Autor: Roger Graf

  • Drei Geschichten der Begegnung: Zwei

    Auf dem BarCamp in Offenburg hätte man unzählige Kontakte knüpfen können. Wäre genug Zeit dazu gewesen. Ich schätze mal, die Mehrzahl der Anwesenden kannte sich bereits vorher. Daher kam es wieder zur üblichen Grüppchenbildung, in die nur schwer einzubrechen war. So lernte ich persönlich nicht allzu viele Menschen kennen. Mit Oliver Gassner tauschte ich mich nur in einer Session mit wenigen Worten aus, ich traf Christoph von fudder und konnte einem der Veranstalter, Sebastian Grünwaldt, schnell Hallo sagen. Und einen Menschen traf ich dort, der mir bereits durch die Kommentare in meinem und die Texte in seinem Blog bekannt war. Flominator nennt sich der junge Mann, heißt eigentlich Florian Straub und kommt aus dem lauschigen Hinterzarten.

    Während des BarCamps liefen wir uns mehr als einmal über den Weg und konnten uns austauschen. Leider verpasste ich seine Session, was ich beim nächsten Mal sicherlich nachholen werde. Den ganzen Tag über hatten wir beide nicht den geringsten Verdacht, dass wir uns vielleicht schon seit längerem kennen könnten. Erst am Abend, zuhause wieder am Rechner sitzend (Nerds) und im ICQ chattend, fiel ihm mein Nickname auf. Webster. So fragte er, ob ich denn früher eine andere Homepage gehabt hätte. Ja, ebrake.de hieß sie, wo ich meine Gedichte, Kurzgeschichten, Fotografien und meine Romane vorgestellt hatte. Ob ich vor vielen Jahren einmal in Kirchzarten bei einem Käsefondue Essen gewesen sei, fragte er anschließend. Gut, ich merke mir nicht jedes Käsegericht meines Lebens. Außerdem mag ich Käsefondue ja absolut nicht, allerdings kannte ich vor langer Zeit jemanden in Kirchzarten. Ich nannte einen Namen. Und da fiel es ihm wie Schuppen aus den Haaren (Uralter Witz von Otto), er kramte in alten E-Mails und schickte mir eine Nachricht, die er vor fast acht Jahren von mir bekommen hatte.

    Wir hatten uns auf einer Party kennen gelernt, die von den Freunden der Freundin eines guten Freundes veranstaltet worden war. Im mondänen Haus der verreisten Eltern. Bei Käsefondue. (Die Freunde der Freundin des Freundes, ein hübsches Pärchen, wurden übrigens ein paar Tage nach dieser Party von mir für das Cover meines ersten Romans "Ist ja hinReisend" fotografiert). Schlagartig war die gesamte Erinnerung wieder da. Ich könnte noch heute die Küche in allen Einzelheiten beschreiben. Dass ich mich allerdings mit Flominator (er nannte sich schon damals so) an diesem Abend unterhalten und schließlich E-Mail Adressen ausgetauscht hatte, war mir völlig entfallen.

    Und hier prangte plötzlich eine Mail vom 19.Oktober 2000 auf meinem Schirm, die ich ihm damals geschickt hatte. Mit einem Hilferuf verzweifelter Eltern, die ihre Tochter Alexandra vermissten. (Unglaublich, dass ich so etwas weiter schickte. Ist Alexandra eigentlich gefunden worden? Oder war das reiner Spam?) Den Flominator, den ich auf dem BarCamp 2008 in Offenburg kennen gelernt hatte, kannte ich schon vor fast acht Jahren.

    Doch es kommt noch verrückter. In der Liste der Empfänger meiner Mail entdeckte ich so manchen Kontakt, zu dem ich heute überhaupt keinen, nunja, Kontakt mehr habe. Trauriger/glücklicherweise. Viele der Kontakte sind ehemalige Freunde, Menschen, die man irgendwann aus den Augen verloren hat und… Kontakte, die ich durch meine damalige Schriftstellerei gesammelt hatte. Darunter auch ein gewisser Oliver Gassner. Ich stutzte und recherchierte. Tatsächlich. Mit dem Oliver Gassner, den ich beim BarCamp in Offenburg zum ersten Mal sah, hatte ich ebenfalls vor gut acht Jahren regen Mailverkehr (wie das klingt). Damals in seiner Funktion als Chef des Litareraturportals Carpe.com (das auch heute noch existiert).

    Ist die (Online-) Welt nicht ein Dorf?

  • Drei Geschichten der Begegnung: Eins

    Der Vortrag beim BarCamp ist spannend und gut besucht. Ich sitze irgendwo am Rand und lausche dem Sprecher, mein Macbook wärmt meine Schenkel. Ich tippe eine kurze Nachricht in die Twitterwelt und konzentriere mich wieder auf den Vortrag. Jugend im Netz. Ich glaube, ich bin zu alt. Nur wenige Sekunden später blinkt es auf meinem Bildschirm. Wer nicht? Und ich merke übrigens gerade, dass ein Follower von mir direkt vor mir sitzt. Ich lese es und denke mir nichts dabei. Wen meinst du? Mich? frage ich in die Twitterwelt hinaus. Ja. Nun bin ich verblüfft und registriere erst richtig, was da steht. Langsam drehe ich mich um und entdecke auf dem Stuhl hinter mir eine junge Frau, die lächelt und leise "Hallo." sagt. Es ist die Vizekönigin, die auf meinen Bildschirm gespickt und dabei entdeckt hat, dass ich ihr Gezwitscher verfolge. Nur eine Armlänge von mir entfernt. Sie hätte mir auch einfach an die Schulter tippen können. Bedenkt man nun, dass ihre Nachricht über das Burda-WLAN, durch das Internet, zu den Twitter Servern, die vermutlich auf einem anderen Kontinent stehen, wieder zurück über Datenleitungen und Unterseekabeln in das Burda WLAN geschickt wurde, um daraufhin auf dem Rechner zu erscheinen, der sich direkt vor ihr befindet, so wirft das doch die leise Frage auf, wie und ob uns das Internet, das Chatten, das Bloggen, das Twittern, das Social Networken tatsächlich näher bringt. Die Welt ist gleichzeitig so unendlich groß und so nah geworden.

