Katzen sind von Natur aus eingebildet faul neugierig. So auch die süße kleine Muschi Katze meiner Nachbarin. Und ihre Zwillingsschwester (also die von der Katze). Seit neustem haben die beiden herausgefunden, wie man von Terrasse zu Terrasse klettern und meinen Balkon erreichen kann. Dort saß die eine heute morgen und miaute um Einlass, während die Schwester Schmiere stand. Süüüß. Ich ließ sie natürlich herein und sie begann sofort jeden Winkel meiner Wohnung zu inspizieren und Wollmäuse unter dem Sofa zu fressen. Braaav. Am liebsten hätte ich sie hier behalten. Aber dann zeigen mich die Nachbarn vielleicht noch wegen ‚Catnapping‘ an.
Jahr: 2006
Curiosity killed the cat
Samstag, der Vierzehnte
Heute ist der berühmt-berüchtigte Samstag der 14. Und um es noch schlimmer zu machen, die Quersumme des heutigen Datums (14.10.2006) ist ebenfalls 14. Herrje. Ich hoffe, ihr habt diesen Tag gut hinter euch gebracht, ohne Unfälle oder Katastrophen. Und übrigens, gestern, am Freitag den 13. war die Quersumme eine 13. Aber wer interessiert sich schon dafür?
Der optimale Freundeskreis
Ehrlich gesagt, ich habe einen etwas eigenartigen Freundeskreis. Zwei meiner besten Freunde stehen unter dem Pantoffel ihrer Lebensabschnittspartnerinnen und sind dadurch für mich oft unerreichbar (der eine mehr, der andere weniger). Der nächste zog vor langem in den Schwarzwald, wo er alleine friert und immer wieder feststellt, wie weit Freiburg doch weg ist. Ein weiterer verließ das Land schon vor langer Zeit gen München und wir hören uns mittlerweile nur noch an Geburtstagen und Weihnachten. Die nächsten beiden sind vor einem halben Jahr Eltern geworden und es ist verständlich wie sehr so ein Baby die Unternehmungsmöglichkeiten und die Spontaneität einschränkt. Die restlichen sind beruflich so angespannt, so sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt oder ebenfalls im Begriff, sich eine neue Existenz aufzubauen, dass auch diese Kontakte eher im Ruhezustand sind. Trotz allem liebe ich aber alle so sehr wie man Freunde eben lieben kann ohne sexuell oder romantisch zu werden.
Es wäre dennoch an der Zeit, neue Freunde zu finden. Das ist leichter gesagt als getan. In meinem Alter haben ja schon alle ihren festen Freundeskreis und/oder eine eigene Familie. Da ist es schwer, hinein zu kommen. Außerdem möchte man ja nicht nur geduldet werden.
Mir fiel vor kurzem wieder ein, wie ich mir früher den optimalen Freundeskreis vorstellte. Ich meine abgesehen von vorhandenem Vertrauen, ähnlichen Interessen und Humor und grenzenlosem Verständnis und nun ja, eben Freundschaft. Ich dachte mir, optimal sei es, wenn man immer einen Freund zur Hand hätte, der einem bei irgendetwas helfen könnte.
So ist es immer praktisch, eine Friseuse im Freundeskreis zu haben (man kommt an einen günstigen Haarschnitt). Ein Automechaniker erleichtert einem so manches, ebenso wie ein Elektriker, ein Schlosser und ein Maler. Einen Anwalt kann man immer um Rat fragen. Ein Arzt beschafft einem günstig Medikamente und man kann ihm jeden verdächtigen Fleck auf der Haut zeigen (Krankenschwestern gehen auch, aber die sind nicht ganz so hilfreich wie ich schon feststellen musste). Jemand, der sich perfekt mit Technik und Computern auskennt ist sehr praktisch (mittlerweile könnte ich diese Rolle selbst übernehmen). Einen Bar-Besitzer sollte man um sich haben. Wahlweise auch Café oder gleich ein Restaurant. Jemand, der in einer Videothek arbeitet. Und in einer Pizzeria. Jemand, der eine Go-Kart Bahn und/oder ein Billardzentrum besitzt. Einen, der im Thermalbad an der Kasse arbeitet und einen, der im Kino die Eintrittskarten ausgibt. Einen Freund bei McDonalds, damit man nachts nach dem Kneipenbesuch noch bei ihm vorbei schauen kann.
