Autor: Roger Graf

  • Ohne Netz und doppelten Boden

    Am Montag ist es soweit. Ich gehe als "Austauschschüler" für zwei Monate nach Basel und werde in der Zentrale unserer Firma arbeiten. Da ich dort unten im Dreiländereck geboren und aufgewachsen bin, könnt ihr euch vorstellen, wie sehr ich mich darüber freue. Und ich freue mich auch auf die sicherlich spannende und interessante Arbeit. Und auf die Kollegen dort, die sich offenbar auch bereits freuen (was mich natürlich wiederum freut). Und überhaupt. Für zwei Monate hat Basel mich wieder. Und Weil am Rhein und Lörrach und der Bodensee und mein geliebtes Freiburg und die Familie und alle Freunde. Zwei Haken hat die Geschichte natürlich. Erstens: Die damalige Freundin ist gerade erst hierher nach Duisburg gezogen und prompt muss ich für eine Zeit dahin, woher sie gekommen ist. Das nennt man ungeschickte Planung. Zweitens: mein Blog wird in den nächsten zwei Monaten nicht all zu viele neue Artikel bekommen. Denn meine größte Sorge in Basel wird es sein, wie ich ins Netz komme. Hat vielleicht einer von euch eine Idee? Kennt jemand Orte mit freiem WLAN-Zugang? Oder eine Möglichkeit, Internet abseits eines entsprechendes Cafés zu nutzen? Wozu bin ich schließlich mobil mit meinem Mac?

  • Calvin and Jobs

    Das amerikanische Mad-Magazine (ich muss mir mal wieder ein Exemplar holen) bringt in der aktuellen Ausgabe eine nette kleine Hommage an die Calvin and Hobbes Comicstrips. Diese dürften im Grunde jedem bekannt sein: kleiner Junge und Plüschtiger stellen sich den den Tücken und Fragen des Lebens. Diesmal ist es allerdings kein Tiger, mit dem Calvin sich austauscht, sondern Jobs, Steve Jobs, seines Zeichens CEO von Apple. Sehr süß das Ganze und zur Zeit bei Flickr zu finden. (Schande, da musste jemand sein kostbares Mad-Heft zerreißen). Hier und Hier.

  • Warum ruckeln Videos in Firefox? Hier die Antwort!

    Update vom 31.05.2018

    Der folgende Artikel ist nunmehr fast zehn Jahre alt. Flash und Shockwave sind mittlerweile ausgestorben. HTML5 hat glücklicherweise die Vorherrschaft übernommen. Und ob die hier beschriebenen Tipps in Zeiten einer aktuellen Version 60 des Firefox noch hilfreich sind, wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln. Der grundsätzlich Rat bleibt daher: verabschiedet euch von Flash, nutzt nicht zu viele unnötige Plugins, haltet euer System auf einem aktuellen Stand, starten zwischendurch mal neu und wenn nichts mehr hilft: eine saubere Neu-Installation.

    Ursprünglicher Artikel:

    Wenn man ein Problem hat, macht man sich auf die Suche. Im Internet natürlich in Suchmaschinen. Man tippt das Problem ein, versucht verschiedene Varianten aus und liest sich durch Blogs, Foren und Ratgeber-Seiten. Mit etwas Glück findet man auch Antworten. In vielen Fällen allerdings nicht. Da entdeckt man Seiten von vor drei Jahren, die eine Lösung vorschlagen, die heute gar nicht mehr geht. Oder man entdeckt Antworten die folgendermaßen aussehen: „Ja, das Problem habe ich auch. Hat denn noch keiner eine Antwort dazu?“ Wenig hilfreich das Ganze. Man denkt, die Suchbegriffe müssen falsch sein, wagt es sogar, die Frage grammatikalisch richtig einzutippen oder die Antwort schon vorweg zu nehmen: „Videos ruckeln in Firefox weil“. Wenn nichts mehr geht, probiert man sogar andere Suchmaschinen aus. Spätestens dann gibt man auf.

