Schlagwort: technik

  • Das Ende der Amiga Zeit

    Vor kurzem schrieb mich ein Unbekannter in ICQ an und fragte, ob ich Interesse an seinen Amigas mitsamt Zubehör (Hardware, Spiele, Joysticks, Mäuse, Speichererweiterungen, Festplatten etc.) hätte. Er surfte durchs Netz auf der Suche nach Nostalgikern und Fans der alten Rechner und fand dabei mein Blog, in dem ich hin und wieder über den Amiga schrieb. Er wollte mir alles überlassen, wenn ich es selbst in Darmstadt abholen würde. Also machten wir uns einen schönen Tag, holten die Kisten ab und besuchten Heidelberg, da es direkt auf dem Weg lag.

    Wieder zuhause, inspizierte ich den Inhalt der Kisten. Vorhanden war ein Amiga 2000 und ein 500er. Im Grunde interessierte mich an dem 2000er nur der Festplattencontroller, da ich auf die Festplatte meines 2000ers nicht mehr zugreifen konnte.Dort lagen alle meine Texte, alle Bilder und überhaupt alles, was ich in meinen Jugendjahren mit dem Rechner machte. Backups hatte ich natürlich keine. Leider, denn es stellte sich schnell heraus, dass meine Daten auf ewig verloren waren. Auch der ausgeschlachtete 2000er von Dirk war nicht mehr zu gebrauchen.

    Der 500er sprang gar nicht erst an. Was nicht defekt war, war schmutzig, alt und von Nikotin vergilbt und verklebt. Bald erkannte ich, dass die vermeintliche Goldgrube nicht so ergiebig war, wie erhofft. Faszinierend waren lediglich die drei Boxen mit Original-Software und Original-Anleitung. Ja, ich seufzte hin und wieder und schwelgte in Erinnerungen. Manche Disk schob ich ins Laufwerk und stellte dabei folgendes fest:

    • früher hatte man offenbar mehr Zeit und Geduld. Denn es dauerte eine Ewigkeit, bis die Programme und Spiele geladen waren.
    • die grafischen Qualitäten sehen in meiner Erinnerung einfach besser aus. Kennt ihr das, wenn ihr etwas Großartiges aus eurer Kindheit in Erinnerung habt und es nun im Erwachsenen-Alter wieder seht, dass ihr dann eher enttäuscht seid? Kennt ihr diese romantische Verklärung, die unsere Vergangenheit weitaus strahlender erscheinen lässt, als sie es vermutlich war?

    Da die meisten Sachen von Dirk nicht zu benutzen waren und ich auch die Hoffnung begraben musste, meine Festplatte wieder zum Laufen zu bringen, habe ich nun einen großen Stapel Schrott auf meinem Balkon stehen. Schrott, den es zu entsorgen gilt. 

    Ich möchte mich nicht beklagen, zumindest nicht über Dirks Geschenk. Was mich eher traurig macht, ist die Tatsache, dass ich meine alte Freundin wohl doch hinter mir gelassen habe. Keine Ahnung, warum ich dennoch so an ihr hänge. Ist es tatsächlich der Computer und seine wunderbare Technik? Oder ist es nur die schöne Erinnerung daran? Die Erinnerung an bessere Tage? Als „die Welt noch in Ordnung war“?

    Vielleicht gibt es auch in eurem Leben etwas, woran ihr euch gern zurück erinnert. Euer erstes Auto, mit dem ihr so viel erlebt habt? Eure damaligen Lieblings-Comics oder Lieblings-TV-Serien. Und vielleicht stellt ihr heute ebenfalls fest, dass sie euch nicht mehr so verzaubern können, wie sie es damals taten. Vielleicht versteht ihr, warum ich mich fühle, als würde ich den Amiga zu Grabe tragen.

    Es ist einfach nicht mehr meine Welt. Ich habe meinen eigenen Amiga 2000er ebenfalls zu dem Schrotthaufen gelegt. In meiner Kiste liegen jetzt noch ein Amiga 500, viele Disketten, ein Monitor und ein Joystick. Der alten Zeiten wegen. Der Karton wird wieder zugeklebt und im Keller verstaut. Vielleicht bekomme ich irgendwann erneut einen Flashback, denke daran, den Karton zu öffnen und einen Abend lang in Erinnerungen zu schwelgen.

    Aber wohl eher werde ich meinem Emulator bemühen, mir zu zeigen, wie wunderbar die Zeit damals mit meiner Freundin war. Und wie lange diese Zeit schon hinter mir liegt.

  • iPod aus dem Automaten

    In Atlanta, der Heimat von Coca Cola (und dementsprechend deren Automaten), ist es seit einiger Zeit möglich, sich an einem Automaten verschiedene iPods und Zubehör heraus zu lassen. Wie hierzulande am Süßigkeitenautomaten guckt man sich die verschiedenen bunten, verführerischen Teile hinter der Glasscheibe an, wählt über ein Tastenfeld das gewünschte aus, schiebt seine Kreditkarte durch einen Schlitz und freut sich, dass das Produkt nicht wie eine Tüte Chips durch eine Rolle nach vorne geschoben wird und tief in den Ausgabeschacht fällt. Ein Roboterarm holt den iPod ab und legt ihn sanft in die Ausgabe. Perfekt also, wenn man gerade nichts zu tun hat, gerne Musik hören würde und … Moment, wäre es nicht eine tolle Idee daneben noch einen Automaten zu platzieren, der den iPod mit Musik befüllt?

    Wie auch immer, die Amis ticken anders, das ist nicht neues. Ich frage mich wirklich, wer ernsthaft den Drang hat, sich spontan einen iPod aus dem Automaten zu ziehen. Genug offenbar, denn im einem Monat scheint man bereits 55000 Dollar eingenommen zu haben. Na dann. Seht euch das Video dazu an.

    https://youtube.com/watch?v=ifwesPfLCYc%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1

    Mich erinnert das ein wenig an eine Folge der Fernsehserie „Die nackte Pistole“ (aus der später die „Nackte Kanone“ Filme entstanden), in der ein 24/7 Korbgeschäft gezeigt wird und unzählige Kunden sogar im Nachthemd spontan ein Korbprodukt kauften. Was damals gelungene Satire war, wird immer mehr Realität.

  • Lego, Logo

    Eines der absolut coolsten Weihnachtsgeschenke, die ich dieses Jahr bekomme habe, ist eindeutig der Lego Truck. Wie? Lego? Das wird sich jetzt vielleicht manch einer fragen. Aber ich bin jetzt in dem Alter, wo ich mir so etwas (wieder) erlauben darf. (Wehe, es behauptet jemand etwas anderes) Und schließlich ist Lego nicht gleich Lego.

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    Bei diesem Truck handelt es sich um ein ausgefuchstes Modell aus der Lego Technic Reihe. Mit diesen Bausätzen habe ich früher schon gerne gebastelt und war immer fasziniert von der Funktionalität und dem Einfallsreichtum. Und was soll ich sagen… in den letzten zwanzig Jahren sind die Modelle noch besser, detaillierter, komplexer, komplizierter und teurer geworden.

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    Drei Tage saß ich mit Begeisterung an dem Modell und nun steht es da und schaut einfach gut aus. Spielen werde ich damit natürlich nicht. Ich bin doch kein Kind. :-) Aber das nächste Modell steht schon auf meiner Wunschliste.

