Eine der wichtigsten Regeln im Bereich der User Experience lautet: Menschen lesen keine Texte am Bildschirm. Sie scannen. Ja, es gibt eine ganze Menge derartiger Regeln, doch diese ist ganz entscheidend, wenn es darum geht, Menschen bei der Bedienung eines Systems Informationen zu geben. Wir kommen darauf gleich nochmal zurück. Zunächst möchte ich allerdings, dass der geneigte Leser folgende Sätze liest: „Ncah eienr Stidue der Cmabirdge Uinertvisy ist es eagl, in wlehcer Rehenifloge die Bcuhstbaen in Woeretrn vokrmomen. Huaptschae, der esrte und ltzete Bcuhstbae snid an der rhcitgien Setlle.“ Na, alles verstanden? Verblüffend, oder?
(mehr …)Schlagwort: sprache

„Alles Roger“ – Bedeutung und Herkunft
Mein Blog „Alles Roger“ gibt es nun schon seit 2005 und doch habe ich die wichtigste Frage noch nie beantwortet. Nämlich, was der Begriff „Alles Roger“ eigentlich bedeutet und wie er entstanden ist. Dabei scheint die Bedeutung und der Ursprung leicht zu erklären zu sein.
Zunächst einmal ist der Name Roger eine Form des Namens Rüdiger, der wiederum ein germanischer Name ist und sich aus den Wörtern Ruhm/Ehre und Speer zusammensetzt und somit in etwa „ruhmreicher Speerkämpfer“ bedeutet. Roger wird im englischen, französischen und katalanischen Sprachraum verwendet und jeweils unterschiedlich ausgesprochen. Selbst im deutschen Sprachraum gibt es eine Variante, die so ausgesprochen wird, wie sie geschrieben wird.
(mehr …)Deutschland, deine Untertitel
In sogenannten „Reality-Shows“ im privaten Fernsehen ist es gang und gäbe, Untertitel einzublenden, wenn die Darsteller trotz aller Bemühungen nicht zu verstehen sind. Dies passiert gerne, wenn sie aus dem entferntesten Süden, Osten, Norden oder Westen des Landes stammen. Ich kann ein Lied davon singen. Auch mich versteht niemand, wenn ich im Dialekt meiner Heimat spreche. Gesamtdeutschland versteht seine Einwohner nicht und Untertitel helfen dabei.
Deutschland hat eine gut gepflegte Synchronisationskultur, weshalb es schwer ist, Filme im Originalton im Kino zu sehen. Seit es Streaming Dienste gibt, ist es ein Leichtes, die Sprache fast jeden Films oder Serie jederzeit umzuschalten und, falls notwendig, den passenden Untertitel dazu einblenden. Eventuell sogar einen anderssprachigen Untertitel, um die Sprache zu lernen oder zu vertiefen. In Ländern wie zum Holland oder der Schweiz ist es übrigens ganz normal, Kinofilme im Originalton zu zeigen. Und auch dort helfen Untertitel.
Nun sind deutsche Synchronsprecher in den meisten Fällen sehr gut ausgebildete Profis, was dazu führt, dass synchronisierte Filme meist klar und deutlich zu verstehen sind. Da wird nicht geflüstert, da wird nicht genuschelt, und falls doch, dann immer so, dass der Zuschauer es weiter versteht. Leider fehlt es so manchem deutschen Schauspieler an dieser Kunst. Zuletzt beobachtete ich dies bei dem recht starken Film „Aus dem Nicht“ von Fatih Akin mit Diane Kruger (Krüger?) in der Hauptrolle. Ohne deutschen Untertitel waren viele Dialoge einfach unverständlich. Da wird gemurmelt, gestammelt, geheult, dass die Hälfte der Handlung verloren geht. In einer Szene blendete der Untertitel gar folgendes ein: „[Birgit flüstert etwas unverständliches]“ Also wenn es selbst der Untertitel nicht versteht…
Wie kommt es dazu? Legen weder Regisseur, Tontechniker und Schauspieler Wert darauf, gut verstanden zu werden? Würde es den Realismus zerstören, wenn eine Figur sich jederzeit deutlich ausdrücken würde? Was würde passieren, wenn man so manchen deutschen Film oder Serie synchronisieren würde? Mit Profis, die wissen, wie man Emotionen und Atmosphäre „rüber bringt“, auch wenn die Szene in möglichst undankbarer Umgebung spielt oder möglichst realistisch und lebensnah sein soll? Ich werde es wohl nie erfahren. Dafür freue ich mich aber, immer wieder zu Untertiteln greifen zu können, wenn ich etwas nicht verstehe.
