Schlagwort: radio

  • Mein Interview mit WDR5 in der Sendung „Neugier genügt“

    Mein Interview mit WDR5 in der Sendung „Neugier genügt“

    „Coulrophobie – Die Angst vor Clowns“ ist einer der meistgelesenen und meistkommentierten Artikel auf Alles Roger. Bereits im Jahr 2007 habe ich zu diesem Phänomen recherchiert und fand im Netz nur wenige Informationen, dafür aber eine lange Liste aller möglichen Phobien, die mich faszinierte und auch ein wenig amüsierte. Die Coulrophobie selbst schien damals noch eine Art Mythos zu sein, etwas, mit dem Buchautoren und Filmemacher spielen. Doch weit gefehlt. Die Angst vor Clowns ist eine sehr weit verbreitete Phobie, wie zahlreiche Kommentare zum Artikel in der Folgezeit bewiesen.

    Im Januar 2023 erhielt ich eine Anfrage des Radiosenders WDR5, ob ich für ein Interview zu diesem Thema zur Verfügung stünde. Geplant sei, am Karnevalsdienstag eine Sendung rund um das Thema Clowns, von Zirkusclowns über Clowns im Krankenhaus bis hin zu Horrorclowns in Literatur und Zeitgeschehen, auszustrahlen. Bei der Recherche stießen sie auf mein Blog und den Artikel mit über 80 Kommentaren von Menschen, die unter der Phobie leiden.

    Das Interview wurde mit dem Titel „Clowns – Spaßmacher oder Schreckgestalt?“ im Rahmen der Sendung „Neugier genügt“ aufgezeichnet und ist unter anderem auf der Seite des WDR, in der ARD Audiothek oder in jedem Podcatcher mit abonniertem RSS-Feed zu hören. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei der Hörfunkjournalistin Yesim Ali Oglou für das nette Gespräch.

  • Der Civic und das iPhone

    Seit letztem Wochenende liebe ich Molly noch ein klein wenig mehr. Und das nicht nur, weil die Sitzheizung meinen Hintern schön warm hält. Nein, ich fand durch Zufall (und natürlich mit unglaublichem Spürsinn) heraus, wie der iPod (in meinem Fall natürlich das iPhone) bedient wird. Besser gesagt, wie das iPhone über das Autoradio bedient wird. Seit ich den Wagen besitze, habe ich mich über die Tatsache geärgert, dass in der Mittelkonsole zwar ein USB-Anschluss vorhanden ist und das iPhone auch erkannt wird, jedoch nur alle Titel nacheinander abgespielt werden können. Was ich auch versuchte, ein Zugriff auf bestimmte Künstler, Alben, Songs oder Wiedergabelisten war nicht möglich. Und somit wurde die iPod-Anbindung unbrauchbar. Auch das 585 Seiten starke Handbuch half nicht wirklich weiter. Es wurde erklärt, wo ich das iPhone anzuschließen hatte und was ich bei möglichen Fehlern tun könnte. Mehr nicht. Und glaubt mir, ich habe jede einzelne Seite gelesen. Jede einzelne der 585 Seiten.

    Letztes Wochenende also wärmte mir Molly den Hintern und ich betrachtete das Autoradio-Panel. Dabei entdeckte ich an einem Knopf die Beschriftung „Folder“. Nun, welche Folder (also Ordner) könnten damit gemeint sein? Doch nur die eines angeschlossenen USB-Gerätes, oder? Und tatsächlich, ich stöpselte mein iPhone an, klickte auf besagten Button und die Anzeige im Autoradio ließ mich durch Alben, durch Wiedergabelisten und durch Künstler rollen. Ich wählte eine Wiedergabeliste mit den bestbewertesten Songs aus und voilà – sie wurden gespielt. Es war so einfach. Nunja, die Steuerung selbst ist immer noch etwas tricky und nicht während der Fahrt zu empfehlen, aber immerhin – es funktioniert.

