Schlagwort: unterhaltung

  • Salat mit Thunfisch und Thunfischsalat

    Heute lernte ich den semantischen Unterschied zwischen Thunfischsalat und Salat mit Thunfisch kennen. Nach einem schönen Schwimmbadbesuch kehrten wir bei einem Italiener ein und ich bestellte, aus mangelndem Hunger und erwachtem Gesundheitsbewusstsein, einen Thunfischsalat. Erwartet hatte ich eine Schüssel mit leckerem grünen Salat, vielleicht hier und da eine Tomate, ein bisschen Zwiebel, möglicherweise eine leckere weiße Soße dazu und… einige Brocken Thunfisch. Bekommen habe ich einen Teller mit einem Haufen breiiger Thunfischmasse, garniert mit etwas Petersilie und einigen Zwiebelstückchen. Kann sich jemand an den Mr.Bean Sketch erinnern, in dem er aus Unwissenheit in einem Restaurant Tartar bestellt? Ungefähr so saß ich ebenfalls vor meinem Gericht.

    Ich fragte die Bedienung, ob das wirklich mein Salat sei und sie bestätigte es mit den Worten „Ich dachte mir schon, dass Sie sich was anderes darunter vorgestellt hatten. So machen die Italiener eben Thunfischsalat. Ich wollte sie eigentlich warnen.“

    Hat sie aber nicht. Und diese Erklärung half mir nun auch nichts mehr. Ich hatte ihn bestellt, musste ihn bezahlen und die Kellnerin musste sich nicht wundern, für die eingestandene unterlassene Hilfeleistung kein Trinkgeld zu bekommen. Ein Thunfischsalat ist eben kein Salat mit Thunfisch. Wieder was gelernt.

  • Dumm das

    Gestern wurde ich ein wenig von meinem geliebten DVD Automaten (wir berichteten) enttäuscht. Ich lieh mir den vielfach unterschätzten Film der „Verrückt nach Marry“-Farrely Brüder „Dumm und dümmer“ aus. Nun, so dachte ich zumindest. Auf der Automaten Homepage fand ich den Film als verfügbar vor, mit Cover, Beschreibung und Schauspielerriege. Ich klickte auf reservieren, holte ihn ab und stellte zuhause fest, dass es sich um die dumme Fortsetzung mit dem noch dümmeren Titel „Dumm und dümmerer“ handelte. Dumm das.

    Denn während „Dumm und dümmer“ eine gut gemachte Komödie ist (ich weiß, Geschmäcker sind verschieden, also keine Kommentare deswegen), kann die Fortsetzung als völlig sinnlose Videoproduktion vergessen werden. Während ich grübelte, wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte, meinte die damalige Freundin nur lapidar, dass bisher noch niemand so dumm gewesen sei, „Dumm und dümmer“ ausleihen zu wollen und der Irrtum deshalb bisher unentdeckt geblieben sei. Ich hingegen glaube eher, dass jeder der sich „Dumm und dümmer“ ausleiht, wohl selbst zu dumm ist, den Unterschied zwischen „Dumm und dümmer“ und „Dumm und dümmerer“ festzustellen. Bis auf mich halt.

    Der Besitzer des Automaten konnte sich den Irrtum übrigens nicht erklären und versprach mir schnellstmögliche Aufklärung. Laut seiner Aussage habe er definitiv den Film als „Dumm und dümmer“ gekauft und von dem Film „Dumm und Dümmerer“ noch nie etwas gehört. Tja, dumm das.

    (Bitte nicht verdummen weil so oft das Wort dumm in diesem Artikel auftauchte)

  • Die beschissenste Familie Deutschlands

    Eine deutsche TV-Produktionsfirma hat ein neues Konzept für eine Samstag Abendshow. Dieses Konzept wurde diversen großen Privatsendern wie RTL, der Pro7-Sat1 Gruppe und weiteren eventuell Interessierten vorgelegt. Die Sender zeigen sich begeistert und es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, wann die große Show „Die beschissenste Familie Deutschlands“ (Arbeitstitel) über den Äther geht. So dachte man…

    Da die TV-Sender mittlerweile alle erkannt haben, wie erfolgreich Bastel-, Renovierungs-, Verschönerungs-, Aufbau-, Lebenshilfe- und Therapie Sendungen sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis ein solches Konzept entsteht. Ziel der „beschissensten Familie Deutschlands“ (Arbeitstitel) ist es, all die Ideen dieser Sendungen zu vereinen.

    Folgendes steht in etwa in dem vorgelegten Konzept:

    Man wird Familien casten, die im Grunde nicht im Fernsehen zu sehen sein
    würden (außer in Boulevard Magazinen). Gesucht wird in den unteren
    Schichten unserer Gesellschaft. Bevorzugt werden Familien ohne Arbeit.
    Je mehr Kinder in der viel zu kleinen Wohnung leben, um so besser. Je
    asozialer, umso geeigneter (Originalton der Produktionsfirma).

    Das Konzept sieht vor, jeglichen verfügbaren Berater zu dieser Familie zu
    schicken und alles mit der Kamera fest zu halten. So werden zuerst
    Spezialisten auftauchen, die die Wohnung entrümpeln (wenn die Familie
    latente Messies sind, wäre das äußerst passend). Die Familie wird ihren
    nicht mehr benötigten Hausrat entsorgen und Tipps für Ordnungshaltung
    bekommen.

