Autor: Roger Graf

  • Ich! Habe! Internet!

    Ja, es ist wahr. Nach beinahe dreimonatigem Ärger hat mein Streben nach ein bisschen Zuneigunggang zu se Internetz ein glückliches Ende gefunden. Gestern war der Techniker von Unitymedia in da House und installierte eine neue Kabeldose, ein Kabelmodem, einen WLAN-Router, testete alle Geräte durch und verließ mich glücklich mit einer 20000er-Internet-Leitung. Herrlich. Nach ersten Tests schwankt die Geschwindigkeit immer so um die 18000 kb/s und im WLAN war es noch weniger (etwa 10000kb/s), aber ich weiß nicht, wie sehr ich diesen Tests trauen darf. Letztlich ist das ganze auch noch nicht optimiert. Zumindest stabil ist die Verbindung. Und mein neuer Festnetzanschluß rauscht nicht so schlimm, wie ich es befürchtet hatte (nämlich so gut wie gar nicht).

    Nun kann es also endlich weiter gehen. Oder wieder los gehen. Oder was auch immer. Wie ich letztens ja schon geschrieben habe, hat mich der ganze Ärger viele Nerven gekostet und mir deutlich die Motivation genommen. Aber ich werde versuchen, dies schnell zu ändern. Doch dazu brauche ich ein wenig eurer Hilfe. Kommentiert bitte weiter so eifrig wie früher, abonniert meinen Feed, empfehlt mich weiter. Gebt mir ein kleines Zeichen, dass ich hier nicht nur für mich schreibe, sondern, so wie bisher, auch für euch. Ich hoffe ja, ihr seid alle noch da.

    Ich bin es wieder! Yes, I … ach, das ist mittlerweile abgedroschen, oder?

  • Picasa oder iPhoto?

    Seit ich auf den Mac umgestiegen bin, habe ich eigentlich nur eines vermisst: Picasa. Die kostenlose Fotoverwaltungssoftware von Google hatte mich während meiner PC-Zeit stets zeufriedenstellend begleitet und es gab für mich nie eine Alternative. Die Bedienung, das Design, der Aufbau, alles war genau so, wie ich es mir wünschte. Auch die Optionen zur Bildmanipulation/–verbesserung hielt ich für unschlagbar. Zumindest, wenn man etwas schnell machen wollte. (Ich weiß, dass ein Photoshop, Lightroom oder Apterure nur milde lächeln kann ob der Fähigkeiten eines Picasa) Dummerweise gab es Picasa für den Mac nicht. Und bis vor einem halben Jahr sah es auch nicht aus, als würde sich daran etwas ändern. Doch seit wenigen Wochen läuft Picasa nun auch auf meinem Macbook Pro. Damit fing das Dilemma erst an.

    Denn mittlerweile hatte ich mich notgedrungen mit iPhoto arrangiert. Oder arrangieren müssen. Lightroom und Aperture waren mir zu groß und schwer, boten zuviel für meine Bedürfnisse. Andere Alternativen sagten mir überhaupt nicht zu. Und selbst iPhoto nutze ich vermutlich nicht bis aufs letzte aus. So verwalte ich meine Fotos noch immer nur in den „Ereignissen“. Alben beispielsweise habe ich nie angelegt. Mir ist der Sinn dafür bislang nicht klar geworden.

    Nun ist also Picasa am Start und merke, dass ich mich entscheiden muss. Denn mit beiden Programmen zu arbeiten macht keinen Sinn. Entweder ordnet man mit dem einen oder dem anderen. Um mir bei der Entscheidung zu helfen, erstellte ich eine Pro und Contra-Liste. In der Hoffnung, dass ein klarer Sieger hervor gehen würde.Was er nicht tat.

    Hier also meine Gedanken:

    Picasa Pro:
    – Bildbearbeitung besser, intuitiver und schneller zu erreichen als bei iPhoto
    – Fotos behalten ihre Verzeichnisstruktur
    – Rote Augen entfernen funktioniert besser
    – Sehr schnell

    Picasa Contra:
    – keine nahtlose Integration in das System (Stichwort Workflow)
    – derzeit nur auf Englisch (verschmerzbar) und noch Beta (noch nicht ausgereift)
    – Ordnen nach Gesichtern nicht ausgereift

    iPhoto Pro:
    – nahtlose Integration in alle Mac-Apps (Mail, iPhone, Adressbuch etc…)
    – neues Gesichter- und Orte-Feature (macht großen Spaß)

    iPhoto Contra:
    – Erstellung einer Datenbank, dadurch irgendwann aufgebläht und langsam und die Gefahr, alles zu verlieren, wenn diese zerstört wird.
    – nicht ganz so intuitiv und dadurch starr. Weniger Optionen und Möglichkeiten.
    – Bildbearbeitung weit nicht so gut und umfangreich wie bei Picasa
    – Sekundenbruchteile zu sehende, hässliche Unschärfe bei den Thumbnails oder den zu bearbeitenden Fotos

    Ich brauche wie gesagt, keine aufgeblähte, professionelle Lösung, um Ordnung in meinen Fotos zu halten. Ich benötige auch keine professionellen Bildbearbeitungen (dafür gibt es dann wahrlich bessere Programme). Ich möchte nur so einfach und so leicht wie möglich Fotos einsortieren, verbessern und wieder finden.

    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wo seht ihr noch weitere Pro und Contras? Wofür habt ihr euch letztlich entschieden? Schreibt mir, weshalb ihr iPhoto oder Picasa nutzt und nichts anderes mehr braucht. Oder habt ihr Tipps, wie ich aus dem einen oder anderen anderen Programm noch mehr heraus holen kann?

  • Das Ende des Dramas mit 1&1 – ein Happy End

    In den Kommentaren meines Artikels über den Ärger mit 1&1 habe ich es bereits angedeutet. Und auch die Überschrift dieses Beitrags nimmt die Pointe der Geschichte natürlich schon voraus. Was aber nichts daran ändert, dass die Geschehnisse der letzten Tage mehr als spannend und erkenntnisreich waren. Mit diesem Artikel habe ich mir ein paar Tage Zeit gelassen, weil ich abwarten wollte, ob tatsächlich alles so eintrifft, wie es mir versprochen wurde. Und, um nochmals die Spannung vorwegzunehmen, es traf alles so ein.

    Ich habe mir die Freiheit genommen, zwei der Beteiligten mit einem anderen Namen auszustatten, da ich zunächst vermeiden möchte, dass sie von anderen 1&1-Geschädigten belästigt werden. Denn ich weiß, dass es viele Kunden da draußen gibt, die mit 1&1 unzufrieden sind und Hilfe suchen. Ich möchte also daher vorschlagen, dass Leser, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten wie ich, sich an mich wenden und ihre Erlebnisse schildern. Ich werde dann gerne eine Fax-Nummer vermitteln, bei der man möglicherweise die Hilfe bekommt, die einem all die Hotline-Mitarbeiter, Rechnungsstellen- und Kunden-Service-Zentrums-Mitarbeiter versagen.

    Doch nun zur Geschichte. Diese beginnt genau da, wo die letzte aufgehört hat. Mittlerweile schrieben wir den 17.Januar und ich erwartete eine Antwort auf mein Einschreiben. In diesem setzte ich 1&1 eine 14-tätige Frist, um meinen DSL-Anschluss zu schalten, ansonsten würde ich wegen Nicht erbrachter Leistung den Vertrag stornieren und die Einzugsermächtigung ebenfalls beenden. Außerdem drohte ich mit einem Anwalt und der Veröffentlichung der Geschichte in meinem Blog, beim Heise-Verlag (die „Vorsicht Kunde“-Rubrik in der c‘t) und beim WDR (die Sendung Quintessenz zum Beispiel).

    Die Geschichte hatte ich ja bereits veröffentlicht und sie wurde schnell zum meist-aufgerufenen Artikel in meinem derzeit nur selten aktualisiertem Blog. Am Samstag, den 17.Januar also bekam ich eine E-Mail von 1&1, in der man sich wieder für die Unannehmlichkeiten entschuldigte und mir versicherte, dass fieberhaft an dem Problem gearbeitet werden würde. Außerdem müsse man meiner Fristsetzung leider widersprechen. Somit war für mich klar, dass ich mich gleich am Montag mit meiner Rechtsschutzversicherung in Verbindung setzten musste. Und das schon eine Woche vor dem Ende meiner Frist.

    Am gleichen Tag tippte ich noch einen kleinen Dankes-Beitrag in mein Blog. Auf meinem Bett sitzend und das Macbook immer in Richtung des Nachbar-WLAN haltend, schrieb ich über die Solidarität, die mir in anderen Blogs und bei Twitter entgegen gebracht wurde. Ich ahnte noch nicht, welche Auswirkungen diese Solidarität haben würde.