Schere, Stein, Papier
Wenn keine salomonische oder auf gesundem Menschenverstand basierende Lösung möglich ist, bedienen auch Erwachsene sich gerne eines kleinen Kinderspiels namens Schere, Stein, Papier. Vermutlich kennt dieses Spiel jeder und hat es auch schon mehrmals im Leben gebraucht, um beispielsweise dem Müll-runterbringen zu entgehen, oder dem Du-sagst-es-ihm oder dem Jemand-muss-das-wegmachen. Ich kenne das Spiel auch nur unter dem Namen Schere, Stein, Papier und weiß nicht, wie man es in anderen Ländern nennt.
In den USA beispielsweise scheint die Reihenfolge im Titel anders zu sein, denn mir fiel schon des öfteren auf, dass in Filmen und TV-Serien Papier, Stein, Schere oder Stein, Schere, Papier gesagt wird. In meinen Ohren klingt das schrecklich, denn jede andere Variante lässt komplett den Rhythmus vermissen. Sche-re Stein Pa-pier. Das ist der Rhythmus, in dem man auch die geballten Fäuste schwingt, bevor man bei „-pier“ seine Waffe zückt. Mit allen anderen Varianten klappt das nicht. Wissen die Übersetzer das nicht? Oder ist es ihnen egal? Sagt man im englischen vielleicht „Stone, Paper, Scissors“? Unter welchem Namen kennt ihr das Spiel und hat jemand eine Erklärung, weshalb es im englischen offenbar eine andere Reihenfolge gibt?
Über Geschmack lässt sich…
Ja, was denn nun? Streiten oder nicht streiten? Nach meinen Recherchen heißt das Sprichwort im Original „Über Geschmack lässt sich nicht streiten“. Und doch hört man so oft die Version „Über Geschmack lässt sich streiten“. Was ist denn nun wahr?
Meiner Ansicht nach beides. Die Wortwahl des Sprichwortes ist nur etwas missverständlich. Denn über Geschmack lässt sich definitiv streiten. Weil Geschmack etwas rein subjektives ist und damit auch jeder Mensch eine eigene persönliche Meinung hat. Die mit den Meinungen anderer kollidiert, was für Zünd Gesprächsstoff sorgt. Streitbares gibt es wahrlich genug. Mein Lieblingsthema: Film. Mittlerweile habe ich es aufgegeben, mit anderen über Filme zu „diskutieren“. Wenn jemandem ein Film nicht gefällt, den ich klasse finde – so what? Ich muss niemanden überzeugen. Ich darf dafür auch Filme scheiße finden, die alle anderen mögen.
Und damit wären wir bei der zweiten Wahrheit. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber nicht, weil es keine Streitpunkte gäbe. Sondern weil es eben keinen Sinn macht. Das Sprichwort sollte daher lauten „Über Geschmack braucht man nicht streiten“.
Hab ich schon erwähnt, dass ich den neuen Bond-Song beschissen finde und dass ich Keinohrhasen beschissen fand und dass ich Wall-E liebe? Mehr dazu noch diese Woche. Und ich erwarte Eure Meinungen in den Kommentaren.
Klugscheißerwissen zu den olympischen Spielen 2008 in Peking
Was beginnt heute, am 8. August in Peking? Die Olympiade? Nein, falsch. Wenn euch in den nächsten Wochen jemand was von der Olympiade erzählen will, so könnt ihr ihn mit sanftem Lächeln unterbrechen und erklären, dass die Olympiade nur den Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen beschreibt. Und wenn ihr wollt, könnt ihr all die Webseiten und Zeitungen und TV-Sender auslachen, die über die Olympiade 2008 berichten wollen. Also nochmal zum mitschreiben: Heute beginnen die XXIX. olympischen Sommerspiele in Peking. Und wenn diese am 24.August beendet sind, fängt für 4 Jahre erneut eine Olympiade an. Und muss man das wissen? Nein, aber wir Klugscheißer wissen so etwas gerne und weisen auch gerne darauf hin.
Wie heißt Lucky LukesHund?