    Danach werden sich die Renovierungsprofis daran machen, etwas Stil in die Wohnung zu bringen.
    Neue Farben, neue Möbel, neue Aufteilung etc. Dazu gesellen sich
    schließlich noch Life Coaches, die die Eltern in das harte Leben
    führen, ihnen bei der Jobsuche beistehen und ihnen erklären, wie man so
    manches Familien-internes und -externes in den Griff bekommen kann.

    Die Kinder werden professionell von diversen TV-Nannys betreut. Man wird
    sie in die Schule begleiten und ihnen beibringen, richtig zu lernen und
    vernünftig mit ihren Aggressionen umzugehen. Es werden auch
    Tierpsychologen eingeladen, die sich um den schwer gestörten Hund und
    den Goldfisch der Familie kümmern.

    Das Renovierungsteam wird alsbald dazu übergehen, Handwerker Profis zu
    rufen, da Teile der Wohnung dermaßen verkommen sind, dass kaum mehr
    Reparaturen möglich sind. Und so wird die Familie dabei beobachtet, wie
    sie sich am Rande der Stadt in einer ruhigen Dreißiger Zone ein eigenes
    Fertighaus baut. Und mithilfe des Teams einrichtet.

    Zu guter Letzt kommen noch die Design und Style Profis und werden die
    Familie neu einkleiden, frisieren, schminken und was so alles nötig ist.

    Das Ende der der ersten Staffel wird die Präsentation „der glücklichsten
    Familie Deutschlands“ (Arbeitstitel) sein, die mit neuem Aussehen,
    neuen Jobs, neuen Umgangsformen, neuem Haus und neu gewonnenem
    Selbstbewußtsein wieder zu einem Teil unserer Gesellschaft geworden
    ist. Alles unter dem Slogan: „Manchmal braucht es nur einen kleinen
    Schubs“.

    Worüber sich die Produktionsfirma und die Sender allerdings noch streiten, ist die
    Wiedersehensfolge ein Jahr später. In dieser Sendung soll die Familie
    erneut besucht und interviewt werden, um den Zuschauern zu zeigen, wie
    sehr diese Verwandlungen ihr (der Familie) geholfen hat. Die TV-Sender
    sind allerdings davon überzeugt, dass eine beschissene Familie
    (Arbeitstitel) immer eine beschissene Familie (Arbeitstitel) bleiben
    wird und man dem Fernsehzuschauer lieber nicht die Illusion rauben
    möchte, dass solche TV-Hilfesendungen irgendetwas langfristiges
    bewirken können. Außerdem wären nicht gar so glückliche Familien
    ohnehin die besseren Fernsehzuschauer, da sie jeden Dreck im deutschen
    Fernsehen schlucken würden, ohne sich zu beschweren (aus gut
    unterrichteten Kreisen erhaltenes Zitat eines Programmchefs).

    Der Zynismus, der hier offen zur Schau gestellt wird, sollte
    schnellstmöglich in die Öffentlichkeit gelangen, um eine solche Sendung
    zu verhindern.

  • Soso

    Ich plädiere dafür, das kleine Wörtchen „So“ aus der deutschen Sprache zu verbannen. Auf Probe und nur fürs erste. So lange, bis sich die Lage beruhigt hat (und ich überlege bis dahin, wie ich diesen Satz ohne das Wörtchen „So“ hätte schreiben können). Denn wenn ich noch länger diese dumm daher quatschenden, Pisa nicht auf der Landkarte findenden, für meine Rente nicht mehr zuständigen jungen Leute höre, die es schaffen, in jedem Satz mindestens zweimal ein „So“ unterzubringen, bekomme ich echt Zustände.

    „Weil, weißt du so, das ist so, ich weiß auch nicht. So, voll bekloppt und so. Kommt der so daher so und er so: Was geht? Und ich so: Nichts. Voll beknackt, so.“

    Ach und wenn wir grad dabei sind, könnten wir dann nicht noch das Wörtchen „voll“ mit in die Zelle sperren, dann ist das „So“ nicht so allein und ich habe endlich meine Ruhe. Voll im Ernst so.

  • Ein Appell an die DVD Industrie

    Liebe Filmfirmen und DVD Hersteller. Ich weiß ja, dass ihr mich als Kunden nicht für voll nehmt und nur auf mein Geld aus seid. Ich weiß auch, dass es euch völlig egal ist, was ihr so auf den Markt werft und in welcher Qualität, solange der Käufer nur brav bezahlt. Am besten mehrmals hintereinander (Früher die VHS, nun die DVD, danach die Special Edition, dazu noch die GEZ Gebühren für die TV-Ausstrahlung und nicht zu vergessen die Pauschalabgabe für alle Geräte – außerdem freuen wir uns alle jetzt schon auf den Blu-Ray und das HDDVD Chaos). Offensichtlich lebt ihr in einer eigenen Welt, in der die Wünsche und Ansprüche des Kunden nicht zählen, solange er weiterhin brav sein Portemonnaie öffnet.

