Wer kennt den uralten Haribo Werbereim nicht? „Haribo macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso.“ Den kann vermutlich jeder textsicher mitsingen. Genau wie auch den Bonduelle Song, der jetzt übrigens einen leicht abgewandelten Text hat und nicht mehr „Bonduelle ist das famose Zartgemüse aus der Dose“ heißt. Bestimmt gibt es sogar ein paar frühere Fernsehjunkies, die das Ültje Lied noch im Ohr haben: „Kaum steh ich hier und singe kommen sie von nah und fern“ usw.
(mehr …)Autor: Roger Graf
iTunes weiß, dass ich nicht traurig bin
Ich bin ein Mensch, der seine Musik nach der augenblicklichen Stimmung auswählt. Bin ich fröhlich, läuft bei mir auch fröhliche Musik. Bin ich aggressiv, höre ich etwas lautere Kost. Habe ich zu tun, lasse ich mich gern von bekannten Songs berieseln. Wenn ich schreibe, höre ich mit Vorliebe einen Score (wohlgemerkt keinen Soundtrack; beim Score handelt es sich um die Instrumentalmusik eines Films). Und wenn ich traurig bin, höre ich, wer hätte es gedacht, natürlich auch traurige Balladen.
(mehr …)Kabelsalat
In meiner Wohnung liegen zusammengerechnet etwa 8 Kilometer Kabel. Aber nicht geordnet und auf einer Trommel aufgerollt, sondern wild durcheinander, die verschiedensten technischen Geräte verbindend. Besonders hinter dem Schreibtisch und hinter der Heimkino-Anlage herrscht heilloses Chaos. Man muss sich nur einmal vorstellen, wie viele Kabel aus einem Verstärker kommen, um den perfekten Raumklang erzeugen zu können. Und mein Rechner hängt wie ein Patient auf der Intensivstation an einer Armada von Verbindungen.
Bisher habe ich das Chaos einfach verdeckt und zwischen Kabelwust und Schreibtisch ein Brett gestellt, damit mein Blick nicht ständig darauf fällt. Doch gestern brachte ich Ordnung in den Kabelsalat. Nunja, besser gesagt, ich verlagerte den Salat in einen Kabelkanal, den ich hinter dem Schreibtisch befestigte. Dieser Kanal beherbergt nun alle Strippen und ich gestehe, dass ich mir keine Gedanken darüber machte, ob es zu Problemen kommen könnte, wenn man Daten- und Stromkabel zusammenpackt (keine Ahnung, wie gut meine Kabel isoliert sind, welche Interferenzen auftreten können, welche Magnetfelder bei gebündelten Stromkreisen welche Netzwerkkabel beeinflussen können).
Vor kurzem durfte ich bei einem Stöckchen beantworten, auf welche technische Errungenschaft ich noch warte. Ich weiß es. Ich möchte ein vollkommen kabelloses Heim. Ich möchte, dass alle Geräte die ich besitze und mir zulege, kabellos miteinander kommunizieren können in einem sicheren, stabilen Netz, dass fehlerlos arbeitet, nicht angreifbar ist und auch keinen Elektrosmog ausstrahlt. Natürlich müssen die Geräte auch auf Stromkabel verzichten. Ich möchte das alles völlig Barrierefrei und einfach, ohne ein Gerät auf irgendeine Weise umstellen zu müssen funktioniert.
Zum Teil sind solche Verbindungen ja schon Gang und Gäbe. WLAN und Bluetooth, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch die Kabellose Stromübertragung ist meines Wissens schon vorhanden. Man kann bereits Kabellose Satellitenlautsprecher für den Surround Sound kaufen. Aber all das geht mir noch nicht weit genug. Zufrieden werde ich erst sein, wenn es im Baumarkt keine Kabelkanäle mehr zu kaufen gibt und ich nicht mehr über das Staubsaugerkabel stolpere oder mich ärgere, dass ich keinen USB-Anschluss mehr frei habe.
