürlich. Aber vielleicht sollten sie dennoch einen Blick in den Rückspiegel werfen, bevor sie alles ausladen."
So trugen die damalige Freundin und ich heute die unfassbar schweren Kübel hinunter und wuchteten sie ins Auto. Es war kurz nach Sechs und bereits dunkel, als wir los fuhren. Ganz in der Nähe meiner Wohnung befindet sich ein riesengroßer Parkplatz in einem Waldstück. Der Plan war, auf diesen Parkplatz zu fahren und die Erde in den Wald zu kippen. Schon in der Einfahrt zum Parkplatz kamen mir zwei Autos entgegen, weitere fuhren weiter hinten auf dem Parkplatz herum. Eigenartig, dachte ich mir, vermutlich letzte Besucher aus dem Zoo. Wir parkten unser Auto, mit der Heckklappe zum Wald. Ein weiteres Auto fuhr an uns vorbei. Langsam, im Schritttempo. Dieter saß darin. Sein Name stand auf einem Schild im Rückfenster. Und noch bevor ich die Tür öffnen konnte, kam schon das nächste Fahrzeug. Und dahinter wieder eines. Erst jetzt fiel uns auf, dass diese Wagen alle im Kreis fuhren, im Schneckentempo, mit gebührendem Abstand. Eine Parade?
Dann sahen wir sie. Eine junge Frau, die neben ihrem Auto stand. Die Dicke ihrer Jacke hob sich auffällig von der Dünnheit ihres Röckchens ab. Und das Röckchen war nicht nur dünn, sondern auch kurz, legte den Blick frei auf Netzstrümpfe, die in schwarzen Stiefeln mündeten. Ein Wagen hielt neben ihr, sie beugte sich vor, dann fuhr das Auto weiter. Die anderen warteten geduldig, fuhren wieder an und drehten weiter ihre Runden. Etwa dreißig bis vierzig Autos umrundeten die junge Frau wie Motten das einzige Licht.
Ich gebe zu, man hatte mir von diesem Parkplatz schon erzählt. Allerdings war ich davon ausgegangen, dass hier nur Samstag Nachts oder so, ab Mitternacht oder so, etwas los sei. Nicht unter der Woche nach Einbruch der Dunkelheit. An ein Entsorgen der Erde war natürlich nicht mehr zu denken. Wir sahen zu, von diesem Parkplatz herunter zu kommen, reihten uns in die Parade ein und fuhren langsam Richtung Ausgang. Und mieden Blickkontakt mit den mittlerweile zwei Damen die bestiefelt im regennassen Laub standen. Wer weiß wie viele von ihnen später hier stehen würden. Im Drei Meter Abstand? Die ganze Nacht?
Bald fanden wir einen anderen Parkplatz, kippten die Kübel aus und sahen zu, wie die Blumenerde und die Wurzeln eins wurden mit Mutter Natur. Und den anderen Parkplatz werden wir nur noch bei Tageslicht aufsuchen. Übrigens, wir haben die Plastikkübel natürlich mit genommen und wirklich nur Erde und etwas Grün verschüttet.
Dr.House
Eine meiner absoluten Lieblingsserien derzeit ist Dr.House. Ich finde ihn einfach klasse, seine Art, seine Sprüche und seine konsequente Art, wirklich niemals auch nur aus Versehen nett zu sein. Eigenartig, wie man so jemanden mögen kann. Ich mag die Atmosphäre der Serie, den lakonischen Humor, die Beziehungen zwischen den Figuren (in der vierten Staffel übrigens nicht mehr ganz so – wenn Cameron und Chase nicht mehr zum Team gehören und nichts beizutragen haben, sollten sie weg. Ebenso ist Foreman sehr ungeschickt wieder eingeführt worden) und natürlich auch die meist absurden Fälle. Es ist nie Lupus.
Man kann Serien ebenso wie Filme, Musik und Bücher mögen oder eben nicht. Ich mag Dr.House. Aber ich muss etwas gestehen. Ich verstehe es nicht immer. Klar, in keiner Serie wird mit mehr Fachbegriffen um sich geworfen als hier. Manchmal werfen sich die Leute minutenlang Namen von Krankheiten und Körperteilen an den Kopf, ohne dass ich nur den geringsten Schimmer habe, wovon sie sprechen. Egal. Was mir mehr zu schaffen macht, ist, dass ich viele Dialoge nicht verstehe. Dass ich nicht weiß, was House gerade zu sagen versucht. Dass ich nicht weiß, was Wilson, sein einziger Freund, gerade meint. Oder worauf Cuddy hinaus will.
Oft springen die Dialoge im Sekundentakt hin und her. Es geht um den Fall und im nächsten Satz wieder um persönliches, wieder um den Fall, dann eine Beleidigung. Ein Stakkato an Sprüchen, die so oft nicht zusammen passen wollen. Oder erst, wenn ich Zeit hatte, darüber nachzudenken. Das alles ist natürlich sehr cool, weil House sehr cool ist. Umso uncooler ist es, zugeben zu müssen, manchmal recht ratlos da zu sitzen.
Wovon haben die jetzt gesprochen? Wen hat er jetzt gemeint? Wie kam er jetzt darauf? Ich glaube, ich bin zu langsam für die Serie. Oder zu doof. Aber ich mag sie trotzdem. Sehr sogar. Und irgendwann ist es bestimmt doch Lupus.