    Am Montag den 19.Januar begann ich, alle E-Mails von 1&1 auszudrucken und die Einzelverbindungsnachweise meines Mobilfunkanbieters durchzuforsten. Ich setzte einen Brief auf, in dem ich all die offenen Rechnungen auflistete und den ich am gleichen Abend zu 1&1 faxen wollte. Dann suchte ich die Nummer meiner Versicherung heraus um diese nach dem Mittagessen zu kontaktieren. So hockte ich im Schlafzimmer an die Wand gelehnt und bekam drei E-Mails. Absender unbekannt, Inhalt zunächst etwas kryptisch. Es waren weiter- und nochmals weitergeleitete Mails und ich hatte Schwierigkeiten heraus zu finden, wer sich hier eigentlich mit wem unterhielt und von wem diese Konversation gestartet worden war.

    Irgendwann kristallisierte sich folgendes heraus. Ein gewisser Herr König (der Name ist wie gesagt geändert worden), der den Herr Waidele kannte, las in dessen Blog den Appell an 1&1 und kam dadurch auf meinen Blogartikel. Offenbar kannte Herr König jemanden bei 1&1, verfasste eine Mail, in der er die beiden Artikel verlinkte und darum bat, eine Lösung zu finden und sich mit mir in Verbindung zu setzen. Dieser jemand bei 1&1 schien sich auch prompt dafür zu interessieren und fragte bei Herrn König nach einem Namen, einer Kundennummer und einer Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Herr König verwies auf mein Impressum.

    Ich war mehr als verdutzt. Und ich hatte mit einem Mal hundert Fragen im Kopf. Die erste, wer ist dieser Herr König? Und wie kam es zu dieser Mail-Konversation? Ich antwortete ihm und bedankte mich schon im Voraus für sein Eingreifen, nicht ohne einen bunten Strauß an Fragen zu stellen. Seine Antwort kam nicht mal eine Minute später: Wir sollten telefonieren. Also rief ich ihn an.

    Das Gespräch dauerte eine gute Viertelstunde, in der mir Herr König grob seine Person und den ganzen bisherigen Hergang umriss. Er kannte den Herrn Waidele nur flüchtig über ein Touristen-Camp, las aber immer wieder dessen Blog und schätzte auch sonst die sozialen Netzwerke, die einem das Internet mittlerweile bieten. Das Thema Netz, Vernetzung und Technik faszinierten ihn so sehr, dass er dazu eine Vielzahl von Artikeln geschrieben hatte, die zum Beispiel bei Capital, Focus oder der FAZ veröffentlicht worden waren.  Durch diese Tätigkeit kannte Herr König auch einige Pressesprecher verschiedener Internet-Anbieter. Unter anderem auch den von 1&1. An diesen schickte er eine Mail, schilderte kurz den Sachverhalt und bat darum, schnellstmöglich eine Lösung zu finden.

    Der Pressesprecher von 1&1 handelte sofort, gab das Anliegen an eine „Mitarbeiterin“ weiter, die sich ab sofort der Sache annahm und von Herrn König Details wissen wollte. Das Wort „Mitarbeiterin“ schreibe ich deshalb in Anführungszeichen, weil ich davon ausgehen kann, dass es nicht nur irgendeine Mitarbeiterin ist, sondern jemand, der Dinge bewegen und stoppen kann. Also nicht nur eine kleine Kundenservice-Mitarbeiterin, die ihre Karte stempeln muss, wenn sie für drei Minuten den Platz verlässt, um auf die Toilette zu gehen. Ich habe übrigens bis jetzt auch nicht heraus gefunden, welche Position diese Frau bei 1&1 hat. Aber sie ist definitiv hoch genug.

    Herr König und ich plauderten über den Vorfall, über das Internet, über Internet-Anbieter im Allgemeinen. Wobei ich gestehen muss, dass er mehr plauderte als ich. Denn ich war noch immer überrumpelt. Abschließend schlug er vor, ich solle besagter Frau Schmidt (auch hier ist der Name geändert) eine Mail schreiben, in der ich ihr nochmals in Kurzform alles erkläre und ihr sage, wie man mich kontaktieren könnte. Ich bedankte mich bei ihm, wir legten auf und ich nahm mein Macbook zur Hand, um eine Mail an Frau Schmidt zu schreiben.

    Ich kam bis zum zweiten Satz, da klingelte mein Handy. Es begrüßte mich eine Frau Schmidt von 1&1. Ich sagte, wiederum verdutzt, dass ich gerade dabei sei, eine Mail an sie zu schreiben. Sie sagte, dass sei schön, sie habe auch schon eine Mail von Herrn König und von Herrn Waidele bekommen. Ob es denn noch immer mein Wunsch sei, von dem Vertrag zurück zu treten?  Natürlich war es das. Sie sagte, dass könne sie voll und ganz verstehen. Sie habe sich meinen Blogartikel durchgelesen und entschuldigte sich für die ganzen Vorkommnisse. Außerdem habe sie erfahren, dass ich ein Einschreiben mit einer Fristsetzung geschickt hätte. Und ich sei mit dieser Fristsetzung auch vollkommen im Recht! Fakt sei es nämlich, dass 1&1 es auch bis zum 26.Januar nicht schaffen würde, meinen DSL-Anschluss freizuschalten. Weshalb, erfuhr ich nie.

    „Dann sind Sie hiermit aus dem Vertrag raus, Herr Graf“, sagte Frau Schmidt und mir blieb kurz die Spucke weg. „Wie? Einfach so? Brauchen Sie nicht noch etwas schriftliches?“ fragte ich. Ja, einfach so, antwortete sie. Ich solle nur noch eine Bestätigung per Fax schicken, dass meine zum Vertrag gehörende Domain gelöscht werden könnte oder einen Umzug der Domain beauftragen. Nun, auf die Domain konnte ich verzichten. „Der Vertrag endet somit am 20.Januar. Also morgen.“

    Ich muss hier einmal betonen, dass vom ersten Lesen der E-Mail Konversation bis zu diesem Satz von Frau Schmidt noch keine dreiviertel Stunde vergangen war. Und es war noch immer Montag morgen. Nach gut zwei Monaten schier endlosem Ärger hatte sich mit einem Male alles innerhalb von Minuten aufgelöst.

    Ich sprach die ganzen offenen Rechnungen an und fragte, ob ich das Geld denn zurück überwiesen bekommen würde. Sie las sich wahrscheinlich ihre Notizen durch und sagte dann „Sie haben die Grundgebühr für den Dezember bereits überwiesen bekommen. Wir werden Ihnen die zweite Grundgebühr ebenfalls erstatten. Die Techniker-Gebühr bekommen Sie ebenfalls überwiesen.“ Was denn mit den Handy Rechnungen sei, wollte ich wissen. „Immerhin sind das allein im Dezember 74 Euro gewesen, nur für Gespräche mit Ihrer Hotline. Und im Januar kommen da noch ein paar dazu“, erklärte ich. Diesmal überlegte sie nicht und schlug folgendes vor: „Sind Sie mit 100 Euro pauschal einverstanden?“

    Das war ich. Bedankte mich. Versprach, ihr noch am gleichen Abend das Fax mit der Bestätigung zu schicken. Bedankte mich wieder. Und verabschiedete mich. Und merkte dann erst, wie sehr mein Herz klopfte. Ich war wieder frei.

    Zumindest fürs Erste. Denn ich traute dem Frieden noch nicht ganz. Bereits am nächsten Tag hatte ich eine Mail im Postfach. 1&1 bedauerte meine Entscheidung, bestätigte aber hiermit meine Kündigung des Vertrages auf den 20.Januar. Und am Abend des 20. loggte ich mich versuchsweise unter meiner Kundennummer ein und konnte feststellen, dass jegliche Verträge, Pakete und Domains beendet und entfernt waren.

    Wieder tags darauf konnte ich erfreut feststellen, dass mir 1&1 die Grundgebühr für Dezember, die 100 Euro für Handyrechnungen und die 32  Euro Techniker-Gebühr bereits überwiesen hatten. Dazu erhielt ich ein Schreiben von Frau Schmidt, in dem sie nochmals bestätigte, dass mein Vertrag beendet sei und ich mich auf die Suche nach einem neuen Anbieter machen könnte.

    So einfach war das.

