Autor: Roger Graf

  • Über Geschmack lässt sich…

    Ja, was denn nun? Streiten oder nicht streiten? Nach meinen Recherchen heißt das Sprichwort im Original „Über Geschmack lässt sich nicht streiten“. Und doch hört man so oft die Version „Über Geschmack lässt sich streiten“. Was ist denn nun wahr?

    Meiner Ansicht nach beides. Die Wortwahl des Sprichwortes ist nur etwas missverständlich. Denn über Geschmack lässt sich definitiv streiten. Weil Geschmack etwas rein subjektives ist und damit auch jeder Mensch eine eigene persönliche Meinung hat. Die mit den Meinungen anderer kollidiert, was für Zünd Gesprächsstoff sorgt. Streitbares gibt es wahrlich genug. Mein Lieblingsthema: Film. Mittlerweile habe ich es aufgegeben, mit anderen über Filme zu „diskutieren“. Wenn jemandem ein Film nicht gefällt, den ich klasse finde – so what? Ich muss niemanden überzeugen. Ich darf dafür auch Filme scheiße finden, die alle anderen mögen.

    Und damit wären wir bei der zweiten Wahrheit. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber nicht, weil es keine Streitpunkte gäbe. Sondern weil es eben keinen Sinn macht. Das Sprichwort sollte daher lauten „Über Geschmack braucht man nicht streiten“.

    Hab ich schon erwähnt, dass ich den neuen Bond-Song beschissen finde und dass ich Keinohrhasen beschissen fand und dass ich Wall-E liebe? Mehr dazu noch diese Woche. Und ich erwarte Eure Meinungen in den Kommentaren.

  • Meine Fußballmannschaft

    Warum ist man eigentlich Fan einer Fußballmannschaft? Und wovon ist man ein Fan? Von den Spielern? Von den Trainern? Von der repräsentierten Stadt? Oder vielleicht von der Stimmung und den anderen Fans und den Erinnerungen und so? Ich gebe zu, mit Fußball konnte ich nie wirklich etwas anfangen. Weder auf dem Platz, noch auf dem Bildschirm. Ich war auch noch nie in einem Stadion. Fußball interessiert mich nur zu Europa- und Weltmeisterschaften und in diesen Fällen bin ich natürlich für Deutschland. Weil diese Jungs, wie immer sie auch heißen, für ihr Land spielen. 

    Deshalb meine Frage. Wenn jemand vor fünf Jahren Fan des FC Bayern München war und es heute immer noch ist, so ist er doch heute Fan einer komplett anderen Mannschaft. Alle Spieler und Trainer sind neu, vielleicht sogar der Sponsor und die Trikot-Farben. Was bleibt, ist doch nur der Name und die Stadt. Umso verwirrender finde ich das, wenn ein FC Bayern München Fan gar nicht aus München stammt oder dort wohnt. Was verbindet ihn mit dem FC?

    Mir persönlich liegt der SC Freiburg am Herzen. Aber auch nur, weil ich aus dem Raum Freiburg stamme. Ich weiß aber nicht, wo sie in der Tabelle stehen und ich kann euch keinen einzigen Spielernamen nennen. Aber ehrlich, ich fürchte kaum ein Spieler des SC stammt tatsächlich aus Freiburg. Ich stehe also hinter einer Mannschaft von Jungs, die vom Freiburger Management eingekauft wurden und beim nächstbesten Gebot wieder verschwinden. Ja, ich bin wohl nur Fan von Freiburg. Und damit auch des SC Freiburg, ganz gleich, wer dort spielt und wie.

    Ich kann mich noch an goldene Zeiten erinnern, da wurden die Freiburger in den Medien Breisgau-Brasilianer genannt. Sie spielten sich frech und ungewohnt und einigermaßen erfolgreich in die Herzen der Zuschauer. Das ist heute anders. Der Sportclub heute ist nicht mehr der gleiche wie damals. Und das nicht nur weil Volker Finke gegangen wurde. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, ich bin ein Fan von Freiburg. Der Stadt, dem Flair, den Menschen dort und damit auch zwangsläufig dem Fußballverein. Wie ist das bei euch? Bei welcher Mannschaft fiebert ihr mit und weshalb? Und kann mir jemand sagen, weshalb jemand Fan einer Fußballmannschaft ist, mit der ihn gar nichts verbindet?

