Kategorie: Artikel

  • Happy Birthday. Die Playstation ist 25.

    Heute feiert die Playstation von Sony ihren 25. Geburtstag. Happy Birthday. Ich erinnere mich noch gerne an meine erste Playstation, die ich nur für Gran Turismo kaufte und mein letztes Geld dafür zusammen kratzen musste. Jahrelang hatte ich Spaß, bis das Laufwerk seinen Geist aufgab und Spiele nur noch geladen werden konnten, wenn ich die Konsole auf den Rücken legte.

    Die Zeit der Playstation 2 übersprang ich irgendwie komplett und ging direkt über zur Playstation 3. Auch wenn sie damals ihren Platz unter dem Fernseher mit einer Xbox und einer Wii teilen musste, blieb sie immer mein Favorit. Heute teilt sie sich den Schrank mit einer Playstation 4, weil die tollen Rockstar- und Move-Spiele einfach nie auf die vierte Generation gebracht wurde. Und auch die Vierte ist schon meine Zweite, diesmal als Slim Version. Also habe ich mittlerweile doch schon 4 Playstations gekauft.

    Und die Playstation 5? Wird vermutlich ebenfalls erworben, sobald sie ein vernünftiges Preislevel erreicht und einen ausreichend großen Spielekatalog in Petto hat. In meinem Alter kauft man Spielekonsolen nicht mehr direkt bei Erscheinen? Oder sollte man vielleicht gerade deswegen…?

    Hier noch ein hübsches kleines Video zur Geschichte der Playstation:

  • An Katrin aus Hildesheim

    Wunderbare Beobachtung in einem Twitter Thread, der mich sehr zum schmunzeln brachte. Lasst es bitte wahr sein.

    https://twitter.com/plbkwsk/status/1198208936647766019?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1198208936647766019&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.allesroger.net%2Farchives%2F12735-an-katrin-aus-hildesheim.html

    Psst: Thread bedeutet, dass da eine kleine Geschichte aus mehreren einzelnen Tweets erzählt wird. Öffnet einfach die komplette zugehörige Unterhaltung (xxxx Nutzer sprechen darüber). Bittegerne.

  • Satsumas sind keine Mandarinen

    Als ich jung war™ gab es in den Supermärkten zur Advents- und Weihnachtszeit nicht nur Marzipan und Schokolade, sondern auch Orangen und Mandarinen. Und Mandarinen waren zur damaligen Zeit meist Satsumas. Ja, so hießen sie. Wie es nicht einfach nur Äpfel, sondern Granny Smith, Elstar, Boskop und Pink Lady gibt, so gibt es eben auch Clementinen, Tangerinen und Satsumas.

    So dachte ich zumindest. Denn eigentlich ist die originale Mandarine der Ursprung der hierzulande bekannten Sorten. Die Satsumas sind nur Mandarinen-ähnlich, aus dem japanischen Raum stammend und süßer als die hier weit verbreitete Clementine. Gleichzeitig ist die Mandarine, gekreuzt mit der Pampelmuse, der eigentlich Ursprung der Orange.

    Worauf ich hinaus wollte: Warum zum Geier gibt es eigentlich keine Satsumas mehr in den Supermärkten, sondern nur diese saueren, harten Clementinen, die nicht, wie überall behauptet, immer kernlos sind? Also als ich jung war™…

  • Ich bin kein Cowboy

    Während Jugendliche heute bereits mit 17 Jahren den Autoführerschein machen wollen, war ich in meinem Freundeskreis eher ein Spätzünder. Erst mit 21 erhielt ich das kleine, rosafarbene Dokument. (Welches ich noch heute in meinem Portemonnaie mit mir führe. Inklusive einem Foto, auf dem ich schätzungsweise gerade mal 16 Jahre alt bin.) Bis dahin erreichte ich jedes Ziel bequem mit meinem Fahrrad. Ich liebte es und bilde mir auch ein, recht gut trainiert und fit gewesen zu sein.

    Als ein Auto unausweichlich wurde, blieb das Rad im Keller. Es war stets nur ein Fortbewegungsmittel, nie ein Sportgerät. Dies blieb nicht nur jahre- sondern jahrzehntelang so. Und doch fehlte es mir. Also machte ich mich auf die Suche, erwarb ein neues Rad, das mir wenige Wochen später aus dem abgeschlossenen Fahrradkeller gestohlen wurde. Das nächste Rad erwies sich sofort als Fehlkauf, war ständig defekt und bereite mir Nacken- und Handgelenk Schmerzen.

    Aber ich möchte doch wieder Radfahren, das Auto stehen lassen, mich bewegen und all das möglichst entspannt und wen es geht auch ein bisschen stylish. So stieß ich auf das Cowboy E-Bike, das elektrische Rad für Urban Bikers. Auf den ersten Blick schien dieses Bike all meine Wünsche zu erfüllen. Das in Belgien erfundene Rad nutzt ein recht innovatives Antriebssystem, hat einen sehr schlanken, leistungsstarken und schnell wieder aufladbaren Akku, hat eine sehr reduzierte und schicke Optik und einige smarte Features, die per App zu steuern sind.

    Da kein Ständer vorhanden, musste ich das Rad zum Fotografieren festhalten.

    Außerdem kann ich das Rad über meine Firma leasen. Ich vereinbarte unkompliziert (!) eine Probefahrt, die mittlerweile auch in Aachen angeboten wird und traf mich an einem sonnigen und eiskalten Samstag Nachmittag mit einem der „Cowboys“, wie sich die Mitglieder der Community selbst nennen. Diese Community scheint übrigens sehr stark und per App gut vernetzt zu sein. Sollte man Probleme mit dem Rad haben, ist Hilfe immer nah.

