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  • Socken auf links oder auf rechts waschen? – Das ist die Antwort.

    Socken auf links oder auf rechts waschen? – Das ist die Antwort.

    Eine der drängendsten Fragen der Menschheitsgeschichte ist neben der Frage, wie der Klimawandel gestoppt werden kann und ob man das zweite Stück Kuchen essen soll oder nicht, die Frage, ob Socken auf links oder rechts gewaschen werden sollten. Wir schreiben das Jahr 2024 und künstliche Intelligenz ist in aller Munde, ja teilweise sogar in Waschmaschinen. Da muss es doch mittlerweile endlich eine Lösung geben. Ich machte mich auf die Suche.

    Zuerst befragte ich den Klassiker: dieses Internet. Wenig überraschend lieferten die Ratgeber, Blogs, Artikel und Geschichten widersprüchliche Informationen darüber, ob Socken vor dem Waschen auf links gedreht werden sollten oder nicht. Denn natürlich kommt es auf die Socken an, auf das Material, die Waschtemperatur, das Waschmittel, die Schleuderdrehzahl… blablabla. „It depends.“

    ChatGPT weiß die Antwort

    Ich wollte eine eindeutige Antwort. Und selbst keine Statistiken darüber erheben, welche Antwort im Netz am häufigsten und daher am wahrscheinlichsten ist. Die Antwort sollte ChatGPT geben. Der Shootingstar der KI-Modelle. Die ultimative Zusammenfassung aller Quellen und allen Wissens der modernen Welt. Und so stellte ich ChatGPT die Frage:

    „Socken auf links oder auf rechts waschen?“

    Die knappe Antwort lautete:

    „Es ist eigentlich egal, auf welcher Seite du deine Socken wäschst. Hauptsache, sie werden sauber!“

    Ähm, ja, okay. Das ist leider wenig hilfreich. Und NATÜRLICH ist die Hauptsache, dass sie sauber werden (und das sogar mit Ausrufezeichen).“ Das ist alles, was du zu bieten ist, ChatGPT? Die Summe aller Informationen, die du in den letzten Jahren von den Menschen gesammelt hast lautet „Es ist egal“?

    Gemini weiß noch mehr

    Glücklicherweise existieren mittlerweile gute Alternativen zu ChatGPT. Also wandte ich mich an Gemini, Googles Ansatz, im KI-Game mitzumischen. Die Frage an Gemini war ebenfalls:

    „Socken auf links oder auf rechts waschen?“

    Und die Antwort war überraschend ausführlich:

    Es ist besser, Socken auf links zu waschen. Die folgenden Vorteile sprechen dafür:

    1. Bessere Reinigung: Durch das Wenden der Socken werden Hautpartikel, Schmutz und Fusseln, die sich in der Innenseite absetzen, besser vom Wasser und Waschmittel erreicht und gelöst. Dies führt zu einer gründlicheren Reinigung und verhindert unangenehme Gerüche.

    2. Schonung der Fasern: Die Außenseite der Socken ist meist robuster als die Innenseite. Durch das Wenden werden die empfindlicheren Fasern der Innenseite geschützt und die Bildung von Pilling reduziert.

    3. Vermeidung von Verknotungen: Socken auf links neigen weniger dazu, sich während des Waschens mit anderen Kleidungsstücken zu verknoten. Dies schützt die Socken und die Waschmaschine.

    4. Erhalt der Farben: Durch das Wenden der Socken werden die Farben vor Verblassen und Auslaufen geschützt.

    5. Bessere Trocknung: Socken auf links trocknen schneller und gleichmäßiger, da die Feuchtigkeit besser entweichen kann.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Waschen von Socken auf links mehrere Vorteile bietet. Es sorgt für eine bessere Reinigung, schont die Fasern, verhindert Verknotungen, erhält die Farben und fördert die Trocknung.

    Es gibt allerdings einige Ausnahmen:

    • Empfindliche Socken: Bei sehr empfindlichen Socken aus Wolle oder Seide ist es ratsam, sie im Schonwaschgang oder per Hand zu waschen. In diesem Fall kann es besser sein, die Socken nicht auf links zu wenden, um die Fasern nicht zu beschädigen.
    • Socken mit Motiven: Socken mit Aufdrucken oder Stickereien sollten auf rechts gewaschen werden, um die Verformung oder Beschädigung der Motive zu vermeiden.

    Im Zweifelsfall sollten Sie immer die Pflegehinweise auf dem Etikett der Socken beachten.

    Wow. Nimm das, ChatGPT. So sieht eine detaillierte Antwort aus. Wobei – wenn ich mir die einzelnen Punkte genauer ansehe, fallen mir doch einige Dinge auf.

    Punkt 1: Natürlich werden Schmutz, Hautpartikel und Fusseln auf der Innenseite der Socken beim Waschen auf links besser entfernt. Aber was ist mit den Partikeln, Haaren und Schmutz auf der Außenseite der Socken, die von der Außenwelt aufgenommen werden und durch das Linksdrehen danach IN den Socken stecken?

    Punkt 2: Weiß Gemini überhaupt, was es bedeutet, Socken auf links und rechts zu drehen? Wenn die robusteren Außenfasern nach innen gewendet werden, sind sie vielleicht besser vor Pilling geschützt als die empfindlicheren Innenfasern. Aber sind diese Innenfasern dann nicht noch ungeschützter und anfälliger für Pilling?

    Punkt 3: Wie lang müssen Socken sein, damit sie sich in der Maschine verknoten? Pippi Langstrumpf hatte wahrscheinlich dieses Problem und auch bei Kniestrümpfen kann ich mir ein solches Szenario vorstellen. Aber auch das Wenden ändert nichts an der Länge der Socken.

    Punkt 4 klingt in der Tat vernünftig, während ich bei Punkt 5 nicht glaube, dass linksgedrehte Socken schneller trocknen als rechtsgedrehte. Oder anders gefragt: Wurde das jemals wissenschaftlich getestet?

    Auch die Ausnahme mit den Motiven klingt nicht sonderlich sinnvoll, wenn man darüber nachdenkt. Motive sind auf links gewendeten Socken mit Sicherheit haltbarer.

    Was sagt Microsofts Copilot zum Thema?