    Würde ich gerne sagen. Denn so einfach war es natürlich nicht. Dieses schnelle Eingreifen, diese letztendlich doch schnelle Hilfe verdanke ich ganz allein der Solidarität und der Vernetzung in der Blogosphäre, dem glücklichen Umstand, dass jemand mit Kontakten aufmerksam wurde und sich engagierte und letztlich auch dem Umstand, dass ich als Blogger solche Geschichten öffentlich machen kann. Viele andere Kunden haben weder das Glück noch die Möglichkeiten wie ich.

    Ich bin in der deutschen Blogosphäre nur ein kleines Licht, aber dennoch offensichtlich hell genug, um etwas Aufmerksamkeit zu erregen. Was mich ehrlich gesagt, immer noch fasziniert (und auch immer wird). Außerdem zeigt sich mir zum ersten Mal deutlich, wie wichtig und praktisch soziale Netze sein können. Das Vernetzten in Communities, bei Twitter, unter Bloggern, in Netzwerken wie Xing und Facebook. Mit etwas Glück findet man  jemanden, der einem aus der Patsche helfen kann.

    Ich kann Herrn König und Herrn Waidele nicht genug danken für ihre Hilfe. Ohne sie würde ich garantiert noch immer in dem Vertrag stecken und mich auf einen Prozess vorbereiten müssen. Ich wüsste, dass ich noch lange würde streiten müssen, um mein Recht zu bekommen.

    Bin ich nun mit 1&1 wieder versöhnt? Ein klares Nein. So sehr ich Frau Schmidt auch dankbar bin (und das bin ich wirklich), so muss ich doch die Frage stellen, weshalb man nicht früher reagiert hat? Weshalb war ein so langer Kampf vonnöten? Weshalb wurde erst etwas getan, als man an den Pressesprecher heran trat? Wieso bekommt man keine klaren Antworten, wird vertröstet, hingehalten und herein gelegt? Wieso ist niemand imstande, sich der Sache gezielt anzunehmen, Lösungen zu finden? Wieso befassen sich so viele verschiedene Stellen mit dem Problem, ohne sich abzusprechen? Wieso weiß Links nicht, was Rechts tut und umgekehrt? Dieses Happy End verdanke ich nicht dem vorbildlichen Umgang mit Kunden bei 1&1, sondern einzig dem Eingreifen von jemandem, der jemanden kennt, der etwas bewegen kann.

    Wie erwähnt, weiß ich nicht, welche Position Frau Schmidt bei 1&1 (übrigens in Karlsruhe und nicht in Montabaur) inne hat und wie sehr man ihr dort zuhört. Doch ein klein wenig hoffe ich, dass diese Geschichte vielleicht aufgenommen wird und als schlechtes Beispiel dient, wie Kunden, die ein Problem haben, bei 1&1 behandelt und im Stich gelassen werden. So kann ich allen Geschädigten, die mit ihren Problemen nicht weiter kommen nur folgende Tipps mit auf den Weg geben: Vergesst die Hotline, dort werden Eure Probleme zwar angehört und vielleicht sogar aufgenommen und möglicherweise sogar weiter geleitet. Aber sie verlaufen stets im Sande. Macht soviel schriftlich wie möglich und spart euch das Geld für teuere Anrufe. Sucht euch Hilfe, wendet euch an Foren und Communities, oder, falls ihr ein Blog oder ähnliches habt, berichtet. Gebt den Firmen eine gewisse Zeit, das Problem in den Griff zu bekommen, scheut euch aber nicht davor, irgendwann eine Frist zu setzen und einen Anwalt einzuschalten. Das ist euer gutes Recht. Aber auf alle Fälle, geht damit an die Öffentlichkeit. Es war noch nie so leicht wie heutzutage.

    Ich wünsche allen, die gerade mit 1&1 oder einem anderen Anbieter zu kämpfen haben, viel Glück. Am besten soviel Glück, wie ich es jetzt hatte. Ich suche mir nun einen neuen Anbieter, damit ich bald wieder regelmäßiger bloggen kann.

  • Die Blogosphäre zeigt sich solidarisch

    Wie schön. Bei Twitter werden bereits Sammlungen veranstaltet und gefragt, wer ein Tässchen Internet für mich übrige hat. Man bietet mir auch an, Internet-Pornos für die Internetlose Zeit auszudrucken. Man gibt mir, wie auch hier in den Kommentaren, Tipps, wie ich am besten vorgehen sollte, um bald wieder im Netz zu sein. Und nun gibt es sogar einen ersten Blogeintrag mit einem offenen Appell an 1&1. Danke Stefan. Die Idee mit dem Button gefällt mir. Kann ich darauf zurück kommen, wenn 1&1 mich nicht heraus lässt?

    Update: Auch die Zentrale der Macht steht voll hinter mir. Danke dafür. Damit sollte sich doch nun wirklich was tun.

    Ich fühle mich ein klein wenig wie Nelson Mandela. Oder wie die Ukraine, während 1&1 mein Gazprom ist. Oder so. Okay, ich drehe langsam durch…

  • Noch mehr Ärger mit 1&1

    Den folgenden Artikel habe ich schon einmal geschrieben. Bis zur Hälfte. Dann musste ich leider feststellen, dass er viel zu lang werden würde, denn das Thema wollte und wollte einfach kein Ende nehmen. Es geht um 1&1, um meinen Umzug, um die Unfähigkeit dieser Firma, meinen DSL-Anschluss freizuschalten und um noch viele weitere Unfälle die folgten. Um niemanden zu übermüden oder zu langweilen, hier also „Bisher bei: Ärger mit 1&1“ in Kurzform:

    Anfang, vielleicht Mitte November rufe ich bei der Umzugshotline  von 1&1 an und gebe meine neue Adresse durch. Diese Umzugshotline ist übrigens die einzige Möglichkeit, seinen Umzug mitzuteilen. Die Frau am Telefon sagt mir, dass es gut fünf Wochen gehen könnte und mich 49 Euro kostet, meinen DSL-Anschluss umzuziehen. Ich gebe mich damit zufrieden und harre der Dinge, die da kommen.

    Ein paar Tage später bekomme ich einen Anruf von 1&1. Der Mann am Telefon sagt mir, ich habe einen neuen Vertrag bekommen. Ich bin etwas erstaunt und hake  nach. Offenbar ist das die neue Geschäftspraktik bei Umzügen. Man würde mich ab sofort wie einen Neukunden behandeln, inklusive neuem Router (Home Server), inklusive 150 Euro Begrüßungsgeld und inklusive weiteren 24 Monaten Laufzeit. Zugegeben, ich ließ mich blenden. Neue Hardware, Geld, klar wieso nicht? Bisher (10 Jahre in etwa) hatte ich nicht soooo viel Ärger mit 1&1 und auch nicht vor zu wechseln. Also nehme ich auch die 24 Monate und den neuen Vertrag in Kauf.

    Am 1.Dezember ziehe ich in die neue Wohnung und schließe wenige Tage später versuchsweise meinen alten Router an. Er funktioniert. Mit meinen bisherigen Anschlussdaten komme ich tatsächlich ins Netz. Wenn auch ohne Telefon. Erstaunlich.

    Am 4.Dezember kommt die E-Mail mit der Bestätigung meines Umzugs und dem Termin für den Technikerbesuch. Am 17.12 würde dieser bei mir erscheinen, ich müsse dafür auf alle Fälle zuhause sein und sollte bitte Bescheid geben, wenn ich den Termin nicht wahrnehmen könnte. Der Techniker würde zwischen 8 und 14 Uhr vorbei kommen.

    Mittlerweile bin ich komplett im Umzugsstress und bekomme den neuen Router geliefert.

    Am 10.12 rufe ich bei der Hotline an, um den Termin zu ändern, da ich am 17.12 Frühschicht habe und nicht zuhause bin. Die Hotline Mitarbeiterin sagt mir, dies sei nicht möglich, ich hätte das bis zum 9.12 sagen müssen. Nun könnte man den Termin nicht mehr ändern. Die Frage, wo denn das stünde, will sie nicht beantworten. Weiteres Fragen und Betteln nützt nichts, der Termin steht.

    Tags darauf gehe ich zu meinem Chef und beantragte Urlaub für diesen Tag. Es gibt keine andere Möglichkeit. Sonst bucht mir 1&1 60 Euro Gebühr ab, wenn der Techniker mich nicht antrifft.

    In der Nacht vom 16. auf den 17.Dezember hört mein DSL-Anschluss auf zu funktionieren. Als ich um 7 Uhr aufstehe, blinkt der Router. Keine Verbindung mehr möglich. Dann stehe ich bis um 14 Uhr am Fenster und warte. Es kommt kein Techniker. Ein weiterer Anruf bei der Hotline. Ich solle Tags darauf anrufen, denn man müsse die Rückmeldung des Technikers abwarten.