    Wieder zuhause konsultierte ich sofort das Handbuch. Und ihr könnt mir die Geschichte glauben oder nicht – ich schlug das Handbuch irgendwo auf und landete genau auf der Seite, die den Folder-Button erklärt. Beim ersten Aufschlagen. Eine Seite, die zuvor nicht existiert hatte. Ich schwöre. Keine Ahnung wie sie mit einem Male dort erschien. Vielleicht durch ein W-Launiges oder Bluetuffiges Analog-Update. Wer weiß.

    Ich liebe Molly nun ein wenig mehr. Sie wärmt meinen Hintern und spielt meine Lieblingsmusik aus meinem Lieblings-Gadget. Derzeit sammle ich die besten Songs zum Autofahren in einer neuen Wiedergabeliste namens Driver.

  • Ich habe im Radio gewonnen

    Online-Magazin, Zeitung, Fernsehen. Na, was fehlt da noch? Natürlich. Mein zweitliebstes Medium nach dem Kino: das Radio. Ich habe es bislang noch nicht geschafft, ins Radio zu kommen. Und das, wo doch mein langjähriger Traum es einst war, selbst Radiomoderator zu werden. Dass dieser Traum vollkommen illusorisch ist, weiß ich natürlich schon seit langem. Und obwohl ich mittlerweile so einige nette Menschen aus dem „Gewerbe“ kenne, kam es bislang noch nicht dazu, meine Stimme im Radio zu hören. Bis heute morgen.

    Da machte ich mir nämlich den Spaß, bei Hit Radio FFH anzurufen und beim ersten Quiz des Tages teilzunehmen. Gehört habe ich den Sender über Webradio und von dem Quiz erfahren habe ich per Twitter. Denn nicht nur, dass der wunderbare Moderator Michael Münkner bloggt (und offensichtlich keinen RSS-Feed anbietet – bitte schnell ändern), er twittert auch. Und suchte auch über diesen Weg nach Kandidaten. Ich nutzte die Chance, rief im Sender an und kam durch.

    Spätestens hier merkt man den Unterschied zwischen Profi und Normalo. Während Michael das kleine, nun folgende Gespräch locker, charmant und witzig führte, stotterte ich herum, suchte nach den richtigen Worten und versuchte so krampfhaft, keinen Stuss zu erzählen, dass man mir anhörte, wie ich einen Stock im A… hatte. Die grinsenden Arbeitskollegen um mich herum halfen da natürlich nicht. Glücklicherweise konnte ich die Frage richtig beantworten und bin nun stolzer Gewinner eines Hit Radio FFH-Frühaufsteher-T-Shirts. Das mir zugeschickt und dann natürlich hier präsentiert wird.

    Ich nahm das kurze Gespräch mit meinem iPhone auf, was aber gar nicht nötig gewesen wäre. Denn nicht nur, dass das Mainhattan Girl einen Mitschnitt anfertigte und mir zukommen ließ (vielen lieben Dank), Michael Münkner persönlich schickte mir kurz danach einen Mp3-Mitschnitt, den ich euch hier nicht vorenthalten möchte. Also für alle, die es heute morgen verpasst haben und einmal hören wollen, wie ich mich zum Affen mache – bitteschön:

  • Umzugslicht und Umzugsradio

    Schon mal aufgefallen? Licht von unten erinnert immer an Umzugslicht. Radio aus kleinen Transistorgeräten klingt immer wie Umzugsradio. Ihr merkt schon, ich hänge voll drin.

  • Traumjob Radio

    Zwei Träume bestimmten mein Leben. Und tun es noch immer. Der erste Traum war es, Lokführer zu werden. Und ich wurde es. Sogar auf dem ICE. Der zweite Traum handelte davon, beim Radio zu arbeiten. Vorzugsweise natürlich bei SWR3, damals noch als SWF3 bekannt und auch heute noch mein Lieblingssender. Warum ich immer noch nicht beim Radio arbeite? Keine Ahnung, vielleicht ist ein Menschenleben zu kurz, um es mit zwei Träumen zu füllen? Vielleicht bin ich mittlerweile auch einfach zu alt und hätte mich früher um einen Einstieg bemühen müssen? Vielleicht ist es auch einfach nur Angst. Egal, das Medium Radio hat mich immer fasziniert. Sprechen, quatschen, Witze machen, erzählen und zwischendrin gute Musik spielen. Was könnte es schöneres geben? Was würde ich lieber Tag für Tag tun? (Klammern wir einfach mal aus, dass Radiomachen viel Arbeit hinter den Kulissen bedeutet, ständiges Kompromisse suchen, um den Chefs zu gefallen, ständiges herunterlesen immer gleicher Staumeldungen etc. und die Musik ebenfalls vorgeschrieben und nur selten wirklich gut ist. Dennoch…)