Ich bin ansteckend
Irgendwann wurde ich zum Fanboy. Schleichend, ohne dass ich es bemerkte hätte oder etwas dagegen hätte unternehmen können. Ich schielte schon immer sehnsüchtig zu allen Apple Produkten herüber, versuchte mich immer, mit gesundem Menschenverstand und Logik vom Kauf abzuhalten. Dann erstand ich einen iPod und es war geschehen. Der Weg bis zu meinem Macbook war lange, beschwerlich und leider auch zu oft nervtötend (aus mehreren Gründen). Doch irgendwann war auch er vorbei. Ich war Apple-Jünger. Wobei, nein, ganz so stimmt das nicht. Meine Faszination für Apple Produkte lag noch weit hinter der echter Jünger, hinter echten Fanboys, die alles, aber auch wirklich alles in den Himmel lobten, das Apple produzierte. Ein wahrer Fan steht zu seinem Verein, egal ob er gewinnt oder verliert, so heißt es. Ein echter Apple-Fan tut dies auch. Und wo ich anfangs auch die Negativ-Seiten aufzeigte oder immer wieder versicherte, dass mein Windows Rechner gut funktioniert hätte, so wurde es bald leise. Wie gesagt, es begann schleichend.
Schon wenige Tage nachdem ich mein Macbook zum ersten Mal in den Händen gehalten und benutzt hatte, fing ich an, festzustellen, um wieviel schöner mein (Computer (Nerd))-Leben werden würde.Und ich sollte Recht behalten. Nie zuvor hat es mir soviel Spaß gemacht, am Computer zu arbeiten (und wenn ich sage arbeiten, meine ich all die Sachen, die man außer Spielen oder Filmegucken macht). Das Betriebssystem dachte so schön mit, nahm mir so viel ab, behelligte mich so gut wie nie und lief einfach wie eine Eins. Und dazu war es noch außergewöhnlich schick. Wenn die damalige Freundin nebenan ihren Vista-Rechner aufklappte und wieder stöhnte, weil er ewig zum Starten brauchte, ein Programm immer wieder abstützte, ständige Abfragen nervten und ungewiss war, wo er gewisse Dinge abspeicherte, seufzte ich leise in mich hinein und streichelte den Deckel meines Macs.
Ja, als Apple-Fanboy, -Jünger, -Nutzer ist man der Logik abgewandt. Man entwickelt Emotionales, wenn man einen Mac besitzt. Einen Mac kauft man nicht, weil man ihn braucht, sondern weil man ihn will. Nicht der Kopf kauft ihn, sondern das Herz und der Bauch. Langsam fing ich an, Vista zu verteufeln (wohlgemerkt, nur Vista, was wohl hauptsächlich für den derzeitigen Run auf Apple-Rechner verantwortlich ist). Mehr und mehr wurde mir bewusst, wie grau und trist mein Leben am Computer vorher war. Und ich sagte das. Ich ging hinaus und missionierte. Aber nicht auf eine Zeugen-Jehovas-Art, sondern einfach, indem ich tat, was ich tat. Ich klappte mein Macbook auf, ich demonstrierte und ich erzählte. Ich zeigte, führte vor, so als würde ich Provision oder einen Platz im Himmel bekommen. Und je mehr ich ins Schwärmen geriet, um so mehr fiel mir auf, wie sehr meine Zuhörer aufnahmen, was ich sagte. Sie waren wie leere Gefäße, entnervt und frustriert. Sie hatten Fenster, durch die sie nicht mehr hindurch sehen konnten (Fenster, Windows, haha) und dann kam ich und verschaffte zum ersten Mal Durchblick. In dem ich zeigte, wieviel Spaß es machen kann, einen Computer zu benutzen. Ich steckte an.
Infiziert sind mittlerweile die damalige Freundin, die sich demnächst ein Macbook kauft, eine Freundin, die sich demnächst ein Macbook und vorher womöglich ein iPhone holt und meine Mutter, die sich alsbald einen iMac zulegen wird. Sie alle habe ich nicht überredet, ich habe sie nicht beschworen. Ich habe sie nur angesteckt. Weitere Menschen in meinem Umfeld zeigen erste Symptome, doch ihr Verstand und ihr Geldbeutel wehren sich noch. Ähnliches gilt auch für das iPhone. Kaum jemand, der dem Charme dieses kleinen Gerätes widerstehen kann. Oder mir, der mit leuchtenden Augen vorführt, zeigt, erzählt und strahlt.
Ich bin ansteckend, ich bin krank. Und bin ich auch blind? Denn das muß noch mal gesagt werden, der echte Fan ist blind und blendet Negatives aus. Nein, ich bin nicht blind, ich tu nur so. Auch in meinem Mac fror schonmal was fest, es stürtzte auch schon mal was ab. Ich musste ihn auch mal Kaltstarten. Einmal sponn die Grafik und mehr als einmal findet er beim ersten Aufwachen aus dem Ruhezustand mein WLAN nicht. Es passiert. Auch ein Mac ist nur eine Maschine und keine Maschine funktioniert immer zu 100%. Aber würde ich dergleichen öffentlich zugeben? Nö, mein Mac ist perfekt und funktioniert immer zu 100%. Ebenso mein iPhone (das hin und wieder Probleme beim Telefonieren zeigt, manche Programme abstürzen, die Rechtschreibkorrektur noch immer ein Graus ist und die Akkulaufzeit auch besser sein könnte).
Also hütet euch vor mir. Lasst euch nicht anstecken. Fragt mich nicht und lasst euch nichts von mir zeigen. Außer ihr seid schon infiziert (ha, ich weiß, wer gleich kommentieren wird) oder vollkommen resistent (ha, ich weiß, wer gleich kommentieren wird).
MTV Game One
Noch nie habe ich es verstanden, weshalb das Thema PC- und Konsolenspiele im Fernsehen so stiefmütterlich behandelt wird. Schließlich spielt mittlerweile fast jeder, egal ob am Rechner, am Fernseher, oder mobil. Und mit Games werden nachweislich mehr Dollar umgesetzt als in der Filmindustrie. Dennoch gibt es im deutschen Fernsehen nur eine Sendung, die regelmäßig über Neues und Interessantes auf dem Spielemarkt informiert. MTVs Game One.