  • iPhone nicht mehr exklusiv bei T-Mobile

    Die Gerüchteküche brodelt nicht, aber sie köchelt leise vor sich hin. Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis T-Mobile seinen Exklusivanbieter-Vertrag für das iPhone in Deutschland verliert. In anderen Ländern ist es mittlerweile Gang und Gäbe, dass sich mehrere Anbieter den Markt teilen. In der Schweiz beispielsweise Orange und die Swisscom. Auch ist es kein offenes Geheimnis, dass die Geschäfte mit dem iPhone fast nirgendwo so schlecht laufen wie in Deutschland. Gemessen am kaufbereiten Publikum. Und dies liegt mit Sicherheit auch an den teuren und unflexiblen Kondition, mit der ein deutscher Kunde bei T-Mobile leben muss. T-Mobile selbst versucht sich mit Prepaid-Tarifen zu retten, doch auch die sind weitestgehend unattraktiv. Natürlich will nicht jeder Mensch ein iPhone, aber diejenigen, die eines wollen, benötigen auch vernünftige Tarife zu vernünftigen Preisen, sonst macht das schönste Gerät keinen Spaß – entweder weil man sich zu Tode zahlt oder das meiste nicht nutzen kann.

    Nun ist mittlerweile an vielen Ecken zu lesen und zu hören, dass sich noch in den nächsten paar Wochen etwas auf dem deutschen Mobilfunkmarkt tun wird. Mobilcom, Vodafone und E-Plus lassen eher laut durchsickern, dass sie demnächst ebenfalls das iPhone in ihr Programm aufnehmen werden. Mit natürlich günstigeren Tarifen. Der Preiskampf würde endlich beginnen, ob die Qualität stimmt wird sich zeigen müssen. So oder so wird T-Mobile gezwungen sein, etwas zu unternehmen um überhaupt noch Neukunden an Land ziehen zu können. Nur mit den Hotspots und der Visual Voicemail bringt man keinen Kunden dazu, zuviel mehr zu zahlen.

    Seien wir ehrlich. Alle, die sich das iPhone in Deutschland geholt haben, taten dies nur wegen des Geräts und TROTZ der T-Mobile Verträge. Dieses Verhalten würde sich schlagartig ändern, wenn weitere Anbieter auf die Bühne kämen.  Wer also derzeit mit dem Gedanken spielt, sich ein iPhone zuzulegen, dem möchte ich raten, noch ein paar Wochen zu warten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Apple hier bereits in den Endphasen der Verhandlungen steckt und im Weihnachtsgeschäft nochmal richtig absahnen möchte. Geht einfach mal in einen Vodafone-Shop oder zu E-Plus, räuspert euch verschwörerisch und fragt den Verkäufer, ob er schon neue Information habe. Hat er nicht. Haben sie nie. Aber was er sagen könnte, wäre, dass sich da bald was tut. Klar.

    Vor zwei Wochen schlenderte ich mit der damalige Freundinn durch Düsseldorf. Und da ich noch immer auf der Suche nach einer guten Schutzhülle für mein iPhone bin, betraten wir einen E-Plus Shop, der Handytaschen direkt am Eingang hängen hatte. Ein Verkäufer trat auf uns zu und was nun kommt, fand sogar ich übertrieben.

