Schlagwort: musik

  • Liebe ist stärker als Hass

    Ich liege entspannt auf dem Sofa und lausche einer Playlist eines bekannten Musik Streaming Anbieters. Und wundere mich, wie sehr die Playlist nicht zu meinem persönlichen Musik Geschmack passt. Jammernde Folk Songs wechseln sich mit Bossa Nova Stücken ab, deutscher Hip Hop wird nach einem Hard Techno Teil gespielt. Dann beginnt ein Titel von Mark Forster. Ich bin nicht mehr entspannt, springe spätestens jetzt auf und möchte dem Algorithmus hinter dieser Playlist meine Meinung sagen.

    Bei diesem Anbieter leider nicht möglich. Es gibt genau zwei Listen, in denen ich vorgeschlagene Songs und Künstler auch bewusst ablehnen kann. In allen anderen habe ich nur die Chance, es über mich ergehen zu lassen oder den Song zu skippen. Gut, das ist schon mehr als ich beim Radio könnte. Dennoch frage ich mich, weshalb meine Möglichkeiten auch im Jahre 2020 noch so begrenzt sind und weshalb die dahinter stehenden Algorithmen meinen Musikgeschmack nicht besser ermitteln können.

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  • Mein erster (und einziger) Song

    Wie schon oft erwähnt, blieb ich meinem Amiga Computer sehr lange treu. Vermutlich länger, als gut war. Meinen ersten richtigen PC erwarb ich schätzungsweise irgendwann um 1995 herum. Und sofort probierte ich – natürlich neben Spielen – alles aus, was mit der Maschine möglich war: Programmieren, Schreiben, Foto- und Videobearbeitung und so weiter. Alles stets im Rahmen der technischen und amateurhaften Möglichkeiten. Und bald schon reizte mich ein neues Thema: Das Produzieren eines eigenen Songs.

    Mit Programmen wie dem Magix Music Maker wurde dies zum Kinderspiel. Mit einem breiten Set aus vorgefertigten Sounds und Loops, konnte ein Song mit etwas Geschick ähnlich einem Lego-Gebilde „zusammen gesteckt“ werden. Auf mehreren Spuren platzierte man Bass, Drums, Snares und Gesang. Reicherte das Ganze mit Echo- und Hall-Effekten an, verschob Teile oder bastelte als Bridge einen besseren Übergang. Die Sounds gaben den Stil vor, war man mutig und kreativ genug, nutzte man bewusst die falschen Klänge um etwas völlig neues zu kreieren.

    Als ich mit meinem ersten Song begann, war die Hochzeit von Techno, Trance und House und es lag daher nah, einen ähnlichen Weg zu gehen. Das Ergebnis hatte natürlich weder künstlerisch noch technisch einen hohen Wert. Die Samples und Loops waren seinerzeit nicht in CD-Qualität (auch wenn sie auf solchen ausgeliefert wurden, aber ich meine mich zu erinnern, dass die Sample-Rate geringer war). Und vom Komponieren hatte ich so viel Ahnung wie vom Autos reparieren oder Marzipan-Herstellung (was sich bis heute nicht geändert hat). Aber ich ließ mich nicht aufhalten, bastelte einige Tage herum, bis ich zufrieden war und einen Song kreiert hatte, der einen gewissen Drive, Tempowechsel, ausreichend Bass und ein Finale hatte und auf den ich seinerzeit schon ein wenig stolz war.

    Heute ist es fast lächerlich das Stück zu hören. Aber da der Song etwa 25 Jahre alt sein dürfte, habe ich genug Abstand, um ihn hier zu präsentieren. Damals noch namenlos, gab ich ihm irgendwann um die Jahrtausendwende den Titel „Have a break“, mein damaliger Claim meiner damaligen frischen Homepage ebrake.

    Und nun viel Spaß. Ihr dürfte gerne die Lautstärke hoch drehen:

    Have a break – Roger Graf, ca. 1995 bis 1997

    By the Way: 25 Jahre? Ein Vierteljahrhundert? Ein Viertel-fucking-jahrhundert?

  • 7 Regeln für Firmenparty-DJs

    Klugscheißermodus an. Ich mag es ja grundsätzlich sehr, wenn Menschen über Dinge schreiben, von denen sie so gar keine Ahnung haben, Tipps geben und Regeln aufstellen. Immer wieder ein Quell der Freude. Und heute möchte ich mich daran beteiligen, denn vom Plattenauflegen als DJ weiß ich so gar nichts. Aber ich weiß, wie man sich als Gast auf einer Firmenfeier fühlt, wenn der DJ es schafft, durch seine Musikauswahl die Tanzfläche zu leeren. Deshalb folgen nun meine ultimativen Klugscheißertipps für Firmenparty-DJs:

    1. Informiere dich im Vorfeld über dein Publikum. Irgendjemand fragt dich an und bucht dich. Dieser Jemand ist höchstwahrscheinlich für die Veranstaltung verantwortlich und war es auch schon auf vielen Veranstaltungen zuvor. Frag nach, wie die Gäste drauf sind, ob gerne getanzt wird. Ob auf früheren Partys eher zu 80er, 9er, Rock oder Pop getanzt wurde.
    2. Lass deinen eigenen Musikgeschmack zuhause. Niemand auf der Party interessiert sich für deinen exotischen Stil oder deinen Radio-Mix, den ohnehin jeder jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit hört. Du bist ein Dienstleister, der deinem Kunden das liefern soll, was das Publikum will. Siehe Punkt 1. Zusatz: Niemand interessiert sich für deine tollen Übergänge. Die Leute wollen tanzen und Spaß haben.
    3. Spiele „tanzbare“ Musik. Die Auswahl ist riesig und das mögliche Feld weit. Daumenregel: Wenn ein Song in Heavy Rotation im Radio läuft, ist er zwar populär aber nicht unbedingt für eine Firmenfeier geeignet. Einzige Ausnahme ist natürlich, wenn während eines Büffets ebenfalls Musik gespielt werden soll – dann bitte etwas loungiges mit Stil
    4. Halte einen beliebten Stil durch. Wenn du einen Rock-Klassiker aus den 80ern spielst und die Gäste johlend auf die Tanzfläche rennen, spielst du danach noch einen Rock-Klassiker aus den 80ern und danach noch einen. Und nachdem du noch einen und dann noch einen gespielt hast, kannst du gerne noch einen spielen. Und dann erst kannst du darüber nachdenken den Stil zu wechseln. Siehe Punkt 5.
    5. Achte auf dein Publikum. Wenn du einen Neue Deutsche Welle Song spielst und die Gäste fluchtartig von der Tanzfläche eilen, dann bemerkst du das und spielst ab sofort keine Neue Deutsche Welle Songs mehr, sondern gehst zu einem Rock-Klassiker aus den 80ern über. Siehe Punkt 4.
    6. Halte dich an unveränderbare Grundregeln. Die Klassiker gehen meistens, egal ob das Publikum Ü40, U22 oder alles zwischen 18 und 64 ist. Mit tanzbaren Rock-Klassikern, mit 80er und 90er Pop-Songs liegst du meistens richtig. Mit R&B und Hip-Hop (auch Deutsch) kannst du punkten, achte aber auch hier darauf, beliebte Klassiker im Repertoire zu haben. Techno funktioniert nie, House unter Umständen. Hard-Rock kann zu später Stunde noch richtig anheizen. Mit deutschen Songs immer Vorsicht walten lassen, nie Schlager spielen, nie Karnevalsmusik, aber jederzeit Lieder, deren Text jeder auswendig kennt. Und neben diesen allgemeinen Grundregeln gelten zwingend folgende Unterregeln:
      1. Nach den Spice Girls kommen die Backstreet Boys
      2. Nach Kenny Loggins kommt Melissa Etheridge
      3. Nach Metallica kommt „Killing in the Name of“
      4. Nach Rihanna kommt Jay-Z, Beyonce oder Alicia Keys
      5. Nach „Mr.Vain“ kommt „Rhythm is a Dancer“
      6. Nach Abba kommen die Bee Gees
      7. Nach den Fanta 4 kommt Fettes Brot und danach Seeed
      8. Nach „It’s my Life“ (Dr.Alban) kommt „There’s no limit“ (2Unlimited) oder „What is Love“ (Haddaway)
      9. Nach „Billy Jean“ kommt „I will survive“
      10. Nach Kool & The Gang kommt Earth, Wind & Fire
      11. Bonus-Regel: „Uptown Funk“ von Bruno Mars und „Blurred Lines“ von Robert Thicke gehen immer. Auf jeder Feier.
      12. Alle oben genannten Kombinationen können in der jeweiligen Reihenfolge getauscht werden und es gibt ca. 2400 weitere unveränderbare Kombinationen, die ein Profi kennen muss.
    7. Du hast jeden erdenklichen Musikwunsch da oder kannst ihn in irgendeinem Streamingdienst aufrufen. Du nimmst jeden Musikwunsch ernst und spielst ihn alsbald in der Playlist anderer Songs, die dazu passen. Sollte der Song gar nicht zum Publikum passen (siehe Punkt 4 und 5) teilst du mit, dass du diesen Song nicht oder nur am Ende der Party spielen kannst.

    Ist doch eigentlich gar nicht so schwer, oder? Klugscheißermodus aus.

  • Dear Tim Cook

    Lieber Tim,

    Apple betont seit je her, dass Musik Teil seiner DNA sei. Und nicht erst mit dem iPod nano, sondern spätestens mit Einführung der Apple Watch, den Sport-Features auf der Watch und dem iPhone und den weiteren Gesundheitsprogrammen scheint das Thema Fitness und Gesundheit ein weiterer Eckpfeiler dieser DNA zu sein. Warum gab es bis heute keine Anstrengung, Musik und Sport besser zu vereinen?

    Ein Beispiel: iTunes kann seit Jahren die Beats per Minute von Songs anzeigen und sogar dynamische Wiedergabelisten auf Basis bestimmter bpm-Werte erstellen. Ein Tool zur Analyse der Musikbibliothek gab es aber nie. Drittanbieter lieferten teure und unzuverlässige Lösungen. Wäre es nicht toll, eine Running-Playlist auf Basis meines eigenen Tempos zu erstellen? Wieso kann iTunes nicht automatisch die ppm-werte meiner Songs ermitteln?

    Und warum nicht noch weiter gehen? Euer Mitbewerber Spotify bot lange ein wenig beachtetes, aber äußerst cooles Feature in seiner iPhone-App an: Die Geschwindigkeit und Schrittfrequenz wurde analysiert und eine Playlist in genau dem richtigen Tempo abgespielt. Das ganze funktionierte sogar dynamisch. Wurde der Läufer langsamer, wurde es auch die Musik. Der Beat passte jederzeit zu jedem Schritt. Ein unglaublich motivierendes Feature beim Laufen. Ein Feature, das ein Drittanbieter anbot (und aus unerfindlichen Gründen kürzlich abschaffte).

    Warum nicht Apple? Ihr habt die notwendigen Daten doch bereits auf dem Tisch, Apple Watch und/oder iPhone können Beats per minute und Schrittfrequenz genau ermitteln und dazu die passende Musik in der passenden Geschwindigkeit spielen. Und das nicht nur mit Apple Music, sondern auch mit der eigenen, lokalen Musikbibliothek (die viele über Jahrzehnte aufgebaut und gepflegt haben).

    Wenn Apple das Thema Gesundheit, Fitness und Sport noch stärker pushen möchte und dabei eine Schnittstelle zu Musik, die uns antreibt herstellen möchte, dann ist jetzt die Chance. Nutzt diese Lücke, bietet einen Service, der über Erfolgsringe und Statistiken hinaus geht. Motiviert nicht nur vor und nach dem Sport, sondern auch während des Sports mit der perfekten Musik. Mit perfekten Electro-Beats, treibendem Film-Score oder rockigen Riffs im Takt der Schritte.

    Ich würde sofort loslegen.

    Und warum nicht mal den großartigen Deepl-Übersetzer an dem Text probieren lassen?

    Dear Tim,

     

    Apple has always stressed that music is part of its DNA. And not just with iPod nano, but at the latest with the introduction of Apple Watch, the sports features on the Watch and iPhone and the other health programs, fitness and health seems to be another cornerstone of this DNA. Why has there been no effort to this day to combine music and sport better?

     

    For example, iTunes has been able to display the beats per minute of songs for years and even create dynamic playlists based on specific bpm values. However, there was never a tool for analyzing the music library. Third-party vendors provided expensive and unreliable solutions. Wouldn’t it be great to create a running playlist based on my own tempo? Why can’t iTunes automatically determine the bpm values of my songs?

     

    And why not go even further? Your competitor Spotify offered a little noticed but extremely cool feature in its iPhone app for a long time: The speed and step frequency were analyzed and a playlist was played at exactly the right tempo. The whole thing even worked dynamically. When the runner slowed down, so did the music. The beat was always right for every step. An incredibly motivating feature when running. A feature offered by a third party (and recently discontinued for some obscure reason).

     

    Why not Apple? You already have the necessary data on your desk, Apple Watch and/or iPhone can determine beats per minute and step frequency exactly and play the appropriate music at the appropriate speed. And not only with Apple Music, but also with their own local music library (which many have built up and maintained over decades).

     

    If Apple wants to push the topic of health, fitness and sports even more and at the same time create an interface to music that drives us, then now is the chance. Utilizing this gap, offers a service that goes beyond success rings and statistics. Motivates not only before and after sports, but also during sports with perfect music. With perfect electro beats, driving film scores or rocking riffs to the beat of the steps.