Woran liegt das? Ist es wirklich nur mangelndes Interesse der Zuschauer? Oder hat da das Internet mittlerweile weit die Nase voraus? Ist das passive Medium Fernsehen einfach nicht geeignet, um aktive Unterhaltung wie Spiele an den Mann zu bringen? Aber wieso gibt es dann soviel mehr Game-Zeitschriften? (Wobei auch hier der Markt rückläufig ist). Oder sind Spiele in den Augen der Senderchefs entweder Kinderkram oder gefährliche Ego-Shooter-Massenmörder-Inspirationen? Und um nochmal den Vergleich zur Filmindustrie heranzuziehen: Es gibt auch keine vernünftige Sendung über Kino. So gesehen scheint das deutsche TV alles zu ignorieren, was man jenseits des Fernsehkonsums zum Zeitvertreib tun kann. (Selbst Elke Heidenreich liest nicht mehr)
Doch zurück zu Game One auf MTV. Auch diese Sendung hat es nicht leicht. In wunderbarer Regelmäßigkeit wird ihre Länge verändert. Oder der Sendeplatz. Was dazu führt, dass ich mehr Folgen verpasse, als mir lieb ist. Denn ich mag die Sendung. Und ich mag die beiden Moderatoren. Simon Krätschmer und Daniel Budimann führen durch das Programm, stellen neue Spiele für alle Systeme vor, führen Interviews und zeigen auch Hintergrundberichte. Und dazwischen machen sie viel Quatsch. Da werden mit Green-Screen und Außenaufnahmen kleine Einspieler produziert, da wird teils plumper Humor benutzt oder Filmschnipsel werden eingestreut. Eine Menge Aufwand und stets an der Grenze zum kindischen und zur Lächerlichkeit. Aber irgendwie charmant. Die beiden Jungs machen das alles mit soviel Witz und Spaß an der Sache, dass auch der Zuschauer seine Freude hat.
Und dann kommt noch dazu, dass sie fundiertes Wissen und kritische Bewertung an den Tag legen, die weit abseits von McDonalds-Spiele-Promotions liegt. So wird beispielsweise nicht nur erzählt und gezeigt, dass ein neuer Call-of-Duty-Teil auf dem Markt ist. Nein, man spricht öffentlich über die moralischen Bedenken, zeigt Spieleszenen, die grenzwertig sind und gibt dem Titel mutig einen faden Beigeschmack. Was dem Zuschauer wieder beweist, dass Spiele auf dem Bildschirm eben nicht nur aus Schießen und Töten bestehen sollen. Game One geht mit dem Thema tatsächlich auch differenziert um.
Diese Mischung aus plumpem Klamauk, kritischem Betrachten und den sympathischen Moderatoren macht für mich den Reiz der Sendung aus. Denn jenseits des
GagaGiga-Programms (zu 95% nur für unter 16-Jährige zu ertragen) ist Game One die letzte Bastion der Spieleberichterstattung im Fernsehen.Wer, wie ich, immer wieder die Folgen verpasst, kann sie natürlich auch online sehen, was mich zu meiner anfänglichen Frage bringt: Ist das Internet in Sachen Spiele weiter und vielleicht auch geeigneter? Schwer zu sagen, denn interessanterweise macht Game One im Netz nicht so viel Spaß. Im Netz suche ich gezielt nach Informationen, da will und kann ich mich nicht berieseln lassen. Da will ich auch keinen Klamauk, da will ich Szenen aus dem Spiel, eine Bewertung und die Frage beantwortet haben, ob ich es kaufen kann. Lässig auf dem Sofa liegend, macht es viel mehr Spaß, eine Show zu sehen, gut gelaunte Leute vor der Kamera und witzige Ideen.
In Sachen Spiele ist MTV ja glücklicherweise noch sehr engagiert. Die MTV Game Awards stehen an. Diese werden zwar nie den Stellenwert eines EMA bekommen, aber immerhin. Und sagte ich eben "noch"? Nun, wie man allerorten lesen kann, ist MTV (und die Tochtersender Viva und Comedy Central) in argen Geldnöten. Sendungen werden gestrichen, VJs ihres Jobs beraubt.
Bitte MTV, lasst Game One nicht sterben. Kürzt es auch nicht wieder. Seid mutig und zeigt Game One prominenter. Ihr habt da wirklich eine kleine Perle, die eine komplett brachliegende Nische nutzt. Bitte füllt euer Programm nicht nur mit weiteren Kuppel- und Castingshows und anderem Mist (By the Way: Zeigt ihr eigentlich überhaupt noch Musikvideos? Wenn ja, wann?).
Young@Heart
Disclaimer: Dies ist ein dot-friends.com Review.
Nein, die Band, die den Song geschrieben hat, heißt nicht Crash. Und die CD muss so in den Player gelegt werden, dass die spiegelnde Seite nach unten zeigt. So manches ist den Senioren fremd, die sich mehrmals die Woche treffen, um ihren nächsten großen Auftritt zu proben. Sie alle gehören zum Ensemble des Young@Heart-Chors. Kaum einer der Mitglieder ist unter 80 Jahren alt. Doch das ist nicht das erstaunliche an dem Chor. Sondern die Auswahl der Songs, die sie vortragen. Eigentlich nicht ihrer Altersklasse entsprechend, studieren sie Rock- und Pop-Songs ein, Punk und Soul ist ihnen ebenfalls nicht fremd. Obwohl – eigentlich ist ihnen das alles so fremd, dass die Auftritte erfrischend anders, schräg aber doch wundervoll authentisch klingen.
Stephen Walker begleitete und filmte den äußerst erfolgreichen Chor mehrere Wochen bei den Proben. In dieser Zeit probten die Senioren für den nächsten Auftritt in ihrer Heimatstadt und die Kamera ist von Anfang an dabei, wenn Bob, der Chorleiter die neuen Songs vorstellt, die es zu lernen gilt. Im Laufe des Films lernt man einige der Sänger näher kennen. Estelle, die ehemalige Stripperin oder Joe, der jeden Text innerhalb eines Nachmittags auswendig kann. Jeder von ihnen ist ein herrliches Original. Ihnen allen gemein ist die Liebe und die Begeisterung für das Singen. Kaum einer von ihnen kann es wirklich gut, aber dafür mit umso mehr Inbrunst.
