Jahr: 2006

  • iPod aus dem Automaten

    In Atlanta, der Heimat von Coca Cola (und dementsprechend deren Automaten), ist es seit einiger Zeit möglich, sich an einem Automaten verschiedene iPods und Zubehör heraus zu lassen. Wie hierzulande am Süßigkeitenautomaten guckt man sich die verschiedenen bunten, verführerischen Teile hinter der Glasscheibe an, wählt über ein Tastenfeld das gewünschte aus, schiebt seine Kreditkarte durch einen Schlitz und freut sich, dass das Produkt nicht wie eine Tüte Chips durch eine Rolle nach vorne geschoben wird und tief in den Ausgabeschacht fällt. Ein Roboterarm holt den iPod ab und legt ihn sanft in die Ausgabe. Perfekt also, wenn man gerade nichts zu tun hat, gerne Musik hören würde und … Moment, wäre es nicht eine tolle Idee daneben noch einen Automaten zu platzieren, der den iPod mit Musik befüllt?

    Wie auch immer, die Amis ticken anders, das ist nicht neues. Ich frage mich wirklich, wer ernsthaft den Drang hat, sich spontan einen iPod aus dem Automaten zu ziehen. Genug offenbar, denn im einem Monat scheint man bereits 55000 Dollar eingenommen zu haben. Na dann. Seht euch das Video dazu an.

    https://youtube.com/watch?v=ifwesPfLCYc%3Fcbrd%3D1%26ucbcb%3D1

    Mich erinnert das ein wenig an eine Folge der Fernsehserie „Die nackte Pistole“ (aus der später die „Nackte Kanone“ Filme entstanden), in der ein 24/7 Korbgeschäft gezeigt wird und unzählige Kunden sogar im Nachthemd spontan ein Korbprodukt kauften. Was damals gelungene Satire war, wird immer mehr Realität.

  • Jenseits der Marmelade

    Versucht ihr eigentlich auch immer beim Berliner essen herauszufinden, auf welcher Seite die Marmelade in das Gebäck gespritzt wurde, um auf der anderen Seite hineinzubeißen und die süße Füllung dadurch für den Schluss aufzuheben? Und habt ihr immer Erfolg mit dieser Taktik?

  • Lego, Logo

    Eines der absolut coolsten Weihnachtsgeschenke, die ich dieses Jahr bekomme habe, ist eindeutig der Lego Truck. Wie? Lego? Das wird sich jetzt vielleicht manch einer fragen. Aber ich bin jetzt in dem Alter, wo ich mir so etwas (wieder) erlauben darf. (Wehe, es behauptet jemand etwas anderes) Und schließlich ist Lego nicht gleich Lego.

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    Bei diesem Truck handelt es sich um ein ausgefuchstes Modell aus der Lego Technic Reihe. Mit diesen Bausätzen habe ich früher schon gerne gebastelt und war immer fasziniert von der Funktionalität und dem Einfallsreichtum. Und was soll ich sagen… in den letzten zwanzig Jahren sind die Modelle noch besser, detaillierter, komplexer, komplizierter und teurer geworden.

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    Drei Tage saß ich mit Begeisterung an dem Modell und nun steht es da und schaut einfach gut aus. Spielen werde ich damit natürlich nicht. Ich bin doch kein Kind. :-) Aber das nächste Modell steht schon auf meiner Wunschliste.

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  • Zu VHS Zeiten wäre das nicht passiert

    Das die DVD-Industrie mich als Kunden nicht ernst nimmt und mich für blöd verkaufen will, ist ja nichts neues. Nicht zum ersten Mal ärgere ich mich über Unzulänglichkeiten ihrer Produkte. Fangen wir einmal mit einer teils unterirdischen Bildqualität an. Diese lasse ich mir zwar bei Klassikern gefallen, aber wenn ein digital produzierter Film wie beispielsweise „Shrek 2“ so weit herunter komprimiert und schlampig auf Disc gebrannt wird, dass man in jeder Einstellungen Artefakte sieht, sehe ich mich um mein Geld betrogen. Und das oftmals trotz genügendem Speicherplatz. Unverständlich. Was mich ebenfalls regelmäßig ärgert, sind die Zwangseinstellungen. Nach dem Einlegen wird man zuerst nach der Sprache gefragt. Dann beginnen die Trailer (oft genug für Kinofilme – hallo, schon mal daran gedacht, dass man die DVD vielleicht erst gekauft hat, als der Film gar nicht mehr in Kino läuft?), die Copyrighthinweise, die Kopierschutzfilmchen und zwei bis drei Animationen der beteiligten Studios.

    Schlimm genug, womit man noch vor dem Film bombardiert wird. Ein Gipfel der Frechheit ist es aber, wenn man diese Sachen nicht überspringen kann. Und, noch schlimmer, nicht einmal vorspulen. In solchen Situationen wünsche ich mir tatsächlich die gute alte VHS Kassette zurück. Auch da musste man erst mal spulen, um den Film zu finden, den man eigentlich sehen wollte. Aber – man konnte wenigstens vorspulen. Und noch etwas, liebe DVD-Industrie: Wenn ich eure Produkte kaufe, bin ich ein ehrlicher Kunde und möchte nicht als potentieller Verbrecher behandelt werden. Schenkt euch also diese ganze Raubkopiererwarnungen. Jemand der sich den Film kopiert oder aus dem Netz zieht, wird sich diese Warnungen auch nicht auf DVD brennen. Die einzigen Menschen, die sich das ansehen müssen, sind diejenigen, die alles richtig gemacht haben.