    Ich suche noch immer nach der Antwort, weshalb Videos in Firefox ruckeln. Alle, Flash- und Quicktime-Videos haben in regelmäßigen Abständen einen winzigen Hänger. Und ja, ich habe genug Speicher, meine CPU ist nicht beansprucht und das Video ist bereits voll geladen. Und nein, in anderen Browsern tritt dieses Ruckeln nicht auf. Da ich über den oben beschriebenen Weg keine Antworten finden konnte, stelle ich die Frage nun einfach mal hier in meinem Blog. Warum ruckeln Videos in Firefox? Und bitte, schreibt mir nicht als Antwort, dass es bei euch genauso ist. Ich weiß, dass es bei euch genauso ist. Und wenn nicht, dann schreibt mir, weshalb nicht. Ehrlich, viele Suchende werden es euch danken.

    (mehr …)
  • Das Leben genießen

    In Konstanz steht das Lago, ein Einkaufszentrum direkt am Bodensee. Also wirklich direkt am See. Sitzt man dort im Deli, einem herrlichen Restaurant im Obergeschoss des Lago, schaut man über die Gleise des Konstanzer Bahnhofs hinweg auf das Wasser und die Alpen im Hintergrund. Urlaubsfeeling macht sich breit. So achtet man auch nicht wirklich auf die Preise, bestellt das leckerste Thunfisch-Sandwich wo gibt und ein Focaccia-Sandwich mit Parmaschinken und Mozzarella, trinkt dazu Rivella und genießt. Genießt das Leben. Das sollte man viel öfter.

    Und während ich sitze und kaue und genieße und mir denke, das Leben wäre nur halb so lebenswert, wenn ich auf all das Köstliche und Herrliche verzichten würde, nur um ein paar Kilogramm abzunehmen, nimmt am Nebentisch eine kleine Familie Platz. Zur Familie gehört auch eine alte Frau, geschätzte 100 Jahre alt, im Rollstuhl sitzend, den linken Arm offenbar nicht mehr funktionsfähig. Sie blickt aus trüben Augen und scheint verwirrt. All das hindert sie jedoch nicht daran, eine Zigarette in den wohl zahnlosen Mund zu stecken und selbst anzuzünden. Es hindert sie auch nicht daran, sich ein Glas Rotwein bestellen zu lassen und dieses genüsslich zu einer zweiten Zigarette zu leeren (zugegeben, die Hälfte des Glases verschüttete sie auf diverse Tüchlein während des Trinkens).

    Und ich dachte mir, diese Frau genießt ihr Leben. Natürlich sollte sie aufhören zu rauchen, vielleicht ist Rotwein nicht mehr wirklich gesund für sie. Wer weiß. Vielleicht ist es aber auch scheißegal. Sie könnte auch in einem Zimmer hocken, sich von Äpfeln, Brot und Mineralwasser ernähen und auf den Tod warten. Sie aber lebte, rauchte, trank. Und als sie später von ihrer Familie hinaus gefahren wurde, winkte sie uns zum Abschied zu und lächelte. Als wollte sie uns etwas sagen.

  • Umgebungsgeräusche

    Wenn man wie ich relativ ländlich aufgewachsen ist, in die große Stadt zieht und dann im Urlaub wieder in die Heimat fährt, so fällt einem ein gewaltiger Unterschied auf, den man zuvor gar nicht beachtet hatte. Die Umgebungsgeräusche ändern sich. Zwangsläufig. Und so fragte ich mich vor zwei Tagen, als ich erneut unter Schlafmangel leidend viel zu früh erwachte und nur das Zwitschern, Singen und Tirilieren der Vögel vernahm, wieso diese Geräuschkulisse nicht nervend ist. Weshalb sind natürliche Umgebungsgeräusche im allgemeinen nicht nervend? Wellenrauschen, Vogelgezwitscher, Wind in den Bäumen, Grillengezirp. Liegt es in unseren Genen? Oder ist reine Gewohnheit, weil man im allgemeinen mit diesen Geräuschen aufwächst? Ist für jemanden, der Zeit seines Lebens nur die Großstadt kennt, fahrende und hupende Autos, Sirenen, Stimmengemurmel und Geschrei die natürliche Geräuschkulisse? Ist so jemand schon nach kurzer Zeit gestresst, wenn er ein paar Vögeln beim Zwitschern zuhören muss? Ich hoffe nicht. Ich lauschte weiter den gefiederten Wesen vor dem Fenster und schlummerte über meine Gedanken ein.