Walker begleitet den Chor, lässt seine Hauptpersonen im Interview zu Wort kommen und entlockt ihnen so manches Bonmot und wunderbare Anekdoten. Sie erzählen, wie wichtig es ihnen ist, Mitglied des Chors zu sein, welche Kraft ihnen das gibt. Sie zeigen sich teils fast jugendlich verspielt und übermütig. Sehr schnell gewinnt man als Zuschauer jeden Einzelnen lieb. Was auch gewisse Gefahren birgt.
Denn nicht nur die Leidenschaft für den Chor ist den Senioren gemein, sondern auch die unumgängliche Nähe zum Tod. So trifft es einen bis ins Mark, wenn Bob Silvani nach langem, schwerem Kampf letztlich doch verstirbt. Und man kann sich der Tränen spätestens dann nicht mehr erwehren, wenn der Chor eine Stunde nach Erhalt der Nachricht über den Tod ihres Freundes in einem Gefängnis den Häftlingen „Forever Young“ von Bob Dylan vorsingt. Und die Knackis wie versteinert dreinblicken.
Die Dokumentation bietet überraschend viele solcher Momente, in denen sich die Stimmung schlagartig ändert. Teils weiß man gar nicht mehr, ob man aus Trauer weint, oder weil man so entzückt ist ,oder weil wieder etwas so unfassbar lustiges passiert ist. Ich habe es schon so oft geschrieben, dieses Zitat „der hat kein Herz“ aber ich nutze es gerne wieder. Wer spätestens bei Coldplays „Fix You“, das eigentlich ein Duett hätte sein sollen, nicht weint, der hat kein Herz.
Irgendwann sagt Joe, es sei der Gesang, der ihn so lange am Leben gehalten hätte. Dieses Ziel, wieder auf der Bühne zu stehen und dort das Publikum zu verzücken. Die Kamera entfernt sich dabei von ihm, während er seine sechste Bluttransfusion erhält und man bereits weiß, dass der Krebs wieder da ist. Für einen Moment bleibt alles still.
Young@Heart ist ein wunderbarer Film, nicht nur über einen Chor von Senioren. Er ist eine Ode an die Leidenschaft, ein Lobgesang auf das Älterwerden mit Freude und Lust. Ein Denkmal gegen das Aufgeben und für die Begeisterung für das Leben an sich. Am Ende sagt eine der Zuschauerin: „Ich werde mich nie wieder darüber beklagen, älter zu werden oder mich müde zu fühlen.“ Dem kann ich nur zustimmen. Alt werden ist nach diesem Film nur noch halb so schlimm.
Genau so sollen Kinofilme sein. Sie sollen interessante Geschichten erzählen, mit interessanten Darstellern und sie sollen einen zum lachen und zum weinen bringen. Manchmal glaube ich doch daran, dass Kino nicht verloren ist. Übrigens fand ich es sehr begrüßenswert, dass lediglich die Stimme des Erzählers synchronisiert und die Dialoge, Interviews und Gesänge im englischen (untertitelten) Original belassen wurden.
Ich will Wall-E
Ich will Wall-E. Irgendwie. Im Kino habe ich schon versucht, den Leuten ein Papp-Wall-E abzuschwatzen. Klauen war leider nicht möglich. Ich suche auch schon in diversen Foren nach großen, coolen Wall-Es. Bisher ohne Erfolg. Den geilsten aller Wall-Es werde ich ohnehin nie bekommen. Er ist komplett aus Holz und leider ein Einzelstück, das vermutlich in John Lasseters Büro steht. Er hat den Film produziert und bekam das Modell vom Mutterkonzern Disney geschenkt. Neid!
Fast so geil ist die Version aus Lego. Würde sich auch wunderbar in meinem neuen Arbeitszimmer neben den Trucks machen. Wenn man nur an eine Bau-Anleitung käme. Oder zumindest eine Liste der benötigten Teile. Hach. Vielleicht sollte ich mir einfach mal den Kofferraum mit Tüten voller Legosteine packen und anfangen zu basteln.
beides via Nercore
Happy Birthday
Und dann fällt mir so ganz nebenbei auch noch auf, dass mein Blog heute seinen dritten Geburtstag feiert. Wahnsinn. Drei Jahre Alles Roger. Drei Jahre Bloggen. Drei Jahre mit schrägen Geschichten, viel Spaß, wenig Ärger, vielen Veränderungen.
Der erste Eintrag in meinem Blog stammt zwar vom 9.Oktober 2005, dieser lief aber aus organisatorischen Gründen eher unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Am 16.Oktober 2005 ging es dann los. Und was soll ich sagen? Trotz mancher Hürden und einiger Flauten macht bloggen immer noch soviel Spaß wie damals. Vielleicht sogar noch mehr als damals.
allesroger.net ist kein A-Blog, es wird nicht regelmässig zitiert, nur wenige kennen es, aber es ist mittlerweile ein Begriff in se Interwebz. Doch auch das ist fast unwichtig. Alles was zählt ist, dass ich Spaß habe beim bloggen und noch mehr, dass ihr alle Spaß am lesen habt. Und beim Kommentieren. Ehrlich, ohne euer Feedback wäre es nicht so schön.
Deshalb freue ich mich auf die nächsten Jahre Alles Roger. Und ich hoffe, ihr auch.
