Notizen

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  • Notiz 27

    Apple lebt hier nicht von Kundenbindung, sondern von Gefangenschaft. Nutzer bleiben nicht aus Vertrauen oder Zuneigung, sondern weil sie im Ökosystem festhängen und der Ausstieg teuer, unbequem und riskant ist. Die erzwungene Umstellung bei Patreon zeigt dieses Machtverständnis in Reinform. Apple greift in die Einnahmen von Kreativen ein, ohne zu ihnen in Beziehung zu stehen, ohne Verantwortung zu tragen und ohne realen Mehrwert zu liefern. Das ist kein partnerschaftliches Plattformmodell, sondern reines Rent-Seeking. Kurzfristig mag das die Service-Zahlen schönen, langfristig untergräbt es die Loyalität, die Apple einst stark gemacht hat. Wer Nutzer nur noch über Abhängigkeit hält, darf sich nicht wundern, wenn immer mehr aktiv an Fluchtszenarien arbeiten. Ich übrigens auch.

    Apple macht wieder Apple-Dinge. Bzw. Tim Cook Dinge. Just zur gleichen Zeit, in der Apple weitere Rekordumsätze bei Services und iPhones verkündet und der Aktienkurs weiter steigt, will das Unternehmen erneut eine 30-prozentige Beteiligung der Einnahmen von Patreon verlangen. Eine Forderung, mit der Apple schon zuvor vor Gericht gescheitert ist, nun aber noch einmal mit Patreons Abhängigkeit vom App Store eine regelrechte Erpressung anstrebt. Ich möchte an der Stelle gar nicht die Diskussion beginnen, dass unter Steve Jobs alles besser war. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es Jobs, trotz aller Versuche, seine Systeme nie zu öffnen, proprietär zu bleiben und dadurch Marktmacht zu erlangen, nie um das große Geld in erster Linie ging, sondern immer um das Produkt und das Erlebnis damit. Tim Cook agiert hier anders und produziert nur für die Aktionäre. Mit allen noch so dreckigen Mitteln. Und vielleicht wäre so langsam eine Ablösung nötig. Aber wozu, wenn der Mann so viel Geld rein bringt?

    Übrigens weiß ich, dass man nie Kommentare im Internet lesen sollte. Wenn ein Kommentar aber so on point geschrieben ist, wie der oben zitierte von einem gewissen Travis, dann sollte das auch gerne verbreitet werden. Was Travis sagt!

  • Notiz 26

    Bei all den immer gleichen Diskussionen würde ich mir folgendes wünschen:

    1. Vegan essen ist nicht gleichbedeutend mit Tofu. Oder Salat. Oder irgendwelchen Ersatzprodukten, die so tun, als seien sie Fleisch oder Wurst. Auch Pasta mit Tomatensauce ist vegan (wenn die Nudeln ohne Eier sind) um nur ein Beispiel zu nennen. Statt sich über die Begrifflichkeit „veganes Schnitzel“ zu echauffieren, könnten wir vielleicht einfach den Begriff vegan weglassen, wenn das immer zum roten Tuch wird. Reden wir doch besser über gesund und ungesund mit dem klaren Hinweis, dass niemand jemandem ungesundes Essen verbieten möchte. Kann jeder selbst entscheiden
    2. Wenn wir über Elektromobilität sprechen, oder allgemein über Energiewende, wird immer damit argumentiert, was alles nicht geht. Es wird immer auf den Status Quo geblickt. Und dabei komplett ausser Sicht gelassen, dass Technologien sich weiterentwickeln: Akkus werden leistungsfähiger, sicherer und das bei weniger Schadstoffen. Windkrafträder werden effizienter und günstiger und evtl. braucht es gar nicht mehr, sondern nur modernere. Solarpanel werden ebenfalls effizienter und günstiger. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Nur Stillstand ist der Tod von Innovation. Denkt nach vorne, Leute und bleibt nicht in der Zeit verhaftet, wo Mobiltelefone so groß wie eine Handtasche waren und BTX das beste Internet war, das man sich vorstellen konnte.
  • Notiz 25

    In other news: Amazon kündigt an, insgesamt 16.000 Stellen abzubauen. Einen Tag nachdem bekannt wurde, dass Amazon für die Rechte an dem Dokumentarfilm „Melania“ über Melania Trump, mit Melania Trump insgesamt 40 Millionen Dollar bezahlt hat. Disney hatte wohl nur 12 Millionen geboten. Und das Marketing wird auf ca. 35 Millionen geschätzt. Kosten, die laut Experten niemals wieder reingeholt werden können. Warum hier so viel Geld geflossen ist, kann man sich ausmalen. 16.000 Zuschauer weniger hat der Film auf alle Fälle.

