Schlagwort: unterhaltung

  • Mir fehlen die Worte

    Gibt es eigentlich kein Wort, um die Tätigkeit des Filme-guckens (-ansehens, -anschauens) zu beschreiben? Um Ins-Kino-gehen etwas einfacher auszudrücken? Wenn man Fernsehen schaut, dann tut man Fernsehen. Was macht man denn im Kino? Kinosehen? Hat sich der Herr Duden da schon was überlegt? Muss ich erst bei 1Live anrufen, die eine Umfrage starten sollen, wie letztens erst bei der Ersatzwortfindung für Public Viewing? (Die den Begriff „Rudelgucken“ als verdienten Sieger prägte) Und wie ist es, wenn man den Film auf DVD zu Hause schaut, also zwar im Fernsehgerät, aber ohne Fernsehprogramm? Filmesehen?

    Was würdet ihr vorschlagen?

  • Kleiner Hai und großes Marketing

    Ich bilde mir ja gerne ein, mitverantwortlich für den Erfolg des kleinen Hais zu sein. Schließlich zeigte ich das Originalvideo hier bereits, als der Song noch nicht in den Charts war. Bei uns im Büro hörte man lange "Dumm dumm"-Gesänge auf den Fluren. Und erst als eine Kollegin auf mich zukam und mir ihren neuen Hai-Klingelton vorspielte, wusste ich, dass hier ein neuer Hype entstand. Der bei allesroger.net seinen Anfang genommen hatte.

    Nun ja. Leider nicht ganz. Und vermutlich überhaupt nicht. Aber der Hype ist da, der Song in den Charts, der Klingelton höchst beliebt. Und plötzlich stellt sich die Musik-produzierende- und die sie beobachtende Berichterstattungswelt die Frage, wie es so weit kommen konnte. War das alles geplant? Ist es eine virale Kampagne gewesen? Stecken dahinter böse mächtige Agenturen? Oder ist die "Sängerin" Alemuel selbst Drahtzieherin des Ganzen? Immer mehr Details kommen ans Licht. Und gleichzeitig bleiben Fragen.

    Fragen, die spätestens dann vergessen sind, wenn der Song vergessen ist. Also im Herbst. Dann wird sich ein neues grusliges, verrücktes, bescheuertes Video bei Youtube auf Stefan Raabs Spuren begeben und einen neuen Hype losbrechen. Ich werde der erste sein, der darüber berichtet und die Welt wird sich wieder fragen, ob das nicht von vornherein von mir so geplant worden war. Man kann echt keinem mehr trauen in diesem Internet.

    Ein paar Links für Interessierte: Ein Interview mit Alemuel. Gedanken der Netzzeitung. Oljo Blog deckt auf. Christiane Schulkzi-Haddouti analysiert sehr gekonnt. Und EKM Consult rechtfertigt sich.

  • Die Telekom, Britain´s got Talent und Paul Potts

    Die deutsche Telekom lanciert derzeit massiv einen ungewöhnlich langen und recht emotionalen Werbespot im Fernsehen. Darin zu sehen ist der Auftritt eines eher unscheinbaren Mannes, der in der englischen Sendung „Britain’s got Talent“ Nessun Dorma zum Besten gibt. Dazwischen Einblendungen verschiedener Zuschauer, die an den Fernsehapparaten, ihren Handys und Notebooks den Auftritt verfolgen und hingerissen sind. 

    Zunächst könnte man sich ja fragen, weshalb die Telekom dazu auf eine englische TV-Sendung zurückgreifen muss, die hierzulande so gut wie unbekannt ist. Und auch, was das mit dem Produkt der Telekom zu tun hat. Natürlich, es geht um Emotionen und darum, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, daran teilzuhaben.

    Als ich den Spot sah, wurde mir wieder bewusst, dass ich mit einem Kloß im Hals da saß und ich erinnerte mich daran, schon seit langem etwas über die englischen Talente schreiben zu wollen. Der Opernsänger in dem Telekomspot heißt Paul Potts und war der Gewinner der ersten Staffel „Britain’s got Talent“. Eine außergewöhnliche Stimme, ein außergewöhnlicher Auftritt. Man beachte nur die Reaktionen der Jury vor und nach seinem Auftritt.

    Man beachte bitte auch die Reaktionen des Publikums. Ich habe selten zuvor erlebt, dass ein Publikum so hingerissen und begeistert ist. Und dazu gibt es noch weitere Beispiele. Denken wir nur an den blonden kleinen Andrew, der in der Schule verprügelt wird, weil er singt. Und dann hört man ihm zu, sieht, wie die Jury und das Publikum sich ihrer Tränen nicht erwehren können und schluckt. Legendär auch der Auftritt der kleinen Connie, die mit ihrer Interpretation von „Somewhere over the Rainbow“ alle zum schmelzen bringt. Oder der großartige Auftritt von Craig, der seinen Baton Twirler Auftritt seiner Großmutter widmet. Das alles ist ganz großes Kino. Ganz große Gefühle. Wer hier einfach abwinkt, der hat kein Herz.

    Und RTL scheint kein Talent zu haben, ebenfalls solche magischen Momente zu erzeugen. Hat England vielleicht einfach die besseren Talente? Oder die besseren Zuschauer? Oder eine bessere Jury? Bessere Moderatoren? Mehr Talent, so eine Sendung richtig über den Äther zu schicken? Ja, vermutlich von allem ein bisschen. So ist es mehr als verständlich und auch mehr als clever von der Telekom, damit einen Spot zu gestalten. Ich bin hingerissen (nur von dem Spot).