    Der Cowboy erklärte zunächst einige grundsätzliche Details, die Vor- und Entstehungsgeschichte des Bikes und ging dabei auf alle Besonderheiten ein, die das Rad von der Konkurrenz abhebt. So zum Beispiel der Riemenantrieb, der selbst entwickelte Motor in der Hinterachse, die Sensoren in der Pedalachse, die eine Gangschaltung obsolet machen sollte, da durch die Geschwindigkeit und den „Druck“ der Füße die Motorleistung jederzeit genau angepasst wird.

    Das Licht wird per App ein- und ausgeschaltet.

    Nachdem der Sitzt auf meine Größe eingestellt war, konnte ich endlich eine halbe Stunde herum fahren. Und wow, das Rad zieht einen wirklich davon. Ein phantastisches Gefühl. Der Motor ist nicht zu hören und schaltet sich so sanft zu, dass man hin und wieder nicht sicher sein kann, ob man nun Unterstützung hat oder nicht.

    Fahren in der Ebene war ein flottes, angenehmes Erlebnis. Genau so hatte ich es mir erwünscht und begann in Richtung einer kleinen Anhöhe zu rasen. Diese nahm ich Anfangs noch zügig, doch schnell wurden mir zwei Dinge bewusst: Der Motor hatte nicht genug Kraft, mich den Berg hinauf zu bringen. Erschwerend kam die fehlende Gangschaltung dazu. Und zu meiner Schande (oder der des Bikes?) erklomm ich die Anhöhe nicht, sondern musste enttäuscht auf halber Höhe stehen bleiben.

    Was war passiert? Hatte ich etwas falsch gemacht oder ging ich von falschen Erwartungen aus? Meine Hoffnung war, dass mich ein E-Bike gerade bei Steigungen unterstützt und ich nicht jeden Hügel schweißüberströmt nehmen muss. War es der nicht zu starke Motor, der mich in der Ebene wie eine Rakete nach vorne trieb? Oder die fehlende Möglichkeit, wie bei jedem anderen Rad ein paar Gänge runter zu schalten, um die Steigung nehmen zu können?

    Vermutlich war es ein Zusammenspiel aller Faktoren. Dies hinterließ allerdings ein enttäuschtes Gefühl, das sich zu den weiteren negativen Aspekten gesellte: Das Bike ist für mich persönlich zu sportlich ausgelegt, mit seinem sehr engen, sehr tief liegenden Lenker. Dieser kann nicht höher gestellt werden, sondern benötigt Zusatzteile. Wie das ganze Rad überhaupt Zusatzteile benötigt. Weder Schutzbleche, Gepäckträger oder ein Ständer sind im Lieferumfang dabei. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein und unterstützt natürlich auch das sehr schlanke Aussehen des Rads. Alltagstauglich (also eben nicht als Sportrad) ist es im Auslieferungsstatus aber nicht.

    Mein Fazit auf der Pro Seite:

    • Tolles, schlankes, sehr reduziertes Design
    • Toller Motor und praktikabler, schnell aufgeladener Akku
    • Innovative Ideen
    • Extrem sportliches und rasantes Fahrgefühl

    Und auf der Negativ Seite:

    • Keine Gangschaltung (und dabei fehlende Kraft des Motors), die jeden Hügel nicht nur schwer, sondern teilweise unbezwingbar machen
    • Reduziert bis auf wirklich jedes kleinste Detail, so dass selbst Standardzubehör dazu gekauft werden muss
    • Für mich persönlich zu sportlich. Ich kann mir nicht vorstellen, mit dem Rad eine Stunde ohne Nackenschmerzen fahren zu können

    Schade. Ich wollte so gerne ein Cowboy sein. Ich mochte so vieles an diesem Rad. Aber ein Rad, das mich an der ersten Anhöhe stehen lässt, ist nicht das Richtige für mich. Ob das Electrified S2 von Vanmoof die bessere Wahl ist? Ich werde es testen.

  • Kläff mich nicht an!

    In unserem Haus wohnen Nachbarn, die… nun, sagen wir es so, wir verstehen uns nicht besonders gut. Sie haben einen Hund. Er ist das liebste und vor allem ruhigste Familienmitglied. Seit einigen Monaten wohnt eine weitere Person in der Wohnung, die einen weiteren Hund mitbrachte. Nennen wir ihn der Einfachheit halber Arschloch-Hund.

    Arschloch-Hund hat offenbar noch nie einen Hundetrainer gesehen bzw. wurde nie erzogen und ist extrem nervös. Jedes kleine Geräusch führt dazu, dass er komplett ausflippt und kläfft. Wohlgemerkt nur bei Geräuschen von außen. Innerhalb der Wohnung wird sorglos Lärm gemacht. Die Angespanntheit von Arschloch-Hund führt regelmäßig zu folgenden Situationen:

    Wir öffnen die Haustür. Arschloch-Hund: „Wäff! Wäff! Wäff! Wäff!“ Besitzer von Arschloch-Hund: „Hey! Hey! Hey! Hey!“

    Wir öffnen die Wohnungstür. Arschloch-Hund: „Wäff! Wäff! Wäff! Wäff!“ Besitzer von Arschloch-Hund: „Hey! Hey! Hey! Hey!“

    Wäff! Wäff! Wäff! Wäff!