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  • Zu VHS Zeiten wäre das nicht passiert

    Das die DVD-Industrie mich als Kunden nicht ernst nimmt und mich für blöd verkaufen will, ist ja nichts neues. Nicht zum ersten Mal ärgere ich mich über Unzulänglichkeiten ihrer Produkte. Fangen wir einmal mit einer teils unterirdischen Bildqualität an. Diese lasse ich mir zwar bei Klassikern gefallen, aber wenn ein digital produzierter Film wie beispielsweise „Shrek 2“ so weit herunter komprimiert und schlampig auf Disc gebrannt wird, dass man in jeder Einstellungen Artefakte sieht, sehe ich mich um mein Geld betrogen. Und das oftmals trotz genügendem Speicherplatz. Unverständlich. Was mich ebenfalls regelmäßig ärgert, sind die Zwangseinstellungen. Nach dem Einlegen wird man zuerst nach der Sprache gefragt. Dann beginnen die Trailer (oft genug für Kinofilme – hallo, schon mal daran gedacht, dass man die DVD vielleicht erst gekauft hat, als der Film gar nicht mehr in Kino läuft?), die Copyrighthinweise, die Kopierschutzfilmchen und zwei bis drei Animationen der beteiligten Studios.

    Schlimm genug, womit man noch vor dem Film bombardiert wird. Ein Gipfel der Frechheit ist es aber, wenn man diese Sachen nicht überspringen kann. Und, noch schlimmer, nicht einmal vorspulen. In solchen Situationen wünsche ich mir tatsächlich die gute alte VHS Kassette zurück. Auch da musste man erst mal spulen, um den Film zu finden, den man eigentlich sehen wollte. Aber – man konnte wenigstens vorspulen. Und noch etwas, liebe DVD-Industrie: Wenn ich eure Produkte kaufe, bin ich ein ehrlicher Kunde und möchte nicht als potentieller Verbrecher behandelt werden. Schenkt euch also diese ganze Raubkopiererwarnungen. Jemand der sich den Film kopiert oder aus dem Netz zieht, wird sich diese Warnungen auch nicht auf DVD brennen. Die einzigen Menschen, die sich das ansehen müssen, sind diejenigen, die alles richtig gemacht haben.

    Wenn dann endlich das Menü erscheint, habe ich es oft genug mit blödsinnigen, langweiligen, unnötigen Animationen zu tun. Da werden Filmszenen gezeigt, laute Musik eingespielt und man wartet fast eine Minute bis man endlich auf „Play“ drücken darf. Danach kommt nochmals eine Animation, dann noch ein Hinweis, dann noch irgendein Hinweis und mit etwas Glück beginnt dann endlich der Film.

    Wenn man Pech hat, startet dieser auf Englisch, denn die Sprachabfrage ganz zu Beginn bezog sich natürlich nur auf die Menüsprache. Und es wäre ja auch zu einfach mit der Sprachtaste an der Fernbedienung die richtige Sprache auszuwählen, oder Untertitel einzublenden. Nein, viel zu oft wird man gezwungen, den Film zu verlassen, ins Hauptmenü zu gehen, sich bis zu den Sound Optionen zu hangeln, um danach den Film wieder zu starten.

    Angesichts solcher Produkte wundert ihr, liebe DVD-Industrie, euch, wenn die Kunden nicht bereit sind, Geld dafür auszugeben? Wenn man manchmal (gemessene) vier Minuten warten muss, bis man endlich den Film schauen darf, den man sehen wollte? Wenn man auch während der Wiedergabe gegängelt wird? Wenn man schlechte Qualität geboten bekommt? Wenn die Filme geschnitten und verändert sind? Mit neuen Synchronisierungen ausgestattet, aber dafür ohne Bonusmaterial? Wenn ein halbes Jahr nach dem Kauf die Special Edition des Films erscheint, danach die Exklusive Premium Edition und danach wieder die Uncut Directors Edition? Nur um ein Jahr später noch die Gold Edition vorgesetzt zu bekommen und sich erneut richtig veräppelt zu fühlen?

    Mir schwant wahrlich Böses mit der Einführung von BluRay und HD-DVD.

    Weshalb ich mich gerade jetzt so echauffiere? Weil ich aus der Videothek komme, wo ich mir Disneys „Arielle, die Meerjungfrau“ mitgenommen habe. (He, nicht lachen, das ist ein schöner Film, mit dem ich aufgewachsen bin und der perfekt geeignet ist für so trübe Tage) Endlich auf DVD erschienen, wollte ich mal wieder in Erinnerungen schwelgen. Disney ist schon immer dafür bekannt gewesen, ihre DVDs völlig am Kunden vorbei zu produzieren. So auch hier. Die deutsche Tonspur ist eine grässliche Neusynchronisation aus dem Jahr 1998 und hat nichts mehr mit dem Charme der alten Version zu tun. (Ja, von mir aus, Kids die den Film zum ersten Mal sehen, werden ihn dennoch mögen) Aber der Gipfel und letztendlich auch der größte Lacher ist ein brandneues Feature, das mit einem extra Filmchen angepriesen wird. Diese DVD ist nämlich mit Fast Play ausgestattet. Boah, Fast Play. Läuft der Film dann schneller? Nein, dieses Feature, das ich ehrlich gesagt „Selbstverständlichkeit“ getauft hätte, lässt den Hauptfilm schneller starten. So sagt es zumindest die Stimme in dem Filmchen, während Tinkerbell herum wuselt. Ich kann also einfach Fast Play wählen oder zum Hauptmenü gehen. Ich habe beides probiert. Bei Auswahl von Fast Play werde ich wieder mit den üblichen Filmtrailern genervt. Gehe ich direkt zum Hauptmenü, kann ich dort den Film sofort starten. Tja, Disney, ich schätze mal mit Fast meintet ihr nicht das englische „schnell“ sondern eben das deutsche „fast“. Denn der Film startete ja auch fast sofort.

    PS: Solltet ihr in einem Jahr die Special Edition mit der alten Tonspur veröffentlichen (und es ist völlig egal, wenn die nur in Stereo vorliegt), werde ich über einen Kauf vielleicht nochmal nachdenken. Denn jetzt weiß ich ja, dass man nur Fast Play deaktivieren muss, um drei Minuten Lebenszeit zu sparen.

  • Glaubenskriege

    Mit Fundamentalisten ist nicht gut Kirschen essen. Sie verstehen keinen Spaß. Man kann nicht mit ihnen diskutieren. Ganz egal ob sie religiös, politisch oder sonst irgendwie motiviert sind. Ebenfalls schlimm sind die Technik Fundamentalisten. Ich weiß das, denn ich war selbst mal einer. Heute gehe ich das alles etwas lockerer an, wobei ich aber gestehen muss, dass ich nur ungern etwas auf meinen iPod kommen lasse.

    Damals, als ich noch dazu gehörte, entbrannte ein Glaubenskrieg zwischen den Amiga Jüngern und den Atari ST-Anhängern. Zwei Homecomputersystem, die sich recht ähnlich waren, sich aber doch soweit voneinander unterschieden, das man sich für eine Seite entscheiden musste. Entweder aus Pragmatismus, aus Geldgründen, Überredung oder schlichter Überzeugung. Jeder Fundamentalist versucht die anderen zu überzeugen und ist selbst absolut überzeugt, dass alle anderen falsch liegen. Also alle, die sich für den falschen Homecomputer entschieden hatten. Den Atari ST. Ich meine, es war doch offensichtlich, dass der Amiga die eindeutig bessere Maschine ist.