    Ich werde an anderer Stelle noch einmal auf all eure Verfehlungen
    zurück kommen. In diesem Beitrag möchte ich allerdings für die
    Veröffentlichung einiger fast vergessener Perlen plädieren. Nachdem ihr
    so viele B- und C-Filme auf den Markt geworfen habt, kann ich nicht
    verstehen, wieso zum Beispiel „Joe gegen den Vulkan“ bisher nicht auf
    DVD erschienen ist. Dies ist eine der besten Komödien mit dem noch
    jungen Tom Hanks und Meg Ryan. Ein wahres Märchen in schönen Bildern
    und feinem Humor. Auch „Forget Paris“ von und mit Billy Crystal fehlt
    mir noch in meiner Sammlung. Dieser Film wurde als inoffizielle
    Fortsetzung von Harry und Sally betrachtet (obwohl das nur am Thema und
    dem ähnlichen Humor festzumachen ist). Warum kann ich die Steve Martin
    Komödie „My blue Heaven“ noch nicht kaufen? Wieso darf ich nicht bei
    den „Indianern von Cleveland“ auf die Originaltonspur umschalten, um
    mich zu vergewissern, wie gut der Film ohne die deutsche
    Synchronisation ist. Weil es ihn nicht auf DVD gibt – richtig erraten.
    Wo bleibt der Teenie Klassiker „Can’t buy me love“? Und nicht zu
    vergessen der Weihnachtsklassiker schlechthin „Fröhliche Weihnachten“.
    Außerdem warte ich noch immer auf einen Release des „großen Rennens um
    die Welt“ und des „Hofnarren“.

    Wieso kann ich auch alle möglichen Schrott-Serien in schönen Boxen erstehen,
    während die wirklich großartigen Serien wie beispielsweise „Ed“ und
    „Frasier“ nur im Morgen- und Nachtprogramm der TV-Sender versteckt
    werden.

    Ich kann ja nicht mal beleidigt sagen, dass ihr offensichtlich mein Geld nicht wollt. Denn
    das wollt ihr ja. Nur liefert ihr mir nicht die gewünschte Ware. Warum
    es immer noch DVDs gibt, die mich mit nervender Werbung, unkomfortabler
    Bedienung und unterirdischer Qualität ärgern, werde ich wie gesagt
    demnächst behandeln. Bis dahin möchte ich gerne oben genannte Filme so
    schnell wie möglich bei Amazon bestellen können. Und wehe ihr wagt es,
    alles nur lieblos auf die Scheibe zu pressen, nach dem Motto: „Die
    Leute werden es so oder so zahlen!“

  • Mach keine Witze über Bill Gates

    Jeder von uns kennt die Tastenkombination Strg+Alt+Entf. Hier der Ausschnitt einer Talkrunde, in der offensichtlich ein Entwickler erzählt wie es zu diesem Tastaturkürzel kam.

    Das ist schon recht interessant. Viel interessanter fand ich allerdings den Witz, den er sich auf Kosten von Bill Gates erlaubt. Bill sitzt ebenfalls in der Runde und ist gar nicht amused. Der Entwickler versucht seinen kleinen Gag zu erklären. Bill lächelt nur. Im Publikum hört man zwischen dem Gelächter schon einzelne „Ohh“s. Das Publikum weiß, dass man keine Witze auf Kosten von Bill macht. Bill lächelt weiter und nickt nur kurz. Und man sieht ihm direkt an, was er gerade denkt:

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  • Alles ist CD

    Kann es sein, dass die beiden Buchstaben C und D in unser Gehirn gebrannt wurden? Gebrannt würde tatsächlich passen, denn ich spreche hier von der allseits beliebten CD. Diese kleine, silberne, flache Scheibe, die uns schon seit vielen Jahren soviel Freude bereitet. Tatsächlich habe ich in meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, dass zu jedem Medium, das Musik oder Film enthält CD gesagt wird.

    Früher war das einfacher. Da gab es nur Schallplatten und Kassetten
    und niemand wäre auf die Idee gekommen, das eine mit dem anderen zu verwechseln. Auch als die VHS Kassette ihren Durchbruch feiern konnte, war der Unterschied zu den anderen Datenträgern groß genug für jeden Technik-Deppen.

    Doch heute ist alles flach, rund und silbern. Die Sache mit der CD war ja noch überschaubar. Komplexer wurde es, als die DVD erschien. Denn sie glich der CD auf den ersten Blick wie ein Ei dem anderen. Schlimmer wurde es noch, als die brennbaren Versionen mit kryptischen Zusätzen wie +R oder -R aufwarteten. Oder gar +/-RW. Für viele Menschen sind das immer noch CDs und werden es wohl auch immer bleiben. Egal, wieviel Speicherplatz sie
    bieten und was sich darauf befindet.

    Manch einer sagte sogar zu den mittlerweile nicht mehr populären MDs CD. Dabei waren die MiniDiscs wie der Name schon sagte kleiner und in einem Plastikgehäuse versteckt. Aber es war halt Musik drauf, also konnte das ja nur eine CD sein, gell. Auch die in der neuen Sony PSP benutzten Datenträger kommen klein und mit Gehäuse daher und heißen UMD. Das Prinzip setzt sich aber auch hier fort.

    Ganz übel wird es dieses Jahr werden, wenn die DVD Nachfolger BluRay (BD) und HD-DVD, auf den Markt kommen. Nicht nur weil ein ähnlicher Streit um Standards entstehen wird wie seinerseits bei BetaMax und VHS oder zuletzt bei DVD-R und DVD+R.

    Der Kunde wird am Ende entscheiden (so meinen Fachleute). Ich dagegen behaupte, dass sich die Industrie ins eigene Bein schießt, mit diesem Wirrwarr. Ich werde den Markt sehr genau und lange beobachten um mich für ein Medium zu entscheiden und bis dahin werden vermutlich wieder teure Multiformat-Leser auf den Markt geworfen werden.

    Aber, was trotz allem immer bleiben wird: Die Leute werden immer sagen, sie hätten da eine ganz tolle CD. Egal, was drauf ist. „Ich mein halt das runde Ding wo Filme und Musik drauf sein tun.“ Eben.