Laaaaangsam [Update]
Vielleicht habt ihr es schon bemerkt. Euch vielleicht sogar schon etwas geärgert. Mein Blog ist seit einigen Wochen überraschend lahmarschig geworden. Teilweise dauert es bis zu zehn Sekunden, bis die Seite aufgrufen ist. Völlig unabhängig von Browser und Internetverbindung. Mein fleissiges Helferlein ist bereits damit beschäftigt, den Fehler zu suchen. Derzeit noch erfolglos. Heute abend wird mein Blog auf einen anderen Server umziehen. Allerdings sind die Chancen klein, dass es dadurch flotter wird. Denn auch das Blog des Helferleins litt unter Geschwindigkeitsproblemen, die durch den Umzug nicht behoben werden konnten. Ich bitte, die langen Wartezeiten zu entschuldigen. Wir sind dran. (Vielleicht muss ich doch alles nochmal neu aufsetzen – ohweh)
Update: Garvin, der Chefentwickler von Serendipity, der Chief Master, Big Brain und Programmier-Schmamane, der alles liest und alles beantwortet, der selbst kein Privatleben mehr haben kann, wegen Opfern wie mir, lässt mich nicht im Stich, obwohl ich immer wieder mal ankündige, sein Baby zu verlassen. Ich habe diesen Artikel nicht mal eine Stunde online und schon schreibt er mir die Lösung des Problems. Schuld war in der Tat ein internes Statistik-Plugin, das wohl langsam die Datenbank aufblähte und mein Blog in die Knie zwang. Es ist nun deaktiviert und ich hoffe, auch bei euch lädt alles wieder in gewohntem Tempo. Danke Garvin. Kauft sein Buch. Bloggen macht wieder Spaß.
Mein Moleskine
So schnell kann es manchmal gehen. Gestern noch habe ich die besten, hübschesten, hippsten und cleversten Leser der Welt, nämlich euch, gefragt, welches Moleskine ihr mir empfehlen würdet. Zahlreiche Antworten später habe ich bereits eins. Eure Vorschläge waren sehr hilfreich. Letzten Endes entschied die damalige Freundin durch den Kauf entschied ich mich für den Wochenkalender + Notizbuch in der soften Pocket Variante. So habe ich auf der linken Seite jeweils einen wöchentlichen Kalender und rechts genug Platz für Notizen. Ein guter Kompromiss wie ich finde. Vielleicht stelle ich für (über)nächstes Jahr auch fest, dass mir eine andere Version nützlicher wäre. Bis dahin habe ich dieses Moleskine lieb. Es versteht sich übrigens prima mit meinem iPhone…
Welches Moleskine habt ihr?
Ich bin kreativ. Ich schreibe. Ich blogge. Ich habe einen Mac. Ich trage ihn in einer Crumpler Tasche herum. Ich bin ein wandelndes Klischee. Zumindest beinahe. Denn was mir noch fehlt ist ein Moleskine. (Und eine schwarz gerahmte Brille) Da mir mit zunehmendem Alter offenbar Speicherplatz in meinem Kopf verloren geht, wäre ein Moleskine nicht nur eine hübsche, sondern auch eine praktische Anschaffung. Und es fügt sich zudem noch so schön in meine Welt ein. Die Frage ist letztlich nur: Welches soll ich nehmen? Modelle gibt es mannigfaltig, für jeden Zweck und jede Situation. Ist das Moleskine mit Blanko-Seiten das beste um Skizzen und Notizen zu machen? Macht das Moleskin mit täglichem Kalender nicht mehr Sinn? Oder reicht das Moleskin mit Linien? Ich habe nicht viele Termine zu verwalten. Würde aber eine Art Kalender zu schätzen wissen. Ich zeichne auch eher weniger, sondern bräuchte etwas, um all die Ideen, die mich so überkommen, zu notieren. Vielleicht das Moleskin mit täglichem Kalender? Das hat aber 400 Seiten und ist wieder entsprechend dick.
Deshalb die Frage an euch, die klügsten, hübschesten, hippsten und besten Leser der Welt: Welches würdet ihr mir empfehlen? Welches nutzt ihr selbst? Und wie zufrieden seid ihr?
41 Fragen – 1 Antwort
Die Vizekönigin hat mich nicht vergessen. Nachdem ich ihr letztes Stöckchen einfach habe links liegen lassen, (Asche auf mein Haupt) befürchtete ich schon, nie wieder beworfen zu werden. Doch prompt – Autsch – ist es passiert. Ein Stöckchen, mit 41 Fragen, die allesamt nur mit einem Wort beantwortet werden dürfen. Und ja, ich gebe es zu, irgenwie mag ich Stöckchen. Ob ich in einem früheren Leben Hund war? Also los:
1. Wo ist Dein Handy? – Kommode
2. Dein Partner? – vorhanden
3. Deine Haare? – verwuschelt
4. Deine Mama? – lieb
5. Dein Papa? – beschissen
6. Lieblingsgegenstand? – Ratet
7. Dein Traum von letzter Nacht? – schlimm
8. Dein Lieblingsgetränk? – Malzbier
9. Dein Traumauto? – schnelllll
10. Der Raum, in dem Du Dich befindest? – Schlafzimmer
11. Dein(e) Ex? – weg!
12. Deine Angst? – Spinnen
13. Was möchtest Du in 10 Jahren sein? – 35!
14. Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend? – damalige Freundin
15. Was bist Du nicht? – Leichtathlet
16. Das letzte was Du getan hast? – ferngesehen
17. Was trägst Du? – wenig
18. Dein Lieblingsbuch? – Hunderte
19. Das letzte, was Du gegessen hast? – Leberwurstbrot
20. Dein Leben? – primstens
21. Deine Stimmung? – unruhig
22. Deine Freunde? – woanders
23. Woran denkst Du gerade? – Antworten
24. Was machst Du gerade? – bloggen
25. Dein Sommer? – brrr
26. Was läuft in Deinem TV? – House
27. Wann hast Du das letzte Mal gelacht? – gerade
28. Das letzte Mal geweint? – Wall-E
29. Schule? – Gymnasium
30. Was hörst Du gerade? – Ultraschallzahnbürste
31. damalige Freundin Wochenendbeschäftigung? – shoppen ;-)
