Schlagwort: unterhaltung

  • Synchronstimmen

    Als Film-Nerd fällt es einem sofort auf, wenn ein Schauspieler plötzlich eine andere Synchronstimme bekommt. In den meisten Fällen bleiben die Hintergründe für den Wechsel dunkel. Welcher normale Kinogänger interessiert sich schon dafür? Bei den meisten dürfte es nicht einmal auffallen. Aber gerade markante Synchronstimmen wie die von Bruce Willis, von Julia Roberts, von Eddie Murphy und Tom Hanks (Kevin Kline, Bill Murray u.a), Robert DeNiro oder Al Pacino etc. brennen sich einem so ins Hirn, dass es richtig weh tut, wenn der Sprecher ersetzt wird. 

    In Deutschland gibt es eine richtige Synchronisationskultur, die zum Glück auch gepflegt wird. Die Filmfirmen wissen um diese Kultur und versuchen, die Sprecher beizubehalten. Liest man in einschlägigen Foren, bekommt man einen Eindruck davon, welche Kämpfe hierfür hinter den Kulissen ausgefochten werden. So hat es wohl nur monetäre Gründe, dass George Clooney nicht mehr mit der Stimme spricht, die man aus Emergency Room kennt. Weshalb Brad Pitt in Troja plötzlich mit der Stimme von Nicolas Cage sprach, lag tatsächlich an Regisseur Wolfgang Petersen, der die Synchronisationen absegnen musste und eine markantere Stimme für den Helden Pitt verlangte. Unverständlich. Unverständlich auch, weshalb Sandra Bullock in "Das Netz" eine Piepsstimme bekommen hatte. War die Originalstimme in Urlaub oder krank? Oder mit einem anderen Film beschäftigt? Die Beispiele sind mannigfaltig und oftmals für den Zuschauer mehr oder weniger ärgerlich.

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  • Shooter

    Letztens kam ich endlich dazu, Half Life 2 – Episode 1 zu Ende zu spielen. Für mich immer noch einer der besten Ego-Shooter , die es auf dem Markt gibt. Hier stimmt einfach alles. Grafik, Atmosphäre, Story, Soundeffekte und immer wieder unfassbar spannende Momente. Am gleichen Tag beendete ich auch das Add-on Extraction Point zum Ego-Shooter F.E.A.R. Auch hier gilt: sensationelle Grafik, phantastischer Sound, spannende Story und eine Grusel-Atmosphäre, wie ich sie bisher noch nie erlebt habe. Ungelogen saß ich mehr als einmal mit Gänsehaut da, spürte mein Herz klopfen, wagte nicht, um die nächste Ecke zu gehen. Es war herrlich.

    Und nun? Crysis ist noch weit weg, also legte ich mir S.T.A.L.K.E.R zu (oh Mann ist das nervig zu tippen mit all diesen Punkten). Stalker hat eine lange, tragische Geschichte hinter sich, wurde 4 Jahre lang entwickelt, immer wieder angekündigt und doch verschoben und erblickte mit viel Glück letztendlich doch das Licht der Spielerwelt. Man ist als Artefaktsammler in den versuchten Gebieten rund um Tschernobyl unterwegs. Die gruslige Endzeit-Atmosphäre wurde mit grandioser Grafik und tollen Effekten sehr gut eingefangen. Aber mir fiel bald auf, was mir an dem Spiel nicht gefällt.

    Es ist die Freiheit. Die viel gelobte, hoch angepriesene Freiheit. Jederzeit kann man gehen, wohin man möchte, man kann immer tun was man möchte. Und genau das ist in meinem Augen unsinnig. Denn wenn ich alles tun kann, kann ich auch einfach nichts tun. Anders ausgedrückt: das Besondere an Half Life und Fear ist die Tatsache, dass man als Spieler keine andere Wahl hat. Man muss von A nach B kommen, es gibt nur einen Weg und man muss sich allen Gefahren auf diesem Weg stellen. Im Grunde also wie in einem spannenden Film. Auch beim Film geht es geradewegs vom Anfang zum Ende. Wie spannend wäre der Film noch, wenn man zwischendurch immer wieder entscheiden müsste, was der Held als nächstes tun soll?

    So erledige ich bei Stalker Aufträge, renne dann aber erst einmal wieder 10 Minuten durch das Land, um die Belohnung irgendwo abzuholen (inklusive dem mehrmaligen Neuladen der nächsten Level). Nur um dann wieder irgendwo anders 10 Minuten lang hinzurennen. Das nervt, das langweilt. Da ist eine Fabrik mit Feinden darin. Toll, ich kann auch einfach daran vorbei laufen. Suuperspannend. Da ist ein Monster hinter mir her. Ich kann auch einfach weiter rennen. Prima.

    Versteht mich nicht falsch, bei WoW mag ich die Freiheit, aber WoW setzt auch nicht auf spannende Atosphäre sondern auf eine andere Art des Abenteuers und des Sammelns. Bei einem Shooter aber sollte man als Held gezwungen sein, sich den Gefahren zu stellen. Und ich will innerhalb weniger Minuten von einer spannenden Stelle in die nächste geführt werden. Ich will das Gefühl haben, dass hinter jeder Ecke der Tod lauern kann. Al das kann Stalker nicht.

    Nehmen wir dazu noch einige dumme Designfehler und KI-Probleme, geht der Spaß irgendwann völlig flöten: Mitstreiter schieben mich einfach aus meiner Deckung wenn ich im Weg stehe. Sie stellen sich in meine Schusslinie und erschießen mich, wenn ich dann aus Versehen einen von ihnen erschieße. Das Beute sammeln ist sehr umständlich gemacht. Der größte Witz ist der Rucksack, da passt nur eine bestimmtes Gewicht hinein. Man kann ihn aber so weit voll packen, bis der Charakter einfach nicht mehr weiter läuft. Das wurde mir zum Verhängnis. Ich plünderte ein Opfer, sah den nächsten Feind auf mich zu rennen und wollte in Deckung gehen, da sagte mir das Spiel, der Rucksack sei zu voll. Ich klebte fest. Bis ich etwas heraus geworfen hatte, war ich schon tot. Das ist verdammt ärgerlich und hätte um einiges besser gelöst werden können.

    Alles in allem hinterläßt Stalker bei mir einfach einen faden Beigeschmack und wird es nie schaffen, auch nur annähernd eine Spannug wie Half Life 2 oder Fear zu erzeugen.