    Interessanterweise entbrennen die meisten Glaubenskriege nur zwischen zwei Kontrahenten, selbst wenn es unzählige Alternativen gibt. Diese Kontrahenten kämpfen meisten auch direkt gegeneinander, während die Alternativanbieter einfach im Strom mit schwimmen und von den Resten leben (also von den Leuten die sich nicht entscheiden können, wollen, dürfen). Deshalb fängt ein Alternativnutzer auch keine Diskussion an. Er ist froh, überhaupt mitmachen zu dürfen. Das genügt ihm. Meist behauptet er sogar, absichtlich eine Alternative zu nutzen, um sich dem Stress mit den ewigen Diskussionen zu entziehen. Echte Fundamentalisten lächeln über derartige Aussagen. Echte Fundamentalisten wählen einen der Großen in ihrer Sparte und unterstützen und verteidigen diesen auch bis zum bitteren Ende (bis das Produkt langweilig, eingestellt, oder durch etwas besseres ersetzt wird. Geeks sind hiervon übrigens ausgenommen; die kaufen und nutzen einfach alles).

    Früher gab es zum Beispiel auch den schönen Streit zwischen Sega und Nintendo Fans. Heute laufen ähnliche Diskussionen zwischen X-Box und Playstation (vielleicht auch demnächst ein bisschen mit der Wii, aber das glaub ich nicht). Auch zwischen Nintendo DS und der PSP wird es wohl nie Einigkeit geben.

    Es ist noch gar nicht lange her, da stritt man darum, ob Nokia oder Siemens Handys besser seien. Mercedes und BMW ist auch ein Beispiel. Oder einfach nur Coca Cola gegen Pepsi. Die Liste ist lang, die Kriege stets sinnlos, aber leidenschaftlich.

    So lernte ich letztens einen Kerl kennen, dem ich mit den Worten vorgestellt wurde: „Er hat übrigens eine Nikon D50.“ Die prompte Antwort von ihm beim Händeschütteln lautete: „Ach eine Nikon. Ich habe eine Canon, denn ICH will richtige Fotos machen.“ Aha, dachte ich, ein humorloser Canon Fundamentalist. Und damit war das Gespräch für mich beendet (für ihn übrigens auch). Wie gerne hätte ich mich über Fotografieren unterhalten, gerne auch über unsere Kameras, Erfahrungen ausgetauscht. Doch wie gesagt, mit solchen Leute kann man einfach nicht reden. Schon gar nicht, wenn so ein Satz gleich zur Begrüßung fällt. Um es mal kurz klar zu stellen, ich habe überhaupt nichts gegen Canon Kameras. Mein Nikon war nur zur rechten Zeit, zum rechten Preis am rechten Ort. Ich zweifle nicht daran, mit einer Canon EOS ebenso glücklich geworden zu sein.

    Was mir ebenfalls langsam auf den Senkel geht, ist der ewige Streit, ob denn Apple Rechner oder Windows Rechner besser seien (wie damals bei Amiga und Atari. Und ja, ich weiß, euch Linux User gibt es auch noch und ihr kämpft hart um Anerkennung. Aber mal ehrlich, seid ihr nicht die Volvo Fahrer auf einer BMW-Mercedes Straße? Just kidding).

    Hätte ich das nötige Kleingeld, würde ich mir sofort ein MacBook kaufen. Keine Frage. Dennoch bin ich mit meiner Windowsmaschine höchst zufrieden. Alles läuft und funktioniert so, wie ich es will. Denn seien wir wieder mal ehrlich, Apple Rechner sind nicht sooo toll, wie sie von den Jüngern dargestellt werden (oder?). Ebenso sind Windows Rechner nicht sooo schlecht, wie sie von allen gemacht werden. Beide Systeme haben Ecken, Kanten, Unzulänglichkeiten, Probleme und sind weit von jeglichem Perfektionismus entfernt. Auf beiden System können böse Dinge geschehen, auf beiden Systemen kann man ganz schöne Scheiße anstellen. Denn letztlich kommt es doch ohnehin nur auf den User an der Tastatur an. Hat der keine Ahnung, was er eigentlich macht, hilft ihm das beste System nichts. (Oh, ich höre schon, wie das Bashing gleich wieder beginnt)

    Andererseits, wie erwähnt, lasse ich auf meinen iPod nichts kommen, obwohl es gewiss günstigere, besser ausgestattete, reichhaltigere Mp3-Player gibt (aber halt keine schickeren.)

    Zu meiner wilden Zeit als Womanizer (haha) hatte ich eine kleine Liste von Glaubensfragen. Geschickt in ein Gespräch eingestreut, konnte ich so recht einfach heraus finden, wie die umworbene Frau in grundlegenden Fragen tickte. So erkannte man schnell ob es Übereinstimmungen (und eine gemeinsame Zukunft) gab. „Wenn du die Wahl hättest, wofür würdest du dich entscheiden? Pepsi oder Coke? BMW oder Mercedes? Siemens oder Nokia? SC Freiburg oder Bayern München? Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang? Berge oder Strand? Oben oder unten?“ Wusste eine Frau bei der letzten Frage nicht mal, wovon ich hier spreche, war die Sache klar. Mit solchen Frauen kann man nicht sprechen. Da bin ich echt ein Fundamentalist.

  • Mein Suizid-Artikel bei fudder

    Heute erschien meine erste (und hoffentlich nicht letzte) Auftragsarbeit für das Freiburger Online-Magazin fudder.de. Neben meiner Kino-Ecke bat man mich darum, einen Artikel über meine Erfahrungen als Lokführer zu schreiben. Genauer, eine persönliche Geschichte, wie ich zum ersten Mal einen Menschen überfuhr und tötete.

    Ich würde mich freuen, wenn ihr ihn lest und mir entweder bei fudder oder hier in der Kommentarfunktion eure Gedanken zu der Geschichte hinterlasst.

    Die Geschichte lautet „Nachtschicht mit Freitod“

    (P.S.: Ich hatte einen anderen Titel dafür)

    Update: Der Artikel ist mittlerweile hier zu finden. Leider hinter einer Bezahlschranke.

  • Verdammt, bin ich schön

    Jeder versucht auf die eine oder andere Weise gut auszusehen. Die meisten versuchen sogar besser auszusehen. Da sind alle möglichen Hilfsmittel recht. Und während in der professionellen Fotografie mit Licht, Make-Up und Photoshop gearbeitet wird, versucht ein israelischer Forscher es auf eine elegantere Art, jeden Menschen attraktiver erscheinen zu lassen.

    Die Idee dahinter ist recht simpel, seit man Schönheit mathematisch berechnen kann. Schönheit liegt nämlich nicht immer im Auge des Betrachters sondern ist eine Frage der Symmetrie. (Oder dem Fehlen von Symmetrie, was wiederum auf manch andere anziehend wirken kann.) Die Software von Tommer Leyvand rechnet ein Bild, ein Gesicht so um, dass nur feine Nuancen geändert werden. Die Nase etwas kleiner, die Stirn nicht gar so hoch, die Augen etwas näher am beliebten Kindchenschema. Das Ergebnis verblüfft wirklich. Die Gesichter sehen nicht künstlich verfremdet oder bearbeitet aus. Der ursprüngliche Mensch ist noch gut zu erkenne, nur eben ein wenig, naja attraktiver (ich möchte teilweise nicht wissen, wie unsere strahlenden Stars und Models ohne Make-Up und perfektem Licht aussehen)

    Faszinierend, was man damit alles machen könnte. Ich stelle mir vor, wie diese Software in Digitalkameras arbeiten könnte. Zusammen mit einer Gesichtserkennung würde man bei jedem Schnappschuss attraktiv aussehen. Das macht Sinn, denn wir Menschen neigen ohnehin dazu, Erinnerungen zu verklären und uns vergangenes weitaus schöner vorzustellen, als es tatsächlich war. Bis man dann die Fotos sieht und denkt: „Oh Gott, sah ich scheisse aus damals.“ Das wäre vorbei. Die Fotos würden unserer Erinnerung gerecht werden.

    Was wäre, wenn diese Software gar den ganzen Körper berechnen könnte? Mama im Badeanzug auf Malle plötzlich mit knackiger Figur? Papa beim Grillen im Garten ohne dicken Bauch und hohe Stirn? Vielleicht sogar die Pickel der Tochter einfach weg gerechnet?