  • Komödie oder Drama – die Musik macht’s

    Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein bekennender Filmsoundtrack-Fan. Oder, um präzise zu sein, ein Score Fan. Der Score bezeichnet die instrumentale Untermalung eines Films, während der Soundtrack meist auch auch die im Film vorkommenden Songs beinhaltet. So sagen mir Namen wie Hans Zimmer, James Newton Howard, James Horner, John Williams oder Thomas Newman vermutlich mehr, als manch einem anderen. Oftmals erkenne ich bei einem Film schon beim Hören des Scores den Komponisten.

    Was mich bei guten Scores so fasziniert, ist, wie sie es schaffen, eine Stimmung zu erzeugen, die das Bild untermalt und unterstützt. Oder, wie man es in Psychothrillern gerne auch sieht, den Zuschauer damit verwirrt, dass die Schrecklichkeit des Bildes durch beruhigende Musik ad absurdum geführt wird. In den meisten Fällen jedoch dient der Score einzig der Geschichte. Die besten Scores bemerkt man daher auch gar nicht, sie strömen in unser Gehirn, verbinden sich mit den Bildern zu einem Erlebnis und kommen so natürlich daher, dass man sich gar nicht vorstellen könnte, so etwas ohne musikalische Begleitung zu sehen. (Ja, hin und wieder würde ich mir auch im richtigen Leben den passenden Score herbei wünschen.) Filmscores machen den Film noch spannender, noch trauriger, noch witzige, kurz, noch intensiver.

    Was ein unpassender Score (und natürlich auch die Schnitttechnik) bewirken kann, habe ich in folgen zwei Videos entdeckt. Der Horrorstreifen „Shining“ von Stanley Kubrick könnte laut diesem Trailer auch eine Komödie sein.

    Noch bemerkenswerter ist aber dieser Trailer zu einem nicht-existenten „Ferris macht blau“ Drama. Wer den Film bisher noch nicht gesehen hat, sollte nie wieder hierher kommen, da er keine Ahnung von Filmen hat, sollte sich die 80er Jahre Komödie (die vermutlich zu den besten Filmen aus diesem Jahrzehnt zählt und alleine an der Menge an Material für einen Drama Trailer schon beweist, wieviel Ernst und Hintergründigkeit sie besitzt) unbedingt nach diesem Trailer ansehen und überrascht sein.

    Das verwendete Stück in diesem Trailer stammt übrigens von Clint Mansell und ist etwas knifflig zu finden. Es existieren einige Remixe davon, manche offenbar nicht einmal im Handel erhältlich. Das Original heißt „Lux Aeterna“ und findet sich auf dem Soundtrack Album des Films „Requiem for a Dream„. Interessanterweise gibt es aber Versionen des Stücks, die ebenso wie der Film heißen und auch neu gemischte Versionen namens „Requiem for a Tower“ was auf die Benutzung in einem Herr der Ringe Trailer zurück zu führen ist. Überhaupt wird dieses Stück sehr oft für Trailer verwendet, ganz einfach, weil es die perfekte Dramatik vermittelt – wie in dem Ferris-macht-blau-Fake-Trailer wohl eindrucksvoll bewiesen wird.

  • Komme ich jetzt ins Fernsehen?

    Ich, weiß, ich schulde euch noch einen Artikel, wie es dazu kommen konnte, dass ich für 90 Sekunden im Fernsehen war. Ich habe lange selbst mit mir gerungen, wie ich diesen Artikel schreiben sollte, denn viel gab es dazu ja nicht zu sagen. Mittlerweile hat sich das geändert.

    Die Frage „Komm ich jetzt ins Fernsehen?“ kennt der eine oder andere vielleicht noch aus der Sat1 Wochenshow, in der Herr Görgens mit sinnlosen Erfindungen versuchte, berühmt zu werden. Er schaffte es nie. Und irgendwie doch.

    Wenn man als Blogger tätig ist, denkt man erstmal nicht daran, damit berühmt zu werden (und/oder Geld damit  zu verdienen). Hin und wieder schielt man vielleicht herüber zu den etwas berühmteren Bloggern, die wichtige Dinge von sich geben, die von wichtigen anderen Medien aufgegriffen werden, doch im ersten Moment ist einem das egal. Man bloggt nur, weil man der Welt etwas mitteilen möchte. Man bloggt um des bloggens Willen. Und nimmt damit (wissentlich oder auch nicht) ebenso aktiv an der Medienlandschaft teil, wie Print, Funk und Fernsehen.

    Hin und wieder kann es nun passieren, dass die Wege in der Medienlandschaft sich kreuzen. Man hat einen Bericht geschrieben, für den sich die örtliche Presse interessiert? Man hat ein Foto online gestellt, das ein Verlag gerne nutzen würde? Man hat sich mit seinen Artikeln als Profi hervorgetan, der sein Wissen im Fernsehen mitteilen soll? Die Möglichkeiten sind mannigfaltig, lassen sich kaum erzwingen und nur schwer steuern. Was aber egal ist, da die große Mehrzahl der Blogger meiner Ansicht nach ohnehin nicht nur aus dem Grund bloggen, um ins Fernsehen zu kommen.