  • Roger and me

    Hallo liebe ROGER Redaktion, hallo Herr Siebertz. Ich hatte Ihnen ja versprochen, ROGER-Unterstützer zu werden, also ein Magazin käuflich zu erwerben. Wie Sie auf folgendem Foto sehen, habe ich mein Versprechen gehalten. Gleichzeitig soll dieses Foto eine Bewerbung für ein Cover-Shooting werden. Gerne auch für die übernächste Ausgabe (da in der nächsten ja ein weibliches Gesicht das Cover zieren wird). Ich bin übrigens recht angetan von Ihrem Magazin, obwohl ich nicht wirklich die Zielgruppe bin. Aber die teils englischen, teils deutschsprachigen Texte rund um Design und die Leute, die sich damit befassen, sind recht interessant. Das Heftdesign gefällt auch – Sie machen meinem Namen damit alle Ehre. Ach, und ich sage all das nicht nur, um (immer noch) in den Besitz der „I love ROGER“ Buttons zu kommen, die hoffentlich nicht mehr lange „aus“ sein werden. Da fällt mir ein, dass ich demnächst nach Duisburg umziehe, als ganz in Ihre Nähe. So habe ich es nicht so weit zum Shooting. Die Lieferadresse für die Buttons teile ich Ihnen gerne noch mit. Ich freue mich schon jetzt auf eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen…

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  • Sometimes I speak not so good English

    Oh, wie ich es hasse, wenn Kunden völlig überraschend Fragen in englischer Sprache stellen. Da stehe ich regelmäßig erstmal wie ein Depp da, stammle vor mich hin, werfe ein paar englische Substantive und Verben in den Raum und gestikuliere wild mit den Händen, in der Hoffnung, man möge mich verstehen. Bisher hat das auch immer funktioniert, dennoch ärgert es mich. Hallo, wozu schaue ich denn ständig TV-Serien und Kinofilme im Original an? Wozu kann ich denn jeden englischen Text lesen und verstehe im Grunde auch alles, was man mir auf Englisch sagt, wenn ich meinerseits keine vernünftige Antwort zustande bringe? Denn das Schlimmste an dieser Misere ist, dass ich, sofort wenn der Kunde von dannen zieht, die perfekte Antworten parat habe. In geschliffenem, lupenreinem Englisch. Nur leider zu spät. Und jedesmal sage ich mir, dass ich mir beim nächsten Mal mehr Zeit nehme und länger über meine Antwort nachdenke (etwas, dass auch viele  Deutsche in ihrer Landessprache tun sollten). Ich schätze, ich brauche wirklich mal ein wenig Auslandsaufenthalt um meine Sprachkenntnisse zu festigen. Neuseeland, so für ein bis vierzig Jahre. Sounds great.

  • Eurovision Song Contest 2007

    Aus Mangel an Alternativen tat ich mir gestern den Eurovision Song Contest 2007 im Ersten an. Ich dachte, es könnte vielleicht spaßig werden. Und nun ja, irgendwie war es das ja auch. Wenn man folgendes bedenkt: Der European Song Contest ist Trash in Reinkultur. Hier gewinnt nicht das Land mit dem besten Lied oder dem besten Sänger. Hier gewinnt das Land, das die meisten Freunde in Osteuropa hat und/oder den schrägsten, schrecklichsten Song und/oder den entsetzlichsten aller Sänger und/oder die ausgeflippteste Performance und/oder Outfit. Sich also über das schlechte Abschneiden des deutschen Roger Cicero aufzuregen ist daher unnötig. Er war sehr gut, ohne Frage. Aber er hat nicht verstanden, dass man mit einem guten Song und einer guten Stimme bei diesem Wettbewerb nichts gewinnt. Man darf all das einfach nicht zu ernst nehmen. Denn wer den Fehler macht und den europäischen Sänger-Wettstreit ernst nimmt, der glaubt vermutlich auch, dass der Gewinner von DSDS tatsächlich ein Superstar ist.

    Aber mal zwei Fragen: Zum wievielten Mal bekam die Türkei eigentlich zwölf Punkte von Deutschland? Und würde es Sinn machen, einen West-European und einen East-European Song Contest zu veranstalten?

  • Wie man einen A380 räumt

    Das neue Flaggschiff des Flugzeugherstellers Airbus ist der A380. Damit dieses zweistöckige Riesenflugzeug seine Zulassung bekommt, muss es eine lange Reihe von Tests bestehen. Dazu gehört unter anderem auch der, ob man das komplett mit 873 Menschen besetzte Flugzeug innerhalb von 90 Sekunden räumen kann. Und die lediglich durch die Hälfte der ansonsten zur Verfügung stehenden Ausgänge. Auf arte zeigte man diesen Test. Hochdramatisch das Ganze, auch wenn es etwas nach „Wetten dass“- Außenwette aussieht.

    Zumindest hat man es innerhalb von 77 Sekunden geschafft. Ob das in einem echten Notfall und mit Menschen, die in Panik und nicht vorbereitet sind, auch so gut klappt, ist natürlich eine ganz andere Frage. via

  • 119 Mal Lost

    Eine der faszinierendsten und spannendsten TV-Serien die ich kenne ist, ist neben "24" mit Sicherheit "Lost". Nie zuvor saß ich bei jeder einzelnen Folge so gebannt vor dem Schirm wie bei der Geschichte um eine Gruppe von Menschen, die nach einem Flugzeugabsturz auf einer mysteriösen Insel zu überleben versuchen. Und nie zuvor sagte ich am Ende einer jeden Folge "What the f…" wenn es einen noch abgedrehteren, noch neugieriger machenden Twist und Cliffhanger gab. Lost macht süchtig. Deshalb läuft die Serie in den USA bereits in der dritten Staffel sehr erfolgreich. Allerdings wissen die Produzenten der Serie wohl, dass sie die Zuschauer nicht mehr lange hinhalten können. Irgendwann verlangen sie ganz automatisch nach Antworten, die bisher nur spärlich geliefert wurden. Jede neue Episode wirft noch mehr Fragen auf. Deshalb gab man nun vor kurzem, passend zum bevorstehenden Ende der dritten Staffel am 23.Mai, folgende Meldung heraus:

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  • Roger meldet sich

    Vor kurzem berichtete über das Design-Print-Magazin Roger, welches sich darüber freute, einen weiteren Roger in mir gefunden zu haben. In meinem daraufhin verfassten Artikel stellte ich zwei einigermaßen freche Forderungen um im Gegenzug Roger-Partner (also ein Spender) werden zu können. Nun meldete sich Herr Siebertz von der Online Redaktion zurück. Und diese Mail ist so charmant, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte:

    Hallo Herr ROGER Graf!