  • Do it the Segway

    Um mir etwas für meinen kommenden Geburtstag zu wünschen, ist es nun leider zu spät. Aber für den 36. Geburtstag ist noch knapp über ein Jahr Zeit. Und das bräuchte man auch, um nur ansatzweise das Geld für meinen neuen Traum zusammen zu bekommen.

    Heute beobachtete ich eine junge Frau, die den Duisburger Innenhafen mit einem Segway entlang cruiste. Lässig, in moderater Geschwindigkeit, mit Scheinwerfern, die den Gehweg erhellten. Sie legte sich elegant in die Kurven, sie stopte, indem sie sich etwas zurück lehnte. Und wenn sie wieder beschleunigte, war es, als spräche sie ein Zauberwort zu einem fliegenden Teppich, der sie hinfort brachte. Faszinierend. Ich wußte, ich brauche so ein Teil.

    Eine schnelle Internet-Recherche später entmutigte. Das Teil kostet in Deutschland knapp 7000 Euro (inkl. Mehrwertsteuer). Dafür bekommt man schon sehr gute Gebrauchtwagen. Auch das Leasing ist mit 200 Euro im Monat nicht wirklich kostengünstig. Bliebe nur das Mieten, doch auch hier ist man erst ab etwa 250 Euro pro Tag dabei.

    Wie gesagt, ab jetzt sind 367 Tage Zeit, um für mein nächstes Geburtstagsgeschenk zu sparen. Bis dahin melde ich mich vielleicht bei der einstündigen Segway-Tour durch Köln an, die gerade mal 39 Euro kostet und einem das Gefährt an den Rheinauen näher bringt. Das hat doch was. Wer kommt mit?

  • Ich liebe Pixar

    Ich liebe ja so manches auf dieser Welt. Aber Pixar muss man einfach lieben. Jeden einzelnen Film, den sie heraus brachten, liebe ich. Jeden Kurzfilm liebe ich. Jede Dokumentation über Pixar liebe ich. Als ich zum ersten Mal den Trailer zum neuesten Meisterwerk Wall-E sah, musste ich glucksen vor Freude. Ich liebte diesen kleinen Roboter. Ich werde den ganzen Film lieben.

    Ihr mögt mich für verrückt halten. Doch lest selbst, was ich heute bei nom nom nom entdeckte. Lest von Courtney, die beim Wall-E Trailer zu weinen begann, weil sie sich spontan in den kleinen Kerl verliebte. Lest, wie sie das Video ihres "Heulkrampfes" bei Youtube veröffentlichte. Lest, wie Pixar Mitarbeiter und Produzenten das Video sahen, sich geehrt fühlten, Courtney zu sich einluden und… ach, lest selbst, warum man Pixar einfach lieben muss. Und weshalb ich es nun noch mehr tue.

    Ja, ich gebe zu, ich freue mich auf Wall-E ein klitzekleines bißchen mehr als auf The Dark Knight. (Achtet im Trailer mal auf Wall-Es romantische Avancen. Da hatte selbst ich einen Kloß im Hals.)

  • Feed-Stöckchen

    Reize nie eine Vizekönigin. Und erzähle ihr nie, du würdest Stöckchen nur beantworten, wenn sie dir direkt an den Kopf geworfen werden. Denn Vizeköniginnen neigen dazu, alsdann wild mit Holz um sich zu werfen. Und so landete seit langer Zeit mal wieder ein Stöckchen bei mir. Und ich werde nicht den Fehler machen, zu erwähnen, dass ich es eigentlich mag, Stöckchen persönlich zu bekommen. Pssst.