    Mit der gleichen Frage konfrontiert, antwortete der Copilot von Microsoft hiermit:

    Es empfiehlt sich, Socken auf links zu waschen. Auf diese Weise werden Hautpartikel der Füße deutlich besser ausgespült. Um möglichst schonend mit Ihren Socken umzugehen, achten Sie auf das richtige Waschprogramm, die Temperatur und das passende Waschmittel. Wenn du deine Socken in der Waschmaschine wäschst, solltest du sie auf links drehen. Dadurch werden Hautpartikel und Körperfette besser ausgewaschen, und die Socken werden wirklich sauber. Ein schonendes Universalrezept für die Sockenwäsche ist, sie bei 30 Grad im Schonwaschgang mit Fein- oder Wollwaschmittel (enzymfrei) im Wäschenetz zu waschen. So machst du auch bei empfindlichen Socken nichts falsch Keine Bleiche oder Weichspüler verwenden und die Socken hängend trocknen lassen. Wenn du keine Herstellerempfehlung mehr griffbereit hast, helfen Checklisten zur Sockenpflege nach Material für Merinosocken, Strümpfe aus Kunstfasern, Kompressionsstrümpfe und Baumwollsocken. Also, auf links drehen und schonend waschen – dann bleiben deine Socken in gutem Zustand! 🧦🌟

    Löblich, dass der im Hintergrund durch ChatGPT angetriebene Copilot direkt angibt, aus welcher Quelle die Information stammt und sogar direkt dorthin verlinkt. Andererseits handelt es sich letztlich um nichts anderes, als um eine Recherche im Netz, wie ich sie bereits ganz zu Anfang gemacht hatte. Immerhin, auch hier scheint die Tendenz in Richtung links waschen zu gehen.

    Lasst sie kämpfen

    Es ließ mir allerdings keine Ruhe, dass ChatGPT das Thema so undifferenziert behandelt hatte und auch keine konkrete Aussage treffen wollte. Also konfrontierte ich ihn/sie/es damit und schrieb:

    „Microsoft Copilot und Gemini sagen aber, dass man Socken auf links waschen solle.“

    ChatGPTs Antwort darauf:

    Ah, das ist interessant! Das Auf-links-Waschen kann helfen, die Außenseite der Socken zu schützen und das Ausbleichen zu verringern. Es ist also eine gute Idee, diesem Rat zu folgen, wenn du deine Socken länger schön halten möchtest.

    Ich daraufhin: „Warum hast du mir das nicht gleich gesagt?“

    Und ChatGPT so:

    Entschuldigung dafür! Es ist wichtig, hilfreiche Informationen weiterzugeben, besonders wenn es um den Schutz deiner Kleidung geht. Danke, dass du das erwähnt hast!

    ChatGPT rät mir also, dem Rat von Gemini und Copilot zu folgen. Und gibt indirekt sogar zu, bei seiner/ihrer ursprünglichen Antwort nicht genau gewusst zu haben, wovon er/sie/es spricht. Da hat ChatGPT nun hoffentlich etwas gelernt.

    Wobei, wenn das KI-Modell jetzt etwas gelernt hat, dann ja von anderen KI-Modellen. Oh Gott. Handelt es sich hierbei um einen Ouroboros? Die Schlange, die sich selbst frisst, bzw. die KI, die nicht mehr durch die Erfahrungen und Inhalten von Menschen lernt, sondern von anderen KI-Modellen? Also quasi von sich selbst? Nicht auszudenken, was KI-Modelle in Zukunft tun werden, wenn sie nicht mehr aus echten Daten lernen, sondern aus generierten und möglicherweise fehlerhaften, vereinfachten, falsch interpretierten Daten. (Hier bitte Platz für die Diskussion lassen, inwieweit Daten von Menschen heutzutage noch zu trauen ist…)

    Ich konfrontierte Gemini mit den Aussagen von ChatGPT und schrieb: „ChatGPT sagt, dass es egal ist, ob links oder rechts.“ Die Antwort von Gemini lautete:

    Es stimmt, dass es in einigen Fällen nicht unbedingt notwendig ist, Socken auf links zu waschen. Dies hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Material der Socken, dem Verschmutzungsgrad und dem verwendeten Waschprogramm.

    In folgenden Fällen ist es tatsächlich egal, ob Socken auf links oder rechts gewaschen werden:

    • Socken aus pflegeleichten Materialien: Socken aus synthetischen Fasern wie Polyester oder Nylon können bedenkenlos auf rechts gewaschen werden. Diese Materialien sind robust und neigen nicht zum Pilling.
    • Leicht verschmutzte Socken: Socken, die nur leicht verschmutzt sind, können ebenfalls auf rechts gewaschen werden. In diesem Fall reicht ein normaler Waschgang mit einem milden Waschmittel aus.
    • Waschprogramme mit geringer Schleuderdrehzahl: Wenn Sie ein Waschprogramm mit geringer Schleuderdrehzahl wählen, ist es weniger wahrscheinlich, dass sich die Socken verknoten oder beschädigen. In diesem Fall können Sie die Socken auch auf rechts waschen.

    In den folgenden Fällen sollten Sie jedoch Ihre Socken auf links waschen:

    • Socken aus empfindlichen Materialien: Socken aus Wolle, Seide oder anderen empfindlichen Materialien sollten auf links gewaschen werden, um die Fasern zu schonen.
    • Stark verschmutzte Socken: Stark verschmutzte Socken sollten vor dem Waschen auf links gedreht werden, damit Schmutz und Fusseln besser entfernt werden können.
    • Waschprogramme mit hoher Schleuderdrehzahl: Bei Waschprogrammen mit hoher Schleuderdrehzahl besteht die Gefahr, dass sich die Socken verknoten oder beschädigen. In diesem Fall sollten Sie die Socken immer auf links wenden.

    Fazit:

    Ob es wirklich egal ist, ob Socken auf links oder rechts gewaschen werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Um die Socken optimal zu pflegen und ihre Lebensdauer zu verlängern, sollten Sie jedoch grundsätzlich die Pflegehinweise auf dem Etikett beachten. In den meisten Fällen ist es empfehlenswert, Socken auf links zu waschen, da dies eine bessere Reinigung und Schonung der Fasern ermöglicht.

    Danke, Gemini, für dein Fazit. Ob mir das nun weiter hilft und die Frage somit beantwortet ist, bezweifle ich leider noch.

    So wäscht man Socken richtig

    Wie lautet denn nun die Erkenntnis aus dieser Befragung? Wäscht man Socken nun besser auf link oder auf rechts? Die Antwort ist ein ganz klares „It depends“. Oder auch: Am besten wäscht man Socken zuerst auf links und dann noch einmal auf rechts. Nur so kann man sicher sein, den Schmutz von innen und außen entfernt zu haben. Komisch, dass noch keine KI auf diese Idee gekommen ist. Wahrscheinlich, weil sie völlig unökologisch und dumm ist. So bleibt es weiterhin jedem selbst überlassen, wie er seine Socken wäscht. Hauptsache, sie sind sauber, stinken nicht und werden paarweise getragen. Verdammt. Dann hatte ChatGPT am Anfang ja doch Recht…