    Wenn dann endlich das Menü erscheint, habe ich es oft genug mit blödsinnigen, langweiligen, unnötigen Animationen zu tun. Da werden Filmszenen gezeigt, laute Musik eingespielt und man wartet fast eine Minute bis man endlich auf „Play“ drücken darf. Danach kommt nochmals eine Animation, dann noch ein Hinweis, dann noch irgendein Hinweis und mit etwas Glück beginnt dann endlich der Film.

    Wenn man Pech hat, startet dieser auf Englisch, denn die Sprachabfrage ganz zu Beginn bezog sich natürlich nur auf die Menüsprache. Und es wäre ja auch zu einfach mit der Sprachtaste an der Fernbedienung die richtige Sprache auszuwählen, oder Untertitel einzublenden. Nein, viel zu oft wird man gezwungen, den Film zu verlassen, ins Hauptmenü zu gehen, sich bis zu den Sound Optionen zu hangeln, um danach den Film wieder zu starten.

    Angesichts solcher Produkte wundert ihr, liebe DVD-Industrie, euch, wenn die Kunden nicht bereit sind, Geld dafür auszugeben? Wenn man manchmal (gemessene) vier Minuten warten muss, bis man endlich den Film schauen darf, den man sehen wollte? Wenn man auch während der Wiedergabe gegängelt wird? Wenn man schlechte Qualität geboten bekommt? Wenn die Filme geschnitten und verändert sind? Mit neuen Synchronisierungen ausgestattet, aber dafür ohne Bonusmaterial? Wenn ein halbes Jahr nach dem Kauf die Special Edition des Films erscheint, danach die Exklusive Premium Edition und danach wieder die Uncut Directors Edition? Nur um ein Jahr später noch die Gold Edition vorgesetzt zu bekommen und sich erneut richtig veräppelt zu fühlen?

    Mir schwant wahrlich Böses mit der Einführung von BluRay und HD-DVD.

    Weshalb ich mich gerade jetzt so echauffiere? Weil ich aus der Videothek komme, wo ich mir Disneys „Arielle, die Meerjungfrau“ mitgenommen habe. (He, nicht lachen, das ist ein schöner Film, mit dem ich aufgewachsen bin und der perfekt geeignet ist für so trübe Tage) Endlich auf DVD erschienen, wollte ich mal wieder in Erinnerungen schwelgen. Disney ist schon immer dafür bekannt gewesen, ihre DVDs völlig am Kunden vorbei zu produzieren. So auch hier. Die deutsche Tonspur ist eine grässliche Neusynchronisation aus dem Jahr 1998 und hat nichts mehr mit dem Charme der alten Version zu tun. (Ja, von mir aus, Kids die den Film zum ersten Mal sehen, werden ihn dennoch mögen) Aber der Gipfel und letztendlich auch der größte Lacher ist ein brandneues Feature, das mit einem extra Filmchen angepriesen wird. Diese DVD ist nämlich mit Fast Play ausgestattet. Boah, Fast Play. Läuft der Film dann schneller? Nein, dieses Feature, das ich ehrlich gesagt „Selbstverständlichkeit“ getauft hätte, lässt den Hauptfilm schneller starten. So sagt es zumindest die Stimme in dem Filmchen, während Tinkerbell herum wuselt. Ich kann also einfach Fast Play wählen oder zum Hauptmenü gehen. Ich habe beides probiert. Bei Auswahl von Fast Play werde ich wieder mit den üblichen Filmtrailern genervt. Gehe ich direkt zum Hauptmenü, kann ich dort den Film sofort starten. Tja, Disney, ich schätze mal mit Fast meintet ihr nicht das englische „schnell“ sondern eben das deutsche „fast“. Denn der Film startete ja auch fast sofort.

    PS: Solltet ihr in einem Jahr die Special Edition mit der alten Tonspur veröffentlichen (und es ist völlig egal, wenn die nur in Stereo vorliegt), werde ich über einen Kauf vielleicht nochmal nachdenken. Denn jetzt weiß ich ja, dass man nur Fast Play deaktivieren muss, um drei Minuten Lebenszeit zu sparen.