    Also unseren ROGER spricht man englisch aus. Und Ihrer Forderung gehen wir natürlich gerne nach. Zwar sind die Buttons gerade „aus“ – aber schon bald kommen frische auf den Markt. Mit Ihren Cover-Ambitionen – nun – wir werden sehen. Im Rahmen der Gleichberechtigung ist allerdings auf der nächsten Ausgabe wieder eine „ROGERine“ drauf. Das würde also sehr schwer für Sie (vermutlich).

    Schöne Grüße, Marco Siebertz

    Also Herr Siebertz, eine ROGERine könnte ich bestimmt problemlos verkörpern. Ob dies natürlich zuträglich für ihre Verkaufszahlen wäre, ist eine andere Frage. In diesem Fall warte ich gerne auf die übernächste Ausgabe und mein dortiges Engagement als echter, männlicher Roger. Aber ich danke zumindest schon mal für die noch „ausen“ Buttons.

  • Der Sonntag, die Zeitung, das Interview

    Heute ist Sonntag. Und wie jeden Sonntag erscheint „Der Sonntag“, eine kostenlose lokale Zeitung hier im Markgräflerland. Diesmal beschäftigt diese sich natürlich auf Seite Eins mit dem schrecklichen Mord einer 13-jährigen in meinem Nachbardorf. Doch ganz hinten, auf Seite 21, findet sich ein weitaus angenehmeres, wenn doch auch kontroverses Thema. Der Krieg der Spielkonsolen. Wie ich euch bereits berichtet hatte, wurde ich vom Sonntag interviewt, um ein wenig über Nintendos Wii zu erzählen. Die, sagen wir mal, Quintessenz dessen, was ich in dem Gespräch erzählte, kann man heute in dem Artikel „Aufwärmübungen und Grafikschlachten“ nachlesen. Außerdem kommen ein Lörracher Playstation 3 Fan und mein Freund Jens Cornelis für die XBox 360 zu Wort.

    Zunächst ist natürlich klar, dass ein solch kurzer Artikel nur an der Oberfläche kratzen kann. Außerdem ist er bewusst subjektiv gehalten, deshalb gibt es ja auch zu jeder Konsole einen überzeugten Fan. Zwei Dinge fielen mir aber sofort auf: Erstens bin ich in der Runde offenbar der Typ mit dem Kinderspielzeug. Zweitens klingt es im Artikel so, als könne man nur von einer Konsole begeistert sein. Um bei meinem Beispiel zu bleiben: ich mag die Wii wirklich sehr. Sie macht großen Spaß. Aber wie im Artikel schon beschrieben, bin auch ich ein Grafik Fetischist, in dessen PC immer eine aktuelle Grafikkarte steckt und der auch gerne von schöner Grafik geblendet wird. So ist auch mir klar, dass die Wii da niemals mithalten kann. Auch nicht in einer Neuauflage. (Da hat mich der Herr Huber leider falsch verstanden. Ich sprach nicht von einer Neuauflage der Wii Konsole, sondern von Spielegenerationen. Denn bei jeder Konsole müssen die Grafiker und Programmierer sich erst einmal an die Fähigkeiten des Geräts heran tasten und lernen. Xbox 360 Spiele, die jetzt schon in zweiter und dritter Generation erscheinen, sehen bei weitem besser aus als die ersten Generationen. Und dies wird bei der Wii und auch bei der PS3 der Fall sein)

    Also liebe auch ich Grafikpracht und Effektfeuerwerk. Und deshalb kann ich mir gut vorstellen, mir in nächster Zukunft auch eine Xbox 360 zu holen (was preislich mit der Wii zusammen immer noch günstiger wäre als eine PS3 – soviel dazu, man wäre nur von einer Konsole begeistert).

    Die Wii macht wirklich nur durch die neue Art der Steuerung Spaß. Und am besten noch, wenn mehrere Leute dabei involviert sind. Auch ich würde mir bessere Grafik für die Wii wünschen, aber nunja… beides scheint derzeit offenbar nicht machbar zu sein. Neuartiges Spielgefühl UND geniale Grafik. Und muss es auch nicht.

    Was den Verfechter der Playstation 3 angeht: ob BluRay tatsächlich das Format der Zukunft ist, steht in den Sternen. Ebenso, wie sich die Community und die Welt rund um die PS3 entwickeln wird. Sony hat in den letzten Monaten einige Versprechen platzen lassen (Abwärtskompatibilität, Ausstattung etc.). Ob der Online Modus komplett kostenfrei bleiben wird, ist fraglich. Zumindest wird es sicherlich bald auch kostenpflichtige Zusätze geben. Auch dass die Grafikfähigkeiten der PS3 „mit Abstand“ besser sind, würde ich so nicht unterschreiben. Von den technischen Möglichkeiten her vielleicht schon. Aber die müssen teuer erkauft werden und werden auch noch eine Zeit zum Reifen brauchen (nächste, übernächste Spielegeneration). Mit einem hat der PS3 Fan allerdings Recht: Sie ist ein Porsche. Und so gern ich auch einen Porsche haben will, so wenig kann ich ihn mir leisten und so wenig brauche ich wirklich einen. Wenn ich doch zum gleichen Preis ein spritziges, spaßiges Cabrio und einen gut ausgestatteten BMW in der Garage stehen haben kann.

    Wer gerade vor der Entscheidung steht, welche Konsole er sich zulegen soll, muss ganz einfach folgendes bedenken: Was und mit wem will ich spielen? Und wie viel ist mir das wert? Niemals sollte man dem Gedankenfehler erliegen, dass Grafikmonster mehr Wert auf Grafik legen und schwächere Konsolen mehr Wert auf Spielspaß. Das ist Unsinn. Spielspaß und gute Grafik schließen einander nicht aus. Wem High End Grafik nicht wichtig ist und wer Spiele einmal etwas anders erleben will, greift zur Wii. Wer ein breites Angebot und tolle Grafik haben möchte, greift zur mittlerweile kaum teureren Xbox 360. Und mit beiden zusammen würde er preislich in etwa auf dem Niveau einer Playstation 3 liegen, die derzeit (!!) noch keinen echten Vorteil bietet.