     

    I’d get started right away.

    Und… gesendet.

  • Wegwerf-Musik

    Viel zu oft stelle ich fest, ein Dinosaurier zu sein. Sei es beim Lesen, bei Filmen oder bei Musik. Zwar bin ich ein Geek, ein Gadget-Nerd und kaufe stets die neuesten technischen Geräte. Doch beim kulturellen Genuss kann ich mich einfach nicht von meinen analogen Gewohnheiten lösen. So halte ich noch immer lieber ein echtes Buch aus Papier in den Händen als einen eBook-Reader. Noch immer steht lieber eine BluRay meines Lieblingsfilms im Regal, als nur eine digitale Kopie auf irgendeiner Festplatte liegen zu haben. Und bei Musik, nun da habe ich schon lange gebraucht, um auf eine komplett digitale Sammlung umzusteigen. Aber Streaming?

    Musik-Streaming ist für mich das Fast-Food des Musikhörens. Ich weiß nicht, was drin ist, ich möchte nur irgendwie satt werden. Vielleicht genieße ich es sogar kurz, bin danach aber sofort wieder hungrig und brauche mehr. Starte ich Spotify kann ich aus einer unüberschaubaren Anzahl an Playlisten auswählen, die ihrerseits eine unzählige Menge an Songs beinhalten. Die meisten mir völlig unbekannt. Was einerseits großartig ist. Ich starte eine Liste, die meiner jetzigen Stimmung entspricht und werde mit toller Musik bedient. Sie plätschert vor sich hin, sie dringt in mein Ohr und ist beim nächsten Song vergessen. Sie erreicht nicht mein Herz. Sie hat keine Bedeutung. Es ist Wegwerf-Musik.

    Oder besser gesagt, die Art des Hörens macht sie zu Wegwerf-Musik. Ich habe keinen Bezug dazu, kenne meist weder Künstler oder Titel, ich verbinde keine Erinnerungen damit, keine Emo­ti­o­na­li­tät. Anders in meiner eigenen Musiksammlung. Jeder Song hat dort seine Geschichte, sein Cover, seine Bewertung. Die Listen stelle ich zusammen, wie ich es für richtig halte. Es ist somit meine Musik.

    Natürlich könnte ich das beim Streaming ebenso. Aber das fühlt sich an, als würde ich den Garten eines anderen verschönern. Ich habe nur für den Moment etwas davon. Zahle ich für das Streaming nicht mehr oder der Dienst stellt sein Angebot ein, bin ich ausgesperrt.

    Und die Konsequenz? Ich bin wieder kurz davor, meine alten CDs aus dem Keller zu holen. Ja, vielleicht erstehe ich sogar einen günstigen Schallplatten-Spieler und versuche, meine alten Perlen auf Vinyl zu bekommen. Warme, analoge Musik. Zum Anfassen. Zum Genießen. Um sie zu behalten.

  • Ordnung halten in iTunes

    screen

    Vermutlich ist die Chance bei einer Musikbibliothek jenseits von 4000 Titeln groß, dass einige Songs einfach über den Rand rutschen, nie wieder gehört werden, in Vergessenheit geraten. Hinzu kommt, dass sich im Laufe der Zeit auch der persönliche Musikgeschmack ändern dürfte. Gedanken wie „DAS mochtest Du mal? Herrje.“ dürften aufkommen.

    iTunes macht es einem einfach, solche Stücke zu finden. Mit einer intelligenten Wiedergabeliste und folgenden Einstellungen:

    • Medienart ist Musik
    • zuletzt gespielt nicht innerhalb der letzten 36 Monate

    Schon listet iTunes alle Songs in der Bibliothek auf, die man in den letzten drei Jahren nicht einmal angehört hat. Und dabei kann man sich dann fragen, weshalb man sie nicht mehr hören wollte oder konnte. Schnell werden dabei die Songs gefunden, die man eigentlich gar nicht mehr hören möchte.

    In meinem Fall musste ich – und jetzt wird es peinlich – doch so manchem Robbie Williams oder Kate Ryan Stück mit dem Löschbutton Auf Nimmerwiedersehen sagen. Ja, früher fand ich die Songs stark. Heute bin ich froh, wenn sie nicht doch plötzlich wieder auftauchen und mich zum überspringen zwingen.

    Eine aufgeräumte Musikbibliothek beruhigt mich, ebenso wie aufgeräumte Ordner, Mail-Accounts und Bild-Datenbanken. iTunes macht es einem hier sehr leicht. Ich wünschte, eine solche intelligente Liste gäbe es auch für Apps.

  • iTunes Match – Fluch oder Segen

    Etwas überraschend startete vergangene Woche iTunes Match auch in Deutschland. Kaum jemand hatte mit einem so plötzlichen Start gerechnet, da bislang die GEMA hierzulande jegliche Streaming-Services unterband. Doch ganz still und heimlich scheint man sich geeinigt zu haben. iTunes Match wurde veröffentlicht und für 24,99€ pro Jahr hat man als iTunes-Kunde nun nicht nur seine ganze Musik in der Wolke, sondern kann diese auch noch mit dem iTunes Store abgleichen lassen.

    Wie man iTunes Match genau einrichtet und nutzt möchte ich hier nicht nochmals erklären. Das haben Richard Gutjahr und Appforthat schon besser gemacht und sollte für den Normal-Nutzer auch genügen. Dennoch bleiben auch mit diesen Anleitungen einige Fragen offen, beziehungsweise Aspekte, die Fragen aufwerfen. Wie zum Beispiel die Fragen, die auch aptgetupdateDE bereits stellten.

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  • Head in the Cloud

    Früher, da hatte man die Dinge, die man liebte, noch in der Hand, steckte sie in Kartons, Schubladen oder Schränke. Fotos, Schallplatten, Videokassetten, CDs. Dann kam der Siegeszug der Digitalisierung, unsere Medien waren plötzlich nicht mehr greifbar. Festplattenkapazitäten wurden größer, Backups wurden gemacht. Alles, was man besaß, lag auf irgendwelchen Speichermedien, die ebenfalls wieder verstaut werden konnten. Hatte man früher einen Schrank voller Filme, passte nun alles in eine Hand. Wer allerdings dachte, dass dies die Zukunft sei, irrt. Die Zukunft (zumindest die nächste) ist die Wolke. Daten gehen in die Cloud, irgendwohin, auf fremde Server in fremden Ländern, durch die Luft übertragen und nur auf diesem Weg wieder zurück zu holen. Die Haptik geht völlig verloren und Ikea fragt sich, weshalb keine Billy Regale mehr verkauft werden.