    Am nächsten Tag weiß die Hotline noch immer nichts Neues. Man werde es an die entsprechende Stelle weiter leiten. Ach und übrigens erfahre ich auch, dass der Techniker gar nicht in meine Wohnung hätte kommen müssen. Ach und da fällt gerade auf, dass der Techniker für den 16.12 bestellt worden sei. Das sei ja komisch.

    Ich sollte zwischendurch erwähnen, dass all diese Gespräche nicht so kurz und nüchtern vonstatten gingen. Teilweise hing ich bis zu 7 Minuten in der Warteschleife, bis ich mit einem Menschen sprechen konnte. Meist wurde ich weiter verbunden und wieder in Warteschleifen geschickt. Ich hörte unzählige Melodien und Songs. Jedesmal sprach ich mit einem neuen Mitarbeiter, der stets von neuem ins Bild gesetzt erden musste. Keiner wusste Bescheid. Dafür bekam ich Entschuldigungen und Versprechungen. Eine Mitarbeiterin schrie mich, als mir nach 45 Minuten des Weiterverbindens der Kragen platzte.

    Noch am gleichen Tag bin ich an meinem Kontoauszugsdrucker und entdecke zwei Abbuchungen, die am nächsten Tag als Rechnung ins Haus flattern. Zum einen hat mir 1&1 die Umzugsgebühr von 49 Euro abgebucht. Zum anderen aber auch 32 Euro Netto für einen Technikerbesuch. Und zwar noch bevor der Techniker überhaupt da war. Der Anruf bei der Hotline bestätigt mir, dass dies wohl ein Fehler war. Natürlich ist die Technikergebühr schon in der Umzugsgebühr enthalten. Ich habe also doppelt für einen Techniker bezahlt, der nie gekommen ist. Man werde das an die entsprechenden Bearbeiter weiter leiten.

    Habe ich schon erwähnt, dass all diese Gespräche per Handy stattfanden, da mein Telefon ja nicht funktionierte? Und habe ich eigentlich auch erwähnt, dass ich zwischen diesen Anrufen auch Mails verschickte? Viele Mails. Meine Nachbarn ließen mich in ihr WLAN-Netz und wenn ich mich eng an die Schlafzimmerwand drücke, kann ich tatsächlich etwas Internet abbekommen. Genug, um die Mails herauszuschicken.

    Und um auf die 1&1 Homepage zu gelangen. Dort dann der neue Schock. Ich bin plötzlich im Besitz von 4 Verträgen. 2 DSL-Flatrate-Komplett Verträge und jeweils 2 Entertainment Verträge (dieses unsägliche Maxdome). Und der Mitarbeiter an der Hotline behauptet auch noch, ich selbst hätte diesen neuen Vertrag abgeschlossen. Warum auch immer. Wieder platzt mir der Kragen. Ich will sofort mit der zuständigen Stelle verbunden werden. Die entschuldigen sich und versichern, den alten Vertrag alsbald zu stornieren.

    Kurz darauf bekomme ich eine E-Mail, in der bestätigt wird, dass der alte Vertrag zum 31.12 storniert wird. Da fällt mir wieder etwas auf und ich kontrolliere es auf der 1&1 Homepage. Ich bin noch überall mit der alten Adresse gelistet. Der Umzugsservice hat nirgendwo meine neue Adresse hinterlegt. Selbst der neue Vertrag, den man mir ohne mein Wissen und ohne Zustimmung aufgedrückt hat, läuft auf die alte Adresse. Mir geht ein Licht auf, weshalb man den Fehler nicht findet. Der Fehler wird an der falschen Adresse gesucht.

    Ich teile der Hotline meine neue Adresse mit. Schon wieder. Ich höre Entschuldigungen. Schon wieder. Und man verspricht mir alles mögliche. Schon wieder.

    Viele Tage später muss ich die Adresse dennoch selbst im 1&1-Control-Center ändern und ab sofort sind die Mitarbeiter bei jedem meiner Anrufe verwirrt und fragen mich, wo ich derzeit wohne. Ich bin mit meinen Nerven langsam am Ende.

    Am 20.Dezember telefoniere ich wieder mit der Hotline. Man sei dabei, den Fehler herauszufinden. Mit Sicherheit würde alles in den nächsten Tage behoben sein. Obwohl, da komme ja das Wochenende, ach und dann ja Weihnachten, naja, aber dann. Ich fahre am gleichen Tag zu meiner Familie, verbringe Weihnachten weit weg in der Heimat und komme am 26.Dezember zurück. Der Router blinkt noch immer.

    Ich bekomme einen Anruf von einem Techniker (natürlich auf mein Handy). Er hätte gehört, mein DSL würde nicht funktionieren. Ich solle mir keine Sorgen machen, man würde einen Techniker an die Verbindungsstelle schicken, der würde sich das anschauen und in spätestes 2 Tagen hätte ich Internet. Zum Abschied nennt er mich Herr Johannson und ich weiß, dass ich auf keine Wunder hoffen darf.

    Dann kommt die Rechnung. Die Internet-Flat-Rechnung vom Dezember. Sie beläuft sich auf über 70 Euro. Es ist der 30.Dezember. Die Mitarbeiterin in der Hotline kann sich das nicht erklären. Ich aber schon. Bestimmt hat man mir beide Verträge berechnet. Ich verlange die Rücküberweisung des zuviel gezahlten Betrages. Das kann die Mitarbeiterin aber nicht. Sie werde es weiter leiten. Ich schreibe eine Mail und bekomme die Antwort, dass man sich darum kümmern und aus Kulanz (wirklich, das stand da) die Rechnung in ausgedruckter Form zusenden würde. Dort lese ich genau das. Im Dezember 2008 bezahlte ich zwei DSL-Verträge, die nicht funktionieren.

    Habe ich eigentlich erwähnt, dass man mir mittlerweile entweder mit größtem Mitleid oder Häme begegnet, mich entweder tröstet oder aufzieht, was das Internet angeht? Für mich bedeutet 1&1 mittlerweile ein Mittelfinger und noch ein Mittelfinger als Antwort.

    Es folgen weitere Mails, die mir alle versprechen, die noch immer ausstehenden 32 Euro (zwar netto, aber ich nehme sie mittlerweile auch so) baldmöglichst zu überweisen. Und mir natürlich den doppelt bezahlten Vertrag zurück zu überweisen, bzw. mit der nächsten Rechnung zu verrechnen. (25 Euro und ein paar Zerquetschte, da ja der neue Vertrag erst am 10.Dezember startete)

    Das neue Jahr beginnt. Hallo 2009.

    Am 2.Januar ruft mich 1&1 an. Da sei wohl noch eine Störung meines DSL-Anschlusses. Ob ich am 7.Januar zuhause sei. Man würde einen Techniker zu mir nach Hause schicken, denn offenbar muss das Problem doch bei mir in der Wohnung bestehen. Der Techniker würde alles in Ordnung bringen.

    Immerhin – mittlerweile bin ich den zweiten Vertrag los und ich konnte auch die beiden Entertainment Pakte kündigen. Ich habe nun also nur noch einen Vertrag, Laufzeit bis Dezember 2010 und noch immer keinen Internetanschluss. Es ist der 5.Januar 2009.

    Es ist der 7.Januar. Und es kommt kein Techniker. Ich schreibe spät Abends im Bett noch eine Mail, die um 4:30 Uhr des 8.Januar beantwortet wird. Man kümmert sich bereits intensiv um meine Angelegenheit.

    Am 10.Januar mache ich meinen letzten Anruf bei der Hotline. Der Mitarbeiter ist einigermaßen überrascht, dass der Techniker nicht kam. Dann ist er einigermaßen überrascht, dass ich offensichtlich umgezogen bin. Der Techniker war nämlich zur alten Adresse geschickt worden. Schon wieder. Bis dahin hat das Gespräch wieder sage und schreibe 20 Minuten gedauert. Und nun drohe ich.

    Am 12.Januar schreibe ich einen Brief. Ein Einschreiben. Darin zähle ich all die Verfehlungen auf, die falschen Rechnungen und den noch immer bestehenden Status, des nicht vorhandenen DSL. Ich setze 1&1 eine Frist von 14 Tagen, das Problem in den Griff zu bekommen und mir die Leistungen zur Verfügung zu stellen, für die ich bereits bezahlt habe. Ansonsten werde ich am 26.Januar den Vertrag wegen nicht erbrachter Leistung stornieren und die Einzugsermächtigung beenden.

