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  • Star Wars Episode 9: Der Aufstieg Skywalkers

    Wenn man über einen Film schreiben möchte, sollte man sich möglichst ein oder zwei Tage Zeit nehmen. Die Eindrücke verarbeiten und sacken lassen. Das Adrenalin und die Euphorie, oder aber auch die Wut abklingen lassen und rational beschreiben, weshalb der Film so großartig oder so schlecht war.

    Nichts davon funktioniert, wenn es um Star Wars geht. Ich komme gerade aus dem Kino und bin komplett euphorisiert, stehe unter Strom, der Kloß steckt mir noch im Hals und ich verarbeite all die Eindrücke, derer ich gerade Zeuge werden durfte. Star Wars kann man nicht rational beschreiben. Es ist nur pure Emotion. Kein vernünftiges Argument kann funktionieren, egal ob man Star Wars liebt oder hasst. So macht es auch keinen Unterschied, ob ich nun zwei Tage warte, um zu beschreiben, wie großartig ich die abschließende Episode fand und wie glücklich sie mich gemacht hat.

    Man merkt von Beginn an, dass es sehr viel zu erzählen und zu klären gibt. Der Film lässt dem Zuschauer keine Minute Pause. Und könnte man noch unterstellen, dass man dadurch keine Zeit bekommt, Logiklöcher oder Scriptfehler zu entdecken, so liegt der Grund tatsächlich an der Menge des Stoffs. Und dem jederzeit spürbaren Willen, Fan-Service zu betreiben und wirklich alles, alles hinein zu packen, was Fans an Star Wars lieben. Es kommt nichts zu kurz: Laserschwertkämpfe, Weltraumschlachten, exotische Planeten und noch exotischere Wesen. Amüsante Kabbeleien, philosophische Gespräche über die Macht und das obligatorische „Ich habe da ein ganz mieses Gefühl“. Jeder liebgewonnener Charakter, ob lebend oder tot, hat seinen Moment. Und darüber hinaus bietet der Film noch einige Twists, die man nicht unbedingt kommen sah (und eventuell sogar etwas an den Haaren herbei gezogen waren).

    Star Wars Fans sind leider nie zufrieden zu stellen und ich ahne bereits jetzt – ohne IMdB oder Rotten Tomatoes aufgerufen zu haben, dass sie den Film mehrheitlich hassen werden. Denn er bietet zu viel altbekanntes und gleichzeitig zu viel Neues. Kritiken, die man bereits von Episode 7 kannte (War nur ein Remix der alten Trilogie) und von Episode 8 (War nicht mehr das Star Wars, das jeder kennt). Auch Episode 9 bietet Momente, die man so oder ähnlich schon in allen Teilen zuvor gesehen hat und wagt es manchmal nicht, noch etwas mutiger zu sein. Und das muss sie auch nicht.

    Star Wars ist ein Gefühl, ein phantastisches Märchen, das uns seit 40 Jahren wie eine liebgewonnene Decke wärmt und uns ein wohliges Gefühl gibt. Uns die Magie spüren lässt, die wir schon damals im Kino gespürt haben. Und ich für meinen Teil möchte eine kuschelige Decke nicht immer wieder aufs Neue erfunden haben. Episode 9 bietet alles, was man an Star Wars liebt (wenn man es liebt) und was mehr könnte man von einem Star Wars Film verlangen?

    Der Aufstieg Skywalkers ist der perfekte Abschluss der Filmreihe, verknüpft alle losen Enden miteinander, bringt die Geschichte zu einem wundervollen Ende. Und wer in der Schlussszene keinen Kloß im Hals hat wie ich, der hat entweder kein Herz oder Star Wars nie geliebt.

  • Deutschland, deine Untertitel

    In sogenannten „Reality-Shows“ im privaten Fernsehen ist es gang und gäbe, Untertitel einzublenden, wenn die Darsteller trotz aller Bemühungen nicht zu verstehen sind. Dies passiert gerne, wenn sie aus dem entferntesten Süden, Osten, Norden oder Westen des Landes stammen. Ich kann ein Lied davon singen. Auch mich versteht niemand, wenn ich im Dialekt meiner Heimat spreche. Gesamtdeutschland versteht seine Einwohner nicht und Untertitel helfen dabei.

    Deutschland hat eine gut gepflegte Synchronisationskultur, weshalb es schwer ist, Filme im Originalton im Kino zu sehen. Seit es Streaming Dienste gibt, ist es ein Leichtes, die Sprache fast jeden Films oder Serie jederzeit umzuschalten und, falls notwendig, den passenden Untertitel dazu einblenden. Eventuell sogar einen anderssprachigen Untertitel, um die Sprache zu lernen oder zu vertiefen. In Ländern wie zum Holland oder der Schweiz ist es übrigens ganz normal, Kinofilme im Originalton zu zeigen. Und auch dort helfen Untertitel.