    Arschloch-Hund

    Wir schließen die Wohnungstür ab. Arschloch-Hund: „Wäff! Wäff! Wäff! Wäff!“ Der ruhige aber jetzt angestachelte Hund: „Woff! Woff! Woff! Woff!“ Besitzer von Arschloch-Hund: „Hey! Hey! Hey! Hey!“

    Wir gehen in den Keller. Arschloch-Hund: „Wäff! Wäff! Wäff! Wäff!“ Der ruhige aber noch immer angestachelte Hund: „Woff! Woff! Woff! Woff!“ Besitzer von Arschloch-Hund: „Hey! Hey! Hey! Hey!“ Anderer Nachbar in der Wohnung: „Ruhe! Aus!! Hör auf!!!“

    Wir kommen vom Keller wieder hoch. Alle: „Wäff! Wäff! Woff! Hey! Woff! Ruhe! Woff! Wäff! Aus! Hey! Wäff! Hey! Wäff! Woff! Hör auf. Woff!“

    Wir verlassen die Wohnung. Alle: „Wäff! Wäff! Woff! Hey! Woff! Ruhe! Woff! Wäff! Aus! Hey! Wäff! Hey! Wäff! Woff! Hör auf. Woff! Wäff! Woff! Hey! Woff! Ruhe! Woff! Wäff! Aus!“

    Der Rest geht langsam im Straßenlärm unter, während wir uns weiter vom Haus entfernen. Wir atmen auf. „Uff!“

  • Pretty fly for a WIFI

    Wenn einst schneeweiße Geräte plötzlich gelb werden, kann das kein gutes Zeichen sein. Besonders nicht in sauberen Nichtraucherhaushalten und besonders nicht, wenn die gelbe Stelle nur in der Mitte der Vorderseite auftritt. Und gleichzeitig die Leistung des Geräts nachlässt. So in den letzten Woche mit unserem Speedport Router und dem lahmenden WLAN Signal geschehen.

    Mein technikaffines Herz zögert indes noch zu hüpfen. Eigentlich wäre jetzt die perfekte Gelegenheit aufzurüsten. Den letzten Schrei für die beste WLAN Performance zu organisieren. Und wie es der Zufall ist, ja auch noch Black Friday (oder Cyber Monday, oder jeder andere willkürliche Schnäppchen-Tag). Aber was ist denn der letzte Schrei?

    Mesh WLAN? Für eine Drei-Zimmer Mietwohnung? AC-Standard, obwohl Wifi 6 bereits um die Ecke ist und nur noch auf den großen Durchbruch wartet? Sind die vielgerühmten Fritz Boxen wirklich das Beste, was es derzeit auf dem Markt gibt?

    In aufgeregtem Wahn bestellte ich ein Eero Gerät, das mit viel Sex-Appeal (Apple-like), einfacher Einrichtung, toller Technik und günstigem Preis lockte. Ein wirklich tolles Gerät, das für 10 Minuten auf der Anrichte stand und dann wieder zurück geschickt werden musste, weil mir beim Gedanken, dass Amazon (die Eero aufgekauft haben und zur Nutzung des Geräts ein Konto voraussetzen) nun auch noch theoretisch die Möglichkeit hätte, wirklich jeden meiner Schritt im Netz zu verfolgen, schlecht wurde. Aber es ist so schick.

    Ein Netgear Orbi stand als nächstes auf der Liste. Ist das denn kompatibel mit Telekom Entertain? Was, wenn ich den alten Speedport so lange laufen lasse, bis er endgültig den Geist aufgibt und das schwächlende WLAN durch eben den genannten Orbi ersetze? Aber macht es Sinn, für schnelles WLAN gleich zwei Geräte zu betreiben?

    Also doch die Fritz Box, bei der mir selbst der Black Friday Preis noch Schweiß auf die Stirn treibt? Dabei ist es weniger der Betrag, der mich nervös macht, sondern die Angst, dass die Investition nicht das erhoffte Wow-Erlebnis bietet. Liege ich irgendwann im Bett und denke: „Nun ja, WLAN halt. Endlich auch im Schlafzimmer.“?

    Vielleicht schaue ich einfach mal, wie gelb der Speedport noch werden kann und halte mein Smartphone einfach etwas höher, um ein gutes Signal zu erwischen.

    Bis der technikaffine Mann, der ich nunmal bin, morgen etwas Neues bestellt

  • Interrail

    Das Zugfahren liegt mir im Blut. So sehr, dass ich in einem früheren Leben die Züge selbst fuhr. Doch auch heute noch, beruflich ganz woanders, schlägt mein Herz noch immer für die Bahn. Und das wird sich vermutlich auch nie ändern.

    Seltsamerweise fehlte mir in jungen Jahren der unbedingte Drang, zu reisen, die Welt zu erleben und zu entdecken. Ich erinnere mich noch immer gerne an eine mehrtägige (bzw. nächtige) Fahrt im Schlafwagenzug durch Skandinavien. Doch solche Reisen blieben leider die Ausnahme.

    Zugstolz statt Flugscham!

    Quelle: Internet

    Und heute kitzelt es mich. Ich würde am liebsten jedes Wochenende in einen Zug steigen, um irgendeine europäische Metropole, phantastische Landschaft, noch unbekannte Kultur zu erreichen. Erst letzte Woche raste ich mit dem Eurostar zum ersten Mal in meinem Leben durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal gen London. Gut, es war lange dunkel während der Fahrt, faszinierend und spannend war es dennoch. Und London ist eine sensationell tolle Stadt.

    Vor einigen Wochen erinnerte ich mich daran, dass es in meinen jungen Jahren Interrail-Tickets gab. Bahntickets, die in ganz Europa gültig waren und dazu einluden, mehrere Wochen oder Monate mit dem Zug unterwegs zu sein. Was für eine tolle Idee. Wie europäisch und weltoffen. Und das lange vor der Europäischen Union. Welch schöne Art, Europa kennenzulernen.