  • Matrix

    Krank geschrieben, trübes Wetter und an Bett und Couch gefesselt. Was liegt da näher, sich eine DVD nach der anderen aus dem vollen Regal zu ziehen und mal wieder all die Filme zu sehen, die man schon so lange nicht mehr gesehen hat. Erschreckend ist nur festzustellen, wie sehr sich mein Geschmack offensichtlich verändert hat. Acht Filme liegen hier bereits auf einem Extra Stapel, die alsbald ebay übergeben werden müssen. Weil sie mir einfach nicht mehr gefallen, weil ich sie damals mit anderen Augen sah und sie nur in meiner Erinnerung noch immer großartig sind. Aus heutiger Sicht erscheinen sie in einem anderen Licht. Dümmliche Storys, flache Gags, schlechte Schauspieler. Dazu muss ich erwähnen, dass ich tatsächlich mit sehr vielen unterirdischen Werken aufwuchs und auch so manch schrottigen B-Movie gesehen habe. Aber es ist schlimm,  wenn einem ehemals Großartiges heute nur noch Banal und Schlecht erscheint. Liegt das am Alter? Oder an einer Verwöhntheit? Erwarte ich vielleicht immer nur noch größere Knaller, bessere Effekte, noch bessere Geschichten? Und übersehe dabei, dass irgendwann einfach die Spitze erreicht ist? Zum Teil vielleicht. Aber es passt nicht zur Tatsache, dass es auch heute noch Blockbuster wie aber auch kleine Independent Filme gibt, die mich begeistern können. Nur die Filme in meiner Erinnerung scheinen aus heutiger Sicht nicht mehr so gut zu sein.

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  • Glaubenskriege

    Mit Fundamentalisten ist nicht gut Kirschen essen. Sie verstehen keinen Spaß. Man kann nicht mit ihnen diskutieren. Ganz egal ob sie religiös, politisch oder sonst irgendwie motiviert sind. Ebenfalls schlimm sind die Technik Fundamentalisten. Ich weiß das, denn ich war selbst mal einer. Heute gehe ich das alles etwas lockerer an, wobei ich aber gestehen muss, dass ich nur ungern etwas auf meinen iPod kommen lasse.

    Damals, als ich noch dazu gehörte, entbrannte ein Glaubenskrieg zwischen den Amiga Jüngern und den Atari ST-Anhängern. Zwei Homecomputersystem, die sich recht ähnlich waren, sich aber doch soweit voneinander unterschieden, das man sich für eine Seite entscheiden musste. Entweder aus Pragmatismus, aus Geldgründen, Überredung oder schlichter Überzeugung. Jeder Fundamentalist versucht die anderen zu überzeugen und ist selbst absolut überzeugt, dass alle anderen falsch liegen. Also alle, die sich für den falschen Homecomputer entschieden hatten. Den Atari ST. Ich meine, es war doch offensichtlich, dass der Amiga die eindeutig bessere Maschine ist.

    Interessanterweise entbrennen die meisten Glaubenskriege nur zwischen zwei Kontrahenten, selbst wenn es unzählige Alternativen gibt. Diese Kontrahenten kämpfen meisten auch direkt gegeneinander, während die Alternativanbieter einfach im Strom mit schwimmen und von den Resten leben (also von den Leuten die sich nicht entscheiden können, wollen, dürfen). Deshalb fängt ein Alternativnutzer auch keine Diskussion an. Er ist froh, überhaupt mitmachen zu dürfen. Das genügt ihm. Meist behauptet er sogar, absichtlich eine Alternative zu nutzen, um sich dem Stress mit den ewigen Diskussionen zu entziehen. Echte Fundamentalisten lächeln über derartige Aussagen. Echte Fundamentalisten wählen einen der Großen in ihrer Sparte und unterstützen und verteidigen diesen auch bis zum bitteren Ende (bis das Produkt langweilig, eingestellt, oder durch etwas besseres ersetzt wird. Geeks sind hiervon übrigens ausgenommen; die kaufen und nutzen einfach alles).

    Früher gab es zum Beispiel auch den schönen Streit zwischen Sega und Nintendo Fans. Heute laufen ähnliche Diskussionen zwischen X-Box und Playstation (vielleicht auch demnächst ein bisschen mit der Wii, aber das glaub ich nicht). Auch zwischen Nintendo DS und der PSP wird es wohl nie Einigkeit geben.

    Es ist noch gar nicht lange her, da stritt man darum, ob Nokia oder Siemens Handys besser seien. Mercedes und BMW ist auch ein Beispiel. Oder einfach nur Coca Cola gegen Pepsi. Die Liste ist lang, die Kriege stets sinnlos, aber leidenschaftlich.

    So lernte ich letztens einen Kerl kennen, dem ich mit den Worten vorgestellt wurde: „Er hat übrigens eine Nikon D50.“ Die prompte Antwort von ihm beim Händeschütteln lautete: „Ach eine Nikon. Ich habe eine Canon, denn ICH will richtige Fotos machen.“ Aha, dachte ich, ein humorloser Canon Fundamentalist. Und damit war das Gespräch für mich beendet (für ihn übrigens auch). Wie gerne hätte ich mich über Fotografieren unterhalten, gerne auch über unsere Kameras, Erfahrungen ausgetauscht. Doch wie gesagt, mit solchen Leute kann man einfach nicht reden. Schon gar nicht, wenn so ein Satz gleich zur Begrüßung fällt. Um es mal kurz klar zu stellen, ich habe überhaupt nichts gegen Canon Kameras. Mein Nikon war nur zur rechten Zeit, zum rechten Preis am rechten Ort. Ich zweifle nicht daran, mit einer Canon EOS ebenso glücklich geworden zu sein.