    Nun sind deutsche Synchronsprecher in den meisten Fällen sehr gut ausgebildete Profis, was dazu führt, dass synchronisierte Filme meist klar und deutlich zu verstehen sind. Da wird nicht geflüstert, da wird nicht genuschelt, und falls doch, dann immer so, dass der Zuschauer es weiter versteht. Leider fehlt es so manchem deutschen Schauspieler an dieser Kunst. Zuletzt beobachtete ich dies bei dem recht starken Film „Aus dem Nicht“ von Fatih Akin mit Diane Kruger (Krüger?) in der Hauptrolle. Ohne deutschen Untertitel waren viele Dialoge einfach unverständlich. Da wird gemurmelt, gestammelt, geheult, dass die Hälfte der Handlung verloren geht. In einer Szene blendete der Untertitel gar folgendes ein: „[Birgit flüstert etwas unverständliches]“ Also wenn es selbst der Untertitel nicht versteht…

    Wie kommt es dazu? Legen weder Regisseur, Tontechniker und Schauspieler Wert darauf, gut verstanden zu werden? Würde es den Realismus zerstören, wenn eine Figur sich jederzeit deutlich ausdrücken würde? Was würde passieren, wenn man so manchen deutschen Film oder Serie synchronisieren würde? Mit Profis, die wissen, wie man Emotionen und Atmosphäre „rüber bringt“, auch wenn die Szene in möglichst undankbarer Umgebung spielt oder möglichst realistisch und lebensnah sein soll? Ich werde es wohl nie erfahren. Dafür freue ich mich aber, immer wieder zu Untertiteln greifen zu können, wenn ich etwas nicht verstehe.

  • Ein Einblick in Apples Photo App

    Apple stellt seit einiger Zeit ein PDF-Dokument unter dem Namen „Photos Tech-Brief“ bereit, das einen recht spannenden Einblick gibt, wie die Photos App im Hintergrund arbeitet. Wer sich für Machine Learning interessiert, dürfte hier ein paar interessante Informationen finden, die nicht zu sehr in die Tiefe gehen, aber verdeutlichen, wie viel künstliche Intelligenz am Werk ist.

    So wird beispielsweise erklärt, wie die Photos App „Gerümpel“ erkennt und aus der normalen Ansicht ausblendet, indem z.B. Szenen, Kompositionen, Gesichter, Tiere und die Aufnahmequalität für eine Entscheidung geprüft werden. Damit werden schlechte Schnappschüsse oder Bildschirmfotos als nicht relevant erkannt. Zudem wird ein sogenannter „Knowledge Graph“ erstellt, um passende Rückblicke zu generieren:

    Photos analysiert die Fotobibliothek eines Benutzers und verbindet und korreliert Daten von seinem Gerät, um personalisierte Funktionen in der gesamten App bereitzustellen. Diese Analyse liefert einen privaten, geräteeigenen „Knowledge Graph“, der interessante Muster im Leben eines Benutzers identifiziert, wie z.B. wichtige Personengruppen, häufige Orte, vergangene Reisen, Ereignisse, das letzte Mal, wenn ein Benutzer ein Foto von einer bestimmten Person gemacht hat, und vieles mehr.

    Und in die Faszination der Technik mischt sich dann auch immer gerne ein wenig Grusel darüber, wie gut uns diese kleinen Maschinen auf unserem Schoß oder in unseren Händen bereits „kennen“ und Verbindungen herstellen können. Denkt das nächste Mal daran, wenn ihr eure Fotos durchstöbert.

  • Das Steckdosen-Kind

    In einem kleinen, verschlafenen Dörfchen im sommerlichen Südtirol wartete ein Paar an der Rezeption eines Hotels darauf, auschecken zu können. Die Gastgeber waren gerade unterwegs. Stattdessen stand eine Mitarbeiterin des Spa-Bereichs an der Rezeption und lächelte so freundlich wie nutzlos. Das Paar stand ebenso nutzlos herum, stützte sich auf den gepackten Koffern ab und sah sich ein letztes Mal in dem Hotel um, das ihnen einige Tage lang als angenehme Unterkunft gedient hatte.

    Ihr Blick fiel auf ein kleines Kind, einen Jungen, mit voluminösem, braunen Haar. Er mag vielleicht 1 bis 2 Jahre alt gewesen sein, hockte auf dem Boden neben der hoteleigenen, schläfrigen Dogge und spielte. Vermutlich spielte er „Elektriker“, denn seine volle Aufmerksamkeit galt der Steckdose in der Wand. Konzentriert versuchte er, die Dose zu öffnen oder zumindest seine kleinen Finger in die „Schweinsnase“ zu stecken. Die Dogge ließ das kalt und gähnte.

    Auch die Spa-Mitarbeiterin ließ es kalt, denn als das Paar mit leichtem Entsetzen den Blick von dem Jungen auf die Frau wandte, stand sie weiterhin lächelnd da und beobachtete das Kind ebenfalls. Reglos. Dann sah sie auf und begegnete dem Blick des Mannes. Er sagte: „Sollte man das Kind nicht besser davon abhalten?“ Die Mitarbeiterin schien anderer Meinung oder hatte vielleicht die Frage nicht verstanden. Vielleicht hasste sie das Kind. Oder ihren Chef. Vielleicht war sie aber auch eine Hexe, oder schlimmer noch, die Dienerin des kleinen Jungen, der als Sohn des Satans in diesem Haus lebte, stets bewacht von der Höllen-Dogge und der Satans-Braut. Er hieß vermutlich Damien.

    Die Mitarbeiterin lächelte ungerührt weiter und die Frau des wartenden Paares sprang auf, nahm sanft den Arm des kleinen Jungen und zog ihn vorsichtig aus der Steckdose. Er wehrte sich nicht, sein Blick war allerdings so missbilligend, wie es seine noch eingeschränkte Mimik zuließ. Die Dogge drehte sich gelangweilt um. Sogleich eilten aufgeregte Herrschaften herein. Die Gastgeber, die dankend ihren kleinen Jungen in Empfang nahmen und in eine andere Ecke setzten. Die Spa-Mitarbeiterin lächelte weiter, als das Paar das Hotel verließ.

    Einige Monate später erhielt das Paar eine faltbare Postkarte des Hotels. Übliche Werbepost, die an alle ehemaligen Gäste verschickt wurde. Darauf zu sehen, Impressionen des Hotels, gestellte Spa-Fotos, Berge, gut aussehende, solvente Paare in Bademänteln in großzügigen Zimmern und… ein Foto der Familie. Zu ihren Füßen: das Steckdosen-Kind.

