Jahr: 2006

  • Die Definition von Glück

    Auch beim Billard spielen kann man noch Zeit und Muse für ein philosophisches Gespräch finden. So geschehen mit meinem guten alten Freund Christian. Wir fragten uns gegenseitig, ob wir denn derzeit glücklich seien und kamen sehr schnell wieder zu der wichtigen Fragen über den Sinn des Lebens und die Definition von Glück.

    „Vielleicht ist das Geheimnis ja, nicht ständig nach dem Glück zu suchen, also nicht pausenlos darüber nachzudenken und zu versuchen, glücklich zu sein. Vielleicht würde das Leben schon einfacher sein, wenn man nur versuchte nicht unglücklich zu sein.“

    „Das könnte gut sein. Alles, was einen unglücklich macht, aus seinem Leben zu verbannen könnte ein erster Schritt sein.“

    „Die Frage ist allerdings, ob man automatisch glücklich ist, wenn man nicht mehr unglücklich ist.“

    „Also ob Glück nur die Abwesenheit von Unglück ist…“

    „Genau. Oder gibt es vielleicht noch ein Zwischenstadium? Etwas Neutrales zwischen Glück und Unglück?“

    „Es gibt vermutlich tausende Zwischenstadien. Die Frage ist hier aber wieder, wie man Glück definiert.“

    „In dem Fall würde es Sinn machen. Alles, was man als Unglück definiert sollte man sich vom Leib halten. Die Frage wäre dann nur wieder, was leichter ist: Glück zu finden, oder Unglück zu vermeiden?“

    An diesem Abend gewann ich mit vier Partien zu zwei gegen ihn. Aber vermutlich hatte ich nur Glück.

  • Plural

    „Du sag mal, brauchen Kaktusse eigentlich viel Licht?“

    „Keine Ahnung, aber ich habe da ein paar Albumse, da könnte es drin stehen. Die sind im Regal, direkt neben den Atlassen.“

  • Die GEZ wird abgeschafft

    Um der leidigen Diskussion um eine Rundfunkgebühr für Internet-PCs und Handys ein Ende zu setzen, haben die Ministerpräsidenten aller Bundesländer in Zusammenarbeit mit ARD und ZDF beschlossen, die GEZ komplett abzuschaffen. Die Organisation, die im Namen des öffentlichen Rundfunks die Gebühren einzog und sich immer stärker werdender Kritik ausgesetzt sah, sei ohnehin ein veraltetes Konzept, das zuviel Mühe und Geld koste. Deshalb wird noch im Oktober eine Abschaffung der GEZ und die Einführung der so genannten Augensteuer beschlossen.

    Die Idee dahinter ist simpel. Bisher war jeder Bürger dazu verpflichtet für Radio- und TV-Geräte eine Gebühr zu entrichten, wenn diese (die Geräte) in der Lage waren, öffentlichen Rundfunk zu empfangen. Viele Mitbürger weigerten sich allerdings zu zahlen, wodurch den Medienanstalten Abermillionen von Geldern für ihre Programme entgingen. Die GEZ wurde daraufhin geschaffen, um ansonsten braven Bürgern hinter zu spionieren, sie mit dämlichen (teuren) Werbespots zu nerven und ihnen solange ein schlechtes Gewissen einzureden, bis sie endlich zahlten.

    Doch auch weiterhin wurden hochwertige Sendungen der ARD und des ZDF unbezahlt über den Äther geschickt. Immer wieder erfanden die Bürger neue Tricks um an die beliebten Sendungen zu kommen. Public Viewing scheint da nur ein weiterer Höhepunkt eines Katz- und Mausspiels gewesen zu sein.

    Nun, da man mit jedem PC ins Internet kann, ist es natürlich auch möglich, damit die Angebote der Sender über das Netz zu empfangen. Mit TV-Handys klappt das überall. Die Intendanten schlugen Alarm und sahen sich einer „Free-TV-sierung“ ihres Programmes gegenüber.

    Das gesamte Konzept der Gebühren wurde zu komplex, die Zuschauer kritisierten, die GEZ wurde zu teuer und zu unrentabel, das Angebot an Möglichkeiten kostenlos Programm zu schauen riesengroß.

    Die Augensteuer ist ein erster Schritt aus dieser Misere. Ab Januar 2007 sollen die kompletten Gebühren für TV, Radio und Internet wegfallen. Dafür bezahlt der deutsche Bürger dann eine monatliche Steuer von 43 Euro für alles, was er sehen kann. So ist in einem Rutsch sichergestellt, dass kein Interessenpartner vergessen wird. Die Einnahmen sollen laut Bundesregierung an die öffentlichen Programme gehen (die sich dafür weitere Symphonieorchester, weitere Sendeanstalten, weitere Politik- und Nachrichtensender und weitere Volksmusikmoderatoren leisten können). Außerdem an alle Werbetreibenden, deren Produkte ja ebenfalls gesehen werden. Zudem werden eigentlich alle Resorts mit den Einnahmen abgedeckt, vom Finanzministerium (den Steuerbescheid kann man sehen) bis hin zum Verkehrsministerium (all die Schilder an der Autobahn, man möge nicht so dicht auffahren, wollen schließlich bezahlt sein). Jedes Ministerium, das irgendetwas sichtbares vorzuweisen hat, wird einen Teil des großen Einnahmetopfs bekommen.

    Damit sich niemand vor der Steuer drückt, wird von jedem Baby ab sechs Monaten ein Sehtest verlangt. Eltern, die diesen Test verweigern, drohen empfindliche Strafen. Die Babys kosten ab einem Jahr 3 Euro zusätzliche Augensteuer, ab 6 Jahren 12 Euro und bis zum Erreichen der Volljährigkeit 23 Euro Augensteuer. Das Sehvermögen ist alle zwei Jahre im Rahmen eines wiederkehrenden Seh-TÜV festzustellen. Das Ergebnis wird im Personalausweis festgehalten und dieser muss stets mitgeführt werden, wenn man irgendwo etwas sehen will. Wird man in aller Öffentlichkeit beispielsweise beim Betrachten von Schaufenstern aufgegriffen und kann keine Bescheinigung vorzeigen, dass man registriert gesehen hat, drohen hohe Geldstrafen oder Gefängnis in dunkler Einzelzelle bis zu zwei Jahre.

