Die überall herrschende Begeisterung für das Xbox/PS5 Game „Indiana Jones und der große Kreis“ kann ich leider nicht teilen. Trotz schöner Grafik und superben Sprechern finde ich es tödlich langweilig. Nach ca. 4 Stunden Spielzeit habe ich bereits vergessen, worum es eigentlich geht. Die große Geschichte wird auch kaum erzählt, man erhält nur Fragmente und sieht sich letztlich nur damit beschäftigt, Checkpoints zu erreichen und langweilige Aufgaben auszuführen. Hier und da ein überkomplexer Faustkampf und behäbige, schwerfällige Kletterpartien (ja, er ist ein Professor und kein Nathan Drake, ich weiß). Überhaupt: Diese Steuerung. Wie kann ein solches Spiel eine derart unnötig komplizierte Steuerung haben? Beispiel: Verschlossene Türen können nicht einfach mit einem passenden Schlüssel geöffnet werden. Nein, man muss den Schlüssel auswählen, ihn in Schloss stecken, mit dem linken Stick drehen und dann erst öffnet sich die Tür. Das mag zwar realistisch sein, ist aber auf keinen Fall spaßig. Dass das Spiel in der First-Person-Perspektive dargestellt wird, mag ja okay sein, oft verliert man aber dennoch den Überblick, Kletterpassagen werden ungenau und – das allerschlimmste – ich habe nie das Gefühl, wirklich durch Rom zu laufen, denn die Kamera schwebt einfach nur durch die Räume. Immersion kommt da nicht auf und was für einen reinrassigen Shooter absolut geeignet ist, scheint mir bei einem Abenteuer eher nicht so passend. Schade. Ich hatte mich so sehr auf ein neues Indy-Abenteuer gefreut.
By the way, liebe Spielehersteller: Müsst ihr jedesmal das Rad neu erfinden, wenn es um die Steuerung geht? Könnt ihr nicht mal erprobte Mechaniken aus anderen erfolgreichen Spielen einfach übernehmen? Muss ich denn für jedes Spiel immer wieder erst alles neu lernen? Und: Muss es denn immer so überkomplex sein? Ich möchte das Spiel genießen können und mir nicht auf die Schulter klopfen, dass ich nach 3 Wochen Training 300 Tastenkombinationen und Kombos im schlaf kann.