Schlagwort: geschichten

  • Plus bietet viel Geld für wenig Geld

    Mittlerweile kann man ja die tollsten Dinge bei den hiesigen Discountern erstehen. Plus kommt da mit einem Angebot, das im ersten Moment sehr suspekt klingt. „Gib uns 89 Euro und du kriegst dafür 100 Euro zurück.“ Okay, der Hunderter ist in Acryl eingegossen und man müsste sich fragen, ob man das dünne Papier gefahrlos aus diesem Block herausschneiden kann (wer fühlt sich dazu berufen? Bitte melden, dann machen wir ne Großbestellung). Selbst mit den Portokosten hätte man immer noch Gewinn gemacht.

    Einige Fragen stellen sich da natürlich automatisch: Wer kauft so etwas? Geldwäscher-Azubis? Und wie kann Plus echtes Geld so billig abgeben? Haben die nur die Produktionskosten gezahlt? Kriegt man Geldscheine auch zum Einkaufspreis? Und wenn ja, wo? Bei der Zentralbank? Oder sollte ich einfach mal bei Metro nachfragen (die ja ohnehin ihr eigenes Geld drucken, glaube ich).

    100euro

    In dem Angebotstext steht dabei, dass der Hunderter nicht umlauffähig sei. Was bedeutet das bitte, wenn der Schein echt ist? Ist irgendwo der Schriftzug „Muster“ aufgedruckt? Oder findet man in einem der Sicherheitsmerkmale den winzigen Satz „Achtung, kann nicht umlaufen.“ Welche Supermarkt Kassiererin achtet darauf?

    Es könnte natürlich sein, dass tatsächlich bestimmte Merkmale einfach fehlen, wie zum Beispiel diese Farbkleckse, die nur unter Schwarzlicht zu sehen sind. Oder die Seriennummern sind speziell gekennzeichnet. Aber ist es dann nicht Falschgeld?

    Ächz, ich glaube, das sind mir zuviel Unwägbarkeiten.

    Nachtrag: Viele Blogs haben das Thema bereits behandelt. Zum Beispiel Arne und Basic Thinking und KK-Works. Und mir ist eben aufgefallen, dass die Stückzahl zwar auf 3000 begrenzt ist, wie im Angebotstext beschrieben, das Foto aber eine Nummerierung zeigt, die nur bis 2000 geht. Da muß Plus wohl noch mehr Geld gießen.

  • Freiburg ist eine Insel – ohne Vogelgrippe

    Als glücklicher, gebürtiger Einwohner Südbadens fühlt man sich wahrlich wie auf einer Insel. All die bösen Dinge, die in der Welt geschehen, passieren eben nur dort, aber niemals hier. Hier im Markgräflerland und im Breisgau gibt es keine Flutkatastrophen. Auch keine Lawinenunglücke. Keine Hurrikans oder Sturmfluten. Keine Dächer stürzen ein. Und keine Berge. Wir leben zwar in einem Erdbebengebiet und hin und wieder rumpelt es sogar (manche meinen, dass der Kaiserstuhl nicht wirklich ein erloschener Vulkan ist) aber wenn wir gerade mal darüber nachdenken, dann finden wir das eher noch cool und verwegen von uns, hier zu leben.

    Auch bei den Arbeitslosen sieht es ähnlich aus. Wir haben nämlich eine recht moderate Rate. Ebenso mit der Kriminalität. Oder Drogentoten. Oder irgendetwas, was man eben aus den Nachrichten und aus den Großstädten kennt.

    Wir haben die Skigebiete direkt vor der Haustür und die wärmsten Sommer. Wir haben die Schweiz direkt nebenan, wo es billigen Sprit und Zigaretten gibt.

    Ergo: es gibt kaum einen besseren Platz in Deutschland zum Leben, als das schöne Gebiet rund um Freiburg. Freiburg ist eine Insel, an der all das Böse nicht angeschwemmt wird.

    Wie ich eben schon erwähnte, wurden wir bisher auch von all diesen Katastrophen verschont (nunja, Tokio Hotel kamen trotzdem (aah, ich wollte schon immer Tokio Hotel und die Vogelgrippe im gleichen Artikel unterbringen)). Doch das könnte sich schneller ändern, als uns lieb ist.

    Als ich von der Vogelgrippe zum ersten Mal hörte, dachte ich noch: Auweia, das ist ja mal wieder schlimm, drüben in China. Als die Pest in der Türkei war, dachte ich: Auweia, das ist aber wirklich schlimm da in der Türkei. Als die toten Vögel auf Rügen gefunden wurden, dachte ich: Auweia, hoffentlich kriegen die das bald in den Griff. Rügen war noch immer weit genug von unserer Insel entfernt.

    Nun wurde zum ersten Mal H5N1 in Überlingen entdeckt (siehe hier, hier, hier und hier). Ich muss voraus schicken, dass ein Teil meiner Familie im schönen Überlingen am schönen Bodensee lebt. Und mit einem Mal schiebt sich die Insel näher an die restliche Bevölkerung heran. Mit einem Mal muss man sich Gedanken machen, was eigentlich gerade passiert auf dieser Welt. Plötzlich denkt man: Hätte ich doch nur die Verhaltensregeln gelesen, die die Bild Zeitung vor kurzem veröffentlicht hatte.

    Nein, natürlich gibt es keinen Grund zur Panik. Das ist auch mir klar. Und auch den Überlingern. Dennoch ist es ein eigenartiges Gefühl, wenn das eigene Paradies mit einem Mal so unmittelbar bedroht wird.

    Mir schwant (!!!) Böses.

  • In Nürnberg ist es geiler

    Nicht nur mein alter Freund Chris sagt gerne, er wünschte sich zurück nach Nürnberg. Damals, als er dort studiert hat, war die Welt noch in Ordnung. Und auch ich habe nur schöne Erinnerungen an Nürnberg. Schließlich war ich dort das erste Mal in meinem Leben in einem KFC. Seufz. Holger, der nun ebenfalls nach Nürnberg gezogen ist, schickte mir letztens ein Foto, das den letzten Beweis erbringt, das es in Nürnberg einfach geiler ist.

    latte_Grenvernderung

    Zu sehen ist eine Tafel an einem Cafe, die einem eine Morgenlatte zu kleinem Preis anbietet. Haha. Scheint ohnehin ein sehr witziges Lokal zu sein – auf einer anderen Tafel steht: Kommst rein, kannst raus schauen. Ich schmeiß mich weg.

    latte2_Grenvernderung

    Also ich würde gerne mal wieder nach Nürnberg. Lecker essen. Ein bißchen auf der Burg herum spazieren und abends in dieser einen Bar einen Cocktail schlürfen (die mit dem Getränkebuch und dem Klavier). Die Morgenlatte kommt dann schon von allein. Danke, Holger. Ich werde Dich demnächst besuchen.