  • BarCamp Offenburg 2008

    Ihr kennt die Theorie des Marmeladenbrotes, das beim Herunterfallen von einem Tisch immer auf der Marmeladenseite landet. Ähnliches überlegte ich mir am Samstag beim BarCamp 2008 in Offenburg. Sven und ich waren schon recht früh bei phantastischem Wetter dort und bekamen am Eingang sogleich unsere Badges mit den Namen und den WLAN Zugangs-Codes überreicht. Und eben diese Badges, so stellte ich im Laufe des Tages fest, hingen meistens so an den Hälsen der Teilnehmer, das sie nur die blanke Rückseite zeigten. Als sei es ein Naturgesetz, das Marmeladenbrote mit der beschmierten Seite auf dem Boden landen und Namensschilder grundsätzlich umgedreht sind.

    Doch diese Erkenntnis sollte mit Sicherheit die unwichtigste des ganzen Tages sein. Es war mein erster Besuch bei einem Barcamp (eine Erklärung). Entsprechend gespannt schritt ich durch die modernen und hellen Hallen des Burda Verlages, einem der Hauptveranstalter. Genauer gesagt fand das Barcamp in einigen Konferenzräumen, der Kantine und auf dem Sonnendeck von Burda Media statt, die in eben diesem großartigen Gebäude residieren. Die Kantine war, wie zuhause die Küche, der allgemeine Treffpunkt. Hier wurde auch ein reichhaltiges Frühstücksbüffet bereit gestellt, sowie ein leckeres Mittagessen serviert.

    Auch die Vorstellung aller Teilnehmer fand hier statt. Das Mikrofon wurde durch die Reihen weitergegeben, ein jeder erhob sich, um sich vorzustellen und mit drei Tags zu beschreiben. Dann ging der Aufruf an die Veranstalter der Sessions. Sessions sind Vorträge oder Diskussionsrunden, die sich einem bestimmten Thema widmen. Das Angebot war mannigfaltig und der Stundenplan der Veranstaltungen füllte sich rasch. Es liegt in der Natur der Sache, dass man früher oder später gezwungen war, sich entscheiden zu müssen, welcher Session man beiwohnen wollte. So verpasste ich mindestens drei Runden mit ähnlich spannenden Themen.

    Meine erste besuchte Session war die BarCamp-Newbie-Runde. Denn schon bei der Vorstellung war schnell deutlich geworden, wieviele Neu-Camper anwesend waren. Zum Glück, ich musste also nicht allein dort sitzen und erfuhr so manches über die Geschichte, die Durchführung und Zielsetzung von BarCamps. Besonders Wert gelegt wird dabei auf den Austausch, das Einbringen und das Kennenlernen, was mir sehr gut gefällt. Eine eigene Session hielt ich dennoch nicht. Dazu später noch ein Wort mehr.

    Kaum war diese Session zu Ende, ging es wieder in den nächsten Konferenzraum, stets beobachtet von Security Personal, welches aufpassen sollte, dass keiner der Teilnehmer aus Versehen verbotene Büros betrat. Ich hatte mich für die Runde "Erfolgsrezepte von Webprojekten " entschieden. Was genau macht Flickr, MySpace, Twitter, Facebook, ebay und all die anderen bekannten Seiten im Netz denn überhaupt so erfolgreich? Wo liegt das Geheimnis, worauf gilt es zu achten und weshalb haben Mitbewerber trotz perfekten Ausgangssituation mitunter Pech und scheitern?

    Beim Mittagessen traf ich Christoph von fudder, dem Freiburger Online Portal, für das ich auch vor langer Zeit ein paar Artikel verfasst hatte. Es kam zu einem interessanten und lockeren Plausch über das Web, über fudder, das Ruhrgebiet, die Schriftstellerei und den Unterschied zwischen Journalisten und Bloggern. Und, wie ich heute festgestellt habe, muss man immer aufpassen, was man sagt, wenn man mit Journalisten spricht. (Christoph, ich war nicht beim Barcamp, um Frauen kennen zu lernen ;-) )

    Wohl gesättigt saß ich kurz darauf in der Session von Sven, der ein neues Blogsystem namens Blogforge vorstellte, das seine Firma Esono entwickelt hatte. Blogforge ist im runde der kleine, kostenlose Ableger ihres Chamäleon CMS System und sieht bereits jetzt so vielversprechend aus, das ein Wechsel von Serendipity zu Blogforge sehr wahrscheinlich wird. Zumindest im geschlossenen Beta Test werde ich mir die Blog-Schmiede genauer anschauen. Angeschaut haben sich diese Session übrigens auch die beiden A-Blogger Yoda und Oliver Gassner.