    Er fragte, ob er helfen könnte und ich erklärte ihm, dass ich auf der Suche nach einer Tasche für mein iPhone sei. Er: "Ach, sie haben schon ein iPhone. Glückwunsch. Nun, wir haben leider noch keine iPhone Taschen im Programm. Aber, psst, die kommen demnächst rein." "Aha", frage ich. "Wieso das?" "Weil wir demnächst auch das iPhone anbieten werden. Ist aber alles noch nicht offiziell." "So so. Dann sind die Gerüchte also wahr? Und gibt es schon Preise und Termine?" "Nun, nein, das wird derzeit noch verhandelt. Außerdem warten wir ja auf das neue iPhone von Apple. Sobald das rauskommt…" "Welches neue iPhone? Das iPhone 3G ist doch erst vor wenigen Monaten veröffentlicht worden." "Ja, das schon, aber das ist ja ein amerikanisches iPhone. Damit kann man ja vielleicht nur 80% der Funktionen in Deutschland nutzen, denn das ist ja eine T-Mobile Software", behauptete er. Ich kramte weiter in den Täschchen. "Die iPhone Software ist eine T-Mobile Software? Und was kann ich mit meinem iPhone in Deutschland noch nicht nutzen?" wollte ich wissen. "Nehmen wir zum Beispiel Visual Voicemail. Das funktioniert nur auf dem amerikanischen Markt." "Hmm, ich kann Visual Voicemail nutzen", erklärte ich. "Aha, und seit wann?" fragte er etwas patzig. "Seit ich es habe." "Und seit wann gibt es Visual Voicemail?" "Was weiß ich? Ist mir auch egal, es funktioniert auf alles Fälle", antwortete ich nun etwas patzig. "Jedenfalls", so fuhr der Verkäufer fort, "wird Apple ein europäisches iPhone herstellen, das dann exklusiv für E-Plus gemacht wird. Dort werden dann alle Funktionen für den deutschen Markt bereit gestellt." Nun war ich erstmal baff. "Apple stellt ein neues iPhone her mit Funktionen nur für den deutschen Markt?" vergewisserte ich mich. "Ohja, dann kann man das iPhone auch endlich richtig nutzen." Kurz fragte ich mich, ob er das Apple Handy vielleicht mit dem Google Handy verwechselte. Wir verabschiedeten uns schnell.

    Diese Konversation war etwas abstrus und ich glaube dem Verkäufer nicht ein Wort. Die Quintessenz für mich ist dennoch, dass der Markt in Bewegung ist. Mehr denn je. Und früher oder später werden auch andere Anbieter das iPhone ins Programm nehmen. Ob mit speziell angepassten Funktionen oder mit der Standard-iPhone-Software. Ganz egal. Jetzt heißt es erst mal abwarten, was die nächsten Wochen bis Weihnachten so bringen.

    Und vielleicht ist ja doch alles nicht wahr. Wer weiß? :-)

  • Küchengadgets

    Wenn ich mich in meiner Wohnung umsehe, fällt mir auf, dass ich mittlerweile so gut wie alles an Gadgets und Geräten gekauft habe, die ich jemals haben wollte. Ich habe alle drei wichtigen Spielekonsolen inklusive mehrerer Controller und dem WiiFit Board, den passenden HD-Monitor dazu, die obligatorische Surroundanlage. Ich besitze ein MacBook Pro und ein iPhone. Ja, selbst ein Nintendo DS liegt hier irgendwo herum. Auch im Bad gibt es kein Verstecken vor High-Tech. Die neueste Errungenschaft ist eine Ultraschallzahnbürste mit UV-Reiniger. Und ganz ehrlich, ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie man zuvor mit einer normalen Handzahnbürste die Zähne überhaupt richtig sauber bekommen hat. (Okay, ich hatte auch zuvor schon Ultraschallbürste, aber die wurde langsam alt und laut). Wie ihr seht, bin ich bestens ausgerüstet. Und nun fragt sich mein kauffreudiges, Gadgetgeiles Herz natürlich, was man als nächstes erstehen könnte. Was fehlt in meinem Haushalt noch? Ah, die Küche. Natürlich. Alles was ich in der Küche habe, ist ein Toaster, ein Wasserkocher, ein Rührstab aus dem Billigdiscounter und eine (mittlerweile zwei) Senseo Maschine(n). Die kann sicherlich den grössten Gadget-Faktor für sich verbuchen. Der Kühlschrank mit dem Bedienfeld an der Tür wird nämlich zu wenig genutzt.

    Es müssen also mehr Gadgets für die Küche her, mehr tolle Geräte, die einem das Kochen vereinfachen und die auch mich als Kochmuffel vielleicht mit Spaß an den Herd zurück bringen. Ich brauche diese wahnsinnig coolen Maschinen, die man im Nachtprogramm im Werbefernsehen angepriesen bekommt. Nur in guter Qualität. Ich brauche Küchenmaschinen, die einem fast alles aus der Hand nehmen und dabei noch supercool aussehen. Ich brauche schicke Vollkochautomaten.  Was wird wohl der gemeine Saturn-Verkäufer sagen, wenn ich gar nicht weiß, was ich brauche – Hauptsache es ist cool und superpraktisch. Warum stellt Apple eigentlich keine Küchenmaschinen her? Oder gibt es im Küchenbereich einen vergleichbaren Hersteller, der so auf Funktion und Design achtet? Ich halte euch auf dem laufenden, was meine nächste Errungenschaft sein wird.

