Puh, jetzt gilt es sich erstmal wieder zu beruhigen nach dem letzten, doch recht knurrigen Artikel. Zu diesem Zweck hätte ich hier das Video eines Sketches von Eddie Izzard. Eddie Izzard ist ein britischer Comedian und Schauspieler, der in einer seiner erfolgreichen Bühnenshows zeigte, dass es auch auf dem berühmten Todesstern eine Kantine geben muss. Schließlich hat selbst Jeff, äh, Darth Vader irgendwann mal Hunger. Ich könnte mich jedesmal bepinkeln vor Lachen (auch wenn dieses Video schon lange seine Runde gemacht hat (sogar als Lego-Brickfilm)). Ihr solltet ein passables Englischverständnis haben, um diesen Sketch zu verstehen (ansonsten könnt ihr euch einfach an Eddies Outfit erfreuen).
Autor: Roger Graf
Beowulf ab 12 Jahren – WTF???
Eben habe ich mir Beowulf auf DVD angeschaut. Und ich bin sauer ohne Ende. Warum, erzähl ich euch gleich, lasst mich erst noch kurz berichten, weshalb dieser Film in meinen Augen kompletter Schrott ist: Der ganze Film wurde ähnlich wie der Polarexpress per Motion Capturing gefilmt, was bedeutet, dass die Bewegungen realer Schauspieler auf Computergrafik übertragen wurde. Das sah beim erstgenannten Film schon blöd aus und tut es jetzt immer noch. Die Charaktere bewegen sich teilweise noch immer wie Figuren aus Shrek (dort wurde zumindest der Comic-charaker beibehalten) und strahlen keinerlei Leben aus. Ich habe schon Computerspiele mit besseren Sequenzen gesehen. Die Story könnte langweiliger und spannungsärmer kaum sein, die Dialoge sind an Dämlichkeit oft nicht zu überbieten ("Er hat keinen Schwengel." – "Kein Schwengel."). Und dann sind da noch so kleine Details, bei denen man sich fragen muss, was die Macher wohl gedacht haben. Beispielsweise die viel zu häufigen sexuellen Andeutungen. Das wird spätestens dann lächerlich, wenn der Dämon Angelina Jolie aus dem Wasser steigt, Goldwasser von ihr abperlt und sie mit High-Heels-Füßen (Haha!!!) auf den Held zugeht, um ihm so lange sein Schwert (!!!) zu reiben, bis es schmilzt. Völlig unpassend fand ich. Nervtötend auch die Szene mit dem Drachen an der Kette, der
Eseljemanden auf einer Steinbrücke mit Feuerstößen am Entkommen hindert. Wem kommt diese Szene shrek-lich bekannt vor?Aber genug davon. Was mich wirklich so dermaßen ärgert, ist die Einstufung der FSK. Die gaben diesen Film ab 12 Jahren frei. Und hätte ich ein Kind von 12 Jahren, würde ich einen Teufel tun, es diesen Film sehen zu lassen. Beim ersten Angriff von Grendel, dem Monster, spritzt unglaublich viel Blut, Menschen werden auseinander gerissen, aufgespießt, später werden Köpfe abgebissen und genüsslich und lautstark zerkaut. Grendel reißt den Körper eines Menschen auf und trinkt in gemütlicher Langsamkeit sein Blut. In weiteren Szenen (die natürlich an Lächerlichkeit wieder einmal fast nicht zu überbieten sind) werden Augen von Monstern aufgestochen, werden Ohren zerquetscht, werden wieder Menschenteile durchs Bild geschleudert oder Menschen als Waffe benutzt, um andere Menschen damit zu verprügeln. Es ist ein Gemetzel, das dem einiger Horrorschocker oder einem "300" (freigegeben ab 16 Jahren) in nichts nachsteht.
Was um Himmels Willen dachtet ihr euch dabei, ihr FSK-Dummies?
Genügt es nicht, dass man hierzulande nicht mal als Erwachsener an Spielfilme kommt, die nicht komplett durch Schnitte zerstört sind? Genügt es nicht, dass man Computerspiele komplett verbieten möchte? Dass die Politik schwachsinnige Diskussionen über gewaltverherrlichende Spiele und Filme führt und zensiert, wo es nur geht? Genügt es nicht, dass ich bereits jetzt darum bangen muss, GTA 4 jemals legal kaufen zu können? Dass ich keinen Stirb langsam Film um Mitternacht ungeschnitten im TV sehen kann? Dass ich Jahre brauchte, um endlich an eine 18er Version von Lethal Weapon 2 zu kommen, die nur ein paar Schusswechsel mehr zeigt? Dass ihr Spielefirmen vorschreibt, Blut grün zu färben oder menschliche Gegner gegen Roboter auszutauschen? Genügt es nicht, dass ihr uns erwachsene, mündige Kunden in diesen Fällen gängelt wo es nur geht? Genügt das alles nicht?
Und dann gebt ihr so einen Film bereits ab 12 Jahren frei, lacht uns damit hämisch ins Gesicht und gebt eure ganzen Bemühungen um "Jugendschutz" der Lächerlichkeit preis?
Kommt mir bloß nicht mit dem Argument, dass es sich bei Beowulf um eine alte Sage handle und diese nun mal grausam seien. Und wagt es nicht zu bemerken, dass es ja kein realer, sondern ein Computer-animierter Film sei und damit nichts mit der Realität zu tun habe. (Und falls doch, überlegt bitte nochmal genau, was Computerspiele sind). Und verschont mich mit dem vielleicht auf der Zunge liegenden Argument, dass die Gewaltszenen hier künstlerisch wertvoll dargeboten wurden. Oder irgendein Quatsch idieser Art.