    Wie sehr würden Realität und Schönheitswahn sich vermischen? Wann würden die ersten Gegner aufschreien mit ihrem von Gott gegebenem Recht auf Hässlichkeit? Wie würden sich Sicherheitsgesetze verändern, wenn der Zollbeamte und Gesichtserkennungssoftware am Flughafen die kontrollierten Menschen nicht mehr den hübschen Leuten auf den Passfotos zuordnen könnten?

    Wie auch immer, ich finde die Idee faszinierend und habe mir über diverse Quellen sogleich eine frühe Version der Software besorgt um es mit einem meiner Fotos zu versuchen. Und siehe da, nur eine klitzekleine Bewegung am Schieberegler genügte, um mich attraktiver aussehen zu lassen. Das Ergebnis seht ihr hier. Verblüffend, oder?

    tomandme

  • Backup? Welches Backup?

    Murphys Gesetzt kennt jeder. „Alles was schief gehen kann, geht auch schief.“ Jeder, der mit Computern zu tun hat, kennt Murphys Gesetz besonders. Eines dieser Gesetzt lautet: „Die Gefahr all seine Daten komplett zu verlieren, steigt mit der Zeitspanne des letzten Backups.“ Also habe ich mir Gedanken über Backups gemacht.

    Bisher brannte ich so alle ein bis zwei Monate alles, was mir lieb und teuer ist auf DVD-RWs. Der Grund, warum ich das nur so selten machte, liegt an der Umständlichkeit dieser Methode. Ich saß manchmal zwei bis drei Stunden an so einer Aktion, bis die 7 DVDs gebrannt waren. Wenn tatsächlich der Ernstfall eingetreten wäre, hätte ich also nur die Daten von vor zwei Monaten gehabt. Zum Glück bin ich kein Programmierer oder ähnliches, habe also nicht pausenlos neue, wichtige Daten auf der Festplatte, die es zu schützen gilt.

    Dennoch beschloss ich dies alles etwas zu vereinfachen. Ich kaufte mir eine externe Festplatte. Da kann man die Sachen einfach rüber kopieren und alles ist geschützt vor Verlust, versehentlichem löschen und Virenangriffen.

    Natürlich will man so etwas nicht von Hand machen. Der Markt bietet auch unzählige Produkte, die einem die Backups erleichtern sollen. Vor ein paar Wochen berichtete und testete die c’t und ich nahm mir die Zeit, einige dieser Programme auszuprobieren. Um es ganz kurz zu sagen. Für mich taugte keines etwas. Bei allen war es mir zu mühselig, die richtigen Einstellungen zu treffen. Dann stellte ich fest, dass manche meine Daten in große Pakete packten, was mir irgendwie unbehaglich war (man stelle sich vor, ein 80 Gigabyte Paket hat einen kleinen Fehler – damit wäre alles zum Teufel). Weiterhin erkannte ich, dass in einem Fall gar nicht alles in das Backup aufgenommen wurde. Schließlich kam ich mit inkrementellen und differentiellen Backups nicht klar, weil mir die Übersicht fehlte, was denn nun noch in meinem Backup war und was nicht. Und dann hat es doch tatsächlich eines der Programme gewagt einfach auszusteigen, immer an derselben Stelle. Ich möchte hier mal kurz betonen, dass auf meinem Rechner bisher KEIN Programm einfach so seinen Dienst versagt hat. Und wenn ich mich nicht auf ein Backup-Programm verlassen kann – na dann lass ich es ganz weg.

    Meine Strategie sieht deshalb wie folgt aus:

    Mein PC ist sehr aufgeräumt und alles befindet sich in entsprechenden Ordnern. Ich werde also einfach immer dann, wenn sich etwas größeres verändert hat, die Ordner Musik, Programme, Texte, Bilder etc. markieren und auf die externe Platte kopieren. Dann kommt die Platte an einen sicheren Ort. Zusätzlich lasse ich mir von Windows mit der eingebauten Sicherung alle Anwendungsdaten in ein Paket schnüren, das ebenfalls auf die externe Platte kommt. Weiterhin suche ich noch nach einem guten (vielleicht kostenlosen) Image Tool, um die Boot Partition komplett zu sichern. Und zu guter Letzt werde ich die Sachen, die wirklich niemals verloren gehen dürfen (meine Romane, meine Fotos etc.) zusätzlich wieder auf DVD brennen.

    Das klingt alles stressiger als es ist. Allerdings weiß ich auch, dass es einfacher gehen könnte. Aber wie gesagt habe ich gerne die Kontrolle. Wer von euch bessere Ideen hat, möge sich bitte melden (aber bitte nicht mit Kommentaren, wieviel einfacher das auf Mac und/oder Linux ist).

    Dass einem kein noch so perfektes System helfen kann, wenn die größte Gefahr, nämlich der Benutzer, Mist baut, musste nicht nur Diana letztens erkennen (einige ihrer wichtigen Daten waren verloren gegangen, vielleicht unabsichtlich gelöscht. Und natürlich lag das letzte Backup zu weit zurück). Auch mir ist es erst am Wochenende passiert. Ich wollte ein Backup meines Blogs machen. Serendipity bietet dafür ein schönes Plugin an, das im Grunde alles richtig macht. Aber ein falscher Klick und es spielte mir ohne Vorwarnung ein älteres Backup zurück. Glücklicherweise war dieses Backup nur zwei Tage alt, aber mein neuester Artikel über die Radfahrer war für immer verschwunden und verloren (dabei fand ich die Diskussion in den Kommentaren so spannend – tut mir Leid, Freunde).

    Deshalb gilt ab jetzt auch hier die Strategie: Jeder Artikel, der etwas tief gehender ist, als nur ein Hinweis auf einen Filmtrailer wird in Zukunft schon auf meinem Rechner gespeichert.

    Und falls jemand in seinem Firefox oder IE Cache meinen „Bicycle Race II“ Artikel findet und mir zuschickt, bekommt ein Eis.

  • Das Leben ist analog

    Digital soll alles sein. Und digital wird auch immer mehr. Egal wo, überall wird einem suggeriert, dass digital grundsätzlich besser ist. Doch in den meisten Fällen wachen die Menschen auf und erkennen den Trugschluss. Nicht alles digitale ist grundsätzlich besser. Denn digital heißt grundsätzlich künstlich. Aber das Leben ist analog und die meisten Menschen ziehen das echte Leben zum Glück einem künstlichen vor. Noch.

    Ich als Technik-Freak begehe natürlich einen Frevel, wenn ich jetzt anfange über alles digitale zu wettern. Eigentlich möchte ich das auch gar nicht. Wer so viele digitale Geräte zu Hause hat, darf sich nicht beschweren. Oder bekomme ich etwa einen Zivilisationskoller? Mitnichten. Eher festigt sich in mir eine gesunde kritische Haltung gegenüber der Digitalisierung. Wenn alles um einen herum beginnt künstlich zu werden und künstliche Welten als das A und O beworben werden, so sollte man langsam beginnen, diese Bewertung zu hinterfragen.

    Natürlich liebe ich (in völlig geek-haftem Sinne) meinen Rechner, meinen Fernseher, das Internet, den iPod, meine Nikon D50, mein Handy, mein schnurloses Festnetzphone, meine digitale Waage (naja, eigentlich liebe ich die nicht wirklich), meinen Dolby Digital Receiver und alles, was ich sonst noch an technischem Schnick Schnack herum fahren habe.