    Das Paar dankte der Familie mit einem freundlichen Antwortbrief. Und der las sich so:

    „Sehr geehrte Familie Hotel-Gastgeber aus Süditrol. Vielen Dank für Ihre freundliche Postkarte. Wir haben uns ausserordentlich darüber gefreut, dass der kleine Junge noch lebt und offenbar bei bester Gesundheit ist. Er scheint keine weiteren Steckdosen untersucht zu haben, bzw. muss den Schlag wohl gut überstanden haben. Wir fragten uns bei der Heimreise, ob es sich hierbei vielleicht um eine Südtiroler Tradition handeln könnte, kleine Kinder mit 230 Volt zu erschrecken. Falls wir uns irren, senden wir Ihnen anbei einen Steckdosen-Schutz, damit kleine Kinderfinger keinen Schaden mehr nehmen können. Bitte beachten Sie anbei auch den Amazon-Link zu weiteren Steckdosen-Schutzvorrichtungen und eine kleine Anleitung zur Wiederbelebung von Kleinkindern. Wir hoffen, die Dogge und Spa-Mitarbeiterin sind ebenfalls wohlauf, lächeln oder gähnen. Mit freundlichen Grüßen verbleiben wir. Das Paar.“

  • Trailer Parade: Tenet, Top Gun 2, A Quite Place 2

    Lange und sehnsüchtig erwartet erschien heute der erste richtige Trailer zum neuen Film von Christopher Nolan namens Tenet. Zur Story ist bislang noch sehr wenig bekannt. Der Trailer zeigt einige eindrucksvolle Szenen, verrät rein gar nichts, gibt aber einige eindeutige Hinweise, worum es sich drehen könnte. Der Soundtrack drückt gewaltig und stammt mal nicht von Hans Zimmer. Visuell wie Storytechnisch erwarte ich ein weiteres Meisterwerk.

    Tom Cruise macht mal wieder, was er mittlerweile offenbar am besten kann: Handgemachte Action, im Trailer zu Top Gun: Maverick, dem Nachfolger des Actionkrachers aus den 80ern. Inszeniert von Joseph Kosinski, der zuvor Tron 2 und Oblivion gedreht hat, erwarte ich ein visuelles Spektakel, das natürlich mehr von seinen sensationellen Aufnahmen als von tiefgründiger Story lebt. Das wird ein Kino-Spaß.

    Ich habe „A Quite Place“ geliebt und damals jeden gehasst, der es wagte, während der Vorführung im Popcorn-Eimer zu wühlen oder in ein Nacho zu beißen. Bislang gibt es nur einen kurzen Teaser zur Fortsetzung, der aber haargenau den Ton des Vorgängers zu treffen scheint. Kein Wunder, denn alle sind wieder mit dabei, wenn auch Emily Blunts Ehemann John Krasinski diesmal nur noch hinter Kamera steht. Aus Gründen.

    https://www.youtube.com/watch?v=QbynQn2_0RU&feature=youtu.be
  • Sascha Lobo liebt die Bahn fast so sehr wie ich

    Sascha Lobo schreibt in seiner Spiegel Online Kolumne am 11.Dezember eine (nicht ganz vorbehaltlose) Liebeserklärung an die Bahn. Dem, wie er es nennt, wunderbarsten Verkehrsmittel der Welt. Und geht danach auf Kommentare zu seiner Kolumne im Debatten-Podcast ein (hier), erklärt und vertieft einige seiner Argumente.

    Wenig überraschend konnte ich beim Lesen und Hören des Herrn Lobo nur zustimmend nicken. Denn mit so gut wie allem hat er Recht. Die Fakten sind gut recherchiert und seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen treffen aus meiner Sicht ins Schwarze. Man spürt die Ehrlichkeit seiner Liebeserklärung und gleichzeitig auch den leicht bitteren Nachgeschmack, jemanden oder etwas trotz seiner Fehler zu lieben.

    Persönlich kann ich das gut nachvollziehen, denn ich liebe die Bahn bis heute. Tat es schon von Kindheit an und hörte nie damit auf. Wie hier und da schon erwähnt, war ich lange Zeit selbst Lokführer bei der deutschen Bahn, fuhr Güterzüge, Regionalzüge, Intercitys und später auch ICE zwischen Basel und Frankfurt. Und ich erlebte hautnah, wie ein Unternehmen durch falsche Entscheidungen und Sparkursen nach und nach zerstört wurde.

    Als ich Mitte der 90er Jahre meine Ausbildung zum Lokführer begann (und davor noch eine damals obligatorische technische Ausbildung absolviert hatte), stieg ich auf dem Höhepunkt der Umstrukturierung ein. So hatte ich beispielsweise einen möglichen Beamtenstatus nur um Monate verpasst und wurde ganz normaler Angestellter mit tariflicher Bezahlung eines zukünftigen Aktienunternehmens (das ab sofort nicht mehr Bundesbahn genannt werden durfte).

    Es war pures Glück dass ich, wenige Monate nach Bestehen meiner Prüfung, dem Fernverkehr zugeteilt wurde. Eine der drei möglichen Lokführer-Gruppierungen, neben dem Regional- und Güterverkehr. Plötzlich war es einem Lokführer nicht mehr möglich, unterschiedliche Züge, Lokomotiven und Strecken zu befahren. Beim Güterverkehr fuhr man den Rest seines Lebens nur noch Güterzüge. Wurde man wie ich dem Fernverkehr zugeordnet, hatte man zumindest noch die Aussicht, Autoreise- und Nachtzüge zu bewegen und dereinst auf Intercity und ICE ausgebildet zu werden.