    Als mich vor mittlerweile über einem Jahr unsere Lokalzeitung anschrieb und um ein Interview bat, war ich entsprechend überrascht. Und, ich gebe es zu, ich fühlte mich geehrt. War diese Anfrage doch ein kleiner Beweis für mich, in der Welt wahrgenommen zu werden. Nicht nur von Freunden, Bekannten und Menschen, die zufällig per Google einen Artikel von mir finden. (Wobei der Journalist damals natürlich auch nur per Zufall bei seiner Recherche über mein Blog stolperte) Nein, offenbar gefiel meine Meinung auch jemandem, der so etwas professionell macht, der damit sein Geld verdient und der der Meinung war, dass ich geeignet sei, meine Meinung einem etwas breiteren Publikum mitzuteilen.

    Das breite Publikum war wie gesagt eine Lokalzeitung, der Artikel ist mittlerweile vergessen und verstaubt in einem Archiv. Natürlich bin ich kein Star, natürlich war es ein Einzelfall, von den mir versprochenen 15 Minuten Ruhm hatte ich vielleicht ein paar Sekunden bekommen. Ich kenne auch Blogger, für die das normal ist. Die beinahe täglich von Magazinen oder Sendungen angefragt werden. Ich bloggte einfach weiter.

    Bis dann plötzlich doch das Fernsehen vor der Tür stand. Oder zumindest in meinem Postfach lag. Ein Redakteur der 3sat Sendung „neues“ recherchierte für einen Beitrag, in dem Firmen-Images beleuchtet und „Glaubenskriege“ aufgedeckt werden sollten. Weshalb Apple einen besseren Ruf hat als Microsoft. Und weshalb die Playstation-, Xbox- und Wii-Fans sich gegenseitig fertig machen. Da ich bereits mehr als einmal meinen Senf dazu in meinem Blog veröffentlicht hatte und dem Redakteur mein Stil wohl gefallen hatte, bat er um ein Interview.

    Wow. Das Fernsehen will mich. Und dann auch noch 3sat. Nicht die Putzteufel von RTL2. Nein, 3sat, mit einer Sendung, wie sie ohnehin wie für mich gemacht worden zu sein schien. Ich fühlte mich geehrt. Schon wieder. Und sagte zu.

    Schon wenige Tage später empfing ich den Redakteur bei mir zuhause. Wir unterhielten uns über das Thema, erörterten im Vorfeld, welche Fragen er mir stellen wollte und wir überlegten uns den besten Ort für das Interview. Der war schnell gefunden. Auf meinem Fernseher ließen wir Wii Tennis laufen, während ich mich etwas davor setzte. Er richtete seine Kamera ein, hielt mir irgendwann das Mikrofon vor und mein erster Satz war: „Ähh.“ Jegliche Eloquenz war von mir gewichen. Es war so peinlich. Und so typisch für jemanden, der noch nie vor laufender Kamera Fragen beantworten musste.

    Das Interview dauert vermutlich eine gute Viertelstunde. Ich gab meine Meinung kund, weshalb es keinen sinn machte, dass Wii-Spieler und Playstation-Fans sich gegenseitig fertig machten. Ich erzählte, worin ich die Unterschiede zwischen Xbox360 und PS3 sah. Ich mutmaßte, wie Nintendo es geschafft hatte, sich ein so gutes Image zu zu legen. Dann machten wir uns noch den Spaß, ein wenig Wii Action zu filmen. Ich spielte Tennis, wie man das mit Wii Sports eben so macht. Im Großen und Ganzen waren wir eine Stunde beschäftigt.

    Als ich zwei Wochen später vor dem Fernseher saß und „neues“ begann, spürte ich mein Herz klopfen. War das aufregend. Ich war im Fernsehen. Letztlich nur für etwa 90 Sekunden, die so schnell vorbei gingen, dass ich im ersten Moment nur baff war und zur damalige Freundinn an meiner Seite sagte: „Ich habe bloß gestottert.“

    Meine 15 Minuten Ruhm hatten ein paar Sekunden dazu gewonnen. Und dann kam RTL und klopfte an meine Tür.

    Wie manche von euch vielleicht wissen, schrieb ich vor einer halben Ewigkeit auch für das Freiburger Online Magazin fudder und steuerte damals einen Artikel bei, in dem ich von meinen Erfahrungen als Lokführer berichtete. Um genau zu sein, wie ich die Nachtschicht erlebte, als ich zum ersten Mal mit meinem Zug einen Menschen überfuhr. RTL plante eine Reportage über das Thema und fragte bei fudder an, ob man mit mir in Kontakt treten könne. Dann ging alles recht schnell. Schon am nächsten Tag telefonierte ich mit dem RTL Journalisten, erzählte nochmals meine Erlebnisse, beantwortete Fragen und muss dabei eine so gute Figur gemacht haben, dass er fragte, ob ich bereit wäre, damit auch in dem Beitrag aufzutreten.

    Zugegeben, Medienschlampe die ich nun mal bin (haha), sagte ich zu. Zugegeben, es war RTL und nicht arte. Zugegeben, ich bin noch nicht abgebrüht genug, um solche Anfragen auch zu hinterfragen. Im ersten Moment war das alles nur aufregend. Wie zuvor auch schon hatte die Welt von mir Notiz genommen und wollte etwas von mir hören. So fühlte es sich zumindest an. Der Journalist besprach mit mir Ideen, wie wir das Interview gestalten könnten, wo ich mich mit seinem Kamerateam treffen sollte und was es hierfür vorzubereiten gäbe. Ein Termin war schnell gefunden.

