Mein Verhältnis zu Icons ist zwiespältig. Sie sind sinnvoll und nützlich, können aber bei falscher Anwendung mehr Schaden anrichten, als manch einer denkt. Zu viele Icons, Icons mit unklarer Bedeutung oder falscher Metapher verschlechtern die kognitive Last von Nutzern, die Scanbarkeit von Oberflächen und somit auch die Usability. Nun wird Apple ja gerne als der Gold-Standard in Sachen Design angesehen, besonders bei Nicht-Designern. Umso bemerkenswerter die Vielzahl an Verfehlungen, die Apple seit den 26er Updates eingeführt hat. Liquid Glass kann nur als üblen Fehltritt bezeichnet werden, der hoffentlich in den kommenden Jahren angepasst wird. Ähnlich schlimm sind allerdings auch die Änderungen in den Human Interface Guidelines von Apple und dem dort beschriebenen Umgang mit Icons. Denn ein Jahrzehnte altes Paradigma wurde über Bord geworfen und die massenhafte Nutzung von Icons wird nicht nur erlaubt, sondern empfohlen und durchgeführt. Mit entsprechend schlechten Ergebnissen. Icons sind überall – doppelt und dreifach, inkonsistent oder komplett falsch. Neben den oben genannten Verschlechterungen markiert Apple damit allerdings einen Präzedenzfall, der leider viele Nachahmer finden wird. Weil: Gold-Standard. Howard Oakly fasst den Zustand hier sehr gut zusammen. Noch besser und genauer auf das Icon-Thema eingegangen wird hier bei Jim Nielsen und vor allem bei Niki Tonsky, der eine sehr ausführliche Zusammenfassung, Gegenüberstellung und Analyse anbietet.