Autor: Roger Graf

  • Der 30 Tage Lauf – Tag 13

    Der 30 Tage Lauf – Tag 13

    Wie läuft’s?

    Ach guck. Kaum macht man mal einen Tag Pause, liegt mit ein paar Dosen Radler in der heißen Wanne, erholt sich und schläft aus, läuft es sich am nächsten Tag wieder problemlos. So sehr, dass ich heute, an Tag 13 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“, sogar die große Waldrunde lief und mir nicht zu schade war, mal wieder die 6 Kilometer zu knacken. Das Wetter war herrlich, nicht zu warm, der Wald war quasi menschenleer und die Wiese duftete nach Sommer.

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 12

    Wie läuft’s?

    Meine Challenge „Der 30 Tage Lauf“ sollte von Beginn an ein Experiment sein, wie weit ich selbst gehen und meinen Schweinehund besiegen kann. Heute, an Tag 12 darf ich feststellen, dass der Kampf gegen Faulheit und Lustlosigkeit nicht das Problem ist. Es ist mein Körper, der nicht ganz so mitspielt, in diesem Fall wieder die Knie. Und so sehr ich bereit war, gegen den Schweinehund zu kämpfen, führe ich bestimmt keine Kampf gegen meinen Körper. Ich brauche meine Knie noch einige Jahre. So musste auch heute wieder ein schöner Waldlauf entfallen, was mich tatsächlich richtig ärgert. Ein schneller Spaziergang nahm seinen Platz und verschafft mir hoffentlich genug Erholung um morgen wieder los laufen zu können.

    Statistiken

    Entfallen heute.

    Gedanke des Tages

    Welches neue Macbook werde ich mir wohl kaufen…?

  • Der 30 Tage Lauf – Tag 11

    Der 30 Tage Lauf – Tag 11

    Wie läuft’s?

    Was man nicht tun sollte, ist auf der Couch einzuschlafen und dann noch laufen gehen zu müssen. Genau dies lernte ich an Tag 11 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“. Und doch, ist das nicht der beste Beweis dafür, den Schweinehund besiegen zu können, wenn man es dennoch schafft loszulaufen?

    Ich lief, langsamer als sonst, auf meine Knie achtend. In meiner gewohnten Runde durch den Wald, vorbei an den Schafen, dem Tümpel, in schwüler, nach Sumpf riechenden Luft. Es war toll.

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 10

    Wie läuft’s?

    Der zehnte Tag meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“. Ein Drittel ist geschafft, zwei Drittel liegen noch vor mir. Und heute traf ein, was ich neulich schon befürchtete. Ich musste kürzer treten. Da ein kompletter Lauf nicht möglich war, ich mich aber dennoch bewegen wollte, nutzte ich einen notwendigen Arztbesuch in der Stadt für einen strammen Marsch dorthin. Kein Spaziergang, doch selbst hier machten sich die Knie bemerkbar. Ich spüre, dass ich mehr Erholung benötige und bin gespannt, wie mein Körper morgen reagiert.

    Statistiken

    Entfallen heute.

    Gedanke des Tages

    Einfach nur ins Bett…

  • Der 30 Tage Lauf – Tag 9

    Wie läuft’s?

    An Tag 9 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“ war es mir nicht möglich, länger als 3 Kilometer zu laufen. Zum Einen machten sich meine Knie immer mehr bemerkbar. Zum anderen wurde es langsam dunkel und ich wollte nicht in Gefahr geraten, den Werwölfen im Wald zum Opfer zu fallen. Immerhin: Meine Herzfrequenz blieb konstant auf einem niedrigen Niveau. (Wohl auch, weil ich keinem Werwolf begegnete.)

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 8

    Der 30 Tage Lauf – Tag 8

    Wie läuft’s?