  • Und er sprach, es werde Licht

    An meinem allerletzten Tag in Basel, nach meiner allerletzten Nachtschicht, betrat ich um halb fünf Uhr morgens das Treppenhaus meiner Wohnstätte. Also dem Gebäude, das im Fahrstuhl-losen (gefühlten) 36sten Stockwerk das Wohnklo bereit stellte, welches ich für die Nacht nutzen durfte. Das Gebäude war alt, ebenso die Holzstufen der Treppen, die kräftig knarzten und ächzten. Auch die elektrischen Leitungen schienen nicht neuester Stand der Technik zu sein und widersetzten sich so ganz dem Eindruck, den die Überwachungskamera und die hochmoderne Gegensprechanlage mit Videofunktion versprach. Denn prompt an jenem letzten Morgen versagte das Flurlicht seinen Dienst. Und ich stand im Dunkeln.

    Doch Hilfe war nah. Nicht in Form eines Feuerzeuges oder Streichholzes, da Nichtraucher. Auch nicht in Form einer im Rucksack befindlichen MagLite, da Nicht-Pfadfinder. Auch nicht in Form einer Fackel oder der Fähigkeit, im Dunkeln Sehen zu können, da Nicht-Filmheld. Der Mann von Welt hat dafür natürlich ein iPhone in der Tasche und darauf die wohl sinnloseste Applikation, von der er nie erwartet hätte, sie jemals zu brauchen. Nun war ihre Zeit gekommen. Der Name des Programms lautete Flashlight und es tat folgendes: es schaltete den Bildschirm des iPhones auf Komplett Weiß mit höchster Leuchtkraft und Kontrast.

    So schritt ich die Stufen empor, langsam, bei jeder Bewegung gruslige Knarzgeräusche verursachend und nahm die Welt auschließlich in einem kurzen, weiß-bläulichen Lichtkegel wahr. Nur ich und die Geräusche. Und die Hoffnung, dass nicht plötzlich eine Gestalt vor mir stehen möge, wenn ich um die nächste Ecke biege, oder am Ende der Treppe etwas Schreckliches auf mich wartete. Ich erreichte die (tatsächliche) sechste Etage wohlbehalten. Froh, mein iPhone mit all seinen kleinen Programmen dabei gehabt zu haben.

  • Es neigt sich dem Ende zu

    Bald ist alles vorbei. Nein, kein Weltuntergang, auch mein Leben nicht oder die Aktivitäten in meinem Blog. Wovon ich spreche ist mein Auslandsaufenthalt. Eine Woche noch, dann bin ich wieder zuhause. Und aufs äußerste motiviert, dieses Blog wieder mit neuem Leben zu erwecken. Bereits jetzt habe ich einen bunten Strauß neuer Themen und spannender Geschichten in Petto. Ich möchte meine Schreibfrequenz wieder auf altes Niveau bringen, wenn nicht gar steigern. Ich möchte meine Besucherzahlen wieder auf über 250 täglich bringen, da sie in den letzten Wochen auf unter 150 gefallen waren. Ich möchte gerne wieder mehr meiner Lieblingsthemen, Filme und Gadgets, zur Sprache bringen. Ich möchte gerne mehr Tipps geben. Ich möchte wieder mehr auf Kategorien, statt auf Tags setzen.

    Jaja, viele Pläne, viele "Ich möchte". Aber es geht noch weiter. Ich möchte ein neues Design erstellen. Ich möchte mein Blog etwas beschleunigen. Und vielleicht, ja vielleicht möchte ich sogar auf ein anderes System umsteigen. Wieder einmal. Endlich mal. Ist vielleicht einer meiner Leser versiert in Sachen Datenbanken, MySQL, PHP etc, der mir Tipps zum Umzug geben kann?

    Im Moment sind das alles noch Luftschlösser. Doch der Wille ist da, sie konkret zu machen. Ihr seht, allesroger.net ist nicht tot, es schläft nicht mal wirklich. Es nimmt nur Anlauf. Seid gespannt auf die nächsten Wochen.