  • Read, listen, view, live later

    Read, listen, view, live later

    Oh, dieser Artikel ist bestimmt spannend. Ich habe jetzt aber keine Zeit, das alles zu lesen. Mache ich später. Ich speichere mir das mal. Ach, das ist doch diese Serie, von der alle schwärmen. Kann ich grad nicht schauen. Speichere ich mir für später. Hui, da ist ein Job, der interessant klingt, kann ich mich grad nicht drum kümmern, speichere ich erstmal ab. Und da ist ja noch die Einkaufsliste, die ich mal angelegt habe. Und die Playlist, die ich hören wollte. Nicht zu sprechen von den ganzen Podcasts. Da hab ich ja auch noch diese ganzen Social Media Posts in den ganzen unterschiedlichen Apps, die ich bestimmt irgendwann mal weiter leiten oder etwas dazu schreiben werde. Und diese Videos bei Youtube, also da komme ich bestimmt recht bald dazu. Ich speichere, notiere, like, herze. Und das meiste für später. Ich kann grad nicht. Aber später kann ich bestimmt. Es gibt so viel zu sehen, so viel zu hören, so viel zu lesen, so viel zu lernen, so viel zu kaufen, so viel zu zeigen so viel zu notieren, so viel zu merken. Es. Gibt. Einfach. So. Viel.

    Wer kennt das auch? Wer hat ebenfalls Playlisten bei Netflix, Prime, Disney und Co. und wartet auf die richtige Zeit, sich das alles anzusehen? Wer hat ebenfalls Playlists mit Podcasts und Musik bei Spotify und Apple Music oder in einem anderen Feed-Programm? Wer speichert sich ebenfalls Posts in Instagram, LinkedIn, Twitter, Youtube, um sie später anschauen zu können? Wer besitzt einen Account eines Read-Later Services wie Pocket, Matter oder Instapaper? Wer nutzt eventuell Tools wie Miro, Notion und Co. um der Flut der Informationen Herr zu werden? Wessen Linksammlung in unterschiedlichsten Browsern platzt aus allen Nähten? Oder wer ist so Hardcore und schließt sie ganzen offenen Tabs im Browser einfach gar nie? Weil man es nicht mehr schafft, das alles aufzunehmen, zu strukturieren, zu priorisieren? Weil alles doch bestimmt irgendwann wichtig sein wird und dann griffbereit sein muss. Weil man irgendwann die Zeit hat, das alles zu lesen, schauen, hören. (Einen schönen Gruß an die ehemalige Kollegin, die sich selbst Tab-Schlampe nannte)

    Doch der Moment kommt nie. Stattdessen kommt immer mehr Inhalt dazu. Und neben all den Dingen, die uns im Netz und in Apps angeboten werden, gibt es ja auch noch dieses analoge Leben, wo Kinofilme, Zeitschriften und Bücher darauf warten, konsumiert zu werden. Und dann soll man auch noch arbeiten, schlafen, essen, das Bad putzen und sozialen Kontakten nachkommen?

    Gesucht wird: Die perfekte Später-App

    So stelle ich also die Frage: Wo bleibt denn DIE eine App, die Ordnung in das ganze Chaos bringt? Denn Services wie beispielsweise Pocket sind wunderbar geeignet, um Links und Inhalte für später zu speichern. Es ist eine wundervolle Ablage, doch in Wirklichkeit ist die Ablage ein Papierkorb, der niemals voll wird und in den man in den meisten Fällen nie wieder hinein schaut. Dazu kommt die Tatsache, dass dies nur Pocket ist. Schon mal versucht, Inhalte aus LinkedIn, Instagram oder Pinterest NICHT in den Plattformen selbst, sondern irgendwo zentral zu speichern? In der dafür benötigten Zeit, könnten zwei für später gespeicherte Artikel gelesen werden. Wo also ist DIE eine App, die alle Plattformen verbindet?

    Was ich benötige ist ein Service, der auf jeglicher Plattform und auf jedem Gerät funktioniert und es mir ermöglicht, alles was ich möchte für später zu speichern. Außerdem soll das Speichern möglichst einfach funktionieren, denn ich habe keine Zeit, um Tags und Sterne und dergleichen zu vergeben. Natürlich soll es mir der Service erlauben, dennoch alles sehr einfach wiederzufinden. Aber jetzt kommt die Königsdisziplin: Der Service soll so intelligent sein, dass er fehlerlos erkennt, wenn Inhalte nicht mehr benötigt werden: Die Trailer von Filmen, die ich bereits gesehen habe? Die gespeicherten Produkte, die ich schon längst bestellt habe? Die Artikel über Reiseziele, die ich längst besucht habe? Weg damit. Außerdem möchte ich, dass der Service mir gespeicherte Inhalte passend zur Tageszeit, in passenden Häppchen vorschlägt, nämlich dann, wenn es passt. Zeitlich und inhaltlich. Suche ich nach Schuhen, will ich, dass mir irgendwann gespeicherte Schuhe angezeigt werden. Möchte ich mich zum Thema Moderation im agilen Umfeld fortbilden, möchte, dass der Service all die Artikel findet, die ich vor Monaten dazu gespeichert habe und sie mir vorschlägt. Scrolle ich zu lange durch Instagram, möchte ich dass der Service mir vorschlägt, lieber etwas sinnvolles zu lesen.

    Es ist einfach alles zu viel. Zu viele Plattformen, zu viele Inhalte. Und gleichzeitig zu wenig Zeit, alles zu konsumieren. Eine Überforderung tritt ein. Schnell ist man nicht mehr Herr seiner Inhalte. Und was eventuell sogar einfach damit abgetan werden kann, dass diese ganzen „verlorenen“ Inhalte in diesem Fall offenbar doch nicht so wichtig waren, so könnte auch argumentiert werden, dass aus genau diesem Grund die tatsächlich wichtigen, relevanten Inhalte verloren gehen. Verloren in dem schwarzen Loch, das uns die Später-Konsumieren-Dienste bieten. Verloren in der unbesiegbaren Welle an vermeintlichen Nichtigkeiten.

    Überforderung und UX

    Diese Art der Überforderung ist ein wichtiger Aspekt im Bereich der User Experience. Auch hier muss es immer das Ziel sein, den Anwendenden nur genau die Informationen anzuzeigen, die sie tatsächlich benötigen. Werden zu viele Informationen, Optionen und Aktionen angeboten, tritt auch hier schnell der Effekt der Überforderung ein. Anwendende finden sich nicht mehr zurecht und übersehen dabei sogar angezeigte, relevante Informationen, selbst wenn sie direkt vor ihrer Nase sind. Die Devise lautet wie so oft: Weniger ist mehr.

    Nun wird es den von mir so sehr gewünschten Service niemals geben (Prove me wrong!). Die unterschiedlichen Plattformen sind ganz bewusst viel zu erpicht darauf, ihre Nutzer:innen möglichst lange auf der eigenen Plattform zu halten. Es soll nur dort konsumiert werden. Doch vielleicht gibt es einen menschlichen Workaround für dieses „Problem“. Vielleicht benötigen wir nicht noch einen digitalen Dienst, der uns hilft, Ruhe im Chaos zu finden. Vielleicht können wir das selbst.