    Wieder im großen Saal im oberen Stockwerk lauschte ich Zeniscalm, ihres Zeichens Headhunterin, die einen kurzen Einblick in ihren Arbeitsalltag gewährte. Und der scheint recht spannend zu sein. Eine der ersten Fragen aus dem Publikum lautete, ob sie denn nachts überhaupt noch schlafen könne. Denn in Ausübung ihres Jobs bewegt sie sich zwar immer in den Grenzen der Legalität (wenn auch manchmal scharf am Rande), aber für manche doch weit jenseits von Moral und Ethik. Ihr Statement, dass ohnehin nur die Menschen abgeworben werden könnten, die nicht 100% zufrieden in ihrer Firma seien und es in diesem Fall sogar für alle Beteiligten besser sei, wenn sie wechselten, rief erneute Fragen auf.

    Die nächste Session "Jugend im Netz" wurde sehr schnell zu "Frauen im Netz" und "Wie mache ich ein erfolgreiches Projekt im Netz", was nicht zuletzt durch Oliver Gassners Tipps sehr kurzweilig und interessant wurde. Besonders seine Bitte, dies nicht mitzubloggen und den Live Stream zu deaktivieren, machte es schon spannend.

    Was mir an diesem ganzen Tag wirklich auffiel, war die Tatsache, dass ich nicht halb so nerdig bin, wie ich immer dachte. Außerdem scheine ich das Web2.0 nicht zu leben, wie manch anderer. Auch ich twitterte hin und wieder und schoss ein paar Fotos. Aber ich betrieb kein Liveblogging, stellte die Fotos nicht sofort bei Flickr bereit, nahm nicht intensiv an den Twitterdiskussionen teil und verfolgte auch nicht den Livestream in den Pausen.

    Deshalb kam mir auch nicht in den Sinn, eine Session zu halten. Denn erstens wollte ich mir erst einmal nur ansehen, wie so etwas abläuft. Und dann wurde mir schnell bewusst, dass ich als Internet-Normal-User den anwesenden Powerwebern überhaupt nichts mitteilen könnte, was sie nicht ohnehin schon wüssten. Teilweise fühlte ich mich wie ein kompletter Neuling. Ein Kind, das mit großen Augen und Ohren staunte ob dieser großen, spannenden Netzwelt, die so viel weiter ging, als bisher geahnt.

    Ich lernte einige sehr nette Menschen kennen, erhielt neue Twitter-Verfolger und ging mit einem Packen T-Shirts, neuen und interessanten Eindrücken und dem Wunsch bald wieder ein BarCamp zu besuchen nach Hause. Mein Lob geht hiermit an die Veranstalter.

    Und sonst? Stellte ich fest, dass die hauptsächlichen Computer doch tatsächlich Macbooks waren. Und diese in den meisten Fällen, in Crumpler Taschen steckten. Dass jeder, der fotografierte, dies entweder mit dem Handy tat oder gleich eine Spiegelreflexkamera zückte. Dass die heutigen Nerds nicht mehr anhand der Kleidung oder des Aussehens als solche zu erkennen sind. Dass ich nur zwei iPhones sichtete. Dass ich doch noch C-Bloggerisch genug bin, um ehrfürchtig herüber zu schauen, wenn ein A-Blogger den Raum betritt. Dass ich mich darauf freue, beim nächsten Mal mehr Bekanntschaften zu machen.

    Weitere Berichte über das BarCamp Offenburg findet man hier. Es wäre müssig, hier nochmals alle Links zu veröffentlichen. Bei Flickr finden sich Fotos zur Veranstaltung, eine wenige werden noch von mir dazu kommen.

  • Ich bin nicht von hier

    In Freiburg, meiner Heimatstadt, angekommen, war mein erstes Ziel ein Computerladen in der Nähe des Martintors, das auch Crumpler Taschen führte. Ich betrat das Geschäft und steuerte sofort auf das Taschenregal zu. Ein junger Verkäufer gesellte sich zu mir und fragte, ob er mir helfen könne. Ich suchte eine ganz bestimmte Tasche und fragte, ob sie denn überhaupt vorrätig sei. Ein Blick in den Computer verriet dem Verkäufer, dass dem nicht so war. Er fragte, ob er sie bestellen solle. "Nein danke", erwiderte ich, "das bringt leider nichts." Der Verkäufer meinte daraufhin, dass die Tasche schon in drei Tagen da sein könnte. Da erklärte ich ihm: "Nein, wie gesagt, das nützt leider nichts. Ich bin nicht von hier." Und noch während ich den Satz aussprach, spürte ich ein beklemmendes Gefühl in meinem Herzen. Was hatte ich eben gesagt? Ich bin nicht von hier? Aber das war doch gar nicht wahr. Natürlich bin ich von hier. Ich bin nur grade nicht da.

    Es sind so kleine Momente, die einem verdeutlichen, wo das Herz zuhause ist. Auch wenn man gerade woanders wohnt.

  • Pizzaboten in Venedig

    Vorhin, als ich nägelkauend am Fenster stehend auf das Auto des Pizzaboten wartete, fragte ich mich folgendes: Kommen die Pizzaboten in Venedig mit Pizzabooten?

  • Es kracht mal wieder in Duisburg

    Feierabend, ab in die Tiefgarage. Mit dem Auto hinaus auf die Straße, links abbiegen. An der Baustelle für das Eurogate (wo die zukünftigen neuen Büroräume entstehen) am Innenhafen langsam fahren. Wie all die anderen auf den riesigen Baukran starren, der da im Becken schwimmt und sich vornehmen, demnächst mal mit einer Kamera vorbei zu kommen. Aber erstmal nach Hause. Und dann liest man plötzlich, dass nur wenige Minuten nach den eben beschriebenen Ereignissen der Kran auf die Brücke kippte und explodierte. So. Da ist man erstmal baff. Paff. Und nun hält sich das Gefühl des Glücks, dass niemanden etwas passiert ist (auch einem selbst nicht) und dem Ärger, dass man keine Spätschicht hatte und es live vom Balkon aus hätte beobachten können, die Waage. Ich werde morgen viele Geschichten aus dem Office hören. Derweil hat es hier noch ein paar Bilder.