    Jens Cornelis besitzt übrigens neben seiner Xbox 360 auch eine Wii. Ich werde es ihm demnächst nachmachen. Denn dann kann ich nach Lust und Laune wählen, ob mir im Moment der Sinn nach lustiger Bewegung oder beeindruckender Pracht steht.

    Egal, ob PS3, Xbox 360 oder Wii. Die Spiele sind eröffnet. Möge jeder mit seiner Konsole so viel Spaß wie möglich haben.

    Und danke an den „Sonntag“ für das nette Interview, den ansonsten gelungenen Artikel und die Nennung meines Blogs.

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  • Roger – Das Magazin

    Hallo, wieso sagt mir denn niemand, dass es da draußen ein mir gewidmetes Magazin gibt? Nicht nur, weil es sich mit Design beschäftigt und sich somit, wie ich, den schönen Dingen des Lebens zuwendet. Nein, auch weil es schlicht und einfach "Roger" heißt. Ein sehr gelungener Name übrigens. Aber "Roger" mußte tatsächlich selbst auf mich zukommen, in Form einer freundlichen E-Mail der Online Redaktion (Grüße an den Herrn Siebertz), die sich darüber freut, einen weiteren Roger gefunden zu haben. Nun, mich freut es ebenso. Ich scheine ja in guter Gesellschaft zu sein (sicher, dass die alle Roger heißen?). Und natürlich hat Roger auch ein Blog, so wie es sich gehört.

    Ich werde mich also demnächst aufmachen, mich selbst zu finden. Quasi. In einem gut sortierten Kiosk. Und ich werde auf jeden Fall Roger-Unterstützer. Ob ich Roger-Partner werde und eine kleine Spende überweise, hängt davon ab, wie kooperativ Roger ist. Ich möchte auf jeden Fall ein paar dieser "I love Roger" Buttons, die man auf der Startseite sieht (und liebe Roger-Redaktion, sagt mir nicht, das sei nur ein grafischer Gimmick gewesen). Weiterhin möchte ich mich selbst als Covermodel für eine der nächsten Ausgaben vorschlagen. Erstens bin nur ich der echte Roger und zweitens kann ich mindestens ebenso cool und hypnotisierend in die Kamera blicken wie das aktuelle Cover Face. Dann, lieber Roger, sei dir eine Spende gewiss. Schreib mir, was du von meinem Angebot hältst.

    Ach, eine letzte Frage hätte ich noch. Eine, die man auch mir pausenlos stellt. Spricht man deinen Namen in der französischen, der englischen oder der deutschen Variante aus?

  • WAZ macht ihr da mit meinem Artikel?

    Eigentlich ist es ja etwas, wovon wir C-Blogger immer träumen. Von den Medien wahrgenommen, zitiert oder gar angestellt zu werden. Also das Hobby zu schreiben, in bare Münze zu verwandeln und einem breiteren Publikum vorzustellen. Was aber, wenn die Medien überhaupt kein Interesse an dem Blogger haben, sondern sich einfach nur den Artikel krallen und als eigenes Werk verkaufen?

    Peer Schader (der natürlich kein C-Blogger, sondern selbst Medienjournalist ist) schrieb in seinem Blog Medienpiraten.tv einen äußerst gelungenen Artikel über Stefan Raab und dessen Sendung TV Total. Der Artikel war so gelungen, dass die WAZ darauf aufmerksam wurde, sich den Text zur Brust nahm, ihn etwas umformulierte und ihn veröffentlichte. Und zwar ohne den Verfasser um Erlaubnis zu bitten oder ihn darüber zu informieren. Dem Herrn Schader gefiel das verständlicherweise gar nicht, woraufhin er der "Autorin" des WAZ Artikels einen Brief schrieb.

    Was nun folgt ist eine kleine Geschichte aus dem Medienzirkus, über die wir C-Blogger zwar noch schmunzeln können, die uns aber dennoch zum Nachdenken anregen sollte, wie dreist hin und wieder mit geistigem Eigentum umgegangen wird. Und ich bin wirklich über die Maßen gespannt, wie diese Geschichte weiter geht.

    gefunden via Wogibt.

    Nachtrag 17.April Abends: die Geschichte war doch schneller vorbei als erwartet. Denn die WAZ lenkte ein, entschuldigte sich (hoffentlich ehrlich) und zahlte dem Herrn Schader ein Honorar für seinen Artikel. Nun stellt sich nur noch die Frage, ob es zu diesem Ende auch gekommen wäre, wenn nicht alle möglichen Blogs wie beispielsweise Spreeblick, Basic Thinking und allesroger.net (um die wichtigsten zu nennen ;-)) darüber berichtet hätten?

  • Ohne Bonus – Zusatzmaterial bei DVDs

    Als echter Film Fan wie ich es bin, gibt man sich natürlich nicht mit dem Kauf einer stinknormalen DVD zufrieden. Je besser einem der Film gefallen hat, umso dringender wird der Kauf von Special Editions, Director Cuts und Ultimate Releases, am besten mit zwei bis drei Bonus DVDs, massig Hintergrund Material und geschnittenen Szenen. Dann sitzt man gierig auf dem Sofa, zieht sich die Making-oOs rein, lässt sich davon beeindrucken, wie die Effekte zustande gekommen sind, hört, warum der Regisseur diese oder jene Szene aus dem Film schneiden musste, ja man sieht sich sogar die Trailer und Konzeptzeichungen an. Und erst dann kann man wirklich von sich behaupten, alles über den Film zu wissen, was es zu wissen gibt und restlos alles gesehen zu haben.

    Nun ist es aber leider so, dass ich mittlerweile weiß, wie die meisten Effekte gemacht werden. Im Grunde überrascht mich nichts mehr wirklich. Irgendwo hat immer ein Grafik- und Computerkünstler seine Hände im Spiel. Ist klar. Auch sind mir mittlerweile die Interviews mit den Schauspielern nur allzu bekannt, in denen sie immer wieder davon erzählen, was für eine außergewöhnliche Erfahrung es war, für diesen Regisseur / mit diesen Schauspielern / in dieser Location / in dieser Rolle zu arbeiten. Man lobt sich wie immer gegenseitig. Die Trailer des Films habe ich schon Monate vorher im Netz gesehen (die Trailer, die VOR dem eigentlichen Film zwangseingeblendet werden übrigens auch). Und die geschnittenen Szenen sind in den allermeisten Fällen vollkommen zurecht heraus geschnitten worden.