    Auch Blinde können sich nicht drücken. Die Hundesteuer für Blindenhunde wird ab Januar 2007 einfach verdreifacht, schließlich sieht der Hund ja für zwei.

    In Zukunft wird es keine Diskussionen mehr geben, wofür man eigentlich bezahlt, denn man bezahlt einfach für alles. Da alles, was man sieht, öffentlich ist, muss auch alles bezahlt werden. Private Firmen wittern schon Morgenluft. In Zoos wird es extra Sehgebühren geben, Discos werden bis zu dreimal so teuer, je knapper die Frauen darin bekleidet sind. Die Möglichkeiten den Bundesbürgern für das Sehen Geld abzuknöfpen sind schier endlos.

    Und nächstes Jahr soll die Debatte um das öffentliche Hören weitergehen. Wie das ausgeht – wir werden sehen.

  • Mir brennt was auf den Nägeln

    Zur regelmäßigen Körperpflege bei Männern gehört auch das Schneiden der Fingernägel. Bei Frauen kommt vielleicht noch das Feilen, Lackieren oder professionelle Herrichten dazu. Auch wenn der Metrosexuelle Mann vielleicht ebenfalls mehr für seine Fingernägel tun möchte, so ist es für die Mehrzahl der Y-Chromosomträger ausreichend, die Nägel kurz und den Schmutz darunter entfernt zu haben.

    Wieso aber tragen einige Männer mit ansonsten gepflegten Händen, einen langen Nagel am kleinen Finger? Einen Nagel, der eindeutig länger ist als alle anderen. Und auch nur an einem der zwei verfügbaren kleinen Finger?

    Das ist irgendwie eklig.

    Und was ist es noch? Sind diese Männer einfach genetisch defekt und der Nagel wächst nach dem Schneiden innerhalb von zwei Minuten nach? Oder sind diese Kerle professionelle Ohren- und Nasenbohrer? Oder ist dieser Nagel gar ein geheimes Kennzeichen? Eine Eintrittskarte in einen Geheimbund?

    Diese Frage brennt mir auf den komplett kurzen Nägeln. Auch wenn es es eklig ist.

  • Natascha Kampusch

    Gestern war ich einer der Millionen Menschen, der das Interview mit Natascha Kampusch gesehen hat. Mit einer Mischung aus Grusel und Faszination saß ich vor dem Fernseher und beobachtete eine hübsche junge Frau, die versuchte, über etwas schier Unfassbares zu berichten, ohne zu viel preis zu geben. Manche ihrer Sätze klangen beinahe auswendig gelernt, während sie an anderer Stelle einfach den Faden verlor. Sie schaffte es bemerkenswert, ihre Fassung zu wahren und zeigte sich äußerst stark und überlegen. Was davon Fassade war und was nicht, sei dahin gestellt.

    Natürlich interessierte sich die Welt für diese Geschichte. Ein kleines Mädchen, das entführt wird und acht Jahre lang in einem Verlies in einem normalen Wohnhaus eingesperrt ist. Ein Leben in Einsamkeit und gewaltsam abgeschottet von der Außenwelt. Nach acht Jahren schließlich, mittlerweile eine junge Frau, gelingt ihr die Flucht und sie kehrt ins Leben zurück, während ihr Entführer sich das Leben nimmt.

    Das ist der Stoff, aus dem gute Thriller gemacht sind.

    Und wollen wir wetten, wie viele Drehbuchautoren bereits an Exposés und Erstentwürfen sitzen, wie viele Produzenten bereits mit dem Medienberater von Kampusch versuchen in Verhandlungen zu treten? Meine Güte, selbst mir würde ein fantastisches Skript einfallen, die wichtigsten und spannendsten Szenen habe ich bereits vor Augen. Die Geschichte ist ein Knüller. Sogar der Name des Täters hat so ein Psychopaten -Touch: Wolfang Pikropil. Brrr.

    Das klingt pietätslos? Mag sein, aber hatte man nach dem elften September 2001 nicht auch gesagt, so etwas darf nie in einem Kino gezeigt werden? Diese Tragödie darf niemals als Schauwert vermarktet werden? Am besten man verbietet gleich alle Action Filme?

    Natascha Kampuschs Martyrium ist bestimmt keine Tragödie in dem Ausmaß eines World Trade Centers, aber es ist ihre Tragödie. Persönlich. Schrecklich. Gruslig. Faszinierend.

    Viele Fragen hat Natascha beantwortet, manche mehr, manche weniger. Einigen wich sie aus und verlor sich in Details (ihre Mutter hat nun einen grünen Teppich in ihrem Zimmer und orange Tapeten). Andere beantwortete sie recht überraschend (es ärgert sie, dass alle Welt ihren Raum, das Verlies, in der Zeitung sehen konnte – sie würde auch nicht in die Wohnzimmer anderer Menschen schauen wollen). Viele Fragen wurden indes nicht beantwortet und liefern noch genügend Gesprächsstoff für die nächsten Wochen und natürlich auch für ein Buch oder einen Film.

    Die wichtigste Frage von allen beispielsweise wurde vermutlich noch gar nicht gestellt: Warum? Warum kidnappt ein Mann ein zehnjähriges Mädchen und behält sie acht Jahre bei sich im Keller, ohne sie zu vergewaltigen oder zu missbrauchen? Gibt ihr zu essen und geht sogar mit ihr raus? War sie ein Spielzeug? Eine Art Haustier? Warum das ganze? Gut, diese Frage wird für einen gesunden, vernünftig denkenden Menschen niemals beantwortet werden können.