    An Tag 8 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“ denke ich über Lauftechnik nach. Die ich nicht habe. Egal, wie viele Youtube-Videos ich mit nützlichen Tipps und Ratschlägen zu diesem Thema schaue, meine Technik besteht weiterhin darin, ein Bein unkontrolliert vor das andere zu werfen. So bewege ich mich überraschenderweise fort. Und so kommt es neben fehlender Ausdauer und Geschwindigkeit zu Schmerzen im Knie. Selbst der freundliche Laufschuhverkäufer attestierte mir bei einem Probelauf eine wackelnde Hüfte und zu wenig Stabilität im Rumpf. Nunja, ich war halt schon immer etwas lockerer…

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 7

    Wie läuft’s?

    Eine Woche ist rum. Sieben Tage lang ein Lauf pro Tag. Und heute, an Tag 7 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“ denke ich über Regeneration nach. Ausreichende Pausen sind für einen Trainingserfolg unabdingbar. In den Pausen zwischen den Trainingseinheiten hat der Körper die Chance, sich zu erholen und erst in den Ruhephasen haben Muskeln überhaupt die Möglichkeit, die gesetzten Reize zu nutzen, um zu wachsen. Mehr ist also nicht immer besser. Zu viel Training, also Übertraining, gilt es üblicherweise zu vermeiden.

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 6

    Wie läuft’s?

    Nach nur fünf Stunden Schlaf (Nachbarn) und zwei Stunden Gartenarbeit (Gemüse) lief ich an Tag 6 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“ die kürzeste Runde bislang. Ich war zu erschöpft. Bin aber trotz allem stolz, mich aufgerafft zu haben.

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 5

    Wie läuft’s?

    Tag 5 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“. Wieder regnet es, wieder laufe ich meine Runde durch mein nahegelegenes Wäldchen und frage mich dabei, wann ich zuletzt Regen an meinen nackten Beinen gespürt habe. Als ich noch ein Kind war? Die Waldrunde ist übrigens tatsächlich 400 Meter lang, also eine Runde auf der Aschenbahn. Die Aschenbahn. Wie sehr ich es als Kind und Jugendlicher gehasst habe, dort Runden drehen zu müssen. Erinnerungen an stinkende Umkleidekabinen, Sportbeutel und Bundesjugendspiele kommen hoch. Es war nicht alles schön als Kind. Und hätte ich mir damals träumen, dass ich etwa 35 Jahre später mit Freude durch den Wald laufe?

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 4

    Wie läuft’s?

    Größte Herausforderung an Tag 4 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“ war es, das richtige Zeitfenster zwischen den Gewittern zu finden, um nicht komplett naß zu werden. Das Laufen selbst bereite keine Probleme. Ich wählte erneut meine übliche Waldrunde, auch wenn sie vermutlich nicht länger als 400 Meter ist und ich daher gefühlt ein Dutzend Mal im Kreis laufe. Damals, als Besuche im Fitness-Studio noch möglich waren, begab ich mich gerne aufs Laufband und verband Krafttraining mit Ausdauertraining. Ein Laufband fühlt sich an wie in ein Hamsterrad. Man rennt, kommt nicht von der Stelle, ist in einer großen Halle unter Neonbeleuchtung… Auch wenn meine Waldrunden kurz sind, liebe ich die kühlen Schattenspiele der Bäume, den Duft nach Erde, Laub und Moos, die feuchte Luft, den weichen Boden unter mir. Und ich genieße es, dass er so nahe ist.

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 3 (SMART?)

    Der 30 Tage Lauf – Tag 3 (SMART?)

    Wie läuft’s?

    Es regnet. Doch wie in meiner Einführung zur Challenge „Der 30 Tage Lauf“ beschrieben, soll mich kein Wetter aufhalten. Nur eine der von mir aufgestellten Regeln und Ziele. Und ich lief auch nur einen kurzen Bogen (Haha, siehe Foto).

    Aber ich frage mich, ob meine gesetzten Regeln überhaupt smart sind. Als ehemaliger Projektmanager ist mir die SMART-Regel natürlich wohl bekannt. Ziele sollen dabei stets spezifisch, messbar, aktivierend, realistisch und terminiert sein. Schauen wir doch mal genauer hin.