    Nun denn, beginnen wir mal der Beantwortung:

    1. Welchen Feedreader benutzt Du und seit wann?

    NetNewsWire. Seit ich meinen Mac habe. Interessanterweise wirklich erst, seit ich einen Mac habe. Zuvor wurden meine Feeds mit Netvibes gesammelt.

    2. Wieviele Feeds hast Du abonniert, wieviele davon sind Blogs (in %)?

    Mein Feedreader ist etwas geizig mit Statistiken, deshalb schätze ich meine Feeds auf knapp über 100 Stück. Die meisten davon sind Blogs (90%)

    3. Wieviele Feeds liest Du täglich (wöchentlicher Schnitt)?

    NetNewsWire läuft immer im Hintergrund und zeigt mir im Dock an, wieviele neue Feeds er bereit hält. Immer wenn ich nichts anderes zu tun habe, gehe ich sie durch und filtere zunächst mal nach Überschriften. Bei manchen Seiten lese ich auch gleich los, weil ich weiß, dass es mich interessieren wird, egal worum es geht.

    4. Dein meistgelesenster Feed/deutscher Blog-Feed?

    In letzter Zeit aus oben beschriebenem Grund allerlei Mac-Blogs und News Seiten. Ansonsten richtet sich die Häufigkeit natürlich nach der Anzahl neuer Artikel.

    5. Welche Nachrichtenseiten hast Du abonniert (nenne max. 3)?

    Spiegel Online, Google News, Golem

    6. Dein erstes und Dein letztes Blog im Reader?

    Ich habe Kategorien angelegt, die von Apple bis Web-Design und Grafik rangieren. Deshalb ist der Admartinator das erste und das Smashing Magazine das letzte Blog. Ginge es nach Alphabet, wäre weiterhin Admartinator ganz vorne und Zeniscalm am Schluss. (Sorry, Vizekönigin, du bist vorletzte, ein Z hat dich geschlagen)

    7. Lesegewohnheit: alphabetisch, chronologisch, durcheinander?

    Durcheinander, je nach Interesse, je nach interessanter Überschrift oder Thema.

    8. Hast Du Blogs/Feeds, von denen Du nicht zugeben würdest, dass Du sie liest, im Reader?

    Damit ist vermutlich so Zeug wie Promi Pranger gemeint, oder? Hmm, ich habe das Fail Blog abonniert und auch drei Schnäppchen Seiten. Das ist peinlich genug, schätze ich.

    Da ich Holz nicht gerne im Weg herum liegen lasse, werfe ich diesen Stock direkt mal weiter an: B-Tina, Cait und Sebbi, in der Hoffnung, dass die sich nicht zu sehr ducken.

  • Juno

    Noch immer weiß ich nicht, ob man nun Filme anschauen, angucken, ansehen, glotzen, betrachten oder verfolgen sagen soll. Aber ich weiß, wann man „Film genießen“ sagen kann. Bei einem Werk wie Juno. Versteht diesen Eintrag als unmissverständlichen und sofortigen Anschaubefehl. Jeder, der es verpasst hat, Juno im Kino zu sehen, soll sich jetzt auf die Socken machen, die DVD im nächsten Media Markt kaufen, oder in der Videothek ausleihen. Oder wenigstens amazon besuchen und den Film bestellen. Was auch immer. Juno ist einer der schönsten Filme der letzten Zeit, mit einem leisen Humor, wie ich ihn schon so lange vermisst habe. Mit so wundervollen Schauspielern, dass man sie allesamt umarmen möchte. Mit einer so bezaubernden Story, dass man nicht genug davon bekommen kann. Mit einer so herrlichen Musik, dass einem das Herz aufgeht. Mit so wundervollen Bildern und Ideen. Juno hat nur einen ganz entscheidenden Nachteil. Irgendwann erscheint der Abspann. So etwas sollte verboten werden. Anschauen. Jetzt!