  • Du bist eine Klowand

    Ja, da ging ein Ruck durch Deutschland. Ich habe ihn gespürt, denn ich bin ja Deutschland. Und dazu noch Blogger. Denn ehrlich gesagt ging dieser Ruck mehr durch das bloggende Deutschland und veranlasste sehr viele Blogs zu der Überschrift, die ich hier ebenfalls benutze. Was war geschehen?

    Die Kampagne „Du bist Deutschland“ kommt offensichtlich nicht so gut an in dem Land, das es betrifft. Zwar liest man auf der offiziellen Seite dazu sehr optimistische Zahlen. Doch die Gegenbewegung in den Blogs, bei Flickr und weiteren zeigen ein anderes Bild. Deutschland scheint sich eher auf den Fuß getreten zu fühlen und macht sich auch noch über die gesamte Kampagne lustig. Wie gemein. Das ist Deutschland?

    In etwa diese Frage stellte sich Jean-Remy von Matt von der renommierten Werbeagentur Jung von Matt. Allerdings formulierte er es etwas anders, etwas beleidigter und schrieb das Ganze in eine E-Mail an die Belegschaft. Wie es das Schicksal wollte, erreichte diese Mail die Öffentlichkeit und brachte damit eine Lawine ins Rollen, die der Agentur nun noch weniger gefallen dürfte, als die Verhohnepipelung ihrer tollen Kampagne.

    Hier die Mail:

    Meine Mutter hat mir beigebracht, dass man sich für ein Geschenk bedankt, selbst wenn man damit nichts anfangen kann. Wie Recht sie hatte, ist mir gerade wieder klar geworden.

    Vor zwei Wochen startete „Du bist Deutschland“, die größte gemeinnützige Kampagne aller Zeiten und ein riesiges Geschenk.

    Die großen Verlage haben Zeit und Raum im Wert von 35 Millionen Euro geschenkt. 30 Promis der ersten Liga haben Zeit und ihr Gesicht geschenkt. Wir und kempertrautmann haben Zeit und Herzblut geschenkt.

    Das Ziel: Die Miesepetrigkeit bekämpfen.

    Der Dank: Miesepetrigkeit. Glücklicherweise nur von den Gruppen, von denen man nichts besseres erwarten konnte:

    1. Von den Werbekollegen, die sich in den Branchenblättern eifrig zu Wort meldeten. Viele von ihnen finden die Kampagne nutzlos, „weil Werbung doch nicht das geeignete Mittel sein kann, eine Nation wirtschaftlich wieder nach vorn zu bringen“. Nicht gut, wenn unsere Branche selber nicht mehr an die Kraft von Kommunikation glaubt.

    2. Von den Weblogs, den Klowänden des Internets. (Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? Und die meisten Blogger sondern einfach nur ab. Dieser neue Tiefststand der Meinungsbildung wird deutlich, wenn man unter www.technorati.com eingibt: Du bist Deutschland.)

    3. Von den intellektuellen Journalisten von FAZ bis TAZ, die ihre Meinung zwar insofern gefragt absondern als sie eine nachweisbare Leserschaft haben, aber: „Den Höhepunkt an Zynismus gewinnt die Kampagne aber in dem Fernsehspot, der Schwule und Behinderte auf dem Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals versammelt“ (Die Zeit).

    Blöd, wenn man soviel Kopf hat, dass einem jedes Bauchgefühl verloren gegangen ist.

    Übrigens: Sebastian Turner findet die Kampagne einfach nur falsch.

    Falsch, was ist das? Auch nach dem 50. Mal gucken, bin ich von dem TV-Spot immer noch berührt bis ergriffen – obwohl ich nicht einmal Deutschland bin.

    Kann das falsch sein?
    Euer Jean-Remy

    Man ist im ersten Moment ergriffen und geschockt. Danach ist man geschockt und ergriffen. Die Klowände Deutschlands taten das ihre, um auf diesen „Angriff“ zu reagieren. Und sie taten es wie zuvor schon bei der Kampagne. Bitte lest selbst. Hier, hier und hier (zum Beispiel) oder man macht, was Jean-Remy in der Mail vorschlägt: Man suche einfach mal bei technorati.com (und wenn wir schon dabei sind, sollte man auch mal nach dem Begriff „Jung von Matt“ suchen, um sich darüber zu informieren, wie beliebt und in aller Munde die Agentur mittlerweile ist).

    Ein kleine pikantes Detail möchte ich hier noch zum Besten geben, das ich in Alex Wunschels „Tellerrand“ Podcast gehört habe: Offensichtlich hat ein anonymer Kommentar Schreiber auf dem Blog von Jens Scholz versucht, die Mail von Jean-Remy herunter zu spielen. Bei Überprüfung der IP-Adresse kam heraus, dass dieser Anonyme an einem Rechner saß, der in den Büros von Jung von Matt steht. Peinlich, peinlich. Und schlimm, dass man offensichtlich nicht aus Jambas Fehlern gelernt hat, die ebenfalls mit gut gemeinten Kommentaren versucht hatten, beim Spreeblick-Blog gegen Johnny Häuslers Sparabo-Attacken vorzugehen.

    Also Herr von Matt, Sie haben hier einige Fehler gemacht, die man als Profi einfach nicht machen sollte. Und das sage ich Ihnen als absoluter Anfänger und Unwissender.