    Angefangen hat mein Traum schon in frühen Jahren, als ich noch vor meiner Stereoanlage saß, um bloß keine Elmi Show zu verpassen. Elmar Hörig war der Godfahther des Radios. Und ich erinnere mich, wie sehr ich meinen Englischlehrer auf dem Gymnasium verehrte, nur weil er gerne Anekdoten von seinem Kumpel Elmar zum Besten gab (beide Englisch- und Sportlehrer). Elmar Hörig war seinerzeit das Beste, was das Radio zu bieten hatte. SWF3 war das Beste, was das Radio zu bieten hatte. Und ich wollte dazu gehören.

    Leider sollte es nicht sein, selbst meine Podcast Träume (ihr erinnert euch vielleicht) sind aus Zeitmangel erstmal in den Hintergrund gerückt. Meinem SWR3 bin ich aber treu geblieben. Wenngleich ich zugeben muss, vermehrt auf SWR1 umgeschaltet zu haben. Da sind mir Pink Floyd oder Eric Clapton eben doch lieber als Xavier Naidoo oder 50 Cent. Außerdem verschwand Elmi irgendwann aus meiner Radiolandschaft. Weil seine Gags zusehends untragbarer wurden. Ich entdeckte ihn kurzzeitig wieder bei Sat.1, als er zusammen mit dem damaligen Sidekick Barbara Schöneberger eine Spielshow im Vormittagsprogramm moderierte. Peinlich war das.

    Noch peinlicher fand ich aber, als er plötzlich bei Radio Regenbogen anfing und dort seine „Elmi Radioshow“ wie dereinst bei SWR3 moderierte. Gut, Radio Regenbogen war und ist für mich ein No-Go, aber wenn Elmi plötzlich wieder zu hören ist, was soll’s. Ich schaltete gerne ein, hörte die gleiche Stimme wie früher, die gleichen Jingles, die gleichen Gags, die gleichen platten Witze. Wie früher, nur mit schlechterer Musik. Und ich konnte mich nicht entscheiden, ob es nur an mir lag – aber dieses wohlige Gefühl wie damals kam nicht auf. Es war, wie gesagt, peinlich, diesem alten Mann, diesem Veteranen, dabei zu zuhören, wie er versuchte, den jungen Leuten zu zeigen, wie man Radio machen sollte. Kaum einer seiner Gags zündete, oftmals glitt er so dermaßen in tiefstes Niveau ab, dass einem Angst und Bange wurde. Ich ließ ihn kopfschüttelnd zurück und schaltete wieder auf SWR3 um.

    Leider ging es weiter bergab mit Elmi. Keine Ahnung, was er heute macht. Aber was man so über ihn liest, verheißt nichts gutes. So hat alles seine Zeit wie auch die Träume, die sich manchmal erfüllen und manchmal eben nicht.

  • Station Voice

    Eine Station Voice ist die markante Stimme, die einem TV- oder Radiosender Profil gibt, ihn wieder erkennbar macht und für alle möglichen Einsatzmöglichkeiten genutzt wird. So hört man sie in Trailern, bei Ankündigungen, in der Werbung, bei kleinen Einspielern. Die Station Voice ist meist exklusiv, einprägsam und gehört somit zur Corporate Identity des Senders. Im Radio ist sie natürlich etwas wichtiger als im Fernsehen, da es hier darauf ankommt, dem Hörer sehr schnell zu vermitteln, auf welchem Sender er sich gerade verbindet.