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 2

    Der 30 Tage Lauf – Tag 2

    Wie läuft’s?

    Erstaunlich, wie schnell man im Sommer für einen Lauf bereit ist. Heute, an Tag 2 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“, war es allerdings so heiß, dass ich kurzerhand einen Kuchen buk (ja, das schreibt man so). In meinen Sportklamotten. Um etwas zu haben, worauf ich mich freuen konnte. Meine Runde ging wieder durch den Park wie am Tag zuvor, heute allerdings mit einigen kleinen Schlenkern, vorbei ein grasenden Schafen. Wie erwartet lief ich heute nicht so viel. Zumal ich bereits einen 6 Kilometer Spaziergang am Vormittag absolviert hatte.

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  • Der 30 Tage Lauf – Tag 1

    Wie läuft’s?

    Tag 1 meiner Challenge „Der 30 Tage Lauf“. Üblicherweise laufe ich etwa 7 oder 8 Kilometer, wenn ich mich alle drei bis vier Wochen dazu aufraffen kann. Da mir nun ein tägliches Programm bevor steht, wollte ich gemächlich und kurz beginnen. Was mir nicht ganz gelang. Ich wählte einen nahe gelegenen kleinen Park, in dem ich meine Runden drehte. Sonne, Wald, Waldboden, ein kleiner Tümpel. Alles was man braucht. Ich startete bewusst zu einer Uhrzeit, zu der ich üblicherweise ein Nickerchen bevorzugen würde. Also zwischen 11 und 19 Uhr. Und war erstaunt, wie schnell ein Lauf doch gestartet ist, wenn man den Entschluss gefasst und der „Druck“ entsprechend groß ist. Und wie schnell so eine halbe Stunde vergeht, wenn man Spaß hat…

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  • Challenge: Der 30 Tage Lauf

    Challenge: Der 30 Tage Lauf

    Vor einiger Zeit versuchte ich mich selbst herauszufordern. Um mein mittlerweile brachliegendes Blog wieder zu beleben, beschloss ich, einen Monat lang täglich einen Beitrag zu verfassen. Ganz gleich wie umfangreich der Artikel oder welches Thema er behandelte. Ich schaffte es, doch seitdem ist hier leider wieder sehr viel Ruhe eingekehrt. Deshalb setze ich mir jetzt ein neues Ziel. Und eine für mich noch schwierigere Aufgabe.

    Ich möchte jeden Tag laufen gehen. Einen Monat lang. Vom 1. Juni bis zum 30.Juni. Egal, bei welchem Wetter, egal wie lange. Ziel ist es, jeden einzelnen Tag den Arsch hoch und die Laufschuhe an die Füße zu kriegen und das Haus zu verlassen. Mir erscheint das jetzt, nach Monaten zuhause, dringender denn je. Über jeden einzelnen Lauf möchte ich hier Buch führen und quasi öffentlich (wenn man das in diesem Blog so nennen kann) meine Erfolge und Misserfolge kundtun.

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  • Ein Meter Vernünfzig Abstand

    Liebe Aachener*,

    der Kerl, der euch nun seit über einem Jahr auf den Straßen und Gehwegen entgegen kommt und euch fragt, bittet, anfleht, ein bisschen zur Seite zu gehen, bin ich. Auch nach so langer Zeit, nach einer ersten Welle, einer zweiten Welle, an der Schwelle zur dritten Welle, scheint ihr das Prinzip Abstand noch immer nicht kapiert zu haben. Ich zitiere gerne mal die Wikipedia für euch:

    Der Abstand, auch die Entfernung oder die Distanz zweier Punkte ist die Länge der kürzesten Verbindung dieser Punkte.