  • Schwarzes Loch

    Hallo Freunde. Nur zur Beruhigung. Ich bin in der Schweiz, mich gibt es noch, ich habe noch kein schwarzes Loch entdecken können oder bin gar von einem aufgesaugt und durch ein Wurmloch in eine andere Dimension transferiert worden. Auch fiese Aliens scheinen keine durch ein Loch gekrochen zu sein um unsere Welt zu unterjochen. Das einzige Alien hier bin ich. Offensichtlich verschiebt sich der Weltuntergang noch etwas. Also weiterhin nur Löcher im Käse aus der Schweiz. Entspannen.

  • Luft raus

    Ihr merkt es schon. Derzeit ist bei mir und meinem Blog etwas die Luft raus. Der Auslandsaufenthalt, die Arbeitszeiten, das fehlende Internet, all das zehrt doch mehr an meiner Motivation zu bloggen, als ich bislang dachte. Dabei mangelt es mir eigentlich nicht an Themen. Ich könnte über mein iPhone schreiben, über Kaffeemaschinen und Zahnbürsten, über Volkszählung und Microzensus, über Einwohnermeldeämter, über die Schweiz, über Bahn fahren und Liliputaner, über offene Münder und dumme Menschen. Aber es will gerade nicht so. Sommerloch. Im Frühherbst. Bald bin ich wieder zuhause, dann geht es hoffentlich in gewohnter Manier weiter. Bleibt mir treu.

  • Die Schweiz ist anders

    Die Schweiz ist anders. In so mancher Hinsicht. Hin und wieder muss man sich als deutscher Bürger in Erinnerung rufen, dass es doch ein anderes Land ist, auch wenn die Einwohner fast Deutsch sprechen. Für mich, der in Grenznähe zur Schweiz aufwuchs, nicht immer einfach. Beispiele? Hier in der Schweiz laufen die Menschen mit Dosen in der Hand herum und der Müll landet in einem Sack. Ein Beweis, dass es möglich ist, Recycling auch unkompliziert und ohne hohe Kosten für die Verbraucher auf den Weg zu bringen. Auch das "kostenlose" Herunterladen von Musik ist in gewissen Grenzen legal. Solange der Download nur für den Eigengebrauch bestimmt ist, muss man sich nicht davor fürchten, alsbald die Polizei vor der Tür stehen zu haben. Auch das Thema Kiffen behandeln die Schweizer weit liberaler (vielleicht sogar teilweise zu liberal) als die Deutschen. Kinofilme werden in der Schweiz fast grundsätzlich im Originalton gezeigt. Elektronikartikel sind teuer. Mobilfunk ist günstig. Es gibt dutzende von Beispielen, was an der Schweiz, hm, sagen wir mal, anders gelöst ist, als in Deutschland. Ob alles besser ist, kann man schlecht sagen und würde auch den Rahmen eines Blogeintrags sprengen.

    Zum Thema Fernsehen fällt sofort zweierlei auf. Großartige Serien zeigt das öffentliche Fernsehen. In Deutschland mittlerweile undenkbar. Noch drolliger wird der Unterschied beim privaten Fernsehen und der Werbung. Alle Privatsender wie Sat.1, RTL, Pro7 etc gibt es auch als schweizerische Schwestersender. Dort läuft hauptsächlich das gleiche Programm wie in Deutschland. Nur die Werbung wird anders gestaltet. Zwischen typisch Schweizer Werbungen für typisch Schweizer Produkte und Dienstleistungen finden sich auch europäische bzw. deutsche, die aber allesamt synchronisiert werden. Was mich immer wieder zum schmunzeln bringt. Denn Schweizerdeutsch ist nun mal anders und etwas drolliger als "Schriftdeutsch" (wie man hier sagt). Bekannte Werbungen dann mit diesem Dialekt zu hören, lässt einen eher in einer Parodie wähnen. Selbst die Spots für die Sex-Hotlines (keine Fragen – wenn man sonst kein Entertainment hat, läuft eben der Fernseher auch des Nachts, wo solche Werbungen gezeigt werden) sind mit Schwyzerdütsch und oftmals auch mit Gejodel und typischer Musik unterlegt. Da muss man schon sehr großen Druck haben, um sich von Derartigem scharf machen zu lassen. Mich amüsiert es mehr.

    Ich genieße meine Zeit hier in der Schweiz. Mittlerweile habe ich aufgehört zu versuchen, die Preise umzurechnen. Ich lebe mehr wie im Urlaub, wo man nicht so sehr auf die Preise achtet. Worauf ich Lust habe, hole ich mir. Und so langsam entwickle ich auch ein Gefühl dafür, was zuviel kostet und was nicht.