    Der Ball kam ins Rollen. RTL stellte Anfragen, checkte Locations und holte sich Genehmigungen ein. Bis dahin wohl nicht wissend, wie empfindlich die Bahn auf das Thema reagiert. Natürlich möchte die Bahn nicht mit dieser Problematik in Verbindung gebracht werden, auch wenn sie täglich auf Deutschlands Schienen Realität wird. Natürlich wird das Wort Suizid oder Selbstmord niemals kommuniziert, sondern stets von Personenunfällen gesprochen. Und letztlich möchte die Bahn natürlich auch vermeiden, dass es zum sogenannten Werther Effekt kommt (also das Menschen durch die Berichterstattung erst auf die Idee gebracht werden, sich auf der Schiene das Leben zu nehmen).

    Vielleicht stellt sich jetzt der eine oder andere die Frage, weshalb ich dann als ehemaliger Lokführer so offen darüber spreche. Und so gewillt gewesen wäre, dies vor laufender RTL Kamera zu tun. Nun, mir liegt viel daran, ein wenig Aufklärung zu betreiben. Den Leuten klar zu machen, wie traumatisch das für einen Lokführer und die Rettungshelfer sein kann. Ich möchte auch an die Passagiere appellieren, die ich immer wieder verständnislos meckern höre, wenn ein Zug durch einen Personenunfall große Verspätung macht. Und ich möchte auch vor Dummheit warnen, denn Personenunfälle geschehen nicht nur aus Selbstmordgedanken, sondern auch aus schierer Blödheit. Kinder, die auf den Gleisen spielen, Erwachsene, die mal eben über das Gleis rennen wollen, um den Weg abzukürzen. Mein zweiter Personenunfall war ein Mann Mitte Dreißig, der nur noch schnell seine S-Bahn erwischen wollte und über die Gleise rannte, statt die Unterführung zu nehmen. Dass ich mit meinem IC mit 140 km/h um die Ecke kam, damit hatte er nicht gerechnet und bezahlte für diese Dummheit mit seinem Leben. Auch wenn man die Selbstmordrate auf den Schienen vielleicht nicht verkleinern kann, so will ich doch wenigstens versuchen, Unfälle aus purer Blödheit zu verhindern.

    Letztlich musste ich das RTL Interview aber wieder absagen. Denn nicht nur, dass die Bahn eine Berichterstattung auf ihrem Gelände untersagte, sie informierte auch meinen derzeitigen Arbeitgeber darüber, dass ich vor hätte, ein Interview zu diesem Thema zu geben.Und mit einem Male machten sich beide sehr große Sorgen, was ich sagen würde und, vielleicht noch schlimmer, was RTL aus dem Gesagten letztlich machen würde. Im Grunde, so sicherte mir mein Arbeitgeber auch zu, hätte ich natürlich die Freiheit, das Interview zu geben. Niemand könne es mir verbieten. Allerdings musste ich bereits hier schon feststellen, dass einige Details falsch kommuniziert worden waren. Von wessen Seite, möchte ich nicht beurteilen. Und auf Details möchte ich ebenfalls nicht eingehen. Letztlich wurde mir mit einem Male flau im Magen und ich fürchtete, mich, meinen Arbeitgeber und meinen ehemaligen Arbeitgeber falsch dargestellt zu bekommen. Und damit noch weitaus größere Scherereien hervor zu rufen.

    So komme ich also nicht erneut ins Fernsehen. Und habe eine wichtige Lektion gelernt. Alles, was ich hier scheibe, kommt an. Die Welt nimmt mich wahr, liest, speichert und verwertet, was ich hier tue. Ich muss mir bewusst sein, dass alles, was ich hier schreibe, Konsequenzen haben kann. Kleine oder Große. Vielleicht bereite ich jemandem eine kleine Freude, vielleicht trete ich aber auch jemandem auf den Schlips und muss meinen Anwalt einschalten. All das kann passieren.

    Vielleicht wird wieder einmal eine Zeitung oder ein Fernsehsender anfragen, ob ich zu diesem oder jenem etwas sagen könnte. Und ich werde mich wieder geehrt fühlen. Aber auf jeden Fall auch für mich hinterfragen, ob ich es wirklich vertreten kann. Die Medienlandschaft ist ein Minenfeld, für das ich nicht trainiert und ausgebildet wurde. Ich bin ein kleiner Schrei(b)er am Rande des Feldes, der hin und wieder hinein gelockt wird und aufpassen muss, wohin er tritt.

    Wahrscheinlich geht es noch lange, bis ich meine 15 Minuten voll habe.

  • Kleiner Hai – again

    Entschuldigt bitte die Belästigung. Aber ich kann gerade nicht anders. Denn nachdem das Hai-Video eine so „positive Resonanz“ hervor gerufen hat und ich bei TiJay das offizielle Video zu dem Song sehen konnte, muss ich es euch einfach präsentieren: „Kleiner Hai feat. Alemuel“. Und ehrlich, mit dem richtigen Alkoholpegel, den richtigen Leuten (und Gürkchen brauchse noch), in der richtigen Lautstärke macht der Song bestimmt richtig Spaß, oder? Ich würde sagen, der schwule Schnappi darf endgültig einpacken. Haie sind eh cooler als Krokodile.

  • Die Qual der Wahl

    Früher ging man in den nächsten CD-Laden um die Ecke, um sich mit Musik einzudecken. Mochte man einen ganz bestimmten Song erstehen, hatte man nur die Wahl, sich das komplette Album zu kaufen, oder die Maxi CD zu nehmen. Auf dieser fanden sich zumeist noch ein paar Remixe oder ein Bonus Song. Ich erinnere mich, für so manche Maxi bis zu 12 Mark hingelegt zu haben. Heute würden wir bei einem Preis von sechs Euro für ein Lied ganz schön schlucken. Aber heute ist ja alles anders. Oder nicht?