    Die letzte rühmliche Ausnahme, die mir in die Finger kam, ist natürlich der "Herr der Ringe". Das Warten auf die drei Special Edition Boxen hatte sich vollkommen gelohnt. Das Mehr an Film war atemberaubend, die Discs und die Zusammensetzung mit Liebe, Sinn für Details und einfach großartig arrangiert. So sollte es sein.

    Umso enttäuschter war ich, als ich die King Kong Deluxe Extended Edition sah. Ein ganzes Jahr hatte ich darauf verzichtet, mir den Film zu kaufen, in der sicheren Hoffnung, wieder einmal von Peter Jackson beeindruckt zu werden. Leider kam es anders. Die Making-Ofs waren zum Gähnen, das Hintergrundwissen, das vermittelt wurde, altbekannt. Die verpatzten Szenen hatten zwar einigen Unterhaltungswert (einmal). Doch dafür stellte sich heraus, dass die in der Kinoversion fehlenden Szenen wirklich hätten verschwunden bleiben können. Sie sind weder spannend, noch tricktechnisch herausragend (eher im Gegenteil). Sie lassen uns weder tiefer in die Geschichte versinken, noch bringen sie uns die Charaktere näher (ohnehin eines der wenigen Mankos des Films). Das Schlimmste ist aber: sie gehören nun zu dem Film und lassen sich nicht ohne weiteres übergehen. Du hast es so gewollt, also guck es auch.

    Mir ist klar, dass in solchen Director-Cuts die Szenen immer in den Film eingepflegt werden. Bei "Herr der Ringe" war es ja auch nicht anders. Aber es geht auch besser, wie man beispielsweise in James Camerons "Abyss" sieht. Dort lässt sich im Startmenü auswählen, ob man die Kino- oder die Extended-Version des Films sehen möchte. Bei letzterer werden die fehlenden Szenen einfach während der Wiedergabe eingefügt.

    Das andere Extrem bietet die DVD "Blues Brothers". Dort wurden geschnittene Szenen zwar auch fest mit dem Film verknüpft, diese sind aber in schlechter Qualität und auch nicht synchronisiert. Ganz davon abgesehen, dass sie wirklich dumm, langweilig und wahrlich unnötig sind, machen sie auf diese Weise den Versuch, den Film zu genießen, komplett zunichte.

    Auch bei Mission Impossible III nervten die Extras schlicht durch nichtssagende Parolen, tausendmal gesehene Einblicke hinter die Kulissen und eine Beweihräucherung des Hauptdarstellers Tom Cruise, die schier an Glorifizierung grenzt.

    Von kindlichen Ratespielen oder unnötigen Weblinks, Poster Galerien oder Musik Videos will ich gar nicht erst anfangen.

    Meinen jüngsten DVD Kauf habe ich aus diesen Gründen mit voller Absicht auf eine Einzel DVD beschränkt. "Casino Royale" steht nun für faire zehn Euro in meinem Regal. Ohne Schnick Schnack. Einfach nur der Film in bestmöglicher Qualität. So sollte es sein. Das einzige Gimmick, das mich in Zukunft noch reizen kann ist ein untertitelter Audiokommentar des Regisseurs und der Crew. Warum? Weil man hier tatsächlich noch einige Hintergrundinfos und Anekdoten zu den jeweilen Szenen erfährt, die professionell und medienwirksam produzierte Making-Ofs meist nicht bieten.

  • Alles auf Null

    Es liegt nicht daran, dass ich älter werde. Auch nicht daran, dass ich fauler werde oder unmotivierter. Ich schätze der Grund ist eher in der Tatsache zu suchen, dass sich in meinem Leben im Moment alles ändert, alles auf Reset gestellt wird. Alle Zähler auf Null. Alles Neu.

    Und im Zuge dieses allgemeinen Neubeginns fällt mir mehr und mehr auf, dass ich keine Lust mehr habe auf dieses Gefrickel, dieses Probieren, dieses Basteln, bis es endlich passt. Alles was ich will, ist etwas, das funktioniert. Und zwar sofort.

    Vielleicht ist es euch aufgefallen. Meine Fotogalerie ist verschwunden. Vor wenigen Wochen fing der Ärger an. Mein Webspacezurverfügungsteller Sven teilte mir mit, dass ich mein Kontingent überschritten habe. Nach kurzer Suche war klar: Gallery2 erzeugte dermaßen viele Daten mit all seinen Zwischengrößen, seinen Chaches und seinen Thumbnails, dass aus knapp 90 Megabyte Bilddaten über 400 Megabyte wurden. Der Versuch, Zwischengrößen zu entfernen, die Thumbnails neu generieren zu lassen, endete mit der kompletten Auflösung der Galerie. Nichts funktionierte mehr, die Bilder konnten nicht wieder neu eingestellt werden. Also alles auf Null und neu installiert. Nun funktionierte es zwar, aber mir wurde klar, dass ich wieder mindestens einen Tag lang nur mit konfigurieren, hochladen und anpassen verbringen würde, nur um in wenigen Wochen wieder die Meldung zu erhalten: Ihr Webspace wurde überschritten.

    Ich hatte keine Lust mehr. Ich will einfach meine Bilder zeigen. Ich will, dass das einfach funktioniert.

    Ähnliches erlebe ich gerade an meinem Rechner. Früher war ich Mister Tool, probierte begeistert jede Art von Software aus und hatte im Grunde für jeden Anlass das richtige Programm zur Hand. Vorbei die Zeiten. Mittlerweile will ich nur noch Software, die funktioniert, die von Anfang an das tut, was ich will. Ohne langes Herumprobieren und Anpassen. Stichwort iTunes, Picasa und Google Earth. Auch Basteleien am Betriebssystem sind mir mehr und mehr zuwider. Ich habe schon nicht mal mehr Lust meinen Desktop zu verschönern. Funktionieren soll das Ganze und mich nicht immer wieder vor neue, völlig sinnlose Aufgaben stellen. (Vor kurzem funktionierte PeerGuardian nicht mehr. Keine Ahnung wieso, es stürzte einfach immer ab und auch mehrere Neu-Installationen brachten nichts. Zwei Stunden später klappte es endlich. Ebenfalls keine Ahnung wieso. Aber die zwei Stunden Lebenszeit waren zum Teufel)

    Mein Blog funktioniert. Weitestgehend. Es gibt immer noch Ecken und Kanten, die mir nicht so ganz passen und obgleich die Community rund um Serendipity sehr stark und hilfsbereit ist, mündet doch jeder Versuch etwas anzupassen, in langen Bastelstunden. Die ich einfach nicht mehr will. Ich möchte auch hier ein System, das mir die Arbeit abnimmt, mir sagt, was wo zu tun ist, um es genau so hinzubekommen. Ich möchte keine Forenbeiträge mehr schreiben mit Fragen wie "Wisst ihr, warum die Sidebar sich plötzlich so komisch verhält und weshalb dieses Plugin nicht funktioniert?"