    Ja, die Schweiz ist anders, in so mancher Hinsicht. Ich befinde mich in einer Art Paralleluniversum. Es sieht fast aus wie Deutschland, es klingt fast wie Deutschland, es fühlt sich fast wie Deutschland an. Und ist doch etwas völlig anderes. Und allein schon deshalb so spannend.

  • Mein iPhone ist bestellt

    Heute, Sonntag, 12 Uhr. Ich rufe bei der Telekom-Hotline Nummer an und bin etwas verdutzt, wie schnell sich eine überaus nette Mitarbeiterin meldet. Sie beglückwünscht mich zur Wahl meines weißen 16GB-iPhones und nimmt meine Daten auf. Sie sagt, die Lieferzeit betrüge (oder heißt es beträge?) derzeit etwa zwei bis drei Wochen. Was in diesem Fall ein wenig mit meinem Schweiz-Aufenthalt kollidieren würde. Ich setze die Bestellung aber fort. Und versuche den strengen Blick der damalige Freundinn zu ignorieren, die so gar nicht mit meiner Bestellung einverstanden ist. Ich freue mich einfach im Stillen und hier im Blog. Bald ist es soweit.

    P.S.: Mein herzlicher Dank geht an Dirk, der mir den Code für die For-Friends-Aktion besorgt hat und ich somit etwas günstiger in den Genuss meines Phones komme. Ebenfalls vielen Dank an Kai, der den Kontakt herstellte.

  • Lassen Sie mich durch

    "Sehr geehrte Fahrgäste. Sollte sich in diesem Zug ein Arzt befinden, so möchten wir ihn bitten, sich im Bistrowagen zu melden. Vielen Dank." Nur wenige Sekunden nach dieser Durchsage hetzen eine Handvoll junge, engagierte Männer durch den Gang. In ihren Gesichtern steht der hippokratische Eid geschrieben, ihre Augen leuchten, ihr Blick ist ernst und fokussiert. Ich hoffe, einer von ihnen trägt den Nachnamen House. Und ich erinnere mich an einen lange gehegten Wunsch. Den, mich durch eine Menschenmenge zu drängeln, die bedeutungsschwangeren Worte "Lassen Sie mich durch. Ich bin Arzt" zu rufen und mit Wohlwollen festzustellen, dass ein jeder zur Seite tritt und Platz schafft. Dieser Wunsch kommt gleich nach dem, mich in einem voll besetzten Lokal an den dort stehenden Flügel zu setzen, eine Elton-John-Performance hinzulegen und damit alle anwesenden Damen heiß und die Männer neidisch zu machen. Hach ja. Dann beobachte ich weiter die Regentropfen an der Scheibe, die Spermien gleich zu einem Ei im hinteren Zugteil eilen.

  • Strom von rechts

    Die Stromzufuhr meines Macbook Pros findet auf der linken Seite statt. Dort nähert man sich mit dem Magsafe-Anschluss, der dann magnetisch einrastet und das Kabel in Richtung Steckdose führt. Und diese scheint in meiner Umwelt immer auf der rechten Seite zu sein. Im Ernst, mir fiel auf, dass egal wo ich mich befinde, das Kabel wieder auf die andere Seite muss, weil die Steckdosen stets zu meiner Rechten platziert sind. Zufall?

  • Degustieren

    Eben, in meinen üblichen 30 Minuten (60 Minuten, wenn man ganz lieb bittet und freundlich lächelt), unterbrach mich eine Starbucks-Mitarbeiterin, ihres Zeichens Coffeemaster, um mir den neuen Kaffee im Programm näher zu bringen. Sie zeigte mir, wie man Kaffee richtig degustiert, erklärte mir, was ich gerade schmeckte (nicht bitter, leicht im Abgang, lieblich, keine Nuss-Note), wieso der Kaffee Verona hieß (wegen Romeo und Julia), warum ein leicht salziges Brötchen dazu passte (das sie mir ebenfalls reichte, mit einer Art Frischkäse bestrichen). Wir schnupperten, schlürften und tranken. Ich nickte, aß das Brötchen und beschloss, das nächste Mal vielleicht doch mal einen normalen Kaffee zu bestellen und nicht immer nur den White Café Mocca. Währenddessen balancierte im Hintergrund eine junge Frau ihre Tasse Kaffee in der einen Hand, ihr Macbook in der anderen und ihr Handy zwischen Schulter und Ohr zu einem Tisch in der Nähe. Sie stürzte beinahe. Sie wollte nicht degustieren.