    Das digitale Fernsehen liebe ich nicht. Noch nicht. Das liegt zum einen daran, dass ich Fernsehen allgemein nicht mehr liebe (ich mag lieber Filme auf DVD, haha). Zum anderen stelle ich eben hier fest, dass die Umstellung auf digital eben keinen Vorteil bringt. Zumindest für mich.

    Wie vor kurzem berichtet, habe ich mir einen Digital Receiver geleistet und habe ihn nun angeschlossen und getestet. Mein Fazit: Das Bild sieht im ersten Moment besser aus. Ab hier fangen aber die Kritikpunkte an. Das Bild ist zwar etwas schärfer, aber gespickt mit unschönen Kompressionsartefakten (das kann man selbst ausprobieren, wenn man ein Foto nimmt und die JPEG-Komprimierung auf 20 setzt). Gerade bei schnellen Bewegungen zeigen sich Artefakte. Die Umschaltung von einem Kanal zum nächsten geht ein bis zwei Sekunden (das ist nicht viel, nervt aber auf Dauer doch). Die Handhabung des Receivers (Humax PR Fox C) könnte kaum umständlicher sein. Ich habe jetzt noch eine zusätzliche Fernbedienung herum liegen. Erst schalte ich mit einer den TV ein, dann mit der nächsten den Videorecorder, mit der nächsten den Digital Receiver und vielleicht wieder mit der nächsten den DVD Player und/oder den Verstärker. Natürlich habe ich auch eine Multifunktionsfernbedienung, die zwar vieles kann – aber eben doch nicht alles, weshalb alle Fernbedienungen weiterhin griffbereit unter dem Tisch liegen.

    Achja, digital aufnehmen kann ich noch nicht. Der Receiver stellt sein Bild nur dem Fernseher zur Verfügung, nicht aber dem Videorecorder. Dieser will einfach nur das analoge Programm. Naja, nun hab ich zumindest beides noch. Denn die Programmvielfalt, die einem im digitalen Netz versprochen wird, muss natürlich teuer bezahlt werden. Wozu ich nicht bereit bin. Und deshalb habe ich kein Programm mehr als zuvor (Mitte August soll endlich das österreichische und Schweizer Fernsehen ins Digitalnetz eingespeist werden – dann sieht die Welt wieder etwas besser aus). Dafür fehlt im digitalen Netz eben so manches oder muss nachbestellt werden.

    Mag sein, dass meine hier geschilderten Erfahrungen in anderen Städten viel besser aussehen, dass man mit anderen Receivern mehr Spaß hat, dass ich einfach zu pingelig und kritisch geworden bin. Aber ich möchte mich ähnlich wie beim nichts sagenden Digitalzoom bei Kameras einfach nicht mehr für dumm verkaufen und mir einreden lassen, dass mir der Wechsel auf Digital eine viel schönere Welt bietet. Denn das ist in den meisten Fällen gelogen. Die echte Welt ist analog. Auch wenn ich sie mit einem iPod und einer Digitalkamera durchstreife.

  • Das digitale Fernsehen

    Es scheint ja beschlossene Sache zu sein, dass die Bundesregierung 2010 das komplette analoge Fernsehnetz in Deutschland abschalten lassen will. Ob dies auch tatsächlich so kommt, wird man sehen. Denn die Grundversorgung muss weiterhin gegeben sein, selbst wenn bis dahin erst 50% der Bundesbürger einen Digital Receiver entweder zusätzlich gekauft oder bereits in ihrem TV-Gerät haben. Ich habe mich dazu entschlossen, jetzt schon auf den digitalen Zug aufzuspringen Dabei gucke ich kaum mehr Fernsehen.

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  • iTunes weiß, dass ich nicht traurig bin

    Ich bin ein Mensch, der seine Musik nach der augenblicklichen Stimmung auswählt. Bin ich fröhlich, läuft bei mir auch fröhliche Musik. Bin ich aggressiv, höre ich etwas lautere Kost. Habe ich zu tun, lasse ich mich gern von bekannten Songs berieseln. Wenn ich schreibe, höre ich mit Vorliebe einen Score (wohlgemerkt keinen Soundtrack; beim Score handelt es sich um die Instrumentalmusik eines Films). Und wenn ich traurig bin, höre ich, wer hätte es gedacht, natürlich auch traurige Balladen.

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  • Kabelsalat

    In meiner Wohnung liegen zusammengerechnet etwa 8 Kilometer Kabel. Aber nicht geordnet und auf einer Trommel aufgerollt, sondern wild durcheinander, die verschiedensten technischen Geräte verbindend. Besonders hinter dem Schreibtisch und hinter der Heimkino-Anlage herrscht heilloses Chaos. Man muss sich nur einmal vorstellen, wie viele Kabel aus einem Verstärker kommen, um den perfekten Raumklang erzeugen zu können. Und mein Rechner hängt wie ein Patient auf der Intensivstation an einer Armada von Verbindungen.

    Bisher habe ich das Chaos einfach verdeckt und zwischen Kabelwust und Schreibtisch ein Brett gestellt, damit mein Blick nicht ständig darauf fällt. Doch gestern brachte ich Ordnung in den Kabelsalat. Nunja, besser gesagt, ich verlagerte den Salat in einen Kabelkanal, den ich hinter dem Schreibtisch befestigte. Dieser Kanal beherbergt nun alle Strippen und ich gestehe, dass ich mir keine Gedanken darüber machte, ob es zu Problemen kommen könnte, wenn man Daten- und Stromkabel zusammenpackt (keine Ahnung, wie gut meine Kabel isoliert sind, welche Interferenzen auftreten können, welche Magnetfelder bei gebündelten Stromkreisen welche Netzwerkkabel beeinflussen können).

    Vor kurzem durfte ich bei einem Stöckchen beantworten, auf welche technische Errungenschaft ich noch warte. Ich weiß es. Ich möchte ein vollkommen kabelloses Heim. Ich möchte, dass alle Geräte die ich besitze und mir zulege, kabellos miteinander kommunizieren können in einem sicheren, stabilen Netz, dass fehlerlos arbeitet, nicht angreifbar ist und auch keinen Elektrosmog ausstrahlt. Natürlich müssen die Geräte auch auf Stromkabel verzichten. Ich möchte das alles völlig Barrierefrei und einfach, ohne ein Gerät auf irgendeine Weise umstellen zu müssen funktioniert.

    Zum Teil sind solche Verbindungen ja schon Gang und Gäbe. WLAN und Bluetooth, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch die Kabellose Stromübertragung ist meines Wissens schon vorhanden. Man kann bereits Kabellose Satellitenlautsprecher für den Surround Sound kaufen. Aber all das geht mir noch nicht weit genug. Zufrieden werde ich erst sein, wenn es im Baumarkt keine Kabelkanäle mehr zu kaufen gibt und ich nicht mehr über das Staubsaugerkabel stolpere oder mich ärgere, dass ich keinen USB-Anschluss mehr frei habe.

  • ebrake.de ist offline

    Ein wenig Traurigkeit und Sentimentalität schwang mit, als ich heute morgen meine bisherige „Homepage“ ebrake.de offiziell geschlossen habe. Und es stellt sich natürlich die Frage, warum ich es dann überhaupt getan habe. Bei aller Wehmut, es war einfach nötig.

    Jeder Mensch verändert sich, macht neue Erfahrungen, lernt dazu. So war es auch bei mir. Als ich ebrake.de im Januar 2000 online stellte, hatte ich mir alles, was dazu nötig gewesen war, selbst beigebracht. Es war eine typische, private, kleine und (design-)technisch nicht wirkliche Offenbarung. Auch das Update, dass zwei Jahre später online ging, war noch sehr einfach gestrickt. Aber zumindest sah die Seite hübsch aus. Mir genügte das nie. Mir fehlte die Dynamik, so wie man sie zum Beispiel hier in meinem Blog erlebt.