    Aus diesem Grund seien wir lieber froh, dass sie frei ist. Hoffen wir, dass sie Eltern von vermissten Kindern (keinen falschen) Mut machen kann. Hoffen wir, dass sie tatsächlich so stark ist, wie sie sich gezeigt hat und nach acht Jahren erzwungener Pause endlich anfangen kann zu leben.

  • Die Free-Refill-Frage

    Die Free-Refill-Frage

    Zunächst solltet ihr die Überschrift fünf mal schnell hintereinander aufsagen, ohne euch zu verhaspeln. Und dann könnt ihr mir mal folgende Beobachtung erklären: In vielen Fast-Food-Restaurants gibt es mittlerweile Free-Refill-Aktionen. Was nichts anderes bedeutet, als der immer wieder den Becher am Getränkeautomaten aufzufüllen.

    Als ich vor kurzem im Subway saß und an meinem Sandwich kaute, entdeckte ich auf der Karte, dass man kleine, mittlere und große Becher kaufen konnte. Der große Becher ist tatsächlich 90 Cent teurer und nimmt einen halben Liter mehr Flüssigkeit auf. Nun frage ich mich, wieso es unterschiedlich große Becher gibt, zu unterschiedlichen Preisen, wenn ich doch jeden Becher immer wieder nachfüllen darf. Schön blöd müsste ich sein, den 0,9l Becher zu erstehen, anstatt einfach den günstigeren 0,4l Becher zu wählen und einmal mehr zum Automaten zu gehen. Kann man denn wirklich so faul sein, dass man lieber den großen Becher bezahlt, statt mit dem kleinen Becher mehrfach aufzufüllen?

    Oder geht Subway einfach davon aus, dass die meisten Kunden sich über so etwas gar keine Gedanken machen, den großen Becher schnappen, weil sie Durst haben und gar nicht free refillen wollen?

    Vielleicht mache nur ich mir über so etwas Gedanken. Und jetzt weiter die Überschrift wiederholen.

  • Verdammt, bin ich schön

    Jeder versucht auf die eine oder andere Weise gut auszusehen. Die meisten versuchen sogar besser auszusehen. Da sind alle möglichen Hilfsmittel recht. Und während in der professionellen Fotografie mit Licht, Make-Up und Photoshop gearbeitet wird, versucht ein israelischer Forscher es auf eine elegantere Art, jeden Menschen attraktiver erscheinen zu lassen.

    Die Idee dahinter ist recht simpel, seit man Schönheit mathematisch berechnen kann. Schönheit liegt nämlich nicht immer im Auge des Betrachters sondern ist eine Frage der Symmetrie. (Oder dem Fehlen von Symmetrie, was wiederum auf manch andere anziehend wirken kann.) Die Software von Tommer Leyvand rechnet ein Bild, ein Gesicht so um, dass nur feine Nuancen geändert werden. Die Nase etwas kleiner, die Stirn nicht gar so hoch, die Augen etwas näher am beliebten Kindchenschema. Das Ergebnis verblüfft wirklich. Die Gesichter sehen nicht künstlich verfremdet oder bearbeitet aus. Der ursprüngliche Mensch ist noch gut zu erkenne, nur eben ein wenig, naja attraktiver (ich möchte teilweise nicht wissen, wie unsere strahlenden Stars und Models ohne Make-Up und perfektem Licht aussehen)

    Faszinierend, was man damit alles machen könnte. Ich stelle mir vor, wie diese Software in Digitalkameras arbeiten könnte. Zusammen mit einer Gesichtserkennung würde man bei jedem Schnappschuss attraktiv aussehen. Das macht Sinn, denn wir Menschen neigen ohnehin dazu, Erinnerungen zu verklären und uns vergangenes weitaus schöner vorzustellen, als es tatsächlich war. Bis man dann die Fotos sieht und denkt: „Oh Gott, sah ich scheisse aus damals.“ Das wäre vorbei. Die Fotos würden unserer Erinnerung gerecht werden.

    Was wäre, wenn diese Software gar den ganzen Körper berechnen könnte? Mama im Badeanzug auf Malle plötzlich mit knackiger Figur? Papa beim Grillen im Garten ohne dicken Bauch und hohe Stirn? Vielleicht sogar die Pickel der Tochter einfach weg gerechnet?

    Wie sehr würden Realität und Schönheitswahn sich vermischen? Wann würden die ersten Gegner aufschreien mit ihrem von Gott gegebenem Recht auf Hässlichkeit? Wie würden sich Sicherheitsgesetze verändern, wenn der Zollbeamte und Gesichtserkennungssoftware am Flughafen die kontrollierten Menschen nicht mehr den hübschen Leuten auf den Passfotos zuordnen könnten?

    Wie auch immer, ich finde die Idee faszinierend und habe mir über diverse Quellen sogleich eine frühe Version der Software besorgt um es mit einem meiner Fotos zu versuchen. Und siehe da, nur eine klitzekleine Bewegung am Schieberegler genügte, um mich attraktiver aussehen zu lassen. Das Ergebnis seht ihr hier. Verblüffend, oder?

    tomandme

  • Mich hat’s gepackt

    Heutzutage kann man die meisten Produkte in Ruhe zuhause ausprobieren und dort feststellen, dass es sich um einen Fehlkauf handelte. Durch Fernhandelsgesetz und Kulanz beglückt, bringt man das erworbene Stück einfach wieder originalverpackt und mit Rechnung zurück oder verschickt es mit der Post. Was für eine wunderbare Konsumentenwelt. Wäre da nicht dieser Stress mit dem Einpacken.

    Nicht zum ersten Mal frage ich mich, ob irgendwann eine Maschine entwickelt worden ist, die es schafft, jegliche Art von Produkten so in einen kleinen Karton zu packen, dass es ihm kein Mensch auf dieser Welt gleichtun kann. Hat es schon mal jemand geschafft, ein Produkt so wieder einzupacken, dass man meinen könnte, es sei nie ausgepackt gewesen? Oder zumindest so, dass man den Deckel schließen kann? Ich nicht.