    So kam es in meinem Falle, bis ich, im Alter von knapp 30 Jahren, den Höhepunkt erreicht hatte und regelmäßig ICE fuhr. In der ganzen Zeit wurden um uns herum Strecken stillgelegt, Verbindungen gestrichen, Personal eingespart und Schichten verlängert. Es wurden Weichen (oder nur deren Heizung) ausgebaut, Überholgleise entfernt und Lokomotiven aus den 1950er Jahren eingesetzt. Bis in die 2000er hinein bewegten wir Material, das über ein halbes Jahrhundert alt war, auf Material, das ein ganzes Jahrhundert alt war. Werkstätten und Kantinen wurden geschlossen, Betriebsstätten, Ruhe- und Pausenräume entfernt, Bahnbetriebswerke verkleinert und auch dort wichtiges Wartungs- und Reinigungspersonal entlassen oder nicht neu eingestellt.

    Eines erlebte ich in der ganzen Zeit allerdings nie: dass die Bahn-Angestellten, die Kollegen, sich davon hätten unterkriegen lassen. Als eingeschworene Gemeinschaft stand man hinter der Bahn. Vom Lokführer, über die Zugführer und Schaffner, von den Disponenten, den Fahrdienstleitern und den Bahnhofsvorstehern, den Kollegen in den Speisewagen, den Rangierern, bis hin zu den Reinigern, Werkstattmitarbeiter und Ansagerinnen. Wir alle waren die Bahn. Wir alle standen aus einem bestimmten Grund morgens (mittags, Abends, Nachts, an Heiligabend und Silvester) auf. Wir motzten darüber, was aus unserer Bahn geworden war und was „die da oben“ jetzt wieder für bescheuerte Pläne geschmiedet hatten, um uns das Leben schwer zu machen. Doch jeder Bahner tat sein Bestes.

    Sascha Lobo beschreibt, wie die Bahn auf den Rücken der Angestellten zerstört wurde und hat Recht damit. In meiner Laufbahn kannte ich kein Beispiel, wo ein Kollege aus Frust über die Bedingungen nicht dennoch versucht hätte, pünktlich und freundlich zu sein. Ich bin mir sicher, dass sich daran bis zum heutigen Tag auch wenig geändert hat. Und ich wünsche mir sehr, dass sich dies in Zukunft auszahlen wird. Dass die Bahn wieder den Stellenwert erhält, den sie haben sollte. Als zuverlässiges, günstiges Verkehrsmittel. Als beste Alternative zum Auto, zum Fernbus, zum Flugzeug.

    Ich liebe die Bahn. Wahrscheinlich etwas vorbehaltloser als Herr Lobo. Ich freue mich auf meine nächste Zugfahrt (natürlich an Weihnachten). Und sollte dabei doch etwas schief gehen, werde ich wissen, warum das so ist. Ich werde wissen, dass viele Menschen eifrig daran arbeiten, das Problem zu beheben. Und ich werde entspannter und glücklicher ankommen, als wenn ich mich mit 300.000 anderen Wahnsinnigen auf die Autobahn gequetscht hätte.

  • Blue Monday Remix aus dem Wonder Woman 1984 Trailer

    Muss ich jetzt einfach hier reinpacken: Der sensationelle Blue Monday Mix aus dem Wonder Woman 1984 Trailer von Sebastian Böhm in der 6:17 Min Version. Gönnt euch.

    https://www.youtube.com/watch?v=ifaSc6Xftjk

    Dank an Chris fürs finden.

  • Oddworld: Abe’s Oddysee

    Interessante Doku von Ars Technica über das PlayStation 1 Game Oddworld: Abe’s Oddysee. Das Spiel erschien 1997 und ich habe es geliebt, ob seiner phantastischen Präsentation, der Atmosphäre, der verrückten (Spiel-) Ideen. Es war eines der ersten Spiele, die ich komplett durchgespielt habe. Zweimal.

    Nach Oddworld: Abe’s Oddysee entstand ein gewisser Hype um die Hauptfigur Abe. Natürlich wurden Fortsetzungen produziert, Filme geplant und selbst vor einem Musikvideo von Music Instructor blieben wir nicht verschont. Während mich der Nachfolger noch genauso begeisterte wie der erste Teil, ließen mich die weiteren Oddworld-Spiele leider kalt. Das 3D-Setting wollte das alte Flair nicht aufkommen lassen. Und rückblickend gesehen, sind Teil 1 und 2 auch besser gealtert.

    Hier also die Entstehungsgeschichte des Originals:

  • Autos klingen jetzt wie in Science Fiction Filmen

    Spätestens jetzt sind wir in der Zukunft angekommen. Wir haben zwar den Termin aus „Zurück in die Zukunft“ und somit die Hoverboards verpasst und auch der Tag des Bladerunners kam und ging und niemand fliegt mit seinen Autos durch ein dystopisches Los Angeles.

    Aber jetzt ist Zukunft. In wenigen Monaten fahren nur noch E-Autos auf Deutschlands Straßen. Und sie alle werden klingen, wie man es aus einschlägigen Science-Fiction Filmen gewohnt ist: mit knackigen „Swooosh“- und „Zooom“-Lauten. Seit Juli 2019 ist ein künstliches Fahrgeräusch für neu zugelassene E-Fahrzeuge vorgeschrieben, damit man sich als Fußgänger nicht zu Tode erschrickt, wenn sich die Teile von hinten anschleichen.