    Hinzu kam aber ein noch schwerwiegenderer Grund: ich war nicht mehr zufrieden mit meinen Werken. Mit meinem heutigen Können und der Erfahrung als Schreibender kann ich meine damaligen Werke leider nur noch belächeln. Und ich fürchte auch von den Lesern belächelt zu werden, wenn ich meine Gedichte und Kurzgeschichten in dieser Form allen zur Schau stelle.

    Die Frage ist nun, ob man denn nicht zu seinen alten Werken stehen sollte. Schließlich stellen sie eine Entwicklung dar, die jeder Autor durchmacht. Das mag richtig sein, aber die wenigsten Autoren präsentieren diesen Entwicklungsweg.

    Keine Angst, ich werde nun nicht wie George Lucas es bei der alten Star Wars Trilogie gemacht hatte, einfach alle meine Werke umschreiben und wieder veröffentlichen. Aber ich werde sie mir alle genau ansehen, werde wirklich grobe Schnitzer so gut es geht ausmerzen und schließlich entscheiden, ob ich eine erneute Veröffentlichung mit ganzem Herzen vertreten kann.

    Wenn dem so ist, wird ebrake.de in neuem Glanz erstrahlen, mit dynamischen Inhalten und einem persönlichen Gesamtwerk von dem ich mit Stolz sagen kann: Ja, das habe ich gemacht!

    (Ein kleiner Nachtrag: auch meinen Roman „Ist ja hinReisend“ wird es vermutlich nicht mehr lange zu kaufen geben, aus oben genannten Gründen. Ich halte euch natürlich auf dem laufenden. Also bestellt, solange es noch geht ;-) )

  • Ich liebe Google (denn die sind nicht evil)

    Hallo liebes Google Imperium. Ich möchte dir hiermit versichern, dass ich dich ganz doll lieb hab. Ehrlich jetzt. Und ich hoffe, du entschuldigst, dass ich dich einfach so duze. Schließlich weiß ich ja fast gar nichts von dir. Bist ja so schweigsam. Aber dafür weißt du mehr über mich. Im Grunde fast alles. Und ich nutze auch täglich mit großer Begeisterung mehrere deiner Produkte. Das freut dich bestimmt und berechtigt mich gewiss, einfach Du zu dir zu sagen. Oder?

    Ach, Google, weißt du noch, wie Harald Schmidt früher zu Sat.1 Kuschelsender gesagt hat? Du bist mein Kuschelimperium. Mit der großartigsten Wohlfühlsuchmaschine. Und weiteren Schnuckeldiensten. Alles an dir ist einfach wunderbar. Das fängt schon beim Namen an. Er beginnt mit einem G. Wie mein Nachname. Und wie Geld, Gesundheit, Glück, Gute Laune, Geduld, Großzügigkeit, Grazie, Gentleman, Geradlinigkeit, Güte, Genuss, Gerne, Genie, Gehirn und Gefühl. Herrlich, oder? Und die beiden Os, die dann folgen, wie mütterliche Brüste, so einladend und beschützend. Schließlich das „gle“, das wie ein glucksendes, glückliches Baby klingt. Und von deinen fröhlichen Farben möchte ich gar nicht erst anfangen.

    Aber hast du vor kurzem diese bösen Artikel in der c’t gelesen? Natürlich hast du, denn du hast ja auch die Links dorthin, nämlich hier und hier. Du weißt schließlich alles. Und genau das warf man dir in den Artikeln vor. Von Googlehagel sprach man dort (obwohl mir das Wortspiel schon gefallen hat) und von der Datenkrake. Ich glaube nichts davon, hörst du. Ich weiß, dass dein Motto „Don’t be evil“ auch wirklich so gemeint ist und auch immer so bestehen bleiben wird. Ich bin stolz in deinem Index zu stehen und hoffe, da auch noch recht lange zu bleiben, am besten so hoch platziert wie möglich (Wink wink). Ich glaube nicht daran, dass du alle Internet User nur zu gläsernen Kunden machen willst. Du musst Geld verdienen, natürlich, und das machst du ausgezeichnet. Und du gibst uns ja auch soviel zurück. Man denke nur an all die kostenlose Software und so.

    Ich glaube nicht, dass du irgendwann wissentlich Informationen verschweigst, nur weil dir eine Firma, eine Weltanschauung oder gewisse Informationen nicht passen. Wenn du Seiten in China blockierst, ist das ja nicht deine Schuld, sondern Sache der dortigen Regierung. Wenn du BMW Deutschland ein paar Tage aussperrst, dann doch nur, damit die frechen Gören dort lernen, dass man dich nicht verarschen sollte. Wenn dein CEO CNet ein Jahr lang boykottiert, dann doch nur, weil sie in seinem Privatleben herum geschnüffelt haben. Bastarde.

    Darum möchte ich mich auch bei Gmail anmelden, möchte mein Blog bei dir hosten lassen, möchte, ach, gib mir einfach alles von dir. Und nimm von mir, was immer du brauchst. Ich bin dein. Denn nur durch dich bin ich überhaupt vorhanden, hier im Netz. Ohne dich würde ich nicht gefunden werden, würde gar nicht existieren. Du bist das Alpha und das Omega, ich möchte wahrlich kein Imperium neben dir haben. (Verzeih, dass ich vor kurzem die Microsoft Suchmaschine benutzte – ich tat es nur um zu sehen, wieviel schlechter sie als deine ist)

    Ich weiß, dass du mich durchschaust, dass du besser weißt, wer ich bin, als sonst jemand. Sicherlich weißt du, dass ich gerade eine neue Digitalkamera suche. Ich freue mich schon auf die Werbemails deiner Kunden, denen du freundlicherweise von meinen Wünschen berichtest.

    Weißt du, manche vergleichen dich mit Microsoft, sagen, du würdest dein Monopol, dass du dir gerade aufbaust, missbrauchen. Sie sagen, du würdest irgendwann bestimmen, wer welche Informationen bekommt. Sie sagen, die amerikanische Regierung wird sich deine Daten irgendwann zu Nutze machen um unliebsame Regierungen zu stürzen, um konkurrierende Firmen zu korrumpieren, um Privatpersonen auszuspionieren. Sie sagen, du würdest dich vom Guten abwenden und auf die dunkle Seite der Macht begeben. Ich als treuer Star Wars Fan weiß, wie leicht der Weg dorthin ist. Doch ich weiß ebenso gut, dass am Ende das Gute siegt. Und so wird es auch bei dir sein. Oh Google, ich hab dich ganz doll lieb. Ehrlich jetzt.

    P.S.: Ich weiß, dass du diesen Text nicht falsch verstehen und mir keine Anwälte auf den Hals hetzen wirst.

  • Müllheim hat einen DVD Automaten

    Auch mein Heimatstädtchen Müllheim entkommt so langsam dem Provinz Mief. Führte uns schon vor wenigen Jahren eine McDonalds Filiale in Richtung Zivilisation, gibt es nun seit etwa einem Monat einen DVD-Automaten. Dieser gesellt sich zu den bereits drei bestehenden Videotheken und wird diese gehörig unter Druck setzen.

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  • Alles ist CD

    Kann es sein, dass die beiden Buchstaben C und D in unser Gehirn gebrannt wurden? Gebrannt würde tatsächlich passen, denn ich spreche hier von der allseits beliebten CD. Diese kleine, silberne, flache Scheibe, die uns schon seit vielen Jahren soviel Freude bereitet. Tatsächlich habe ich in meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, dass zu jedem Medium, das Musik oder Film enthält CD gesagt wird.