    Manchmal, wenn die Kompliziertheit abzusehen ist, lege ich alle ausgepackten Teile in der richtigen Reihenfolge auf den Tisch. Nur um später festzustellen, dass man sie auf keinen Fall so wieder einpacken kann. Wenn der Karton Stunden später geschlossen vor mir steht, bleibt meist das eine andere Verpackungsmaterial neben dran liegen. Wie in dem Witz mit dem Automechaniker, der bei jeder Reparatur ein weiteres Ersatzteil zurück lässt.

    Was in Himmels Namen ist das für eine Maschine, welcher Algorithmus steckt dahinter, was für eine Magie wird benutzt, um ein simple Lampe so kompliziert in einen Karton zu packen, der allen physikalischen Gesetzen zum Trotz eigentlich viel zu klein ist und dennoch alles problemlos in sich aufnimmt? Aber das nur dieses eine Mal und dann nie wieder!?

    Ist euch schon mal aufgefallen wie praktisch und einfach eine Banane verpackt ist?

    (mehr …)

  • Backup? Welches Backup?

    Murphys Gesetzt kennt jeder. „Alles was schief gehen kann, geht auch schief.“ Jeder, der mit Computern zu tun hat, kennt Murphys Gesetz besonders. Eines dieser Gesetzt lautet: „Die Gefahr all seine Daten komplett zu verlieren, steigt mit der Zeitspanne des letzten Backups.“ Also habe ich mir Gedanken über Backups gemacht.

    Bisher brannte ich so alle ein bis zwei Monate alles, was mir lieb und teuer ist auf DVD-RWs. Der Grund, warum ich das nur so selten machte, liegt an der Umständlichkeit dieser Methode. Ich saß manchmal zwei bis drei Stunden an so einer Aktion, bis die 7 DVDs gebrannt waren. Wenn tatsächlich der Ernstfall eingetreten wäre, hätte ich also nur die Daten von vor zwei Monaten gehabt. Zum Glück bin ich kein Programmierer oder ähnliches, habe also nicht pausenlos neue, wichtige Daten auf der Festplatte, die es zu schützen gilt.

    Dennoch beschloss ich dies alles etwas zu vereinfachen. Ich kaufte mir eine externe Festplatte. Da kann man die Sachen einfach rüber kopieren und alles ist geschützt vor Verlust, versehentlichem löschen und Virenangriffen.

    Natürlich will man so etwas nicht von Hand machen. Der Markt bietet auch unzählige Produkte, die einem die Backups erleichtern sollen. Vor ein paar Wochen berichtete und testete die c’t und ich nahm mir die Zeit, einige dieser Programme auszuprobieren. Um es ganz kurz zu sagen. Für mich taugte keines etwas. Bei allen war es mir zu mühselig, die richtigen Einstellungen zu treffen. Dann stellte ich fest, dass manche meine Daten in große Pakete packten, was mir irgendwie unbehaglich war (man stelle sich vor, ein 80 Gigabyte Paket hat einen kleinen Fehler – damit wäre alles zum Teufel). Weiterhin erkannte ich, dass in einem Fall gar nicht alles in das Backup aufgenommen wurde. Schließlich kam ich mit inkrementellen und differentiellen Backups nicht klar, weil mir die Übersicht fehlte, was denn nun noch in meinem Backup war und was nicht. Und dann hat es doch tatsächlich eines der Programme gewagt einfach auszusteigen, immer an derselben Stelle. Ich möchte hier mal kurz betonen, dass auf meinem Rechner bisher KEIN Programm einfach so seinen Dienst versagt hat. Und wenn ich mich nicht auf ein Backup-Programm verlassen kann – na dann lass ich es ganz weg.

    Meine Strategie sieht deshalb wie folgt aus:

    Mein PC ist sehr aufgeräumt und alles befindet sich in entsprechenden Ordnern. Ich werde also einfach immer dann, wenn sich etwas größeres verändert hat, die Ordner Musik, Programme, Texte, Bilder etc. markieren und auf die externe Platte kopieren. Dann kommt die Platte an einen sicheren Ort. Zusätzlich lasse ich mir von Windows mit der eingebauten Sicherung alle Anwendungsdaten in ein Paket schnüren, das ebenfalls auf die externe Platte kommt. Weiterhin suche ich noch nach einem guten (vielleicht kostenlosen) Image Tool, um die Boot Partition komplett zu sichern. Und zu guter Letzt werde ich die Sachen, die wirklich niemals verloren gehen dürfen (meine Romane, meine Fotos etc.) zusätzlich wieder auf DVD brennen.

    Das klingt alles stressiger als es ist. Allerdings weiß ich auch, dass es einfacher gehen könnte. Aber wie gesagt habe ich gerne die Kontrolle. Wer von euch bessere Ideen hat, möge sich bitte melden (aber bitte nicht mit Kommentaren, wieviel einfacher das auf Mac und/oder Linux ist).

    Dass einem kein noch so perfektes System helfen kann, wenn die größte Gefahr, nämlich der Benutzer, Mist baut, musste nicht nur Diana letztens erkennen (einige ihrer wichtigen Daten waren verloren gegangen, vielleicht unabsichtlich gelöscht. Und natürlich lag das letzte Backup zu weit zurück). Auch mir ist es erst am Wochenende passiert. Ich wollte ein Backup meines Blogs machen. Serendipity bietet dafür ein schönes Plugin an, das im Grunde alles richtig macht. Aber ein falscher Klick und es spielte mir ohne Vorwarnung ein älteres Backup zurück. Glücklicherweise war dieses Backup nur zwei Tage alt, aber mein neuester Artikel über die Radfahrer war für immer verschwunden und verloren (dabei fand ich die Diskussion in den Kommentaren so spannend – tut mir Leid, Freunde).