"Ich könnte wetten, die Wasserstandanzeige unserer Pflanze ist nur deshalb so hoch, weil jeder seinen Restkaffee rein schüttet."
"Ist doch egal, die ist doch eh gemietet. Wie heißen die? Rent a Blume?"
"Rent a Flower, wenn schon."
"Nein, Rent a Plant."
"Rent a Plant. Hieß so nicht der Hund von Lucky Luke?"
"Fast."
Mir fehlen die Worte
Gibt es eigentlich kein Wort, um die Tätigkeit des Filme-guckens (-ansehens, -anschauens) zu beschreiben? Um Ins-Kino-gehen etwas einfacher auszudrücken? Wenn man Fernsehen schaut, dann tut man Fernsehen. Was macht man denn im Kino? Kinosehen? Hat sich der Herr Duden da schon was überlegt? Muss ich erst bei 1Live anrufen, die eine Umfrage starten sollen, wie letztens erst bei der Ersatzwortfindung für Public Viewing? (Die den Begriff „Rudelgucken“ als verdienten Sieger prägte) Und wie ist es, wenn man den Film auf DVD zu Hause schaut, also zwar im Fernsehgerät, aber ohne Fernsehprogramm? Filmesehen?
Was würdet ihr vorschlagen?
Pizzaboten in Venedig
Vorhin, als ich nägelkauend am Fenster stehend auf das Auto des Pizzaboten wartete, fragte ich mich folgendes: Kommen die Pizzaboten in Venedig mit Pizzabooten?
Richtig fluchen!
Heute wäre mir auf der Autobahn auf dem Weg nach Oberhausen Sterkrade beinahe einer reingefahren. Er fuhr schon eine Zeitlang in völlig unangemessen knappem Abstand hinter mir her und als ich in der Ausfahrt plötzlich bremsen musste, weil sich ein Stau in der Kurve vor mir gebildet hatte, wäre es fast passiert. Ich sah im Rückspiegel wie er den drohenden Aufprall nur noch durch ein Ausweichen auf den Standstreifen verhindern konnte. Und ich fluchte wie ein Rohrspatz. Wüste F-, A-, D- und W-Wörter kamen in lautem Stakkato aus meinem Mund. Es war eine Kakophonie der reinen, unverfälschten Wut.
Die damalige Freundin, die auf dem Beifahrersitz saß, hört so etwas gar nicht gern. Aber so bin ich nun mal. Die Wut muss raus, wie angestaute Lava in einem Vulkan, sonst fürchte ich zu platzen. Das ist mein Temperament. Und kurz nach der Eruption ist ja auch schon fast wieder alles friedlich. Was die damalige Freundin allerdings nur wenig tröstet. Sie sieht dabei nämlich schon in die Zukunft und auf die Rückbank, wo sie den Filius in einem Kindersitz wähnt, der entweder entsetzt oder völlig begeistert ist, wie Papa am Steuer gerade abgeht. Die Devise lautet daher, dass ich mir das Fluchen abgewöhnen muss. Und nach dem heutigen Ausbruch sagte sie: „Ich versteh’s ja, Aber musst denn auch immer so viele schlimme Wörter benutzen?“ „Ja!“ knurrte ich zurück. „Du könntest doch auch ein Ersatzwort benutzen“, schlug sie vor. „Zum Beispiel?“ „Hmm, sag doch… Angelika.“ Angelika! Ich bitte euch.
„Angelika? Ne, das geht gar nicht. Wenn man richtig flucht und in Rage ist, dann müssen die Wörter aus lauter KR-, SCH- und FFF-Lauten bestehen. Sonst funktioniert das doch nicht. Angelika. Nee.“ Also überlegten wir uns bis zur Ankunft in Sterkrade, welches Ersatzwort ich in Zukunft für meine Flüche nehmen soll. Und was läge näher als… Sterkrade. „STERKRADE!“ Das kracht und zischt und ist mittlerweile zum Running Gag geworden. Und ich hoffe, diesem Arschloch von der Autobahn ist der Motor verreckt. Sterkrade nochmal.