  • Bully klagt gegen Bully

    Na, woran denkt ihr, wenn ihr das Wort Bully hört? An einen Hund? An einen Volkswagen? An einen Rabauken? Oder an Michael "Bully" Herbig, den wohl zu den besten Comedians Deutschlands zu zählenden Schauspieler und Regisseur? Vermutlich letzteres könnte ich wetten. Bully Herbig, normalerweise nur als witziger Mensch zu erleben, verklagt jetzt ernsthaft Take Two Interactive, die das Rockstar-Spiel "Bully" vertreiben. In "Bully" geht es um einen Jungen, der neu an einer Schule mit allerhand Sorgen und Nöten zu kämpfen hat. Und wie das in einem Rockstar Game (GTA 4) nun mal ist, geht es dabei auch um Gewalt, Witz, Zynismus, Satire. Und mit der Gewalt im Spiel hat Bully Herbig ein Problem. Und klagt. Gegen die Firma, die auch seine Spiele vertreibt. Bully kann also auch ernst. Das Leben ist keine Comedy und der Rechtsstaat erst Recht (!) nicht.

    "Die Anwälte der Firma, Konstantin Krienke und Caroline von Nussbaum, bestritten außerdem "die allgemeine Bekanntheit" des Spitznamens von Michael Herbig." Um auf meine Anfangsfrage zurück zu kommen – ich schätze, die allgemeine Bekanntheit des Spitznamens ist hierzulande nicht anzuzweifeln.

  • The Daily Show with Jon Stewart – nun auch in Deutschland

    Breaking News: Eben beim Fernsehlexikon gelesen, The Daily Show with Jon Stewart wird ab sofort auch in Deutschland ausgestrahlt. Im normalen Fernsehen, nicht im Netz. Und mit deutschen Untertiteln, nicht synchronisiert. Comedy Central hat nun ein deutsches Hauptquartier, wo beschlossen wurde, die "Global Edition" der Daily Show, also der Best-of-Zusammenschnitt der vier Folgen der Woche, untertitelt jeden Dienstag in ihrem Abendprogramm zu zeigen. Somit bietet Comedy Central neben "Little Britain" und "Drawn together" den nächsten Grund, hin und wieder den Fernseher einzuschalten. Weiter so.

  • Wie heißt Lucky LukesHund?

    "Ich könnte wetten, die Wasserstandanzeige unserer Pflanze ist nur deshalb so hoch, weil jeder seinen Restkaffee rein schüttet."

    "Ist doch egal, die ist doch eh gemietet. Wie heißen die? Rent a Blume?"

    "Rent a Flower, wenn schon."

    "Nein, Rent a Plant."

    "Rent a Plant. Hieß so nicht der Hund von Lucky Luke?"

    "Fast."

  • Scarlett Johansson singt – und wer hört zu?

    Diese (männliche) Verehrung für Scarlett Johansson kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Mir fallen spontan ein halbes Dutzend Schauspielerinnen ein, die wesentlich besser aussehen und/oder talentierter sind. Aber das ist ja zum Glück nur meine Meinung und die Geschmäcker sind verschieden. Nicht wahr?

    Und nun singt sie auch noch. Was heißt nun? Ihre erste Single „Falling Down“ ist schon ein paar Monate alt. Und ich muss gestehen, fasziniert im Autoradio zugehört zu haben. Der Song ist ein Äquivalent zum Unfall auf der Autobahn, zur Aufnahme mit dem explodierenden Flugzeug, zur Zeitlupe mit der Schlange, die die Maus verschlingt. Gruslig und erschreckend, aber man muss hinsehen. Scarletts Song ist so schlecht, dass man wie in Trance nicht anders kann, als zuhören. Es ist schlimm, es ist grausam, es tut weh. Es ist schräg. Und, hey, schräg, das bin ich auch. Vielleicht hat der Song deshalb etwas eigenartig Anziehendes für mich.