    Wenn ich in den iTunes Store gehe, um mir einen Song zu besorgen, ist es eigentlich wie früher. Ich tippe den Titel ein, hoffe, dass er verfügbar ist und bekomme dann verschiedene Möglichkeiten Angebot: Album, Maxi (oder EP) oder nur der Song? Ah, nur den Song, danke. Aber welche Version? Und schon beginnt das Dilemma. Ich darf bei jeder Fassung 30 Sekunden hinein hören und muss mich dann entscheiden. Oder doch gleich die ganze EP für 7 Euro kaufen? Das wäre ja wie damals. Und was will ich mit fast einem Dutzend Versionen des gleichen Songs? Letztendlich höre ich doch eh nur eine. Die richtige. Und welche ist das?

    Passiert ist mir das heute mit dem Song „With every Heratbeat“ von Robyn. Lassen wir mal die Remixe weg, so verbleiben immer noch der Radio Edit und die Original Version. Letztere ist fast eine Minute länger, man bekommt also für das gleiche Geld mehr Musik (darf man Musik so kaufen?). Erstere schien mir etwas knackiger gemixt. Ich entschied mich für die Original Version. Die hat auch Geigen drin. Geigen sind immer gut, selbst bei einem Pop-Song. Ein Song für nen Euro und das Gefühl, vielleicht etwas zu verpassen, läuft er gerade, während ich diesen Text schreibe…

  • Es geht immer noch grusliger (Jede Zelle meines Körpers)

    Youtube ist ein wahres Sammelsurium an unsäglichem Schrott. Ohne Zweifel. Doch hin und wieder findet man so manches Kleinod. Oder Videos, die einen zweifeln lassen, dass es die Menschheit an sich noch lange machen wird. Darwin sag ich da nur. So ging mir tagelang das Lied aus dem Video nicht mehr aus dem Kopf, das ich bei Cait entdeckt hatte. Jede Zelle meines Körpers zieht sich noch immer erschrocken zusammen, wenn das Video startet.

    Aber es geht noch grusliger. Natürlich. Bei Out of uppen singt/führt vor/deliriert ein Mädchen in einem Sessel ein Lied über einen Hai. Haltet durch bis zum Schluss, da wird es richtig aufregend. Und viel Spaß beim nächsten Baggersee Ausflug, wenn ihr es auf eurer Luftmatratze vor euch hinsummt.

  • Alles Roger bei 3Sat

    Kennt ihr den Sender 3Sat? Kennt ihr die Sendung „neues“, die immer Sonntag Mittags auf 3Sat ausgestrahlt wird? Und im ZDF des Nachts wiederholt wird? Und in der 3Sat Mediathek immer online abrufbar ist? Wisst ihr, worum es in „neues“, dem Computainment-Magazin geht? Computer, Technik, Spiele, Web und all die anderen interessanten Themen für uns Nerds? Und wisst ihr, warum ihr die nächste Sendung am 18.Mai um 16:30 Uhr auf einen Fall verpassen solltet? Wisst ihr nicht? Dann schaut es euch an und wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, werde ich euch mehr darüber erzählen.

  • Pizzaboten in Venedig

    Vorhin, als ich nägelkauend am Fenster stehend auf das Auto des Pizzaboten wartete, fragte ich mich folgendes: Kommen die Pizzaboten in Venedig mit Pizzabooten?

  • Bald kommt GTA IV

    GTA IV, der vierte Teil der Grand Theft Auto Reihe wird am 29.April veröffentlicht werden. Auch in Deutschland. Und, so hört man, bisher ungeschnitten. Das Spiel hat bereits jetzt so viele Vorbestellungen, dass die Gewinne für Rockstar wohl im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen. Erste Reviews geben bereits jetzt volle Punktzahlen, sprechen von einem Spiel, das mit noch nie erreichter Atmosphäre, Präsentation und Spielspaß punktet. Kurz, GTA IV wird mit Sicherheit ein Burner. Und war ich bisher noch einigermaßen cool ob dem baldigen Erscheinungstermin, so lässt mich der nun folgende Spot doch darüber nachdenken, ebenfalls eine Vorbestellung an amazon zu schicken. Selten habe ich einen so stylishen und im Grunde minimalistischen Werbespot für ein Game gesehen wie dieser TV-Spot aus England. Genial.

  • Poppen bis der Arzt kommt

    Könnt ihr auch nicht widerstehen, wenn ihr diese Luftpolsterverpackungen in die Finger bekommt? Lasst ihr auch mit Begeisterung die kleinen Kammern platzen und erfreut euch wie Kinder an den Poppgeräuschen? Dann seid ihr auf dieser Seite richtig. Poppen ohne Ende. Und vielleicht sogar im Wettbewerb mit Freunden oder Kollegen. Kein Gang-Bang, aber auf jeden Fall ein spaßiges Gruppen-Poppen.