    Ich war nicht wenig erstaunt, als ich erfuhr, dass Interrail-Tickets noch immer angeboten werden. Sogar für alte Menschen jenseits der 28. Also perfekt für mich (etwas älter als 28) und meine Liebste (jünger als ich). In Gedanken plane ich bereits die Route, pikse Stecknadeln in all die Orte, die ich nie zuvor besucht habe und sehe mich schon jetzt sehnsuchtsvoll und neugierig durch große Waggonfenstern die vorbei rasende Welt betrachten.

  • Der alte Mann und das Internet

    Der alte Mann regte sich seit Monaten wieder, klappte den Deckel seiner silberfarbenen transportablen Rechenmaschine auf und begann zu tippen. Schrieb über die gute alte Zeit. Über diese neumodischen Plattformen in dieser komischen Cloud. Wie ihm alles fad geworden war, krank und böse und… ach.

    Nicht ach, sondern wach waren sie, die Plattformen. Nahmen die Regung des alten Mannes auf und mit einem Mal regten sie sich. Und die Menschen dort. Der alte Mann indes verstand es nicht. Wähnte sich allein in seinem Blog, kümmerte sich im seinen Kram. Doch die Empfehlung war ausgesprochen. Und er wusste nicht wie und warum.

    Er weiß es bis jetzt nicht. Und wer auch immer dies hier auf Empfehlung liest: Herzlich Willkommen. Schön, dass Sie hier sind. Schauen Sie sich um. Erschrecken Sie aber bitte den alten Mann nicht.

  • Mein Blog

    Seit 14 Jahren schreibe und veröffentliche in diesem Blog. Meinem eigenen kleinen Spielplatz in diesem großen Netz. 610 (übrig gebliebene) Artikel. 3400 Kommentare. Verlinkungen, die mittlerweile im Nirwana verschwinden. 14 Jahre. Ein kleine Ewigkeit, wenn man die Entwicklungen in den letzten Jahren betrachtet. Und wie sehr würde ich mir wünschen, mein Blog wäre ein umfassender Spiegel dieser Zeit. Eine Art Tagebuch. Wie es eigentlich immer hätte sein sollen.

    Doch es kam anders. In den Anfangsjahren veröffentlichte ich nicht nur regelmäßig, es wurde auch eifrig kommentiert und diskutiert. Das Leben in der Blogosphäre machte Spaß. Man vernetzte sich, verlinkte, teilte. Und man traf tolle und interessante Menschen, machte auf sich aufmerksam, knüpfte Verbindung, die über das Netz hinaus gingen.

    Und irgendwann wurde das Netz zu laut, andere Plattformen leichter und verführerischer. Das Leben im Blog schlief langsam ein, Kommentare und Artikel wurden immer weniger. Es folgten (damals) bedeutungsschwangere Gedanken wie es weitergehen sollte. Die in falschen Entscheidungen mündeten, „alles mal aufzuräumen“, „schlechte Beiträge“ zu entfernen, zu entschlacken. Es kam zum Ausverkauf, zur Stilllegung, Löschung. Am Ende blieb ein Gerippe eines einst lebhaften Blogs.

    Und heute, 14 Jahre später, denke ich sehnsuchtsvoll an die alten Zeiten zurück, an ein freies Netz, in dem man einfach wild drauf los schrieb. Nicht versuchte, möglichst professionell zu sein, sondern interessante und spannende Geschichten, Neuigkeiten oder Hilfen zu bieten. Zu verlinken und zu teilen.

    Ich bin ein alter Mann geworden, dem diese ganze Social Media Plattformen nichts mehr geben. Facebook ist längst gelöscht, Twitter liegt brach, Instagram und Co. langweilen mich nur noch. Aber ich möchte wieder schreiben. Wieder teilnehmen. Und wo könnte ich das besser als hier? In meinem 14 Jahre alten Garten, meinem Spielplatz, wo ich tun kann, was ich will. Und mich nicht darum schere, ob es jemand liest oder nicht.

    Nächsten Monat starte ich ein Experiment: Ich möchte jeden Tag einen Artikel veröffentlichen. 31 Artikel im Dezember. Auch an Weihnachten und Silvester. Und ich möchte mich nicht einzwängen in Schreibblockaden oder Angst vor Nichtigkeit. Ob es also ein langer Text wird, ein Zitat, ein Foto oder einfach nur ein Link oder Youtube Video ist völlig offen. Denn so möchte ich mein Blog wieder mit Leben erfüllen. Mit Inhalt.

  • Dear Tim Cook

    Lieber Tim,

    Apple betont seit je her, dass Musik Teil seiner DNA sei. Und nicht erst mit dem iPod nano, sondern spätestens mit Einführung der Apple Watch, den Sport-Features auf der Watch und dem iPhone und den weiteren Gesundheitsprogrammen scheint das Thema Fitness und Gesundheit ein weiterer Eckpfeiler dieser DNA zu sein. Warum gab es bis heute keine Anstrengung, Musik und Sport besser zu vereinen?

    Ein Beispiel: iTunes kann seit Jahren die Beats per Minute von Songs anzeigen und sogar dynamische Wiedergabelisten auf Basis bestimmter bpm-Werte erstellen. Ein Tool zur Analyse der Musikbibliothek gab es aber nie. Drittanbieter lieferten teure und unzuverlässige Lösungen. Wäre es nicht toll, eine Running-Playlist auf Basis meines eigenen Tempos zu erstellen? Wieso kann iTunes nicht automatisch die ppm-werte meiner Songs ermitteln?