  • unfreiwillige Radio Comedy

    Manche Radiosender sind immer wieder für einen Lacher gut. Sei es SWR3, die mit den meisten ihrer Comedy Angeboten punkten können. Oder auch Radio Regenbogen, die so dämlich versuchen, diesen Erfolg zu kopieren, dass einem schnell das Lachen im Hals stecken bleibt. Und dann gibt es noch Antenne Südbaden, welches bei uns im Raum Freiburg leider unfreiwillig komisch ist.

    So sagt mir der Moderator nach jedem Nachrichtenblock, dass nun der Verkehr käme, der mich wirklich interessiert. Also, ich würde gern mal wissen, woher die wissen wollen, welcher Verkehr das denn sein könnte. Denn dann erzählen sie mir doch nur wieder, wo in Südbaden Staus sind und Blitzer stehen.

    Gerne weist Antenne Südbaden auf ihr Gewinnspiel hin, das sich in etwa so abspielt. Der Moderator sagt: „Rufen Sie uns an, wenn Sie wissen, welches Geräusch wir suchen.“ Man hört ein Quietschen, oder Ratschen. „Na, haben Sie es erkannt? Welches Geräusch suchen wir?“

    Nun, da möchte ich am liebsten anrufen und sagen: „Ihr sucht das Geräusch, das ihr da eben gespielt habt – dieses Quietschen oder Ratschen.“

    Man darf mir wieder Klugscheißerei vorwerfen, aber sollte die Frage nicht eher lauten: „Wissen Sie den Namen des Objekts, das dieses Geräusch verursacht?“

    Immer wieder schmunzeln kann ich auch beim Aufruf, Mädchen des Monats zu werden. Da werden Freiburgs weibliche Schönheiten einen Tag lang mit der Kamera begleitet und dann jede Nacht, unterlegt mit den besten Hits der Achtziger, Neunziger und von heute auf FRTV (dem angeschlossenen Regional TV-sender) gezeigt.

    Die Werbung lockt die Mädchen unter anderem mit folgendem Satz: „Zeigen Sie Ihren Freunden, was in Ihnen drin steckt.“ Was in ihnen drin steckt? Ich hoffe doch, es steckt nichts in den Mädchen drin. Ein Messer gar. Oder schlimmeres. Vielleicht mag es an der Mundart liegen, weshalb man nicht sagt „was in ihnen steckt“, aber lustig ist es trotzdem.

    Weiter so, Antenne Südbaden. Ihr habt einen Platz in meinem Herzen.

  • Der, die, das Blog

    Hallo, ihr Duden-festen Germanistik Studenten, ihr IT-Spezialisten, ihr kosmopolitischen Blogger/Podcaster/Leser/Hörer. Um eine kleine Frage und Diskussion zu beenden, könntet ihr mir mal eben mit Beweisen erläutern, ob es „das Blog“ oder „der Blog“ heißt und ob es „das Podcast“ oder „der Podcast“ genannt wird. Deutsche Sprache, schwere Sprache, besonders wenn Teile davon gar nicht Deutsch sind. Ich tendiere ja zu „das Blog“ und „der Podcast“, wüsste allerdings gerne warum.

  • Im Serienwahn

    Vermutlich führt doch kein Weg daran vorbei, sich einen Festplattenrekorder zu zulegen. Denn ich bin wieder im Serienwahn. Und gleichzeitig berufstätig, was es mir viel zu oft schwer macht, alles sehen zu können. Und jede Woche mit fünf Videokassetten herum zu jonglieren ist nicht die Erfüllung. Eine Erfüllung ist allerdings das derzeit gezeigte Serienprogramm.

    Da wäre zuallererst Emergency Room zu nennen, eine meiner absoluten Favourites. Ich kenne kaum eine Serie, die dramatischer und fesselnder ist. Auch wenn die Qualität ein ganz ganz wenig nachgelassen hat in den letzten paar Staffeln. Dazu kommt die langerwartete zweite Staffel von Nip/Tuck. Sensationell, überraschend und immer zwischen Komik und Dramatik wechselnd. Dabei hieß es nach Ende der ersten Staffel, es sei ungewiss, ob mehr gezeigt würde (Die ollen Quoten halt).

    Six Feet Under gibt sich ebenfalls wieder die Ehre mit der vierten Staffel. Auch hier hat die Spannung und Qualität leider etwas nachgelassen und ich hoffe gerade in dieser Staffel, dass es bald zu einer spannenden Geschichte kommt. CSI (und nur CSI) läuft auch endlich wieder. Man verzeihe mir bitte, dass ich mit all den Ablegern aus New York und Miami leider nichts anfangen kann.

    Nun habe ich auch noch Las Vegas entdeckt (nicht CSI) und bin von der ersten Folge sehr angetan gewesen. Mal sehen, wie es weitergeht. Die vierte Staffel von 24 wird wohl wieder spurlos an mir vorbei gehen, wie schon die dritte. Das liegt hauptsächlich daran, dass „RTL Scheiß“ die Serie verheizt und sie in Paketen zu drei Folgen sendet. Und das auch noch an zwei aufeinander folgenden Tagen. Tja, also da kann leider weder ich noch mein Rekorder mithalten. Jetzt hab ich nämlich die Folgen 4,5 und 6 verpasst und damit ist das Ding für mich gestorben. Pech.