  • Von Hunden und Dinosauriern

    Letztens entdeckte ich beim Sebbi Blog ein Video mit dem Big Dog, einem sehr großen Roboterhund. Faszinierend an diesem „Gerät“ ist seine Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden und auch bei einem Tritt das Gleichgewicht zu halten. Es erinnerte mich etwas an die AT-ATs aus Star Wars Episode 5 und so wie mich diese Riesenmaschinen damals im Kindesalter gruselten, so gruselte es mich heute, eine solche Maschine zu sehen, die wirklich funktioniert, sich bewegt, ebenfalls riesig ist und, oh mein Gott, uns alle vernichten und die Weltherrschaft übernehmen wird…

    https://youtube.com/watch?v=W1czBcnX1Ww%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1

    Ähem, Verzeihung. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, der gruslige Riesenroboterhund. Nun ist das ganze Projekt ja nur Forschung und doch findet sich auch hier jemand, der sich darüber lustig macht. Und ehrlich, obwohl ich herzlich darüber lachte, fand ich diesen etwas dümmeren Riesenhund genau so gruslig.

    Was allerdings gar nicht gruslig ist (oder doch?) und wunderbar zum Thema passt, ist Pleo. Pleo ist der legitime Nachfolger von Tamagotchi und Furby, seines Zeichens ein Dinosaurierbaby und das wohl intelligenteste Spielzeug der Welt. (Oder sollte man besser sagen, das Spielzeug, das Intelligenz perfekt simulieren kann) Mit einer Vielzahl von Sensoren, Motoren, Gelenken und einer lernenden Software kann das Ding sich anschmiegen, sich freuen, Angst haben, sich strecken und gähnen, sich streicheln lassen, nach Futter und Mama rufen und 400 Euro kosten. Gruslig. Aber irgendwie auch süß.

    https://youtube.com/watch?v=E0C55PEcj5E%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1
  • Richtig fluchen!

    Heute wäre mir auf der Autobahn auf dem Weg nach Oberhausen Sterkrade beinahe einer reingefahren. Er fuhr schon eine Zeitlang in völlig unangemessen knappem Abstand hinter mir her und als ich in der Ausfahrt plötzlich bremsen musste, weil sich ein Stau in der Kurve vor mir gebildet hatte, wäre es fast passiert. Ich sah im Rückspiegel wie er den drohenden Aufprall nur noch durch ein Ausweichen auf den Standstreifen verhindern konnte. Und ich fluchte wie ein Rohrspatz. Wüste F-, A-, D- und W-Wörter kamen in lautem Stakkato aus meinem Mund. Es war eine Kakophonie der reinen, unverfälschten Wut.

    Die damalige Freundin, die auf dem Beifahrersitz saß, hört so etwas gar nicht gern. Aber so bin ich nun mal. Die Wut muss raus, wie angestaute Lava in einem Vulkan, sonst fürchte ich zu platzen. Das ist mein Temperament. Und kurz nach der Eruption ist ja auch schon fast wieder alles friedlich. Was die damalige Freundin allerdings nur wenig tröstet. Sie sieht dabei nämlich schon in die Zukunft und auf die Rückbank, wo sie den Filius in einem Kindersitz wähnt, der entweder entsetzt oder völlig begeistert ist, wie Papa am Steuer gerade abgeht. Die Devise lautet daher, dass ich mir das Fluchen abgewöhnen muss. Und nach dem heutigen Ausbruch sagte sie: „Ich versteh’s ja, Aber musst denn auch immer so viele schlimme Wörter benutzen?“ „Ja!“ knurrte ich zurück. „Du könntest doch auch ein Ersatzwort benutzen“, schlug sie vor. „Zum Beispiel?“ „Hmm, sag doch… Angelika.“ Angelika! Ich bitte euch.

    „Angelika? Ne, das geht gar nicht. Wenn man richtig flucht und in Rage ist, dann müssen die Wörter aus lauter KR-, SCH- und FFF-Lauten bestehen. Sonst funktioniert das doch nicht. Angelika. Nee.“ Also überlegten wir uns bis zur Ankunft in Sterkrade, welches Ersatzwort ich in Zukunft für meine Flüche nehmen soll. Und was läge näher als… Sterkrade. „STERKRADE!“ Das kracht und zischt und ist mittlerweile zum Running Gag geworden. Und ich hoffe, diesem Arschloch von der Autobahn ist der Motor verreckt. Sterkrade nochmal.

  • Achmed, the dead Terrorist

    Ich kann nicht anders. Jedesmal, wenn ich das Video mit Achmed, dem toten Terroristen anschaue, habe ich vor lauter Lachen Tränen in den Augen. Seit Mirko vom XSblog es vorstellte, habe ich den Clip bestimmt etwa zwanzig Male angeschaut. Auf seinem Blog. Und immer wieder mit tränenden Augen. Dann sah ich mir all die anderen Videos an, die man mit Jeff Dunham finden kann, dem wohl witzigsten und vielleicht sogar besten Bauchredner der Welt. Dunham hat noch weitere Figuren in seinem Programm, Walter, Peanut oder „José, the Jalapeño on a stick“. Einfach herrlich. Aber jetzt muss ich mir nochmal Achmed anschauen. Ich kann nicht anders. „Silence! I Kill you.“

  • Lokführer ist nicht gleich Lokführer

    Als ich damals (letztes Jahrtausend oder so) meine Ausbildung zum Lokführer machte, hießen wir auch tatsächlich Lokführer. Da war die Welt noch in Ordnung. Die Lokführer saßen ganz vorne und fuhren Züge. Und hinten liefen die Schaffner durch den Zug und kontrollierten Tickets. Dann kam irgendwann jemand auf die Idee, alles neu zu benennen (die neue Bahn AG und so). Mit einem Male wurde aus Lokführern Triebfahrzeugführer (Abkürzung Tf). Vermutlich weil die langfristigen Pläne der Bahn gar keine Loks mehr vorsehen, sondern in ferner Zukunft nur noch Triebzüge wie der ICE durchs Land rollen sollen (wo es ja, wie beim ICE 3, bei dem die Antriebe im kompletten Unterbereich des Zuges verbaut sind, keine wirkliche Lokomotive mehr gibt).