    Wikipedia
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  • Heißer Kaffee bei McDonald’s ist heiß

    Wenn man die halbe Republik mit dem Auto durchquert, sind regelmäßige Pausen obligatorisch. Bei unseren eher unregelmäßigen Fahrten in meine alte Heimat im schönen Südwesten waren MacDonald’s Filialen neben der Autobahn willkommene Ziele. Endlich mal wieder eine vernünftige Ausrede, einen McRib essen zu dürfen. Eine saubere Toilette. Und ein guter Kaffee. Ein heißer, guter Kaffee. Ein derart heißer Kaffee, dass man sich fragen muss, wie er hergestellt wurde.

    Im Sachkunde-Unterricht in der Schule lernte man einst, dass Wasser bei normalem Atmosphärendruck bei genau 100 Grad Celsius zu kochen beginnt und verdampft. So setzt sich im Gehirn fest, dass Wasser gar nicht heißer werden kann als 100 Grad Celsius. McDonald’s aber schafft es, seine Kaffeespezialitäten auf 400 Grad Celsius zu erhitzen und zu servieren (Schätzung, keine Messung). Wurde das Wasser etwa von Atomreaktoren erhitzt? Stammt es direkt aus der Quelle eines Geysirs? Hat jede McDonald’s-Filiale Bohrungen zum Erdkern unternommen, um die nötige Hitze in einer entsprechenden Wasserleitung in der Tiefe zu erzeugen?

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  • Arrivederci Va Piano

    Am Ende kam wohl alles zusammen. Größenwahn, Expansionswut, nicht mehr zeitgemäßes Konzept und zuletzt noch die Corona-Pandemie. Vapiano meldet im Jahr 2020 Insolvenz an und steht,so berichten die Medien dieser Tage, kurz vor der Zerschlagung. Es ist derzeit noch offen, ob es auch weiterhin Vapiano-Restaurants unter diesem Namen und mit dem alten Konzept geben wird. Und um ehrlich zu sein: Es ist mir relativ egal.

    Dabei war ich einst glühender Verehrer und Fan, besuchte teils wöchentlich eins der 80 deutschen Restaurants der Kette. In meiner Hochzeit, in der ich viel unterwegs war, gehörte es zur Tradition, in jeder Stadt ein Vapiano besucht zu haben. Immer woanders, aber immer das Gleiche. Gleiches Essen, gleiche Einrichtung, gleiches „Schlange stehen“, gleiches „Platz suchen“. Genau was man in einer Restaurant-Kette erwartet.

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  • Liebe ist stärker als Hass

    Ich liege entspannt auf dem Sofa und lausche einer Playlist eines bekannten Musik Streaming Anbieters. Und wundere mich, wie sehr die Playlist nicht zu meinem persönlichen Musik Geschmack passt. Jammernde Folk Songs wechseln sich mit Bossa Nova Stücken ab, deutscher Hip Hop wird nach einem Hard Techno Teil gespielt. Dann beginnt ein Titel von Mark Forster. Ich bin nicht mehr entspannt, springe spätestens jetzt auf und möchte dem Algorithmus hinter dieser Playlist meine Meinung sagen.

    Bei diesem Anbieter leider nicht möglich. Es gibt genau zwei Listen, in denen ich vorgeschlagene Songs und Künstler auch bewusst ablehnen kann. In allen anderen habe ich nur die Chance, es über mich ergehen zu lassen oder den Song zu skippen. Gut, das ist schon mehr als ich beim Radio könnte. Dennoch frage ich mich, weshalb meine Möglichkeiten auch im Jahre 2020 noch so begrenzt sind und weshalb die dahinter stehenden Algorithmen meinen Musikgeschmack nicht besser ermitteln können.

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  • Kino zuhause – zum gleichen Preis

    Meine Entertainment-Ausstattung besteht aus einem phantastischen, perfekt eingestellten, großen Bildschirm und einer 5.1 Surround Anlage, die mehr Bumms macht, als den Nachbar lieb sein könnte. Wenn wir Filme schauen, dann tun wir das mit ordentlichem Seh- und Hörvergnügen. Für mich als Liebhaber ist das sehr wichtig. Nur wenige Filme könnte ich „einfach so weg schauen“, nebenher, mit flachem TV-Ton. Filme schauen ist ein Genuss und wird zelebriert. Das vollkommene Eintauchen in die Geschichte und vor alle in die Emotionen ist das eigentliche Erlebnis.