Lokführer ist nicht gleich Lokführer
Als ich damals (letztes Jahrtausend oder so) meine Ausbildung zum Lokführer machte, hießen wir auch tatsächlich Lokführer. Da war die Welt noch in Ordnung. Die Lokführer saßen ganz vorne und fuhren Züge. Und hinten liefen die Schaffner durch den Zug und kontrollierten Tickets. Dann kam irgendwann jemand auf die Idee, alles neu zu benennen (die neue Bahn AG und so). Mit einem Male wurde aus Lokführern Triebfahrzeugführer (Abkürzung Tf). Vermutlich weil die langfristigen Pläne der Bahn gar keine Loks mehr vorsehen, sondern in ferner Zukunft nur noch Triebzüge wie der ICE durchs Land rollen sollen (wo es ja, wie beim ICE 3, bei dem die Antriebe im kompletten Unterbereich des Zuges verbaut sind, keine wirkliche Lokomotive mehr gibt).
Gleichzeitig wurden die Schaffner aufgeteilt in Zugchef und Zugführer (und noch immer ganz normalen Schaffnern), was Kunden und Medien komplett verwirrte. So war bisher in allen Meldungen stets vom Zugführer die Rede, wenn der Lokführer gemeint war. Und mehr als einmal riefen Fahrgäste mich Schaffner, was umso depperter ist, als die Lokführer noch nie so hießen. Aber offenbar war plötzlich jeder verwirrt. Selbst Bahnchef Mehdorn verplapperte sich in so manchem Interview und sprach fälschlicherweise von den Zugführern. Klar, die sitzen vorne und führen den Zug.
Mittlerweile hat sich der Begriff Lokführer wieder in den Köpfen der Kunden gefestigt. Leider nur deshalb, weil das Wort Lokführer seit einem Jahr fast untrennbar mit dem Wörtchen Streik verbunden ist. Der Lokführerstreik. Mit einem Mal weiß wieder jeder, wie die Leute im Führerstand (ja, diese Bezeichnung änderte sich nie) heißen. Und dabei hat gar niemand mitbekommen, dass die schon wieder neu bezeichnet wurden. Im Zuge der Gleichschaltung im europäischen Verkehr sollen Lokführer nur noch Eisenbahnfahrzeugführer genannt werden (Abkürzung EFF). Wahrscheinlich stellte man (ganz überrascht) fest, dass auf den Schienen auch noch Güterzuglokomotiven, Rangierlokomotiven, Wartungszüge, Bauzüge, Messzüge etc. unterwegs sind, also einen Haufen Eisenbahnfahrzeuge, die einen Führer benötigen.
Zumindest ein gutes hat der Streik. Auf lange Sicht werden Lokführer wieder so genannt werden wie früher. Lokführer. Denn bislang habe ich noch nichts über den Eisenbahnfahrzeugführerstreik gehört. Und das ist auch gut so.
Rettet CH
Ach, und weil wir grade beim Thema „deutsche Sprache“ waren, möschte isch doch nischt versäumen, ein weiteres Anliegen anzusprechen. Denn mir liegt neuerdings viel daran, das „ch“ zu retten. Natürlisch ist damit nischt die Schweiz gemeint, der geht es gut, die muss nischt gerettet werden. Was aber so langsam intensiver Pflege bedarf, ist das kleine, knuddelige, kehlige „ch“. Besonders in dem wischtigen Wörtschen „Isch“. Wir Älteren kennen es noch und nutzen es auch intensiv. Doch es ist bedroht. Dursch das offenbar einfacher auszuspreschende „sch“. Ein Missstand, wie isch finde. Wir müssen natürlisch nischt gleich übertreiben und es halten wie die Menschen im Köln-Bonner Raum: Dort wicht man schon gerne mal den Tich bevor ein Stück Fleich darauf gelegt wird.
Ich lebe in einer Welt ohne Kakteen
Am Wochenende war ich mit der damalige Freundinn auf der Bildungsmesse Didacta in Stuttgart. Und ich hatte drei mehr oder weniger schwerwiegende Erkenntnisse:
1) Die bestehende und angehende Lehrerschaft besteht offenbar zu 95% aus weiblichem Personal, das vermutlich mehr durch Kompetenz, als durch Attraktivität glänzt. Gut, so etwas ist vollkommen egal, fällt aber irgendwann mal auf, wenn man völlig fertig nach vier Stunden Gedränge irgendwo Platz nimmt und die Menschenmassen an einem vorüber ziehen lässt.