    Mehr schade als Pech ist die Art, wie Sat.1 mit Ed umgeht. Kein Mensch kennt diese Serie, dabei ist sie die schönste, erfrischendste, witzigste und wohltuendste Fernsehunterhaltung seit Picket Fences und Ally McBeal. Wer die beiden letztgenannten mochte, würde Ed lieben. Sat.1 sieht das allerdings anders und versteckt Ed Samstags morgens um 5 Uhr. Oder so. Manchmal kommt es auch gar nicht. Oder hört einfach auf. Oder wird einfach verschoben. Mann hat es nicht leicht.

    Aber leicht hat es einen. Das wäre mir beinahe bei den Gilmore Girls so gegangen (darf man das als Mann zugeben). Ich konnte aber noch rechtzeitig den Absprung finden.

    Man sieht also, ich bin beschäftigt und hoch erfreut. Besonders Dienstags und Mittwochs. Und dabei hatte ich vor wenigen Wochen noch gedacht ich wäre Lost und Desperate. (Ha, Riesen-Wortwitz)

  • Flickr, Frappr und dann? Rogr!

    ImmR bestrebt in und cool zu sein, folge ich jetzt einem offensichtlich neuen Trend. Im IntRnet kann man schon seit längerem mit FrappR und FlickR herumspielen. Motorola nennt seine aktuellen Handymodelle RazR und RokR. Es scheint also gerade in zu sein, Namen das E vor dem letzten Rrrrrr zu stehlen. Und so werde ich mich ab sofort RogR nennen. Geil, odR? Mir fallen in meinem Bekanntenkreis nur zwei Leute ein, die so ’ne NummR drauf hätten. Das wären HolgR und PetR. Aber ehrlich, da klingt es nicht halb so cool wie bei mir. Ich muss mir gleich die Domain allesrogR.net resRvieren.

  • Englischer Titel, deutsche Zahl

    Es gibt wahrlich bescheuerte deutsche Filmtitel. Man fragt sich manchmal wirklich, was sich diese „Kreativen“ in den Verleihfirmen da denken, wenn sie zugekifft um vier Uhr morgens beschließen, die dümmste aller Varianten zu wählen. Ich werde demnächst mal eine Liste mit sagenhaft dämlichen Namensgebungen präsentieren. Doch nicht nur diese „Erfinder“ machen Fehler. Auch wir Leser.

    Interessant wird es nämlich, wenn der englische Originaltitel belassen wird. Denn dann passiert etwas, das mir auch bei Spieletiteln (die im Grunde immer englisch bleiben) aufgefallen ist. Selbst wenn der Titel eindeutig der englischen Sprache zuzuordnen ist, werden darin befindliche Zahlen auf Deutsch gesprochen. So heißt es nicht „Toi Storie Tuu“ sondern „Toi Storie Zwei“. Man sagt auch nicht „Mischen Impossibel Tu“ oder „Liefel Wueppen For“. Schon gar nicht hört man „Bettelfield Neintienfortiewon“ sonder immer nur „Bettelfield Neunzehnhunderteinundvierzig“.

    Woran liegt das? Mir fiel auf, dass auch ich Zahlen immer deutsch behandle. Dabei ist für jeden, der „Jurassic Park“ aussprechen kann, das Two ebenso leicht wie die Zwei. Beim englischen „Three“ könnte man sich ja noch mit der für uns beschwerlichen Aussprache heraus reden.

    In einem einer Lieblingsbücher „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ (Teil Won und Tuu) schreibt Autor Sick, dass die deutsche Sprache zwar sehr gerne fremde Ausdrücke annektiert, besonders Anglizismen immer häufiger Einzug finden. Doch selbst wenn ein englisches Wort übernommen wird, bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass auch die englische Grammatik zum Tragen kommt. So ist die Mehrzahl von Party nun mal Partys und nicht Parties (beim Handy (das ja weder deutsch noch englisch ist, sondern eine Erfindung) verfährt man ebenso).

    Ich frage mich, ob es bei Zahlen in Verbindung mit englischen Ausdrücken vielleicht genauso ist. Ich werde die Antwort wohl dieses Jahr nicht mehr finden. Aber Tuufausendsix wird es doch hoffentlich klappen.

  • Sex sells – Server in der c’t

    Sex sells. Das ist eine altbekannte Weisheit und stimmt zumindest bei den männlichen Käuferschichten. So ist es nicht verwunderlich, daß Marketingstrategen Sex gezielt dort einsetzen, wo man hauptsächlich Männer antrifft. Beim Sport, bei Autos und neuerdings auch bei Computern. Früher wurde man in Computerzeitschriften mit Angeboten bombardiert, sich eine eigene Homepage zu zulegen, mit so und so vielen E-Mail Adressen, so und so viele Speicherplatz und das so und so günstig. Schließlich hatte jeder eine Homepage, dann mußte man DSL an den Mann bringen. Das haben wir jetzt demnächst auch hinter uns. Nun reicht aber eine eigene Homepage und eine Flatrate nicht mehr aus. Pimp my Online Life: Jetzt brauchen wir gleich einen eigenen Server. Und wenn wir schon beim pimpen sind, kommt jetzt auch der Sex ins Spiel.

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  • Flickr und die Möglichkeiten

    Nun habe ich mir endlich einen Account bei Flickr.com geholt. Flickr ist ein kostenloser Online Service von Yahoo, den ich dazu nutzen kann, meine Fotos hoch zu laden, zu organisieren und zu veröffentlichen. Was mich dabei fasziniert, sind die vielfältigen Möglichkeiten, was man mit den Bildern alles machen kann. Das erste ist das wohl offensichtlichste: In der rechten Seitenleiste findet man ab jetzt ein Flickr Plugin, das immer zufällig drei Bilder aus meiner Sammlung präsentiert. Bei Klick auf eines dieser Bilder kommt man direkt zu Flickr, wo man sich alle Bilder anschauen kann, oder die meiner Kontakte.