Verschont mich mit all euren Erklärungen. Ihr habt mächtig Sche… gebaut bei dieser Einstufung. Und falls diese Entscheidung doch gerechtfertigt sein sollte und ich die Sache einfach zu eng sehe und falsch liege, dann habt ihr mit allen anderen bisherigen Entscheidungen Sche… gebaut. In Zukunft wird sich für mich jede Alterseinstufung an Beowulf messen müssen.
Ach ja, ich weiß natürlich, dass für die Einstufungen und Indizierungen von Spielen ganz andere Gruppen zuständig sind, als beim Film. Ich möchte mit diesem Artikel alle gemeinsam angesprochen haben.
In meiner Badewanne bin ich Kapitän
Gibt es eigentlich ein Standardmaß für Badewannen? Irgendeine DIN-Größe? Und für welche Körpermaße sind diese genormten Badewannen gemacht? Ich bin ja derzeit noch immer auf Wohnungssuche. Oder um es besser auszudrücken, auf der Suche nach einer schönen Wohnung. Zu der im besten Fall eine Badewanne gehören sollte. Und im allerbesten Fall eine Wanne, in die ich auch reinpasse. Die Wanne in meiner jetzigen Wohnung scheint mir doch irgendwie kleiner zu sein, als die frühere. Natürlich konnte ich mich in beiden nicht komplett ins Wasser legen und ausstrecken, aber irgendwie fühlt sich die jetzige hm, nun, enger an. Deshalb fragte ich mich letztens, ob es dafür nicht auch eine Norm gibt, á la: "Eine Badewanne muss die Körperfülle eines 1,85 m großen und 80 Kg schweren nordeuropäischen Mannes so aufnehmen können, dass seine Knie in einem maximalen Winkel von 90 Grad gebeugt sein dürfen, um ihn komplett mit Wasser zu bedecken." Oder so.
Als ich zum letzten Mal in der Wanne lag und auf die beiden haarigen Inseln starrte, die da vor mir aus dem Wasser ragten und kalt wurden, wünschte ich mir ein großes Bad. Ein riesengroßes Bad mit einer riesigen Wanne. Für so latent eitle Menschen wie mich bedeutet ein großes Bad mehr als eine große Küche. Was brauche ich schon in einer Küche? Einen Kühlschrank für Getränke und ein Telefon für den Pizzabringdienst. Aber ein Bad, da muss ich Platz haben, da muss ich mich wohl fühlen.
Leider scheinen die Häuslebauer im Ruhrgebiet nicht meiner Meinung zu sein. Ich habe Wohnungen gesehen, bei denen die Bäder nur rudimentäre Toiletten mit Waschgelegenheit waren. Und fand ich eine Wanne vor, war diese so winzig, dass ich mit der Fähigkeit, mich dermaßen zusammen zu falten vermutlich im chinesischen Staatszirkus auftreten könnte.
Irgendwann werde ich reich sein, ein Haus bauen und in diesem Haus wird es ein Badezimmer geben, das mit Kochnische, Entertainmentsystem und Sprudelwanne für drei Personen ausgestattet sein muss. Herrlich. So, und jetzt geh ich duschen. Bis später.
Legoland Discovery Centre Duisburg
Damit es nicht heißt, ich würde beim Thema Duisburg nur über Mord und Totschlag berichten, kann ich endlich mal etwas erfreuliches zu der Stadt sagen. Sogar etwas sehr erfreuliches. Zumindest für mich als Lego Fan. (Und ich weiß, ihr da draußen seid es auch). In Duisburg eröffnet in den nächsten Wochen das zweite deutsche Legoland Discovery Centre. Und das sogar noch direkt gegenüber unserer Büros, am Innenhafen in den Räumen des ehemaligen Kindermuseums Atlantis. Hach, was freu ich mich jetzt schon. Das erste Discovery Centre findet man in Berlin und scheint so etwas wie ein (zum Beispiel in Günzburg existierender) Legopark, nur eben drinnen, zu sein.
Auf der Suche nach mehr Information entdeckte ich sogar die Stellenausschreibung als Mitarbeiter in dem neuen Legoland. Ein weiterer Traum wäre wahr geworden ("Was hast du in deinem Leben so gemacht?" "Ich war ICE Lokführer und Mitarbeiter im Legoland"). Aber nun gut, man kann nicht alles haben.
Ebenfalls interessant fand ich die Wahl der Orte für dieses Legoland Discovery Centre. Das erste steht wie gesagt in Berlin, nun kommt Duisburg und danach soll in Chicago eines eröffnet werden. Berlin, Duisburg, Chicago. Wenn das keine Kombination ist. Ich wette mit euch, die nächsten Parks werden in Buenos Aires, Tel Aviv und Wellington enstehen. In den Metropolen dieser Welt halt.
Nun, was natürlich gefährlich werden kann, ist der zum Park gehörende (obligatorische) Shop. Nicht dass ich immer aus Lust und/oder Langweile einfach mal schnell rüber renne um mir einen neuen Legobauksten zu holen.
Ich freue mich zumindest wie ein kleines Kind und werde mit Sicherheit zu den ersten Besuchern zählen. Wir sehen uns dann im Mai, ja?
Update: Mittlerweile habe ich das Legoland Discovery Centre besucht und auch meine Meinung dazu geschrieben.
Guck mal, was der googelt (2)
Eigentlich wollte ich schon viel früher eine neue Auflistung der besten Suchanfragen die zu meinem Blog führen veröffentlichen. Aber ihr wisst ja wie das ist… Vielleicht sollte ich wirklich eine regelmäßige Rubrik daraus machen. Waren es beim letzten Mal Weihnachtsgrüße, so war das hauptsächliche Thema diesmal die vierte Staffel von Lost, was ich aber komplett ausgelassen habe. Wie immer gilt: Die Fragen wurden haargenau so bei Google eingetippt. Viel Spaß.
was steht auf der bestsellerlisteIch schätze mal, die Bestseller.
hd dvd wirklich am ende?