    Deshalb gilt ab jetzt auch hier die Strategie: Jeder Artikel, der etwas tief gehender ist, als nur ein Hinweis auf einen Filmtrailer wird in Zukunft schon auf meinem Rechner gespeichert.

    Und falls jemand in seinem Firefox oder IE Cache meinen „Bicycle Race II“ Artikel findet und mir zuschickt, bekommt ein Eis.

  • Das Leben ist analog

    Digital soll alles sein. Und digital wird auch immer mehr. Egal wo, überall wird einem suggeriert, dass digital grundsätzlich besser ist. Doch in den meisten Fällen wachen die Menschen auf und erkennen den Trugschluss. Nicht alles digitale ist grundsätzlich besser. Denn digital heißt grundsätzlich künstlich. Aber das Leben ist analog und die meisten Menschen ziehen das echte Leben zum Glück einem künstlichen vor. Noch.

    Ich als Technik-Freak begehe natürlich einen Frevel, wenn ich jetzt anfange über alles digitale zu wettern. Eigentlich möchte ich das auch gar nicht. Wer so viele digitale Geräte zu Hause hat, darf sich nicht beschweren. Oder bekomme ich etwa einen Zivilisationskoller? Mitnichten. Eher festigt sich in mir eine gesunde kritische Haltung gegenüber der Digitalisierung. Wenn alles um einen herum beginnt künstlich zu werden und künstliche Welten als das A und O beworben werden, so sollte man langsam beginnen, diese Bewertung zu hinterfragen.

    Natürlich liebe ich (in völlig geek-haftem Sinne) meinen Rechner, meinen Fernseher, das Internet, den iPod, meine Nikon D50, mein Handy, mein schnurloses Festnetzphone, meine digitale Waage (naja, eigentlich liebe ich die nicht wirklich), meinen Dolby Digital Receiver und alles, was ich sonst noch an technischem Schnick Schnack herum fahren habe.

    Das digitale Fernsehen liebe ich nicht. Noch nicht. Das liegt zum einen daran, dass ich Fernsehen allgemein nicht mehr liebe (ich mag lieber Filme auf DVD, haha). Zum anderen stelle ich eben hier fest, dass die Umstellung auf digital eben keinen Vorteil bringt. Zumindest für mich.

    Wie vor kurzem berichtet, habe ich mir einen Digital Receiver geleistet und habe ihn nun angeschlossen und getestet. Mein Fazit: Das Bild sieht im ersten Moment besser aus. Ab hier fangen aber die Kritikpunkte an. Das Bild ist zwar etwas schärfer, aber gespickt mit unschönen Kompressionsartefakten (das kann man selbst ausprobieren, wenn man ein Foto nimmt und die JPEG-Komprimierung auf 20 setzt). Gerade bei schnellen Bewegungen zeigen sich Artefakte. Die Umschaltung von einem Kanal zum nächsten geht ein bis zwei Sekunden (das ist nicht viel, nervt aber auf Dauer doch). Die Handhabung des Receivers (Humax PR Fox C) könnte kaum umständlicher sein. Ich habe jetzt noch eine zusätzliche Fernbedienung herum liegen. Erst schalte ich mit einer den TV ein, dann mit der nächsten den Videorecorder, mit der nächsten den Digital Receiver und vielleicht wieder mit der nächsten den DVD Player und/oder den Verstärker. Natürlich habe ich auch eine Multifunktionsfernbedienung, die zwar vieles kann – aber eben doch nicht alles, weshalb alle Fernbedienungen weiterhin griffbereit unter dem Tisch liegen.

    Achja, digital aufnehmen kann ich noch nicht. Der Receiver stellt sein Bild nur dem Fernseher zur Verfügung, nicht aber dem Videorecorder. Dieser will einfach nur das analoge Programm. Naja, nun hab ich zumindest beides noch. Denn die Programmvielfalt, die einem im digitalen Netz versprochen wird, muss natürlich teuer bezahlt werden. Wozu ich nicht bereit bin. Und deshalb habe ich kein Programm mehr als zuvor (Mitte August soll endlich das österreichische und Schweizer Fernsehen ins Digitalnetz eingespeist werden – dann sieht die Welt wieder etwas besser aus). Dafür fehlt im digitalen Netz eben so manches oder muss nachbestellt werden.

    Mag sein, dass meine hier geschilderten Erfahrungen in anderen Städten viel besser aussehen, dass man mit anderen Receivern mehr Spaß hat, dass ich einfach zu pingelig und kritisch geworden bin. Aber ich möchte mich ähnlich wie beim nichts sagenden Digitalzoom bei Kameras einfach nicht mehr für dumm verkaufen und mir einreden lassen, dass mir der Wechsel auf Digital eine viel schönere Welt bietet. Denn das ist in den meisten Fällen gelogen. Die echte Welt ist analog. Auch wenn ich sie mit einem iPod und einer Digitalkamera durchstreife.

  • Wachkomas Cousin

    Wenn man alles zusammen rechnet, fehlen mir etwa achteinhalb Jahre Schlaf. Da jeder Mensch mit mehr oder weniger Schlaf auskommt, könnte man ja denken, dass achteinhalb Jahre zu verkraften sind. Aber das ist es leider nicht. Ich schlafe abends nicht ein, wache morgen aus den verschiedensten Gründen zu früh auf und bin den restlichen Tag wie gerädert. Auch Mittagsschläfchen helfen nicht, da ich einfach keine Ruhe finde um ein wenig zu schlummern. Und wenn es doch gelingt, bin ich nach dem Mittagsschlaf noch fertiger als zuvor.

    So wandle ich stets im Halbschlaf umher. Oder besser gesagt im Wachkoma. Denn anders als Schlafes Bruder habe ich meine Schlaflosigkeit nicht selbst gewählt. Sie begleitet mich schon seit Jahren und lässt mich nicht in Ruhe.