    Im Falle des ID.3 von VW, dem elektrischen Golf-Nachfolger, wurde dafür zusammen mit Leslie Mandoki (kennen die Älteren von uns noch von Dschingis Khan, arbeitet aber als Komponist insbesondere mit Unternehmen an ihrem Sound-Branding) ein entsprechendes Sample produziert. Das Geräusch erklingt beim An- und Rückwärtsfahren bis zu 30 km/h.

    Und ja, so müssen Zukunfts-Autos klingen:

  • S(F)UV

    Neulich, auf einer beliebigen Landstraße in Deutschland: Ich stehe in einem Stau vor einer großen Kreuzung. Vor mir: ein SUV einer beliebigen Automarke. Fett, breit, hoch. Genau in meiner Augenhöhe die Rücklichter des Wagens, die sich wie Laserschwerter in meine Augen brennen. Hinter mir: ein SUV einer beliebigen Automarke. Ebenfalls in meiner Augenhöhe: die Scheinwerfer des Wagens, die sich in meinem normalgroßen PKW ein Laserschwert-Duell liefern. Mit beeindruckenden Effekten in meinem Rückspiegel.

    So oder so ähnlich dürfte es mittlerweile auf jeder beliebigen Landstraße in Deutschland zugehen. SUVs wohin man blickt. Von Umweltschutz, Energiewende etc. keine Spur. Die Teile verkaufen sich so gut wie nie zuvor. Und ohne jetzt die üblichen Gags und Witze zu bringen (denn das Lachen ist mir hier längst vergangen), stelle ich die Frage, was das eigentlich soll.

    Leute, was stimmt nicht mit euch? Was bringt euch dazu, genau das Gegenteil dessen zu machen, was wir jetzt eigentlich alle tun sollten? Was bringt euch dazu, solche Panzer zu kaufen? Weil der Nachbar auch einen hat? Weil alle anderen auf der Straße einen haben und man sich mittlerweile in normalgroßen Autos schon unsicher fühlen muss und keinen Überblick mehr hat (und vorausschauendes Fahren unmöglich wird)? Weil – und das ist immer mein Lieblingsargument – ihr sonst nicht alles transportieren könnt?

    Das heißt, ihr seid alle Förster, Extremsportler, Handwerker, Forscher oder habt andere spannende Berufe und/oder Hobbys, die viel Equipment benötigen? Nicht? Dann habt ihr täglich mehrfach 7 Kinder durch die Stadt zu fahren? Ach, auch nicht? Und in ein SUV passen ebenfalls nur 5 Personen bequem hinein, wie bei jedem anderen Auto auch? Aber dann MÜSSEN es doch die unfassbaren Mengen an Einkäufen sein, die man als Hausfrau täglich besorgen muss (Verdammt, jetzt habe ich den alten Witz doch gemacht).

    Oder ist es die einfachste aller Antworten: Ihr wollt euren Mitmenschen, der Umwelt und euren Nachkommen einfach ein möglichst großes und gepflegtes „Fickt euch!“ entgegen rufen. Glückwunsch. Neben einem Hummer gibt es dafür wohl kein besseres Vehikel als eure S-FU-V.

  • Origami Millennium Falcon

    Diese Woche startet die von mir sehnlichst erwartete Star Wars Episode 9, „Der Aufstieg Skywalkers“ in den Kinos. Passend dazu, und um die Wartezeit bis zur Premiere zu verkürzen, könnt ihr mit der unten stehenden Anleitung den Millennium Falken als Origami Model basteln. Wenn das nicht auch ein perfektes Weihnachtsgeschenk ist?

    Quelle: Star Wars Origami

  • TL;DW

    Das Internet ist reich an Informationen und jede Frage in Minutenschnelle beantwortet. So nicht nur die bisherige Theorie, sondern auch die gelebte Praxis für viele glückliche Jahre. Frag Google, lies bei Wikipedia. Wissen war rasch gefunden und schnell konsumiert.

    Als dann Generation Youtube auf den Plan trat, änderte sich etwas. Lineares Fernsehen (und Radio) war out, das Programm fand mit einem Mal im Netz statt. „Youtuber“ wurden zu Stars, eigene Shows, Programme und Plattformen erwuchsen aus diesem Befreiungsschlag, der Videos plötzlich nicht mehr nur von Profis bereitstellen konnte. Und bald wollte jeder dazu gehören. War es doch so leicht, seine Kamera anzuschalten und einfach mal zu machen. Wie wunderbar.

    Heute, an der Schwelle zum Jahr 2020, lässt sich allerdings eine Trendwende beobachten. Ebnete Youtube zuvor noch den Weg für spannende Projekte, Experimente, persönliche Einblicke von mutigen „Darstellern“, verkommt das Format Video mehr und mehr zum Ramschladen für jegliche Information. Sei sie noch so klein und noch so ungeeignet, um sie als Bewegtbild zu präsentieren.

    Dieser Trend führt dazu, dass eine Google-Suche immer öfter Video-Beiträge auf Youtube oder anderen Plattform als bestes Ergebnis liefert. Klickt man diese Videos an, sieht man gerne mal ein Hintergrundbild, hört nervtötende Musik (warum immer Hard-Techno?) und folgt einer Laufschrift, die langsam über den Schirm zieht. Oder man liest pure Texttafeln, die sich peinlich animiert abwechseln. Hat man Pech, ist es nicht einmal möglich, einen Text zu lesen, sondern muss ihn maschinengeneriert vortragen lassen.

    Um dann nach 5 Minuten zu bemerken, dass das Video die versprochene Antwort nicht liefern wird. Eine Erkenntnis, die man nach 30 Sekunden Text scannen und überfliegen deutlich schneller gewonnen hätte.

    Too long; didn’t watch!