    Machen wir uns nichts vor: Das funktioniert nur in einem Kino. Und zwar aus mehreren Gründen: Die wenigsten Menschen dürften tatsächlich eine Kino-Atmosphäre in den eigenen vier Wänden herstellen können. Auch ein 7.2-Atmos-Sourround-System, eine große Leinwand mit enstprechendem, hellen 4K-Beamer, Popcorn aus der Mikrowelle und Rollläden runter wird nie das Erlebnis eines Kinobesuchs nachahmen können. So sehr ich den Kinobesuch manchmal hasse (Quatschende, atmende, hustende, raschelnde, aufs Handy starrende Menschen um einen herum, zu große Menschen direkt vor einem, teils unbequeme, klebrige Sitze, der ständige, unnötige 3D-Zwang), so sehr liebe ich ihn auch. Denn all das Negative gehört tatsächlich dazu. Das gemeinsame Erlebnis mit anderen Menschen, das Lachen, die spürbare Anspannung. Und nur im Kino stellt sich das Gefühl des Eintauchens und des Ausgeliefert-Sein ein. Keine Fernbedienung, keine Pause-Taste. Da musst du jetzt durch, oder du gehst.

    Und dazu kommt noch: Die aktuellen Filme, über die man spricht, laufen noch immer zuerst im Kino. Will man keine illegalen Quellen anzapfen, ist das Kino der einzige Weg, die neuesten Blockbuster zu sehen. Bis jetzt. Denn die Corona-Situation trifft alle, auch Kinobesitzer und Filmproduktionen. Kinos bleiben auf lange Zeit geschlossen und es dürften einige Wochen und Monate ins Land gehen, bis die Menschen es wieder wagen, sich in großen Massen zusammen in einen Raum zu bewegen. Dreharbeiten auf der ganzen Welt werden abgebrochen und pausiert. Und Erscheinungstermine bereits fertiger Filme werden auf mehrere Monate oder gar unbestimmt verschoben.

    Neue Ideen müssen her. Nun hatte ich ja lange Zeit die Hoffnung, die Filmindustrie hätte aus den beschwerlichen Erfahrungen der Musikindustrie gelernt und findet sich zusammen, organisiert der heutigen Zeit angepasste Distributionswege, schafft eine gemeinsame Plattform und preislich attraktive Angebote. Kurz dachte man, Netflix könnte der Heilbringer sein, der unsichere, illegalen Quellen unnötig machen wird. Doch das Gegenteil geschah, angespornt durch den weltweiten Erfolg von Netflix, versuchte jeder Anbieter einen Konkurrenten aufzubauen. Ein eigenes Angebot, was früher oder später dazu führen wird, dass die Kunden sich auf ein oder zwei Anbieter konzentrieren werden und auf all die Filme werden verzichten müssen, die dort nicht verfügbar sind. Ein Spotify für Filme und Serien wird es für sehr lange Zeit nicht geben. Zum Schaden der Zuschauer und der Filmhersteller.

    Dann aber wurde die Corona-getriebene Idee, aktuelle Kinofilme über Streaming-Anbieter auszustrahlen, überraschend schnell umgesetzt. Sogar in Deutschland, wo iTunes und Amazon nun Filme anbieten, die eigentlich gerade im Kino gezeigt würden. Und das zu einem Preis, bei dem mir die Luft weg bleibt. Der hochgelobte Thriller „Der Unsichtbare“ mit Elisabeth Moss wird bei Amazon für 18 Euro angeboten. Zum Verleih. Einmal geliehen hat man 30 Tage Zeit, den Film zu starten, einmal gestartet, 48 Stunden, um ihn zu schauen. Zugegeben, in den 48 Stunden kann er so oft angesehen werden, wie man mag. Das muss dann wirklich ein außergewöhnlich guter Streifen sein.