    Oder liegt die Lösung bei uns selbst?

    Das Wort Konsum ist gerade gefallen. Und ist es nicht gerade heute, in diesen Zeiten, sinnvoll über Zurückhaltung nachzudenken, Nachhaltigkeit, Verzicht? Könnte eine mögliche Lösung sein, einfach weniger zu konsumieren. Weniger Inhalte auf weniger Plattformen. Und wäre es nicht empfehlenswert, bewusster zu konsumieren? Sich zu fragen, ob der Artikel, das Video, die Serie, der Podcast, was auch immer, wirklich so wichtig ist, dass man ihn oder sie später lesen, sehen, hören will? Oder anders ausgedrückt: Wenn er oder so sie so wichtig ist, warum dann nicht jetzt? Die „Weniger ist mehr“-Devise haben wir selbst in der Hand.

    Warme Worte eines UX Profis, der genau versteht, wie verlockend die beliebten Dienste sind. Wie Dark Patterns funktionieren. Wie Menschen funktionieren und wie diese Dienste es perfektioniert haben, die menschlichen Bedürfnisse zu nutzen oder gar auszunutzen. Und wie sie, wie schon erwähnt, peinlichst genau darauf achten, ihre Nutzer:innen möglichst lange auf den eigenen Plattformen zu halten.

    Es ist Mai. Zeit für den Frühjahrsputz. Nicht nur in der Wohnung, auch in den Köpfen, in den Ordnern auf dem Rechner, in den beliebten Plattformen, in all unseren Speichere-für-später-Diensten. Räumt auf, schmeisst weg, werdet euch des Konsums bewusst und konsumiert ab sofort bewusster. Ich nehme mir das fest vor. Viel Glück.

    Und wer bis hier gelesen hat, muss diesen Artikel zum Glück auch nicht mehr abspeichern.

  • Notes Art – Oder wie Restriktionen die Kreativität fördern

    Notes Art – Oder wie Restriktionen die Kreativität fördern

    DamalsTM, als ich noch jung war, erlaubte Twitter nur 140 Zeichen für einen Tweet. Weniger als eine handelsübliche SMS. 140 Zeichen reichten aus, um witzige, informative und kluge Tweets zu kreieren. Mehr noch, 140 Zeichen zwangen dazu, nicht nur witzig, informativ und klug zu sein, sondern vor allem kreativ. Wie schafft man es, mit so wenig Platz maximale Aussage zu tätigen? Wie bringt man Kommunikation auf den Punkt? Wie begeistert man mit einer derartigen Restriktion?

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  • Der beste Weg, um im Internet Antworten zu bekommen

    Der beste Weg, um im Internet Antworten zu bekommen

    Murphys Gesetz besagt: Der beste Weg im Internet die richtige Antwort zu bekommen, ist nicht eine Frage zu stellen, sondern die falsche Antwort zu verbreiten. Denn das Internet und insbesondere die Besserwisser darin sind weniger hilfreich als glücklich darüber, andere zu korrigieren und Recht zu haben. Vergesst also Seiten wie „Guter Rat“ oder „Frag Mutti“, beziehungsweise fragt nicht, sondern behauptet. Und sehr schnell werdet ihr korrigiert und erhaltet die richtige Antwort.

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  • Öffentlicher App Verkehr in Aachen

    Öffentlicher App Verkehr in Aachen

    Der öffentliche Nahverkehr in Aachen gehört zu den grausamsten Erfahrungen in dieser schönen kleinen Stadt. Schon vor einiger Zeit betonte ich, Aachen fehle es an guten Verbindungen, einem stabilen Netz und vor allem an Straßenbahnen. Die Busse und die dazugehörigen Verbindungen sind unbequem, unzuverlässig und nicht auf die Bedürfnisse der Einwohner zugeschnitten. Ein kleines persönliches Beispiel: Um mit dem Bus von zuhause zu meiner aktuellen Arbeitsstätte zu kommen, benötige ich mit dem Bus über eine Stunde Fahrzeit. Für den Hinweg. Zurück nochmal das Gleiche. Inklusive 20-minütigem Aufenthalt am sogenannten Bushof, einem Brennpunkt aller sozialer und menschlicher Schichten und Buslinien. Mit dem Auto kostet mich die Fahrt keine zwanzig Minuten. Ich prangere das an, denn ich würde viel lieber mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren. Gibt es denn keine vernünftige Lösung?

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  • Liebe ist stärker als Hass

    Ich liege entspannt auf dem Sofa und lausche einer Playlist eines bekannten Musik Streaming Anbieters. Und wundere mich, wie sehr die Playlist nicht zu meinem persönlichen Musik Geschmack passt. Jammernde Folk Songs wechseln sich mit Bossa Nova Stücken ab, deutscher Hip Hop wird nach einem Hard Techno Teil gespielt. Dann beginnt ein Titel von Mark Forster. Ich bin nicht mehr entspannt, springe spätestens jetzt auf und möchte dem Algorithmus hinter dieser Playlist meine Meinung sagen.

    Bei diesem Anbieter leider nicht möglich. Es gibt genau zwei Listen, in denen ich vorgeschlagene Songs und Künstler auch bewusst ablehnen kann. In allen anderen habe ich nur die Chance, es über mich ergehen zu lassen oder den Song zu skippen. Gut, das ist schon mehr als ich beim Radio könnte. Dennoch frage ich mich, weshalb meine Möglichkeiten auch im Jahre 2020 noch so begrenzt sind und weshalb die dahinter stehenden Algorithmen meinen Musikgeschmack nicht besser ermitteln können.

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  • Feed me, Seymor!

    Aktuelle, technische Produkte sollen unser Leben erleichtern, uns im Alltag unterstützen und unliebsame Pflichten abnehmen. Ja, sie sollen sich um uns kümmern. Mitunter beschleicht mich allerdings das Gefühl, dass ich mich mehr um meine Geräte kümmern muss, als sie sich um mich. Ähnlich der fleischfressenden Pflanze Audrey II aus dem großartigen Musical „Little Shop of Horror“, die den armen Seymor pausenlos damit quält, endlich gefüttert zu werden, wollen alle Gerätschaften in diesem Haushalt etwas von mir.

    Auch wenn die meisten Rückmeldungen durch optische Anzeigen oder akustische Warnsignale erfolgen, stelle man sich bei folgenden Beispielen bitte eine nölige, nervende Stimme vor.