  • Notiz 24

    Und nur um es auch hier noch einmal festgehalten zu haben: Tim Cook besuchte eine exklusive VIP Filmpremiere über Melania Trump im weißen Haus nur Stunden nachdem in Minneapolis Alex Pretti von Trumps eigenen ICE Agenten öffentlich und unter Zeugen mit 10 Schüssen hingerichtet worden war. Und schwieg dazu bis heute, wo er ein „internes“ Memo veröffentlichte und sagte, es sei nun die Zeit für Deeskalation und er habe offen mit Trump gesprochen. Er meinte vermutlich ergebnisoffen. Mit keinem Wort wird dabei Alex Pretti oder die kurz zuvor ermordete Renee Good erwähnt oder eine klare Position bezogen oder eine Linie gezogen oder gar eine Brandmauer errichtet. Als 2020 George Floyd ermordet worden war, klang das alles noch ganz anders.

  • Notiz 23

    Ich bin so alt, dass ich mich noch daran erinnern kann, wie man für jede elementare Anwendung auf macOS, ähm OS X, bezahlen musste. Herrje, selbst jedes OS Major Update kostete Geld. Ich meine sogar einen dreistelligen Betrag. Auch die iWorks Suite mit den MS Office Konkurrenten Pages, Keynote und Numbers musste gekauft werden und man erstand sie auf einer CD in einer geilen Schachtel. Und irgendwann wurde alles kostenlos. Und dann kam Google und noch mehr geile Software wurde kostenlos. Dann passierte lange nichts und jetzt sind wir wieder an dem Punkt, an dem alles auf Anfang zurück gesetzt wird. Apple verlangt jetzt für iWorks ein Abo, wenn man alle Funktionen und Inhalte nutzen will. Oder man abonniert direkt das Creator Studio, wo noch Logic Pro, Final Cut und Pixelmator enthalten sind. Aber allen ist klar: Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Apple, stets knapp bei Kasse, muss schauen wie sie Geld verdienen und sie haben erkannt, dass man Geld verdient, wenn man Software verkauft oder als Service anbietet. Demnächst: Kostenpflichtige Major OS Updates. Alles zurück auf Anfang.

  • Notiz 22

    Man gewöhnt sich ja an so einiges. Training und so. Auch mit dem Horror lernt man irgendwann umzugehen. Ob es Abstumpfen ist? Schwer zu sagen. Ich kann mir heute Grusel- und Horrorfilme ansehen, die ich vor Jahrzehnten nicht ertragen hätte. Aber auch jetzt bleibt immer noch eine natürliche Grenze, die nicht überschritten werden kann: Folter, unnötig explizite Darstellungen, Vergewaltigungen, die ganze abscheuliche Latte. So werde ich beispielsweise die komplette Saw Reihe auf ewig einfach nur abstoßend finden.

    Es gibt aber noch eine andere Grenze und die existiert aus mir unerfindlichen Gründen im Mainstream, nicht im Horror-Genre. Das spielerische massenhafte Abknallen von Menschen. Keine Ahnung, wann das zum Spaß wurde. So gesehen die Tage in dem gar nicht so guten Streifen Kingsmen, in dem zu fröhlicher Musik und mit wilden Schnitten und toller Akrobatik Dutzende Menschen mit Kopfschüssen und anderen abscheulichen Mitteln erledigt wurden. Es sollte wie ein Tanz wirken, es ist aber ein Abschlachten. Und klar, bei John Wick oder Bullet Train kann man in ähnlichen Szenen immer sagen: Aber es sind doch die Bösen, die hier draufgehen. Aber ist das der Maßstab? Will ich, dass der Kopfschuss und das Ausschalten eines Menschen in Nahaufnahme und Zeitlupe normal für mich wird? Will ich so abstumpfen, dass mich das nicht mehr erschreckt?