    Natürlich gibt es die verschiedensten Strategien um diesem Problem zu begegnen. Ich habe sie alle probiert. Ich habe Tees versucht, Entspannungsübungen, lese Bücher darüber und habe auch versucht, abends nichts zu essen. Ich habe mir das perfekte Bett mit der perfekten Matratze gekauft und liege auch in diesem seit neuesten unbequem (ich wache stets mit steifem Nacken und Kopfschmerzen auf). Egal, ob mit Alkohol oder ohne, egal, bei welcher Temperatur, egal um welche Uhrzeit ich ins Bett gehe. Wirklich tief schlafen kann ich nur nach mehreren Nächten ungesunden Schlafes. Und dann ist es aus purer Erschöpfung.

    All das wäre ja zu verkraften, wenn nicht mein gesamtes Leben darunter leiden würde. Meine Motivation leidet, meine Kreativität, mein Antrieb und schließlich auch meine Stimmung. Vor zwei Wochen hatte ich Urlaub und hing den ganzen Tag nur erschöpft herum. Man könnte ja genießen den ganzen Tag nur rumzuhängen, aber ich konnte es nicht. Ich ärgerte mich, weil es soviel gibt, was noch zu tun ist.

    Genau das lässt mich auch mittags nicht schlafen, ständig schwirren mir Gedanken durch den Kopf, was ich noch erledigen müsste. Fehlender Sport ist eine andere Geschichte. Natürlich würde mich das vielleicht besser schlafen lassen, aber die Schlappheit verhindert, meinen Arsch hoch zu kriegen. Ein Teufelskreis.

    Während ich dies schreibe, bereite ich mich auf meinen Arbeitstag vor, der heute Abend enden wird, mit einem kleinen Essen und einer Dusche ins Bett führt, nur um morgen früh um fünf wieder zu beginnen. Frühschichten sind nun mal auch nicht hilfreich bei Schlafmangel.

    So lebe ich erschöpft von Tag zu Tag, ärgere mich über nicht erledigte Dinge durch diese Erschöpfung und kann vermutlich genau deshalb nicht zur Ruhe finden.Schreibt mir eure Tipps und Strategien um zu einem besseren Schlaf zu finden. Ich bin für jede Hilfe dankbar.

  • Das digitale Fernsehen

    Es scheint ja beschlossene Sache zu sein, dass die Bundesregierung 2010 das komplette analoge Fernsehnetz in Deutschland abschalten lassen will. Ob dies auch tatsächlich so kommt, wird man sehen. Denn die Grundversorgung muss weiterhin gegeben sein, selbst wenn bis dahin erst 50% der Bundesbürger einen Digital Receiver entweder zusätzlich gekauft oder bereits in ihrem TV-Gerät haben. Ich habe mich dazu entschlossen, jetzt schon auf den digitalen Zug aufzuspringen Dabei gucke ich kaum mehr Fernsehen.

    (mehr …)

  • Häusliche Gewalt

    Häusliche Gewalt ist etwas schreckliches. Wenn in einer Beziehung Menschen geprügelt, gedemütigt und unter Druck gesetzt werden, kann es kaum noch schlimmer kommen. Denn die Gewalt geht ja von einem Menschen aus, den man (eigentlich) liebt und dem man vertraut. Meist werden Frauen von ihren Männern verprügelt (es gibt auch einige Beispiele, in denen Männer zu Opfern werden). In jedem Fall scheint der Kreisel dieser Gewalt keinen Ausweg zu haben.

    Betroffene lassen sich diese Behandlung über Jahre gefallen, suchen keine Hilfe, finden Ausreden, um ihre blauen Flecken zu erklären und nehmen die Täter gar noch in Schutz. Sie beginnen zu lügen, erklären, der Täter stünde doch so unter Druck und er könne ja nichts dafür. Manchmal geht der psychologische Druck so weit, dass die Betroffenen die Schuld bei sich selbst sehen und sich einbilden, die Schläge verdient zu haben.

    (mehr …)
  • Ich werde älter

    Aus gegebenem Anlass wollte ich mich eigentlich Trost und Verständnis suchend darüber auslassen, wie alt ich doch mittlerweile bin. Leicht jammernd wollte ich davon berichten, wie viele bekannte Menschen unseres täglichen Lebens jünger sind, aber mehr erreicht haben als ich. Mir fielen allerdings nur Robbie Williams und Ralf Schumacher ein. Bei meinen (rudimentären) Recherchen stellte sich dagegen heraus, dass sogar ein Brad Pitt älter ist als ich. Ja selbst Ricky Martin hat mehr Jahre auf dem Buckel. Okay, Frank Muniz, der Typ aus „Malcolm mittendrin“ ist jünger, aber all meine Idole aus Film und Fernsehen sind älter.

    Dafür sind Elisha Cuthbert (Schnuckel aus 24), Alexis Bledel (Schnuckel aus Gilmore Girls), Evengeline Lilly (Schnuckel aus Lost), Portia de Rossi (Schnuckel aus Ally McBeal) und Charlize Theron (Schnuckel aus jedem Film außer Monster) jünger als ich. Aber das geht in Ordnung, schätze ich.

    Ich stehe also gar nicht so schlecht da. Und letzten Endes habe ich ja als Mann den Vorteil, nicht älter, sondern nur interessanter zu werden. Stimmt’s nicht, ihr jungen Dinger?

  • Haribo das reimt sich so

    Wer kennt den uralten Haribo Werbereim nicht? „Haribo macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso.“ Den kann vermutlich jeder textsicher mitsingen. Genau wie auch den Bonduelle Song, der jetzt übrigens einen leicht abgewandelten Text hat und nicht mehr „Bonduelle ist das famose Zartgemüse aus der Dose“ heißt. Bestimmt gibt es sogar ein paar frühere Fernsehjunkies, die das Ültje Lied noch im Ohr haben: „Kaum steh ich hier und singe kommen sie von nah und fern“ usw.