    Zunächst stellt sich die Frage, weshalb die Kampagne so veräppelt, nicht ernst oder erst gar nicht wahr genommen wird. Woher kommt die Miesepetrigkeit (davor und danach)? Ganz einfach. Weil Deutschland einfach Miesepetrig ist. Und Deutschland ist auch noch stolz darauf (oder bemerkt es einfach nicht). Und Deutschland will sich von keinem vorschreiben lassen, wie es gerade fühlen soll. Oder gar wer oder was es ist (der Hintergrundmelodie des Werbespots nach sind wir alle Forrest Gump – und das wäre nicht mal soo schlecht). In Zeiten der Globalisierung, des Enger-zusammenrückens aus Angst vor Terror, Umweltkatastrophen und einer Kanzlerin fällt es schwer genug die eigene Identität zu finden. Da muss kein dahergelaufener Werbespot kommen und mir was von Schmetterlingen und Orkanen in China erzählen, die dort einen Sack Reis umwerfen. Ich weiß, dass ich Deutschland bin. Aber die Miesepetrigkeit wurde uns die Wiege gelegt, zusammen mit dem schlechten Gewissen und der Scham. Wir sind keine Hauruck Gesellschaft wie die USA die mit ein paar „Jahuus“ und „Tschakas“ motiviert werden kann. (By the way: Hallo liebe Walmart Mitarbeiter. Müsst ihr immer noch jeden Morgen zusammen Juhuu und Tschaka rufen um euch für den Tag zu puschen? Fühlt ihr euch dann so richtig Deutschland?)

    Weiterhin sollte Ihnen, Herr von Matt, vorher schon klar gewesen sein, gegen wen Sie hier wettern. Man muss einfach mal davon ausgehen, dass der gemeine Blog-Schreiber einen gewissen Intelligenzquotienten hat, der ihn dazu befähigt, nachzudenken, zu reflektieren, sich zu äußern. Auch das ist Deutschland. Das ist das denkende Deutschland. Und um es noch schlimmer zu machen: das ist das denkende Deutschland, das durch Blogging eine Stimme gefunden hat. Meinungsfreiheit in Reinform.

    Es war also abzusehen, welche Art von Lawine hier los getreten wird. Und hier unterstelle ich als Laie einfach mal dem Profi in Sachen Marketing, dass ganz bewusst so gehandelt wurde. Wir alle wissen dass keine Publicity noch schlechter ist als schlechte. Nun, für Publicity hat Jean-Remy gesorgt.

    P.S.: Herr von Matt, Sie als Schweizer (also nicht Deutschland!) werden mich verstehen, wenn ich folgendes sage: Würde der Slogan lauten: „Du bist Deutschland, arbeitest in der Schweiz und wohnst in Frankreich“, dann würde ich sofort zustimmen und laut Juhuu und Tschaka ausrufen.

    Update um 19:24: Jean-Remy „entschuldigt“ sich bei den Bloggern, ohne allerdings Seitenhiebe lassen zu können. Nunja, Herr von Matt, wir wissen um die „virale Kraft“ der Blogs und Sie als Werbetreibender und immer auf der Suche nach der passenden Plattform, um Werbung zu verbreiten wissen dies natürlich auch. Ein logischer Schritt also sich diese Gemeinde nicht zum Feind zu machen. Vielleicht sind wir bald Kunden, Zielgruppe und Macher in einem.

    Auf Melas Blog wird das alles noch schön auseinander gepflückt.

  • Ich stoppte Wikipedia.de

    Jeder sollte es in den letzten Tagen mitbekommen haben: Wikipedia.de war für kurze Zeit abgeschaltet. Mittlerweile funktioniert die Weiterleitung auf die Hauptseite Wikipedia.org wieder und alles ist so wie früher. Aber ganz einverstanden bin ich damit nicht. Denn ich war der Grund, warum die Seite gestoppt worden war.

    Viele Nachrichtenagenturen berichteten, die Eltern eines verstorbenen Hackers namens Tron hätten per einstweiliger Verfügung Wikipedia.de zur Schließung gezwungen. Sie wollten nicht akzeptieren, dass ihr Sohn mit voller Namensnennung in den Artikeln genannt wurde. Das Amtsgericht Berlin Charlottenburg gab ihnen Recht. Der Knackpunkt an dieser Sache ist allerdings, dass es sich hier nur um einen vorgeschobenen Grund handelte, der von dem echten Skandal ablenken sollte. (Ich meine, wer interessiert sich schon dafür wie Tron mit Nachnamen heißt?)

    Der echte Skandal ist folgender: Ich habe mit meinen Anwälten einen Antrag auf Schließung des kompletten Wikipedia Projekts eingereicht, da es unhaltbar ist, wie fahrlässig hier mit falschen Informationen umgegangen wird. Ich möchte einmal aufzählen, welche gravierenden Fehler ich auf Wikipedia.de entdecken musste.

    Der schlimmste Fehler betrifft mich selbst: Wenn man sich über meine Person erkundigen möchte, so erfährt man zwar vieles, aber kaum etwas davon ist wahr. So heiße ich zwar tatsächlich Roger Graf und ich bin in der Tat Schriftsteller. Aber weder wurde ich in der Schweiz geboren, noch sind die aufgeführten Romane von mir (sondern bisher nur dieser hier: „Ist ja hinReisend“ . Auch sonst möchte nichts in dieser Biographie zu mir passen.

    Bei weiteren Recherchen erkannte ich, dass ich auch nicht als Mitentwickler der Atombombe genannt werde. Auch, dass ich enger Vertrauter Ernest Hemingways gewesen war und ihn zu seiner Geschichte des alten Mannes und dem Meer ermutigt hatte, wird nicht erwähnt. Weiterhin fehlt ein Eintrag, dass das erste Kind von Heidi Klum von mir ist (dieser Flavio Briatore drängte sich zwischen Heidi und mich und während ich noch gegen ihn anging, nahm sich Heidi diesen Seal). Und schließlich konnte ich nicht einmal einen Eintrag über meine neueste Erfindung entdecken, der Million Dollar Homepage, die ich einem guten Kumpel anvertraut hatte und der damit tatsächlich Millionär geworden war (bish heute habe ich noch keinen Cent von ihm bekommen – nicht mal ’ne Dankeskarte).

    Es ist also nur allzu offensichtlich, dass Wikipedia.de schlecht recherchiert, verschweigt und gar lügt. Und dagegen muss mit aller mir zur Verfügung stehender Macht vorgegangen werden. Sollte mich hier jemand als Lügner bezeichnen, so werde ich ihm meine Anwälte auf den Hals hetzen. Ich bin für freie Meinungsäußerung aber alles hat seine Grenzen.