  • Pfad finden befreit

    Manchmal neige ich dazu, zuviel zu zu erklären. Hin und wieder wäre es besser, euch meine Leser, nicht nur mit lesen und mit machen, sondern auch mit denken zu lassen. Ich muss schließlich nicht jeden einzelnen meiner Gedanken erklären. Ihr könnt euch selbst ein Bild machen. Selbst entscheiden, ob ihr mit mir übereinstimmt oder anderer Meinung seid. Oder ob ihr überhaupt versteht, was ich meine. Und zum Test möchte ich einfach mal folgendes sagen: Es beruhigt mich irgendwie ungemein, wenn ich jugendliche Pfadfinder sehe. So.

  • Aus dem Jenseits bloggen

    Wir alle sterben früher oder später. Und hinterlassen dabei traurige Menschen, kostbare Dinge und viel Unerledigtes. Wenn man alleine in Basel am Dachfenster seines Wohnklos steht und dem Regen zu sieht, so kommt einem irgendwann der Gedanke, wie die Welt aussähe, wenn man nun stürbe. Was würde man zurück lassen? Was hätte man noch nicht erledigt? Und wie sollten die Menschen mit allem zurecht kommen, was man nicht beenden konnte?

    Dass meine Gedanken zu diesem Thema nicht ganz so dramatisch und ernst gemeint sind, wie es sich im ersten Moment vielleicht anhört, bemerkt man daran, dass ich mir überlegte, was aus meinem Blog würde, wenn ich jetzt (oder in den nächsten Minuten) tot umfallen würde (aber hey, ich bin immerhin schon 35). Tausende von Lesern würden hierher finden, alte Beiträge lesen und ständig auf Neuigkeiten warten. Sie würden diesen Artikel hier immer als den neuesten angezeigt bekommen, selbst in einem halben Jahr oder in zehn Jahren. Oder gar nicht mehr, wenn mein Provider einfach alles löscht, weil die Zahlungen ausbleiben. Ich würde verschwinden und niemand (außer dem engen Familien- und Bekanntenkreis) würde bemerken, dass ich weg bin. Meine Leser wüssten von nichts. Was also tun?

    Eine Idee wäre es sicherlich…

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  • iPhone Fragen

    Hallo ihr glücklichen iPhone-Besitzer da draußen. Ihr, die ihr vielleicht schon seit Wochen, Monaten (oder im Falle des ersten iPhones) seit Jahren telefoniert, surft und Musik hört. Ihr, die ihr ebenfalls bei T-Mobile angemeldet seid und mit deren Tarifen und Einschränkungen leben müsst. Wie sind eure Erfahrungen? Worauf sollte man achten, wenn man vor hat, sich in den nächsten Wochen ein iPhone zu bestellen? Welcher Tarif bietet das beste Preis/Leistung-Verhältnis? Derzeit schwebt mit natürlich der Complete M Tarif vor, der offenbar Standard zu sein scheint. Reichen die zur Verfügung stehenden Minuten und Datenmengen für normales Surf- und Telefonieverhalten aus? Bei täglich mehrmaligem E-Mails checken, googlen, Blog besuchen und RSS-Feeds lesen – mit wie viel Datenverkehr ist zu rechnen? Und genügen die 300 MB der „Datenflat“ beim Complete M? Was ist eure Meinung dazu? Lohnt es sich, den nächst höheren Tarif zu wählen oder ist das rausgeschmissenes Geld? Ich danke bereits jetzt für die Antworten.

    Und P.S.: Bitte keine Kommentare von iPhone-Gegnern, die komplett gegen das Gerät und/oder T-Mobile sind. Und bitte auch keine Tipps, ein altes iPhone zu kaufen, dies zu jailbreaken und einen anderen Provider zu wählen – ich möchte das neue iPhone und da bin ich derzeit noch auf T-Mobile angewiesen.