    Und warum nicht noch weiter gehen? Euer Mitbewerber Spotify bot lange ein wenig beachtetes, aber äußerst cooles Feature in seiner iPhone-App an: Die Geschwindigkeit und Schrittfrequenz wurde analysiert und eine Playlist in genau dem richtigen Tempo abgespielt. Das ganze funktionierte sogar dynamisch. Wurde der Läufer langsamer, wurde es auch die Musik. Der Beat passte jederzeit zu jedem Schritt. Ein unglaublich motivierendes Feature beim Laufen. Ein Feature, das ein Drittanbieter anbot (und aus unerfindlichen Gründen kürzlich abschaffte).

    Warum nicht Apple? Ihr habt die notwendigen Daten doch bereits auf dem Tisch, Apple Watch und/oder iPhone können Beats per minute und Schrittfrequenz genau ermitteln und dazu die passende Musik in der passenden Geschwindigkeit spielen. Und das nicht nur mit Apple Music, sondern auch mit der eigenen, lokalen Musikbibliothek (die viele über Jahrzehnte aufgebaut und gepflegt haben).

    Wenn Apple das Thema Gesundheit, Fitness und Sport noch stärker pushen möchte und dabei eine Schnittstelle zu Musik, die uns antreibt herstellen möchte, dann ist jetzt die Chance. Nutzt diese Lücke, bietet einen Service, der über Erfolgsringe und Statistiken hinaus geht. Motiviert nicht nur vor und nach dem Sport, sondern auch während des Sports mit der perfekten Musik. Mit perfekten Electro-Beats, treibendem Film-Score oder rockigen Riffs im Takt der Schritte.

    Ich würde sofort loslegen.

    Und warum nicht mal den großartigen Deepl-Übersetzer an dem Text probieren lassen?

    Dear Tim,

     

    Apple has always stressed that music is part of its DNA. And not just with iPod nano, but at the latest with the introduction of Apple Watch, the sports features on the Watch and iPhone and the other health programs, fitness and health seems to be another cornerstone of this DNA. Why has there been no effort to this day to combine music and sport better?

     

    For example, iTunes has been able to display the beats per minute of songs for years and even create dynamic playlists based on specific bpm values. However, there was never a tool for analyzing the music library. Third-party vendors provided expensive and unreliable solutions. Wouldn’t it be great to create a running playlist based on my own tempo? Why can’t iTunes automatically determine the bpm values of my songs?

     

    And why not go even further? Your competitor Spotify offered a little noticed but extremely cool feature in its iPhone app for a long time: The speed and step frequency were analyzed and a playlist was played at exactly the right tempo. The whole thing even worked dynamically. When the runner slowed down, so did the music. The beat was always right for every step. An incredibly motivating feature when running. A feature offered by a third party (and recently discontinued for some obscure reason).

     

    Why not Apple? You already have the necessary data on your desk, Apple Watch and/or iPhone can determine beats per minute and step frequency exactly and play the appropriate music at the appropriate speed. And not only with Apple Music, but also with their own local music library (which many have built up and maintained over decades).

     

    If Apple wants to push the topic of health, fitness and sports even more and at the same time create an interface to music that drives us, then now is the chance. Utilizing this gap, offers a service that goes beyond success rings and statistics. Motivates not only before and after sports, but also during sports with perfect music. With perfect electro beats, driving film scores or rocking riffs to the beat of the steps.

     

    I’d get started right away.

    Und… gesendet.

  • DSGVO und das private WordPress Blog

    DSGVO und das private WordPress Blog

    Einstieg und Fazit

    Blogartikel mit abgedroschenen Floskeln zu beginnen ist mir eigentlich ein Graus. Doch Datenschutz geht uns wirklich alle an und ich kann seine heutige Bedeutung nicht deutlich genug betonen. Datenschutz bedeutet, dass ich mich und meine Daten vor fremdem Zugriff geschützt wissen möchte. Dabei ist es mir egal, ob der fremde Zugriff durch einen Konzern, einem Staat, einer Institution oder den Nachbarn erfolgt. Meine Daten gehören mir.

    Wenn die EU nun also beschließt, den Status Quo in Sachen Datenschutz zu verbessern, eine Datenschutzgrundverordnung beschließt, die ab dem 25.Mai 2018 gilt, sollten wir doch alle jubeln und uns freuen, dass wir und unsere Daten geschützt werden. Wie mittlerweile durch alle Medien bekannt, war das Gegenteil der Fall. Kritiker und Datenschützer schlagen Alarm, Experten decken die Schwachstellen der DSGVO auf und im freien Netzt macht sich eine große Unsicherheit breit.

    (mehr …)
  • Facebook ist kein freies Internet!

    Facebook ist kein freies Internet!

    Mein Fitness-Studio hat eine recht schicke Webseite. Sie ist modern gestaltet und nutzt all die aktuellen Technologien, die man heutzutage für einen professionellen Auftritt im Netz benötigt. Natürlich dient die Seite vornehmlich der Information, welche Kurse und Fitnessmöglichkeiten angeboten werden. Aber auch Kontaktformulare, regulären Öffnungszeiten, Zusatzinfos und eine Vorstellung der Mitarbeiter wird schnell gefunden. Außerdem ein Reiter namens „Aktuelles“. Dort, so vermutet man, sollten sich aktuelle Informationen finden lassen.