  • Bald kommt GTA IV

    GTA IV, der vierte Teil der Grand Theft Auto Reihe wird am 29.April veröffentlicht werden. Auch in Deutschland. Und, so hört man, bisher ungeschnitten. Das Spiel hat bereits jetzt so viele Vorbestellungen, dass die Gewinne für Rockstar wohl im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen. Erste Reviews geben bereits jetzt volle Punktzahlen, sprechen von einem Spiel, das mit noch nie erreichter Atmosphäre, Präsentation und Spielspaß punktet. Kurz, GTA IV wird mit Sicherheit ein Burner. Und war ich bisher noch einigermaßen cool ob dem baldigen Erscheinungstermin, so lässt mich der nun folgende Spot doch darüber nachdenken, ebenfalls eine Vorbestellung an amazon zu schicken. Selten habe ich einen so stylishen und im Grunde minimalistischen Werbespot für ein Game gesehen wie dieser TV-Spot aus England. Genial.

  • Paternoster

    Seid ihr alle schon einmal mit einem Paternoster Aufzug gefahren? Und wenn ja, habt ihr es gewagt, eine komplette Runde zu drehen? In der Kabine zu bleiben, wenn sie ganz oben oder unten auf die andere Seite umgesetzt wird? Ich weiß, dass es möglich ist. Aber ich gestehe, es noch nie gemacht zu haben. Als ich noch ein kleines Kind war, erzählte man mir, die Kabinen würden oben einfach umgedreht werden, ich würde also mit dem Kopf nach unten wieder hinab gefahren werden. Und mir beim Auf-den-Kopf-stellen irgendwas brechen. Ich glaubte das. Hallo, ich war ein kleines Kind, das erstmal alles glaubt. Heute bin ich natürlich aufgeklärt und selbst Wikipedia sagt mir, dass es völlig gefahrlos ist, in den Kabinen zu bleiben. Und doch habe ich es bisher noch nicht gewagt, am eigenen Leib die Wahrheit zu überprüfen. Aber auch nur, weil es fast keine Paternoster mehr gibt. Echt jetzt.

  • Meet me at Barcamp Offenburg

    Vom 25.4 bis zum 27.4 findet dieses Jahr in Offenburg ein Barcamp statt (siehe auch hier). Und ich werde damit zum ersten Mal an einem teilnehmen. Oder zumindest anwesend sein. Ob ich tatsächlich auch eine Session anbiete, ist mehr als fraglich. Erst einmal möchte ich mir einen Eindruck verschaffen, wie so ein Barcamp abläuft, mich inspirieren lassen, mit Leuten in Kontakt treten. Ich bin schon sehr gespannt.

    Mein guter Freund Sven (der auf jeden Fall etwas spannendes vorstellen wird) und ich werden Samstag früh ankommen. Und nicht nur auf dieses Barcamp freue ich mich, sondern auch über die Tatsache, mal wieder ins Ländle zu kommen. Am Freitag Abend mache ich mit alten Freunden meine Lieblingsstadt Freiburg (knapp vor München) unsicher.

    Derzeit bin ich noch damit beschäftigt, bei Spreadshirt ein allesroger.net-Shirt zu erstellen. Doch so richtig gefallen will mir das alles nicht. Nur weiße Shirts sind beim Digitaldruck erlaubt. Entsprechend käsig sieht das ganze dann aus. (Und schließlich schwebt ja die bange Frage im Raum, ob es da nicht noch zu kalt ist, um nur mit Shirt bekleidet herum zu rennen) Außerdem muss ich noch ganz dringend eine geeignete Tasche für mein MacBook erstehen… Ja, es ist noch ein bißchen was zu tun.

    Vielleicht sehen wir uns ja in Offenburg. Würde mich freuen.

  • Poppen bis der Arzt kommt

    Könnt ihr auch nicht widerstehen, wenn ihr diese Luftpolsterverpackungen in die Finger bekommt? Lasst ihr auch mit Begeisterung die kleinen Kammern platzen und erfreut euch wie Kinder an den Poppgeräuschen? Dann seid ihr auf dieser Seite richtig. Poppen ohne Ende. Und vielleicht sogar im Wettbewerb mit Freunden oder Kollegen. Kein Gang-Bang, aber auf jeden Fall ein spaßiges Gruppen-Poppen.

  • 103bees ist nicht mehr kostenlos

    Die fleißigen Bienen wollen plötzlich Geld sehen. Gerade als ich mich daran machen wollte, bei 103bees meine Suchmaschinenauswertungen für den nächsten „Guck mal was der googelt“-Beitrag zu sammeln, musste ich feststellen, dass man mir alles verwehrte. Zumindest bis ich ins Portemonnaie greife. Eine Unverschämtheit? Nein eigentlich nicht. Natürlich kann ich es verstehen, dass die Macher für ihren Service auch entlohnt werden wollen. Allerdings muss ich für mich entscheiden, ob es mir das Geld wert ist. Denn auch Google Analytics macht meine Auswertungen. Und zwar (noch) kostenlos (oder auf Kosten meiner Privatsphäre, wie manch Datenschützer und/oder Paranoiker einwerfen mag).