    Woher kommt dieser Trend? Warum belästigt mich mittlerweile jede zweite Webseite mit (meist automatisch startenden) Videos, die mir umständlich und langwierig einen Inhalt erzählen, den ich auch durch schnelles Lesen erfahren hätte? Sind Klickraten auf Youtube so wertvoll, dass sich das lohnt? Geht es nur darum, möglichst schnell viel Geld zu machen?

    Denn vielen dieser Anbieter ist eine persönliche Note oder gar eine Agenda völlig gleich. Niemand tritt auf, niemand spricht. Der Content ist bewusst extrem billig und viel zu lang produziert, immer auf Gewinnmaximierung ausgelegt. Hauptsache klicken und Werbung einblenden. Inhalt ist zweitrangig, Lernen irrelevant, Weitergabe unerwünscht.

    Werden bei Reddit Videos mit vermeintlich interessantem Inhalt verlinkt (zum Beispiel Listen à la: Die 11 besten Tipps für dein iPhone 11), listet bereits der erste Kommentar unter dem Artikel die in dem Video besprochenen Inhalte auf. Die dann in 20 Sekunden gelesen und verarbeitet sind. Danke. Mehr wollen wir doch nicht.

    TL;DR: Packt nicht jede noch so kleine Information in unnötige, hässliche und viel zu lange Videos, sonst heißt es bei mir sofort TL;DW.

  • Ghosting, als es Ghosting noch nicht gab

    Unter Ghosting versteht man – in knappen Worten – den überraschenden und völligen Kontaktabbruch von Freunden oder Geliebten. Von heute auf morgen sind diese Menschen von der Bildfläche verschwunden, nicht mehr zu erreichen und quasi nur noch ein Geist. Der Begriff Ghosting existiert seit ca. 2015. Dass dieses Verhalten überhaupt zu einem Phänomen wurde, dem man einen Namen geben musste, dürfte vermutlich dem Internet, Social Media, Tinder und Co. und den ganzen Verlockungen, Ablenkungen und Möglichkeiten zu verdanken sein. Und der Tatsache, dass man, trotz ständiger Verfolg- und Erreichbarkeit genau dies bewusst unterbinden und verwehren möchte. Mir selbst ist dies erst vor kurzem mit „guten Freunden“ passiert. Eine Erklärung für das Ghosting blieb bis heute aus. Aber letztlich ist das ja genau das Prinzip.

    Früher™ gab es sowas nicht. Oder etwa doch? Ich kann mich an einige Lieb- und Bekanntschaften erinnern, die irgendwann einfach nicht mehr da waren. Dabei handelte es sich meist um einen schleichenden und/oder nicht überraschenden Prozess. Man einigte sich im Stillen darauf, keinen Kontakt mehr zueinander zu pflegen. Selbst wenn es schmerzhaft war. Aber hat man im vergangenen Jahrhundert einfach kommentarlos und völlig willkürlich den Kontakt zu jemandem abgebrochen? Ohne als Entschuldigung wenigstens den Tod oder Schlimmeres anführen zu können?

    Für mich hat Ghosting aber noch eine andere Bedeutung. So ist es mir unerklärlich, wie Menschen heutzutage einfach nirgendwo stattfinden können. Weder bei Google, Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Tumblr, Youtube, Xing, Linkedin oder wenigstens Etsy, dem Telefonbuch oder ebay auffindbar zu sein, ist einfach unglaublich. Entweder sind einige Menschen niemals online, oder wissen sich bestens zu verstecken.

    Aus meiner Vergangenheit gibt es Menschen, über deren Leben ich gerne mehr wüsste. Egal aus welchen Gründen der Kontakt damals abgebrochen wurde, mittlerweile ist so viel Zeit vergangen, dass ich mir eine Kontaktaufnahme wünschen würde. Selbst wenn es nur eine Bestätigung für die damalige „Trennung“ wäre. Was ist aus diesen Menschen geworden, mit denen man tage- und nächtelang gelacht, geweint, gefeiert, getröstet, gefiebert und vielleicht auch gestritten hat? Mit denen man sehr lange sein Leben geteilt hat?

    Und die andere Frage: Suchen sie mich hin und wieder? Ich bin nun wahrlich nicht schwer im Netz zu finden und war eine Zeitlang auf quasi jeder Social Media Plattform aktiv. Mittlerweile ist es ruhiger geworden und obwohl ein gleichnamiger Autor stets weit vor mir die Suchergebnisse blockiert, bedarf es nur weniger Minuten, alle meine Accounts zu finden. Inklusive diesem Blog. Suchen und lesen sie mich? Oder bin ich raus aus ihrem Leben, wie ein Geist, den man nie wieder in seinem Haus haben möchte?

    Falls ihr das lest: Liebe Grüße. Ihr wisst, dass ich euch meine.

  • Auto Supertrumpf der anderen Art

    Als ich noch jung war™ , spielten wir regelmäßig Quartett. Flugzeuge, Züge, Schiffe, Trucks, Motorräder und selbstverständlich Autos galt es in diesem Kartenspiel in den unterschiedlichsten Kategorien zu vergleichen. Wer hatte die jeweils schnellste, größte, längste, stärkste Leistung, Länge, Geschwindigkeit, Beschleunigung, was-auch-immer. Gegenspieler, deren Karte in der genannten Kategorie einen schlechteren Wert hatten, verloren die Karte, so lange, bis ein Spieler alle Karten besaß und somit gewann. So brachten wir die Sommertage im Schwimmbad zu, wenn wir nicht im Wasser oder an der Süßigkeiten-Bude waren.