    In der Tat weist das Studio unter „Aktuelles“ auf geänderte Kurse oder neue Trainingsmethoden hin. Wenn ich aber beispielsweise wissen möchte, ob ich an Christi Himmelfahrt die Chance habe zu trainieren, so werde ich enttäuscht. Die Öffnungszeiten an Feiertagen sind nicht immer ganz nachvollziehbar. Karfreitag ist geschlossen, Karsamstag geöffnet, Ostersonntag geöffnet, Ostermontag wiederum geschlossen. Um sich also nicht unnötig auf den Weg zum Training zu machen, sollte man sich besser informieren. Allein, man findet auf der Webseite keine derartigen Informationen.

    Diese werden nur auf der Facebook-Seite des Fitnessstudios verteilt. Und das ist ein Problem. Nicht nur, wenn man sich wie ich schon vor langem von Facebook verabschiedet hat. Auch für das freie Netz ist das ein Problem, da Facebook derartige Inhalte gerne für sich behält und nicht für Suchmaschinen auffindbar macht. Was in Facebook veröffentlicht wird, bleibt bei Facebook. Wenn du nicht dazu gehörst (gehören willst), hast du Pech gehabt. Öffne ich die Facebook-Seite als nicht angemeldetes Facebook-Mitglied, wird die von mir gesuchte Information durch bildschirmgroße Pop-ups mit einem unübersehbaren „Registrieren“-Button verdeckt. Die Absicht ist klar. Du willst freie Informationen? Dann komm zu uns! Du willst dich nicht registrieren? Dein Pech!

    Diskutiere ich mit anderen über meine Abkehr von Facebook, höre ich als Antwort gerne die Schwarz-Weiß-Argumentation, ich müsste mich dann komplett vom Internet fern halten, da ja jeder an meine Daten möchte und ohnehin alle Böse sind. Doch das ist gar nicht der Punkt. Ich meldete mich von Facebook ab, weil mir das „Facebook-Erlebnis“ nie gefallen hat. Die Benutzerführung war mir immer ein Graus und zu undurchsichtig (Stichwort: Privatsphäreneinstellung).

    Ich meldete mich ab, weil Facebook mehr und mehr zum Treffpunkt der Trolle und Idioten wurde. Weil ich es leid war, nur Posts gegen Tierversuche, dumme Selfies, Fotos von Mittagessen, Hassparolen, und „Meine Meinung ist die einzig richtige“ zu lesen. Ja, das Netz ist voll von all dem. Aber wie ich mich in der freien Welt entscheiden kann, in einen schönen Park zu gehen, statt zu den betrunkenen Gestalten am Bushof, so möchte ich auch im Netz die Wahl haben, wo ich mich herum treibe. Und das freie Netz ist (noch) so viel mehr als Facebook. Stellt euch vor, ihr könnt nicht mehr in den Park, sondern alles ist nur noch Bushof.

    Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass Google, Amazon und Co. nicht meine Daten wollen. Auch ich war und bin in Social-Media Kanälen unterwegs. Auch mir ist bewusst, wie viel ich im Netz von mir preisgebe. Auch ich bin notgedrungen wieder zu WhatsApp (das ebenfalls zu Facebook gehört), weil eben alle dort sind, mit denen man kommunizieren möchte. Auch ich bin bei Instagram (das EBENFALLS zu Facebook gehört), weil mir die Community und der Umgang dort gefällt.

    Ich bin ebenfalls Teil dieses Molochs „Netz“. Scheinheiligkeit? Mag sein. Ich möchte und muss ohne Schwarz-Weiß-Malerei eine Grenze ziehen. Und die Grenze ist, zu verlangen, dass frei zugängliche Informationen auch in einem freien Netz verfügbar gemacht werden müssen, nicht in einem abgetrennten Teil des Netzes.

    Es geht nicht darum, dass Inhalte monetisiert werden müssen. Mir ist bewusst, dass Verlage und Redaktionen ihre Mitarbeiter bezahlen und daher auf Werbung, Abomodelle oder Paywalls zurück greifen müssen. Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten können aber nicht dazu gehören. Das ist kein Content. Das ist Teil einer Dienstleistung, die nicht nur für eine ausgewählte (zugegeben 2 Milliarden große) Gruppe zugänglich sein darf. Facebook darf nicht alles gehören.

    Ich wage gar nicht, mir auszumalen, wohin das führen kann und wird. Eigentlich frei zugängliche Informationen, die nur ausgewählten „Clubs“ zugänglich werden. Was, wenn ich beim Verkehrsverbund registriert sein muss, um Abfahrtzeiten erfahren zu können? Was, wenn ich bei jedem privaten Autobahnbetreiber angemeldet sein muss, um zu erfahren, wo gerade ein Stau ist? Oder was, wenn ALL diese Information nicht mehr im freien Netz, sondern nur noch im Facebook-Netz gefunden werden können? Ein Unternehmen, das die Hand auf allen Informationen hat. Alternativlos. Schöne neue Welt.

    Liebes Fitnessstudio, macht doch einen Anfang und veröffentlicht eure aktuellen Öffnungszeiten nicht nur bei Facebook, sondern auch auf Eurer schönen Webseite. Nutzt doch bitte auch andere Kanäle wie Twitter oder Google+ (haha). Lasst Eure Öffnungszeiten bitte von Google, Bing, DuckDuckGo und wie sie alle heißen finden. Helft, dass das Netz frei bleibt.

  • Wenn schwarze Wäsche stinkend aus der Waschmaschine kommt

    Wir Hausfrauen müssen zusammen halten, sage ich immer. Und wir Waschweiber erst Recht. Sucht man im Netz nach Antworten zu genau dem einen quälenden Waschproblem, findet man mit Sicherheit tausend verschiedene Erklärungen, aber selten die wahre Lösung. So erging es mir beim Problem der schwarzen Wäsche, die immer müffelnd aus der Maschine kam.