    (mehr …)
  • iTunes weiß, dass ich nicht traurig bin

    Ich bin ein Mensch, der seine Musik nach der augenblicklichen Stimmung auswählt. Bin ich fröhlich, läuft bei mir auch fröhliche Musik. Bin ich aggressiv, höre ich etwas lautere Kost. Habe ich zu tun, lasse ich mich gern von bekannten Songs berieseln. Wenn ich schreibe, höre ich mit Vorliebe einen Score (wohlgemerkt keinen Soundtrack; beim Score handelt es sich um die Instrumentalmusik eines Films). Und wenn ich traurig bin, höre ich, wer hätte es gedacht, natürlich auch traurige Balladen.

    (mehr …)
  • Kabelsalat

    In meiner Wohnung liegen zusammengerechnet etwa 8 Kilometer Kabel. Aber nicht geordnet und auf einer Trommel aufgerollt, sondern wild durcheinander, die verschiedensten technischen Geräte verbindend. Besonders hinter dem Schreibtisch und hinter der Heimkino-Anlage herrscht heilloses Chaos. Man muss sich nur einmal vorstellen, wie viele Kabel aus einem Verstärker kommen, um den perfekten Raumklang erzeugen zu können. Und mein Rechner hängt wie ein Patient auf der Intensivstation an einer Armada von Verbindungen.

    Bisher habe ich das Chaos einfach verdeckt und zwischen Kabelwust und Schreibtisch ein Brett gestellt, damit mein Blick nicht ständig darauf fällt. Doch gestern brachte ich Ordnung in den Kabelsalat. Nunja, besser gesagt, ich verlagerte den Salat in einen Kabelkanal, den ich hinter dem Schreibtisch befestigte. Dieser Kanal beherbergt nun alle Strippen und ich gestehe, dass ich mir keine Gedanken darüber machte, ob es zu Problemen kommen könnte, wenn man Daten- und Stromkabel zusammenpackt (keine Ahnung, wie gut meine Kabel isoliert sind, welche Interferenzen auftreten können, welche Magnetfelder bei gebündelten Stromkreisen welche Netzwerkkabel beeinflussen können).

    Vor kurzem durfte ich bei einem Stöckchen beantworten, auf welche technische Errungenschaft ich noch warte. Ich weiß es. Ich möchte ein vollkommen kabelloses Heim. Ich möchte, dass alle Geräte die ich besitze und mir zulege, kabellos miteinander kommunizieren können in einem sicheren, stabilen Netz, dass fehlerlos arbeitet, nicht angreifbar ist und auch keinen Elektrosmog ausstrahlt. Natürlich müssen die Geräte auch auf Stromkabel verzichten. Ich möchte das alles völlig Barrierefrei und einfach, ohne ein Gerät auf irgendeine Weise umstellen zu müssen funktioniert.

    Zum Teil sind solche Verbindungen ja schon Gang und Gäbe. WLAN und Bluetooth, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch die Kabellose Stromübertragung ist meines Wissens schon vorhanden. Man kann bereits Kabellose Satellitenlautsprecher für den Surround Sound kaufen. Aber all das geht mir noch nicht weit genug. Zufrieden werde ich erst sein, wenn es im Baumarkt keine Kabelkanäle mehr zu kaufen gibt und ich nicht mehr über das Staubsaugerkabel stolpere oder mich ärgere, dass ich keinen USB-Anschluss mehr frei habe.

  • Der, die, das Duden macht uns schlauer

    Na also. Manche Fragen werden doch irgendwann beantwortet. Hatte ich vor einem halben Jahr noch die Aufgabe gestellt, mir schlüssig darzulegen, weshalb es „das Blog“ und „der Podcast“ heißt, so ist im ersten Fall die Diskussion hiermit beendet. Der Duden hat, wie im Freundinnen-Blog zu lesen war, in seiner kommenden Ausgabe beschlossen, dass man ab sofort der Blog oder das Blog sagen kann. Wunderbar. Das ist doch mal diplomatisch. Die vielen Kommentare, die meine Frage aufgeworfen hatte sind hiermit für die Katz. Wie es beim Podcast aussieht weiß ich derzeit noch nicht, aber ich halte euch natürlich auf das, die, den, dem Laufenden.

    via Basic Thinking

  • Meine Gedanken zur Fußball WM

    Zeit, dass sich was dreht. Und wie es sich dreht. In ganz Deutschland. Und auch bei mir, denn ich bin im WM-Fieber. Und das, obwohl ich sonst eigentlich kein ausgemachter Fußball Fan bin. Aber diese Stimmung und Spannung zu ignorieren, ist fast unmöglich. Deutschland zeigt sich von seiner besten Seite. Eine berauschende Party jagt die nächste, eine losgelöste Stimmung zieht durch das ganze Land. Euphorie.

    Niemandem entgeht dieses Wir-Gefühl, das bisher keine Kampagne und auch kein Ereignis so herbei zaubern konnte. Deutschland zeigt ein Nationalgefühl, ohne die sonst so übliche Scham oder einem schlechten Gewissen. Fahnen werden geschwenkt, die Hymne gesungen, alles ist schwarz-rot-gold. Noch habe ich so viele „Diplomaten Autos“ auf den Straßen gesehen. Selbst die Slogans zur WM passen. Die Welt scheint wirklich zu Gast bei Freunden zu sein.

    Natürlich ist das Ereignis WM an sich schon eine große Sache, doch letztlich hat die deutsche Nationalmannschaft nicht unwesentlich zu diesem Freudentaumel beigetragen. Soviel Spielfreude, so ein Siegeswillen, so ein Zusammengehörigkeitsgefühl war bis jetzt eher selten zu sehen. Die Mannschaft hat das Zeug zum Weltmeister (und ich hatte von Anfang an einen Einzug ins Halbfinale stets vorher gesagt- jetzt mal gucken wie es weiter geht).