Der, die, das Duden macht uns schlauer
Na also. Manche Fragen werden doch irgendwann beantwortet. Hatte ich vor einem halben Jahr noch die Aufgabe gestellt, mir schlüssig darzulegen, weshalb es „das Blog“ und „der Podcast“ heißt, so ist im ersten Fall die Diskussion hiermit beendet. Der Duden hat, wie im Freundinnen-Blog zu lesen war, in seiner kommenden Ausgabe beschlossen, dass man ab sofort der Blog oder das Blog sagen kann. Wunderbar. Das ist doch mal diplomatisch. Die vielen Kommentare, die meine Frage aufgeworfen hatte sind hiermit für die Katz. Wie es beim Podcast aussieht weiß ich derzeit noch nicht, aber ich halte euch natürlich auf das, die, den, dem Laufenden.
via Basic Thinking
Meine Gedanken zur Fußball WM
Zeit, dass sich was dreht. Und wie es sich dreht. In ganz Deutschland. Und auch bei mir, denn ich bin im WM-Fieber. Und das, obwohl ich sonst eigentlich kein ausgemachter Fußball Fan bin. Aber diese Stimmung und Spannung zu ignorieren, ist fast unmöglich. Deutschland zeigt sich von seiner besten Seite. Eine berauschende Party jagt die nächste, eine losgelöste Stimmung zieht durch das ganze Land. Euphorie.
Niemandem entgeht dieses Wir-Gefühl, das bisher keine Kampagne und auch kein Ereignis so herbei zaubern konnte. Deutschland zeigt ein Nationalgefühl, ohne die sonst so übliche Scham oder einem schlechten Gewissen. Fahnen werden geschwenkt, die Hymne gesungen, alles ist schwarz-rot-gold. Noch habe ich so viele „Diplomaten Autos“ auf den Straßen gesehen. Selbst die Slogans zur WM passen. Die Welt scheint wirklich zu Gast bei Freunden zu sein.
Natürlich ist das Ereignis WM an sich schon eine große Sache, doch letztlich hat die deutsche Nationalmannschaft nicht unwesentlich zu diesem Freudentaumel beigetragen. Soviel Spielfreude, so ein Siegeswillen, so ein Zusammengehörigkeitsgefühl war bis jetzt eher selten zu sehen. Die Mannschaft hat das Zeug zum Weltmeister (und ich hatte von Anfang an einen Einzug ins Halbfinale stets vorher gesagt- jetzt mal gucken wie es weiter geht).
Die anderen Mannschaften überraschten auch. So wurden aus einigen Geheim-Favoriten Geh-Heim- Favoriten. England spielt öden Rumpelfußball. Brasilien ist überragend und auch schon beinahe arrogant, was ihnen hoffentlich demnächst zum Verhängnis wird. Holland bewies wieder einmal aufs Neue, dass sie in Sachen Fußball einfach eine an der Klatsche haben und möglichst von jedem Turnier fern gehalten werden sollten (auch Portugal spielte in jener Partie natürlich alles andere als zahm, aber da kann es sich doch nur um südländisches Temperament gehandelt haben und nicht um Schwachsinnigkeit).
Selbst die Songs zur WM begeistern. Wann hatte man denn alle Fußballlieder zuletzt so kompakt in den Charts stehen? Wann konnte jeder, aber auch wirklich jeder jede Textzeile mit gröhlen? Selbst die Kleinsten zählen 54,74,90,2006 (diesen Song werden wir bei der nächsten WM wieder singen können). Und Herbert Grönemeyer steuerte einen Song bei, dessen Refrain als schlicht genial gehandelt werden muss (schade, dass gerade im Mittelteil vieles von dem Schwung verloren geht – ich stelle mir immer vor, wie 70000 Menschen auf den Rängen stehen und darauf warten, dass Herbert seinen Sprechgesang endlich beendet hat und wieder „was dreht, was dreht“ gerufen werden kann).
Das Land steht ganz einfach Kopf. Und es dreht sich (was).
Ich frage mich, wo all die Nörgler sind, die schon vor Monaten Tag für Tag etwas zu meckern hatten. Die nie auch nur ein gutes Haar an der Mannschaft oder dem Teamchef lassen konnten. Sie alle sind verstummt, warten auf den ersten Fehler, ein Ausscheiden im Halbfinale, ein erneuter Vize-Weltmeistertitel. Nur um dann lautstark analysieren zu können, was Klinsmann alles falsch gemacht hat. Ich hoffe, man wird, egal wie die WM beendet wird, nicht mehr allzu sehr auf sie hören.