    Egal, was ich versuchte, die Wäsche stank. Ich versuchte es mit Hygienespüler, mit höheren Temperaturen und verschiedenen Waschmitteln. Pulver und Tabs, Flüssig und Gel. Ich gab mehr oder weniger duftenden Weichspüler hinzu, spielte an den Schleuderzahlen, Programmen und Wasserbeigaben der Maschine herum. Ich gab mehr Waschmittel hinzu, verringerte die Menge der Wäsche. Irgendwann warf ich die am deutlichsten stinkenden Kleidungsstücke in den Müll, in der Annahme, sie seien Auslöser des Übels und verpesteten die anderen Teile.

    Allein, es half nichts. Manche Waschladungen wusch ich direkt ein zweites Mal, um dem Gestank Herr zu werden. Das Müffeln, so die Erklärung der vielen Ratgeber, stamme aus billigen, dunklen Farbstoffen und in der Tat schienen eher die billigen Teile den Geruch nicht loswerden zu wollen. Bunte und weiße Wäsche waren ebenfalls stets aprilfrisch. Guter Rat war irgendwann nicht mehr nur teuer, sondern unbezahlbar.

    Doch Rettung ist nah, denn hier nun die ultimativen Tipps, wie schwarze Wäsche duftend aus der Waschmaschine kommt:

    1. Der wichtigste Punkt ist tatsächlich die Menge des Waschmittels. Und dabei ist es völlig egal, ob ein Pulver oder ein Gel benutzt wird. Entscheidend ist, genau die Menge zu nehmen, die auf der Packung vorgeschlagen wird, in Abhängigkeit des Verschmutzungsgrads und der Wasserhärte. Der Gedanke, mehr Waschmittel müsste doch zu noch saubererer Wäsche führen, stimmt nicht. Denn was die dunkle Wäsche müffeln lässt, sind nicht ausgewaschene Seifenreste. Hinzu kommt der zweite Effekt bei zuviel Waschmittel: Die starke Schaumbildung. Zuviel Schaum bremst das „Schlagen“ der Wäsche aus, das durch die Drehung der Trommel und dem Herunterfallen der Wäsche simuliert wird.
    2. Was uns zum nächsten Punkt bringt. Nicht umsonst wurde Wäsche früher noch regelrecht geprügelt, um sauber zu werden. Damit die Wäsche auch in der teueren Maschine geschlagen wird, darf die Maschine nicht überladen werden. Eine Handbreit sollte noch Platz sein.
    3. Auf Weich- und Hygienespüler kann getrost verzichtet werden. Ebenso wie auf zusätzliche Wassermengen oder höhere Temperaturen, um Rückstände „auszukochen“ (Ausnahmen bestätigen gewiss die Regel). Ein gutes Vollwaschmittel genügt.

    Mit diesen einfachen Regeln gelang es mir endlich, all meine schwarze Wäsche – egal, ob fein, ob Sport, ob billiges T-Shirt oder hochwertiges Hemd – frisch, duftend und sauber zu bekommen. Und da wir Waschweiber zusammen halten, helfen diese Tipps euch hoffentlich auch.

  • Was von der ersten Liebe übrig blieb

    Blutjung, blond, mit Mecki-Frisur und in Kniestrümpfen traf ich sie zum ersten Mal im Konfirmationsunterricht im örtlichen Gemeindehaus. Und offenbar wollte Gott, dass ich mich in sie verliebe. Oder „gut fand“, wie man damals sagte. Die kleine Sabine Fischer, mit ihren braunen glatten Haaren und den niedlichen Sandalen. Mit der ich mehr als nur die Konfirmationsunterrichte verbrachte. Für die ich in jenem Sommer mehrmals täglich zum Bäcker lief, um uns ein Mini-Milk-Eis für jeweils 30 Pfennig zu holen.

    Wie oft lagen wir im Schatten eines Kirschbaums in Fischers Garten, Eis essend, Micky Maus Hefte lesend. Sie besaß Exemplare, die meiner überaus großen Sammlung noch fehlten. Kniestrümpfe und Sandalen ruhten neben der Decke und wenn das Eis aufgegessen war und die Holzstäbchen im Gras steckten, kletterten wir auf den Kirschbaum um uns an den Früchten satt zu essen.

    Noch bevor der Sommer zu Ende und ich konfirmiert war, hatte sie schon mein Herz gebrochen. Meine Frage, ob sie mit mir gehen wollte, hatte sie deutlich verneint und sich stattdessen für den coolen Michael entschieden. Michael, den Fußballspieler auf dem Bonanza-Rad, der ihr keine Mini-Milks aus dem Bäcker brachte, sondern Sabine schickte, um „Brauner Bär“ für die beiden zu holen. Ich lernte meine Lektion. Und als ich mir von meinem Konfirmationsgeld meine erste eigene Stereoanlage von Aiwa kaufte, hörte ich alleine traurige 80er Musik, die ich auf Kassetten aufgenommen hatte.

    Und ich las nie wieder in Sabines Micky-Maus-Heft, das in diesem Sommer irgendwie Teil meiner Sammlung wurde, die ich heute noch besitze. Ob Sabine das Heft wohl vermisst? Ob sie Michael am Ende heiratete und ihre Kinder nun unter dem Kirschbaum liegen? Ich schätze, ich habe jetzt Lust auf ein Eis.

    1
  • GIF-Art

    Wunderschöne GIF-Animation von Cento Lodigiani, die er in seinem Tumblr präsentiert.