Ja leider. Nimm BluRay.
stirbt die umd aus?
Das hoffe ich doch, bzw. gehe stark davon aus.
gibt es sex spiele für ds ?
Was bist du denn für einer? Ist Dir Mario und Tetris nicht sexy genug?
wie will kan ich meine psp verkaufen
Du willst? Du kannst!
warum sollte man minipackungen vermeiden?
Weil da zu wenig drin ist.
was heisst beim auto au und hu
Schmerz und Schreck.
was schreibe ich in einer bestellung
Am besten, was du bestellen möchtest.
wie versteht man männer
Gar nicht!
was macht man in der kriminalpolizei
Verbrecher suchen.
was mich an dir nervt
und ich bisher nicht gewagt habe, dir zu sagen…
habe ich ein doppeltes kinn?
Keine Ahnung. Hast du? Und was ist die Mehrzahl von Kinn?
wie kann ich ein radio im pc machen wo ich spreche
Ich schätze mal, du meinst Podcasts.
wie kann ich jemandem am pc erschrecken
Am besten von hinten anschleichen.
antwort auf die frage wenn gestern heute morgen war, was ist den
Ok, manchmal bin sogar ich überfragt.
wer googelt nach mir?
Also ich nicht, oder bist du die Frau aus der Razr2 Werbung?
wie kann ich mein auto teppich machen
Du willst aus deinem Auto einen Teppich machen? Mein Tipp: Dampfwalze!
wer hat den ipod apple erfunden?
Süß, oder? Wenn in der falsch gestellten Frage schon die Antwort steckt.
wer will mit mir ins kino gehen
Bist du ein Mann und/oder eine Frau und/oder stinkst du und/oder bist du irgendwie unangenehm und/oder gibst du komische Geräusche von dir und/oder ähm… weißt du was? Ich nicht.
wie groß ist das monster aus cloverfield
Mächtig groß.
verwählt was macht ihr ? telefon
Es klingelt trotzdem.
mohrenkopf wusstest du?
Ne, Dachpfanne, wusste ich noch nicht.
warum sind porsche im moment so guenstig?
Sind sie das? Dann werd‘ ich mir doch gleich mal einen holen. Soll ich dir einen mitbringen?
roger ?
Ja, bitte?
wer trägt immer zwei pullover
Menschen, die frieren. Es ist aber auch wieder kalt geworden, oder?
wer hat außerirdische in köln gesehen?
Ich!!!! An Rosenmontag! Ganz viele.
weiss itunes welche musik ich habe
Ich schätze mal ja, schließlich ist iTunes das Programm mit dem seine Musiksammlung verwalten kann.
cloverfield wer kennt das monster
Nunja, nicht persönlich…
was bedeutet cloverfield?
Kleefeld.
was google alles googelt
weiß nur Google allein.
wie heißen weiße negerküsse
Weißbrotküsse?
züge warten
wenn ich es will. Muahahahaha.
bueck dich du stueck
Du hast da hinten eine Ecke vergessen zu putzen.
maniküre essen männer
Meine Güte, mach mir keine Angst.
mag sein daß man erst am schluß richtig schlau ist
Das mag sein. Wir sind jetzt am Schluß. Ist hier irgendjemand schlauer als vorher?
Der weltbeste Dönerbudenname
Den weltbesten Dönerbudennamen findet man im Stuttgarter Hauptbahnof. Er lautet:
Ützel-Brützel.
Geil, oder? Wollte ich nur mal erzählt haben.
Rettet CH
Ach, und weil wir grade beim Thema „deutsche Sprache“ waren, möschte isch doch nischt versäumen, ein weiteres Anliegen anzusprechen. Denn mir liegt neuerdings viel daran, das „ch“ zu retten. Natürlisch ist damit nischt die Schweiz gemeint, der geht es gut, die muss nischt gerettet werden. Was aber so langsam intensiver Pflege bedarf, ist das kleine, knuddelige, kehlige „ch“. Besonders in dem wischtigen Wörtschen „Isch“. Wir Älteren kennen es noch und nutzen es auch intensiv. Doch es ist bedroht. Dursch das offenbar einfacher auszuspreschende „sch“. Ein Missstand, wie isch finde. Wir müssen natürlisch nischt gleich übertreiben und es halten wie die Menschen im Köln-Bonner Raum: Dort wicht man schon gerne mal den Tich bevor ein Stück Fleich darauf gelegt wird.
Ich lebe in einer Welt ohne Kakteen
Am Wochenende war ich mit der damalige Freundinn auf der Bildungsmesse Didacta in Stuttgart. Und ich hatte drei mehr oder weniger schwerwiegende Erkenntnisse:
1) Die bestehende und angehende Lehrerschaft besteht offenbar zu 95% aus weiblichem Personal, das vermutlich mehr durch Kompetenz, als durch Attraktivität glänzt. Gut, so etwas ist vollkommen egal, fällt aber irgendwann mal auf, wenn man völlig fertig nach vier Stunden Gedränge irgendwo Platz nimmt und die Menschenmassen an einem vorüber ziehen lässt.
2) Die Tafel wird multimedial. Ich testete fasziniert die neue Generation der allseits unbeliebten Wandtafel. Sie ist groß, sie ist per Stift bedienbar, sie kann multimediale Inhalte anzeigen, sie kann ins Internet, sie kann gleichzeitig durch Google Earth sausen, Bilder malen und Texte schreiben, während sie links oben noch ein Lehrvideo zeigt. Sie lässt sich per Knopfdruck löschen, womit der Tafelwischdienst in Zukunft der Vergangenheit angehört. (Mein Freund Chris sagte am Abend zu dem Thema übrigens, dass er den Tafelwischdienst eigentlich auch als erzieherische Maßnahme sähe. Woraufhin ich ihn beruhigte, dass die Schüler in Zukunft eben anders gemaßregelt werden müssen. Anstatt Tafel wischen vielleicht Festplatte defragmentieren oder so.)