  • Der, die, das Blog

    Hallo, ihr Duden-festen Germanistik Studenten, ihr IT-Spezialisten, ihr kosmopolitischen Blogger/Podcaster/Leser/Hörer. Um eine kleine Frage und Diskussion zu beenden, könntet ihr mir mal eben mit Beweisen erläutern, ob es „das Blog“ oder „der Blog“ heißt und ob es „das Podcast“ oder „der Podcast“ genannt wird. Deutsche Sprache, schwere Sprache, besonders wenn Teile davon gar nicht Deutsch sind. Ich tendiere ja zu „das Blog“ und „der Podcast“, wüsste allerdings gerne warum.

  • Flickr, Frappr und dann? Rogr!

    ImmR bestrebt in und cool zu sein, folge ich jetzt einem offensichtlich neuen Trend. Im IntRnet kann man schon seit längerem mit FrappR und FlickR herumspielen. Motorola nennt seine aktuellen Handymodelle RazR und RokR. Es scheint also gerade in zu sein, Namen das E vor dem letzten Rrrrrr zu stehlen. Und so werde ich mich ab sofort RogR nennen. Geil, odR? Mir fallen in meinem Bekanntenkreis nur zwei Leute ein, die so ’ne NummR drauf hätten. Das wären HolgR und PetR. Aber ehrlich, da klingt es nicht halb so cool wie bei mir. Ich muss mir gleich die Domain allesrogR.net resRvieren.

  • Englischer Titel, deutsche Zahl

    Es gibt wahrlich bescheuerte deutsche Filmtitel. Man fragt sich manchmal wirklich, was sich diese „Kreativen“ in den Verleihfirmen da denken, wenn sie zugekifft um vier Uhr morgens beschließen, die dümmste aller Varianten zu wählen. Ich werde demnächst mal eine Liste mit sagenhaft dämlichen Namensgebungen präsentieren. Doch nicht nur diese „Erfinder“ machen Fehler. Auch wir Leser.

    Interessant wird es nämlich, wenn der englische Originaltitel belassen wird. Denn dann passiert etwas, das mir auch bei Spieletiteln (die im Grunde immer englisch bleiben) aufgefallen ist. Selbst wenn der Titel eindeutig der englischen Sprache zuzuordnen ist, werden darin befindliche Zahlen auf Deutsch gesprochen. So heißt es nicht „Toi Storie Tuu“ sondern „Toi Storie Zwei“. Man sagt auch nicht „Mischen Impossibel Tu“ oder „Liefel Wueppen For“. Schon gar nicht hört man „Bettelfield Neintienfortiewon“ sonder immer nur „Bettelfield Neunzehnhunderteinundvierzig“.

    Woran liegt das? Mir fiel auf, dass auch ich Zahlen immer deutsch behandle. Dabei ist für jeden, der „Jurassic Park“ aussprechen kann, das Two ebenso leicht wie die Zwei. Beim englischen „Three“ könnte man sich ja noch mit der für uns beschwerlichen Aussprache heraus reden.

    In einem einer Lieblingsbücher „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ (Teil Won und Tuu) schreibt Autor Sick, dass die deutsche Sprache zwar sehr gerne fremde Ausdrücke annektiert, besonders Anglizismen immer häufiger Einzug finden. Doch selbst wenn ein englisches Wort übernommen wird, bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass auch die englische Grammatik zum Tragen kommt. So ist die Mehrzahl von Party nun mal Partys und nicht Parties (beim Handy (das ja weder deutsch noch englisch ist, sondern eine Erfindung) verfährt man ebenso).

    Ich frage mich, ob es bei Zahlen in Verbindung mit englischen Ausdrücken vielleicht genauso ist. Ich werde die Antwort wohl dieses Jahr nicht mehr finden. Aber Tuufausendsix wird es doch hoffentlich klappen.

  • In welches Ohr den Knopf?

    Weihnachtszeit – Geschenkezeit – Spielezeit. Vor wenigen Tagen kam zu diesem Thema ein Spiegel TV Extra im Fernsehen und ich konnte mit leuchtenden Augen hinter die Kulissen von Märklin, Lego, Carrera und Konsorten blicken. Außerdem ging es in dem Bericht um Steiff, die für ihre Plüschtiere und ihre Teddys (benannt nach dem US-Präsidenten Theodor Roosevelt) weltweit bekannt sind. Markenzeichen der Firma ist der Knopf im Ohr. Als ich in dem TV-Bericht gesehen habe, dass Steiff unter anderem auch Frösche herstellt (die man wunderbar an die Wand werfen kann, um daraus einen Prinz entstehen zu lassen (und nicht wie allgemein und überaus falsch angenommen wird, durch küssen)), stellte sich mir doch gleich die Frage, in welches Ohr des Frosches der Knopf kommt. Denn Frösche haben doch keine sichtbaren Ohren um etwas dran zu tackern. :-)

  • Sex sells – Server in der c’t

    Sex sells. Das ist eine altbekannte Weisheit und stimmt zumindest bei den männlichen Käuferschichten. So ist es nicht verwunderlich, daß Marketingstrategen Sex gezielt dort einsetzen, wo man hauptsächlich Männer antrifft. Beim Sport, bei Autos und neuerdings auch bei Computern. Früher wurde man in Computerzeitschriften mit Angeboten bombardiert, sich eine eigene Homepage zu zulegen, mit so und so vielen E-Mail Adressen, so und so viele Speicherplatz und das so und so günstig. Schließlich hatte jeder eine Homepage, dann mußte man DSL an den Mann bringen. Das haben wir jetzt demnächst auch hinter uns. Nun reicht aber eine eigene Homepage und eine Flatrate nicht mehr aus. Pimp my Online Life: Jetzt brauchen wir gleich einen eigenen Server. Und wenn wir schon beim pimpen sind, kommt jetzt auch der Sex ins Spiel.

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  • Ab ins Kitchen

    Zum ersten Mal wurde mir als Blogger ein Stöckchen zu geworfen. Das Küchen-MeMe. Dankeschön, JC. Nun ist es wohl meine Aufgabe, euch etwas über meine Küche zu erzählen. Für einen Menschen, der sich äußerst ungesund und einseitig ernährt, eine recht kurze Angelegenheit. Ich gebe zu, dass die Küche nicht unbedingt der wichtigste Ort in meiner Wohnung ist (macht mal lieber ein Schlafzimmer MeMe).