    Im Moment sind noch nicht viele Bilder von mir online. Das liegt zum einen daran, daß man monatlich nur ein Upload Volumen von 20 MByte hat, andererseits aber auch daran, daß ich all meine Bilder nochmals überarbeiten möchte, bevor ich sie veröffentliche. Das dauert natürlich. Ich werde aber immer darauf hinweisen, wenn neue Bilder online sind.

    Habe ich eben noch von den vielfältigen Möglichkeiten gesprochen, so möchte ich hier auch welche präsentieren. Da wäre zum Beispiel Spell with Flickr. Hier kann man sich aus zufällig gesuchten Buchstaben aus dem flickr Fundus Wörter zusammen stellen lassen. Ein lustiges Gimmick.

    Interessant ist auch Flickr Montager, das aus hunderten von Bildern ein großes Mosaik herstellt, das man selbst wählen kann. Bekannt wurde das glaube ich hauptsächlich durch das „Truman Show“ Filmplakat. Es gibt auch Desktop Tools für so etwas.

    Sehr viel Spaß macht der Related Tag Browser. Es funktioniert ganz einfach: Man gibt einen Begriff ein (z.B. Weihnachten) und bekommt alle Bilder die bei Flickr mit diesem Tag (Beschreibung) zu finden sind. Dazu bringt der Tag Browser schön animiert auch noch aberdutzende Tags, die damit zusammen hängen. So kommt man schnell vom Weihnachtsmarkt zum Rockefeller Center in New York.

    Noch eine Flash Anwendung ist flickrGraph. Nach Eingabe eines Namens oder E-mail Adresse werden die Bilder und Tags des Besitzers angezeigt und dazu auch die Kontakte, die der Benutzer schon geknüpft hat. Und natürlich auch deren Kontakte. So entsteht schnell ein interessantes Netzwerk aus Fotografen und hübschen Bildern.

    Also faszinierende Aussichten. Ich halte euch auf dem Laufenden, was es Neues bei Flickr und mir gibt.

  • Fröhliche Weihnachten (A Christmas Story) – Der Film

    Fröhliche Weihnachten (A Christmas Story) – Der Film

    Weihnachten steht unweigerlich vor der Tür. Es bringt jetzt nichts, darüber zu meckern, dass man schon seit drei Monaten Lebkuchen und Spekulatius angeboten bekommt. Denn jetzt geht es langsam in die heiße Phase. In Freiburg hat der Weihnachtsmarkt eröffnet und ich selbst habe schon die Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt.

    Wenn es draußen dann so richtig knackig kalt ist, gibt es kaum etwas schöneres, als sich vor den Fernseher zu setzen und wieder einer der schönen Weihnachtsklassiker zu gucken. Da hat jeder andere Vorstellungen davon, was ein Klassiker ist. Ich finde, es kommt hierbei nicht mal auf die Qualität der Filme an. Es geht einfach nur um das Gefühl, das sie einem vermitteln.

    Bei mir sind es im Grunde nur drei Filme, die mir dieses besondere Gefühl geben. Das wäre „Scrooged“, „Schöne Bescherung“ und „Fröhliche Weihnachten“. „Fröhliche Weihnachten?“ werden sich manche nun fragen, „von dem hab ich ja noch nie gehört.“ Tja, das liegt daran, dass es diesen Film weder auf DVD noch auf VHS gibt und er alljährlich irgendwo in den Dritten im Nachmittagsprogramm verkloppt wird. Eine Schande. Denn jeder, der ihn je gesehen, liebt ihn auch.

    In den USA gibt es „A Christmas Story“ sogar als Special Edition und hat anscheinend hat er dort im Fernsehen etwa den Stellenwert, den bei uns „Dinner for One“ an Silvester hat – es geht halt nicht ohne.

    Leider fehlt er mir auch in meiner Sammlung, seit vor ein paar Jahren mein altes VHS Band endgültig den Geist aufgab (solche Bänder sind nun mal nicht jahrzehntelang strapazierfähig). Auf meiner Suche im Netz fand ich zumindest eine schöne kleine Beschreibung bei MDB und außerdem einen Trailer.

    Ansonsten bleibt mir nichts anderes übrig als das konzentrierte Studieren des Programmhefts, um ja nicht zu verpassen, wenn BR3 oder so den Film an einem Donnerstag Nachmittag oder so um 13:40 oder so zeigt. Bis dahin brauche ich noch unbedingt einen DVD Recorder.

    Welche Filme seht ihr denn gerne zu Weihnachten? Schreibt mir das mal…

    Update

    Im Winter 2022 erschien dieFortsetzung unter dem Titel „A Christmas Story Christmas“ beziehungsweise in Deutschland als „Leise rieselt der Streß“. Ob es diesen Film gebraucht hätte, müssen andere entscheiden. Ob er zu einem solchen Klassiker wie das Original werden wird, wage ich allerdings zu bezweifeln.

  • Rabimmel, rabammel, rabumm

    Es ist St.Martin. Wieder einmal. Und da ich nun endlich die Möglichkeit dazu habe, muss ich endlich mal etwas los werden. Hallo liebe Kindergärtnerinnen und Erziehungsberechtigten (und solche, die sich dafür halten). In dem Lied "Ich geh mit meiner Laterne" heißt es folgendermaßen: "Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. Rabimmel, rabammel, rabumm."