    Gleichzeitig wurden die Schaffner aufgeteilt in Zugchef und Zugführer (und noch immer ganz normalen Schaffnern), was Kunden und Medien komplett verwirrte. So war bisher in allen Meldungen stets vom Zugführer die Rede, wenn der Lokführer gemeint war. Und mehr als einmal riefen Fahrgäste mich Schaffner, was umso depperter ist, als die Lokführer noch nie so hießen. Aber offenbar war plötzlich jeder verwirrt. Selbst Bahnchef Mehdorn verplapperte sich in so manchem Interview und sprach fälschlicherweise von den Zugführern. Klar, die sitzen vorne und führen den Zug.

    Mittlerweile hat sich der Begriff Lokführer wieder in den Köpfen der Kunden gefestigt. Leider nur deshalb, weil das Wort Lokführer seit einem Jahr fast untrennbar mit dem Wörtchen Streik verbunden ist. Der Lokführerstreik. Mit einem Mal weiß wieder jeder, wie die Leute im Führerstand (ja, diese Bezeichnung änderte sich nie) heißen. Und dabei hat gar niemand mitbekommen, dass die schon wieder neu bezeichnet wurden. Im Zuge der Gleichschaltung im europäischen Verkehr sollen Lokführer nur noch Eisenbahnfahrzeugführer genannt werden (Abkürzung EFF). Wahrscheinlich stellte man (ganz überrascht) fest, dass auf den Schienen auch noch Güterzuglokomotiven, Rangierlokomotiven, Wartungszüge, Bauzüge, Messzüge etc. unterwegs sind, also einen Haufen Eisenbahnfahrzeuge, die einen Führer benötigen.

    Zumindest ein gutes hat der Streik. Auf lange Sicht werden Lokführer wieder so genannt werden wie früher. Lokführer. Denn bislang habe ich noch nichts über den Eisenbahnfahrzeugführerstreik gehört. Und das ist auch gut so.

  • Ist das Leben ohne Schina schöner?

    Eben gesehen: eine Familie stellt ihren Haushalt auf den Kopf und überprüft alles, was sie besitzen, auf die Herkunft. Und das meiste ist aus Schina. Aufgabe: Einen Monat lang ohne schinesiches Zeug auskommen. Und das scheint gar nicht so einfach. Das Telefon ist aus Schina, die Akkus sind aus Schina, das Radio ist aus Schina, das Glätteisen ist aus Schina, der Fernseher ist aus Schina, die meisten Küchengeräte sind aus Schina. Alles aus Schina. Sogar der Taschenrechner. Aus Schina. Also geht die Familie einkaufen, sieht sich in den Geschäften um und ist wenig überrascht. Die Hosen sind aus Schina, die Blusen sind aus Schina, die Jacken sind aus Schina. Ein Hemd ist aus Bangladesh. Aber sonst ist alles aus Schina. Ein neues Telefon findet die Familie nicht. Weil alles aus Schina ist. Wenigstens die Akkus sind jetzt aus Deutschland. Und die Dübel, die man im 20% Baumarkt kauft, sind gute deutsche Plastikware. Zur Belohnung darf die Familie essen gehen. Nach Schina. Ne, das nicht, aber schinesisch auf jeden Fall. Und wieder: der Reis ist aus Schina, die Gewürze sind aus Schina, die Stäbchen sind aus Schina… Zum Abschluss die Frage: Ist das Leben ohne Schina schöner? Schon!

  • Eddie Izzards Jeff Vader in the Star Wars Canteen

    Puh, jetzt gilt es sich erstmal wieder zu beruhigen nach dem letzten, doch recht knurrigen Artikel. Zu diesem Zweck hätte ich hier das Video eines Sketches von Eddie Izzard. Eddie Izzard ist ein britischer Comedian und Schauspieler, der in einer seiner erfolgreichen Bühnenshows zeigte, dass es auch auf dem berühmten Todesstern eine Kantine geben muss. Schließlich hat selbst Jeff, äh, Darth Vader irgendwann mal Hunger. Ich könnte mich jedesmal bepinkeln vor Lachen (auch wenn dieses Video schon lange seine Runde gemacht hat (sogar als Lego-Brickfilm)). Ihr solltet ein passables Englischverständnis haben, um diesen Sketch zu verstehen (ansonsten könnt ihr euch einfach an Eddies Outfit erfreuen).

  • Beowulf ab 12 Jahren – WTF???