    Menschen, mit ähnlich schrägen Neigungen, robusten Nerven und dem Wunsch, nicht ins Koma „gesungen“ zu werden, mögen das Video starten. Für alle anderen gilt (und das meine ich ernst – sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt): „Bitte gehen Sie weiter. Es gibt hier nichts für Sie zu hören!“

  • George Lucas in Love

    Manchmal entdeckt man etwas, das einem den Tag versüßt. In meinem Fall war es ein wunderbarer Kurzfilm, an dem ich mich heute in Sebbis Blog erfreuen konnte. „George Lucas in Love“ erzählt die wahre Geschichte, wie das Star Wars Universum entstand, ist professionell gemacht, mit sympathischen Darstellern, jeder Menge Gags, Anspielungen und einer drolligen Schlusspointe. Einfach herrlich.

  • Mir fehlen die Worte

    Gibt es eigentlich kein Wort, um die Tätigkeit des Filme-guckens (-ansehens, -anschauens) zu beschreiben? Um Ins-Kino-gehen etwas einfacher auszudrücken? Wenn man Fernsehen schaut, dann tut man Fernsehen. Was macht man denn im Kino? Kinosehen? Hat sich der Herr Duden da schon was überlegt? Muss ich erst bei 1Live anrufen, die eine Umfrage starten sollen, wie letztens erst bei der Ersatzwortfindung für Public Viewing? (Die den Begriff „Rudelgucken“ als verdienten Sieger prägte) Und wie ist es, wenn man den Film auf DVD zu Hause schaut, also zwar im Fernsehgerät, aber ohne Fernsehprogramm? Filmesehen?

    Was würdet ihr vorschlagen?

  • Die Welt verstehen

    Manchmal versteht man einfach die Welt nicht. Und man versteht sie oft deshalb nicht, weil einem das Hintergrundwissen dafür fehlt. So weiß ich bei allem Ärger mit der Deutschen Bahn, was hinter den Kulissen passiert, welche Probleme sich auftürmen, wie mit Sicherheit fieberhaft an Lösungen gebastelt wird. Der gemeine Kunde draußen am Bahnhof weiß davon natürlich nichts, ärgert sich und flucht.

    Der Patient im Krankenhaus, der schon seit vier Stunden auf den Besuch eines Arztes wartet, flucht ebenfalls, sieht den Herrn Doktor in seiner Vorstellung mit den Krankenschwestern Kaffee trinken und flirten, während ihm selbst ein krankes Körperteil zu schaffen macht. Dass der Arzt überhaupt nicht an Kaffee denken kann, weil er seit 16 Stunden unter Strom steht und vor lauter Arbeit nicht nach kommt – davon kann der Patient natürlich nichts wissen.

    Unser Blickfeld ist immer eingeschränkt. Und je weniger Informationen wir bekommen, umso quälender ist es, umso schwieriger zu verstehen ist diese Welt.

    Mir ging es erst neulich wieder so, als ich in eine Baustelle auf der Autobahn fuhr. Also natürlich nicht in die Baustelle selbst, sondern in den Stau der sich bildete, weil plötzlich zwei Fahrspuren verloren gingen, um Platz zu schaffen für.. nunja, eigentlich nichts. Ich sah dort einen Bagger, hier eine Maschine, da ein Stückchen platt gewalzter Boden, dort einen Sandhaufen. Aber keinen Menschen und keine Bewegung. Nichts besonderes also. Allerdings sieht dieses Bild bereits seit gut einem Jahr so aus. Es scheint einfach kein bisschen voran zu gehen.

    Auch hier muss ich natürlich gestehen, keinen Einblick zu haben. Jeder Arbeiter in der Autobahnmeisterei wird nun vermutlich stöhnen, wenn er das liest. Aber für mich als uninformierter Autofahrer ist es einfach unverständlich weshalb ein Hochhaus schneller in den Himmel wächst, als ein Stückchen Erde mit Teer bedeckt und platt gewalzt werden kann. Kann es denn so schwer sein, eine Grube auszuheben, Sand hinein zu werfen, diesen platt zu machen, mit der Wasserwaage zu überprüfen, Teer drauf, wieder zu walzen und Striche zu malen? Das ist doch in wenigen Tagen erledigt.