    Nein, es liegt nicht daran, dass ich alt werde. Es liegt einfach daran, dass ich genug probiert habe und endlich alles einfach nur funktionieren soll. Schluss mit dem Basteln. Alles auf Null.

    Was also sind die Alternativen? Jegliches Gallery System verbannen und nun doch einen Flickr Account kaufen? (Ihr wisst ja, was ich davon halte) Ist Flickr tatsächlich der Heilbringer, wenn man nichts weiter will, als seine Fotos zu veröffentlichen?

    Doch endlich dem PC entsagen, alles verkaufen und ein MacBook holen?

    Serendipity in die Wüste schicken und endlich auf WordPress umsteigen?

    Auf jeden Fall würde dadurch so manches auf Null gestellt und neu begonnen. Aber ist es nicht so, dass man auch bei Flickr eben nicht so flexibel ist, wie ich es mir wünsche? Ist es nicht so, dass man auch auf dem Mac Software installieren und testen muss, bis man das richtige gefunden hat und auch hier immer wieder mal etwas kaputt gehen kann? (bitte nicht wieder eine Diskussion darüber) Ist es nicht so, dass auch WordPress erst einmal eingerichtet, konfiguriert und gepflegt sein will, von den abertausenden Plugins ganz zu schweigen?

    Alles auf Null. Es wird sich zeigen, wohin mich dieser Weg führt und ob jeder Neubeginn gleichzeitig auch eine Verbesserung und eine Vereinfachung bedeutet.

    Für eure Meinung und vielleicht auch Tipps wäre ich sehr dankbar.

  • Wetten, dass Freiburg ganz kurz eine Metropole sein kann?

    Oder zumindest den Flair einer Metropole versprühen kann. Auch wenn plötzlich hunderte Klotüren durch die Innenstadt spazieren. Und das meine ich sogar wörtlich und nicht beleidigend. Fudder und die gute Caro waren natürlich dabei und berichteten. Ich selbst habe die Sendung leider verpasst, da ich im Kino war, aber ich stand danach ein bisschen vor dem Konzerthaus herum und fühlte mich schrecklich ausgeschlossen. Es kamen keine Stars von der After Show Party. Dafür aber ein junger Kerl, der vorschlug, sich hinein zu schleichen. Einer von dreien würde es immer schaffen. Nun, sooo Promigeil bin ich dann doch nicht und Sven und ich ließen die Party, die Audi A8 VIP Flotte vor der Tür und die mit Edding und Block bewaffneten Kiddies am Eingang hinter uns und tranken noch einen Cocktail. Übrigens, wieso war Caro nicht da drin, sondern stand mit einer Klotür auf dem Münsterplatz?

  • Bestseller

    Obwohl ich eingefleischter Amazon-Fan bin, gehe ich zum Bücher kaufen doch lieber in eine Buchhandlung. Ich mag es einfach, die Schmöker auf mich wirken zu lassen, an den Regalen und Tischen vorbei zu schlendern und mich von Titeln und Covern locken zu lassen. Bin ich interessiert, nehme ich es in die Hand, drehe es um und lese die kurze Inhaltsangabe/Zusammenfassung/Beweihräucherung und entscheide dann, ob sich ein Kauf lohnen könnte. Was ich gerne ignorieren würde, aber dennoch immer wieder bemerke, sind die Hinweise weiter unten. Da steht dann zum Beispiel, dass dieser Roman auf Platz der Times Bestseller-Liste war. Oder auf der Spiegel Bestseller-Liste. Wann und wie lange wird nicht erwähnt. Manchmal steht sogar dabei, dass das Buch auf Platz 1 in dieser Liste stand. Wow.

    Manchmal ist das aber nicht überzeugend genug. Vielleicht kauft ja nur jeder den Schrott, weil jeder es kauft. Deshalb sollten auch noch ein paar Meinungen genannt werden von Menschen, die sich mit sowas auskennen. Dann liest man zum Beispiel „eine umwerfende Komödie – gnadenlos komisch“ Brigitte. Ich frage mich dann zunächst, ob dies ein Satz war, den Brigitte, die Putzfrau des Verlags bei einer Zigarette fallen ließ, oder ob mit Brigitte die Frauenzeitschrift gemeint ist. Vermutlich letzteres.

    Was aber ist davon zu halten wenn man folgendes zu Lesen bekommt: „Superspannend“ Inquirer. Ok, welcher Inquirer denn bitte? Und „superspannend“ ist alles, was die zu dem Buch zu sagen hatten? (Ich sollte doch Kritiker werden. Ich schätze, ich kenne genug Adjektive) Oder: „Astrein“ Fit for Fun. Naja, also wenn sich jemand mit Büchern auskennt, dann ist das ja wohl das Literaten Magazin schlechthin: Fit for Fun.

    Derzeit lese ich ein Buch, dessen Werbespruch aber den Vogel abschießt. Es heißt „Die Kunst des stilvollen Verarmens“ von Alexander von Schönburg und macht mit folgenden Satz Lust auf mehr: „Platz 1 der Bestsellerliste!“ Wirklich, genau so wie es hier geschrieben steht. Ich meine, da MUSS man doch einfach zugreifen, oder? Immerhin ist da ein Ausrufezeichen. Ein Punkt würde dem Ausmaß dieses Wahnsinns nicht gerecht werden. Nein, nein, immerhin war (oder ist – man weiß es nicht) das Buch auf Platz 1 der Bestsellerliste. Welcher Bestsellerliste eigentlich? Ich würde das gerne mal überprüfen. Der norwegischen Bestsellerliste? Der Fit for Fun Bestsellerliste? Egal, Hauptsache auf Platz 1. Was mich aber am meisten fertig macht, sind die Anführungszeichen. Im allgemeinen wird somit ein Zitat kenntlich gemacht. Das bedeutet, der Satz „Platz 1 der Bestsellerliste!“ ist kein Fakt, keine Tatsache, sondern ein Zitat, eine Aussage. Vom wem? Das steht nicht dabei. Vielleicht von Brigitte, der rauchenden Putzfrau. Vielleicht auch von einem Chefredakteur, der dem Buchrücken-Praktikanten beim Hinausgehen zurief: „Und schreib noch dazu, dass es auf Platz 1 der Bestsellerliste war. Und vergiss das Ausrufezeichen nicht.“

    Ich werde es wohl nie erfahren. Und will es auch gar nicht. Letztendlich kommt es ja nur darauf an, ob MIR das Buch gefällt. Mal sehen, ob es meine persönliche Bestsellerliste erreicht.