    Früher war das einfacher. Da gab es nur Schallplatten und Kassetten
    und niemand wäre auf die Idee gekommen, das eine mit dem anderen zu verwechseln. Auch als die VHS Kassette ihren Durchbruch feiern konnte, war der Unterschied zu den anderen Datenträgern groß genug für jeden Technik-Deppen.

    Doch heute ist alles flach, rund und silbern. Die Sache mit der CD war ja noch überschaubar. Komplexer wurde es, als die DVD erschien. Denn sie glich der CD auf den ersten Blick wie ein Ei dem anderen. Schlimmer wurde es noch, als die brennbaren Versionen mit kryptischen Zusätzen wie +R oder -R aufwarteten. Oder gar +/-RW. Für viele Menschen sind das immer noch CDs und werden es wohl auch immer bleiben. Egal, wieviel Speicherplatz sie
    bieten und was sich darauf befindet.

    Manch einer sagte sogar zu den mittlerweile nicht mehr populären MDs CD. Dabei waren die MiniDiscs wie der Name schon sagte kleiner und in einem Plastikgehäuse versteckt. Aber es war halt Musik drauf, also konnte das ja nur eine CD sein, gell. Auch die in der neuen Sony PSP benutzten Datenträger kommen klein und mit Gehäuse daher und heißen UMD. Das Prinzip setzt sich aber auch hier fort.

    Ganz übel wird es dieses Jahr werden, wenn die DVD Nachfolger BluRay (BD) und HD-DVD, auf den Markt kommen. Nicht nur weil ein ähnlicher Streit um Standards entstehen wird wie seinerseits bei BetaMax und VHS oder zuletzt bei DVD-R und DVD+R.

    Der Kunde wird am Ende entscheiden (so meinen Fachleute). Ich dagegen behaupte, dass sich die Industrie ins eigene Bein schießt, mit diesem Wirrwarr. Ich werde den Markt sehr genau und lange beobachten um mich für ein Medium zu entscheiden und bis dahin werden vermutlich wieder teure Multiformat-Leser auf den Markt geworfen werden.

    Aber, was trotz allem immer bleiben wird: Die Leute werden immer sagen, sie hätten da eine ganz tolle CD. Egal, was drauf ist. „Ich mein halt das runde Ding wo Filme und Musik drauf sein tun.“ Eben.

  • Ich stoppte Wikipedia.de

    Jeder sollte es in den letzten Tagen mitbekommen haben: Wikipedia.de war für kurze Zeit abgeschaltet. Mittlerweile funktioniert die Weiterleitung auf die Hauptseite Wikipedia.org wieder und alles ist so wie früher. Aber ganz einverstanden bin ich damit nicht. Denn ich war der Grund, warum die Seite gestoppt worden war.

    Viele Nachrichtenagenturen berichteten, die Eltern eines verstorbenen Hackers namens Tron hätten per einstweiliger Verfügung Wikipedia.de zur Schließung gezwungen. Sie wollten nicht akzeptieren, dass ihr Sohn mit voller Namensnennung in den Artikeln genannt wurde. Das Amtsgericht Berlin Charlottenburg gab ihnen Recht. Der Knackpunkt an dieser Sache ist allerdings, dass es sich hier nur um einen vorgeschobenen Grund handelte, der von dem echten Skandal ablenken sollte. (Ich meine, wer interessiert sich schon dafür wie Tron mit Nachnamen heißt?)

    Der echte Skandal ist folgender: Ich habe mit meinen Anwälten einen Antrag auf Schließung des kompletten Wikipedia Projekts eingereicht, da es unhaltbar ist, wie fahrlässig hier mit falschen Informationen umgegangen wird. Ich möchte einmal aufzählen, welche gravierenden Fehler ich auf Wikipedia.de entdecken musste.

    Der schlimmste Fehler betrifft mich selbst: Wenn man sich über meine Person erkundigen möchte, so erfährt man zwar vieles, aber kaum etwas davon ist wahr. So heiße ich zwar tatsächlich Roger Graf und ich bin in der Tat Schriftsteller. Aber weder wurde ich in der Schweiz geboren, noch sind die aufgeführten Romane von mir (sondern bisher nur dieser hier: „Ist ja hinReisend“ . Auch sonst möchte nichts in dieser Biographie zu mir passen.

    Bei weiteren Recherchen erkannte ich, dass ich auch nicht als Mitentwickler der Atombombe genannt werde. Auch, dass ich enger Vertrauter Ernest Hemingways gewesen war und ihn zu seiner Geschichte des alten Mannes und dem Meer ermutigt hatte, wird nicht erwähnt. Weiterhin fehlt ein Eintrag, dass das erste Kind von Heidi Klum von mir ist (dieser Flavio Briatore drängte sich zwischen Heidi und mich und während ich noch gegen ihn anging, nahm sich Heidi diesen Seal). Und schließlich konnte ich nicht einmal einen Eintrag über meine neueste Erfindung entdecken, der Million Dollar Homepage, die ich einem guten Kumpel anvertraut hatte und der damit tatsächlich Millionär geworden war (bish heute habe ich noch keinen Cent von ihm bekommen – nicht mal ’ne Dankeskarte).

    Es ist also nur allzu offensichtlich, dass Wikipedia.de schlecht recherchiert, verschweigt und gar lügt. Und dagegen muss mit aller mir zur Verfügung stehender Macht vorgegangen werden. Sollte mich hier jemand als Lügner bezeichnen, so werde ich ihm meine Anwälte auf den Hals hetzen. Ich bin für freie Meinungsäußerung aber alles hat seine Grenzen.

  • Flickr, Frappr und dann? Rogr!

    ImmR bestrebt in und cool zu sein, folge ich jetzt einem offensichtlich neuen Trend. Im IntRnet kann man schon seit längerem mit FrappR und FlickR herumspielen. Motorola nennt seine aktuellen Handymodelle RazR und RokR. Es scheint also gerade in zu sein, Namen das E vor dem letzten Rrrrrr zu stehlen. Und so werde ich mich ab sofort RogR nennen. Geil, odR? Mir fallen in meinem Bekanntenkreis nur zwei Leute ein, die so ’ne NummR drauf hätten. Das wären HolgR und PetR. Aber ehrlich, da klingt es nicht halb so cool wie bei mir. Ich muss mir gleich die Domain allesrogR.net resRvieren.

  • Flickr und die Möglichkeiten

    Nun habe ich mir endlich einen Account bei Flickr.com geholt. Flickr ist ein kostenloser Online Service von Yahoo, den ich dazu nutzen kann, meine Fotos hoch zu laden, zu organisieren und zu veröffentlichen. Was mich dabei fasziniert, sind die vielfältigen Möglichkeiten, was man mit den Bildern alles machen kann. Das erste ist das wohl offensichtlichste: In der rechten Seitenleiste findet man ab jetzt ein Flickr Plugin, das immer zufällig drei Bilder aus meiner Sammlung präsentiert. Bei Klick auf eines dieser Bilder kommt man direkt zu Flickr, wo man sich alle Bilder anschauen kann, oder die meiner Kontakte.

    Im Moment sind noch nicht viele Bilder von mir online. Das liegt zum einen daran, daß man monatlich nur ein Upload Volumen von 20 MByte hat, andererseits aber auch daran, daß ich all meine Bilder nochmals überarbeiten möchte, bevor ich sie veröffentliche. Das dauert natürlich. Ich werde aber immer darauf hinweisen, wenn neue Bilder online sind.

    Habe ich eben noch von den vielfältigen Möglichkeiten gesprochen, so möchte ich hier auch welche präsentieren. Da wäre zum Beispiel Spell with Flickr. Hier kann man sich aus zufällig gesuchten Buchstaben aus dem flickr Fundus Wörter zusammen stellen lassen. Ein lustiges Gimmick.