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  • Kung Fury in HD

    Und ich dachte, bei „Mad Max: Fury Road“ hätte ich schon alles an Awesomeness für dieses Jahr gesehen. Weit gefehlt!

  • Wegwerf-Musik

    Viel zu oft stelle ich fest, ein Dinosaurier zu sein. Sei es beim Lesen, bei Filmen oder bei Musik. Zwar bin ich ein Geek, ein Gadget-Nerd und kaufe stets die neuesten technischen Geräte. Doch beim kulturellen Genuss kann ich mich einfach nicht von meinen analogen Gewohnheiten lösen. So halte ich noch immer lieber ein echtes Buch aus Papier in den Händen als einen eBook-Reader. Noch immer steht lieber eine BluRay meines Lieblingsfilms im Regal, als nur eine digitale Kopie auf irgendeiner Festplatte liegen zu haben. Und bei Musik, nun da habe ich schon lange gebraucht, um auf eine komplett digitale Sammlung umzusteigen. Aber Streaming?

    Musik-Streaming ist für mich das Fast-Food des Musikhörens. Ich weiß nicht, was drin ist, ich möchte nur irgendwie satt werden. Vielleicht genieße ich es sogar kurz, bin danach aber sofort wieder hungrig und brauche mehr. Starte ich Spotify kann ich aus einer unüberschaubaren Anzahl an Playlisten auswählen, die ihrerseits eine unzählige Menge an Songs beinhalten. Die meisten mir völlig unbekannt. Was einerseits großartig ist. Ich starte eine Liste, die meiner jetzigen Stimmung entspricht und werde mit toller Musik bedient. Sie plätschert vor sich hin, sie dringt in mein Ohr und ist beim nächsten Song vergessen. Sie erreicht nicht mein Herz. Sie hat keine Bedeutung. Es ist Wegwerf-Musik.

    Oder besser gesagt, die Art des Hörens macht sie zu Wegwerf-Musik. Ich habe keinen Bezug dazu, kenne meist weder Künstler oder Titel, ich verbinde keine Erinnerungen damit, keine Emo­ti­o­na­li­tät. Anders in meiner eigenen Musiksammlung. Jeder Song hat dort seine Geschichte, sein Cover, seine Bewertung. Die Listen stelle ich zusammen, wie ich es für richtig halte. Es ist somit meine Musik.

    Natürlich könnte ich das beim Streaming ebenso. Aber das fühlt sich an, als würde ich den Garten eines anderen verschönern. Ich habe nur für den Moment etwas davon. Zahle ich für das Streaming nicht mehr oder der Dienst stellt sein Angebot ein, bin ich ausgesperrt.

    Und die Konsequenz? Ich bin wieder kurz davor, meine alten CDs aus dem Keller zu holen. Ja, vielleicht erstehe ich sogar einen günstigen Schallplatten-Spieler und versuche, meine alten Perlen auf Vinyl zu bekommen. Warme, analoge Musik. Zum Anfassen. Zum Genießen. Um sie zu behalten.

  • 80 Soldaten

    80 Soldaten

    Im Jahre 1866 machte sich die Armee Liechtensteins zu ihrem letzten Einsatz auf. 80 Soldaten marschierten gen italienischer Grenze, um diese zu bewachen und zu schützen. Der Einsatz war ein Erfolg, niemand wurde getötet. Tatsächlich kam die Truppe sogar 81 Mann stark zurück in die Heimat. Man hatte unterwegs einen neuen Freund dazu gewonnen. Einen Italiener. Oder einen Österreicher.

    Diese kleine Geschichte wärmte heute meine Seele und zauberte mir ein winziges Lächeln herbei. Die Fakten widersprechen sich zwar, je nachdem wo und wie lange man recherchiert, doch die Idee einer Armee, die unterwegs Freunde findet, ist einfach herrlich.

  • Die Ex

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    Dann kommt der Zeitpunkt, an dem du die neue gefunden hast und glücklich bist. Und dir gar nicht mehr vorstellen kannst, wie du es so lange mit der alten aushalten konntest. Natürlich erinnerst du dich an die zumeist schönen Zeiten, glanzvolle Erinnerungen voll leichter Wehmut. Doch du erinnerst dich auch an die schlechten Zeiten, in denen dir alles zu eng wurde und du ausbrechen wolltest. Und nun ist der Lack ab, das neue lockt, und alles was vergangen, scheint grau.

    Bis die Nachfolger auf den Plan treten. Das elende Pack, die Meute, die wie Geier nur darauf gewartet haben, dass du endlich verschwindest. Sie sind voll des Lobes, schwärmen, umgarnen und heben sie auf einen Sockel. Doch lass dich nicht täuschen. Natürlich hinterfragst du deren Euphorie, fragst dich, ob du einen Fehler gemacht hast. Fragst dich, was mit dir nicht stimmt, dass du dir einfach eine neue gesucht hast. Die alte zurück lässt. Hat sie denn wirklich den Lack ab oder liegt es an mir? Weshalb ist jeder begeistert außer mir?

    Verzweifle nicht. Du hast alles richtig gemacht. Diese Gefühle kommen immer, die Wehmut übernimmt gerne das Ruder. Bewahre dir das Gefühl in deinem Herzen. Lass sie los, in dem guten Wissen, dass sie lange genug perfekt zu dir gepasst hat und immer noch so großartig ist, wie damals, als du sie zum ersten Mal sahst. Doch ihr habt euch auseinander gelebt. Niemand kann etwas dafür. Lass sie gehen und anderen ihre Freude an ihr haben.

    Freu dich einfach auf deine neue Wohnung.