    Ok, wollen wir mal nicht darüber sprechen, wie viel dummes Geschwätz im deutschen Radio zu hören ist. Wollen wir auch nicht darüber sprechen, welch beknackte und leicht zu verwechselnde Slogans die Sender uns immer wieder um die Ohren hauen und  uns versprechen, nur SIE spielten die besten Hits und die tollsten Oldies ohne Pause. Lasst uns auch nicht wieder lamentieren, dass auf allen Sendern ständig die gleiche Musik in Rotation läuft. Ich möchte stattdessen einen kleinen Aufruf an Antenne Südbaden starten. Bitte sucht euch endlich eine neue Station Voice!

    Ich höre Antenne Südbaden (früher FR1) zugegebenermaßen nur selten. Meist dann, wenn in allen anderen Sendern nur Schrott kommt. Und jedesmal, wenn ich umschalte, höre ich diese Stimme. Diese gewollt tiefe, knurrige, machoeske Stimme, die mir sofort erzählt, dass die Musik vom höchsten Berg des Schwarzwalds kommt. Und dass es nur hier die längste Musikstrecke Südbadens gibt. Und das die Uhrzeit von irgendeinem Autohaus in Emmendingen präsentiert wurde (inklusiver aller Sonderangebote). Das schlimmste ist aber immer der Spruch: „Südbaden, Südbaden.“ Hallo? Hallo? Soll das ein Slogan sein? Soll uns das irgendwas sagen? Irgendwas sagen?

    Und warum wird diese Stimme immer so stümperhaft zusammen geschnitten? Soll das der Stil sein? Soll das Dynamik und Esprit vermitteln? Und bitte, warum überhaupt diese Stimme, dieses gekünstelte Timbre, dieses Brummeln? Denkt ihr, liebe Radiomacher, die weiblichen Zuhörer werden dabei rollig? Schafft endlich diese Station Voice ab und hört endlich auf, sie nach jedem zweiten Songs abzuspielen.

    Es gibt viele Menschen, die Freiburg als Provinz bezeichnen. Mir als Freiburg Fan tut das immer ein wenig weh, wenn ich auch zugeben muss, dass Freiburg natürlich ein großes Dorf ist und nicht mit Metropolen mithalten kann. Und es auch gar nicht will. Aber muss der Provinz Status dadurch unterstrichen werden, dass der Haussender kein vernünftiges Radio machen kann? (Ich spreche nicht von der Musikauswahl) Sich durch dämliche Slogans und Promotion Sprüche lächerlich macht? Und das alles mit einer Stimme, die Coolness vermitteln soll und nur beweist, wie schlecht es um die Radiokultur in Freiburg bestellt ist?

    In einer Metropole wie Berlin oder München fallen billige kleine Privatsender nicht so auf. Aber in Freiburg ist die Auswahl nicht besonders groß, da sollte der Sender, der Freiburg am meisten repräsentiert doch ein wenig mehr auf der Pfanne haben und etwas Professionalität ausstrahlen (wenn wir schon dabei sind: ersetzt endlich mal diesen unsäglichen Kino-Werbespot, der viel zu leise, viel zu scheußlich und viel zu lächerlich ist).

    Ich bin kein Profi und verstehe natürlich auch nichts vom Radiomachen (leider), aber ich bin ein besorgter Hörer, also die Zielgruppe. Und die Zielgruppe sagt euch: Wenn ihr schon gezwungen seid, immer wieder die gleiche Hit Rotation abzuspielen, so solltet ihr wenigstens an eurer Reputation und eurem Image etwas arbeiten. Vielleicht schalte ich dann auch etwas öfter und freiwillig wieder zu euch. Ich bin für besseres Radio in Südbaden, Südbaden.

  • unfreiwillige Radio Comedy

    Manche Radiosender sind immer wieder für einen Lacher gut. Sei es SWR3, die mit den meisten ihrer Comedy Angeboten punkten können. Oder auch Radio Regenbogen, die so dämlich versuchen, diesen Erfolg zu kopieren, dass einem schnell das Lachen im Hals stecken bleibt. Und dann gibt es noch Antenne Südbaden, welches bei uns im Raum Freiburg leider unfreiwillig komisch ist.