    Eben habe ich mir Beowulf auf DVD angeschaut. Und ich bin sauer ohne Ende. Warum, erzähl ich euch gleich, lasst mich erst noch kurz berichten, weshalb dieser Film in meinen Augen kompletter Schrott ist: Der ganze Film wurde ähnlich wie der Polarexpress per Motion Capturing gefilmt, was bedeutet, dass die Bewegungen realer Schauspieler auf Computergrafik übertragen wurde. Das sah beim erstgenannten Film schon blöd aus und tut es jetzt immer noch. Die Charaktere bewegen sich teilweise noch immer wie Figuren aus Shrek (dort wurde zumindest der Comic-charaker beibehalten) und strahlen keinerlei Leben aus. Ich habe schon Computerspiele mit besseren Sequenzen gesehen. Die Story könnte langweiliger und spannungsärmer kaum sein, die Dialoge sind an Dämlichkeit oft nicht zu überbieten ("Er hat keinen Schwengel." – "Kein Schwengel."). Und dann sind da noch so kleine Details, bei denen man sich fragen muss, was die Macher wohl gedacht haben. Beispielsweise die viel zu häufigen sexuellen Andeutungen. Das wird spätestens dann lächerlich, wenn der Dämon Angelina Jolie aus dem Wasser steigt, Goldwasser von ihr abperlt und sie mit High-Heels-Füßen (Haha!!!) auf den Held zugeht, um ihm so lange sein Schwert (!!!) zu reiben, bis es schmilzt. Völlig unpassend fand ich. Nervtötend auch die Szene mit dem Drachen an der Kette, der Esel jemanden auf einer Steinbrücke mit Feuerstößen am Entkommen hindert. Wem kommt diese Szene shrek-lich bekannt vor?

    Aber genug davon. Was mich wirklich so dermaßen ärgert, ist die Einstufung der FSK. Die gaben diesen Film ab 12 Jahren frei. Und hätte ich ein Kind von 12 Jahren, würde ich einen Teufel tun, es diesen Film sehen zu lassen. Beim ersten Angriff von Grendel, dem Monster, spritzt unglaublich viel Blut, Menschen werden auseinander gerissen, aufgespießt, später werden Köpfe abgebissen und genüsslich und lautstark zerkaut. Grendel reißt den Körper eines Menschen auf und trinkt in gemütlicher Langsamkeit sein Blut. In weiteren Szenen (die natürlich an Lächerlichkeit wieder einmal fast nicht zu überbieten sind) werden Augen von Monstern aufgestochen, werden Ohren zerquetscht, werden wieder Menschenteile durchs Bild geschleudert oder Menschen als Waffe benutzt, um andere Menschen damit zu verprügeln. Es ist ein Gemetzel, das dem einiger Horrorschocker oder einem "300" (freigegeben ab 16 Jahren) in nichts nachsteht.

    Was um Himmels Willen dachtet ihr euch dabei, ihr FSK-Dummies?

    Genügt es nicht, dass man hierzulande nicht mal als Erwachsener an Spielfilme kommt, die nicht komplett durch Schnitte zerstört sind? Genügt es nicht, dass man Computerspiele komplett verbieten möchte? Dass die Politik schwachsinnige Diskussionen über gewaltverherrlichende Spiele und Filme führt und zensiert, wo es nur geht? Genügt es nicht, dass ich bereits jetzt darum bangen muss, GTA 4 jemals legal kaufen zu können? Dass ich keinen Stirb langsam Film um Mitternacht ungeschnitten im TV sehen kann? Dass ich Jahre brauchte, um endlich an eine 18er Version von Lethal Weapon 2 zu kommen, die nur ein paar Schusswechsel mehr zeigt? Dass ihr Spielefirmen vorschreibt, Blut grün zu färben oder menschliche Gegner gegen Roboter auszutauschen? Genügt es nicht, dass ihr uns erwachsene, mündige Kunden in diesen Fällen gängelt wo es nur geht? Genügt das alles nicht?

    Und dann gebt ihr so einen Film bereits ab 12 Jahren frei, lacht uns damit hämisch ins Gesicht und gebt eure ganzen Bemühungen um "Jugendschutz" der Lächerlichkeit preis?

    Kommt mir bloß nicht mit dem Argument, dass es sich bei Beowulf um eine alte Sage handle und diese nun mal grausam seien. Und wagt es nicht zu bemerken, dass es ja kein realer, sondern ein Computer-animierter Film sei und damit nichts mit der Realität zu tun habe. (Und falls doch, überlegt bitte nochmal genau, was Computerspiele sind). Und verschont mich mit dem vielleicht auf der Zunge liegenden Argument, dass die Gewaltszenen hier künstlerisch wertvoll dargeboten wurden. Oder irgendein Quatsch idieser Art.

    Verschont mich mit all euren Erklärungen. Ihr habt mächtig Sche… gebaut bei dieser Einstufung. Und falls diese Entscheidung doch gerechtfertigt sein sollte und ich die Sache einfach zu eng sehe und falsch liege, dann habt ihr mit allen anderen bisherigen Entscheidungen Sche… gebaut. In Zukunft wird sich für mich jede Alterseinstufung an Beowulf messen müssen.

    Ach ja, ich weiß natürlich, dass für die Einstufungen und Indizierungen von Spielen ganz andere Gruppen zuständig sind, als beim Film. Ich möchte mit diesem Artikel alle gemeinsam angesprochen haben.

  • Rettet CH

    Ach, und weil wir grade beim Thema „deutsche Sprache“ waren, möschte isch doch nischt versäumen, ein weiteres Anliegen anzusprechen. Denn mir liegt neuerdings viel daran, das „ch“ zu retten. Natürlisch ist damit nischt die Schweiz gemeint, der geht es gut, die muss nischt gerettet werden. Was aber so langsam intensiver Pflege bedarf, ist das kleine, knuddelige, kehlige „ch“. Besonders in dem wischtigen Wörtschen „Isch“. Wir Älteren kennen es noch und nutzen es auch intensiv. Doch es ist bedroht. Dursch das offenbar einfacher auszuspreschende „sch“. Ein Missstand, wie isch finde. Wir müssen natürlisch nischt gleich übertreiben und es halten wie die Menschen im Köln-Bonner Raum: Dort wicht man schon gerne mal den Tich bevor ein Stück Fleich darauf gelegt wird.