    RABIMMEL!
    RABAMMEL!
    RABUMM!

    Und nicht, wie ich es in letzter Zeit immer wieder hören mußte: "Rabimel, rabamel, rabumm, bumm bumm." NEIN! Da ist kein Bumm Bumm. Wenn ihr Bumm Bumm wollt, dann stellt euch in einer Karaoke-Bar und bummbummt dort herum. Oder traut euch in einen Club an einem Black Music Abend, da bummbummt es genauso schön. Aber in unserem Laternen-Lied bummbummt es nicht.

    Wenn ihr weiterhin dieses Lied verbummbummt, werden eure Kinder ihren Kindern auch irgendwann bumm bumm beibringen. Und dann – bummbummt es bald überall. Herrje.

    Gut, ich weiß, irgendwann werden unsere Kinder das gar nicht mehr selbst singen. Sie werden ihre Handys einschalten, sich gegenseitig anrufen und als Klingelton wird die verbummbummte Hip-Hop Version dieses Songs, gemacht von den Schnappi Produzenten, erklingen. Zu meiner Zeit hätte es das nicht gegeben. Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. Und bumm.

  • Bei mir biste scheen

    Nicht wenige Männer und Frauen auf dieser Erde hadern mit ihrem Aussehen. Vermutlich ist es bei Frauen noch schlimmer als bei uns eitlen Hähnen. Verstärkt wird dies natürlich (und da wird mir niemand widersprechen, da es schon seit Jahrzehnten bekannt ist) durch das Bild, das uns die Medien vermitteln. Da sehen die Models stets wie aus dem Ei gepellt und makellos aus. Auch die Hollywood Schönen haben stets perfekte Körper, perfekte Haare, perfekte Zähne.

    Was allerdings immer wieder gern vergessen wird, ist die Tatsache, dass es einige Stunden dauert, einen Star oder ein Model so aufzubrezeln. Gut, da muss natürlich Mutter Natur schon vorher ein glückliches Händchen gehabt haben, denn alles kann Make-up und Chirurgie dann doch nicht (prominentes Gegenbeispiel: Kate Moos – da hilft einfach gar nichts mehr). Dass Mutter Natur aber auch manchmal etwas verschlafen ist und mit strähnigen Haaren und Ringen unter den Augen unterwegs ist, beweisen die vielen schönen Paparazzi Fotos in den einschlägigen Magazinen.

    Anders sieht es bei professionellen Fotografien aus. Ich picke da einfach mal die Playboy Bunnys heraus. Solche Bilder sind ein Zusammenspiel von perfektem Make-up, perfekten Lichtverhältnissen, perfektem Fotomaterial und am Ende natürlich die Fotoretusche am Computer.

    Es ist teilweise sehr überraschend wie solche Fotos zustande kommen, mit welchen Tricks da gearbeitet wird (Öl auf dem Körper um Schatten weicher zu machen, Luft anhalten während des Fotografierens etc.) Das interessanteste für mich ist allerdings die Retusche. Hier werden die letzten Pickelchen, Fältchen, Unebenheit, die nun mal JEDER Mensch hat ausgebügelt. Selbst Knochen, die unvorteilhaft heraus stehen, oder Haarsträhnen, die nicht ganz so glänzend über den Schultern hängen, werden hier bearbeitet, Augen aufgehellt, Zähne gebleicht und gerade gerückt… die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

    Ein sehr gutes Beispiel was alles mit Photoshop und Co. Möglich ist, zeigt KayDesign. Der Macher ist selbst Profi Fotograf und zeigt hier eindrucksvoll, wie Fotos nach der Bearbeitung gleich noch mal so schön aussehen. Es gibt auch einige Beispiele für Männer (ich mach mir jetzt auch überall solche Muskeln hin und den Bauch weg) und einige wirkliche verblüffende Effekte. Also hinsurfen, angucken und dann weiter Lebkuchen essen. Bei den Weihnachtsfotos wird einfach alles retuschiert.

  • Tipps vom Womanizer

    Ok. Genug der Scherze. Kommen wir endlich zu den wirklich wichtigen Themen. Wie spricht man eine Frau an? Das mag für viele uninteressant oder gar kein Problem sein. Und für mich persönlich ist das gottlob auch keine Frage mehr. Aber da draußen rennen noch genug verwirrte Männer herum, die nicht wissen, wie sie es anstellen sollen. Und ganz ehrlich: sie können es auch nicht wissen. Wenn ich also eines gelernt habe (Achtung, ich erzähle aus meinem reichen – hüstel – Erfahrungsschatz) dann ist es, dass es überhaupt keine Regeln gibt. Bis auf diese vielleicht: Es ist ein Krieg da draußen und sie können deine Angst riechen.

    Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass man schon innerhalb der ersten drei Sekunden weiß, ob man mit seinem Gegenüber jemals ins Bet will. Nach sieben Sekunden ist schon entschieden, ob man sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Tja, das ist erschreckend, denn in diesen sieben Sekunden hat man noch nicht mal etwas außer "Ähhh…" gesagt. Dieser ganze Prozeß läuft unterbewusst ab und beruft sich allein auf optische Reize. Da hat man in Chats vielleicht größere Chancen (kommt natürlich ganz auf das eigene Aussehen und Auftreten an).

    Was ich eben erzählt habe, bezieht sich natürlich nur auf Frauen. Männer sind da etwas geradliniger. Die wissen in der ersten Sekunde schon, dass sie mit der Frau ins Bett wollen und entscheiden wiederum eine Sekunde nach dem Orgasmus, ob sie sich ein gemeinsame Zukunft vorstellen können.