    Was mir ebenfalls langsam auf den Senkel geht, ist der ewige Streit, ob denn Apple Rechner oder Windows Rechner besser seien (wie damals bei Amiga und Atari. Und ja, ich weiß, euch Linux User gibt es auch noch und ihr kämpft hart um Anerkennung. Aber mal ehrlich, seid ihr nicht die Volvo Fahrer auf einer BMW-Mercedes Straße? Just kidding).

    Hätte ich das nötige Kleingeld, würde ich mir sofort ein MacBook kaufen. Keine Frage. Dennoch bin ich mit meiner Windowsmaschine höchst zufrieden. Alles läuft und funktioniert so, wie ich es will. Denn seien wir wieder mal ehrlich, Apple Rechner sind nicht sooo toll, wie sie von den Jüngern dargestellt werden (oder?). Ebenso sind Windows Rechner nicht sooo schlecht, wie sie von allen gemacht werden. Beide Systeme haben Ecken, Kanten, Unzulänglichkeiten, Probleme und sind weit von jeglichem Perfektionismus entfernt. Auf beiden System können böse Dinge geschehen, auf beiden Systemen kann man ganz schöne Scheiße anstellen. Denn letztlich kommt es doch ohnehin nur auf den User an der Tastatur an. Hat der keine Ahnung, was er eigentlich macht, hilft ihm das beste System nichts. (Oh, ich höre schon, wie das Bashing gleich wieder beginnt)

    Andererseits, wie erwähnt, lasse ich auf meinen iPod nichts kommen, obwohl es gewiss günstigere, besser ausgestattete, reichhaltigere Mp3-Player gibt (aber halt keine schickeren.)

    Zu meiner wilden Zeit als Womanizer (haha) hatte ich eine kleine Liste von Glaubensfragen. Geschickt in ein Gespräch eingestreut, konnte ich so recht einfach heraus finden, wie die umworbene Frau in grundlegenden Fragen tickte. So erkannte man schnell ob es Übereinstimmungen (und eine gemeinsame Zukunft) gab. „Wenn du die Wahl hättest, wofür würdest du dich entscheiden? Pepsi oder Coke? BMW oder Mercedes? Siemens oder Nokia? SC Freiburg oder Bayern München? Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang? Berge oder Strand? Oben oder unten?“ Wusste eine Frau bei der letzten Frage nicht mal, wovon ich hier spreche, war die Sache klar. Mit solchen Frauen kann man nicht sprechen. Da bin ich echt ein Fundamentalist.

  • Kino: Casino Royale

    Mit etwas Verspätung (ich habe den Film in der Vorpemiere am Mittwoch schon sehen können) möchte ich meine Rezension nun auch hier präsentieren. Die leicht abgewandelte und wieder mit einem schlimmen Titel versehene Version gibt es wie immer auch bei fudder.

    Bond ist tot, es lebe Bond. Das 21. Kinoabenteuer des englischen Geheimagenten führt 007 endlich auch ins 21.Jahrhundert. Nie war Bond so verletzlich, nie so ambivalent, nie so hart und nie so gut. Mit „Casino Royale“ beginnt eine neue Bond-Ära, die beinahe mit allem aufräumt, was die bisherigen und besonders jüngsten Filme zu einer Parodie ihrer selbst verkommen ließ. Pierce Brosnan spielte Bond so snobistisch und überheblich, dass alles von ihm abprallte. Wie zum Beispiel die Glaubwürdigkeit. Die Gadgets, die er nutzte, wurden immer abgefahrener und dabei immer lächerlicher. Das Publikum wurde eher durch leichtes Schmunzeln als durch Spannung unterhalten.

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  • Alte Zeiten

    Kennt ihr das? Ihr trefft einen alten Freund wieder. Einen, den ihr schon sehr lange nicht mehr gesehen habt. Der euch aber vor langer Zeit sehr viel bedeutete. Mit dem ihr viele Abenteuer bestanden, alle möglichen Höhen und Tiefen gemeinsam durchgestanden habt. Von dem ihr dachtet, ihr würdet immer Freunde bleiben. Ihr seht euch, umarmt euch vielleicht und wechselt die üblichen Worte: Wie geht es dir gut und dir auch gut schön. Dann fangt ihr an, euch im Schnelldurchlauf zu erzählen, was bei euch seit dem letzten Treffen passiert ist. Nicht viel, wie ihr schnell feststellt. Dabei ist so unglaublich viel passiert. Aber ihr wollt das nicht alles im Schnelldurchlauf erzählen. Ihr denkt, wärst du dabei gewesen, müsste ich es nicht erzählen. Früher haben wir alles gemeinsam erlebt. Also begebt ihr euch auf die Reise in die Vergangenheit, denn früher war alles besser. Weißt du noch ja weißt du noch oh ja.

    Und dann stellt ihr fest, dass ihr mit dem besten Freund von damals nichts mehr gemeinsam habt ausser den schönen Erinnerungen. Ihr merkt, dass er mal ein guter Freund war. Und nun ein guter Bekannter. Und obwohl es weh tut, scheint ihr beide es nicht zu schaffen, die alte Zeit in die Gegenwart zu holen. Und somit schafft ihr auch keine Zukunft.