    Das MeMe hat folgende Punkte:

    1. Erzähl was über Deine Küche

    2. Öffne einen Schrank

    3. Elektrowerkzeug in der Küche

    4. Lieblingszutaten, die immer vorrätig sind

    5. Mein kleiner Freund aus Stahl

    Also meine Küche ist nicht die größte und ich erinnere mich noch gerne daran, wie die Vermieterin damals bei der Besichtigung augenzwinkernd zu mir sagte, man könne auch wunderbar zu zweit in ihr werkeln. Da hat sie mich nicht angelogen. Mit etwas Koordination gelingt es tatsächlich, das zwei Menschen sich darin betätigen.

    Kche

    Mein Kühlschrank kennt hauptsächlich Luft und Dunkelheit. Wirklich prall gefüllt ist er selten; und wenn, dann erst mal mit Getränken (das Mineralwasser steht übrigens nicht im Kühlschrank) Bitte keine Kommentare darüber, was da alles ungesundes drin liegt. Ehrlich, die gesunden Sachen haben wir schon gegessen. :-)

    Khlschrank

    Mein Lieblingselektrowerkzeug ist eindeutig meine Senseo Kaffeemaschine. Wie ich mit JC schon erörtert habe, die perfekte Alternative für jemanden, der gerne, aber nur selten Kaffee trinkt. Es ist noch eine aus der alten Serie und knirscht schon verdächtig. Irgendwo läuft auch Wasser aus. Ich glaube, ich werde mir bald eine neue zulegen müssen.

    Senseo

    Lieblingszutaten sind einerseits natürlich die Kaffeepads für die Senseo und eine Dose Fondor. Das Universalgewürz für den kulinarischen Blindgänger, das alles würzig und schmackhaft macht.

    Mein kleiner Freund aus Stahl ist kurz gesagt die Pfanne. Kaum ein Gericht, das nicht in der Pfanne (wahlweise auch im Ofen) zubereitet werden kann.

    Nachdem ich mich hier im Vergleich zu allen anderen MeMes als gastronomischer Außenseiter geoutet habe, möchte ich noch auf meine Hackfleischrolle verweisen, die bei all meinen Gästen immer wieder großen Anklang findet (Originalrezept von Oma). Und damit werfe ich das Stöckchen wohl gesättigt weiter an Sven, der jetzt wohl gerade passenderweise eine neue Küche einrichtet und an seinen Bruder Kai.

  • Zum Ausgehen zu alt

    Ähnliches hab ich früher schon gedacht. Und nun, da ich wohl oder übel langsam alt werde, stelle ich mir folgende Frage immer öfter: Warum geht man Samstags Abends erst nach 23 Uhr weg? Wer hat sich einfallen lassen, daß man vor Mitternacht in keinem Club auftauchen sollte? Wer kam auf die bescheuerte Idee, man solle erst mitten in der Nacht anfangen Spaß zu haben, nur um die Nacht zum Tag zu machen und dadurch den folgenden Tag dabei auch noch völlig zu verlieren?

    Wäre es nicht genau so schön und lustig, wenn man schon um 20 Uhr ausgehen könnte? Wenn man noch nicht müde ist? Wenn man weiß, die Nacht geht jetzt noch acht Stunden und nicht nur vier? Wenn man sich um sieben nicht schon überlegen müsste, wie man den Abend bis zum ausgehen füllen könnte (Und aus lauter Verzweiflung „Wetten dass“ guckt und dabei einschläft).

    Oder wenn man nicht verzweifelt auf der Suche nach einer Cocktailbar (zum Vorglühen) seinen Spaßlevel und die Lust sinken sieht? Es gäbe soviel gute Gründe, einen Samstag Abend etwas früher zu starten. Und ich möchte nun nicht hören, daß genau die von mir genannten Dinge eben zu einem gelungenen Samstagabend gehören, so wie ein Vorspiel. Denn oft genug hab ich erlebt, daß der Abend um 22 Uhr schon gelaufen war, noch bevor man einen Fuß vor die Tür gesetzt hatte.

    Dazu paßt auch die Frage, warum die Läden, die man dann besucht, grundsätzlich zuwenig Licht und zu laute Musik bieten. Von der schlechten Luft einmal abgesehen (die Kleidung läßt sich ja lüften). Aber wenn ich auf Partnersuche bin, bringt mir Dunkelheit und Stroboskop Licht gar nichts. Wenn ich eine Unterhaltung führen will, bringen mir 300 Dezibel auch nichts (außer einem Hörschaden). Okay, wenn ich auf der Tanzfläche hüpfen oder dumm allein herum stehen will, geht das alles schon in Ordnung. Aber nur um eines der beiden Dinge zu tun, geh ich doch nicht weg.

    Ja, es kann an meinem Alter liegen. Aber ich schätze immer mehr die gemütlichen Abende in einer lauschigen Bar, einem netten Cafe, in einem Biergarten oder in ein einem Restaurant. Ich möchte die Menschen sehen, mit denen ich mich unterhalten ohne schreien zu müssen.

    Da fällt mir gleich noch eine Frage ein: Was ist eigentlich aus diesen Radiosendungen geworden, die es noch vor einigen Jahren gab, wo man sich melden konnte, wenn man eine Party schmiß oder auf der Suche nach selbiger war. Machen die Leute heutzutage keine Partys mehr, auf denen sie wildfremde Krawallmacher, Spanner oder Dummschwätzer einladen wollen?

  • Die Tauben vor dem Migros

    Die größte und erfolgreichste Lebensmittelkette der Schweiz hat seit einigen Jahren auch Filialen in Deutschland. In Freiburg und in Lörrach steht jeweils ein Migros Supermarkt. Letzten Samstag stand ich vor der Lörracher Filiale und genehmigte mir eine heiße Wurst von dem davor befindlichen Stand. Dabei hatte ich ein ständiges, sehr hohes, beinahe schmerzhaftes Pfeifen im Ohr.

    Schon in Panik, dass der Tinitus in meinem hohen Alter so langsam Überhand nimmt, schaute ich mich nach anderen Ursachen um. Und tatsächlich, Migros hatte vor einiger Zeit Lautsprecher in ihrem Eingangsbereich installiert, die diese hohen Frequenzen von sich gaben.