    Man kann natürlich vortrefflich darüber streiten, ob diese Zukunft tatsächlich so wünschenswert ist. Ältere Generationen, zu denen auch ich mich zähle, schätzen es noch, ihre Wertsachen in Händen halten zu können. Eine Schallplatte auf zu legen, in einem echten Buch zu blättern, eine Kiste voll alter Fotografien zu durchstöbern vermitteln einem ein völlig anderes Gefühl als die Handhabung all der Medien mit entsprechenden digitalen Geräten. Dennoch hat auch das Speichern in der Wolke einige Vorteile. Man ist ab sofort nicht mehr ortsgebunden, denn die Wolke ist überall und damit auch alles, was in ihr steckt. Haben wir mehrere Geräte für unseren Medienkonsum, ist es nicht mehr notwendig Daten hin und her zu kopieren oder zu synchronisieren. Außerdem ist die Wolke ein perfektes Backup-System, gesichert vor Verlust, Diebstahl, Brand oder Dummheit.

    Makelfrei ist die Cloud dennoch nicht. Unsere Daten liegen nicht mehr in unserer Hand, sind nicht greifbar, sondern werden von Firmen bewacht und verwaltet. Was, wenn dort etwas schief geht, in den Serverfarmen? Was, wenn sich Verträge und Nutzungsbestimmungen plötzlich ändern? Was, wenn meine Daten nicht so gut geschützt sind wie erhofft und von jedem einsehbar sind? Was, wenn ich kein Gerät zur Hand habe, um auf die Cloud zuzugreifen? Einfach in den Keller gehen und eine alte Kiste mit den CDs holen ist dann nicht mehr. Die Wolke macht uns Nutzer abhängig von der Firma, die sie bereit stellt, von den Werkzeugen, um die Wolke an zu zapfen und von dem Gutwillen und der Verlässlichkeit des Anbieters.

    Kein Server, keine Firma, niemand auf dieser Welt kann hundertprozentige Sicherheit garantieren. Auch Apple nicht, wie ich trotz meiner Eigenschaft als Fanboy einräumen muss und Apple eigentlich nur stellvertretend für alle anderen Anbieter (Google, Microsoft, Telekom etc.) erwähne. Ein Restrisiko bleibt grundsätzlich immer. Vielleicht stelle aber auch nur ich mir die Frage, ob ich die Wolke wirklich will, weil ich zu einer Generation gehöre, die noch wie oben beschrieben aufwuchs. Für unsere Kinder wird das Leben mit der Wolke selbstverständlich sein.

    Die Wolke KANN unser mediales Leben vereinfachen, wenn die entsprechenden Vorraussetzungen gegeben sind. Dazu gehört beispielsweise ein flächendeckendes Angebot schneller und bezahlbarer Datentarife oder flächendeckendes W-LAN. Was ich an Speicherplatz in meinem Gerät einspare, kostet mich Transfervolumen, wenn ich mir die Daten aus der Cloud hole. Datenflatrates wie sie heute angeboten werden und beispielsweise bei 300MB Nutzung bereits die Geschwindigkeit drosseln, lassen keine vernünftige Nutzung zu. Auch die Geschwindigkeit ist ein schwieriger Faktor. Es bringt mir als Nutzer nichts, wenn ich meine Filme nicht mehr auf meinem Gerät abspeichern muss und quasi überall verfügbar sind, beim Wunsch einen Film zu sehen aber erst einen mehrstündigen Download in Kauf nehmen muss.

    Was die Wolke betrifft, bin ich noch sehr unentschlossen. Als Technik-Freak und Apple-Nerd probiere ich aber bereits alles aus, wie ich in meinem nächsten Artikel erzählen möchte. Was ist Eure Meinung zu Cloud-Diensten? Nutzt Ihr sie? Haltet Ihr sie für sinnvoll und/oder die Zukunft?

  • Die perfekte Musik

    Und dann sieht man sie wieder. Auf dem Boden liegend. Auf diesem grünen, zertretenen Teppich, der weiß Gott wie viele schmutzige Schuhe und Füße bereits gesehen hat. Doch da liegen sie. Der eine auf der Seite, der andere auf dem Rücken, den Blick verträumt an die nicht minder schmutzige Decke gerichtet. Zwischen ihnen stehen zwei Gläser, welche wie Königsgarden die Flasche Whisky begleiten. Die Flasche und ihr kostbarer Inhalt ist warm. Die Hälfte davon bereits durch Gläser, Münder und Rachen geflossen, warm und seidig und erst kurz danach brennend wie ein kleiner Schreck. Die Lautsprecher, die das viel zu kleine Zimmer beherrschen sind mannsgroß. Mit fingerdicken Kabeln an eine überhitzte Endstufe angeschlossen, die digitale Musik aus einem der besten CD-Player übersetzt, umsetzt, und wahrhaft durchsetzt. Der Raum ist geflutet mit Musik. Mit brachialem Orchester, Geigen und Pauken, Hörnern und Harfen. Es ist die Musik eines Filmes. Es ist die Musik ihres Filmes. Der alkoholgetränkte Traum eines perfekten Nachmittags. Sie werden die Flasche leeren und einer der beiden wird sich an der Wand im Flur entlang tasten müssen, bis er sein Zimmer findet. Und diese Erinnerung wird immer bleiben. Immer wenn das Orchester aufspielt.

  • Der Civic und das iPhone

    Seit letztem Wochenende liebe ich Molly noch ein klein wenig mehr. Und das nicht nur, weil die Sitzheizung meinen Hintern schön warm hält. Nein, ich fand durch Zufall (und natürlich mit unglaublichem Spürsinn) heraus, wie der iPod (in meinem Fall natürlich das iPhone) bedient wird. Besser gesagt, wie das iPhone über das Autoradio bedient wird. Seit ich den Wagen besitze, habe ich mich über die Tatsache geärgert, dass in der Mittelkonsole zwar ein USB-Anschluss vorhanden ist und das iPhone auch erkannt wird, jedoch nur alle Titel nacheinander abgespielt werden können. Was ich auch versuchte, ein Zugriff auf bestimmte Künstler, Alben, Songs oder Wiedergabelisten war nicht möglich. Und somit wurde die iPod-Anbindung unbrauchbar. Auch das 585 Seiten starke Handbuch half nicht wirklich weiter. Es wurde erklärt, wo ich das iPhone anzuschließen hatte und was ich bei möglichen Fehlern tun könnte. Mehr nicht. Und glaubt mir, ich habe jede einzelne Seite gelesen. Jede einzelne der 585 Seiten.

    Letztes Wochenende also wärmte mir Molly den Hintern und ich betrachtete das Autoradio-Panel. Dabei entdeckte ich an einem Knopf die Beschriftung „Folder“. Nun, welche Folder (also Ordner) könnten damit gemeint sein? Doch nur die eines angeschlossenen USB-Gerätes, oder? Und tatsächlich, ich stöpselte mein iPhone an, klickte auf besagten Button und die Anzeige im Autoradio ließ mich durch Alben, durch Wiedergabelisten und durch Künstler rollen. Ich wählte eine Wiedergabeliste mit den bestbewertesten Songs aus und voilà – sie wurden gespielt. Es war so einfach. Nunja, die Steuerung selbst ist immer noch etwas tricky und nicht während der Fahrt zu empfehlen, aber immerhin – es funktioniert.