  • Reiseübelkeit

    Reiseübelkeit kann jeden treffen. Sei es auf dem Schiff, im Flugzeug oder im Auto. Mir selbst wurde früher immer beim Bus fahren schlecht. Und auch ein Schiff sollte nur langsam und ohne Wellengang bewegt werden. Aber in einem Zug wurde mir bislang nie übel. Wäre auch kontraproduktiv gewesen für einen Lokführer. Gestern fuhr ich zum ersten Mal mit der Baureihe 612 von Basel an den Bodensee. Dieser Zug ist mit der sogenannten Neigetechnik ausgerüstet. Kurz erklärt bedeutet dies, der Zug legt sich so in die Kurven, dass er der Seitenbeschleunigung entgegen wirkt, wodurch er deutlich schneller durch die Kurve  fahren kann. Das Prinzip selbst ist natürlich clever. In der Realität sieht es allerdings so aus, dass man einen starken Magen braucht und seinem Gleichgewichtssinn einen Tipp geben sollte, was geschieht. Mein Regionalexpress von gestern legte sich so abrupt und stark in die Kurven, dass meinem Magen richtig flau wurde. Teilweise neigte er sich sogar bei Kurven zur Seite, bei denen es vermutlich gar nicht nötig gewesen wäre. Man spürt den Unterschied, ob es eine wirkliche Kurve ist, oder die Hydraulik den Zug neigt. Als sich vor mir ein junges Pärchen setzte und in Essig eingelegte Wasauchimmers auspackte, war es um mich geschehen. Mir war speiübel. Der enge Sitzplatz, bei dem meine Knie am Hartplastiksitz des Vordermanns schrubbten und die Lautstärke der Dieselmotoren, die jegliches Gespräch zu einem Geschrei werden lässt (mein iPod lief auf voller Lautstärke) trug nicht zu einer Besserung des Fahrgefühls bei. Enge Sitze, abrupte Kurvenbewegungen, hohe Lautstärke. Ich wähnte mich einer Boeing 737 auf dem Flug in den Urlaub. Gerüchte besagen übrigens, dass alle Neigetech-Züge der DB ein Fach mit Kotztüten haben. Ich habe bis jetzt nicht heraus finden können, ob es stimmt. Aber sinnvoll wäre es.

  • Haushaltstipps. Heute: Das Ende der Fruchtfliegen

    Wir Hausfrauen müssen zusammen halten, sage ich immer. Deshalb sollte man mit Tipps für den Haushalt nicht hinter dem Berg halten. Passend zum sommerlichen Wetter kann ich folgendes raten: Wenn ihr von Schwärmen kleiner Fruchtfliegen heimgesucht werdet, etwa weil ihr Obst in der Schale liegen habt, oder die Melonenschalen schon einen Tag zu lange im Mülleimer liegen, so empfiehlt es sich, ein Schale mit Essig und ein paar Schuss Spülmittel bereit zu stellen. Wartet einen Tag und freut euch über hundert winzige, in Essig eingelegte Kadaver. 

  • Ikea Mantra

    Nein, ich werde nichts kaufen. Nein, ich werde nichts kaufen. Nein, ich möchte mich nur umsehen. Nein, ich werde nichts kaufen. Nein, ich werde nichts kaufen. Nein, ich brauche nichts, danke. Ich schaue nur. Oh, da sind ja… nein, ich werde nichts kaufen. Nein, ich werde nichts kaufen. Lange Schlange an der Kasse. Zum Glück habe ich nichts… oh, 90 Euro kostet das bisschen? Na zum Glück habe ich ja nichts… Nein, ich werde mir keinen Hot Dog holen. Nein ich werde mir keinen…

  • Klugscheißerwissen zu den olympischen Spielen 2008 in Peking

    Was beginnt heute, am 8. August in Peking? Die Olympiade? Nein, falsch. Wenn euch in den nächsten Wochen jemand was von der Olympiade erzählen will, so könnt ihr ihn mit sanftem Lächeln unterbrechen und erklären, dass die Olympiade nur den Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen beschreibt. Und wenn ihr wollt, könnt ihr all die Webseiten und Zeitungen und TV-Sender auslachen, die über die Olympiade 2008 berichten wollen. Also nochmal zum mitschreiben: Heute beginnen die XXIX. olympischen Sommerspiele in Peking. Und wenn diese am 24.August beendet sind, fängt für 4 Jahre erneut eine Olympiade an. Und muss man das wissen? Nein, aber wir Klugscheißer wissen so etwas gerne und weisen auch gerne darauf hin.