    Kennt ihr dieses beschissene Gefühl, wenn ihr euch dann nach kurzem Ausflug in die gemeinsame Vergangenheit verabschiedet, euch versprecht, sich öfter zu melden, bald wieder etwas zu unternehmen, die alten Zeiten aufleben zu lassen? Aber ihr wisst, dass es niemals passieren wird?

  • X-Men Schuhe

    Der Winter hat sicherlich einige Aspekte, die man mögen kann. Die meisten werden wohl allerdings von einer Mehrheit der Bevölkerung gehasst. Ich persönlich habe einen ganz eigenartigen Grund, weshalb ich den Winter nicht mag. Denn ich trage wieder meine Winterstiefel. Die Dinger sind so dick, mit so einer fetten Sohle, dass ich manchmal das Gefühl habe, gute alte Moonboots zu tragen (gibt es die eigentlich noch?). Beim Auto fahren habe ich fast kein Gefühl mehr in den Füßen und habe dadurch schon einmal den Wagen abgewürgt. Aber das schlimmste ist, sie laden mich elektrostatisch auf. Mittlerweile laufe ich in leichter Panik durch die kalte Welt und vermeide, so gut es geht, metallische Dinge zu berühren. Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden. Spätestens wenn ich den Haustürschlüssel ins Schloss stecke, entladen sich spektakuläre blaue Blitze aus meiner Hand, dass man meinen könnte, ich sei ein X-Men. Wäre ja ganz cool, wenn es nur nicht so weh täte und mich erschrecken würde.

    Vielleicht sollte ich auch diese Schuhe unter der Rubrik Fehlkauf einordnen.

  • Blöde Frage

    Heute Abend war ich mit Martin und seinen Freunden in der Sneak Preview im Freiburger Cinemaxx. Auch wenn ich weiß, dass das Thema langsam über strapaziert ist und ich selbst auch mittlerweile nicht mehr darüber reden will, möchte ich euch folgenden Dialog nicht vorenthalten, den ich mit dem Arsch führen musste, der zu meiner Linken saß. (kleine Info: ich habe bisher vielleicht fünf Sätze mit ihm gewechselt, weil er mir von Anfang an hochgradig unsympathisch war)

    „Was machst du eigentlich von Beruf?“ fragte er. „Versicherungsverkäufer? Ah nein, die müssen sich ja rasieren.“
    „Ich bin Lokführer.“
    „Lokführer. Ach was. Ist das nicht scheisse langweilig?“
    „Nein.“
    „Hast du schon mal einen erwischt?“
    „Wie? Einen erwischt?“
    „Na, haste schon mal einen Hops genommen? Einen überfahren?“
    „Nein.“
    „Was im Ernst? Dann ist das ja noch langweiliger. Oder?“
    Tja, Leute, sagt selbst. Was macht man mit so jemandem?

  • Mein Suizid-Artikel bei fudder

    Heute erschien meine erste (und hoffentlich nicht letzte) Auftragsarbeit für das Freiburger Online-Magazin fudder.de. Neben meiner Kino-Ecke bat man mich darum, einen Artikel über meine Erfahrungen als Lokführer zu schreiben. Genauer, eine persönliche Geschichte, wie ich zum ersten Mal einen Menschen überfuhr und tötete.

    Ich würde mich freuen, wenn ihr ihn lest und mir entweder bei fudder oder hier in der Kommentarfunktion eure Gedanken zu der Geschichte hinterlasst.

    Die Geschichte lautet „Nachtschicht mit Freitod“

    (P.S.: Ich hatte einen anderen Titel dafür)

    Update: Der Artikel ist mittlerweile hier zu finden. Leider hinter einer Bezahlschranke.

  • Fehlkauf

    Es ist ein im wahrsten Sinne des Wortes unbezahlbares Talent. Ich neige, gerade in letzter Zeit verstärkt dazu, mir zu viele Fehlkäufe zu leisten. Von der Brotbackmaschine bis zur Multifunktionsfernbedienung. Von der PSP bis zum achten Kissen. Von der unbequemen Toilettenbrille bis zum neuen Chefsessel, meiner neuesten Errungenschaft. Als ich ihn im Ikea ausprobiert hatte, fühlte er sich gut an, sah gut aus und kostete nicht allzu viel. Die fünf Minuten, die ich in ihm verbringen durfte, waren bequem und kuschelig und versprachen mir einen ganzen Tag unbeschwerter Arbeit am Schreibtisch (und das obwohl das Sitzmöbel nur als Halbtagstuhl deklariert war).

    Zuhause schließlich musste ich feststellen, dass mein Schreibtisch für diesen Stuhl zu hoch war und die Rückenlehne zu weit entfernt. Das bedeutet, um die Tastatur und die Maus bequem zu erreichen, musste ich ihn so hoch einstellen, dass meine Füße im Freien baumelten. Stellte ich ihn weiter runter, konnte ich mich nicht mehr anlehnen, womit ich im Grunde auch nur einen Hocker mit Kissen hätte kaufen können. Nach etwa dreißig Minuten tat mir der Rücken weh.