32. Traumjob? – Legoland
33. Dein Computer? – Macbook
34. Außerhalb Deines Fensters? – Dunkelheit
35. Bier? – Malz
36. Mexikanisches Essen? – Nö
37. Winter? – Brrrr
38. Religion? – Glaube
39. Urlaub? – Wat?
40. Auf Deinem Bett? – Ich.
41. Liebe? – primstensNa dann, Frau B-Tina, Frau Tina und Herr Waidele – würden Sie bitte…?
Über Geschmack lässt sich…
Ja, was denn nun? Streiten oder nicht streiten? Nach meinen Recherchen heißt das Sprichwort im Original „Über Geschmack lässt sich nicht streiten“. Und doch hört man so oft die Version „Über Geschmack lässt sich streiten“. Was ist denn nun wahr?
Meiner Ansicht nach beides. Die Wortwahl des Sprichwortes ist nur etwas missverständlich. Denn über Geschmack lässt sich definitiv streiten. Weil Geschmack etwas rein subjektives ist und damit auch jeder Mensch eine eigene persönliche Meinung hat. Die mit den Meinungen anderer kollidiert, was für Zünd Gesprächsstoff sorgt. Streitbares gibt es wahrlich genug. Mein Lieblingsthema: Film. Mittlerweile habe ich es aufgegeben, mit anderen über Filme zu „diskutieren“. Wenn jemandem ein Film nicht gefällt, den ich klasse finde – so what? Ich muss niemanden überzeugen. Ich darf dafür auch Filme scheiße finden, die alle anderen mögen.
Und damit wären wir bei der zweiten Wahrheit. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber nicht, weil es keine Streitpunkte gäbe. Sondern weil es eben keinen Sinn macht. Das Sprichwort sollte daher lauten „Über Geschmack braucht man nicht streiten“.
Hab ich schon erwähnt, dass ich den neuen Bond-Song beschissen finde und dass ich Keinohrhasen beschissen fand und dass ich Wall-E liebe? Mehr dazu noch diese Woche. Und ich erwarte Eure Meinungen in den Kommentaren.
Meine Fußballmannschaft
Warum ist man eigentlich Fan einer Fußballmannschaft? Und wovon ist man ein Fan? Von den Spielern? Von den Trainern? Von der repräsentierten Stadt? Oder vielleicht von der Stimmung und den anderen Fans und den Erinnerungen und so? Ich gebe zu, mit Fußball konnte ich nie wirklich etwas anfangen. Weder auf dem Platz, noch auf dem Bildschirm. Ich war auch noch nie in einem Stadion. Fußball interessiert mich nur zu Europa- und Weltmeisterschaften und in diesen Fällen bin ich natürlich für Deutschland. Weil diese Jungs, wie immer sie auch heißen, für ihr Land spielen.
Deshalb meine Frage. Wenn jemand vor fünf Jahren Fan des FC Bayern München war und es heute immer noch ist, so ist er doch heute Fan einer komplett anderen Mannschaft. Alle Spieler und Trainer sind neu, vielleicht sogar der Sponsor und die Trikot-Farben. Was bleibt, ist doch nur der Name und die Stadt. Umso verwirrender finde ich das, wenn ein FC Bayern München Fan gar nicht aus München stammt oder dort wohnt. Was verbindet ihn mit dem FC?
Mir persönlich liegt der SC Freiburg am Herzen. Aber auch nur, weil ich aus dem Raum Freiburg stamme. Ich weiß aber nicht, wo sie in der Tabelle stehen und ich kann euch keinen einzigen Spielernamen nennen. Aber ehrlich, ich fürchte kaum ein Spieler des SC stammt tatsächlich aus Freiburg. Ich stehe also hinter einer Mannschaft von Jungs, die vom Freiburger Management eingekauft wurden und beim nächstbesten Gebot wieder verschwinden. Ja, ich bin wohl nur Fan von Freiburg. Und damit auch des SC Freiburg, ganz gleich, wer dort spielt und wie.
Ich kann mich noch an goldene Zeiten erinnern, da wurden die Freiburger in den Medien Breisgau-Brasilianer genannt. Sie spielten sich frech und ungewohnt und einigermaßen erfolgreich in die Herzen der Zuschauer. Das ist heute anders. Der Sportclub heute ist nicht mehr der gleiche wie damals. Und das nicht nur weil Volker Finke gegangen wurde. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, ich bin ein Fan von Freiburg. Der Stadt, dem Flair, den Menschen dort und damit auch zwangsläufig dem Fußballverein. Wie ist das bei euch? Bei welcher Mannschaft fiebert ihr mit und weshalb? Und kann mir jemand sagen, weshalb jemand Fan einer Fußballmannschaft ist, mit der ihn gar nichts verbindet?
iPhone nicht mehr exklusiv bei T-Mobile
Die Gerüchteküche brodelt nicht, aber sie köchelt leise vor sich hin. Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis T-Mobile seinen Exklusivanbieter-Vertrag für das iPhone in Deutschland verliert. In anderen Ländern ist es mittlerweile Gang und Gäbe, dass sich mehrere Anbieter den Markt teilen. In der Schweiz beispielsweise Orange und die Swisscom. Auch ist es kein offenes Geheimnis, dass die Geschäfte mit dem iPhone fast nirgendwo so schlecht laufen wie in Deutschland. Gemessen am kaufbereiten Publikum. Und dies liegt mit Sicherheit auch an den teuren und unflexiblen Kondition, mit der ein deutscher Kunde bei T-Mobile leben muss. T-Mobile selbst versucht sich mit Prepaid-Tarifen zu retten, doch auch die sind weitestgehend unattraktiv. Natürlich will nicht jeder Mensch ein iPhone, aber diejenigen, die eines wollen, benötigen auch vernünftige Tarife zu vernünftigen Preisen, sonst macht das schönste Gerät keinen Spaß – entweder weil man sich zu Tode zahlt oder das meiste nicht nutzen kann.