    So sagt mir der Moderator nach jedem Nachrichtenblock, dass nun der Verkehr käme, der mich wirklich interessiert. Also, ich würde gern mal wissen, woher die wissen wollen, welcher Verkehr das denn sein könnte. Denn dann erzählen sie mir doch nur wieder, wo in Südbaden Staus sind und Blitzer stehen.

    Gerne weist Antenne Südbaden auf ihr Gewinnspiel hin, das sich in etwa so abspielt. Der Moderator sagt: „Rufen Sie uns an, wenn Sie wissen, welches Geräusch wir suchen.“ Man hört ein Quietschen, oder Ratschen. „Na, haben Sie es erkannt? Welches Geräusch suchen wir?“

    Nun, da möchte ich am liebsten anrufen und sagen: „Ihr sucht das Geräusch, das ihr da eben gespielt habt – dieses Quietschen oder Ratschen.“

    Man darf mir wieder Klugscheißerei vorwerfen, aber sollte die Frage nicht eher lauten: „Wissen Sie den Namen des Objekts, das dieses Geräusch verursacht?“

    Immer wieder schmunzeln kann ich auch beim Aufruf, Mädchen des Monats zu werden. Da werden Freiburgs weibliche Schönheiten einen Tag lang mit der Kamera begleitet und dann jede Nacht, unterlegt mit den besten Hits der Achtziger, Neunziger und von heute auf FRTV (dem angeschlossenen Regional TV-sender) gezeigt.

    Die Werbung lockt die Mädchen unter anderem mit folgendem Satz: „Zeigen Sie Ihren Freunden, was in Ihnen drin steckt.“ Was in ihnen drin steckt? Ich hoffe doch, es steckt nichts in den Mädchen drin. Ein Messer gar. Oder schlimmeres. Vielleicht mag es an der Mundart liegen, weshalb man nicht sagt „was in ihnen steckt“, aber lustig ist es trotzdem.

    Weiter so, Antenne Südbaden. Ihr habt einen Platz in meinem Herzen.

  • Tipps vom Womanizer

    Ok. Genug der Scherze. Kommen wir endlich zu den wirklich wichtigen Themen. Wie spricht man eine Frau an? Das mag für viele uninteressant oder gar kein Problem sein. Und für mich persönlich ist das gottlob auch keine Frage mehr. Aber da draußen rennen noch genug verwirrte Männer herum, die nicht wissen, wie sie es anstellen sollen. Und ganz ehrlich: sie können es auch nicht wissen. Wenn ich also eines gelernt habe (Achtung, ich erzähle aus meinem reichen – hüstel – Erfahrungsschatz) dann ist es, dass es überhaupt keine Regeln gibt. Bis auf diese vielleicht: Es ist ein Krieg da draußen und sie können deine Angst riechen.

    Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass man schon innerhalb der ersten drei Sekunden weiß, ob man mit seinem Gegenüber jemals ins Bet will. Nach sieben Sekunden ist schon entschieden, ob man sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Tja, das ist erschreckend, denn in diesen sieben Sekunden hat man noch nicht mal etwas außer "Ähhh…" gesagt. Dieser ganze Prozeß läuft unterbewusst ab und beruft sich allein auf optische Reize. Da hat man in Chats vielleicht größere Chancen (kommt natürlich ganz auf das eigene Aussehen und Auftreten an).

    Was ich eben erzählt habe, bezieht sich natürlich nur auf Frauen. Männer sind da etwas geradliniger. Die wissen in der ersten Sekunde schon, dass sie mit der Frau ins Bett wollen und entscheiden wiederum eine Sekunde nach dem Orgasmus, ob sie sich ein gemeinsame Zukunft vorstellen können.