    Kaffeemaschine: „Ich habe kein Wasser mehr. Füll es auf. Mein Kaffeesatzbehälter ist voll. Mach ihn leer. Ich muss dringend wieder entkalkt werden. Kümmere dich drum. Der Auffangbehälter für Wasser läuft schon wieder über. Mach ihn leer. Ich habe keine Bohnen mehr. Füll sie auf. Außerdem habe ich kein Wasser mehr. Tu was.“

    Herd: „Da steht kein Topf drauf. Das Wasser ist übergelaufen. Mach das weg. Da steht immer noch kein Topf drauf. Ich mag es nicht, wenn ich nass werde. Der Topf steht nicht richtig drauf. Stell ihn richtig hin. Mach endlich das Wasser weg.“

    Küchenmaschine: „Der Deckel ist nicht richtig geschlossen. Mach ihn richtig zu. Die Teile sind zu groß, das kann ich nicht. Schneide das Zeug vor. Das ist mir alles zu anstrengend hier. Kannst du das nicht selbst schneiden?“

    Geschirrspülmaschine: „Ich habe keinen Klarspüler mehr. Füll es auf. Ich habe kein Salz mehr. Füll es auf. Ich bin fertig mit Spülen, mach mich leer. Und füll den Klarspüler auf.“

    Kühlschrank: „Mach zu. Ich mag es nicht, wenn die Tür so lange auf ist.“

    Staubsauger: „Mein Behälter ist voll. Mach ihn leer.“

    Elektrische Zahnbürste: „Mein Akku ist leer. Lad mich auf. Der Bürstenaufsatz ist alt. Tausch ihn aus. Mein Akku ist leer.“

    Smartphones und Laptops: „Mein Akku ist leer. Lad mich auf. Meine Batterien sind leer. Tausch sie aus. Meine Firmware ist alt. Mach ein Update. Mein Akku ist schon wieder leer. Lad mich auf. Da stimmt was mit dem WLAN nicht. Kümmere dich drum. Da stimmt was mit dem Internet nicht. Kümmere dich drum. Da stimmt was bei mir nicht. Kümmere dich drum. Mein Speicher ist voll. Tu was dagegen. Meine Festplatte ist voll. Räum das auf. Mein Akku ist schon wieder leer.“

    Kopfhörer: „Ich kann diese Verbindung nicht finden. Tu was. Wie? Ich war schon mal mit dem Gerät verbunden? Hör ich zum ersten Mal. Und jetzt? Kümmere dich drum.“

    Fernseher: „Ich kann das Programm nicht anzeigen. Das muss am Receiver liegen. Kümmere dich drum. Ich kann nicht umschalten. Ich kann den Ton nicht so ausgeben wie du willst. Kümmere dich drum. Ich weiß nicht, mit welchen Kopfhörern ich mich verbinden soll. Kenne die nicht. Tu doch mal was.“

    Receiver und Kopfhörer: „Kannst du dem Fernseher bitte ausrichten, dass wir keinen Bock mehr haben? Danke.“

    Der Mülleimer mit dem automatischen Deckel: „Hör mal, ich rede mit den anderen Geräten hier. Die sind nicht zufrieden mit dir. Und was ich noch sagen wollte: Fütter‘ mich, Seymor.“

    Ich: „Audrey?“

  • Jede Straße in jeder Stadt

    Das kleine, aber äußerst faszinierende Tool City Roads zeichnet auf Basis von Open Streetmap Karten eine Grafik von Städten, die nur aus den Linien der Straßen besteht. Die Ergebnisse sehen derart hübsch aus, dass man sie am liebsten ausdrucken und an die Wand hängen möchte. Und warum auch nicht? Eine kleine Galerie der persönlichen Lieblingsstädte vielleicht? Probiert es aus.

  • Update Junkie

    Never touch a running system. Eine sehr kluge Redewendung und Regel, die in allen möglichen Lebenslagen beherzigt werden sollte. Ganz egal, ob es um die Fußballmannschaft oder um die heimische Einrichtung der smarten Lampen und Lautsprecher geht. Wenn etwas funktioniert, lässt man besser die Finge davon und freut sich, dass es funktioniert.

    Jeder, der in der IT arbeitet, hält sich natürlich daran. Jeder? Nein. Ein unbeugsamer Autor eines unbedeutenden Blogs lebt seit Jahren nach der Devise „Neues ist immer besser!“ Neues verspricht noch unbekannte oder schnellere Funktionen, schönere Oberflächen, tolleres Benutzererlebnis – hach, Neues ist immer so… neu. Und aufregend. Und ja, ich spreche von mir selbst.

    Auch Jahre der Erfahrung konnten mich bis heute nicht von dem Drang abhalten, jegliches mögliche Update zu installieren. Neue Geräte anzuschaffen. Ja, sogar mit Warnung versehene Beta-Versionen zu ziehen, nur um den Kick des Neuen zu spüren. Ganz vorne dabei zu sein. Oder endlich Bugs entfernt zu wissen (die bislang vermutlich noch gar nie aufgefallen waren).

    Jeden Morgen die gleiche Routine: Wecker ausschalten, Wetter checken, Nach Updates suchen. Für zwei Apps stehen Updates bereits. Performance- und Stabilitätsverbesserungen. Ja, gib es mir, schnell. Natürlich starte ich die aktualisierten Apps nicht. Wozu auch, sie sind neu und verbessert. Ich muss mich davon nicht überzeugen, ich weiß es. Neu ist immer besser. Außerdem interessieren mich diese Apps gar nicht. Hauptsache sie sind aktuell.

    Natürlich fiel ich schon mehrfach auf die Nase mit diesem Verhalten. Apps, die plötzlich nicht mehr funktionierten, liebgewonnene Funktionen über Bord geworfen hatten, nicht mehr mit bestimmten Geräten oder anderen Apps zusammen arbeiteten. Gadgets, die sich nicht mehr starten ließen. Rechner, die neu installiert werden mussten. Ich habe alles durchgemacht.

    Nichts kurierte mich von der Sucht. Der App Store ist mittlerweile ganz hinten in einem Ordner versteckt, um mir den Weg dorthin zu erschweren, doch ich gehe ihn gern. Auf dem Macbook wartet allabendlich ein kleines Programm, das alle installierten Programme auf Aktualisierungen prüft, darauf, von mir gestartet zu werden. Ja, selbst dieser Artikel konnte erst begonnen werden, nachdem ein WordPress-Plugin aktualisiert wurde. Dieser kleine, rote Bubbel mit der weißen Eins, die eine verfügbare Aktualisierung signalisiert, war einfach zu verlockend und hätte mich nur abgelenkt.

    Ich bin ein Update Junkie! Gibt es dafür eine Selbsthilfegruppe? Die AA? Die anonymen Aktualisierer? Oder vielleicht einen Ratgeber? Einen 12 Stufen-Plan zur Entwöhnung. Was? Davon gibt es eine neue, verbesserte Version mit nur 11 Schritten? Ich wusste es. Gekauft.