    Ikea ist im Allgemeinen recht kulant, doch ein Anruf bei der Hotline brachte mir nicht mehr als die übliche Aussage, dass jedes Produkt mit Rechnung und in Originalverpackung zurück gegeben werden kann. Diesen Stuhl wieder so auseinander zu bauen, dass man lügen könnte ihn jemals ausgepackt zu haben ist leider ein Ding der Unmöglichkeit. Womit ich wohl auf ihm sitzen bleiben werde (Haha).

    Die Angst vor weiteren Fehlkäufen treiben mich auch regelmäßig von einem Teufelskreis in den nächsten. Jeder weitere Einkauf wird noch genauer analysiert, durchdacht und durch gerechnet. Jedesmal lese ich noch mehr Testurteile, Meinungen und Beschreibungen durch, auf der Suche nach genau dem richtigen Produkt. Nur um am Ende doch wieder festzustellen, dass es das Falsche war, was mich beim nächsten Mal noch genauer recherchieren und überlegen lässt. Schrecklich.

    Spontankäufe gibt es fast keine mehr. Doch ich arbeite daran. Als ich mir den Nintendo DS holte, musste ich nur 15 Minuten überlegen, bis ich ihn endlich mitnahm. Und… naja, mehr Spontankäufe gab es bisher nicht, aber wie gesagt, ich arbeite ja auch noch daran.

    Auf meinen neuen Stuhl liegt nun ein (vor ewigen Zeiten fehlgekauftes) Keilkissen. So hebt sich wie in der Mathematik ein Negativ mit einem anderen Negativ auf. Jetzt geht es nämlich fast eine Stunde, bis ich Rückenschmerzen bekomme.

  • Curiosity killed the cat

    Katzen sind von Natur aus eingebildet faul neugierig. So auch die süße kleine Muschi Katze meiner Nachbarin. Und ihre Zwillingsschwester (also die von der Katze). Seit neustem haben die beiden herausgefunden, wie man von Terrasse zu Terrasse klettern und meinen Balkon erreichen kann. Dort saß die eine heute morgen und miaute um Einlass, während die Schwester Schmiere stand. Süüüß. Ich ließ sie natürlich herein und sie begann sofort jeden Winkel meiner Wohnung zu inspizieren und Wollmäuse unter dem Sofa zu fressen. Braaav. Am liebsten hätte ich sie hier behalten. Aber dann zeigen mich die Nachbarn vielleicht noch wegen ‚Catnapping‘ an.

  • Samstag, der Vierzehnte

    Heute ist der berühmt-berüchtigte Samstag der 14. Und um es noch schlimmer zu machen, die Quersumme des heutigen Datums (14.10.2006) ist ebenfalls 14. Herrje. Ich hoffe, ihr habt diesen Tag gut hinter euch gebracht, ohne Unfälle oder Katastrophen. Und übrigens, gestern, am Freitag den 13. war die Quersumme eine 13. Aber wer interessiert sich schon dafür?

  • Der optimale Freundeskreis

    Ehrlich gesagt, ich habe einen etwas eigenartigen Freundeskreis. Zwei meiner besten Freunde stehen unter dem Pantoffel ihrer Lebensabschnittspartnerinnen und sind dadurch für mich oft unerreichbar (der eine mehr, der andere weniger). Der nächste zog vor langem in den Schwarzwald, wo er alleine friert und immer wieder feststellt, wie weit Freiburg doch weg ist. Ein weiterer verließ das Land schon vor langer Zeit gen München und wir hören uns mittlerweile nur noch an Geburtstagen und Weihnachten. Die nächsten beiden sind vor einem halben Jahr Eltern geworden und es ist verständlich wie sehr so ein Baby die Unternehmungsmöglichkeiten und die Spontaneität einschränkt. Die restlichen sind beruflich so angespannt, so sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt oder ebenfalls im Begriff, sich eine neue Existenz aufzubauen, dass auch diese Kontakte eher im Ruhezustand sind. Trotz allem liebe ich aber alle so sehr wie man Freunde eben lieben kann ohne sexuell oder romantisch zu werden.

    Es wäre dennoch an der Zeit, neue Freunde zu finden. Das ist leichter gesagt als getan. In meinem Alter haben ja schon alle ihren festen Freundeskreis und/oder eine eigene Familie. Da ist es schwer, hinein zu kommen. Außerdem möchte man ja nicht nur geduldet werden.

    Mir fiel vor kurzem wieder ein, wie ich mir früher den optimalen Freundeskreis vorstellte. Ich meine abgesehen von vorhandenem Vertrauen, ähnlichen Interessen und Humor und grenzenlosem Verständnis und nun ja, eben Freundschaft. Ich dachte mir, optimal sei es, wenn man immer einen Freund zur Hand hätte, der einem bei irgendetwas helfen könnte.