3) Ich lebe ab sofort in einer Welt ohne Kakteen. Der Duden war nämlich auch mit einem großen Stand vertreten und ich ließ es mir nicht nehmen, dem Herrn Duden mal eine Frage zu stellen. Okay, letzten Endes war es nur ein Mitarbeiter, dem ich die Frage stellte, doch zumindest fand er eine Ausrede. Ich fragte ihn nämlich, wie es kommen konnte, dass laut Duden plötzlich das Wort "Atlasse" erlaubt sei. Ich wuchs noch mit Atlanten auf und konnte es nicht fassen, als ich neulich in einer Quizshow nämlich genau bei dieser Frage versagte. Atlasse, ich bitte euch. Dudens Mitarbeiter erklärte mir, die Atlasse würden vermutlich so stark im deutschen Sprachgebrauch Anwendung finden, dass sich das Duden Kollegium genötigt sah, es in das Wörterbuch aufzunehmen und damit sozusagen offiziell zu machen. Natürlich bleiben auch weiterhin die Atlanten erlaubt. Bis sie der Vergessenheit anheim fallen. "Es gibt ja keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb der Plural dieses Worts so lautet. Man könnte es den Kindern, die heute Deutsch lernen, auch einfacher machen", so sein Kommentar.
Etwas gallig bemerkte ich, man dürfe dann wohl auch bald Kaktusse und Globusse sagen… nun, ein Blick in das aktuelle Werk verriet, dass es bereits so weit war. Ich lebe ab sofort in einer Welt voller Kaktusse, Atlasse und Globusse. Und wem sich bei diesem Satz der Magen krümmt (und die Rechtschreibkorrektur rot sieht), der möge "Hier!" schreien.
Die einzig wichtige Frage zum Thema Liechtenstein
Heute morgen, als ich die Wohnung verließ und die Stufen hinab stieg, fiel mein Blick auf eine Ausgabe dieser kostenlosen Zeitungen, die hier verteilt werden und lieblos auf der Treppe herum liegen, bis jemand sie mit nach Hause nimmt und/oder weg wirft. Die Schlagzeile lautete "Deutschland attackiert Liechtenstein". Im ersten Moment dachte ich: Mein Gott, wir sind wieder im Krieg. Bis mir zum Glück aber einfiel, dass es sich hierbei bestimmt nur um die derzeitigen Steueraffären handeln kann. Diese übrigens gehen mir komplett am A.. vorbei. Ich habe meine Konten in Liechtenstein schon lange aufgelöst und mein Geld mit fingierten UNICEF-Spenden gewaschen und auf die Cayman Islands überweisen lassen. Aber pssst, verratet mich bloß nicht. Nun bleibt eigentlich zum Thema Liechtenstein für mich nur noch eine Frage übrig. Die wichtigste Frage überhaupt. Die mich schon seit Jahrzehnten beschäftigt. Nämlich: Warum wird Liechtenstein so ausgesprochen, als würde man es Lichtenstein schreiben?
Das Ende der HD-DVD
"Das Ende ist nah", hieß es bereits seit längerem und nun ist es tatsächlich eingetreten. Toshiba, einer der Mitbegründer des HD-DVD Standards gibt sich geschlagen und auf. Damit hat, schneller als ich erwartet hatte, das BluRay Format gewonnen. Ob das bessere System gewonnen hat, kann ich nicht wirklich beurteilen. Beide haben (hatten) Vor- und Nachteile und auch das Argument des Preises war im Grunde nur eine Frage der Zeit. Mir persönlich war das HD-DVD Format sympathischer, weil es ohne Ländercodes und weniger restriktiv daher kam. Aber nun gut. Jetzt müssen wir in der hoch definierten (High Definiton, HD) Zukunft also mit BluRay leben.
Interessant war aber zu verfolgen, wie die HD DVD so ganz langsam an Boden verlor, durch günstige Preise versuchte, noch einen Umschwung zu erreichen und doch immer mehr Firmen, Filmstudios und Märkte zum anderen Lager wechselten. Der Anfang vom Ende war sicherlich die Abkehr Warner Brothers als Unterstützer. Und spätestens seit Wal Mart in den USA sagte, man würde in Zukunft keine HD-DVDs mehr verkaufen, war die Sache so gut wie beschlossen.
Mich erinnert das Ganze an zweierlei: Erstens: In den 70er/80er Jahren tobte schon einmal ein Formatkrieg. Video2000 gegen Betamax gegen VHS. Wer damals gewann, wissen wir alle. Das (vielfach gehört) schlechteste aller Formate, VHS. Und interesanterweise nicht das offenbar technisch überlegenere Betamax-Format von Sony. Damals gab die Unterstützung der Pornoindustrie den Ausschlag (die meisten Pornos gab es nun mal auf VHS). heute waren es die großen Filmstudios. Und diesmal ist Sony mit BluRay der Gewinner.
Ich als Kunde habe da nichts einzuwenden. Die Preise für BluRays sowie entsprechender Player werden mit der Zeit fallen. Man muss sich nun nicht mehr darum sorgen, ob man auf das richtige Format gesetzt hat und teure Comboplayer, die beides spielen können sind ebenfalls nicht nötig. Die Verwirrung ist verschwunden. Denn, und damit zweitens, nicht mal bei der guten alten CD hatte man sich einigen oder entscheiden können. Dort gibt es noch immer das Plus und Minus Format.