    Am 13.Januar bekomme ich wie zum Hohn eine Mail von 1&1, in der man mir freudig mitteilt, dass man die Störung behoben habe und mein DSL nun einwandfrei funktioniert.

    Was nicht der Fall ist.

    Es ist der 15.Januar und ich bin ohne Internet und ohne Telefon. Meine Handykosten belaufen sich im Dezember auf genau 100 Euro, 74 davon waren für die Hotline-Gespräche. Außerdem warte ich noch immer auf die 32 Euro Technikergebühr, die mittlerweile versprochenen 25 Euro für den doppelten Vertrag im Dezember und die 150 Euro Startguthaben (auf die ich gerne verzichte, wenn ich nur heraus komme, ebenso wie auf den neuen Router).

    Ich verzichte nun auch absichtlich auf ein Fazit oder weitere Deutungen und Anmerkungen. Die Geschichte steht nun erst einmal so wie sie ist. Zu gegebener Zeit werde ich noch etwas Abschließendes zu diesem Drama schreiben. Vorerst erwarte ich den 26.Januar und hoffe inständig, dass 1&1 die Vertragskündigung akzeptiert und ich endlich diese Hölle verlassen kann.

    Update: Die Geschichte hat mittlerweile ein gutes Ende genommen. Bitte hier die spannende Geschichte bis zum Happy End lesen.

  • Das Internet mag mich nicht mehr

    So kommt es mir zumindest grade vor. Nicht nur, dass ich selbst noch immer kein vernünftiges Internet zu Hause habe und es nicht absehbar ist, wann 1&1 das geregelt bekommt, nun spinnt auch noch mein Blog herum. In den letzten drei Nächten war es nicht zu erreichen, wofür ich mich hier bei allen potentiellen Lesern entschuldigen möchte. Schuld war offenbar eine falsche Konfiguration oder ein Bug bei meinem Webhoster. Mein Blog übersprang die 500MB Marke, woraufhin der Server sagte: Das ist zuviel und einfach abschaltete. Jetzt sollte es aber wieder funktionieren.

    Mittlerweile sind meine Besucherzahlen natürlich arg in den Keller gerutscht: Keine neuen Artikel, keine Möglichkeit, das Blog aufzurufen. Schmerzlich sehe ich auf meine Statistiken und erkenne, dass ganz schnell alles verloren ist, was ich in den letzten Monaten erreicht hatte.

    Doch Besserung ist in Sicht. In den nächsten Tagen werde ich zu einem neuen Anbieter wechseln. Und auch dort wird es dann in den nächsten Wochen noch ein paar Veränderungen geben, was wieder bedeutet, dass mein Blog für bestimmte Zeit nicht erreichbar sein wird. Und sobald ich wieder richtig am Netz bin, wird es auch wieder mehr Artikel geben. Versprochen.

    Mein Ziel ist es definitv, mein Blog im Jahr 2009 so gut und erfolgreich zu machen, wie nie zuvor.

  • Hallo 2009!

    Ich bin noch da. Und ich möchte euch allen ein schönes neues Jahr wünschen. Ein erfolgreiches, tolles, wunderbares Jahr 2009. Derzeit drücke ich mein Macbook noch immer gegen die Schlafzimmerwand, um immerhin etwas von Nachbars WLAN abzubekommen. Und vielleicht, ja vielleicht ist 1&1 auch gewillt mir dieses Jahr mein Internet wieder zurück zu geben. Die Chancen sind klein, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Bleibt mir treu und drückt mir die Daumen.

  • Fröhliche Weihnachten – nicht der Film, sondern echt jetzt

    Der am meisten aufgerufene Artikel meines Blogs war in den letzten Wochen mal wieder „Fröhliche Weihnachten – der Film„. Er mausert sich auch langsam zum meist-kommentierten. Was mich zwar freut, den Inhalt betreffend aber wieder einmal traurig macht. „Fröhliche Weihnachten“ gibt es noch immer nicht auf DVD, das deutsche Free-TV weigert sich wieder einmal, ihn zu zeigen und ich konnte immer noch nicht heraus finden, welcher Herausgeber eigentlich für eine Anfrage zuständig ist. Wir werden wohl bis nächstes Jahr warten müssen.

    Und so möchte ich euch, den besten, cleversten und hübschsten Lesern der Welt ein wunderbares Weihnachtsfest wünschen. Inmitten der damalige Freundinn, mit gutem Essen, reichlich Geschenken und, falls nötig, anderen guten Filmen. Ich hoffe, ich kann bald wieder regelmäßig bloggen. Sobald in der Wohnung alles fertig ist und ich auch wieder Internet habe.

    Genießt die Feiertage. Und bleibt mir treu.

  • Nachbarschaftshilfe

    Nun habe ich überhaupt kein Internet mehr. Warum, erzähle ich euch noch dieses Wochenende, wenn ich im Süden bei der Familie bin und die Ruhe und das Netz habe, darüber zu berichten. Derweil musste ich vieles ertragen. Sehr vieles. Und zwar so lange, bis ich entnervt bei den neuen Nachbarn klingelte. Ich erzählte in einer Kurzversion, was mir in den letzten Tagen widerfahren war und bat darum, mich in ihr WLAN-Netz einklinken zu dürfen. Nett wie sie sind, gaben Sie mir ihr Passwort. Und ich habe ihnen zum Dank dafür eine Packung Kekse vor die Tür gestellt. Ihr WLAN-Netz ist nicht das stärkste. Ich bekomme eine schwache Verbindung nur, wenn ich im Schlafzimmer bin, an der Wand hockend, die an ihre Wohnung grenzt. Aber immerhin. So konnte ich euch zumindest diese kleine Geschichte schreiben und mal wieder ein Lebenszeichen geben. Ein Lebenszeichen aus einer netten Nachbarschaft.

  • Ärger mit 1&1

    Erst vor wenigen Tagen wurden die Ergebnisse einer Umfrage der Verbraucherzentralen veröffentlicht, nach denen die Mehrheit der DSL-Kunden unzufrieden mit ihren Anbietern seien. Vielleicht habt ihr davon gelesen, vielleicht seid ihr auch selbst davon betroffen. Fast jeder hat seine Geschichte. Dies hier ist meine.

    Mein Anbieter heißt 1&1 und bis gestern konnte ich ihm nur wenig vorwerfen. Wenn, dann das übliche: eigenartige Rechnungen hier und da, schlecht erreichbare und überteuerte Hotline und der übliche Ärger beim Umzug. Letzteres durfte ich vor einem Jahr schon einmal mit machen. Und nun, da wieder ein Umzug anstand, befürchtete ich schon das schlimmste. Zunächst begann alles recht einfach und sogar etwas drollig. Die Kundenbetreuerin am Telefon antwortete auf meinen Wunsch nach Umzug mit einem „Sie müssen wissen, dass wir dafür eine Gebühr über 50 Euro erheben und sie mit einer Wartezeit von etwa fünf Wochen rechnen müssen“ gefolgt von einer langen Pause. Die ich mit einem „Äh, ja, hab ich denn eine andere Wahl?“ unterbrach. Die Daten wurden aufgenommen, man sagte mir, ich würde informiert werden und stellte mich darauf ein, in der neuen Wohnung etwa zwei Wochen ohne Internet leben zu müssen.

    Eine Woche vor dem Umzug rief mich 1&1 an, um mitzuteilen, dass mein neuer Vertrag nun abgeschlossen sei. „Mein neuer Vertrag?“ fragte ich verwundert. Ja, man habe mir einen neuen Vertrag gegeben, mit neuen 24 Monaten Laufzeit, dafür aber mit neuer Hardware (1&1 Home Server) und dem Startguthaben von 150 Euro. Nun, eigentlich hätte ich protestieren sollen, aber da ich bisher recht zufrieden war, den neuen Router gerne annahm und man mir auch noch Geld bot, ließ ich es durch gehen. (Ich bin so käuflich) Weiterhin erzählte mir der junge Mann am Telefon, dass die Internetlose Zeit eigentlich ab dem Datum des Umzugs beginnen würde. Was theoretisch bedeutete, dass ich ab dem 1.Dezember für fünf Wochen kein Internet oder Telefon hätte (mittlerweile hatte ich mich ja von der Telekom abgewandt und einen Komplettanschluss von 1&1). „Aber“, so sagte der Bearbeiter „ich werde die Angaben von meiner Kollegin ändern und so werden sie bereits Anfang Dezember alles bekommen. Sie werden rechtzeitig informiert werden.“ So weit, so gut.