    Das Schöne an 103bees war, dass es ganz auf die Auswertung „natürlicher“ Suchbegriffe ausgerichtet war. Die am häufigsten gesuchten Begriffe, die häufigsten Suchwörter, ja komplette Suchfragen und ganze Sätze. Sogar auf welcher Seite ich mit dem Suchbegriff bei den Suchmaschinen gefunden wurde (zu sage und schreibe über 80% auf Seite 1 – da frage ich mich doch, weshalb ich noch immer mit nur knapp 300 Besuchern am Tag herum dümple…) So war es ein leichtes, durch die Liste zu gehen und sich die witzigsten Anfragen heraus zu holen. Und ehrlich gesagt habe ich mit 103bees zuletzt auch nicht viel mehr gemacht.

    Dafür jetzt also zahlen? Um monatlich einen witzigen Artikel zu kreieren? Ich denke nicht. Allerdings wäre es schön, heraus zu finden, ob es nicht Alternativen zu 103bees da draußen im Netz gibt. Also Suchmaschinenanalysetools, die die Ergebnisse ähnlich aufbereiten und zur Verfügung stellen. Kennt Ihr welche? Google Analytics ist mir dahingehend zu starr und nur auf die häufigsten Suchbegriffe aus, ohne auch ganze Phrasen zu registrieren.

    Für Vorschläge bin ich sehr dankbar. Sonst wird es wieder lange gehen, bis der nächste Google-Suche-Artikel erscheint.

  • Von Hunden und Dinosauriern

    Letztens entdeckte ich beim Sebbi Blog ein Video mit dem Big Dog, einem sehr großen Roboterhund. Faszinierend an diesem „Gerät“ ist seine Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden und auch bei einem Tritt das Gleichgewicht zu halten. Es erinnerte mich etwas an die AT-ATs aus Star Wars Episode 5 und so wie mich diese Riesenmaschinen damals im Kindesalter gruselten, so gruselte es mich heute, eine solche Maschine zu sehen, die wirklich funktioniert, sich bewegt, ebenfalls riesig ist und, oh mein Gott, uns alle vernichten und die Weltherrschaft übernehmen wird…

    https://youtube.com/watch?v=W1czBcnX1Ww%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1

    Ähem, Verzeihung. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, der gruslige Riesenroboterhund. Nun ist das ganze Projekt ja nur Forschung und doch findet sich auch hier jemand, der sich darüber lustig macht. Und ehrlich, obwohl ich herzlich darüber lachte, fand ich diesen etwas dümmeren Riesenhund genau so gruslig.

    Was allerdings gar nicht gruslig ist (oder doch?) und wunderbar zum Thema passt, ist Pleo. Pleo ist der legitime Nachfolger von Tamagotchi und Furby, seines Zeichens ein Dinosaurierbaby und das wohl intelligenteste Spielzeug der Welt. (Oder sollte man besser sagen, das Spielzeug, das Intelligenz perfekt simulieren kann) Mit einer Vielzahl von Sensoren, Motoren, Gelenken und einer lernenden Software kann das Ding sich anschmiegen, sich freuen, Angst haben, sich strecken und gähnen, sich streicheln lassen, nach Futter und Mama rufen und 400 Euro kosten. Gruslig. Aber irgendwie auch süß.

    https://youtube.com/watch?v=E0C55PEcj5E%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1
  • Richtig fluchen!

    Heute wäre mir auf der Autobahn auf dem Weg nach Oberhausen Sterkrade beinahe einer reingefahren. Er fuhr schon eine Zeitlang in völlig unangemessen knappem Abstand hinter mir her und als ich in der Ausfahrt plötzlich bremsen musste, weil sich ein Stau in der Kurve vor mir gebildet hatte, wäre es fast passiert. Ich sah im Rückspiegel wie er den drohenden Aufprall nur noch durch ein Ausweichen auf den Standstreifen verhindern konnte. Und ich fluchte wie ein Rohrspatz. Wüste F-, A-, D- und W-Wörter kamen in lautem Stakkato aus meinem Mund. Es war eine Kakophonie der reinen, unverfälschten Wut.

    Die damalige Freundin, die auf dem Beifahrersitz saß, hört so etwas gar nicht gern. Aber so bin ich nun mal. Die Wut muss raus, wie angestaute Lava in einem Vulkan, sonst fürchte ich zu platzen. Das ist mein Temperament. Und kurz nach der Eruption ist ja auch schon fast wieder alles friedlich. Was die damalige Freundin allerdings nur wenig tröstet. Sie sieht dabei nämlich schon in die Zukunft und auf die Rückbank, wo sie den Filius in einem Kindersitz wähnt, der entweder entsetzt oder völlig begeistert ist, wie Papa am Steuer gerade abgeht. Die Devise lautet daher, dass ich mir das Fluchen abgewöhnen muss. Und nach dem heutigen Ausbruch sagte sie: „Ich versteh’s ja, Aber musst denn auch immer so viele schlimme Wörter benutzen?“ „Ja!“ knurrte ich zurück. „Du könntest doch auch ein Ersatzwort benutzen“, schlug sie vor. „Zum Beispiel?“ „Hmm, sag doch… Angelika.“ Angelika! Ich bitte euch.

    „Angelika? Ne, das geht gar nicht. Wenn man richtig flucht und in Rage ist, dann müssen die Wörter aus lauter KR-, SCH- und FFF-Lauten bestehen. Sonst funktioniert das doch nicht. Angelika. Nee.“ Also überlegten wir uns bis zur Ankunft in Sterkrade, welches Ersatzwort ich in Zukunft für meine Flüche nehmen soll. Und was läge näher als… Sterkrade. „STERKRADE!“ Das kracht und zischt und ist mittlerweile zum Running Gag geworden. Und ich hoffe, diesem Arschloch von der Autobahn ist der Motor verreckt. Sterkrade nochmal.