Dennoch frage ich mich, was das ganze soll. Wieso stecken Firmen Milliarden und Abermilliarden in unterschiedliche Formate, obwohl von vornherein klar ist, dass nur eines überleben kann? Wieso werden diese Gelder nicht von Anfang an gebündelt und für den Verbraucher ein gutes Paket geschnürt, ein Format, günstige Player und Medien. Ausgereifte Technik zum günstigen Preis? Ich lebe wohl noch immer in einer Traumwelt. Marketingtechnisch gesehen.
Und nun? Heißt es weiter abwarten, bis die BluRay so günstig geworden ist, dass sie der herkömmlichen DVD Konkurrenz machen kann. Denn erst dann wird es zu einer Ablösung kommen. Für mich bietet die DVD noch genug hochwertiges Material, das ein Upgrade noch nicht so dringend ist. Zumindest nicht zu jedem (diesem) Preis.
Und selbst Microsoft denkt ja schon öffentlich darüber nach, ihr bisher angebotenes und nun obsoletes HD-DVD-Laufwerk für die Xbox360 sterben zu lassen und vielleicht schon im Sommer ein externes BluRay Laufwerk anzubieten. Dann muss ich mir nicht mal eine PS3 holen.
Bestellung auf Chinesisch
"Ja? Hallo?"
"Hallo, ich würde gerne etwas bestellen."
"Ja?"
"Und zwar bitte einmal die 8 Kostbarkeiten."
"A Kossakei."
"Ähm, ja genau, und…"
"Numme hudaswasi."
"Ähm, ja. 120. Genau. Und dann bitte noch die Nummer 1."
"Eis?"
"Nein. Eins. Die Peking Suppe."
"Ah. Eis. Supp."
"Ja."
"Okay. Wohin?"
"In die Grabenstraße bitte."
"Habe Sie Kundenumm?"
"Kundennummer? Nicht das ich wüsste."
"Habe sie Fonnumm?"
"Ja, 555 3468." (von der Redaktion geändert)
"Füf füf füf swei vier sesach."
"DREI vier sechs acht."
"Ja, swei…"
"DREI!"
"duai."
"Genau."
"Un Nam?"
"Graf."
"K… un?"
"Nein. G…"
"W…"
"Nein, G…"
"Ja, W…"
"G!!…"
Ja! W…"
"R…A…F…"
"E…A…N…"
"Häh? Nein G..R..A..F.."
"Ja, W..E..A..F.."
"Uff, ja genau…"
"Komm in swasi bi dreissi Minut."
"Wunderbar. Danke."
Sollte ich morgen tot in meiner Wohnung aufgefunden werden, kam das Essen wohl doch nicht und ich bin verhungert.Augenzeuge
" ‚Ich habe nur im Augenwinkel gesehen, dass er reingekommen ist‘. Sagte eine Augenzeugin." Hmm, aber ist das dann nicht eine Augenwinkelzeugin?
Schießerei in Duisburg
Ach, eine Schießerei? In Duisburg? Schon wieder? Gähn. Bin ich mittlerweile schon so abgebrüht, was dieses Thema betrifft, dass ich davon erst heute erfahre? Durch Zufall? Nun, den Bahnhofsbereich gilt es ab sofort wirklich nur noch mit gepanzerten Fahrzeugen und Bodyguards zu betreten. Und ich Dummerle mache mir Sorgen, dass mir jemand den Außenspiegel abfahren könnte, wenn ich wenige Stunden nach dem Schusswechsel mein Auto am Bahnhof abstelle…
Kölle Alaaf
Aschermittwoch. Der perfekte Tag um über Karneval zu schreiben. Denn jetzt ist es endlich vorbei. Ich muss gestehen, ein ausgemachter Karnevalsmuffel zu sein. Oder Fastnachtsmuffel, wie man bei uns sagen würde (oder, was ebenfalls erlaubt ist, Fasnacht, ohne t. Oder Fasnet…) Jedenfalls war es schon etwas besonderes für mich als Faschingsmuffel, ähm, Karnevalsmuffel zusammen mit meinem besten Freund Chris auf die Idee zu kommen, am Rosenmontag nach Köln zu fahren. Er sagte, wenn ich nun schon mal so nah dran wohnen würde, sollte man das auch wirklich mal gemacht haben. Und sei es nur, um hinterher sagen zu können, man hat es mal erlebt.
Es war kalt in Köln, es regnete, heftige Winde machten einem das Leben schwer. Dafür gab es aber glücklicherweise Platz in diversen Kneipen, wo überteuerte Gläschen Kölsch ausgeschenkt wurden. Dort in diesen Kneipen konnte man sich als Karnevalsmuffel und Nicht-Kölner so richtig fremd fühlen. Denn nicht eines der Lieder, zu denen gegröhlt und getanzt wurde, war mir bekannt. Zugegeben, irgendwann hat man genügend Kölsch getrunken und lalalat einfach mit, aber ich bin sicher, jeder sah uns, zwei meiner Arbeitskollegen, Chris und mir an, dass wir völlig fremde Karnevaltouris waren.
Der Karnevalsumzug sah ebenfalls etwas anders aus, als bei uns zuhause. Die Wagen größer und pompöser, um einiges politischer das Ganze auch und auch witziger. Dafür aber weniger Verkleidungen, nicht ganz soviel laute Musik und – und das fiel mir sofort auf – so gut wie kein Konfetti. Während in meinem geliebten Südbaden das Konfetti untrennbar dazu gehört, in Zentnern geworfen wird, in Wagen mitgeschleppt wird, um junge Mädchen aus den Zuschauerreihen zu ziehen und in dem Papierschnipselhaufen einzuseifen, so warf man in Köln nur Kamelle und Strüßje.