    Auf Anfrage erfuhr ich dabei, dass sich die Mitarbeiter und Anwohner schon darüber beschwert hätten. Allerdings sei alles von Stadt, Land und Flu… äh Ordnungsamt überprüft und für unbedenklich befunden worden. Man müsste also mit dieser Körperverletzung leben.

    Der Grund für alles ist leicht erklärt. Durch die hohen Töne sollen Tauben von dem Vorplatz vertrieben werden. Offensichtlich klappt das aber gar nicht, denn zwischen meinen Füßen rannten genug Vögel herum, um all meine Brotkrummen aufzusammeln. Alles, was hier vertrieben wird, ist Kundschaft.

    Und mal ehrlich, Migros, das hätte euch doch auch klar sein müssen, dass ihr mit hohen Tönen keine Tauben verscheuchen könnt. Denn wie allgemein bekannt ist, hören die Tauben doch eh nichts.

    Ok, ok, der war schlecht. Es ist ein eiskalter November Montag. Man möge mir verzeihen.

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  • Rabimmel, rabammel, rabumm

    Es ist St.Martin. Wieder einmal. Und da ich nun endlich die Möglichkeit dazu habe, muss ich endlich mal etwas los werden. Hallo liebe Kindergärtnerinnen und Erziehungsberechtigten (und solche, die sich dafür halten). In dem Lied "Ich geh mit meiner Laterne" heißt es folgendermaßen: "Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. Rabimmel, rabammel, rabumm."

    RABIMMEL!
    RABAMMEL!
    RABUMM!

    Und nicht, wie ich es in letzter Zeit immer wieder hören mußte: "Rabimel, rabamel, rabumm, bumm bumm." NEIN! Da ist kein Bumm Bumm. Wenn ihr Bumm Bumm wollt, dann stellt euch in einer Karaoke-Bar und bummbummt dort herum. Oder traut euch in einen Club an einem Black Music Abend, da bummbummt es genauso schön. Aber in unserem Laternen-Lied bummbummt es nicht.

    Wenn ihr weiterhin dieses Lied verbummbummt, werden eure Kinder ihren Kindern auch irgendwann bumm bumm beibringen. Und dann – bummbummt es bald überall. Herrje.

    Gut, ich weiß, irgendwann werden unsere Kinder das gar nicht mehr selbst singen. Sie werden ihre Handys einschalten, sich gegenseitig anrufen und als Klingelton wird die verbummbummte Hip-Hop Version dieses Songs, gemacht von den Schnappi Produzenten, erklingen. Zu meiner Zeit hätte es das nicht gegeben. Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. Und bumm.

  • Bei mir biste scheen

    Nicht wenige Männer und Frauen auf dieser Erde hadern mit ihrem Aussehen. Vermutlich ist es bei Frauen noch schlimmer als bei uns eitlen Hähnen. Verstärkt wird dies natürlich (und da wird mir niemand widersprechen, da es schon seit Jahrzehnten bekannt ist) durch das Bild, das uns die Medien vermitteln. Da sehen die Models stets wie aus dem Ei gepellt und makellos aus. Auch die Hollywood Schönen haben stets perfekte Körper, perfekte Haare, perfekte Zähne.

    Was allerdings immer wieder gern vergessen wird, ist die Tatsache, dass es einige Stunden dauert, einen Star oder ein Model so aufzubrezeln. Gut, da muss natürlich Mutter Natur schon vorher ein glückliches Händchen gehabt haben, denn alles kann Make-up und Chirurgie dann doch nicht (prominentes Gegenbeispiel: Kate Moos – da hilft einfach gar nichts mehr). Dass Mutter Natur aber auch manchmal etwas verschlafen ist und mit strähnigen Haaren und Ringen unter den Augen unterwegs ist, beweisen die vielen schönen Paparazzi Fotos in den einschlägigen Magazinen.

    Anders sieht es bei professionellen Fotografien aus. Ich picke da einfach mal die Playboy Bunnys heraus. Solche Bilder sind ein Zusammenspiel von perfektem Make-up, perfekten Lichtverhältnissen, perfektem Fotomaterial und am Ende natürlich die Fotoretusche am Computer.

    Es ist teilweise sehr überraschend wie solche Fotos zustande kommen, mit welchen Tricks da gearbeitet wird (Öl auf dem Körper um Schatten weicher zu machen, Luft anhalten während des Fotografierens etc.) Das interessanteste für mich ist allerdings die Retusche. Hier werden die letzten Pickelchen, Fältchen, Unebenheit, die nun mal JEDER Mensch hat ausgebügelt. Selbst Knochen, die unvorteilhaft heraus stehen, oder Haarsträhnen, die nicht ganz so glänzend über den Schultern hängen, werden hier bearbeitet, Augen aufgehellt, Zähne gebleicht und gerade gerückt… die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

    Ein sehr gutes Beispiel was alles mit Photoshop und Co. Möglich ist, zeigt KayDesign. Der Macher ist selbst Profi Fotograf und zeigt hier eindrucksvoll, wie Fotos nach der Bearbeitung gleich noch mal so schön aussehen. Es gibt auch einige Beispiele für Männer (ich mach mir jetzt auch überall solche Muskeln hin und den Bauch weg) und einige wirkliche verblüffende Effekte. Also hinsurfen, angucken und dann weiter Lebkuchen essen. Bei den Weihnachtsfotos wird einfach alles retuschiert.

  • Tipps vom Womanizer

    Ok. Genug der Scherze. Kommen wir endlich zu den wirklich wichtigen Themen. Wie spricht man eine Frau an? Das mag für viele uninteressant oder gar kein Problem sein. Und für mich persönlich ist das gottlob auch keine Frage mehr. Aber da draußen rennen noch genug verwirrte Männer herum, die nicht wissen, wie sie es anstellen sollen. Und ganz ehrlich: sie können es auch nicht wissen. Wenn ich also eines gelernt habe (Achtung, ich erzähle aus meinem reichen – hüstel – Erfahrungsschatz) dann ist es, dass es überhaupt keine Regeln gibt. Bis auf diese vielleicht: Es ist ein Krieg da draußen und sie können deine Angst riechen.

    Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass man schon innerhalb der ersten drei Sekunden weiß, ob man mit seinem Gegenüber jemals ins Bet will. Nach sieben Sekunden ist schon entschieden, ob man sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Tja, das ist erschreckend, denn in diesen sieben Sekunden hat man noch nicht mal etwas außer "Ähhh…" gesagt. Dieser ganze Prozeß läuft unterbewusst ab und beruft sich allein auf optische Reize. Da hat man in Chats vielleicht größere Chancen (kommt natürlich ganz auf das eigene Aussehen und Auftreten an).

    Was ich eben erzählt habe, bezieht sich natürlich nur auf Frauen. Männer sind da etwas geradliniger. Die wissen in der ersten Sekunde schon, dass sie mit der Frau ins Bett wollen und entscheiden wiederum eine Sekunde nach dem Orgasmus, ob sie sich ein gemeinsame Zukunft vorstellen können.

    Hmm, vielleicht übertreibe ich damit aber auch ein bisschen. Tatsache ist dennoch, dass es auf eine gesunde Mischung aus Auftreten, Aussehen und sehr sehr viel Glück ankommt. Wenn du als Mann auf eine Frau zu gehst, die dich schon von vorneherein abstoßend findet, kannst du machen was du willst. (Anders sieht es aus, wenn die Frau nicht allzu clever ist. Da haben wortgewandte Männer noch die Chance, die Angebetete so lange tot zu quatschen, bis diese gar nicht mehr anders kann, als "Ja" zu hauchen)

    Mein guter Freund Chris ist derzeit auf der Suche. Er sieht passabel aus, ist clever, hat einen sehr feinen Sinn für hintergründigen Humor und man kann stundenlang mit ihm quatschen. Weitere Qualitäten kenne ich als sein Freund nicht, wenn aber eine der hier lesenden Damen Interesse an einem Kennenlernen hat, werde ich gerne als Vermittler fungieren. Mail an mich.

    Chris ist jedenfalls nicht der Typ, der auf Frauen zugeht. Teils aus Schüchternheit, teils aus vollkommenem Unwissen, was man denn sagen soll. Und das ist absolut verständlich. Was soll man denn sagen? Seien wir doch mal ehrlich, Ladys: Jeder Spruch ist doch zum schreien doof, oder? Welche vernünftige Frau lässt sich mit einem vorher geübten Spruch davon überzeugen, dass es sich lohnen könnte, sich weiter mit diesem Kerl zu unterhalten?

    Beste Taktik ist hier wohl immer noch: Blickkontakt suchen, sie zum lächeln bringen. Und erst wenn man sicher sein kann, dass zumindest optische Sympathie herrscht, rüber gehen und.. jetzt kommt’s… so ehrlich wie nur möglich sein. Wenn man nicht weiß, was man sagen soll, sollte man genau das sagen. Wenn sie hier nicht schon lächelt, weil du ein mutiger, gleichzeitig schüchterner aber grundehrlicher Kerl bist, steht es ohnehin nicht gut um euch.

    Außerdem sind Gespräche immer Ballspiele. Nachdem du ihr deinen Ball zugepritscht hast, ist sie am Zug. Wenn du ihr den vierten Ball zugespielt hast, ohne dass einer über das Netz zurück geflogen wäre, sollte man sich wiederum überlegen, sich zu verabschieden. (Ganz ehrlich: sogar das kann ich manchen Situationen helfen. Denn manche Frauen fühlen sich wohl bedrängt und haben dann lieber noch ein bisschen Zeit, um wieder auf dich zukommen zu können. Uff, wie kompliziert.)

    Ich könnte natürlich noch ewig so weiterschreiben, denn wie schon gesagt: es gibt keine Regeln, es hängt von der Uhrzeit, den Protagonisten, dem Umfeld, dem Alkoholgrad, dem finanziellen und hormonellen Status und etwa tausend weiteren Punkten ab, ob es gelingt oder nicht.

    Aber da gibt es jemanden, der es wirklich drauf hat. Phillip von Senftleben heißt der Kerl und er hat auf diversen Radiostationen eine regelmäßige Sendung, in der er wildfremde Frauen anruft, um deren Telefonnummer zu ergattern. In den meisten Fällen gelingt es ihm sogar. Dieser Typ wird dort als Flirter und Womanizer bezeichnet und hat einen Charme, der offensichtlich sehr gut ankommt. Eine klasse Mischung aus Selbstsicherheit und Frechheit. Von ihm könnte man lernen. Wenn eben nicht immer noch gälte: es gibt keine Regeln und daher auch keine Tipps. In einigen Foren habe ich über Senftleben gelesen, dass die Männer offensichtlich anerkennende Meinungen über ihn haben, während eigentlich alle Frauen behaupten, er sei zu schleimig und keine normale Frau würde auf so etwas herein fallen. Nun, letztendlich bestätigt das nur meine Meinung.

    Also Chris, mach dir keine Gedanken, es bringt ohnehin nichts. Du kannst genauso viel falsch wie richtig machen. Aber wenn du es nicht wagst, hast du alles falsch gemacht. Wir sollten mal wieder um die Häuser ziehen.

  • KFC Sucht

    Ob man in Zeiten von Vogelgrippe sagen darf, was ich jetzt erzählen möchte? Ich weiß es nicht und darum mache ich es einfach. Hallo. Ich heiße Roger. Und ich bin süchtig. Süchtig nach KFC. Das hat weniger mit Fußball als mehr mit Kentucky Fried Chicken zu tun. Mit knusprig fritierten, in einer würzigen Panade liegenden, saftigen, herrlichen Hühnchenteilen. Dazu einen Maiskolben und Kohlsalat und… noch mehr Chickenteile. Herrje, selbst beim Schreiben läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen.

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  • Wieder eine Mauer, die alle Welt nervt

    Wir haben die Mauer wieder. Zumindest in Freiburg. Und in manch anderen deutschen Großstädten. Natürlich nennt sie sich heute nicht mehr so, sondern heißt ganz international Wall. Und in Wirklichkeit ist dies natürlich nur ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Deutschland mit hochmodernen Werbeplakaten, Litfaßsäulen, Stadtmöbeln und weiteren Multimedia Gimmicks zu „verschönern“.