Nun ist mittlerweile an vielen Ecken zu lesen und zu hören, dass sich noch in den nächsten paar Wochen etwas auf dem deutschen Mobilfunkmarkt tun wird. Mobilcom, Vodafone und E-Plus lassen eher laut durchsickern, dass sie demnächst ebenfalls das iPhone in ihr Programm aufnehmen werden. Mit natürlich günstigeren Tarifen. Der Preiskampf würde endlich beginnen, ob die Qualität stimmt wird sich zeigen müssen. So oder so wird T-Mobile gezwungen sein, etwas zu unternehmen um überhaupt noch Neukunden an Land ziehen zu können. Nur mit den Hotspots und der Visual Voicemail bringt man keinen Kunden dazu,
zuvielmehr zu zahlen.Seien wir ehrlich. Alle, die sich das iPhone in Deutschland geholt haben, taten dies nur wegen des Geräts und TROTZ der T-Mobile Verträge. Dieses Verhalten würde sich schlagartig ändern, wenn weitere Anbieter auf die Bühne kämen. Wer also derzeit mit dem Gedanken spielt, sich ein iPhone zuzulegen, dem möchte ich raten, noch ein paar Wochen zu warten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Apple hier bereits in den Endphasen der Verhandlungen steckt und im Weihnachtsgeschäft nochmal richtig absahnen möchte. Geht einfach mal in einen Vodafone-Shop oder zu E-Plus, räuspert euch verschwörerisch und fragt den Verkäufer, ob er schon neue Information habe. Hat er nicht. Haben sie nie. Aber was er sagen könnte, wäre, dass sich da bald was tut. Klar.
Vor zwei Wochen schlenderte ich mit der damalige Freundinn durch Düsseldorf. Und da ich noch immer auf der Suche nach einer guten Schutzhülle für mein iPhone bin, betraten wir einen E-Plus Shop, der Handytaschen direkt am Eingang hängen hatte. Ein Verkäufer trat auf uns zu und was nun kommt, fand sogar ich übertrieben.
Er fragte, ob er helfen könnte und ich erklärte ihm, dass ich auf der Suche nach einer Tasche für mein iPhone sei. Er: "Ach, sie haben schon ein iPhone. Glückwunsch. Nun, wir haben leider noch keine iPhone Taschen im Programm. Aber, psst, die kommen demnächst rein." "Aha", frage ich. "Wieso das?" "Weil wir demnächst auch das iPhone anbieten werden. Ist aber alles noch nicht offiziell." "So so. Dann sind die Gerüchte also wahr? Und gibt es schon Preise und Termine?" "Nun, nein, das wird derzeit noch verhandelt. Außerdem warten wir ja auf das neue iPhone von Apple. Sobald das rauskommt…" "Welches neue iPhone? Das iPhone 3G ist doch erst vor wenigen Monaten veröffentlicht worden." "Ja, das schon, aber das ist ja ein amerikanisches iPhone. Damit kann man ja vielleicht nur 80% der Funktionen in Deutschland nutzen, denn das ist ja eine T-Mobile Software", behauptete er. Ich kramte weiter in den Täschchen. "Die iPhone Software ist eine T-Mobile Software? Und was kann ich mit meinem iPhone in Deutschland noch nicht nutzen?" wollte ich wissen. "Nehmen wir zum Beispiel Visual Voicemail. Das funktioniert nur auf dem amerikanischen Markt." "Hmm, ich kann Visual Voicemail nutzen", erklärte ich. "Aha, und seit wann?" fragte er etwas patzig. "Seit ich es habe." "Und seit wann gibt es Visual Voicemail?" "Was weiß ich? Ist mir auch egal, es funktioniert auf alles Fälle", antwortete ich nun etwas patzig. "Jedenfalls", so fuhr der Verkäufer fort, "wird Apple ein europäisches iPhone herstellen, das dann exklusiv für E-Plus gemacht wird. Dort werden dann alle Funktionen für den deutschen Markt bereit gestellt." Nun war ich erstmal baff. "Apple stellt ein neues iPhone her mit Funktionen nur für den deutschen Markt?" vergewisserte ich mich. "Ohja, dann kann man das iPhone auch endlich richtig nutzen." Kurz fragte ich mich, ob er das Apple Handy vielleicht mit dem Google Handy verwechselte. Wir verabschiedeten uns schnell.
Diese Konversation war etwas abstrus und ich glaube dem Verkäufer nicht ein Wort. Die Quintessenz für mich ist dennoch, dass der Markt in Bewegung ist. Mehr denn je. Und früher oder später werden auch andere Anbieter das iPhone ins Programm nehmen. Ob mit speziell angepassten Funktionen oder mit der Standard-iPhone-Software. Ganz egal. Jetzt heißt es erst mal abwarten, was die nächsten Wochen bis Weihnachten so bringen.