Und es erinnerte doch sehr an mittelalterliche Szenen, wenn die Erlauchten und Betuchten auf ihren stolzen Rössern und hohen Wagen durch die Straßen zogen, sich vom jubelnden Volke feiern ließen und zum Dank einige Almosen warfen, um die sich das Volk dankbar prügelte. Teilweise fühlte auch ich mich wie ein Straßenkind in Bangladesh, das um eine milde Gabe schrie. Und diese Gaben wurden mit vollen Händen geworfen
Und irgendwann am Abend, als der letzte Wagen an uns vorbei gefahren war, wir durchnässt und durchgefroren den Weg antraten zum Bahnhof, zusammen mit gefühlten drei Millionen weiterer Narren, begann ich ein klein wenig zu philosophieren. Mir fielen die Parallelen des Karnevals zum Leben an sich auf. Wie man als Mensch in der Kälte steht und die Wagen des Schicksals an einem vorbei ziehen und die Chancen und Möglichkeiten und die Träume mit vollen Händen hinaus werfen. Wie man versucht, soviel wie möglich davon zu fangen. Wie man sie teilweise schon fast in der Hand hat und dennoch wieder fallen lässt. Wie manche Menschen um einen herum einfach mehr fangen können, weil sie besser sind oder längere Arme haben. Wie man manche Chancen sogar noch vom schmutzigen Boden aufklaubt, wo schon jeder darauf herum getrampelt war, nur weil man noch keine fangen konnte. Wie sehr man sich irgendwann doch noch freut, dass einem etwas direkt in den Schoß gefallen war, oder man sich dem Nachbarn gegenüber durchsetzen konnte. Und schließlich, wie man ganz böse ein paar ins Gesicht bekommt, wenn man nicht aufpasst (ist mir dreimal passiert).
Und am Ende? Bleiben Schmutz, Müll und Nässe zurück. Aber vielleicht hatte ich zu diesem Zeitpunkt auch bereits ein paar Kölsch zu viel. Nächstes Jahr wollen wir Düsseldorf ausprobieren. Alaaf.
Das beste Deo für Männer
Derzeit beschäftigt mich wieder einmal ein komplexes Problem. Welches ist das beste Männerdeo? Die Werbung verspricht vieles, die Realität hält nicht einmal die Hälfte davon und auch Empfehlungen führen oftmals zu den abenteuerlichsten Produkten. Da gibt es Deosticks mit und ohne Alkohol, mit und ohne Mineralien, mit und ohne Parfümstoffen, mit und ohne Wasweißich. Alle versprechen, dass man nicht bei jedem kleinen Schweißausbruch zu müffeln beginnt. Viele versprechen, diesen Zustand sogar 24 Stunden halten zu können. Manche versprechen sogar, dass man(n) sich der Frauen nicht mehr erwehren kann, die plötzlich hinter einem her sind. Und einige versprechen, dass man gar nicht erst zu schwitzen beginnt, wenn man das Deo benutzt.
Nun, wir alle wissen, dass sie alle lügen. Also war ich in letzter Zeit öfter in der Drogerieabteilung als mir lieb war und probierte mich durch. Sprays, Roller, Sticks, verschiedene Marken, verschiedene Wirkstoffe. Letztendlich bin ich aber noch zu keinem Schluss gekommen. Auch die Stiftung Warentest, die letztens Deodorants getestet hatte, war nicht wirklich eine Hilfe. Denn wenn ein Deo wirkte, hinterließ es so schlimme Flecken unter den Armen und an den T-Shirts, dass man dachte, man würde das nie wieder entfernt bekommen (liegt übrigens an Aluminiumsalzen). Waren die Deos fleckenfrei, wirkten sie überhaupt nicht (was ich selbst nach einem stressigen Leitstellen-Arbeitstag feststellen konnte). Ja, manche schneiten sogar. Eine Art Pulver bildete sich unter den Armen, was für Trockenheit sorgen soll, aber letztlich nur den Effekt hatte, dass ich dachte, Schuppen unter den Armen zu haben.
Seit kurzem wirbt Axe wieder mit einer neuen Reihe und nennt auch diese nicht Deodorant sondern Anti-Transpirant. Ich werde das überprüfen, sobald mein derzeit genutztes Rexona-Spray aufgebraucht ist. Dieses ist übrigens in der Tat ein Männerdeo. Ein absolutes Männerdeo. Liegt es an meiner verdorbenen Phantasie, oder könnte man nicht noch deutlicher machen, dass es sich hierbei eindeutig um ein Männerdeo handelt?
Musik, zwo, drei, vier
Mal wieder Lust, etwas Musik zu hören? Ich habe da drei meiner derzeitigen Favoriten für euch. Songs, die ich gerade pausenlos hören kann und die mal wieder, passend zum Blog und zu mir, auch in die etwas schrägere Schiene gehören. Oder zumindest nicht kompletter Weichspül-Pop sind. Obwohl… wenn Feist so weiter macht… sie wurde spätestens durch die iPod Nano Werbung mit ihrem „1,2,3,4“ bekannt. Der neue Song „I feel it all“ gefällt mir mindestens genauso und dürfte noch nicht ganz so berühmt sein.
Vor kurzem habe ich diesen coolen Song im Radio gehört und ich musste nicht lange recherchieren, bis ich heraus gefunden hatte, wie er heißt. Die Gruppe nennt sich The Ting Tings und ihren Song „That’s not my name“ wird man vielleicht noch öfter hören.
Tja, und das letzte Video musste ich einfach mal hier zeigen, auch wenn der Song schon etwas älter ist. Den Videospiele-Frekas unter euch wird er mächtig bekannt vorkommen, denn er wird auch in etlichen „Little big Planet“ Videos benutzt („Little Big Planet“ ist übrigens einer der zweieinhalb allein stehenden Gründen, weshalb ich mir auch noch eine Playstation 3 zulegen würde). Der Song nennt sich „Get it together“ und die Gruppe ist natürlich The Go! Team.