    Ich musste allerdings so alt werden™, um zu erfahren, dass das von uns schlicht „Quartett“ genannte Spiel in Wahrheit Supertrumpf heißt. Im Volksmund sagte man Auto-Quartett, weil dies die damals beliebtesten Karten waren. Ich komme darauf, weil ich ein Auto-Supertrumpf der etwas anderen Art erleben durfte. Die beiden Spieler versuchten, sich mit den besten Werten ihrer eigenen Autos zu übertrumpfen. Und das ging ungefähr so:

    Spieler 1: „Also an meinem Auto quietschen schon seit Monaten die Bremsen.“

    Spieler 2: „An meinem Auto quietscht dafür während der Fahrt ständig etwas.“

    Spieler 1: „Aber an meinem Auto lassen sich die Scheiben nicht mehr öffnen.“

    Spieler 2: „Dafür schaltet sich bei meinem Auto der Motor regelmäßig von alleine aus.“

    Spieler 1: „Und meinem Auto fällt immer wieder die hintere Tür ab. Auch während der Fahrt.“

    Spieler 2: „Das ist ja gar nichts. Mein Auto fängt immer wieder mal Feuer und brennt aus dem Motorraum.“

    Spieler 1: „Mir fliegen während der Fahrt alle vier Räder weg und das Dach explodiert in hohem Bogen davon.“

    Spieler 2: „Also… ich… mein Auto… okay, du hast gewonnen. Dein Auto ist beschissener als meins.“

    Spieler 1: „Ich hab zwar gewonnen, aber du darfst es gerne behalten.“

  • The Deep Sea Visualization

    Neal Agarwal, ein sehr kreativer Entwickler, hat auf seiner Seite Neal.Fun eine – wie soll man es beschreiben – Animation, Präsentation, interaktive Visualisierung der Tiefe der Ozeane namens The Deep Sea erstellt. Und das mit allen möglichen und unmöglichen Lebewesen darin. Warnung: Wenn man einmal damit begonnen, hinabzusteigen, kann man nicht mehr aufhören, bis man – SPOILER – den tiefsten Punkt erreicht hat.

    Ich habe dabei gelernt, dass es in den Untiefen der Ozeane Monster wie die japanese Spider Crab (3,8m Spannweite der Beine) oder den Headless Chicken Fish gibt. Für Menschen mit Thalassophobie eher ungeeignetes Wissen. Thalassophobie ist im Übrigen die Angst vor dem Meer (oder wahrscheinlich eher die Angst davor, was da so alles auf einen lauert). Ich bin ja immer wieder begeistert, welch überraschende Phobien manche Menschen haben. Siehe in diesem Artikel über Coulrophobie, der Angst vor Clowns. Übrigens einer der meistkommentierten Beiträge.

    Und jetzt taucht mal schön.

  • Trailer Parade: Ghostbusters, Wonder Woman 84, No Time to die, Free Guy

    Ghostbusters: Afterlife, oder Ghostbusters 3, wie ihn alle nenne werden (da die letzte Ghostbusters-Inkarnation einfach ignoriert wird). Geschrieben, produziert und inszeniert von Jason Reitman, Sohn von Ivan Reitman, der auch die ersten beiden Ghostbuster Filme schuf. Nun also eine Fortsetzung, 35 nach dem ersten Teil. Mir persönlich etwas zu warm, zu episch, zu wenig Komödie. Aber gut, dass noch nicht viel gezeigt wurde.

    No Time to die. Daniel Craig zum letzten Mal als James Bond 007. Großartige Bildsprache, sehr wenig Action (die dafür aber exzellent aussieht), dafür viel zu viel Story und Spoiler. Nach eher mauen Bonds freue ich mich auf den wieder sehr. Auch wenn ich diese Franchise-artige Verknüpfung von allem nicht so sehr mag.

    Free Guy. Ein normaler Kerl stellt fest, dass er ein NPC in einem GTA-ähnlichen Videospiel ist. Mit Ryan Reynolds. Mit diesen Fakten hatten sie mich schon. Und verloren mich mit dem Trailer. Was eine großartige Satire oder philosophische Parabel auf das Leben und die Realität a la Truman Show hätte werden können, scheint eher ein Spy Kids ähnliches Action-Gezappel zu werden. Nett für nen DVD-Abend (Nutzt man diesen Ausdruck noch?)

    Wonder Woman 1984. Ich hasse DC. Bis auf Man of Steel, Aquaman und Wonder Woman (alles mit Einschränkungen) könnte ich bei jedem DC Film schreien, so schlecht sind sie. Und dann kommt dieser Trailer und ich bekomme mein Grinsen nicht aus dem Gesicht. Er ist perfekt. 80er Jahre Setting, phänomenaler Blue Monday-Mix, perfekter Schnitt, gute Action Szenen, abgefahrene Bilder, toller Cast. Das könnte wirklich was werden. Ich möchte ihn lieben. Bitte, DC, verkackt es nicht.

  • Straßenbahn und Trolleybus in Aachen

    Wenn man, wie ich, im südlichsten Südbaden aufwuchs, kennt man lange Zeit nur zwei Großstädte: Basel oder Freiburg. Alles weitere ist weit entfernt. Beide Städte zeichnet bis heute eine starke Vorliebe für nachhaltigen öffentlichen Nahverkehr aus. So ist Freiburgs Stadtkern völlig autofrei und das Rad eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel. In Basel ist das bis auf wenige verkehrsberuhigte Zonen ähnlich. In beiden Städten gehören Straßenbahnen (in Basel seit 1895 in Freiburg seit 1901 und in beiden liebevoll „Trämli“ genannt) zum ganz normalen Alltag.