    Wieder zuhause konsultierte ich sofort das Handbuch. Und ihr könnt mir die Geschichte glauben oder nicht – ich schlug das Handbuch irgendwo auf und landete genau auf der Seite, die den Folder-Button erklärt. Beim ersten Aufschlagen. Eine Seite, die zuvor nicht existiert hatte. Ich schwöre. Keine Ahnung wie sie mit einem Male dort erschien. Vielleicht durch ein W-Launiges oder Bluetuffiges Analog-Update. Wer weiß.

    Ich liebe Molly nun ein wenig mehr. Sie wärmt meinen Hintern und spielt meine Lieblingsmusik aus meinem Lieblings-Gadget. Derzeit sammle ich die besten Songs zum Autofahren in einer neuen Wiedergabeliste namens Driver.

  • web@classic – ein Abend in der Duisburger Philharmonie

    Frank Tentler und sein Web-Team der Duisburger Philharmonie (unter anderem Christian Spließ und Christoph Müller-Girod) machen bei dacapo-dp.de alles richtig. Sie haben erkannt, dass das Web nicht nur dazu dient, um E-Mails zu verschicken oder abfotografierte Plakate nochmals zu veröffentlichen. Sie wissen, wie man das Netz richtig nutzt. Sie bloggen, twittern, streamen, fotografieren und filmen. Aber das wichtigste überhaupt, sie machen Konversation. Sie tauschen sich aus, treten in den Dialog und zeigen dadurch eine für das Medium Internet zwar nicht neue, aber für ihr Thema umso überraschender Frische. Man nenne mir ein anderes philharmonisches Ensemble in Deutschland, das ebenso präsent im Netz ist und die „Kunden“, die Gäste, die Besucher, die Hörer sucht. Bei der Philharmonie Duisburg wird das Medium klassische Musik zu einem Gesamtereignis, tritt heraus aus dem muffigen Schatten der Hochkultur, lässt sie frisch und jung erscheinen und erschließt damit eine komplett neue Hörerschaft. Klassik wird mit einem Male auch für junge Menschen salonfähig. Und hautnah erlebbar.

    Die Aktion „web@classic“ ist nur ein Beispiel, das zeigt, mit wie vielen wunderbaren Ideen die Duisburger Philharmonie sich in das kulturelle Leben Duisburgs mischt. Bei web@classic bekamen interessierte Blogger und Twitterer die Chance, kostenlos und live einem Konzert beizuwohnen. Zwar muss ich zu meiner Schande gestehen, nur durch bloßen Zufall davon erfahren zu haben, aber irgendwo muss die Geschichte ja beginnen. Und ich war sofort Feuer und Flamme. Über den E-Mail Link im Artikel des Upload-Magazins reservierte ich mir drei Karten. Ich twitterte darüber und schrieb einen Blogeintrag und mit einem Male ging alles sehr schnell. Frank Tentler antwortete auf meine Tweets, kommentierte meinen Artikel und bewies damit genau meine Eindrücke, die ich eben beschrieb. Der Dialog wird gesucht. Und er wurde gefunden.

    Am Abend des 25.April schritt ich durch die Mercatorhalle, einem der modernsten Konzerthäuser Deutschlands. Schnell entdeckten wir das sogenannte Web-Team-HQ, in dem Frank und seine Mannen bereits auf den Ansturm warteten. Der nicht lange auf sich warten ließ. Immer mehr Blogger und Twitterer strömten herbei  und bewiesen eindrücklich den Erfolg der Aktion. Interviews wurden geführt, Fotos geschossen, Gespräche und Geplauder begannen und an allen Ecken und Enden hörte man freudige Hallos, wenn die virtuellen Menschen sich zum ersten Mal in Fleisch und Blut sahen.

    Unterstützt wird das ganze Netz-Projekt vom Intendanten Dr. Alfred Wendel, der, wie mir Frank später erzählte, völlig fasziniert von dieser fremden Welt sei, die sich mit einem Male für seine Welt interessierte. Auch für ihn scheint es also grade dieser Reiz zu sein, das alte Medium Klassik zu entstauben und mit dem neuen Medium Internet zu vereinen. Ich muss gestehen, etwas überrumpelt gewesen zu sein, als mir Herr Wendel die Hand zur Begrüßung reichte. Als ich in der Pause mit meinen Begleiterinnen bei einem Gläschen im Foyer stand, konnten wir uns allerdings ein wenig unterhalten. Man sah ihm an, wie ihn unsere Begeisterung freute.

    Für mich war es das erste klassische Konzert meines Lebens. Und nicht nur die Musik begeisterte mich, sondern auch die Atmosphäre und die kleinen Rituale, die ein Konzert begleiten. Das Stimmen der Instrumente (das mich an den Startton der Playstation 3 erinnerte – ich Nerd), die Bedeutung der ersten Geige (als ihr während des Konzerts eine Saite riss, legte sie das Instrument beiseite, ließ sich von der zweiten Geige das Instrument geben, die wiederum eine Geige hinter ihr nahm und diese Musikerin zum stummen sitzen bleiben verdonnerte), das stille Warten des Orchesters auf den Dirigenten und das Erheben zur Begrüßung und dann … die Musik. Mit welcher Wucht und Leichtigkeit das Publikum in die Musik hinein getaucht wird. Mit welchem Leben klassische Musik erfüllt wird, wenn man den Dirigenten und das Orchester zusammen spielen sieht. Mit welcher Perfektion so viele Eindrücke auf einen und noch einen und noch einen Punkt gebracht werden. Ich saß einfach nur da und genoss. Stellte dabei wieder einmal fest, dass mir die Geige das liebste Instrument ist (kein anderes Instrument kann in mir eine solche Traurigkeit oder aber auch Aufregung und Spannung erzeugen). War beeindruckt, wenn das Orchester im Zusammenspiel die Wände schier zum zittern brachte oder die Stimmung so dämpfen konnte und man mit gespitzten Ohren nur darauf wartete, wie das Stück fortgesetzt wird.