Und vielleicht ist ja doch alles nicht wahr. Wer weiß? :-)
Küchengadgets
Wenn ich mich in meiner Wohnung umsehe, fällt mir auf, dass ich mittlerweile so gut wie alles an Gadgets und Geräten gekauft habe, die ich jemals haben wollte. Ich habe alle drei wichtigen Spielekonsolen inklusive mehrerer Controller und dem WiiFit Board, den passenden HD-Monitor dazu, die obligatorische Surroundanlage. Ich besitze ein MacBook Pro und ein iPhone. Ja, selbst ein Nintendo DS liegt hier irgendwo herum. Auch im Bad gibt es kein Verstecken vor High-Tech. Die neueste Errungenschaft ist eine Ultraschallzahnbürste mit UV-Reiniger. Und ganz ehrlich, ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie man zuvor mit einer normalen Handzahnbürste die Zähne überhaupt richtig sauber bekommen hat. (Okay, ich hatte auch zuvor schon Ultraschallbürste, aber die wurde langsam alt und laut). Wie ihr seht, bin ich bestens ausgerüstet. Und nun fragt sich mein kauffreudiges, Gadgetgeiles Herz natürlich, was man als nächstes erstehen könnte. Was fehlt in meinem Haushalt noch? Ah, die Küche. Natürlich. Alles was ich in der Küche habe, ist ein Toaster, ein Wasserkocher, ein Rührstab aus dem Billigdiscounter und eine (mittlerweile zwei) Senseo Maschine(n). Die kann sicherlich den grössten Gadget-Faktor für sich verbuchen. Der Kühlschrank mit dem Bedienfeld an der Tür wird nämlich zu wenig genutzt.
Es müssen also mehr Gadgets für die Küche her, mehr tolle Geräte, die einem das Kochen vereinfachen und die auch mich als Kochmuffel vielleicht mit Spaß an den Herd zurück bringen. Ich brauche diese wahnsinnig coolen Maschinen, die man im Nachtprogramm im Werbefernsehen angepriesen bekommt. Nur in guter Qualität. Ich brauche Küchenmaschinen, die einem fast alles aus der Hand nehmen und dabei noch supercool aussehen. Ich brauche schicke Vollkochautomaten. Was wird wohl der gemeine Saturn-Verkäufer sagen, wenn ich gar nicht weiß, was ich brauche – Hauptsache es ist cool und superpraktisch. Warum stellt Apple eigentlich keine Küchenmaschinen her? Oder gibt es im Küchenbereich einen vergleichbaren Hersteller, der so auf Funktion und Design achtet? Ich halte euch auf dem laufenden, was meine nächste Errungenschaft sein wird.
Und er sprach, es werde Licht
An meinem allerletzten Tag in Basel, nach meiner allerletzten Nachtschicht, betrat ich um halb fünf Uhr morgens das Treppenhaus meiner Wohnstätte. Also dem Gebäude, das im Fahrstuhl-losen (gefühlten) 36sten Stockwerk das Wohnklo bereit stellte, welches ich für die Nacht nutzen durfte. Das Gebäude war alt, ebenso die Holzstufen der Treppen, die kräftig knarzten und ächzten. Auch die elektrischen Leitungen schienen nicht neuester Stand der Technik zu sein und widersetzten sich so ganz dem Eindruck, den die Überwachungskamera und die hochmoderne Gegensprechanlage mit Videofunktion versprach. Denn prompt an jenem letzten Morgen versagte das Flurlicht seinen Dienst. Und ich stand im Dunkeln.
Doch Hilfe war nah. Nicht in Form eines Feuerzeuges oder Streichholzes, da Nichtraucher. Auch nicht in Form einer im Rucksack befindlichen MagLite, da Nicht-Pfadfinder. Auch nicht in Form einer Fackel oder der Fähigkeit, im Dunkeln Sehen zu können, da Nicht-Filmheld. Der Mann von Welt hat dafür natürlich ein iPhone in der Tasche und darauf die wohl sinnloseste Applikation, von der er nie erwartet hätte, sie jemals zu brauchen. Nun war ihre Zeit gekommen. Der Name des Programms lautete Flashlight und es tat folgendes: es schaltete den Bildschirm des iPhones auf Komplett Weiß mit höchster Leuchtkraft und Kontrast.
So schritt ich die Stufen empor, langsam, bei jeder Bewegung gruslige Knarzgeräusche verursachend und nahm die Welt auschließlich in einem kurzen, weiß-bläulichen Lichtkegel wahr. Nur ich und die Geräusche. Und die Hoffnung, dass nicht plötzlich eine Gestalt vor mir stehen möge, wenn ich um die nächste Ecke biege, oder am Ende der Treppe etwas Schreckliches auf mich wartete. Ich erreichte die (tatsächliche) sechste Etage wohlbehalten. Froh, mein iPhone mit all seinen kleinen Programmen dabei gehabt zu haben.
Es neigt sich dem Ende zu
Bald ist alles vorbei. Nein, kein Weltuntergang, auch mein Leben nicht oder die Aktivitäten in meinem Blog. Wovon ich spreche ist mein Auslandsaufenthalt. Eine Woche noch, dann bin ich wieder zuhause. Und aufs äußerste motiviert, dieses Blog wieder mit neuem Leben zu erwecken. Bereits jetzt habe ich einen bunten Strauß neuer Themen und spannender Geschichten in Petto. Ich möchte meine Schreibfrequenz wieder auf altes Niveau bringen, wenn nicht gar steigern. Ich möchte meine Besucherzahlen wieder auf über 250 täglich bringen, da sie in den letzten Wochen auf unter 150 gefallen waren. Ich möchte gerne wieder mehr meiner Lieblingsthemen, Filme und Gadgets, zur Sprache bringen. Ich möchte gerne mehr Tipps geben. Ich möchte wieder mehr auf Kategorien, statt auf Tags setzen.
Jaja, viele Pläne, viele "Ich möchte". Aber es geht noch weiter. Ich möchte ein neues Design erstellen. Ich möchte mein Blog etwas beschleunigen. Und vielleicht, ja vielleicht möchte ich sogar auf ein anderes System umsteigen. Wieder einmal. Endlich mal. Ist vielleicht einer meiner Leser versiert in Sachen Datenbanken, MySQL, PHP etc, der mir Tipps zum Umzug geben kann?
Im Moment sind das alles noch Luftschlösser. Doch der Wille ist da, sie konkret zu machen. Ihr seht, allesroger.net ist nicht tot, es schläft nicht mal wirklich. Es nimmt nur Anlauf. Seid gespannt auf die nächsten Wochen.