2) Die Tafel wird multimedial. Ich testete fasziniert die neue Generation der allseits unbeliebten Wandtafel. Sie ist groß, sie ist per Stift bedienbar, sie kann multimediale Inhalte anzeigen, sie kann ins Internet, sie kann gleichzeitig durch Google Earth sausen, Bilder malen und Texte schreiben, während sie links oben noch ein Lehrvideo zeigt. Sie lässt sich per Knopfdruck löschen, womit der Tafelwischdienst in Zukunft der Vergangenheit angehört. (Mein Freund Chris sagte am Abend zu dem Thema übrigens, dass er den Tafelwischdienst eigentlich auch als erzieherische Maßnahme sähe. Woraufhin ich ihn beruhigte, dass die Schüler in Zukunft eben anders gemaßregelt werden müssen. Anstatt Tafel wischen vielleicht Festplatte defragmentieren oder so.)
3) Ich lebe ab sofort in einer Welt ohne Kakteen. Der Duden war nämlich auch mit einem großen Stand vertreten und ich ließ es mir nicht nehmen, dem Herrn Duden mal eine Frage zu stellen. Okay, letzten Endes war es nur ein Mitarbeiter, dem ich die Frage stellte, doch zumindest fand er eine Ausrede. Ich fragte ihn nämlich, wie es kommen konnte, dass laut Duden plötzlich das Wort "Atlasse" erlaubt sei. Ich wuchs noch mit Atlanten auf und konnte es nicht fassen, als ich neulich in einer Quizshow nämlich genau bei dieser Frage versagte. Atlasse, ich bitte euch. Dudens Mitarbeiter erklärte mir, die Atlasse würden vermutlich so stark im deutschen Sprachgebrauch Anwendung finden, dass sich das Duden Kollegium genötigt sah, es in das Wörterbuch aufzunehmen und damit sozusagen offiziell zu machen. Natürlich bleiben auch weiterhin die Atlanten erlaubt. Bis sie der Vergessenheit anheim fallen. "Es gibt ja keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb der Plural dieses Worts so lautet. Man könnte es den Kindern, die heute Deutsch lernen, auch einfacher machen", so sein Kommentar.
Etwas gallig bemerkte ich, man dürfe dann wohl auch bald Kaktusse und Globusse sagen… nun, ein Blick in das aktuelle Werk verriet, dass es bereits so weit war. Ich lebe ab sofort in einer Welt voller Kaktusse, Atlasse und Globusse. Und wem sich bei diesem Satz der Magen krümmt (und die Rechtschreibkorrektur rot sieht), der möge "Hier!" schreien.
Die einzig wichtige Frage zum Thema Liechtenstein
Heute morgen, als ich die Wohnung verließ und die Stufen hinab stieg, fiel mein Blick auf eine Ausgabe dieser kostenlosen Zeitungen, die hier verteilt werden und lieblos auf der Treppe herum liegen, bis jemand sie mit nach Hause nimmt und/oder weg wirft. Die Schlagzeile lautete "Deutschland attackiert Liechtenstein". Im ersten Moment dachte ich: Mein Gott, wir sind wieder im Krieg. Bis mir zum Glück aber einfiel, dass es sich hierbei bestimmt nur um die derzeitigen Steueraffären handeln kann. Diese übrigens gehen mir komplett am A.. vorbei. Ich habe meine Konten in Liechtenstein schon lange aufgelöst und mein Geld mit fingierten UNICEF-Spenden gewaschen und auf die Cayman Islands überweisen lassen. Aber pssst, verratet mich bloß nicht. Nun bleibt eigentlich zum Thema Liechtenstein für mich nur noch eine Frage übrig. Die wichtigste Frage überhaupt. Die mich schon seit Jahrzehnten beschäftigt. Nämlich: Warum wird Liechtenstein so ausgesprochen, als würde man es Lichtenstein schreiben?
Bestellung auf Chinesisch
"Ja? Hallo?"
"Hallo, ich würde gerne etwas bestellen."
"Ja?"
"Und zwar bitte einmal die 8 Kostbarkeiten."
"A Kossakei."
"Ähm, ja genau, und…"
"Numme hudaswasi."
"Ähm, ja. 120. Genau. Und dann bitte noch die Nummer 1."
"Eis?"
"Nein. Eins. Die Peking Suppe."
"Ah. Eis. Supp."
"Ja."
"Okay. Wohin?"
"In die Grabenstraße bitte."
"Habe Sie Kundenumm?"
"Kundennummer? Nicht das ich wüsste."
"Habe sie Fonnumm?"