    Die anderen Mannschaften überraschten auch. So wurden aus einigen Geheim-Favoriten Geh-Heim- Favoriten. England spielt öden Rumpelfußball. Brasilien ist überragend und auch schon beinahe arrogant, was ihnen hoffentlich demnächst zum Verhängnis wird. Holland bewies wieder einmal aufs Neue, dass sie in Sachen Fußball einfach eine an der Klatsche haben und möglichst von jedem Turnier fern gehalten werden sollten (auch Portugal spielte in jener Partie natürlich alles andere als zahm, aber da kann es sich doch nur um südländisches Temperament gehandelt haben und nicht um Schwachsinnigkeit).

    Selbst die Songs zur WM begeistern. Wann hatte man denn alle Fußballlieder zuletzt so kompakt in den Charts stehen? Wann konnte jeder, aber auch wirklich jeder jede Textzeile mit gröhlen? Selbst die Kleinsten zählen 54,74,90,2006 (diesen Song werden wir bei der nächsten WM wieder singen können). Und Herbert Grönemeyer steuerte einen Song bei, dessen Refrain als schlicht genial gehandelt werden muss (schade, dass gerade im Mittelteil vieles von dem Schwung verloren geht – ich stelle mir immer vor, wie 70000 Menschen auf den Rängen stehen und darauf warten, dass Herbert seinen Sprechgesang endlich beendet hat und wieder „was dreht, was dreht“ gerufen werden kann).

    Das Land steht ganz einfach Kopf. Und es dreht sich (was).

    Ich frage mich, wo all die Nörgler sind, die schon vor Monaten Tag für Tag etwas zu meckern hatten. Die nie auch nur ein gutes Haar an der Mannschaft oder dem Teamchef lassen konnten. Sie alle sind verstummt, warten auf den ersten Fehler, ein Ausscheiden im Halbfinale, ein erneuter Vize-Weltmeistertitel. Nur um dann lautstark analysieren zu können, was Klinsmann alles falsch gemacht hat. Ich hoffe, man wird, egal wie die WM beendet wird, nicht mehr allzu sehr auf sie hören.

    So wie man auch nicht auf die Totalverweigerer hören sollte. Wie nervig ist es, in diversen Blogs, Podcasts und Passanten-Interviews auf der Straße von Menschen zu hören, die die WM komplett boykottieren. Meist nur aus dem Grund um mit einer Kontrahaltung aus der Masse hervorzustechen (das sind die mit dem abgedroschenen Argument, Fußball sei ein blödes Spiel, bei dem 22 Männer dumm einem Ball hinterher laufen). Spaßbremsen. Ich finde die Tour de France auch öde (die kommt jedes Jahr und da fahren einen ganzen Mittag lang ein paar Männer Berge hoch und runter), aber das muss ich ja nicht jedem aufs Auge drücken. Diese Fußball WM ist für uns ein einzigartiges Erlebnis. Selbst schuld, wer sich da selbst verweigert.

    Es wird wohl traurig werden, wenn am 10.Juli so langsam der Alltag wieder einkehren wird. Wenn jeder bemerkt, dass diese Party vorbei ist und wie nach jeder Party die Rechnung kommt. Wenn Deutschland nicht nur Deutschland, Papst und Fußballweltmeister ist, sondern eben auch ein Land, in dem eine große Koalition beschlossen hat, dem Volk soviel Geld wie möglich abzuknöfpen.

    Wäre es nicht schön, wenn wir so lange wie möglich von dem jetzt herrschenden Gefühl zehren könnten? Wenn wir wie die Nationalteams umschlungen da stehen könnten? Für eine Sache, ein Ziel kämpfen?

    Ich unterstelle Grönemeyer grundsätzlich Tiefsinn, selbst bei einem Laune und Mitsing-Lied wie dem aktuellen. Und so glaube ich auch hier, dass er mit dem Titel „Zeit, das sich was dreht“ nicht NUR die Fußball WM meinte.

    Es wird Zeit, das sich was dreht. Es dreht sich. Wir müssen nur zusehen, dass es jetzt nicht mehr gestoppt wird.

    Nachtrag: Soeben sind auch die Engländer aus dem Turnier geflogen. Wie schön kann es noch werden? (Ist eigentlich jemand auf die Idee gekommen Beckhams Kotze aufzusammeln um sie bei eBay zu ersteigern? Die sollte doch mehr Geld einbringen Lehmanns Kaugummi, oder?)

  • Salat mit Thunfisch und Thunfischsalat

    Heute lernte ich den semantischen Unterschied zwischen Thunfischsalat und Salat mit Thunfisch kennen. Nach einem schönen Schwimmbadbesuch kehrten wir bei einem Italiener ein und ich bestellte, aus mangelndem Hunger und erwachtem Gesundheitsbewusstsein, einen Thunfischsalat. Erwartet hatte ich eine Schüssel mit leckerem grünen Salat, vielleicht hier und da eine Tomate, ein bisschen Zwiebel, möglicherweise eine leckere weiße Soße dazu und… einige Brocken Thunfisch. Bekommen habe ich einen Teller mit einem Haufen breiiger Thunfischmasse, garniert mit etwas Petersilie und einigen Zwiebelstückchen. Kann sich jemand an den Mr.Bean Sketch erinnern, in dem er aus Unwissenheit in einem Restaurant Tartar bestellt? Ungefähr so saß ich ebenfalls vor meinem Gericht.

    Ich fragte die Bedienung, ob das wirklich mein Salat sei und sie bestätigte es mit den Worten „Ich dachte mir schon, dass Sie sich was anderes darunter vorgestellt hatten. So machen die Italiener eben Thunfischsalat. Ich wollte sie eigentlich warnen.“

    Hat sie aber nicht. Und diese Erklärung half mir nun auch nichts mehr. Ich hatte ihn bestellt, musste ihn bezahlen und die Kellnerin musste sich nicht wundern, für die eingestandene unterlassene Hilfeleistung kein Trinkgeld zu bekommen. Ein Thunfischsalat ist eben kein Salat mit Thunfisch. Wieder was gelernt.