    Der Umzug kam, irgendwann stöpselte ich meinen alten Router ein und hatte bereits Netz, auch wenn ich nicht wusste, weshalb. Und am gleichen Tag erhielt ich die Mail, in der man mich über den Besuch des Technikers informierte. Dieser würde am 17.Dezember bei mir in der Wohnung erscheinen, um alle nötigen Änderungen vorzunehmen, damit ich ab diesem Tag mit voller Geschwindigkeit surfen konnte. Sollte ich an diesem Tag zwischen 8 und 14 Uhr nicht zu Hause, sollte ich bitte bei der Hotline einen neuen Termin vereinbaren. Ansonsten würden mir 60 Euro Gebühr für einen erfolglosen Versuch des Technikers berechnet. Prima. Mir war sofort klar, dass ich einen neuen Termin brauchte, denn an jenem Vormittag musste ich natürlich arbeiten.

    Eine gute Woche verstrich mit unendlichem Umzugsstreß, bis ich gestern endlich dazu kam, die 1&1 Hotline anzurufen. Kennt ihr den Werbespot mit dem Marktverkäufer, der mit Roboterstimme versucht Bananen zu verkaufen, obwohl die Kundin Äpfel will? Ihr kennt diese Hotlines sicherlich auch und die von 1&1 ist kaum besser. 14 Cent in der Minute, Mobilfunkpreise ggf. abweichend kostet der Spaß. Mangels Telefonleitung hing ich also an meinem Handy und sagte in stetig lauter werdendem Ton Dinge wie „Ja. Weiter. DSL! Schaltung! Information!!!! JA!!!“, nur um vier Minuten später endlich verbunden zu werden. Mit schneller Stimme erklärte ich mein Dilemma und bat um einen neuen Termin für den Techniker. Nachmittags vielleicht. Der Bearbeiter entschuldigte sich, leider sei da nichts mehr zu machen. Der Techniker käme zwischen 8 und 14 Uhr. Ich fragte, weshalb da nichts zu machen sei, schließlich sollte ich doch anrufen für einen neuen Termin. Ja, antwortete er, hätte ich tags zuvor angerufen, so aber würde der Techniker zwischen 8 und 14 Uhr kommen. Aber da sei ich nicht zuhause. Aber da könne er nichts machen, der Techniker käme zwi… „Jaja, ich weiß. Aber ich bin nicht da!“ Mittlerweile dauerte das Gespräch an die zehn Minuten.

    Ich wies darauf hin, dass in dem Schreiben nirgendwo gesagt wurde, dass man sich maximal acht Tage vorher für eine Terminänderung melden musste. Es war nun eine Woche vor dem 17.Dezember. Es tat dem Kerl am anderen Ende der Leitung leid, ich habe da wohl … drei … Bananen … gewählt. Ich resümierte: „Das heißt also, ich weiß schon jetzt, dass der Techniker kommt, mich nicht antrifft und ihr mir 60 Euro auf die Rechnung setzt.“ „Ja.“ „Und dann? Wann bekomme ich dann mein Internet?“ „Nun, der Techniker könnte dann erst in zwei Wochen wieder… „ Ich unterbrach. „60 Euro. Für nichts. Und Internet erst im neuen Jahr. Das kann jetzt nicht ihr Ernst sein.“ „Nun, sie haben … Bananen gewählt.“

    „ÄPFEL!“ schrie ich ins Telefon und pfefferte das Handy an die Wand legte wutentbrannt auf. Die Konsequenz des ganzen sieht folgendermaßen aus: Ich habe wieder einmal etliche Euro in ein nutzloses Hotline-Gespräch investiert. Ich werde am 17.Dezember frei nehmen müssen, um auch tatsächlich vor Ort zu sein. Und ich habe gelernt, dass es mit dem Service bei DSL-Anbietern wirklich nicht zum Besten steht. Wenn ich da an meine Mum denke, die zwar etwas mehr für ihr Internet bezahlt, dafür aber wirklichen Service von der Telekom bekommt, so glaube ich, 1&1 nicht mehr lange treu zu sein. Also nach den zwei Jahren, die man mir wieder einmal verkauft hat. (Und ja, ich weiß, das habe ich schon mal gesagt – herrje bin ich käuflich)

    Jeder hat seine DSL Geschichte. Und ich weiß, dass meine noch verhältnismässig harmlos ist. Was ist eure Geschichte?

  • Steck ihn mir rein

    Ein riesiges Manko der neuen, großen Wohnung ist die spärliche Anzahl an Steckdosen in der Wand. Im Wohnzimmer finden sich Sage und Schreibe gerade mal vier Dosen, verteilt in alle vier Ecken. Nun, da ich mein Multimediazentrum installiert habe, sehe ich bereits jetzt 6 Stecker auf dem Boden liegen und nach Strom lechzen. Und da kommen noch Geräte dazu. Stehlampen sind auch noch nicht mit eingerechnet. Verteilerstecker müssen her, keine Frage. Nicht, dass ich keine im Haushalt hätte, aber alle meine Steckdosenleisten sind schon viele Jahre alt, lagen stets im Staub hinter Schränken und die meisten davon waren wohl billige Grabbeltisch-Produkte für Drei Euro fuchzich.

    Neulich hörte ich im Radio vom Tod einer älteren Frau, die an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung während eines Wohnungsbrandes starb. Auslöser für den Brand waren vermutlich billige Stecker oder Dosen und ein unweigerlicher Kurzschluss. Solche Nachrichten treiben mir den Schweiß auf die Stirn.

    Also ab zum nächsten Elektroladen und umgeschaut, welche empfehlenswerten Steckdosenleisten es gibt. Zunächst mal eine Menge. In einer Preisspanne von fünf bis neunzig Euro, mit Überspannungsschutz und Entstörfilter, mit einem oder fünf Schaltern, mit drei Dosen oder acht. Und allen Zwischenschritten. Wobei natürlich klar ist, dass die Leisten mit allem Drum und Dran die teuersten sind. Ich bin wieder überfordert. Einerseits sollte es schon etwas qualitativ wertvolles sein, andererseits möchte man sich ja nicht in den Ruin treiben "für ein paar doofe" Steckdosen.

    Habt ihr denn Tipps für mich? Was benutzt ihr, welche Steckdosenleisten sind empfehlenswert und einigermaßen erschwinglich? Wo bekommt man sie am günstigsten? Oder auch anders gefragt, hängt die Qualität unbedingt mit dem Preis zusammen? Was sollte man mindestens investieren, um etwas Vernünftiges zu bekommen?

  • Vom Umziehen vorm Umziehen

    Und wieder ist es soweit. Die Kartons stapeln sich, die Wände leeren sich. Ich ziehe um. Aber diesmal nicht allein, denn die damalige Freundin zieht mit. Wir ziehen zusammen, in eine riesige Drei-Zimmer-Wohnung (in der man sich zur Not auch wunderbar aus dem Weg gehen kann), mit Badewanne, trockenem Keller und Edeka auf der anderen Straßenseite. Es geht diesmal in den Süden Duisburgs, fast an die Stadtgrenze zu Düsseldorf und man sagte uns, die Einwohner dieses Stadtteils zählten sich auch eher zur Landeshauptstadt und würden sich als Rheinländer bezeichnen, nicht als Potter. Sehr sympathisch. Ich freu mich riesig.

    Seit Wochen steh‘ ich auch etwas neben mir. Selten zuvor hat mich ein Umzug bereits im Vorfeld so gestresst wie dieser hier. Aus vielfachen Gründen, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann/darf/will. Morgen kommen die ersten Freunde/Kollegen, wir holen einen Transporter aus einem hiesigen Baumarkt, dann geht es los. Erstmal nur Kartons und Kleinteile. Am Sonntag dann helfen uns zwei kräftige Kollegen/Freunde bei den schweren Sachen wie Küche, Kühlschrank, Waschmaschine etc. Am Montag dann erreicht uns die erste Lieferung neuer Möbel, inklusive wunderbarem neuen Sofa. Auf dem ich garantiert sofort einschlafe, sobald die Folie entfernt ist.

    Für mein Onlineleben bedeutet der Umzug natürlich wie immer kürzer treten. Nicht nur, weil mir in den nächsten Tagen die Zeit fehlen wird. Sondern weil es ja Wochen und Monate geht, bis man wieder eine funktionierende Internet- und Telefonleitung hat. Und das obwohl ich mich diesmal nur mit einem Anbieter ärgern muss. 1&1 kündigte an, es könne etwa fünf bis sechs Wochen gehen. Ob ich damit einverstanden sei, hatte die Dame von der Hotline gefragt. Hatte ich denn eine Wahl? Vor zwei Wochen dann ein weiterer Anruf, diesmal beruhigte man mich ein wenig und erklärte, ich könne damit rechnen, spätestens in der zweiten Dezemberwoche wieder online zu sein. Mit voller Geschwindigkeit und Home-Server. Warten wir es ab.