    Natürlich muss ich gestehen, dass ich wahrlich kein Klassik-Kenner bin. Abgesehen von den wirklich populären Stücken, die man auf den Kuschel-Klassik CDs findet, und die ich mir gerne einmal bei einem heißen Bad anhöre, kenne ich nur die orchestrale Musik von Filmen. So muss ich auch gestehen, dass mir das erste Stück von Haydn, das das WDR-Sinfonieorchester Köln unter der Leitung von Thomas Hengelbrock spielte, ausgesprochen gut gefiel, leichtfüßig und dennoch mitreißend daher kam. Und ja, ich muss gestehen, in den Pausen zwischen den einzelnen Sätzen aus Versehen mitgeklatscht zu haben, weil einige andere Neulingen das auch taten. Doch wir lernten schnell (spätestens beim missbilligenden „Nein nein nein“-Fuchteln des Taktstocks). Danach trat die überaus talentierte (und hübsche) Violinistin Alina Pogostkina auf, die ein Violinenkonzert von Prokofjew zum Besten gab. Mit Feuer, ausladender Gestik und verspielter Perfektion wusste sie zu begeistern. Doch fehlte mir hier ein Thema, ein roter Faden, an den ich mich klammern konnte. So auch beim dritten Werk nach der Pause. Bartoks „Konzert für Orchester“ bestach durch wunderbare und überraschende Arrangements, die aber scheinbar zusammenhanglos gespielt wurden. Später erfuhr ich, dass dieses Stück mit zu den schwersten für ein Orchester gehört und offenbar nicht nur mich verwirrte.

    Dennoch war ich berauscht.

    Entsprechend beseelt und lächelnd trafen wir uns mit dem Web-Team und einigen weiteren Bloggern/Twitterern nach dem Konzert noch auf ein Schwätzchen. Frank lud mich ein, einmal einer Probe beiwohnen zu können, bei dir ich auch die Hintergründe und die Infrastruktur eines Konzerthauses entdecken, vielleicht sogar ins Gespräch mit einigen Musikern kommen und Fotos schießen könnte. Auch erzählte er von den vielen anderen Aktionen, die die Duisburger Philharmonie bestreitet, wie beispielsweise die Kulturaffäre. Auch das werde ich mir mit Sicherheit bald möglichst ansehen und anhören.

    Der ganze Abend war ein einziges spannendes Abenteuer und möchte an dieser Stelle nochmals vielen Dank sagen an Frank Tentler, das ganze Web-Team, dem Intendanten Alfred Wendel und der Duisburger Philharmonie im allgemeinen. Ich bin froh, endlich auch eine andere Seite Duisburgs kennen gelernt zu haben und kann nur appellieren, sich ein Beispiel daran zu nehmen, wie man es hier in Duisburg verstanden hat, junge Leute und Menschen aus dem Netz für Hochkultur zu begeistern. Ich freue mich auf viele Fortsetzungen und weitere spannende Ideen der Duisburger Philharmonie.

    Weitere interessante Einblicke finden sich im zugehören Blogeintrag von Frank Tentler, wo auch Fotos und Videos verlinkt sind. Wie beispielsweise dieses hier:


    Duisburger Philharmoniker >> web@classic from Duisburger Philharmoniker on Vimeo.

  • web@classic – die Duisburger Philharmoniker laden ein

    Die Duisburger Philharmoniker sind wohl das coolste Ensemble in Deutschland. Nicht nur, dass sie eine eigene Website haben – das hat ja jeder. Nein, hier in Duisburg wird dazu auch noch ein Blog betrieben, Videos auf Youtube veröffentlicht, eine Flickr-Galerie genutzt und, man ahnt es bereits, natürlich auch getwittert. Die Duisburger Philharmonie entdeckt nicht nur Web2.0, sie nutzt es aktiv. Für mich als Internet-Freak schon ein Grund, sie zu lieben. Zumal ich mich mit klassischer Musik durchaus anfreunden kann. Als heißblütiger Fan von orchestralem Film-Score ist der Schritt zur „klassischen“ klassischen Musik nicht mehr weit.

    Nun laden die Duisburger Philharmoniker zum Konzert. Unter dem Titel „web@classic“ sind Blogger herzlich eingeladen, einem Konzert des WDR Sinfonie-Orchesters Köln beizuwohnen. Das Konzert findet am 24.April 2009 um 20:00 Uhr in der Mercatorhalle in Duisburg statt. Und es gibt tatsächlich noch Karten.  Im Upload-Magazin stehen weitere Details, wie beispielsweise auch die E-Mail Adresse, unter der man sich anmelden kann. Weitere Informationen erhält man selbstverständlich auch über die oben genannten Kanäle der Philharmoniker.

    Ich habe mir drei Karten reserviert und bin schon mächtig aufgeregt. Vielleicht ergibt es sich auch, örtliche Blogger und Twitterer kennen zu lernen. Zusätzlich zur Chance, auch mit dem Orchester ins Gespräch zu kommen. Ich werde natürlich von meinem Eindrücken berichten und mache mir bis morgen erst einmal Sorgen über meine Garderobe.

  • Alexander Marcus – Electrolore

    Treuer Leser W.S. sandte mir neulich eine Mail, mit dem Link zu einem Musikvideo und der Frage, ob das etwas für mein Blog sei. Nun, nicht das erste Mal stelle ich hier kranke Musik vor, deshalb sind solche Geschichten jederzeit willkommen. Bei dem Video handelt es sich um ein Stück von Alexander Marcus mit dem Titel Papaya. Wie, kennt ihr nicht? Alexander Marcus? Über den bereits MTV und Spiegel Online berichtet haben? Der in den etwas schrägeren Clubs gerade mächtig gefragt ist? Der demnächst wieder auf Tournee gehen wird? Der deutsche Superstar, der es geschafft hat, Electro-Pop mit Schlager und Volksmusik zu kreuzen? Nun denn, macht euch auf was gefasst.

    https://youtube.com/watch?v=7XzLbGssArQ%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1

    Das Verrückte ist: der Beat hat was. So verrückt und schräg Papaya auch ist, er geht ins Ohr. Aber das machte der kleine Hai und die glücklichen Zellen schließlich auch. Dennoch scheint Marcus mit seinem von ihm getauften Electrolore Style sehr erfolgreich zu sein. Das erste Album ist raus (Kontor, oha), die aktuelle Single wurde mit B-Tight produziert und heißt „Sei kein Frosch.“ und klingt noch massentauglicher als Papaya.

    Allen Songs gemein ist der eingängige Sound, die unüberhörbaren Referenzen zum deutschen Schlager und die banalen Texte. Allen Videos gemein sind die kranken Ideen und die bewusst billige Produktion. Trash at its best. Und natürlich das dämiche Grinsen von Alexander Marcus selbst. Ja, man braucht schon Nerven wie Stahlseile, um das alles ertragen zu können. Aber hey, seid mal kein Frosch.

    Interessant bleibt die Frage, ob Marcus tatsächlich so krank ist, wie er sich in Musik und Video gibt, oder ob wir hier wieder einmal clever ausgeklügeltem Marketing auf den Leim gehen. Mit schrägen Ideen bei Youtube berühmt werden hat er zumindest nicht erfunden. Egal, vielleicht ist er genau so schnell wie der kleine Hai wieder verschwunden sein und in die Analen eingehen als weiterer moderner Hype und die Lust am schnellen Trash der Generation Web2.0. Bis dahin rollt der Wagen weiter, 1,2,3.

    https://youtube.com/watch?v=jJq8OkDYVyE%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1
  • Scarlett Johansson singt – und wer hört zu?