    Interessant ist auch Flickr Montager, das aus hunderten von Bildern ein großes Mosaik herstellt, das man selbst wählen kann. Bekannt wurde das glaube ich hauptsächlich durch das „Truman Show“ Filmplakat. Es gibt auch Desktop Tools für so etwas.

    Sehr viel Spaß macht der Related Tag Browser. Es funktioniert ganz einfach: Man gibt einen Begriff ein (z.B. Weihnachten) und bekommt alle Bilder die bei Flickr mit diesem Tag (Beschreibung) zu finden sind. Dazu bringt der Tag Browser schön animiert auch noch aberdutzende Tags, die damit zusammen hängen. So kommt man schnell vom Weihnachtsmarkt zum Rockefeller Center in New York.

    Noch eine Flash Anwendung ist flickrGraph. Nach Eingabe eines Namens oder E-mail Adresse werden die Bilder und Tags des Besitzers angezeigt und dazu auch die Kontakte, die der Benutzer schon geknüpft hat. Und natürlich auch deren Kontakte. So entsteht schnell ein interessantes Netzwerk aus Fotografen und hübschen Bildern.

    Also faszinierende Aussichten. Ich halte euch auf dem Laufenden, was es Neues bei Flickr und mir gibt.

  • Vorsicht Kunde – mein Nokia Debakel

    Mit am liebsten lese ich in der c’t die Rubrik "Vorsicht Kunde". Zuerst amüsiere ich mich immer ein wenig über den Titel, der so klingt, als würde hier keine Warnung für Kunden stehen, sondern als würde vor den Kunden selbst gewarnt. Also in etwa der Satz, den sich gelangweilte, inkompetente Media Markt Mitarbeiter zuraunen, wenn man mit fragendem Gesicht auf sie zukommt.

    Letztendlich geht es in dieser Rubrik aber doch um die Abenteuer, die so mancher Kunde in unserer Service Wüste durchschreiten muß. Die Haare stehen einem desöfteren zu Berge wenn man liest, was sich so manche Firmen erdreisten und wie sie mit dem Satz "Der Kunde ist König" umgehen.

    Jetzt habe ich selbst so einen Fall erlebt. Wie ich es schon ein paar Mal hier in meinem Blog erwähnt hatte, geht es um den Ärger mit meinem Handy. Ich bekam im Juni ein Nokia 6230i von O2 (für 80 Euro) und hatte auch bis zum September Freude damit. Dann schaltete es einfach aus und wollte nicht mehr anspringen (sozusagen). Kein Problem, so dachte ich, ist ja noch ewig Garantie drauf. Ich schlenderte also zu einem O2 Shop, dessen (türkische) Mitarbeiter mir ebenfalls versicherten, dass es gar kein Problem sei. Man wolle das Gerät zur Reparatur schicken. Alles kostenlos.

    Wunderbar, dachte ich und freute mich auf die folgende Woche, in der ich das Gerät wieder hätte erhalten sollen. Natürlich erhielt ich es nicht. Ich stand ab da etwa jeden dritten Tag in der Filiale um nachzufragen, wann das Handy denn komme? Man zuckte mit den Schultern, rief irgendwo an und sagte, es müsste unterwegs sein. Die Telefonate wurden allesamt auf türkisch geführt und ich überlegte schon, ob man mein Handy vielleicht nach Ankara verschickt hatte und nun als Geisel hielt, weil Teile des deutschen Bundestages gegen den EU-Beitritt der Türkei waren.

    Ich bekam das Handy über drei Wochen nach dem Einsenden zurück. Und zwar immer noch defekt. Auf meine Frage, warum es so lange gedauert hatte, warum es immer noch nicht funktionierte und was denn überhaupt daran gemacht worden sei, wurde der freundliche O2 Mitarbeiter ungehalten und schnauzte mich an, er wisse das alles nicht und es würde auch nicht helfen, wenn ich ständig vorbei käme um Fragen zu stellen.

    Ich nahm das Gerät mit und rief bei dem Service Center (Degen heißen die) an, unterstellte Unfähigkeit und vereinbarte, das Handy erneut einzuschicken. Ganz nebenbei erzählte man mir, dass mein Handy beim ersten Versuch genau 4 Tage im Haus gewesen sei. Wo es die restlichen fast drei Wochen abgeblieben sei, könne man mir nicht sagen. Egal, ich wusste ja, dass es an einen Stuhl gefesselt in Ankara lag und man mir demnächst eine Taste davon zum Beweis geschickt hätte, mit einem Drohbrief, es zu zerstören, wenn die EU nicht bereitwilliger würde.

    Eine Woche später erhielt ich das (neue – es hatte eine andere Seriennummer) Handy zurück. Und diesmal ging es an. Fand aber kein Netz. Dann ging es wieder aus.

    Jetzt telefonierte ich mit diversen Hotlines. Zunächst Nokia, die mir erklärten, sie seien dafür nicht zuständig, sondern O2. Dann mit O2, die mir erklärten, sie seien dafür nicht zuständig, sondern Nokia. Dann wieder mit Nokia… und so weiter und so fort.

    Die Nokia Member Hotline wurde ganz schnell ungeduldig mit mir, während die O2 Hotline gar keine Zeit dazu hatte – denn die sind so teuer, dass ich mir gar keine großen Entschuldigungen anhören wollte.
    O2 erklärte sich dann endlich bereit, mir entgegen zu kommen (was hier mehr nach Kulanz riecht als nach geltendem Recht für Kunden) und mein Handy gegen ein sogenanntes Swap Handy auszutauschen. Das bedeutet, ich bekam ein ehemals defektes aber repariertes Handy für mein neues, nicht funktionierendes. Matt erklärte ich mich damit einverstanden.

    Was soll ich sagen? Das nächste Handy funktionierte wieder nicht. Erneute Anrufe bei allen möglichen Hotlines, einige Faxe, einen Brief und ein Besuch in einem Nokia Service Center. Dort wurde mir gesagt, dass der Akku absolut in Ordnung sei und man könne leider nichts für mich tun, weil das Handy ja schon einmal in Reparatur war und man nun 30 Tage warten müsste. Ich wiederhole: weil das Handy unrepariert aus der Reparatur kam und mittlerweile zweimal getauscht worden war, sollte ich jetzt einen Monat lang mit dem weiterhin defekten Gerät darauf warten, das man es reparieren dürfte.

    Interessanterweise stand in dem Service Center hinter mir ein Mann mit dem ich schnell ins Gespräch kam und der mir erzählte, dass er das Nokia 6230i schon dreimal gehabt hätte und alle seien defekt gewesen. Auch das seiner Frau und das seiner Mitarbeiter. Er hätte nun die Schnauze voll und würde auf Wandlung bestehen.

    Und das tat ich auch. Ich rief wutentbrannt bei O2 an, erklärte in drei Sätzen, dass ich kein viertes defektes Handy möchte und auf Wandlung bestünde (bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich etwa 30 Euro für Hotlines, Faxe und Pakete ausgegeben). Die Hotline Mitarbeiterin ließ meine schöne Wut einfach so verpuffen, indem sie mir sagte, dass das natürlich kein Problem und eine Selbstverständlichkeit sei. Warum nicht gleich so?

    Ich besitze nun ein Sony Ericsson K750i und bin begeistert. Nicht nur, weil das Handy schicker aussieht, eine durchdachtere Menüführung hat und mit mehr Extras daher kommt, sondern auch, weil ich das ganze dreißig Euro günstiger bekommen hatte als das alte Nokia und dazu noch ein Bluetooth Headset, ein Card Reader und eine größere Speicherkarte. Was will man mehr?

    Jetzt hoffe ich nur noch, dass dieses Handy nicht auch einfach so wieder kaputt geht.