    So ist es immer praktisch, eine Friseuse im Freundeskreis zu haben (man kommt an einen günstigen Haarschnitt). Ein Automechaniker erleichtert einem so manches, ebenso wie ein Elektriker, ein Schlosser und ein Maler. Einen Anwalt kann man immer um Rat fragen. Ein Arzt beschafft einem günstig Medikamente und man kann ihm jeden verdächtigen Fleck auf der Haut zeigen (Krankenschwestern gehen auch, aber die sind nicht ganz so hilfreich wie ich schon feststellen musste). Jemand, der sich perfekt mit Technik und Computern auskennt ist sehr praktisch (mittlerweile könnte ich diese Rolle selbst übernehmen). Einen Bar-Besitzer sollte man um sich haben. Wahlweise auch Café oder gleich ein Restaurant. Jemand, der in einer Videothek arbeitet. Und in einer Pizzeria. Jemand, der eine Go-Kart Bahn und/oder ein Billardzentrum besitzt. Einen, der im Thermalbad an der Kasse arbeitet und einen, der im Kino die Eintrittskarten ausgibt. Einen Freund bei McDonalds, damit man nachts nach dem Kneipenbesuch noch bei ihm vorbei schauen kann.

    Nun, mir könnten da noch viel mehr Möglichkeiten einfallen. Und all die Vorschläge gelten für Männer wie Frauen gleichermaßen. Wer möchte zu diesem Freundeskreis gehören? Wer hat einen von den oben genannten Vorzügen aufzuweisen und ist dazu noch nett, witzig und vertrauenswürdig?

    Ich selbst bin einigermaßen vorzeigbar, man kann stundenlang mit mir philosophische Gespräche führen, ich bin lustig, gebildet, aber nicht eingebildet. Ich bin hin und wieder etwas faul, aber stets für meine Freunde da. Ich liebe Kinobesuche, DVD-Abende und Pizza-Essen-Gehen. Also alles in allem bin ich ganz schön dufte.

    Wer mich zum Freund haben und mit mir den perfekten Freundeskreis aufbauen möchte, schreibe mir einfach eine Mail.

  • Und zwar

    Und zwar kam ein junges hübsches Ding auf mich zu und fragte: „Und zwar würde ich gerne wissen, wo ich denn ein Semsterticket bekomme.“ Ich antwortete, sie solle am Schalter fragen, wunderte mich aber doch über diese Fragestellung. Sie sagte weder „Hallo“, noch „Guten Morgen“, noch etwas wie „Entschuldigen Sie…“. Ihr Satz begann einfach mit „Und zwar“. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass man alleinstehende Sätze und schon gar nicht Dialoge mit „Und zwar“ beginnen sollte. Oder beenden.

    Vermutlich wollte sie folgendes sagen: „Guten Morgen. Es tut mir schrecklich leid, Sie zu stören, denn obwohl Sie sehr gut aussehen, habe ich den Eindruck, dass Sie noch nicht so ganz fit sind und sicherlich Ihre Ruhe möchten. Allerdings strahlen Sie eine solche Kompetenz aus, dass ich Ihnen eine Frage stellen muss, die mir den Schlaf raubt und die mir niemand sonst beantworten kann, und zwar…“

    Keine Ahnung, warum sie das Gespräch nicht so begonnen hat. Was ich aber weiß, ist, was ich von Gesprächen, die nicht so beginnen halte, und zwar.

  • Muh

    „Jedenfalls mache ich mit meinen Kindern mal Urlaub auf dem Bauernhof. Dann sehen die auch mal was anderes. Können Eier einsammeln, mit den Eseln und Enten spielen und anscheinend darf man auch zuschauen, wenn eine Kuh kalbt.“
    „Ja, das stelle ich mir entzückend für kleine Kinder vor, wenn sie sehen, wie aus einer großen, schreienden Kuh hinten eine kleine schleimige Kuh raus kommt.“
    „Idiot.“
    „Muh.“

  • Das Drama von nebenan

    Wie ihr wisst, wurde ich vor kurzem beschuldigt, meine Freundin verprügelt zu haben. Man drohte mir mit der Polizei und es war wie immer in solchen Situationen schwer, für Aufklärung zu sorgen. Gestern Abend nun nahm die Geschichte weit größere Ausmaße an. Die damalige Freundin und ich saßen gemütlich auf der Couch, als wir draußen eine Frauenstimme schreien hörten. Wir stürmten sofort auf den Balkon und sahen auf der Terrasse unter uns die Nachbarin, kämpfend, um Hilfe rufend, weinend. Sie versuchte sich mit Leibeskräften aus dem Schwitzkasten ihres Mitbewohners/Freundes/Lebensgefährten (?) zu befreien. Eben jenem Kerl, der mir damals die Polizei auf den Hals hetzen wollte. Nun war es an mir, zu handeln.

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  • Ein Tag mit gutem Verkehr

    An diesem Wochenende habe ich frei und ich werde mir die Zeit nehmen, einen Tag lang einfach nur in meinem Auto herum zu fahren. Und zwar so, wie ich es tagtäglich auf Deutschlands Straßen erleben muss. Auf der Hutablage meines Wagens wird ein Hut liegen, weil er dahin gehört. Und ich werde es nicht eilig haben, werde mich nicht provozieren lassen und werde die Ruhe selbst sein.