    Diese (männliche) Verehrung für Scarlett Johansson kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Mir fallen spontan ein halbes Dutzend Schauspielerinnen ein, die wesentlich besser aussehen und/oder talentierter sind. Aber das ist ja zum Glück nur meine Meinung und die Geschmäcker sind verschieden. Nicht wahr?

    Und nun singt sie auch noch. Was heißt nun? Ihre erste Single „Falling Down“ ist schon ein paar Monate alt. Und ich muss gestehen, fasziniert im Autoradio zugehört zu haben. Der Song ist ein Äquivalent zum Unfall auf der Autobahn, zur Aufnahme mit dem explodierenden Flugzeug, zur Zeitlupe mit der Schlange, die die Maus verschlingt. Gruslig und erschreckend, aber man muss hinsehen. Scarletts Song ist so schlecht, dass man wie in Trance nicht anders kann, als zuhören. Es ist schlimm, es ist grausam, es tut weh. Es ist schräg. Und, hey, schräg, das bin ich auch. Vielleicht hat der Song deshalb etwas eigenartig Anziehendes für mich.

    Menschen, mit ähnlich schrägen Neigungen, robusten Nerven und dem Wunsch, nicht ins Koma „gesungen“ zu werden, mögen das Video starten. Für alle anderen gilt (und das meine ich ernst – sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt): „Bitte gehen Sie weiter. Es gibt hier nichts für Sie zu hören!“

  • Kleiner Hai und großes Marketing

    Ich bilde mir ja gerne ein, mitverantwortlich für den Erfolg des kleinen Hais zu sein. Schließlich zeigte ich das Originalvideo hier bereits, als der Song noch nicht in den Charts war. Bei uns im Büro hörte man lange "Dumm dumm"-Gesänge auf den Fluren. Und erst als eine Kollegin auf mich zukam und mir ihren neuen Hai-Klingelton vorspielte, wusste ich, dass hier ein neuer Hype entstand. Der bei allesroger.net seinen Anfang genommen hatte.

    Nun ja. Leider nicht ganz. Und vermutlich überhaupt nicht. Aber der Hype ist da, der Song in den Charts, der Klingelton höchst beliebt. Und plötzlich stellt sich die Musik-produzierende- und die sie beobachtende Berichterstattungswelt die Frage, wie es so weit kommen konnte. War das alles geplant? Ist es eine virale Kampagne gewesen? Stecken dahinter böse mächtige Agenturen? Oder ist die "Sängerin" Alemuel selbst Drahtzieherin des Ganzen? Immer mehr Details kommen ans Licht. Und gleichzeitig bleiben Fragen.

    Fragen, die spätestens dann vergessen sind, wenn der Song vergessen ist. Also im Herbst. Dann wird sich ein neues grusliges, verrücktes, bescheuertes Video bei Youtube auf Stefan Raabs Spuren begeben und einen neuen Hype losbrechen. Ich werde der erste sein, der darüber berichtet und die Welt wird sich wieder fragen, ob das nicht von vornherein von mir so geplant worden war. Man kann echt keinem mehr trauen in diesem Internet.

    Ein paar Links für Interessierte: Ein Interview mit Alemuel. Gedanken der Netzzeitung. Oljo Blog deckt auf. Christiane Schulkzi-Haddouti analysiert sehr gekonnt. Und EKM Consult rechtfertigt sich.

  • Die Telekom, Britain´s got Talent und Paul Potts

    Die deutsche Telekom lanciert derzeit massiv einen ungewöhnlich langen und recht emotionalen Werbespot im Fernsehen. Darin zu sehen ist der Auftritt eines eher unscheinbaren Mannes, der in der englischen Sendung „Britain’s got Talent“ Nessun Dorma zum Besten gibt. Dazwischen Einblendungen verschiedener Zuschauer, die an den Fernsehapparaten, ihren Handys und Notebooks den Auftritt verfolgen und hingerissen sind. 

    Zunächst könnte man sich ja fragen, weshalb die Telekom dazu auf eine englische TV-Sendung zurückgreifen muss, die hierzulande so gut wie unbekannt ist. Und auch, was das mit dem Produkt der Telekom zu tun hat. Natürlich, es geht um Emotionen und darum, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, daran teilzuhaben.

    Als ich den Spot sah, wurde mir wieder bewusst, dass ich mit einem Kloß im Hals da saß und ich erinnerte mich daran, schon seit langem etwas über die englischen Talente schreiben zu wollen. Der Opernsänger in dem Telekomspot heißt Paul Potts und war der Gewinner der ersten Staffel „Britain’s got Talent“. Eine außergewöhnliche Stimme, ein außergewöhnlicher Auftritt. Man beachte nur die Reaktionen der Jury vor und nach seinem Auftritt.

    Man beachte bitte auch die Reaktionen des Publikums. Ich habe selten zuvor erlebt, dass ein Publikum so hingerissen und begeistert ist. Und dazu gibt es noch weitere Beispiele. Denken wir nur an den blonden kleinen Andrew, der in der Schule verprügelt wird, weil er singt. Und dann hört man ihm zu, sieht, wie die Jury und das Publikum sich ihrer Tränen nicht erwehren können und schluckt. Legendär auch der Auftritt der kleinen Connie, die mit ihrer Interpretation von „Somewhere over the Rainbow“ alle zum schmelzen bringt. Oder der großartige Auftritt von Craig, der seinen Baton Twirler Auftritt seiner Großmutter widmet. Das alles ist ganz großes Kino. Ganz große Gefühle. Wer hier einfach abwinkt, der hat kein Herz.

    Und RTL scheint kein Talent zu haben, ebenfalls solche magischen Momente zu erzeugen. Hat England vielleicht einfach die besseren Talente? Oder die besseren Zuschauer? Oder eine bessere Jury? Bessere Moderatoren? Mehr Talent, so eine Sendung richtig über den Äther zu schicken? Ja, vermutlich von allem ein bisschen. So ist es mehr als verständlich und auch mehr als clever von der Telekom, damit einen Spot zu gestalten. Ich bin hingerissen (nur von dem Spot).

  • Komödie oder Drama – die Musik macht’s

    Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein bekennender Filmsoundtrack-Fan. Oder, um präzise zu sein, ein Score Fan. Der Score bezeichnet die instrumentale Untermalung eines Films, während der Soundtrack meist auch auch die im Film vorkommenden Songs beinhaltet. So sagen mir Namen wie Hans Zimmer, James Newton Howard, James Horner, John Williams oder Thomas Newman vermutlich mehr, als manch einem anderen. Oftmals erkenne ich bei einem Film schon beim Hören des Scores den Komponisten.