Allein ins Kino: Reloaded
So mache ich mich also auf den Weg. Zu Fuß, den iPod endlich mal wieder nutzend, die Hände tief in die Jackentaschen vergraben und einem eisigen Wind trotzend. Damals, als ich noch für das Freiburger Online Magazin fudder die Filmkolumne schrieb, hätte ich viel öfter ins Kino gehen sollen. Schließlich wäre ich umsonst rein gekommen. Allerdings war es damals ein Weg von fast einer Stunde, während ich nun in 15 Minuten zu Fuß am Hauptbahnhof und damit im großen Kino bin.
Als ich der Kassiererin sage, dass ich gerne eine Karte für Cloverfield hätte, wiederholt sie die Frage: "Eine Karte?" Mit Betonung auf dem Wort "eine" und dem Subtext: "Sie sind so allein, dass sie niemanden finden, der mit ihnen ins Kino geht?" Ich versuche es zu ignorieren, kaufe eine Tüte Popcorn (die ich mir durch den Kalorien-verbrennenden Marsch verdient habe) und gehe in den Kinosaal.
Ich setze meinen Gedanken fort, den ich schon vor vielen Jahren begonnen habe. Der Unterschied zwischen Einsamkeit und Allein sein. Das Allein sein kann man wählen, die Einsamkeit wird einem aufgezwungen. Allein sein kann manchmal ganz angenehm sein. Einsamkeit nicht. Allein sein kann man nur alleine. Einsam kann man auch mit vielen Menschen sein.
Vielleicht scheue ich mich deshalb davor, irgendwo alleine hinzugehen. Weil unter vielen Menschen das Allein sein sich schnell wie Einsamkeit anfühlt oder gar zu einer wird. Nirgendwo fühlt man sich alleine verlorener als zwischen vielen (am besten glücklichen) Menschen.
Soviel auch zu dem weisen Spruch, den man früher oder später immer zu hören bekommt: "Du musst halt auch mal raus." Raus. Was heißt das, raus? Wohin raus? Ich zog mir mal die Schuhe an und ging hinunter auf die Straße. Ich war raus. Und dann? "Nein, ich meine damit, du mußt unter Leute." Solche Weisheiten hört man interessanterweise nur, und ich betone, nur von Menschen, die es zwar gut mit einem meinen, die aber immer in einer glücklichen Beziehung stecken oder mit einem großen Freundeskreis gesegnet sind. Leute, die sich nicht alleine in ein Cafe, ein Restaurant, ein Kino setzen wollen, nur um sich dort noch mehr allein zu fühlen, sagen solche Weisheiten nie.
Wie auch immer, ich bin draußen, sitze in einem Kino, ganz hinten in der Mitte. Einige Plätze vor mir werden durch Pärchen und Grüppchen eingenommen. Sie drehen sich zu mir um, tuscheln und zeigen mit dem Finger auf mich, während sie das tun. Vielleicht sieht das im Halbdunkel aber auch nur so aus. Irgendwann taucht ein zweiter einsamer Kerl auf. Und er setzt sich, wie könnte es anders sein in einem noch fast leeren Kino, direkt neben mich. Er stinkt wie ein toter Dachs, er grunzt Kommentare und er wedelt ständig mit den Armen. Ich rücke drei Sitze weiter. Da erscheint ein weiterer einsamer Kerl. Und, ihr werdet es nicht glauben, setzt sich neben mich. Ich rücke wieder einen Sitz in die andere Richtung. Die Werbung beginnt. Und die letzte Reihe des Kinos ist mit drei einsamen Kerlen besetzt.
Bin ich denn wirklich einsam? Nein. Nur im Moment alleine. Was aber auch gerade keinen Spaß macht. Alleine bin ich dann doch lieber alleine. Ich beschließe, den nächsten Kinobesuch nur noch in Begleitung zu unternehmen.
Ich beschließe außerdem, den kleinen Drecksäcken links ein paar aufs Maul zu geben, wenn sie nicht endlich aufhören, im Kino herum zu rennen und zu grölen. Ich beschließe, dem Stinker zu meiner Rechten, die Hände auf den Rücken zu binden, wenn er nicht bald aufhört zu wedeln. Ich beschließe, den beiden Idioten vorne rechts solange ans Schienbein zu treten, bis sie mit ihren Unterhaltungen aufhören. Hat denn noch keiner außer mir bemerkt, dass der Film schon seit zehn Minuten läuft? Fünfzehn Menschen, in einem ansonsten leeren Kinosaal und ich scheine der einzige zu sein, der einfach nur den Film sehen will. Gehen andere Leute ins Kino, um etwas anderes zu tun als Filme schauen? Oder denken andere Leute sie seien, haha, alleine im Kino?
Der Film ist zu Ende, draußen stürmt und regnet es. Während ich gegen den noch eisigeren Wind ankämpfe, denke ich an den großen LCD Fernseher, der nächste Woche geliefert wird. Dann findet Kino bei mir zuhause statt. Und da ist es egal, ob ich alleine da sitze. Vielleicht kommt mich ja jemand besuchen. Und wenn man quatschen möchte, drückt man einfach auf Pause. Vielleicht gucke ich aber auch wieder alleine Filme. Doch zu hause alleine ist definitiv schöner als draußen alleine.