    Es wird also erst mal wieder etwas ruhiger hier. Und wie immer gilt: bleibt mir treu, stellt nichts an, wir lesen uns dann. Bis bald.

  • Where the Hell is Matt 2008

    Matt sollte jedem Internet-Nutzer ein Begriff sein. Denn was Matt veranstaltet, ist einfach wunderbar. Er reist um die Welt um vor beeindruckenden Kulissen, in abgelegenen Orten, an verrückten Plätzen oder schlicht um die Ecke einen lächerlichen Tanz aufzuführen. Immer in der Mitte des Bildschirms, immer schnell weiter zum nächsten Land, dessen Name im Untertitel eingeblendet wird. Dazu spielt jedesmal eine wunderbare Musik. Jetzt hat Matt sein Dancing Video 2008 veröffentlicht und ich finde es das schönste bisher. Lasst euch einfach die nächsten paar Minuten bezaubern.

    https://youtube.com/watch?v=zlfKdbWwruY%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1

    Gefunden bei sebbi.

  • Umzugslicht und Umzugsradio

    Schon mal aufgefallen? Licht von unten erinnert immer an Umzugslicht. Radio aus kleinen Transistorgeräten klingt immer wie Umzugsradio. Ihr merkt schon, ich hänge voll drin.

  • iPhone-Besitzer und Hunde-Besitzer

    Hundebesitzer kommen bei ihren Spaziergängen immer wieder ins Gespräch. Anfangs vielleicht nur mit den Sätzen "Ist das ein Rüde?", "Keine Angst, der will nur spielen." oder "Nehmen Sie gefälligst ihren Scheißköter an die Leine!" Doch mit der Zeit begegnet man sich allnachmittäglich, plaudert, tauscht sich aus und sieht den Hunden zu, wie sie tollen und schnuppern. Mit einem Hund hat man immer Gesprächsstoff und die Besitzer haben sich immer was zu sagen.

    Mit iPhone-Besitzern ist das genauso, wie mir neulich im Zug auffiel. Als iPhone-Besitzer gehört man automatisch einer ganz speziellen Gruppe von Menschen an, die sich ebenfalls austauschen und immer Gesprächsthemen finden. Sobald man das iPhone herausholt, werfen einem die Leute Blicke zu, die einen neidisch, die anderen mit wohlwollendem Lächeln, während sie ebenfalls ihr iPhone auspacken. "Kommen Sie mit der Tastatur zurecht?" "Haben Sie schon die neue Firmware-Version?" "Darf ich fragen, wo Sie diese Tasche für ihr iPhone gekauft haben?" Letzte Frage habe ich vorgestern im Zug gestellt und so auf einfache Art und Weise einen Weihnachtswunsch entdeckt.

    Wenn ich dann doch irgendwann mal einen Hund habe, werde ich dann gar nicht mehr in Ruhe gelassen?

  • Am Arsch der Welt

    Ich habe ihn entdeckt. Den Arsch der Welt. Denn ich war dort. Zwei Tage lang oder besser gesagt knapp 36 Stunden. Es ist ein Land, in dem die Erde rot ist und die Berge schroff. In dem die Einwohner kantig sind und eigenartig sprechen. Ein Land, dass nur aus Industrie zu bestehen scheint oder aus dem Weinanbau, was konträrer kaum sein könnte. Ein Land, in dem Firmen, die Porzellanartikel herstellen, am Eingang in Leuchtschrift verkünden, dass seit 167 Tagen kein Unfall mehr passiert sei (und ich frage mich seitdem, was vor 168 Tagen passiert sein mag – ein Teller runtergefallen? Eine Kloschüssel einen Sprung bekommen?) Ein Land, das man nur durch ein langes, tiefes, gewundenes Tal erreichen kann. Oder von der anderen Seite. Die ich nicht gesehen habe. Es ist ein Land, das trostloser kaum sein könnte und in der Attraktivität Duisburg kaum nachsteht. Es ist … der Arsch der Welt.

    Ich kann euch leider nicht sagen, wo sich dieses Land befindet. Aus zwei Gründen. Zum ersten möchte ich mir nicht den Unbill seiner mit Sicherheit freundlichen Einwohner auf mich ziehen. Zum zweiten gibt es in dem ganzen Land weder ein GPRS- oder ein EDGE-Netz, weshalb mir Google Maps meines iPhones gar nicht sagen konnte, wo ich mich befand. Tja, Pech.

    Interessiert es euch eigentlich, weshalb ich den Arsch der Welt besuchte? Ich war beruflich dort und bekam die Chance, mir einen der vielen Verkehre unserer Firma anzusehen. Ich stand in einem Stahlwerk, wenige Meter neben einem 5 Meter hohen Kübel voller 1400 Grad heißem, flüssigem Eisen. Ich sah zu, wie dieser aus speziell dafür gefertigten Waggons entladen, oder besser gesagt gekippt wurde. Ich ließ mir erklären, welche Gefahren diese Transporte bergen und in welch genauem Zeitfenster all das geschehen muss. Ich nahm an einer Übergabefahrt teil von der Eisenhütte zum Stahlwerk. Und ich lernte einige der Kollegen kennen, die ich sonst nur am Telefon höre.

    Faszinierend war das Ganze auf jeden Fall. Leider durfte ich keine Fotos schießen (ich könnte diese ja an die Chinesen verkaufen, die noch immer nicht wissen, wie man die Qualität deutschen Stahls nach macht), also müsst ihr mir einfach vertrauen, wenn ich euch erzähle, dass das alles sehr groß, sehr heiß und sehr schmutzig ist.

    Übrigens verkündete die Leuchtschrift bei der Rückreise heute mittag 168 Tage Unfallfrei. Und der Arsch der Welt hat übrigens kein Geweih. Ah jooo.

  • Beowulf ab 12 Jahren – Antwort der FSK

    Vor gut einem dreiviertel Jahr hatte ich mich hier etwas über einen Film namens „Beowulf“ echauffiert. Doch nicht die Qualität des Streifens an sich brachte mich zur Weißglut, sondern die Tatsache, dass der Film bereits ab 12 Jahren freigeben war. In einer Zeit, in der Politiker und gewisse Medien immer lauter nach Verboten schreien, nach Zensur und der obligatorischen Schnittschere, war diese Entscheidung der FSK wie ein Schlag ins Gesicht für mich. Denn selten zuvor habe ich einen Film gesehen, der einem Kind so offensichtliche und übertriebene Gewalt und Blut entgegen wirft, wie Beowulf. 

    Ich bekam einige Kommentare auf diesen Artikel. Der interessanteste davon stammte von Christian Eberle, der mit mir einer Meinung war und diese der FSK kund tat. Und siehe da, sie antworteten auch. Christian veröffentlichte das Antwortschreiben ebenfalls in den Kommentaren. Da ich aber befürchte, dass es dort etwas untergeht, möchte ich es hier noch einmal aufgreifen. Und zwar weitestgehend kommentarlos von meiner Seite. Denn ich denke, der Brief spricht genug für sich, zeigt deutlich, wie die FSK arbeitet, wie es zu solchen Beurteilungen und Feststellungen kommt und was man selbst als mündiger Bürger und Kunde davon halten sollte. 

    Lest also selbst und teilt mir mit, was ihr davon haltet. Auf dass euch genauso die Spucke weg bleibt, wie mir.

    „Sehr geehrter Herr Eberle,

    bevor wir näher auf den genannten Film eingehen, lassen Sie uns einige
    Informationen zu unserer Arbeit vorausschicken: Die FSK ist im Auftrag der
    Obersten Landesjugendbehörden für die Freigaben von Kinofilmen, Videos und
    vergleichbaren Bildträgern sowie auch von Trailern und Werbefilmen
    zuständig. Sie vertritt damit den gesetzlichen Jugendschutz im Bereich
    audiovisueller Medien. Die Entscheidungen treffen pluralistisch
    zusammengesetzte Ausschüsse, deren Prüferinnen und Prüfer von der
    Öffentlichen Hand sowie Bundes- und Länderministerien bzw. von der Film- und
    Videowirtschaft entsandt werden und ca. 3 Wochen pro Jahr bei der FSK
    ehrenamtlich tätig sind. Die Ständigen Vertreter der Obersten
    Landesjugendbehörden haben in den Arbeitsausschüssen den Vorsitz.