  • Probleme mit YouTube Videos in Safari auf iPadOS

    Eines der tollsten Features des iOS-Ablegers iPadOS ist das sogenannten Desktop Class Browsing, also die Möglichkeit, im Safari Browser nicht mehr nur mobile Webseiten, sondern normale Webseiten-Ansichten aufzurufen, wie man sie von Desktop-Rechnern und Laptops kennt. Dies ist zum Beispiel sinnvoll für Office-Webanwendungen, die zuvor mit einem iPad nicht genutzt werden konnten. Tolle Sache, die auch grundsätzlich super funktioniert.

    Leider existiert seit Erscheinen von iPadOS (auch in der aktuellen Version 13.3) ein Problem, wenn man etwas bei Google sucht, ein YouTube Video angeboten bekommt und dieses im Browser ansehen möchte. YouTube Videos werden trotz aktiviertem Desktop-Browsing mit der Adresse m.youtube.com geöffnet, also der mobilen Variante. Dies passiert bei jedem Aufruf aus Google-Suchergebnissen und führt dazu, dass die Videos nicht gestartet werden können und eine Fehlermeldung erscheint, Safari könne die Seite nicht öffnen, da die Adresse ungültig sei.

    Offenbar kommt es zu dem Fehler, weil Google an der Stelle grundsätzlich auf die mobile Seite umleitet, der Browser aber mit der Desktop-Seite rechnet. Klickt man neben der Adressleiste auf das „aA“-Symbol, kann man diverse Einstellungen vornehmen und in einem solchen Fall die mobile Seite anfordern. Das Video kann dann zwar abgespielt werden, stellt aber nur niedrige Auflösungen zur Verfügung und scheint sich auch bei den Kontrollen wie Play und Pause eigenartig zu verhalten. Über das „aA“-Symbol kann dieses Verhalten (oder die Reader Einstellung) fest eingestellt werden.

    Natürlich gibt es auch noch die YouTube App, die ich aus diversen Gründen aber nicht nutzen möchte. Vornehmlich wegen der penetranten Werbeeinblendungen. HTML 5 sollte mich auch gar nicht in eine App zwingen. Daher habe ich derzeit nur die Möglichkeit, YouTube jedesmal auf die mobile Variante umzuschalten und keine hochaufgelösten Videos zu sehen. Oder auf das MacBook auszuweichen.

    Letztlich stellt sich mir die Frage, wo das Problem liegt. Ist es ein Bug von iPadOS? Ist es ein Bug auf Seiten Google? Ist es bewusstes Verhalten von Google? Sind es mal wieder Sturheit und Streitigkeiten von beiden Seiten? Bislang konnte ich keine Antworten zu finden. Technisch kann es kein Problem sein, die YouTube Seite korrekt als Desktop Variante aufzurufen und die Videos korrekt anzuzeigen. Hat vielleicht einer meiner Leser eine Idee?

  • 40 Tage Dunkelheit und ein iPhone 11 Pro

    Im russischen Murmansk herrschen in Dezember und Januar jedes Jahres 40 Tage lang Dunkelheit, bedingt durch die Nähe zum Polarkreis. Der Fotograf Amos Chapple besuchte die Stadt erstmalig nur mit einem iPhone 11 Pro bewaffnet und ist beeindruckt von der Aufnahmequalität und des Night Modes. Großartige Fotos, die Lust auf das Gerät machen.

    The iPhone’s Night Mode is the witchiest camera technology I’ve ever used. I still don’t understand it. I was shooting three second exposures made handheld, yet I never saw any movement blur. All of the shots I made were tack sharp.

    Even more strange is that, whenever there was movement in the frame, like a person walking, or snow falling, the camera somehow froze, or only slightly blurred that movement, *while* it was soaking up light for a long exposure. 

    Interestingly, when the camera senses it’s on a tripod it behaves exactly like a normal camera — so during a long exposure people walking or snow falling just become faint blurs. I took a tripod with me but hardly ever used it after noticing this switch that the camera makes.

  • Ein Einblick in Apples Photo App

    Apple stellt seit einiger Zeit ein PDF-Dokument unter dem Namen „Photos Tech-Brief“ bereit, das einen recht spannenden Einblick gibt, wie die Photos App im Hintergrund arbeitet. Wer sich für Machine Learning interessiert, dürfte hier ein paar interessante Informationen finden, die nicht zu sehr in die Tiefe gehen, aber verdeutlichen, wie viel künstliche Intelligenz am Werk ist.

    So wird beispielsweise erklärt, wie die Photos App „Gerümpel“ erkennt und aus der normalen Ansicht ausblendet, indem z.B. Szenen, Kompositionen, Gesichter, Tiere und die Aufnahmequalität für eine Entscheidung geprüft werden. Damit werden schlechte Schnappschüsse oder Bildschirmfotos als nicht relevant erkannt. Zudem wird ein sogenannter „Knowledge Graph“ erstellt, um passende Rückblicke zu generieren:

    Photos analysiert die Fotobibliothek eines Benutzers und verbindet und korreliert Daten von seinem Gerät, um personalisierte Funktionen in der gesamten App bereitzustellen. Diese Analyse liefert einen privaten, geräteeigenen „Knowledge Graph“, der interessante Muster im Leben eines Benutzers identifiziert, wie z.B. wichtige Personengruppen, häufige Orte, vergangene Reisen, Ereignisse, das letzte Mal, wenn ein Benutzer ein Foto von einer bestimmten Person gemacht hat, und vieles mehr.

    Und in die Faszination der Technik mischt sich dann auch immer gerne ein wenig Grusel darüber, wie gut uns diese kleinen Maschinen auf unserem Schoß oder in unseren Händen bereits „kennen“ und Verbindungen herstellen können. Denkt das nächste Mal daran, wenn ihr eure Fotos durchstöbert.

  • Autos klingen jetzt wie in Science Fiction Filmen

    Spätestens jetzt sind wir in der Zukunft angekommen. Wir haben zwar den Termin aus „Zurück in die Zukunft“ und somit die Hoverboards verpasst und auch der Tag des Bladerunners kam und ging und niemand fliegt mit seinen Autos durch ein dystopisches Los Angeles.

    Aber jetzt ist Zukunft. In wenigen Monaten fahren nur noch E-Autos auf Deutschlands Straßen. Und sie alle werden klingen, wie man es aus einschlägigen Science-Fiction Filmen gewohnt ist: mit knackigen „Swooosh“- und „Zooom“-Lauten. Seit Juli 2019 ist ein künstliches Fahrgeräusch für neu zugelassene E-Fahrzeuge vorgeschrieben, damit man sich als Fußgänger nicht zu Tode erschrickt, wenn sich die Teile von hinten anschleichen.

    Im Falle des ID.3 von VW, dem elektrischen Golf-Nachfolger, wurde dafür zusammen mit Leslie Mandoki (kennen die Älteren von uns noch von Dschingis Khan, arbeitet aber als Komponist insbesondere mit Unternehmen an ihrem Sound-Branding) ein entsprechendes Sample produziert. Das Geräusch erklingt beim An- und Rückwärtsfahren bis zu 30 km/h.