    Was mich bei guten Scores so fasziniert, ist, wie sie es schaffen, eine Stimmung zu erzeugen, die das Bild untermalt und unterstützt. Oder, wie man es in Psychothrillern gerne auch sieht, den Zuschauer damit verwirrt, dass die Schrecklichkeit des Bildes durch beruhigende Musik ad absurdum geführt wird. In den meisten Fällen jedoch dient der Score einzig der Geschichte. Die besten Scores bemerkt man daher auch gar nicht, sie strömen in unser Gehirn, verbinden sich mit den Bildern zu einem Erlebnis und kommen so natürlich daher, dass man sich gar nicht vorstellen könnte, so etwas ohne musikalische Begleitung zu sehen. (Ja, hin und wieder würde ich mir auch im richtigen Leben den passenden Score herbei wünschen.) Filmscores machen den Film noch spannender, noch trauriger, noch witzige, kurz, noch intensiver.

    Was ein unpassender Score (und natürlich auch die Schnitttechnik) bewirken kann, habe ich in folgen zwei Videos entdeckt. Der Horrorstreifen „Shining“ von Stanley Kubrick könnte laut diesem Trailer auch eine Komödie sein.

    Noch bemerkenswerter ist aber dieser Trailer zu einem nicht-existenten „Ferris macht blau“ Drama. Wer den Film bisher noch nicht gesehen hat, sollte nie wieder hierher kommen, da er keine Ahnung von Filmen hat, sollte sich die 80er Jahre Komödie (die vermutlich zu den besten Filmen aus diesem Jahrzehnt zählt und alleine an der Menge an Material für einen Drama Trailer schon beweist, wieviel Ernst und Hintergründigkeit sie besitzt) unbedingt nach diesem Trailer ansehen und überrascht sein.

    Das verwendete Stück in diesem Trailer stammt übrigens von Clint Mansell und ist etwas knifflig zu finden. Es existieren einige Remixe davon, manche offenbar nicht einmal im Handel erhältlich. Das Original heißt „Lux Aeterna“ und findet sich auf dem Soundtrack Album des Films „Requiem for a Dream„. Interessanterweise gibt es aber Versionen des Stücks, die ebenso wie der Film heißen und auch neu gemischte Versionen namens „Requiem for a Tower“ was auf die Benutzung in einem Herr der Ringe Trailer zurück zu führen ist. Überhaupt wird dieses Stück sehr oft für Trailer verwendet, ganz einfach, weil es die perfekte Dramatik vermittelt – wie in dem Ferris-macht-blau-Fake-Trailer wohl eindrucksvoll bewiesen wird.

  • Kleiner Hai – again

    Entschuldigt bitte die Belästigung. Aber ich kann gerade nicht anders. Denn nachdem das Hai-Video eine so „positive Resonanz“ hervor gerufen hat und ich bei TiJay das offizielle Video zu dem Song sehen konnte, muss ich es euch einfach präsentieren: „Kleiner Hai feat. Alemuel“. Und ehrlich, mit dem richtigen Alkoholpegel, den richtigen Leuten (und Gürkchen brauchse noch), in der richtigen Lautstärke macht der Song bestimmt richtig Spaß, oder? Ich würde sagen, der schwule Schnappi darf endgültig einpacken. Haie sind eh cooler als Krokodile.

  • Die Qual der Wahl

    Früher ging man in den nächsten CD-Laden um die Ecke, um sich mit Musik einzudecken. Mochte man einen ganz bestimmten Song erstehen, hatte man nur die Wahl, sich das komplette Album zu kaufen, oder die Maxi CD zu nehmen. Auf dieser fanden sich zumeist noch ein paar Remixe oder ein Bonus Song. Ich erinnere mich, für so manche Maxi bis zu 12 Mark hingelegt zu haben. Heute würden wir bei einem Preis von sechs Euro für ein Lied ganz schön schlucken. Aber heute ist ja alles anders. Oder nicht?

    Wenn ich in den iTunes Store gehe, um mir einen Song zu besorgen, ist es eigentlich wie früher. Ich tippe den Titel ein, hoffe, dass er verfügbar ist und bekomme dann verschiedene Möglichkeiten Angebot: Album, Maxi (oder EP) oder nur der Song? Ah, nur den Song, danke. Aber welche Version? Und schon beginnt das Dilemma. Ich darf bei jeder Fassung 30 Sekunden hinein hören und muss mich dann entscheiden. Oder doch gleich die ganze EP für 7 Euro kaufen? Das wäre ja wie damals. Und was will ich mit fast einem Dutzend Versionen des gleichen Songs? Letztendlich höre ich doch eh nur eine. Die richtige. Und welche ist das?

    Passiert ist mir das heute mit dem Song „With every Heratbeat“ von Robyn. Lassen wir mal die Remixe weg, so verbleiben immer noch der Radio Edit und die Original Version. Letztere ist fast eine Minute länger, man bekommt also für das gleiche Geld mehr Musik (darf man Musik so kaufen?). Erstere schien mir etwas knackiger gemixt. Ich entschied mich für die Original Version. Die hat auch Geigen drin. Geigen sind immer gut, selbst bei einem Pop-Song. Ein Song für nen Euro und das Gefühl, vielleicht etwas zu verpassen, läuft er gerade, während ich diesen Text schreibe…

  • Musik, zwo, drei, vier

    Mal wieder Lust, etwas Musik zu hören? Ich habe da drei meiner derzeitigen Favoriten für euch. Songs, die ich gerade pausenlos hören kann und die mal wieder, passend zum Blog und zu mir, auch in die etwas schrägere Schiene gehören. Oder zumindest nicht kompletter Weichspül-Pop sind. Obwohl… wenn Feist so weiter macht… sie wurde spätestens durch die iPod Nano Werbung mit ihrem „1,2,3,4“ bekannt. Der neue Song „I feel it all“ gefällt mir mindestens genauso und dürfte noch nicht ganz so berühmt sein.

    Vor kurzem habe ich diesen coolen Song im Radio gehört und ich musste nicht lange recherchieren, bis ich heraus gefunden hatte, wie er heißt. Die Gruppe nennt sich The Ting Tings und ihren Song „That’s not my name“ wird man vielleicht noch öfter hören.

    https://youtube.com/watch?v=A0e9GuYRqKA%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1

    Tja, und das letzte Video musste ich einfach mal hier zeigen, auch wenn der Song schon etwas älter ist. Den Videospiele-Frekas unter euch wird er mächtig bekannt vorkommen, denn er wird auch in etlichen „Little big Planet“ Videos benutzt („Little Big Planet“ ist übrigens einer der zweieinhalb allein stehenden Gründen, weshalb ich mir auch noch eine Playstation 3 zulegen würde). Der Song nennt sich „Get it together“ und die Gruppe ist natürlich The Go! Team.

    https://youtube.com/watch?v=K4FaGacwtd4%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1