Diese Stadt ist zu klein für uns beide
Gestern blickte ich durch mein Erkerfenster hinab auf die Straße. Auf die ganze Straße, von der Ampel ganz oben, bis zu mir. Und beim Blicken und Nippen an meiner Kaffeetasse erkannte ich auf meiner Straßenseite einen Postboten. In typischem Gelb gekleidet klapperte er die Haustüren ab, steckte Briefe und Zeitschriften in Briefkästen und schwang sich dann behände wieder auf sein Fahrrad mit der witzigen, breiten Stütze am Vorderrad, um zur nächsten Tür zu rollen. Nichts spektakuläres eigentlich. Wäre da nicht parallel zu ihm auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Postbote von PIN unterwegs gewesen. Komplett in typischem Grün gekleidet, klapperte auch er die Haustüren ab, verteilte Briefe und nutzte sein baugleiches Rad mit breiter Stütze am Vorderrad um weiterzukommen. Und achtete darauf, immer etwas schneller voran zu kommen, als der Konku…Kollege auf der anderen Seite. Der dies ebenfalls bemerkte und einen kleinen Zahn zu legte. Was den grünen Postboten dazu veranlasste noch schneller auf das Rad zu springen und die Pedale etwas stärker zu treten. Woraufhin der gelbe Postbote Briefe nur noch im Vorbeigehen in die Schlitze steckte, um einen Vorsprung zu bekommen. Wodurch der Grüne die Briefe nur noch auf die Schwelle warf. Während der Gelbe nur noch im Vorbeifahren wahllos Post verteilte und der Grüne irgendwann versuchte, seinen kompletten Postsack loszuwerden, um schneller fahren zu können, weil der Gelbe mittlerweile alle Verkehrsregeln missachtend Passanten über den Haufen fuhr. Der Grüne verließ alsbald den Bürgersteig und fuhr auf der freien Straße weiter, sein gelbes Gegenüber tat es ihm gleich und schon bald bekämpften sie sich Gladiatorenrennen gleich mit ihren beiden Stützen am Vorderrad und üblen Faustschlägen. Sie versuchten sich gegenseitig in parkende Autos zu drängen oder mit ihren mitgebrachten Speeren in die Speichen des feindlichen Rades zu stechen. Entgegenkommende Autos mussten ausweichen und überschlugen sich spektakulär im Hintergrund, während die Postboten sich weiter bekämpften, schlugen, rasten. Bis, ja bis sie mein Haus erreicht hatten, der gelbe Postbote es schaffte, den grünen Postboten so abzulenken, dass dieser den LKW nicht sah, der gerade rückwärts aus einer Einfahrt rangierte. Ich meinte hinter meinem Fenster stehend ein hämisches Lachen von der Straße zu hören, als der gelbe Postbote weiterfuhr, während der LKW und der kollidierende grüne Postbote in einer grandiosen Explosion in die Luft ging.
Erstaunlicherweise fuhr der gelbe Postbote mit seiner Aufgabe fort, Briefe und Zeitschriften zu verteilen. Er faltete grob mein hochwertiges Gee und stopfte es lieblos in meinen Briefkasten. Der Mistkerl. Das nächste Mal bin ich für den Mindestlohn erhaltenden Grünen.
Ob PIN Chef Günther Thiel bei diesem Interview mit dem bayrischen Rundfunk über die derartigen Zustände auf den Straßen Bescheid weiß, wage ich zu bezweifeln. Auch Stefan Niggermeier, wo ich den Clip hörte weiß so wenig, wie die Blogabfertigung, die den Clip genauer analysiert.
80er Musik
Letztens schaute ich mal wieder den Michael J. Fox Film "Das Geheimnis meines Erfolges". Eine herrlich naive Komödie. Und so dermaßen 80er. Wunderbar. Auch die Musik in dem Streifen ist absoluter 80er Rock und Electro Pop (Oh Yeah von Yello). Ich stehe ja noch immer auf 80er Jahre Musik. Und ich glaube auch noch immer, dass die erfolgreichsten 80er Pop Songs etwas melancholisches an sich haben. Einen ganz speziellen Sound, eine ganz besondere Atmosphäre (aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein).
Irgendwann im Laufe des Films jedenfalls, fragte ich mich, ob es heutzutage noch möglich wäre, solche Songs zu produzieren. Also nicht mit Samples oder kleinen Reminiszenzen, wie so manch aktueller Pop Song es versucht, sondern so richtig. Ein Song, bei dem man denkt, man müsste ihn kennen. Bei dem man beginnt zu recherchieren, wann er veröffentlicht wurde. Bei dem man einfach sofort dieses 80er Feeling bekommt. Ich bin kein Musiker, deshalb frage ich mich, ob das überhaupt ginge. Weiß man heute überhaupt noch, wie dieser spezielle 80er Sound gemacht wurde? Existieren diese Keyboards und Instrumente noch? Gibt es dazu bestimmte Harmonien zu beachten oder besondere Melodien, die heutzutage gar nicht mehr genutzt werden? Und kann das überhaupt noch jemand? Oder würde jeder Versuch unweigerlich nach 2008 Pop und Rock klingen?
Heath Ledger ist tot
Normalerweise würde ich über so etwas nicht berichten. Aber ich muss zugeben, dass ich einigermaßen geschockt war, als ich diese Schlagzeile eben las. Denn zunächst hielt ich das noch für einen viralen Werbeschachzug für den Film "The Dark Knight", den zweiten Batman Film von Christopher Nolan, in dem Heath Ledger den Joker gibt. Doch gleich nach diesem Gedanken dachte ich, das kann doch nicht sein, las den Artikel und war weiterhin geschockt. Heath Ledger wurde tot in seinem Appartement aufgefunden. Dass Drogen im Spiel waren, ist anscheinend nicht ausgeschlossen. Heath Ledger war spätestens seit seiner Oscar Nominierung für seine Darstellung in dem Film "Brokeback Mountain" berühmt. Er wurde gerade mal 28 Jahre alt und hinterlässt eine zweijährige Tochter.
Hab ich euch nicht vor kurzem noch erzählt, dass ich mich wie Bolle auf "The Dark Knight" freue? Und das, obwohl ich anfangs skeptisch war, dass Ledger die Rolle des Jokers bekam. Seit ich den Trailer gesehen habe bin ich aber absolut davon überzeugt, dass er einen noch fieseren Joker abgibt als Jack Nicholson. Und irgendwie bin ich nun noch gespannter auf seine letzte Performance… Ruhe in Frieden, Heath.
