Monate: Juni 2008

Komödie oder Drama – die Musik macht’s

Kategorie Unterhaltung
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Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein bekennender Filmsoundtrack-Fan. Oder, um präzise zu sein, ein Score Fan. Der Score bezeichnet die instrumentale Untermalung eines Films, während der Soundtrack meist auch auch die im Film vorkommenden Songs beinhaltet. So sagen mir Namen wie Hans Zimmer, James Newton Howard, James Horner, John Williams oder Thomas Newman vermutlich mehr, als manch einem anderen. Oftmals erkenne ich bei einem Film schon beim Hören des Scores den Komponisten. Was mich bei guten Scores so fasziniert, ist, wie sie es schaffen, eine Stimmung zu erzeugen, die das Bild untermalt und unterstützt. Oder, wie man es in Psychothrillern gerne auch sieht, den Zuschauer damit verwirrt, dass die Schrecklichkeit des Bildes durch beruhigende Musik ad absurdum geführt wird. In den meisten Fällen jedoch dient der Score einzig der Geschichte. Die besten Scores bemerkt man daher auch gar nicht, sie strömen in unser Gehirn, verbinden sich mit den Bildern zu einem Erlebnis und kommen so natürlich daher, dass man sich gar nicht vorstellen könnte, so etwas ohne musikalische Begleitung zu sehen. (Ja, hin und …

Wasser!

Kategorie Erzählungen
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Ich lebte jahrelang in mit einem feuchten Keller. Obwohl – was heißt feucht? Nass war er. Manchmal konnte man dem Wasser richtig dabei zu sehen, wie es durch einen Riss in der Wand herab lief und sich am Boden sammelte. Die Hausverwaltung sah sich das Malheur immer wieder an, behauptete, es handle sich um ganz typische Feuchtigkeitsbildung, die in Kellern nun mal vorkomme und schob die Schuld auf den über meinem Keller befindlichen Supermarkt. Zehn Jahre machte ich das Hick Hack mit und hatte immer Angst um meine Schätze, die ich in Kartons aufbewahrte. Dann zog ich nach Duisburg, in ein uraltes Haus, dessen Kellergewölbe noch danach riechen, wie sich Menschen zwei Weltkriege lang darin versteckten. Der Keller selbst ist so klein und so trocken, dass der Staub von der Decke rieselt. Ich wähnte meine Kartons im Trockenen. Und, ihr ahnt es schon, musste diese Woche eines besseren belehrt werden. Vermutlich seit den verheerenden Regenfällen der letzten Woche stand mein Keller unter Wasser, die (zugegeben alten und hässlichen) Möbel hatten sich bereits munter mit Wasser …

Komme ich jetzt ins Fernsehen?

Kategorie Erzählungen
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Ich, weiß, ich schulde euch noch einen Artikel, wie es dazu kommen konnte, dass ich für 90 Sekunden im Fernsehen war. Ich habe lange selbst mit mir gerungen, wie ich diesen Artikel schreiben sollte, denn viel gab es dazu ja nicht zu sagen. Mittlerweile hat sich das geändert. Die Frage „Komm ich jetzt ins Fernsehen?“ kennt der eine oder andere vielleicht noch aus der Sat1 Wochenshow, in der Herr Görgens mit sinnlosen Erfindungen versuchte, berühmt zu werden. Er schaffte es nie. Und irgendwie doch. Wenn man als Blogger tätig ist, denkt man erstmal nicht daran, damit berühmt zu werden (und/oder Geld damit  zu verdienen). Hin und wieder schielt man vielleicht herüber zu den etwas berühmteren Bloggern, die wichtige Dinge von sich geben, die von wichtigen anderen Medien aufgegriffen werden, doch im ersten Moment ist einem das egal. Man bloggt nur, weil man der Welt etwas mitteilen möchte. Man bloggt um des bloggens Willen. Und nimmt damit (wissentlich oder auch nicht) ebenso aktiv an der Medienlandschaft teil, wie Print, Funk und Fernsehen. Hin und wieder kann …

Ich muß mal kurz austreten – die Zweite

Kategorie Erzählungen
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Es begab sich aber zu der Zeit als Graf Roger von Duisburg sich entschloss, der Kirche seine Mitgliedschaft zu kündigen und Gott verfügte, dass ein jeder mit einem solchen Vorhaben einen beschwerlichen Pfad der Prüfungen durchlaufen muss, auf dass sein Wille auf die Probe gestellt werden möge. So begab sich der Roger auf den Weg zum Amtsgericht. Und wahrlich, es sollte kein leichter Weg für ihn sein. Zunächst war ich sehr überrascht, über die Sicherheitsmaßnahmen am Eingang. Erst nach Entleeren meiner Taschen und dem Durchleuchten der Inhalte wurde eine Ein-Mann-Glas-Schleuse geöffnet, in die ich eintreten musste und das Schließen der Tür hinter mir hörte. Dort blieb mir kaum Zeit, um über Klaustrophobie nachzudenken, die Schleuse öffnete die zweite Tür bereits und ich stand in einem sehr alten, dunklen Gebäude. Das Amtsgericht Duisburg. Nach links. Zimmer 82 suchen. Ich ging einen langen Gang entlang. Einen sehr langen, langen Gang. Einen unglaublich langen, dunklen Gang. Und nach der Ecke weiter, lang, dunkel. Sehr lang. Also es war ein sehr langer, langer, laaaanger Gang. Etwas Zen-Artiges hatte dieser …

Ich muß mal kurz austreten

Kategorie Erzählungen
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Jeder, der aus der Kirche ausgetreten ist, hatte sein Gründe. Mag sein, dass er vom Glauben abgefallen war, oder seinen Glauben geändert hatte. Mag auch sein, dass er der Institution Kirche einfach keinen Glauben mehr schenkte. Bei den meisten dürfte das Argument „Geld sparen“ maßgeblich gewesen sein. Bisher hatte ich selbst nie daran gedacht, aus der Kirche auszutreten. Ich wurde getauft, später konfirmiert und seit ich denken kann, zieht mir der Staat im Namen der Kirche Geld von meinem Lohn ab. Ich hatte das nie hinterfragt. Es war einfach so. Ähnlich wie beim Solidaritätszuschlag musste ich es hinnehmen und tat das auch.