    In meiner Welt. Aber meine Welt ist nicht die reale Welt. Und manchmal versteh ich die Welt einfach nicht. Aber immerhin weiß ich warum.

  • Darf ich in deine Blogroll?

    Die Blogroll, also die Linkliste, die ihr in fast jedem Blog seht, ist in den meisten Fällen eine Aufzählung der Blogs und Seiten im Netz, die der Autor guten Gewissens empfehlen kann. Weil er sie selbst liest und schätzt. Und/oder weil er die Macher der Seiten persönlich kennt. Anfragen nach Aufnahme in meine Blogroll habe ich immer geflissentlich ignoriert (es waren ja auch nicht viele) und selbst nach einer Aufnahme habe ich daher auch nicht. Obwohl ich gerne in so mancher Blogroll stehen würde. Aber wie gesagt: in eine Blogroll aufgenommen zu werden ist eine Art Privileg. Das kann man nicht erzwingen. Nicht mal mit dem Argument "Aber ich hab dich doch auch drin."

    Die Blogroll verändert sich auch stetig. Meine zum Beispiel ist letztens erst wieder angewachsen. Man entdeckt neues, man empfiehlt neues. So einfach ist das. Was aber tun, wenn man Empfehlungen entfernen möchte? Wenn man Blogs in der Liste hat, die man zum einen schon immer drin hat und die zum anderen Menschen gehören, mit denen man auch privat eng verbunden ist. Darf man die entfernen? Muss man sich dafür eine Erlaubnis holen? Oder kann man da frech sagen: "Du schreibst so gut wie keine Beiträge mehr, dein Blog liegt brach, ich kann dich nicht weiter empfehlen."? Oder: "Ganz ehrlich, ich mag deinen Stil nicht mehr. Du bist ein ganz besonderer Mensch, den ich nie verlieren möchte. Aber dein Blog möchte ich nicht weiter empfehlen."?

    Wie haltet ihr das? Was kommt bei euch in die Blogroll und was fliegt raus? Seht ihr euch die Blogroll in Blogs, die euch gefallen, überhaupt an? (Ich glaube ja, nach euren Antworten auf die Frage nach den Seitenleisteninhalten.)

  • Männer, aufgepasst. Ich weiß etwas, was ihr nicht wisst.

    Zumindest bin ich mir sicher, dass über 90% von euch da draußen es nicht wissen. Dabei könnte es so hilfreich, ja wichtig für euch sein. Und soll ich euch erzählen, weshalb ihr es nicht wisst? Weil nur Frauen darüber Bescheid wissen. Weil sie es sich heimlich weiter erzählen, beim Shoppen, beim Brautkleid aussuchen, beim gemeinsam die Toilette besuchen. Oder – und das ist der wahrscheinlichste Fall – weil Mütter es ihren Töchtern weiter tragen, während wir Männer unwissend manipuliert werden und die Frauen sich wissend zunicken und lächeln.

    Worum es geht, wollt ihr wissen. Ums Heiraten. Um das Anschneiden der Torte. Um das kleine, unmissverständliche Zeichen beim Schneiden. In den meisten Fällen wird es nämlich so ablaufen, dass der Mann, der Gentleman, sich das Messer schnappt, an der Torte ansetzt und die frischgebackene Ehefrau ihre Hand auf die seine legt. Dann schneiden die beiden das erste Stück an. Der Mann drückt, aber die Frau dirigiert. Alle jubeln. Ein harmonisches Bild. Das gemeinsame Anschneiden. Alle anwesenden Männer denken sich nichts. Und alle anwesenden Frauen nicken sich gegenseitig zu, als wollten sie sagen: "Sehr gut, sie wird die Hosen anhaben in dieser Ehe. Er führt zwar aus, aber sie regelt, wie er es tut." Die Schwiegermutter wird mit Tränen in den Augen die Hände falten und seufzen.