    Wollen wir das als Gesellschaft? Schockt es uns noch genug, in den Fernsehnachrichten zu sehen, wie wehrlose und unschuldige Menschen durch ICE Beamte einfach so erschossen werden, so als wären wir in einem Film? Ich glaube, wir sitzen grade alle im falschen Film.

  • Notiz 21

    The bugs are real. The math is not. All estimates are made up. Your frustration, however, is valid.

    Bugs Apple Loves präsentiert eine wundervolle Liste von Fehlern in den Betriebssystemen und Programmen von Apple, die die Verantwortlichen schon seit viel zu langer Zeit nicht verbessern oder anerkennen. Vermutlich weil sie sie einfach lieben. Bugs Apple Love ist eine Satire-Seite und gibt offen zu, die (um ehrlich zu sein, viel zu ausführliche) Berechnung der verlorenen Lebenszeit durch die einzelnen Bugs frei erfunden zu haben. Die Bugs selbst existieren aber wirklich, teilweise schon seit Monaten und Jahren und sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Qualität, Sorgfalt und das Gespür für die Details bei Apple in den letzten Jahren stark nachgelassen hat. Shame! Shame! Shame!

  • Notiz 20

    Reminder an mich selbst: Sollte ich jemals wieder ein Produkt bestellen, dann halte ich den kompletten Vorgang des Auspackens fotografisch fest. Selbst wenn ich in diesem Moment noch der festen Überzeugung bin, das Produkt behalten zu wollen. Anhand dieser Fotostrecke sollte es mir dann hoffentlich möglich sein, das Produkt auch wieder so einpacken zu können, dass es wirklich in den Karton passt. Denn ganz offensichtlich gibt es jeweils immer nur genau eine (1) Variante, in welcher Reihenfolge und Position Einzelteile zurück in die Verpackung müssen. Dies wurde zuvor mathematisch berechnet und mit Robotern durchgeführt und als normaler Mensch hat man nicht die geringste Chance, die richtige Methode zum Verpacken herauszufinden.

  • Notiz 19

    Predator: Badlands ist ein großartiger Film von „10 Cloverflied Lane“ Regisseur Dan Trachtenberg. Phantastische, fantasievolle Settings, hervorragende Action, toller Schnitt, packende Musik und eine Story, die ausreichend ist, um die Beweggründe und Ziele der Protagonisten deutlich zu machen. Der Rest ist reiner Plot mit genau der richtigen Mischung an Bildern, Lautstärke und feinem Humor. Eigentlich die perfekte Unterhaltung. Und… endlich wieder ein Film, der auch nach Kino aussieht und nicht wie eine Netflix/Amazon/DisneyPlus Produktion. Nach „Prey“ tatsächlich der nächste richtige Kracher. Und ja, auch „Killer of Killers“ (die Animationsvariante) hatte seinen Reiz.

    Allerdings: Nun hat man auch dem Predator nachdenkliche, fast menschliche, emotionale Züge verpasst und beleuchtet, was so ein Predator alles durchmacht. Zuvor war er einfach eine anonyme Tötungsmaschine, die nicht zu stoppen war und genau aus diesem Umstand Spannung erzeugte. Das ist nun vorbei. Predators haben Eltern und Geschwister und Verluste und Traumata und Regeln, an die sie sich halten müssen, ob es ihnen gefällt oder nicht. Seufz. Was kommt als nächstes? Wir sehen, dass die Aliens in ihrer Heimat eigentlich doch ganz soziale und liebende Wesen sind? Dass der Terminator eigentlich aus ganz verständlichen Beweggründen handelt?

  • Notiz 18

    Wer hat die Polarlichter letzte Nacht verpasst? *Zeigt mit zwei Daumen auf sich selbst*. Es reicht wohl nicht, täglich die Wettervorhersage zu checken, sondern auch die Polarlicht-Vorhersage.