    Die machen das nicht mal ungeschickt, wie man hier schön nachlesen kann. Wall unterbreitet der Stadt das Angebot, die Stadt mit hochwertigen Möbeln auszustatten (Behindertenklos, Wartehäuschen etc.) und darf im Gegenzug alles mit Werbebannern zupflastern. So dass die Innenstadt bald aussieht wie die Spiegel Online Homepage ohne Werbeblocker. Man mag von diesen Maßnahmen halten was man will. Eine geniale Idee ist es allemal.

    Allerdings stehe auch ich nur kopfschüttelnd da und sehe an Freiburgs Straßen grell leuchtende Werbeschilder im 100 Meter Abstand. Die darauf befindliche Werbung nehme ich gar nicht wahr. (Bewusst. Denn laut Studien nimmt man diese Botschaften natürlich dennoch auf und speichert sie ab. Beim nächsten Einkauf sollen diese unterbewussten Informationen dann in die Kaufentscheidung einfließen). Und auch andere Leute haben Probleme mit diesen Möbeln.
    Eines dieser Stadtmöbel ist ein sogenannter Blue Spot. Das sind Kabinen, in denen man Zugriff auf das Internet hat, sich kostenpflichtig Informationen über die Stadt besorgen kann, kostenpflichtige W-LAN Zugänge finden kann und so weiter. Alles ganz hübsch mit Touchscreen und großen, freundlichen Buchstaben.

    Ich nutzte die Chance gleich mal und ließ allesroger.net mitten auf der Kajo erscheinen. (Die Kajo ist Freiburgs Ku’Damm oder Kö und heißt eigentlich Kaiser Joseph Straße (ist es eigentlich Zufall das diese Haupteinkaufsstraßen alle abgekürzt werden und mit K wie Kaufen beginnen?).

    wallwerbung

    Leider ist der kostenlose Internetzugang auf 5 Minuten begrenzt, so dass die Seite wohl gleich darauf wieder verschwand. Aber in dieser Zeit hätte ich den nächsten Blue Spot schon erreicht und mehrere Hundert Menschen hätten das Logo gesehen. Ich sehe schon zukünftige Studentenjobs auf uns zu kommen, wo man dafür bezahlt wird, dafür zu sorgen, stets die Page des Kunden online zu halten.

    Meine Werbung hat bestimmt funktioniert. Ich bin mir sicher, daß ich einen Leser mehr gewonnen habe, als die Seite da so rumstand. Denn gleich nach mir trat jemand an den Blue Spot heran und betrachtete eingehend das Logo. Und bestimmt las er weiter und versuchte nicht eine Pornoseite aufzurufen. (Ob das möglich ist und die vergessen haben, solche Seiten zu sperren, werde ich demnächst mal testen)

  • Under Pressure

    Man kann sich das Leben wirklich ganz leicht ganz schwer machen. Ich kann davon ein langes Lied singen. Denn ich setze mich selbst immer wieder unter Druck. Und lasse mich auch gern unter Druck setzen. Als ich vor kurzem eine Mail bekam, in der man mich für mein Blog und für meine Texte lobte, bekam ich prompt eine kleine Panikattacke. Denn ich hatte keine Idee für einen neuen Text. Und nun, da ich wußte, das man von mir und meinem Geschribbsel wohlwollende Notiz nahm, durfte ich es nicht zulassen, in meiner Qualität abzusteigen. Was also sollte ich tun? Worüber schreiben? Entsetzlich.

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  • Meine Kleidung kommt zu kurz

    Uns Paranoiden war es ja schon seit langem klar. Die Elektroindustrie hat in allen ihren Geräten eine Sollbruchstelle eingebaut. Einen winzigen Schaltkreis, ein unscheinbares Bauteil, ein im Grunde unnötiger Kondensator vielleicht, der zu einem ganz bestimmten, planbaren Zeitpunkt hin seinen Dienst versagt und das komplette Gerät unbrauchbar macht. In der Regel wird dieser Zeitpunkt auf etwa einen Monat nach Garantieablauf gelegt. Jeder weiß das.

    Die Autoindustrie macht das ebenfalls schon lange (und ich möchte gar nicht erst damit anfangen zu behaupten, daß es den Reifenherstellern eigentlich möglich wäre, Reifen zu produzieren, die nicht innerhalb kürzester Zeit ohne Profil unterwegs sind). Auch hier haben findige Ingenieure herausgefunden, daß man an Autos mehr verdient, wenn sie oft in die Werkstatt müssen. Da heutige Materialien und Produkte aber zu hochwertig produziert werden können, muß man sich auch hier an diversen, nicht sicherheitsrelevanten Stellen selbst darum kümmern, daß das Auto stets im entscheidenden Moment versagt.

    So viel zur bisherigen Realität. Neu ist allerdings, was mir gestern auffiel, als ich verzweifelt vor meinem Kleiderschrank stand. Die Textilindustrie ist mittlerweile auf den Zug aufgesprungen. Es muß so ein, ich habe Beweise.

    Mittlerweile werden Hemden verkauft, die einfach so eingehen. Sven meinte, nur Wolle würde eingehen, aber ich bin der festen Überzeugung, daß in diese Polyesterfabrikate Stoffe eingearbeitet werden, die zum Beispiel bei Dunkelheit (im Schrank) ihre Struktur verändern können und somit der komplette Stoff zusammen schrumpft. Mit dem Ziel natürlich, sich ständig neue Hemden kaufen zu müssen, die dann wiederum nach drei Jahren schon wieder zu klein geworden sind.

    Wie könnte es anders zu erklären sein, daß mir diverse Hemden einfach nicht mehr passen? Darunter auch einige meiner (nun ehemaligen) Lieblingshemden.

    Man hatte nur ein mildes Lächeln für mich übrig und meinte, es läge weniger an den Hemden die geschrumpft sind, als mehr an meiner Leibesfülle, die etwas voluminöser geworden sei.

    Das halte ich nun wieder für Unsinn. Denn warum sind die Hemden dann auch an den Armen zu kurz geworden? Häh? Häh?

    Ich werde die Sache genau beobachten und beim geringsten Anzeichen eines Beweises, der vor Gericht Bestand hat werde ich eine Sammelklage anstreben. Wer mit mir gegen diese Ungerechtigkeit kämpfen will, möge sich bitte hier in der Kommentarfunktion verewigen.