    Hmm, vielleicht übertreibe ich damit aber auch ein bisschen. Tatsache ist dennoch, dass es auf eine gesunde Mischung aus Auftreten, Aussehen und sehr sehr viel Glück ankommt. Wenn du als Mann auf eine Frau zu gehst, die dich schon von vorneherein abstoßend findet, kannst du machen was du willst. (Anders sieht es aus, wenn die Frau nicht allzu clever ist. Da haben wortgewandte Männer noch die Chance, die Angebetete so lange tot zu quatschen, bis diese gar nicht mehr anders kann, als "Ja" zu hauchen)

    Mein guter Freund Chris ist derzeit auf der Suche. Er sieht passabel aus, ist clever, hat einen sehr feinen Sinn für hintergründigen Humor und man kann stundenlang mit ihm quatschen. Weitere Qualitäten kenne ich als sein Freund nicht, wenn aber eine der hier lesenden Damen Interesse an einem Kennenlernen hat, werde ich gerne als Vermittler fungieren. Mail an mich.

    Chris ist jedenfalls nicht der Typ, der auf Frauen zugeht. Teils aus Schüchternheit, teils aus vollkommenem Unwissen, was man denn sagen soll. Und das ist absolut verständlich. Was soll man denn sagen? Seien wir doch mal ehrlich, Ladys: Jeder Spruch ist doch zum schreien doof, oder? Welche vernünftige Frau lässt sich mit einem vorher geübten Spruch davon überzeugen, dass es sich lohnen könnte, sich weiter mit diesem Kerl zu unterhalten?

    Beste Taktik ist hier wohl immer noch: Blickkontakt suchen, sie zum lächeln bringen. Und erst wenn man sicher sein kann, dass zumindest optische Sympathie herrscht, rüber gehen und.. jetzt kommt’s… so ehrlich wie nur möglich sein. Wenn man nicht weiß, was man sagen soll, sollte man genau das sagen. Wenn sie hier nicht schon lächelt, weil du ein mutiger, gleichzeitig schüchterner aber grundehrlicher Kerl bist, steht es ohnehin nicht gut um euch.

    Außerdem sind Gespräche immer Ballspiele. Nachdem du ihr deinen Ball zugepritscht hast, ist sie am Zug. Wenn du ihr den vierten Ball zugespielt hast, ohne dass einer über das Netz zurück geflogen wäre, sollte man sich wiederum überlegen, sich zu verabschieden. (Ganz ehrlich: sogar das kann ich manchen Situationen helfen. Denn manche Frauen fühlen sich wohl bedrängt und haben dann lieber noch ein bisschen Zeit, um wieder auf dich zukommen zu können. Uff, wie kompliziert.)

    Ich könnte natürlich noch ewig so weiterschreiben, denn wie schon gesagt: es gibt keine Regeln, es hängt von der Uhrzeit, den Protagonisten, dem Umfeld, dem Alkoholgrad, dem finanziellen und hormonellen Status und etwa tausend weiteren Punkten ab, ob es gelingt oder nicht.

    Aber da gibt es jemanden, der es wirklich drauf hat. Phillip von Senftleben heißt der Kerl und er hat auf diversen Radiostationen eine regelmäßige Sendung, in der er wildfremde Frauen anruft, um deren Telefonnummer zu ergattern. In den meisten Fällen gelingt es ihm sogar. Dieser Typ wird dort als Flirter und Womanizer bezeichnet und hat einen Charme, der offensichtlich sehr gut ankommt. Eine klasse Mischung aus Selbstsicherheit und Frechheit. Von ihm könnte man lernen. Wenn eben nicht immer noch gälte: es gibt keine Regeln und daher auch keine Tipps. In einigen Foren habe ich über Senftleben gelesen, dass die Männer offensichtlich anerkennende Meinungen über ihn haben, während eigentlich alle Frauen behaupten, er sei zu schleimig und keine normale Frau würde auf so etwas herein fallen. Nun, letztendlich bestätigt das nur meine Meinung.

    Also Chris, mach dir keine Gedanken, es bringt ohnehin nichts. Du kannst genauso viel falsch wie richtig machen. Aber wenn du es nicht wagst, hast du alles falsch gemacht. Wir sollten mal wieder um die Häuser ziehen.

  • Unser aller Untergang

    Gestern Abend lief im ersten deutschen öffentlichen Fernsehen der zweite Teil des Spielfilms „Der Untergang“. Die letzten Tage von Adolf Hitler. Diesmal im verlängerten Director’s (Diktator’s) Cut. Meine Frage diesbezüglich: Wozu? Ich fand den Film in seiner ursprünglichen Länge schon mehr als quälend. Manch einer wird da vielleicht sagen, daß er das ja auch sein sollte, aber mir geht es dabei um etwas anderes.

    Ich frage mich nämlich, wann es Deutschland endlich schafft, von ihrem Führer los zu kommen. Wieviele Filme über die Nazi Zeit können wir noch ertragen? Wieviele Hitler Biographien im ZDF? Wie oft kommen noch neue Enthüllungen und Retrospektiven im Stil von „Hitlers Frauen“ , „Hitlers Hunde“, „Hitlers Badeschaum“? Wieviele Filme muß ich mir über die, selbstverständlich grausame, NS Zeit antun? Bis mein schlechtes Gewissen der Welt gegenüber so groß ist, daß ich mich nicht mehr aus dem Haus traue? (mehr …)