  • Macs and the City

    Die Ursachen für meinen doch relativ spontanen Kauf eines MacBook Pro könnte ich überall finden. Die Hauptschuld allerdings trägt mit Sicherheit München. Schon am ersten Abend, als ich mit der damalige Freundinn eintraf um ein paar Tage mit bummeln, shoppen und besichtigen in der Bayern-Metropole zu verbringen, wurde mir wieder klar, wie gerne ich hier leben würde. Eher zufällig stolperten wir in einen Gravis Store, in dem ich mit feuchten Augen Lustwandeln konnte. Wenig später hatten wir uns mit Mario und Michi (M&M), meinen beiden in München lebenden, geekigen Freunden in einem coolen Lokal zum Abendessen verabredet. Und auch dort konnte ich nicht anders, als nur begeistert von der Stadt und Apple Computern zu schwärmen. Der Absacker-Kaffee bei den beiden zuhause wurde schließlich zu einer reinen Mac-Convention. Mario und Michi, der eine mit Mac Pro, der andere mit MacBook Pro ausgestattet, nahmen mich mit auf eine Reise durch MacOS.

    Am nächsten Tag frühstückten die damalige Freundin und ich in einem "San Francisco Coffee Company". Ich fühlte mich wohl. Guter Kaffee, Trance-Musik, hippe junge Menschen. Wir bemerkten schnell, dass hier etwa jeder dritte Bürger oder Besucher mit weißen Ohrhörern herum lief oder gleich ein iPhone am Ohr hatte. München ist Mac-verseucht. Und ich hatte mich angesteckt. Heilung versprach ich mir wiederum im Gravis-Store. Ich inspizierte MacBooks, MacBook Pros und sogar den MacBook Air. Nach einem ausführlichen Gespräch mit einem motivierten Mitarbeiter wurde mir leider allzu schnell klar, dass ein kleines MacBook mich niemals glücklich machen würde. Nur 13 Zoll Display mit spiegelnder Oberfläche, im kleinsten Modell kein DVD Brenner, relativ wenig Speicher… Nein, ich war mir sicher, dass es ein Pro sein müsste.

    Und so hockte ich Tags drauf wieder mit der damalige Freundinn in einem schnieken Café, nippte an einem Latte Macchiato und fühlte mich plötzlich hipp genug, mir endlich diesen langen Traum zu erfüllen. Ein Anruf bei Mario später, der für mich in Erfahrung bringen musste, wo in München ein MacBook Pro am günstigsten zu bekommen sei, saßen die damalige Freundin und ich in der U-Bahn…

    Die Auspack Zeremonie zelebrierte ich und hielt sie auch weitestgehend fotografisch fest. Denn es ist tatsächlich so. Bereits das Auspacken macht Spaß. Zum ersten Mal das Gerät aufgeklappt, eingeschaltet und nach wenigen Minuten mit einer hübschen Animation begrüßt. Das MacBook war nach Eingabe meiner Daten und eines Passwortes sofort einsatzbereit. Ohne langwierige Installation, ohne stundenlanges Gefrickel – es funktioniert einfach.

    Mittlerweile ist es vier Tage her, dass ich mir das MacBook gekauft habe. Meine Daten vom PC habe ich noch nicht migriert, da meine Tour von München auch noch an den Bodensee zur Familie führte. Aber ich konnte bereits ins Internet (siehe hier), mir einige Tipps zusammen suchen, einige Sachen installieren (Firefox z.B.) und testen. Und ich bin noch immer begeistert. Zwar nicht restlos, aber ich bereue den Kauf auch nicht. Vieles, was ich derzeit noch bemängle, ist vermutlich reine Gewohnheit und wird sich mit der Zeit legen. So tu ich mich noch immer schwer mit der Tastatur (ich mochte Notebook-Tastaturen eigentlich noch nie…), manche Belegungen schaffen noch Probleme. Mehr als einmal habe ich statt eines getippten @-Zeichens das komplette Programm beendet. Und das Beenden ist auch so eine Sache: manche Programme enden, manche schließen nur ihr Fenster und laufen im Hintergrund weiter und ich konnte bislang nicht herausfinden, was und warum welches Programm macht. Auch fehlt mir ganz einfach eine rechte Maustaste. Das Trackpad ist wunderbar, aber ich nutze mittlerweile mehr die Tastatur zur Bedienung als ich es je getan hätte. Und SO stelle ich mir die schöne Apple Welt nicht vor. Eine Bluetooth Maus muss her. Und eine schicke Notebook Tasche…

    Alles andere ist einfach herrlich, macht Spaß, bezaubert. Und das sage ich, ohne ein Windows-Hasser zu sein. Muss man auch nicht. Mein XP-Rechner lief bis zum heutigen Tag ohne Abstürze absolut rund, zuverlässig und sogar aufgehübscht. Und doch ist es an dem MacBook einfach irgendwie schöner. Die Details machen es aus. Laut M&M in München werde ich im Laufe der Zeit noch viele Dinge entdecken, die bei Apple einfach besser gelöst seien.

    Und in dieser Zeit werde ich vermutlich noch viele Fragen haben, aber ich weiß ja, dass begeisterte Mac-User hier mitlesen und mich unterstützen. Das nächste Mal, wenn ich München besuche, werde ich mit meinem MacBook Pro im Biergarten sitzen und mich fühlen, als sei ich hier zuhause. Ich freu mich jetzt schon.