    Männer, sagt selbst, ihr seid entsetzt. So manipuliert zu werden, ist nicht schön. Aber euch kann geholfen werden. Ihr habt ja mich, den Frauenversteher, der das Geheimnis für euch ans Tageslicht gebracht hat. Und es ist ganz einfach, denn wir drehen den Spieß einfach um. Wir überlassen das Messer der Braut, geben ihr also im wahrsten Sinne des Wortes das Heft in die Hand. Wir hauchen ihr ins Ohr, wie glücklich wir sind, sie gefunden zu haben und legen sanft unsere Hand auf die ihre. Dann werfen wir einen kurzen Blick in die Runde der Gäste, nehmen mit Wohlwollen die entsetzten Gesichter der Frauen und besonders der Schwiegermutter wahr und dirigieren sodann das Messer durch den Kuchen.

    Und dann, zu Hause, lieben und ehren wir die Braut, so wie versprochen und lassen sie in dem Glauben, die Hosen in der Ehe anzuhaben, lächeln leise und freuen uns, rechtzeitig das entscheidende Zeichen gesetzt zu haben, dass dem nicht so ist. Das mag vielleicht nicht helfen, wenn sie von uns verlangt, den Müll runter zu tragen. Aber beim nächsten Besuch der Schwiegereltern wird die Stimmung eine ganz andere sein.

  • Wer hat Freunde bei der Telekom?

    Vor langer Zeit dachte ich darüber nach, wie der optimale Freundeskreis aussehen müsste. Man sollte einen Steuerberater als Freund haben, einen Automechaniker, einen Frisör, einen Bar-Besitzer und so weiter. Jetzt gibt es noch einen Freund, den ich nicht habe. Kennt vielleicht jemand von euch jemanden, der beim T-Konzern arbeitet? Oder kennt ihr jemanden, der jemanden kennt, der beim T-Konzern arbeitet? Oder vielleicht kennt ihr jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der… naja, weil.

  • Kleiner Hai und großes Marketing

    Ich bilde mir ja gerne ein, mitverantwortlich für den Erfolg des kleinen Hais zu sein. Schließlich zeigte ich das Originalvideo hier bereits, als der Song noch nicht in den Charts war. Bei uns im Büro hörte man lange "Dumm dumm"-Gesänge auf den Fluren. Und erst als eine Kollegin auf mich zukam und mir ihren neuen Hai-Klingelton vorspielte, wusste ich, dass hier ein neuer Hype entstand. Der bei allesroger.net seinen Anfang genommen hatte.

    Nun ja. Leider nicht ganz. Und vermutlich überhaupt nicht. Aber der Hype ist da, der Song in den Charts, der Klingelton höchst beliebt. Und plötzlich stellt sich die Musik-produzierende- und die sie beobachtende Berichterstattungswelt die Frage, wie es so weit kommen konnte. War das alles geplant? Ist es eine virale Kampagne gewesen? Stecken dahinter böse mächtige Agenturen? Oder ist die "Sängerin" Alemuel selbst Drahtzieherin des Ganzen? Immer mehr Details kommen ans Licht. Und gleichzeitig bleiben Fragen.

    Fragen, die spätestens dann vergessen sind, wenn der Song vergessen ist. Also im Herbst. Dann wird sich ein neues grusliges, verrücktes, bescheuertes Video bei Youtube auf Stefan Raabs Spuren begeben und einen neuen Hype losbrechen. Ich werde der erste sein, der darüber berichtet und die Welt wird sich wieder fragen, ob das nicht von vornherein von mir so geplant worden war. Man kann echt keinem mehr trauen in diesem Internet.

    Ein paar Links für Interessierte: Ein Interview mit Alemuel. Gedanken der Netzzeitung. Oljo Blog deckt auf. Christiane Schulkzi-Haddouti analysiert sehr gekonnt. Und EKM Consult rechtfertigt sich.