    Die Fantasy-Heldensaga über Beowulf versetzt den Zuschauer in eine auf
    Perfektion ausgerichtete, computeranimierte mittelalterliche Welt. Die
    erzählte Geschichte wirkt schlicht bezüglich ihrer inhaltlichen Gestaltung.
    Auch die filmischen Figuren, abgefilmte und in Computertechnik präsentierte
    prominente Darsteller, bleiben in ihrer Zeichnung blass. Der Ausschuss war
    der Meinung, dass im Film keine Identifikationsfiguren für die Altersgruppe
    der 12-Jährigen angeboten werden. Beowulf ist ein ambivalenter Held, ein
    starker Kämpfer, doch ohne Erfüllung in sozialer Hinsicht. Prägend für die
    Rezeption des Fantasyspektakels ist nach Auffassung der Ausschussmitglieder
    die filmische Umsetzung: Opulente Bilder, die eine mittelalterliche Welt
    perfekt inszenieren, aufwendig gestaltete Kulissen und Kostüme, eine
    beeindruckende Farb- und Lichtdramaturgie und eine auf Effekte ausgerichtete
    Ton- und Musikuntermalung. Als problematisch im Sinne einer Übererregung und
    Ängstigung 12-Jähriger diskutierte der Ausschuss die drastisch in Szene
    gesetzten Gewalt- und Tötungsszenen. Insbesondere die Eingangskampfszene, in
    der Grendel vorgestellt wird, zeigt drastische Gewaltbilder, wie das
    Zerreißen von Menschen. Da im Fortgang des Films diese explizite Darstellung
    von Gewalt einer stärker auf Action ausgerichteten, temporeichen und einer
    fantastischen Welt zuzuordnenden Kämpfinszenierung weicht, konnten die
    Ausschussmitglieder für eine Freigebe des Films für 12-jährige Mädchen und
    Jungen votieren. Dieser Altersgruppe ist zuzutrauen, dass sie das Tempo, die
    Geräuschkulisse und die gewaltgeprägte fantastische Welt verkraften und die
    nötige Distanz zu den Protagonisten und deren gewalttätigem Vorgehen
    aufbauen.

    Hierbei ist allerdings zu sagen, dass die FSK-Kennzeichnungen keine
    pädagogischen Empfehlungen sind sondern lediglich sicherstellen sollen, dass
    das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen
    einer bestimmten Altersgruppe nicht beeinträchtigt wird. Die Ausschüsse der
    FSK, die unter anderem aus Jugendamtsleitern, Jugendbildungsreferenten,
    Lehrern, Kinderärzten, Psychologen, die natürlich auch Eltern sind,
    bestehen, versuchen mit großer Sorgfalt die mögliche Wirkung eines jeden
    Filmes zu beurteilen. Eine letztlich „objektive richtige“ Freigabe
    kann es
    nicht geben. Zu unterschiedlich sind die Filme, zu unterschiedlich sind die
    Rezeptionsbedingungen und -möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Die
    Prüferinnen und Prüfer versuchen dies zu berücksichtigen.

    Mit freundlichen Grüßen

    T…
    Assistent der
    Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK
    Kreuzberger Ring 56
    65205 Wiesbaden“

  • Alexander Marcus – Electrolore

    Treuer Leser W.S. sandte mir neulich eine Mail, mit dem Link zu einem Musikvideo und der Frage, ob das etwas für mein Blog sei. Nun, nicht das erste Mal stelle ich hier kranke Musik vor, deshalb sind solche Geschichten jederzeit willkommen. Bei dem Video handelt es sich um ein Stück von Alexander Marcus mit dem Titel Papaya. Wie, kennt ihr nicht? Alexander Marcus? Über den bereits MTV und Spiegel Online berichtet haben? Der in den etwas schrägeren Clubs gerade mächtig gefragt ist? Der demnächst wieder auf Tournee gehen wird? Der deutsche Superstar, der es geschafft hat, Electro-Pop mit Schlager und Volksmusik zu kreuzen? Nun denn, macht euch auf was gefasst.

    https://youtube.com/watch?v=7XzLbGssArQ%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1

    Das Verrückte ist: der Beat hat was. So verrückt und schräg Papaya auch ist, er geht ins Ohr. Aber das machte der kleine Hai und die glücklichen Zellen schließlich auch. Dennoch scheint Marcus mit seinem von ihm getauften Electrolore Style sehr erfolgreich zu sein. Das erste Album ist raus (Kontor, oha), die aktuelle Single wurde mit B-Tight produziert und heißt „Sei kein Frosch.“ und klingt noch massentauglicher als Papaya.

    Allen Songs gemein ist der eingängige Sound, die unüberhörbaren Referenzen zum deutschen Schlager und die banalen Texte. Allen Videos gemein sind die kranken Ideen und die bewusst billige Produktion. Trash at its best. Und natürlich das dämiche Grinsen von Alexander Marcus selbst. Ja, man braucht schon Nerven wie Stahlseile, um das alles ertragen zu können. Aber hey, seid mal kein Frosch.

    Interessant bleibt die Frage, ob Marcus tatsächlich so krank ist, wie er sich in Musik und Video gibt, oder ob wir hier wieder einmal clever ausgeklügeltem Marketing auf den Leim gehen. Mit schrägen Ideen bei Youtube berühmt werden hat er zumindest nicht erfunden. Egal, vielleicht ist er genau so schnell wie der kleine Hai wieder verschwunden sein und in die Analen eingehen als weiterer moderner Hype und die Lust am schnellen Trash der Generation Web2.0. Bis dahin rollt der Wagen weiter, 1,2,3.

    https://youtube.com/watch?v=jJq8OkDYVyE%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1
  • Schuhe auf der Autobahn

    Ach ja, man nimmt sich so viel vor, verspricht sich und anderen eine Menge und stellt dann doch irgendwann fest, sich zuviel vorgenommen zu haben. Mein Anspruch wieder öfter zu schreiben, konnte ich bisher nur schwer einhalten. Der anstehende Umzug und die Arbeit halten mich zu sehr auf Trab. Irgendwie bleibt die Kreativität auf der Strecke. Aber ich habe ja meine treuen Leser, die besten, cleversten und hübschesten Leser der Welt, die mich mit Material versorgen. So hat Leserin M.W. eine Frage, die sie schon seit Jahren quält und die sie mit Hilfe von euch gerne beantwortet hätte. Es geht um Schuhe, die auf Deutschlands Autobahnen herum liegen. Und zwar stets einzeln. Ist euch das auch mal aufgefallen, dass man immer wieder einen einsamen Schuh auf der Straße sieht? Habt ihr eine Erklärung dafür? Oder vielleicht eine abgefahrene Idee, wie das kommt? Zufall? Außerirdische? Unfall? Oder staatlich organisierte Absicht? Was meint ihr?

  • Der nackte Mann in Duisburg

    Mittlerweile rechne ich ja mit allem möglichen hier in Duisburg. Nichts, so dachte, vermag mich mehr zu überraschen. Doch weit gefehlt. Am Wochenende schlurfte ich schlaftrunken zum Fenster und öffnete es. Sofort entdeckte ich den Polizeiwagen, der direkt vor meiner Haustür zum Stehen kam. Ich beobachtete die beiden Polizisten, die dem Auto entstiegen und auf einen Mann zu gingen, der … was? Der komplett nackt war. Gut, bis auf die Schuhe und die Umhängetasche. Der Rest seines alten Körpers war unbekleidet und ich schätze, auch die Polizisten konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Wo er denn hin wolle, fragten sie. Und wie sein Name sei. Beides wusste der Nackte nicht konkret zu beantworten. Ob er denn einen Ausweis dabei habe, hörte ich Polizist Eins fragen. Diese Frage wäre so schön lächerlich gewesen, denn ich hätte mich gefragt, wo er seine Papiere versteckt haben könnte. Aber clever wie der Mann war, hatte er zumindest an seine Umhängetasche gedacht. Er deute die Straße hinunter, brabbelte seltsames Zeug vor sich hin und zeigte sich wenig kooperativ. Seine Arme zitterten, er sah recht hilflos aus. Sie frieren doch, stellte Polizist Zwei fest, was der Alte verneinte. Trotzdem solle er erstmal ins Auto steigen, dann würde man seine Personalien feststellen und ihn dorthin bringen, wo er hingehörte wollte. Das tat der Mann und das Auto fuhr davon. Ich ging kopfschüttelnd vom Fenster weg und fragte mich, weshalb nur immer hässliche alte Männer, nackt und verwirrt auf der Straße sind und nie junge, hübsche Frauen. Nunja. Duisburg jedenfalls überrascht mich immer wieder.