    Was Basel dabei seit meiner Kindheit einzigartig machte, waren sogenannte Trolleybusse. Wer das nicht kennt: Trolleybusse wirken und fahren wie normale Busse, tun dies aber rein elektrisch. Den Strom dafür beziehen sie wie Züge und Straßenbahnen aus einer Oberleitung und einem dazu gehörigen, sehr flexiblen Stromabnehmer. Also neben Straßenbahnen ein weiteres, emissionsfreies Angebot des Nahverkehrs, überall dort, wo keine Schienen liegen. Und das schon seit 1941. Aus purer Not wurde das System damals eingeführt, um der Rohstoffknappheit während des Krieges etwas entgegen setzen zu können. Leider wurden die Trolleybusse offenbar 2008 abgeschafft.

    Für mich gehörten Straßenbahnen und Trolleybusse immer zum Bild einer „Großstadt“ (wobei richtige Großstädte mit U- und S-Bahnen natürlich noch weit mehr Angebote haben). Umso ärgerlicher ist es, in einer Stadt zu leben, die nichts dergleichen zu bieten hat. In Aachen fahren ausschließlich Busse. Diesel-Busse wohlgemerkt. Und damit ist das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs auch schon ausgeschöpft. Bemühungen, Straßenbahnen oder Projekte wie eine „Campus-Bahn“ zu etablieren, scheiterten immer wieder.

    Gräbt man aber nur leicht unter der Oberfläche, entdeckt man schnell Dokumente, Filme und Zeitzeugenberichte, die Aachen in einem anderen Licht strahlen lassen. Nämlich mit einem dichten Straßenbahnnetz und – man höre und staune – Trolleybussen. Aachens Nahverkehr war bis zum Jahr 1974 elektrisch unterwegs. Das Straßenbahnnetz wurde ab 1895 (ähnlich wie in Basel) elektrifiziert, verband dabei sogar über Land die Stadt Aachen mit den umliegenden Ortschaften, Belgien und Holland und zählte im Jahr 1914 zum viertgrößten Straßenbahnnetz Deutschlands!

    Und heute ist Aachen eine reine Autostadt. Nur wenige Fußgängerzonen bieten Ruhe. Radwege sind so gut wie nicht vorhanden. Bäume werden gefällt, um weitere Parkplätze zu bauen. Diesel-Busse schieben sich durch die täglichen Staus und Baustellen der teilweise vierspurigen Straßen. Aachens Stickoxidwerte liegen seit Jahren über dem erlaubten Grenzwert, doch statt Verkehrswende probiert man lieber neue Straßenbeläge aus, die die Emissionen binden sollen. Und das in einer Universitätsstadt, die mit ihrer RWTH eine der renommiertesten technischen Hochschulen bieten kann, die Projekte wie den Streetscooter oder den eGo hervor gebracht hat.

    Wenn man, wie ich, in südlichsten Südbaden aufwuchs, blutet einem das Herz, wie wenig sich Aachen um das Wohlbefinden der Bewohner, um gute Anbindung, um moderne Nahverkehre, und um ruhige schöne, grüne Innenstädte kümmert. Und dabei hatte Aachen das schon alles. Schande.

    Wäre dies vielleicht eine Alternative?

  • Meine Märklin Modellbahn

    Schöner kleiner Artikel bei „brand eins“ zu meiner liebsten Modellbahn Marke Märklin. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit denke ich immer wieder nostalgisch an meine damalige Bahn, von der es heute nicht einmal mehr ein einziges Foto gibt. In meinem Kopf ist allerdings noch alles präsent. Zwei Züge fuhren gleichzeitig, begegneten sich in einem großen Bahnhof, durchfuhren Tunnel, überquerten Brücken und konnten bei Bedarf ein Betriebswerk anfahren.

    Die Anlage hatte Oberleitung und gleichzeitig besaß ich zwei Dampflokomotiven (Baureihe 01 und 050), die echten ( wohlriechenden) Dampf während der Fahrt ausstießen. Wenn ich das Zimmer verdunkelte leuchteten Züge, Signale, Straßenlaternen und Häuser um die Wetter. Güterzüge, Schnell- und Nahverkehrszüge waren unterwegs, wie auch Schienenbusse und ein exotisches, amerikanisches Diesel-Kraftpaket.

    Irgendwann, nach dem x-ten Umzug trennte ich mich schweren Herzens von der Bahn, baute alles ab, verpackte jedes Teil sorgfältig in Kartons und versuchte Jahre später eine neue Anlage in einem Kellerraum aufzubauen. Über den Rohbau- Status kam ich nie hinweg. Und seitdem lagern die Lokomotiven, die Waggons, die Häuser, Schienen und Signale und der originale Haltinger Wasserturm in den Kartons und werden hin und wieder zu Weihnachten hervor gekramt. Zuletzt vor zwei Jahren, wo meine Züge klappernd den Weihnachtsbaum umrunden konnten.

    Toll, dass es Märklin wieder gut geht und diese Traditionsmarke weiter großartige Modelleisenbahnen heraus bringen wird. Und ihre Strategie, dabei nicht nur auf Kinder, sondern auch auf eine weitaus solventere Klientel als bisher zu setzen (zu der ich leider nicht gehöre), klingt spannend.

    Und wer weiß? Vielleicht werde ich ja irgendwann wieder einen Keller, viel Zeit und Lust haben, meine Züge fahren zu lassen.

  • User Interface gone wrong

    Für mich als UX Designer sollte die Seite User Inyerface ein Alptraum sein. Ist sie aber nicht, weil sie sehr konzentriert zeigt, was so alles schief laufen kann, wenn man ein User Interface falsch gestaltet. Wir haben im Büro Tränen gelacht beim Versuch, den Ablauf komplett durchzugehen.