  • Die eigene TV-Serie

    Oh ja, es ist wirklich beinahe lächerlich, wie mich das Ende einer Serie so fertig machen kann. Nachdem ich gestern die letzte Folge von Six Feet Under gesehen hatte, war mit mir den restlichen Abend nichts mehr anzufangen. Ständig den Song „Breathe me“ von Sia im Kopf und die letzten Bilder dieser Abschlußsequenz vor Augen, fragte ich mich, woher das eigentlich kommt. Schließlich weiß ich ja, dass alles nur Fiktion ist. Dass die ganze Serie nur produziert wurde, um Geld zu verdienen und alles Marktwirtschaftliche Hintergründe hat (obwohl man dem produzierenden PayTV-Sender HBO tatsächlich noch etwas wie Kreativität zutrauen kann). Wieso also tut dieses Ende weh?

    Nun, zunächst muss ich mir einfach eingestehen, dass ich Abschiede hasse. Egal welcher Art. Ich trenne mich nur äußerst ungern. Von Menschen, Dingen, Erinnerungen. Und eben auch von so abstrakten Sachen wie dem Inhalt von Serien, Filmen und Büchern. Das liegt ganz einfach daran, dass einige Inhalte es schaffen, mich emotional zu packen, mich gefangen zu nehmen. Ich möchte es ungern als Sucht bezeichnen, denn das ist es eigentlich nicht. Ich komme auch sehr gut ohne klar und natürlich ist das Ende einer Serie kein Beinbruch. Mein Leben wird natürlich weitergehen.

    Bei Serien, die einen gepackt haben ist es nun mal so, dass man sich mit den Figuren und den Geschichten über Jahre hinweg auseinander setzt. Man erlebt alles, was ihnen zustößt, ist gespannt, freut sich und leidet mit ihnen. Das Fiktive rückt für eine Stunde in den Hintergrund, die Tatsache, dass dies eine einseitige, unwahre Beziehung ist wird für einen Moment bedeutungslos. Diese Figuren erscheinen real und es fühlt sich an, als würden wir Freunde treffen. Man sieht wie sie sich entwickeln, man spricht mit anderen über sie, man erwischt sich sogar dabei über sie nachzudenken. Und sich zu fragen, ob es ein gutes Ende nehmen wird.

    Dann kommt das Ende, die letzte Folge, in der man sich verabschieden muss. Nie wieder von ihnen hören wird. So dumm das nun alles klingen mag, bei entsprechender Dramaturgie, den passenden Charakteren und interessanten Geschichten kann man sich kaum dagegen wehren, sich hingezogen zu fühlen. Und sich verletzt zu fühlen, wenn sie gehen.

    Dabei ist es für mich unerheblich, ob die Serie ein glückliches oder trauriges Ende nimmt. Der Abschied ist immer ein Abschied. Als Frasier sich entschloß seiner Liebe zu folgen und sich ein letztes Mal in der nun leeren Wohnung umsah, in der ich ebenfalls irgendwie zehn Jahre Gast gewesen war, wurde es mir schwer ums Herz. Aber auch als Carrie glücklich mit ihrem Big telefonierend in der Masse verschwand, war ich irgendwie traurig. Als Ally McBeal die Stadt verließ und all ihre Freunde auf der Straße standen um sich zu verabschieden, musste ich eine Träne unterdrücken, obwohl es letztendlich an der Zeit war, die Serie zu beenden. Aber ein Abschied ist immer ein Abschied.

    Ich kenne diesen Effekt auch von manchen Büchern. Auch hier ist man länger als nur ein paar Stunden mit der Geschichte beschäftigt und erfährt im Vergleich zu anderen Medien ungleich mehr über die Gedanken und Gefühle der Figuren. Die Beziehung wird noch etwas enger. So, als würde man der Geschichte eines guten Freundes lauschen. Manch ein Buch klappte ich zu und wünschte, ich hätte nie die letzte Seite erreicht.

    Bei Filmen passiert das eher selten. Zwei Stunden reichen nun mal nicht aus, um so eine tiefe Beziehung mit den Figuren aufzubauen. Zumindest in den seltensten Fällen. Filmen, denen das gelingt sind die Kleinode, die ich mir aus diesem Grund auch immer wieder anschauen möchte.

    Ich werde mir auch Six Feet Under wieder anschauen. Mit allen Folgen, allen Figuren, allen Dramen. Und werde wieder heulen, wenn ich am Schluß angelangt bin. An der Szene, die in einer Retrospektive die zukünftigen Geschehnisse aller Charaktere umreißt und jede einzelne immer mit dem Tod endet. So lange haben sich nach Glück gesucht in ihrem Leben, haben es schließlich gefunden, es für einen kurzen Moment genossen und sind am Ende doch dazu verdammt, zu sterben. Was bleibt ist Trauer, Schmerz und Tod.

    Eigentlich so wie im echten Leben. Streben wir nicht auch stetig nach dem Glück? Wohl wissend aber gekonnt ignorierend, dass es früher oder später mit uns zu Ende geht? Und das der unweigerliche Abschied naht?

    Manchmal stelle ich mir vor, der Star meiner eigenen Fernsehserie zu sein. Alles Roger – eine tägliche, dramatische, spannende, reale, lustige, traurige Fernsehserie. Sie hat ihre üblichen Locations, ihre immer wieder kehrenden Figuren und immer wieder einige Gaststars, die nur für ein paar Folgen erscheinen. Sie ist in Staffeln, also Abschnitte unterteilt und ständig passiert etwas Neues. Oder auch nicht. Würde man sie aber jede Woche auf 45 Minuten schrumpfen, käme vielleicht etwas dabei heraus. Und die Serie läuft und läuft, solange der Hauptdarsteller weiter seiner Suche nach dem Glück nachgeht.