    Und ja, so müssen Zukunfts-Autos klingen:

  • Origami Millennium Falcon

    Diese Woche startet die von mir sehnlichst erwartete Star Wars Episode 9, „Der Aufstieg Skywalkers“ in den Kinos. Passend dazu, und um die Wartezeit bis zur Premiere zu verkürzen, könnt ihr mit der unten stehenden Anleitung den Millennium Falken als Origami Model basteln. Wenn das nicht auch ein perfektes Weihnachtsgeschenk ist?

    Wie man einen Origami Millennium Falcon bastelt 1450440349 0 0

    Quelle: Star Wars Origami

  • TL;DW

    Das Internet ist reich an Informationen und jede Frage in Minutenschnelle beantwortet. So nicht nur die bisherige Theorie, sondern auch die gelebte Praxis für viele glückliche Jahre. Frag Google, lies bei Wikipedia. Wissen war rasch gefunden und schnell konsumiert.

    Als dann Generation Youtube auf den Plan trat, änderte sich etwas. Lineares Fernsehen (und Radio) war out, das Programm fand mit einem Mal im Netz statt. „Youtuber“ wurden zu Stars, eigene Shows, Programme und Plattformen erwuchsen aus diesem Befreiungsschlag, der Videos plötzlich nicht mehr nur von Profis bereitstellen konnte. Und bald wollte jeder dazu gehören. War es doch so leicht, seine Kamera anzuschalten und einfach mal zu machen. Wie wunderbar.

    Heute, an der Schwelle zum Jahr 2020, lässt sich allerdings eine Trendwende beobachten. Ebnete Youtube zuvor noch den Weg für spannende Projekte, Experimente, persönliche Einblicke von mutigen „Darstellern“, verkommt das Format Video mehr und mehr zum Ramschladen für jegliche Information. Sei sie noch so klein und noch so ungeeignet, um sie als Bewegtbild zu präsentieren.

    Dieser Trend führt dazu, dass eine Google-Suche immer öfter Video-Beiträge auf Youtube oder anderen Plattform als bestes Ergebnis liefert. Klickt man diese Videos an, sieht man gerne mal ein Hintergrundbild, hört nervtötende Musik (warum immer Hard-Techno?) und folgt einer Laufschrift, die langsam über den Schirm zieht. Oder man liest pure Texttafeln, die sich peinlich animiert abwechseln. Hat man Pech, ist es nicht einmal möglich, einen Text zu lesen, sondern muss ihn maschinengeneriert vortragen lassen.

    Um dann nach 5 Minuten zu bemerken, dass das Video die versprochene Antwort nicht liefern wird. Eine Erkenntnis, die man nach 30 Sekunden Text scannen und überfliegen deutlich schneller gewonnen hätte.

    Too long; didn’t watch!

    Woher kommt dieser Trend? Warum belästigt mich mittlerweile jede zweite Webseite mit (meist automatisch startenden) Videos, die mir umständlich und langwierig einen Inhalt erzählen, den ich auch durch schnelles Lesen erfahren hätte? Sind Klickraten auf Youtube so wertvoll, dass sich das lohnt? Geht es nur darum, möglichst schnell viel Geld zu machen?

    Denn vielen dieser Anbieter ist eine persönliche Note oder gar eine Agenda völlig gleich. Niemand tritt auf, niemand spricht. Der Content ist bewusst extrem billig und viel zu lang produziert, immer auf Gewinnmaximierung ausgelegt. Hauptsache klicken und Werbung einblenden. Inhalt ist zweitrangig, Lernen irrelevant, Weitergabe unerwünscht.

    Werden bei Reddit Videos mit vermeintlich interessantem Inhalt verlinkt (zum Beispiel Listen à la: Die 11 besten Tipps für dein iPhone 11), listet bereits der erste Kommentar unter dem Artikel die in dem Video besprochenen Inhalte auf. Die dann in 20 Sekunden gelesen und verarbeitet sind. Danke. Mehr wollen wir doch nicht.

    TL;DR: Packt nicht jede noch so kleine Information in unnötige, hässliche und viel zu lange Videos, sonst heißt es bei mir sofort TL;DW.

  • The Deep Sea Visualization

    Neal Agarwal, ein sehr kreativer Entwickler, hat auf seiner Seite Neal.Fun eine – wie soll man es beschreiben – Animation, Präsentation, interaktive Visualisierung der Tiefe der Ozeane namens The Deep Sea erstellt. Und das mit allen möglichen und unmöglichen Lebewesen darin. Warnung: Wenn man einmal damit begonnen, hinabzusteigen, kann man nicht mehr aufhören, bis man – SPOILER – den tiefsten Punkt erreicht hat.

    Ich habe dabei gelernt, dass es in den Untiefen der Ozeane Monster wie die japanese Spider Crab (3,8m Spannweite der Beine) oder den Headless Chicken Fish gibt. Für Menschen mit Thalassophobie eher ungeeignetes Wissen. Thalassophobie ist im Übrigen die Angst vor dem Meer (oder wahrscheinlich eher die Angst davor, was da so alles auf einen lauert). Ich bin ja immer wieder begeistert, welch überraschende Phobien manche Menschen haben. Siehe in diesem Artikel über Coulrophobie, der Angst vor Clowns. Übrigens einer der meistkommentierten Beiträge.

    Und jetzt taucht mal schön.

  • User Interface gone wrong

    Für mich als UX Designer sollte die Seite User Inyerface ein Alptraum sein. Ist sie aber nicht, weil sie sehr konzentriert zeigt, was so alles schief laufen kann, wenn man ein User Interface falsch gestaltet. Wir haben im Büro Tränen gelacht beim Versuch, den Ablauf komplett durchzugehen.

  • Happy Birthday. Die Playstation ist 25.

    Heute feiert die Playstation von Sony ihren 25. Geburtstag. Happy Birthday. Ich erinnere mich noch gerne an meine erste Playstation, die ich nur für Gran Turismo kaufte und mein letztes Geld dafür zusammen kratzen musste. Jahrelang hatte ich Spaß, bis das Laufwerk seinen Geist aufgab und Spiele nur noch geladen werden konnten, wenn ich die Konsole auf den Rücken legte.

    Die Zeit der Playstation 2 übersprang ich irgendwie komplett und ging direkt über zur Playstation 3. Auch wenn sie damals ihren Platz unter dem Fernseher mit einer Xbox und einer Wii teilen musste, blieb sie immer mein Favorit. Heute teilt sie sich den Schrank mit einer Playstation 4, weil die tollen Rockstar- und Move-Spiele einfach nie auf die vierte Generation gebracht wurde. Und auch die Vierte ist schon meine Zweite, diesmal als Slim Version. Also habe ich mittlerweile doch schon 4 Playstations gekauft.