    Rechnet man das mit einem Kinobesuch um, so läge man als Paar bei 9 Euro (Der Single kratzt sich am Kopf und schüttelt ihn). Ein Preis, den man im Kino nur selten erreicht (meist nur am Kino-Dienstag. Nicht an einem Samstag, mit 3D-Zuschlag, Reservierungsgebühr und Überlängenzuschlag (Überlängenzuschlag, den man bezahlen muss, wenn ein Film länger als 120 Minuten läuft)). Ist die Familie größer, spart man natürlich noch mehr. Und im Kino kommen noch Kosten für Popcorn, Chips und Getränke dazu. Also eigentlich ein No-Brainer. Ist doch deutlich attraktiver, das Amazon-Angebot.

    Allein, es ist kein Kino. Und es sollte daher auch kein „Kino-Preis“ verlangt werden. Auch wenn es eine Milchmädchenrechnung sein mag: Für 18 Euro erhalte ich drei Monate Netflix mit Inhalten ohne Ende. Für 18 Euro höre ich zwei Monate pausenlos lang Spotify. Die psychologische Hürde ist an der Stelle der mögliche Vergleich zu anderen Angeboten. Beim Kino ist das nicht möglich, da geht man hin und zahlt pro Person seine 12 Euro und weiß, was man im Gegenzug dafür bekommt (siehe oben). Auf der Couch ist die Hürde, 18 Euro auszugeben, eine völlig andere. Was sollte mich als Normal-Zuschauer dazu bewegen, einen Film wie „Der Unsichtbare“ für 18 Euro auszuleihen? Wird der nicht in drei Monaten ohnehin im normalen Amazon Prime oder Netflix-Programm dabei sein? Ist er wirklich so viel besser als all die anderen Thriller, die ich bei meinen jetzt schon abonnierten Streaming-Anbietern inklusive habe? Ist es ein Film, den ich jetzt sehen muss, weil jetzt meine Freunde, meine Umwelt darüber spricht (im Sinne eines Blockbusters)? Und nicht zuletzt: Bin ich bereit, den Preis für Kino zu bezahlen, selbst wenn ich kein Kino dafür bekomme?

    Zuhause ist anders. Die Badewanne ist kein Thermal-Bad, die Musik-Anlage ist keine Disko, die Küche ist kein Restaurant, der Balkon kein Urlaub und der Fernseher ist kein Kino. Und das müssen sie auch nicht. Das Tolle an der Badewanne, der Musik-Anlage, der Küche, des Balkons und des Fernsehers ist, dass sie da sind, jederzeit genutzt werden können, eine ganz andere Art von Glück erschaffen. Und für alle die Momente, wo man darüber hinaus gehen möchte, mit Menschen genießen und eintauchen, Neues erleben und dem Alltag und Zuhause entfliehen möchte, geht man raus. Und bezahlt den verlangten Preis.

    Vielleicht werde ich mich in fünf oder zehn Jahren für diesen Artikel hier schämen und denken, wie sehr ich mich doch geirrt habe. Wie sehr die Corona-Krise die Distribution von Filmen, die Angebote und die Seh-Gewohnheiten der Menschen verändert hat. Wie bereit man doch war, das Kino zu vergessen. Vielleicht werden sich nun viel mehr Menschen zu Hause Kino-Atmosphäre schaffen. Vielleicht verkommen Filme aber auch zu einem Fast-Food-Vergnüngen, ähnlich einem Spotify, wo namenlose Musik ohne Seele in einer Playlist über den Zaun geworfen wird und kein Zuhörer überhaupt weiß, wie der Song, der Interpret oder das Album heißt.

    Nichts davon möchte ich jetzt glauben. Und ich hoffe, bald wieder ins Kino gehen zu können.