    Vielleicht findet er es irgendwann. Eine Fernsehserie würde hier enden. Das Leben nicht. Und falls doch, so war es zumindest ein glückliches Ende. Aber ein verdammter Abschied wäre es doch.

  • Six Feet Under

    Ich schäme mich nicht meiner Tränen. Eben gerade habe ich die letzte Folge der Serie „Six Feet Under“ gesehen. Eine der mit Abstand grandiosesten TV-Produktionen überhaupt. Noch nie habe ich eine tiefschürfendere, emotionaler, verrücktere und doch lebensnahere Serie gesehen wie diese. Und mit lebensnah meine ich ebenso nah am Leben wie am Tod, worum es in jeder einzelnen Folge schließlich geht. Was mir Frasier bei den Sitcoms, Lost bei den Mystery Serien, Emergency Room bei den Krankenhausserien und CSI bei den Krimiserien ist, das ist/war Six Feet Under bei den dramatischen Serien.

    Und besonders nach diesem Ende (die letzten sechs Minuten der letzten Folge) kann ich mir nicht vorstellen, dass dies jemals getoppt werden kann. Ja, ich gebe zu, ich habe Rotz und Wasser geheult. Und es ist lange her, dass ein Buch/Film/Serie das geschafft hat. Und nun? Geht das Leben weiter, denn es war nur im Fernsehen. Irgendwie.

  • Wie Roboter schreiben

    Heute konnte ich mal wieder eine Instanz in WoW spielen. Mit mir in der Gruppe ein Hexenmeister der 3 Stufen über mir stand. Er fragte mich, wie alt ich sei. 33 antwortete ich und fragte ihn das gleiche. Er war 15, was mich zum ersten Mal schmunzeln ließ. Wirklich lachen musste ich aber später als er meinte:
    "Ich finde, du schreibst wie ein Roboter. So mit Großschreibung und so."
    "Wieso wie ein Roboter? Was meinst du?"
    "Naja, du vertippst dich nie."
    "Tja, gelernt ist eben gelernt."
    "Und du schreibst die Wörter alle groß, die groß geschrieben werden müssen und du machst auch Punkte und Kommas."
    "Das nennt sich Grammatik und Interpunktion. Genauso wie du es doch bestimmt auch gerade im Deutsch-Unterricht lernst, oder?"
    "Öh, ja."
    Ich sollte noch dazu erwähnen, dass beinahe jedes seiner Worte falsch geschrieben war. Nicht wie ein Roboter. Vielleicht fiel ihm deshalb nicht auf, wie oft ich mich vertippte. Als Hexenmeister war der Kleine übrigens auch nicht der Bringer.

  • Hör zu

    Sagt ihr eigentlich auch "Hör zu…", wenn ihr zu einem wichtigen Monolog ansetzt? Wenn ihr in einer Diskussion steckt und die Gemüter wieder etwas beruhigen und in klaren Worten eure Sicht der Dinge nochmals verdeutlichen wollt? Beginnt ihr dies mit den Worten: "Hör zu…"? Sagt überhaupt irgendjemand "Hör zu…"? Ich persönlich kenne das nur aus Filmen und besonders aus Serien, wo, vermutlich aus Gründen der Spannungserhaltung, nie wirklich ein Thema ausdiskutiert wird. Früher oder später sagt dort immer irgendjemand "Hör zu…" und beginnt dann einen Monolog im Stile von "Hör zu… ich weiß, dass du aufgebracht bist und du hast auch jedes Recht dazu, aber es ist nun mal so, dass ich dich liebe, auch wenn du daran zweifelst, blablubb." Meist antwortet der andere nach einem "Hör zu…" mit einer Abfuhr, wie etwa "Du bist der Meinung, ich würde an deiner Liebe zweifeln? Du hast doch überhaupt keine blubbbliblubb." woraufhin ein dramatischer Abgang folgt.

    Dabei fällt mir auf, ich hatte auch noch nie einen dramatischen Abgang oder ergreifende letzte Worte. Die tollsten Sätze, die ich zum Schluss hätte sagen sollen, fallen mir immer erst nachts ein, wenn es zu spät ist. Vielleicht sollte ich "Hör zu…" einfach einmal ausprobieren. Ach und "Hör zu…" ist nicht zu verwechseln mit dem pfälzisch-hessischen "Bassemoluf…" Und auch nicht mit einer Fernsehzeitschrift.

  • Pirates of Silicon Valley

    Leider konnte ich bisher weder Steve Jobs‘ noch Bill Gates‘ Autobiographie lesen. Deshalb weiß ich nicht wirklich, wie die beiden zueinander stehen. Ob sie tatsächlich so erbitterte Feinde sind wie in diesem Cartoon? Vermutlich eher nicht. In dem Fernsehfilm "Pirates of Silicon Valley" wird zumindest erzählt, dass Steve und Bill in ihrer Jugend- und Studentenzeit die dicksten Freunde waren. Ich habe den Film vor Ewigkeiten als VHS Kopie gesehen. Die Hauptdarsteller sind Noah Wyle aus Emergency Room und der Typ aus "Es" und den Waltons – wie hieß der denn gleich? Anthony Michael Hall (bekannt aus "LISA – der helle Wahnsinn") 

    Wie gesagt, ob dieser Film auch nur ansatzweise eine wahre Geschichte erzählt, kann ich nicht sagen. Muss man aber auch nicht wissen. Leben Bill und Steve (ganz besonders Steve) nicht ohnehin gut von den zahllosen Legenden, die sich um sie ranken? Wie authentisch ihre Biografien sind, steht damit ohnehin außer Frage. So oder so, der Film ist interessant und veranschaulicht herrlich, wie die beiden wurden, was sie heute sind (Lieblingsszene: wenn Bill seinen Pullover für ein Shooting auszieht und sein Hemd riesige Schwitzflecken aufweist). Und er zeigt auch, wie schräg, besessen und manisch beide wohl waren, was vermutlich ein Schlüssel zu ihrem Erfolg war.

    Vermutlich werden sie aber keine alten Geschichten erzählen, wenn sie am 30.Mai gemeinsam auf der Bühne stehen und über die Zukunft der digitalen Revolution sprechen.