So wie man auch nicht auf die Totalverweigerer hören sollte. Wie nervig ist es, in diversen Blogs, Podcasts und Passanten-Interviews auf der Straße von Menschen zu hören, die die WM komplett boykottieren. Meist nur aus dem Grund um mit einer Kontrahaltung aus der Masse hervorzustechen (das sind die mit dem abgedroschenen Argument, Fußball sei ein blödes Spiel, bei dem 22 Männer dumm einem Ball hinterher laufen). Spaßbremsen. Ich finde die Tour de France auch öde (die kommt jedes Jahr und da fahren einen ganzen Mittag lang ein paar Männer Berge hoch und runter), aber das muss ich ja nicht jedem aufs Auge drücken. Diese Fußball WM ist für uns ein einzigartiges Erlebnis. Selbst schuld, wer sich da selbst verweigert.
Es wird wohl traurig werden, wenn am 10.Juli so langsam der Alltag wieder einkehren wird. Wenn jeder bemerkt, dass diese Party vorbei ist und wie nach jeder Party die Rechnung kommt. Wenn Deutschland nicht nur Deutschland, Papst und Fußballweltmeister ist, sondern eben auch ein Land, in dem eine große Koalition beschlossen hat, dem Volk soviel Geld wie möglich abzuknöfpen.
Wäre es nicht schön, wenn wir so lange wie möglich von dem jetzt herrschenden Gefühl zehren könnten? Wenn wir wie die Nationalteams umschlungen da stehen könnten? Für eine Sache, ein Ziel kämpfen?
Ich unterstelle Grönemeyer grundsätzlich Tiefsinn, selbst bei einem Laune und Mitsing-Lied wie dem aktuellen. Und so glaube ich auch hier, dass er mit dem Titel „Zeit, das sich was dreht“ nicht NUR die Fußball WM meinte.
Es wird Zeit, das sich was dreht. Es dreht sich. Wir müssen nur zusehen, dass es jetzt nicht mehr gestoppt wird.
Nachtrag: Soeben sind auch die Engländer aus dem Turnier geflogen. Wie schön kann es noch werden? (Ist eigentlich jemand auf die Idee gekommen Beckhams Kotze aufzusammeln um sie bei eBay zu ersteigern? Die sollte doch mehr Geld einbringen Lehmanns Kaugummi, oder?)
Salat mit Thunfisch und Thunfischsalat
Heute lernte ich den semantischen Unterschied zwischen Thunfischsalat und Salat mit Thunfisch kennen. Nach einem schönen Schwimmbadbesuch kehrten wir bei einem Italiener ein und ich bestellte, aus mangelndem Hunger und erwachtem Gesundheitsbewusstsein, einen Thunfischsalat. Erwartet hatte ich eine Schüssel mit leckerem grünen Salat, vielleicht hier und da eine Tomate, ein bisschen Zwiebel, möglicherweise eine leckere weiße Soße dazu und… einige Brocken Thunfisch. Bekommen habe ich einen Teller mit einem Haufen breiiger Thunfischmasse, garniert mit etwas Petersilie und einigen Zwiebelstückchen. Kann sich jemand an den Mr.Bean Sketch erinnern, in dem er aus Unwissenheit in einem Restaurant Tartar bestellt? Ungefähr so saß ich ebenfalls vor meinem Gericht.
Ich fragte die Bedienung, ob das wirklich mein Salat sei und sie bestätigte es mit den Worten „Ich dachte mir schon, dass Sie sich was anderes darunter vorgestellt hatten. So machen die Italiener eben Thunfischsalat. Ich wollte sie eigentlich warnen.“
Hat sie aber nicht. Und diese Erklärung half mir nun auch nichts mehr. Ich hatte ihn bestellt, musste ihn bezahlen und die Kellnerin musste sich nicht wundern, für die eingestandene unterlassene Hilfeleistung kein Trinkgeld zu bekommen. Ein Thunfischsalat ist eben kein Salat mit Thunfisch. Wieder was gelernt.
Dumm das
Gestern wurde ich ein wenig von meinem geliebten DVD Automaten (wir berichteten) enttäuscht. Ich lieh mir den vielfach unterschätzten Film der „Verrückt nach Marry“-Farrely Brüder „Dumm und dümmer“ aus. Nun, so dachte ich zumindest. Auf der Automaten Homepage fand ich den Film als verfügbar vor, mit Cover, Beschreibung und Schauspielerriege. Ich klickte auf reservieren, holte ihn ab und stellte zuhause fest, dass es sich um die dumme Fortsetzung mit dem noch dümmeren Titel „Dumm und dümmerer“ handelte. Dumm das.