  • Achmed, the dead Terrorist

    Ich kann nicht anders. Jedesmal, wenn ich das Video mit Achmed, dem toten Terroristen anschaue, habe ich vor lauter Lachen Tränen in den Augen. Seit Mirko vom XSblog es vorstellte, habe ich den Clip bestimmt etwa zwanzig Male angeschaut. Auf seinem Blog. Und immer wieder mit tränenden Augen. Dann sah ich mir all die anderen Videos an, die man mit Jeff Dunham finden kann, dem wohl witzigsten und vielleicht sogar besten Bauchredner der Welt. Dunham hat noch weitere Figuren in seinem Programm, Walter, Peanut oder „José, the Jalapeño on a stick“. Einfach herrlich. Aber jetzt muss ich mir nochmal Achmed anschauen. Ich kann nicht anders. „Silence! I Kill you.“

  • Lokführer ist nicht gleich Lokführer

    Als ich damals (letztes Jahrtausend oder so) meine Ausbildung zum Lokführer machte, hießen wir auch tatsächlich Lokführer. Da war die Welt noch in Ordnung. Die Lokführer saßen ganz vorne und fuhren Züge. Und hinten liefen die Schaffner durch den Zug und kontrollierten Tickets. Dann kam irgendwann jemand auf die Idee, alles neu zu benennen (die neue Bahn AG und so). Mit einem Male wurde aus Lokführern Triebfahrzeugführer (Abkürzung Tf). Vermutlich weil die langfristigen Pläne der Bahn gar keine Loks mehr vorsehen, sondern in ferner Zukunft nur noch Triebzüge wie der ICE durchs Land rollen sollen (wo es ja, wie beim ICE 3, bei dem die Antriebe im kompletten Unterbereich des Zuges verbaut sind, keine wirkliche Lokomotive mehr gibt).

    Gleichzeitig wurden die Schaffner aufgeteilt in Zugchef und Zugführer (und noch immer ganz normalen Schaffnern), was Kunden und Medien komplett verwirrte. So war bisher in allen Meldungen stets vom Zugführer die Rede, wenn der Lokführer gemeint war. Und mehr als einmal riefen Fahrgäste mich Schaffner, was umso depperter ist, als die Lokführer noch nie so hießen. Aber offenbar war plötzlich jeder verwirrt. Selbst Bahnchef Mehdorn verplapperte sich in so manchem Interview und sprach fälschlicherweise von den Zugführern. Klar, die sitzen vorne und führen den Zug.

    Mittlerweile hat sich der Begriff Lokführer wieder in den Köpfen der Kunden gefestigt. Leider nur deshalb, weil das Wort Lokführer seit einem Jahr fast untrennbar mit dem Wörtchen Streik verbunden ist. Der Lokführerstreik. Mit einem Mal weiß wieder jeder, wie die Leute im Führerstand (ja, diese Bezeichnung änderte sich nie) heißen. Und dabei hat gar niemand mitbekommen, dass die schon wieder neu bezeichnet wurden. Im Zuge der Gleichschaltung im europäischen Verkehr sollen Lokführer nur noch Eisenbahnfahrzeugführer genannt werden (Abkürzung EFF). Wahrscheinlich stellte man (ganz überrascht) fest, dass auf den Schienen auch noch Güterzuglokomotiven, Rangierlokomotiven, Wartungszüge, Bauzüge, Messzüge etc. unterwegs sind, also einen Haufen Eisenbahnfahrzeuge, die einen Führer benötigen.

    Zumindest ein gutes hat der Streik. Auf lange Sicht werden Lokführer wieder so genannt werden wie früher. Lokführer. Denn bislang habe ich noch nichts über den Eisenbahnfahrzeugführerstreik gehört. Und das ist auch gut so.

  • Ist das Leben ohne Schina schöner?

    Eben gesehen: eine Familie stellt ihren Haushalt auf den Kopf und überprüft alles, was sie besitzen, auf die Herkunft. Und das meiste ist aus Schina. Aufgabe: Einen Monat lang ohne schinesiches Zeug auskommen. Und das scheint gar nicht so einfach. Das Telefon ist aus Schina, die Akkus sind aus Schina, das Radio ist aus Schina, das Glätteisen ist aus Schina, der Fernseher ist aus Schina, die meisten Küchengeräte sind aus Schina. Alles aus Schina. Sogar der Taschenrechner. Aus Schina. Also geht die Familie einkaufen, sieht sich in den Geschäften um und ist wenig überrascht. Die Hosen sind aus Schina, die Blusen sind aus Schina, die Jacken sind aus Schina. Ein Hemd ist aus Bangladesh. Aber sonst ist alles aus Schina. Ein neues Telefon findet die Familie nicht. Weil alles aus Schina ist. Wenigstens die Akkus sind jetzt aus Deutschland. Und die Dübel, die man im 20% Baumarkt kauft, sind gute deutsche Plastikware. Zur Belohnung darf die Familie essen gehen. Nach Schina. Ne, das nicht, aber schinesisch auf jeden Fall. Und wieder: der Reis ist aus Schina, die Gewürze sind aus Schina, die Stäbchen sind aus Schina… Zum Abschluss die Frage: Ist das Leben ohne Schina schöner? Schon!

  • Warum?

    Was mir neulich beim herausfiltern der schönsten Suchanfragen (hier und hier) auffiel und durch weitere Recherchen bestätigt werden konnte, ist folgendes: Betrachtet man einmal nur die W-Fragen, die auf mein Blog führen, so beginnen die meisten Fragen mit dem Wörtchen "Wie". Und das sogar mit großer Führung. Auf Platz Zwei stehen die "Was"-Fragen, wiederum weit vor den "Wann"-Fragen. Irgendwann erscheinen dann die "Wer"-Fragen und schließlich fragen sich ein paar wenige noch "Wo". Erst dann, ganz zum Schluss, völlig abgeschlagen fragen sich zumindest noch zwei bis drei Individuen "Warum".