"Ja, 555 3468." (von der Redaktion geändert)
"Füf füf füf swei vier sesach."
"DREI vier sechs acht."
"Ja, swei…"
"DREI!"
"duai."
"Genau."
"Un Nam?"
"Graf."
"K… un?"
"Nein. G…"
"W…"
"Nein, G…"
"Ja, W…"
"G!!…"
Ja! W…"
"R…A…F…"
"E…A…N…"
"Häh? Nein G..R..A..F.."
"Ja, W..E..A..F.."
"Uff, ja genau…"
"Komm in swasi bi dreissi Minut."
"Wunderbar. Danke."
Sollte ich morgen tot in meiner Wohnung aufgefunden werden, kam das Essen wohl doch nicht und ich bin verhungert.Augenzeuge
" ‚Ich habe nur im Augenwinkel gesehen, dass er reingekommen ist‘. Sagte eine Augenzeugin." Hmm, aber ist das dann nicht eine Augenwinkelzeugin?
Vorgenommen und abgenommen
Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, mir nicht mehr vorzunehmen, mir etwas vorzunehmen für das neue Jahr. Nun werde ich mir aber doch etwas vornehmen, nämlich das Vorhaben mir nicht zuviel vorzunehmen und stattdessen abzunehmen. Also weniger zu mir zu nehmen. So das Vornehmen. Ähm, das Vorhaben.
Man hätte es ahnen können
Ein Kollege: "Meine Freundin hat sich da auf so einer Seite angemeldet, wo man nach seinen Vorfahren suchen kann. Und jetzt kriegt sie natürlich prompt eine Rechnung und Mahnungen und Drohungen eines Inkaso-Büros…"
Ich: "Herrje. Wie kann man nur? Wie heißt denn die Seite?"
Kollege: "Die heißt, ähm, Ahnennamen oder irgendwas mit Namen und Ahnen oder so dot com."
Ich: "Hmm, also da hätte man ja schon beim Namen ahnen können, dass da was faul ist."Nein, kein Geo.
Neulich, wieder mal beim Kiosk meines Unvertrauens. Ich gehe zur Verkäuferin und sage: "Entschuldigung. Haben Sie die Gee?" Sie schaut verdutzt. "Dietschie?" fragt sie. "Nein, nicht Dietschie. Die Gee. Gee. Dschie. Geschrieben G, E, E." Die Verkäuferin fängt an, das Regal zu durchsuchen und murmelt dabei "Ditschi, Ditschi, Ditschi…" "Gee", verbessere ich, "G, E, E." Sie sucht weiter und ruft plötzlich triumphierend "Ah, da haben wir sie ja. Die Geo." Und zum Beweis buchstabiert sie mir den Titel: "G, E, O." Ich schlage innerlich die Hände über dem Kopf zusammen und sage: "Nein, nicht G, E, O, sondern G, E, E. Das ist ein Videospielemagazin." "Achso, Videos", stellt sie fest und beginnt die DVD-Hefte zu durchsuchen. Ich verabschiede mich schnellstens.
Sometimes I speak not so good English
Oh, wie ich es hasse, wenn Kunden völlig überraschend Fragen in englischer Sprache stellen. Da stehe ich regelmäßig erstmal wie ein Depp da, stammle vor mich hin, werfe ein paar englische Substantive und Verben in den Raum und gestikuliere wild mit den Händen, in der Hoffnung, man möge mich verstehen. Bisher hat das auch immer funktioniert, dennoch ärgert es mich. Hallo, wozu schaue ich denn ständig TV-Serien und Kinofilme im Original an? Wozu kann ich denn jeden englischen Text lesen und verstehe im Grunde auch alles, was man mir auf Englisch sagt, wenn ich meinerseits keine vernünftige Antwort zustande bringe? Denn das Schlimmste an dieser Misere ist, dass ich, sofort wenn der Kunde von dannen zieht, die perfekte Antworten parat habe. In geschliffenem, lupenreinem Englisch. Nur leider zu spät. Und jedesmal sage ich mir, dass ich mir beim nächsten Mal mehr Zeit nehme und länger über meine Antwort nachdenke (etwas, dass auch viele Deutsche in ihrer Landessprache tun sollten). Ich schätze, ich brauche wirklich mal ein wenig Auslandsaufenthalt um meine Sprachkenntnisse zu festigen. Neuseeland, so für ein bis vierzig Jahre. Sounds great.