Nun, mir könnten da noch viel mehr Möglichkeiten einfallen. Und all die Vorschläge gelten für Männer wie Frauen gleichermaßen. Wer möchte zu diesem Freundeskreis gehören? Wer hat einen von den oben genannten Vorzügen aufzuweisen und ist dazu noch nett, witzig und vertrauenswürdig?
Ich selbst bin einigermaßen vorzeigbar, man kann stundenlang mit mir philosophische Gespräche führen, ich bin lustig, gebildet, aber nicht eingebildet. Ich bin hin und wieder etwas faul, aber stets für meine Freunde da. Ich liebe Kinobesuche, DVD-Abende und Pizza-Essen-Gehen. Also alles in allem bin ich ganz schön dufte.
Wer mich zum Freund haben und mit mir den perfekten Freundeskreis aufbauen möchte, schreibe mir einfach eine Mail.
Und zwar
Und zwar kam ein junges hübsches Ding auf mich zu und fragte: „Und zwar würde ich gerne wissen, wo ich denn ein Semsterticket bekomme.“ Ich antwortete, sie solle am Schalter fragen, wunderte mich aber doch über diese Fragestellung. Sie sagte weder „Hallo“, noch „Guten Morgen“, noch etwas wie „Entschuldigen Sie…“. Ihr Satz begann einfach mit „Und zwar“. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass man alleinstehende Sätze und schon gar nicht Dialoge mit „Und zwar“ beginnen sollte. Oder beenden.
Vermutlich wollte sie folgendes sagen: „Guten Morgen. Es tut mir schrecklich leid, Sie zu stören, denn obwohl Sie sehr gut aussehen, habe ich den Eindruck, dass Sie noch nicht so ganz fit sind und sicherlich Ihre Ruhe möchten. Allerdings strahlen Sie eine solche Kompetenz aus, dass ich Ihnen eine Frage stellen muss, die mir den Schlaf raubt und die mir niemand sonst beantworten kann, und zwar…“
Keine Ahnung, warum sie das Gespräch nicht so begonnen hat. Was ich aber weiß, ist, was ich von Gesprächen, die nicht so beginnen halte, und zwar.
Muh
„Jedenfalls mache ich mit meinen Kindern mal Urlaub auf dem Bauernhof. Dann sehen die auch mal was anderes. Können Eier einsammeln, mit den Eseln und Enten spielen und anscheinend darf man auch zuschauen, wenn eine Kuh kalbt.“
„Ja, das stelle ich mir entzückend für kleine Kinder vor, wenn sie sehen, wie aus einer großen, schreienden Kuh hinten eine kleine schleimige Kuh raus kommt.“
„Idiot.“
„Muh.“Das Drama von nebenan
Wie ihr wisst, wurde ich vor kurzem beschuldigt, meine Freundin verprügelt zu haben. Man drohte mir mit der Polizei und es war wie immer in solchen Situationen schwer, für Aufklärung zu sorgen. Gestern Abend nun nahm die Geschichte weit größere Ausmaße an. Die damalige Freundin und ich saßen gemütlich auf der Couch, als wir draußen eine Frauenstimme schreien hörten. Wir stürmten sofort auf den Balkon und sahen auf der Terrasse unter uns die Nachbarin, kämpfend, um Hilfe rufend, weinend. Sie versuchte sich mit Leibeskräften aus dem Schwitzkasten ihres Mitbewohners/Freundes/Lebensgefährten (?) zu befreien. Eben jenem Kerl, der mir damals die Polizei auf den Hals hetzen wollte. Nun war es an mir, zu handeln.
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