    Und die Playstation 5? Wird vermutlich ebenfalls erworben, sobald sie ein vernünftiges Preislevel erreicht und einen ausreichend großen Spielekatalog in Petto hat. In meinem Alter kauft man Spielekonsolen nicht mehr direkt bei Erscheinen? Oder sollte man vielleicht gerade deswegen…?

    Hier noch ein hübsches kleines Video zur Geschichte der Playstation:

  • Ich bin kein Cowboy

    Während Jugendliche heute bereits mit 17 Jahren den Autoführerschein machen wollen, war ich in meinem Freundeskreis eher ein Spätzünder. Erst mit 21 erhielt ich das kleine, rosafarbene Dokument. (Welches ich noch heute in meinem Portemonnaie mit mir führe. Inklusive einem Foto, auf dem ich schätzungsweise gerade mal 16 Jahre alt bin.) Bis dahin erreichte ich jedes Ziel bequem mit meinem Fahrrad. Ich liebte es und bilde mir auch ein, recht gut trainiert und fit gewesen zu sein.

    Als ein Auto unausweichlich wurde, blieb das Rad im Keller. Es war stets nur ein Fortbewegungsmittel, nie ein Sportgerät. Dies blieb nicht nur jahre- sondern jahrzehntelang so. Und doch fehlte es mir. Also machte ich mich auf die Suche, erwarb ein neues Rad, das mir wenige Wochen später aus dem abgeschlossenen Fahrradkeller gestohlen wurde. Das nächste Rad erwies sich sofort als Fehlkauf, war ständig defekt und bereite mir Nacken- und Handgelenk Schmerzen.

    Aber ich möchte doch wieder Radfahren, das Auto stehen lassen, mich bewegen und all das möglichst entspannt und wen es geht auch ein bisschen stylish. So stieß ich auf das Cowboy E-Bike, das elektrische Rad für Urban Bikers. Auf den ersten Blick schien dieses Bike all meine Wünsche zu erfüllen. Das in Belgien erfundene Rad nutzt ein recht innovatives Antriebssystem, hat einen sehr schlanken, leistungsstarken und schnell wieder aufladbaren Akku, hat eine sehr reduzierte und schicke Optik und einige smarte Features, die per App zu steuern sind.

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    Da kein Ständer vorhanden, musste ich das Rad zum Fotografieren festhalten.

    Außerdem kann ich das Rad über meine Firma leasen. Ich vereinbarte unkompliziert (!) eine Probefahrt, die mittlerweile auch in Aachen angeboten wird und traf mich an einem sonnigen und eiskalten Samstag Nachmittag mit einem der „Cowboys“, wie sich die Mitglieder der Community selbst nennen. Diese Community scheint übrigens sehr stark und per App gut vernetzt zu sein. Sollte man Probleme mit dem Rad haben, ist Hilfe immer nah.

    Der Cowboy erklärte zunächst einige grundsätzliche Details, die Vor- und Entstehungsgeschichte des Bikes und ging dabei auf alle Besonderheiten ein, die das Rad von der Konkurrenz abhebt. So zum Beispiel der Riemenantrieb, der selbst entwickelte Motor in der Hinterachse, die Sensoren in der Pedalachse, die eine Gangschaltung obsolet machen sollte, da durch die Geschwindigkeit und den „Druck“ der Füße die Motorleistung jederzeit genau angepasst wird.

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    Das Licht wird per App ein- und ausgeschaltet.

    Nachdem der Sitzt auf meine Größe eingestellt war, konnte ich endlich eine halbe Stunde herum fahren. Und wow, das Rad zieht einen wirklich davon. Ein phantastisches Gefühl. Der Motor ist nicht zu hören und schaltet sich so sanft zu, dass man hin und wieder nicht sicher sein kann, ob man nun Unterstützung hat oder nicht.

    Fahren in der Ebene war ein flottes, angenehmes Erlebnis. Genau so hatte ich es mir erwünscht und begann in Richtung einer kleinen Anhöhe zu rasen. Diese nahm ich Anfangs noch zügig, doch schnell wurden mir zwei Dinge bewusst: Der Motor hatte nicht genug Kraft, mich den Berg hinauf zu bringen. Erschwerend kam die fehlende Gangschaltung dazu. Und zu meiner Schande (oder der des Bikes?) erklomm ich die Anhöhe nicht, sondern musste enttäuscht auf halber Höhe stehen bleiben.

    Was war passiert? Hatte ich etwas falsch gemacht oder ging ich von falschen Erwartungen aus? Meine Hoffnung war, dass mich ein E-Bike gerade bei Steigungen unterstützt und ich nicht jeden Hügel schweißüberströmt nehmen muss. War es der nicht zu starke Motor, der mich in der Ebene wie eine Rakete nach vorne trieb? Oder die fehlende Möglichkeit, wie bei jedem anderen Rad ein paar Gänge runter zu schalten, um die Steigung nehmen zu können?

    Vermutlich war es ein Zusammenspiel aller Faktoren. Dies hinterließ allerdings ein enttäuschtes Gefühl, das sich zu den weiteren negativen Aspekten gesellte: Das Bike ist für mich persönlich zu sportlich ausgelegt, mit seinem sehr engen, sehr tief liegenden Lenker. Dieser kann nicht höher gestellt werden, sondern benötigt Zusatzteile. Wie das ganze Rad überhaupt Zusatzteile benötigt. Weder Schutzbleche, Gepäckträger oder ein Ständer sind im Lieferumfang dabei. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein und unterstützt natürlich auch das sehr schlanke Aussehen des Rads. Alltagstauglich (also eben nicht als Sportrad) ist es im Auslieferungsstatus aber nicht.

    Mein Fazit auf der Pro Seite:

    • Tolles, schlankes, sehr reduziertes Design
    • Toller Motor und praktikabler, schnell aufgeladener Akku
    • Innovative Ideen
    • Extrem sportliches und rasantes Fahrgefühl

    Und auf der Negativ Seite:

    • Keine Gangschaltung (und dabei fehlende Kraft des Motors), die jeden Hügel nicht nur schwer, sondern teilweise unbezwingbar machen
    • Reduziert bis auf wirklich jedes kleinste Detail, so dass selbst Standardzubehör dazu gekauft werden muss
    • Für mich persönlich zu sportlich. Ich kann mir nicht vorstellen, mit dem Rad eine Stunde ohne Nackenschmerzen fahren zu können

    Schade. Ich wollte so gerne ein Cowboy sein. Ich mochte so vieles an diesem Rad. Aber ein Rad, das mich an der ersten Anhöhe stehen lässt, ist nicht das Richtige für mich. Ob das Electrified S2 von Vanmoof die bessere Wahl ist? Ich werde es testen.