    Warum? Für mich ist das Warum eigentlich mit die wichtigste Frage überhaupt. Sicherlich, all die anderen W-Fragen braucht man auch. Doch letztlich führt doch alles zum Warum, oder nicht? Geht es nur mir so? Denke ich da zu philosophisch? Hinterfrage ich zuviel? Ist das Warum letztlich völlig egal?

    "Warum leckt sich der Hund die Eier? – Weil er es kann."

    Oder liegt es vielleicht daran, dass man in meinem Blog keine "Warum"-Fragen beantwortet bekommt. Weiß ich keine Antwort auf das Warum? Und deshalb stellt auch niemand erst die Frage? Stelle ich mir selbst immer wieder die "Warum"-Frage, weil ich selbst noch auf der Suche nach der Antwort bin?

    "Warum ging das Huhn über die Straße?"

    Oder liegt es vielleicht an dem Medium, dem Internet? Gibt es im Netz einfach keine tiefgründigen Antworten? So wie das Fernsehen eben auch nur an der Oberfläche bleibt, uns pausenlos mit Antworten zu "Wann" und "Wer" und "Womit" und "Wieviel" bombardiert. Finden sich Antworten auf das "Warum" nur in Büchern? Der Bibel vielleicht? Warum weiß Wikipedia keine Antwort darauf?

    "Warum ist die Banane krumm?"

    Weil niemand in den Urwald zog und die Banane grade bog. Ich kann es doch. "Warum"-Fragen beantworten. Zumindest manche. Aber niemand stellt sie mir.

    Und warum?

  • Neulich in der Videothek

    Über dem Tresen hängt ein Plakat. Darauf steht geschrieben: "Playstation 3 Sonderkation: 1 Tag PS3 + 1 Kontroller + 1 Spiel + 1 BluRay Disc für 20€. 2 Tage PS3 + 1 Kontroller + 1 Spiel + 2 BluRay Disc für 35€." Ich lese, blicke wieder nach unten, wo mich der Kerl auf der anderen Seite des Tresens müde betrachtet.

    "Dieses Playstation 3 Angebot. Habt ihr denn noch eine da?" frage ich.
    "Nein."
    "Oh."
    "Da müssen sie vorher reservieren."
    "Ja, ist klar. Na gut."
    "Oh Moment, aber ein Kollege sagt mir gerade, dass wir doch eine da haben."
    "Oh. Gut."
    "Wie lange wollen Sie sie denn?"
    "Nun, es ist Samstag. Also bis Montag. Einen Tag also."
    "Das sind zwei Tage."
    "Ja, ich weiß, aber ich kann sie ja wohl kaum am Sonntag zurück bringen, oder?"
    "Also das Angebot für 20 Euro."
    "Genau."
    "Mit einem Spiel."
    "Und einem Film."
    "Bis Dienstag sind es zwei BluRays."
    "Öhm, ja. Aber ich behalte sie nur bis Montag. Da sind es auch zwei."
    "Nein, nur eine."
    "Ein Spiel und ein Film."
    "Ja genau."
    "Eins und Eins gleich zwei?"
    "Natürlich. Also bis Montag?"
    "Bitte."
    "Ihr Name?"
    "Roger Graf."
    "Bitte jetzt ihren Code eintippen."
    "Ok."
    "Das macht dann 20 Euro."
    "Hier."
    "Dankeschön. So, dann wäre da noch die Kaution."
    "Kaution?"
    "Natürlich."
    "Und in welcher Höhe?"
    "500 Euro."
    "Wie bitte? 500 Euro?"
    "Natürlich. Wir müssen doch Kaution dafür verlangen. Das Gerät kostet ja auch 600 Euro."
    "Sie glauben wirklich, ich renne mit 500 Euro in der Tasche herum?"
    "Wenn sie eine PS3 leihen möchten…"
    "Es wäre vielleicht eine gute Idee, dieses Detail mit der Kaution ebenfalls auf ihr Werbeplakat zu schreiben. Wer bringt schon 500 Euro mit?"
    "Jeder, der es bisher ausgeliehen hat."
    "Ja schön, denen hat man das vielleicht auch beim Reservieren gesagt."
    "Aber es ist doch klar, dass…"
    "Ja ja, ich weiß, es ist klar. Aber nicht in dieser Höhe."
    "Die Konsole kostet aber 600…"
    "Sie kostet keine 400 Euro mehr."
    "Sie haben also keine 500 Euro dabei?"
    "Nein!"
    "Nun, haben sie eine EC-Karte mit?"
    "Und dann? Wird mir am Samstag mittag 500 Euro abgebucht und am Montag morgen wieder zurück überwiesen? Das glauben Sie doch selbst nicht, oder?"
    "Wieviel Geld haben Sie denn mit?"
    "40 Euro."
    "Dann eben die 40 Euro und ihren Personalausweis als Pfand."
    "Ich soll Ihnen meinen Personalausweis über das Wochenende da lassen? Und was, wenn ich irgendwo hin möchte? Nein nein, wir vergessen das Ganze. Geben Sie mir meine 20 Euro zurück."
    "Also alle anderen wussten bisher, dass man hier eine Kaution zahlen muss."
    "Prima, dann können Sie von allen anderen das Geld bekommen. Tschö."