    Am wichtigsten ist es, auf allen Straßen 70 Stundenkilometer nicht zu überschreiten. Besser ich fahre noch etwas langsamer. Dass die Straße vor mir frei ist und hinter mir etwa 20 Wagen her fahren (inklusive LKW) wundert mich nicht. Ich beachte es gar nicht, sondern freue mich über meine Freiheit. An Ortsschildern werde ich zweierlei tun. Wenn mir das Dorf gefällt, bremse ich am Ortseingang scharf auf 30 km/h ab und halte diese Geschwindigkeit bis etwa einen Kilometer hinter den Ortsausgang. Oder ich bleibe einfach bei meinen 70 Stundenkilometern, wenn ich das Dorf nicht mag. Ansonsten sind 30 Stundenkilometer Innerorts das maximale, das ich mir zutraue.

    An Ampeln halte ich so, dass etwa zwei Wagenlängen Platz zu meinem Vordermann bleiben. Dann ruckle ich im Standgas langsam vorwärts, so dass die hinter mir stehenden Fahrzeuge gezwungen sind, ebenfalls langsam vor zu watscheln (oder eine peinliche Lücke in der Schlange zu lassen). Wenn die Ampel auf grün springt, gebe ich Gas, rolle aber so lange im ersten Gang, bis ich fast zum Stillstand komme, bevor ich in den zweiten Gang schalte und wieder eine Zeit lang warte, bis ich weiter beschleunige. Meist habe ich die 50 km/h erreicht, wenn die Ortschaft zu Ende ist (oder die nächste bereits anfängt).

    Kreisverkehre sind ganz besondere Gebilde, die einer besonderen Sorgfalt und Aufmerksamkeit bedürfen. Wenn ich einen Kreisverkehr erreiche, so blinke ich zunächst mal rechts, bleibe aber abrupt stehen und vergewissere mich, dass von keiner Seite auch nur irgendein Fahrzeug in den Kreisel fährt. Erst wenn ich mir dessen absolut sicher bin, schleiche ich hinein in den Kreisel, blinke sofort links, nehme den Bogen extra weit, halte weiter Ausschau, blinke wieder rechts und verpasse vor lauter Gucken und Blinkerwechseln meine Ausfahrt, so dass ich noch zwei bis drei Runden drehen muss. Fährt ein anderes Auto in den Kreisel bleibe ich vor Schreck stehen.

    Wenn unterwegs Traktoren oder Fahrradfahrer oder Motorroller die Fahrbahn versperren, bleibe ich hinter ihnen. Niemals würde ich es wagen zu überholen, selbst wenn die Gegenspur (die ja nur leidlich ausreichen würde) völlig frei ist. Fährt das, ich sage mal, Hindernis auf die rechte Seite um mich endlich vorbei zu lassen, so blinke ich erst, mache zwei bis drei Schulterblicke und fahre im Schritttempo an der Gefahrenstelle vorbei. Dann „beschleunige“ ich, wie oben beschrieben.

    Natürlich fahre ich Vorausschauend. Biegt weit vor mir ein Auto auf meine Fahrbahn ein, bremse ich sofort stark ab. Nicht dass der Vordermann den Eindruck gewinnt, ich würde dicht auffahren oder gar drängeln. Nichts liegt mir ferner. Meist lasse ich ohnehin einen so großen Abstand zum Vordermann, dass der mich nicht mal im Rückspiegel sehen kann.

    Hin und wieder werde ich gewiss auf die Autobahn müssen. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass 100 km/h hier für mich die Höchstgrenze ist. Und die linke Spur gehört selbstverständlich mir.

    Der Beschleunigungsstreifen muss sofort verlassen werden, selbst wenn ich noch nicht mal 50 Stundenkilometer schnell bin. Ähnlich verhält es sich bei der Ausfahrt. Hier sollte schon auf der Autobahn so extrem und abrupt abgebremst werden, dass man die Spur keinesfalls verpassen kann.

    Natürlich ist mir klar, dass ich mir mit diesem Verhalten den Zorn so manchen Rasers aufhalse. Aber das kümmert mich nicht. Ich habe schließlich Zeit, muss keinen Termin einhalten, muss nicht zur Arbeit, habe keine schwangere Frau auf dem Rücksitz oder einen Koffer voller guter Ausreden, weshalb rasen erlaubt sein müsste.

    Schließlich tue ich etwas für die Umwelt und die Verkehrssicherheit, wenn ich die anderen Autofahrer dazu erziehe, gefälligst langsamer als erlaubt zu sein. Ich hoffe wirklich, dass mein Beispiel weiter Schule machen wird, sich mehr diesem Grundsatz anschließen und plädiere hiermit für maximale 30 Stundenkilometern auf allen Straßen.

  • Ich schreibe für fudder.de – Oder: Wie ich lernen muss, allein ins Kino zu gehen

    Dinge, die ich noch nie getan habe. Erstens: ich war noch nie allein im Kino. Warum? Weil es kaum einen Ort gibt, an dem ich mich allein so richtig einsam fühle. Alleinsein macht mir eigentlich gar nichts aus und auch einen DVD Abend kann ich wunderbar solo auf dem Sofa verbringen. Aber im Kino unter so vielen Menschen würde ich vermutlich eine Sinnkrise bekommen. Oder schlimmeres.

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