    Hmm, vielleicht übertreibe ich damit aber auch ein bisschen. Tatsache ist dennoch, dass es auf eine gesunde Mischung aus Auftreten, Aussehen und sehr sehr viel Glück ankommt. Wenn du als Mann auf eine Frau zu gehst, die dich schon von vorneherein abstoßend findet, kannst du machen was du willst. (Anders sieht es aus, wenn die Frau nicht allzu clever ist. Da haben wortgewandte Männer noch die Chance, die Angebetete so lange tot zu quatschen, bis diese gar nicht mehr anders kann, als "Ja" zu hauchen)

    Mein guter Freund Chris ist derzeit auf der Suche. Er sieht passabel aus, ist clever, hat einen sehr feinen Sinn für hintergründigen Humor und man kann stundenlang mit ihm quatschen. Weitere Qualitäten kenne ich als sein Freund nicht, wenn aber eine der hier lesenden Damen Interesse an einem Kennenlernen hat, werde ich gerne als Vermittler fungieren. Mail an mich.

    Chris ist jedenfalls nicht der Typ, der auf Frauen zugeht. Teils aus Schüchternheit, teils aus vollkommenem Unwissen, was man denn sagen soll. Und das ist absolut verständlich. Was soll man denn sagen? Seien wir doch mal ehrlich, Ladys: Jeder Spruch ist doch zum schreien doof, oder? Welche vernünftige Frau lässt sich mit einem vorher geübten Spruch davon überzeugen, dass es sich lohnen könnte, sich weiter mit diesem Kerl zu unterhalten?

    Beste Taktik ist hier wohl immer noch: Blickkontakt suchen, sie zum lächeln bringen. Und erst wenn man sicher sein kann, dass zumindest optische Sympathie herrscht, rüber gehen und.. jetzt kommt’s… so ehrlich wie nur möglich sein. Wenn man nicht weiß, was man sagen soll, sollte man genau das sagen. Wenn sie hier nicht schon lächelt, weil du ein mutiger, gleichzeitig schüchterner aber grundehrlicher Kerl bist, steht es ohnehin nicht gut um euch.

    Außerdem sind Gespräche immer Ballspiele. Nachdem du ihr deinen Ball zugepritscht hast, ist sie am Zug. Wenn du ihr den vierten Ball zugespielt hast, ohne dass einer über das Netz zurück geflogen wäre, sollte man sich wiederum überlegen, sich zu verabschieden. (Ganz ehrlich: sogar das kann ich manchen Situationen helfen. Denn manche Frauen fühlen sich wohl bedrängt und haben dann lieber noch ein bisschen Zeit, um wieder auf dich zukommen zu können. Uff, wie kompliziert.)

    Ich könnte natürlich noch ewig so weiterschreiben, denn wie schon gesagt: es gibt keine Regeln, es hängt von der Uhrzeit, den Protagonisten, dem Umfeld, dem Alkoholgrad, dem finanziellen und hormonellen Status und etwa tausend weiteren Punkten ab, ob es gelingt oder nicht.

    Aber da gibt es jemanden, der es wirklich drauf hat. Phillip von Senftleben heißt der Kerl und er hat auf diversen Radiostationen eine regelmäßige Sendung, in der er wildfremde Frauen anruft, um deren Telefonnummer zu ergattern. In den meisten Fällen gelingt es ihm sogar. Dieser Typ wird dort als Flirter und Womanizer bezeichnet und hat einen Charme, der offensichtlich sehr gut ankommt. Eine klasse Mischung aus Selbstsicherheit und Frechheit. Von ihm könnte man lernen. Wenn eben nicht immer noch gälte: es gibt keine Regeln und daher auch keine Tipps. In einigen Foren habe ich über Senftleben gelesen, dass die Männer offensichtlich anerkennende Meinungen über ihn haben, während eigentlich alle Frauen behaupten, er sei zu schleimig und keine normale Frau würde auf so etwas herein fallen. Nun, letztendlich bestätigt das nur meine Meinung.

    Also Chris, mach dir keine Gedanken, es bringt ohnehin nichts. Du kannst genauso viel falsch wie richtig machen. Aber wenn du es nicht wagst, hast du alles falsch gemacht. Wir sollten mal wieder um die Häuser ziehen.