Notiz 56: Nie mehr PlayStation

Vor vielen Jahren besaß ich eine Wii, eine Xbox 360 und eine Playstation 3. Irgendwann war das alles zu viel und Sonys PlayStation ohnehin das beste System mit den besten Spielen. Und jetzt, im Jahr 2026, kriegt Sony einen ähnlichen Shitstorm ab wie Microsoft, das seine Xbox gerade an die Wand fährt. Ergeht es der Playstation genau so? Was ist eigentlich passiert?

  • Sony hat massiv auf Live-Services statt auf hochwertige Singleplayer-Spiele gesetzt. Ihre bisherige Stärke. Die zuletzt geplanten zwölf Live-Service-Titel wurden fast alle eingestampft.
  • 3,6 Mrd. $ für Bungie, Concord, The Last of Us Online und weitere Projekte hat das alles mindestens gekostet. Dazu kamen noch mehrere hundert Entlassungen und Studioschließungen nachdem jahrelang die falschen Projekte vorangetrieben wurden.
  • Concord, der Multiplayer-Shooter floppte nach nur zwei Wochen und führte zur Schließung von Firewalk Studios. Vollkommen peinlich für einen AAA-Titel.
  • Neue Live-Service-IP wurde aufgebaut, während wir seit Jahren auf Fortsetzungen bzw. Remaster von Bloodborne, Infamous, Killzone, Last of Us, Horizon, Rachet and Clank etc. warten. Von Intergalactic ganz zu schweigen. Alles Spiele, die mittlerweile schon längst auf dem Markt sein und Geld einbringen könnten. Aber Sony war es wichtiger, das nächste Fortnite, GTA Online oder Roboblox zu bauen.
  • Die Konsole selbst wird immer teurer, von den Spielen und den zusätzlichen Services bzw. Abos ganz zu schweigen.
  • Der letzte Sargnagel ist aber Sonys Ankündigung, ab 2028 keine Spiele mehr auf Disc zu veröffentlichen. Das bedeutet, Games können ausschließlich im Playstation Store „erworben“ werden. Zu den Preisen die Sony will, völlig ohne Konkurrenz. Kein Wiederverkauf mehr, kein Gebrauchtmarkt mehr. Es wird abzuwarten bleiben, was Brüssel dazu sagt. Und: Diese Games gehören einem nicht einmal, man erwirbt ja nur das Recht, sie starten zu können. Sony kann da jederzeit einen Schalter umlegen und dann startet das Spiel einfach nicht mehr und/oder ist nicht im Store zu finden.

Enshitification macht vor niemandem Halt. Sony hat über Jahrzehnte das Image aufgebaut, Spiele für Spieler zu produzieren. Innerhalb einer erschreckend kurzen Zeit beweist das Unternehmen aber sehr klar, dass die Spieler ihnen am Arsch vorbeigehen und sie nur auf Maximalisierung ihres Gewinns achten. Natürlich, das ist keine Überraschung. Eine Enttäuschung ist es dennoch. Und wie ich wieder mit PlayStation umgehe wird sich zeigen. Eine PS6 wird mir vorerst und unter diesen Bedingungen nicht ins Haus kommen.