Denn während „Dumm und dümmer“ eine gut gemachte Komödie ist (ich weiß, Geschmäcker sind verschieden, also keine Kommentare deswegen), kann die Fortsetzung als völlig sinnlose Videoproduktion vergessen werden. Während ich grübelte, wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte, meinte die damalige Freundin nur lapidar, dass bisher noch niemand so dumm gewesen sei, „Dumm und dümmer“ ausleihen zu wollen und der Irrtum deshalb bisher unentdeckt geblieben sei. Ich hingegen glaube eher, dass jeder der sich „Dumm und dümmer“ ausleiht, wohl selbst zu dumm ist, den Unterschied zwischen „Dumm und dümmer“ und „Dumm und dümmerer“ festzustellen. Bis auf mich halt.
Der Besitzer des Automaten konnte sich den Irrtum übrigens nicht erklären und versprach mir schnellstmögliche Aufklärung. Laut seiner Aussage habe er definitiv den Film als „Dumm und dümmer“ gekauft und von dem Film „Dumm und Dümmerer“ noch nie etwas gehört. Tja, dumm das.
(Bitte nicht verdummen weil so oft das Wort dumm in diesem Artikel auftauchte)
Sonne, Schafe und die nackte Frau
Wenn die ersten Sonnenstrahlen heraus brechen und die Temperaturen auf über 20 Grad steigen, liegt jeden Tag an der Straße von Denzlingen nach Sexau (!!!) eine nackte Frau an der Elz. Von frühmorgens bis spätabends macht sie es sich eingeölt auf einem Liegestuhl bequem, dreht sich vielleicht einmal in der Stunde vom Rücken auf den Bauch und brutzelt so vor sich hin. Mehr tut sie nicht. Jeden einzelnen Tag. Sie liest nicht, sie scheint auch kein Radio zu hören, nein, sie liegt einfach nur da.
(mehr …)Schlummertaste reloaded
Das Schlummertasten-Thema schlägt ja recht hohe Wellen. Offensichtlich konnte ich hiermit ein alltägliches Problem in deutschen Schlafzimmern zur Sprache bringen. Gestern machte ich mir allerdings noch etwas weitere Gedanken über den Sinn und Unsinn dieser Erfindung und kam drauf, dass es in so manchen Situationen unseres Lebens vielleicht gar nicht schlecht wäre, eine Schlummertaste zu haben.
Schlummertaste
Die Schlummertaste ist für mich die Geisel der heutigen Zivilisation. Das Äquivalent zum regelmäßig krähenden Hahn. Eine Illusion für schwache Menschen, die der Meinung sind, mit Hilfe dieser Taste noch etwas länger schlafen zu können. Um es auf den Punkt zu bringen: seit neuestem hasse ich diese schreckliche Erfindung sogar.
Bedingt durch meinen Job bin ich es gewohnt, gleich nach dem Wecken sofort da zu sein. Es würde mir ohnehin schwer fallen, wieder einzuschlafen, wenn ich mal wach bin, aber gerade wenn ich um 4 Uhr morgens zur Arbeit sollte, kann ich es mir kaum erlauben, mich noch einmal umzudrehen, um mich zehn Minuten später wieder wecken zu lassen.
Die damalige Freundin allerdings lebt im wahrsten Sinne des Wortes in einer Traumwelt. Sie lässt sich gerne etwa zwei Stunden vor ihrem eigentlichen Wunschzeitpunkt wecken, schlummert wieder ein, lässt sich wieder wecken, schlummert wieder ein, lässt sich… ich glaube, ihr habt es verstanden. Sie denkt tatsächlich, dadurch würde das Aufstehen leichter fallen. Ihrer Meinung nach könne sie dadurch viel länger schlafen mit dem beruhigenden Gefühl beim Blick auf die Uhr: „Oh, ich hab ja noch eineinhalb Stunden – oh ich hab ja noch eine Stunde – oh wie herrlich, ich hab ja noch ’ne halbe Stunde.“ Das diese Döserei nicht das geringste mit gesundem Schlaf zu tun hat, ist ihr egal.
Und das ich beim ersten Klingeln ihres Funkweckers bereits hellwach bin offensichtlich auch.
So kommt es, dass ihr Wecker mich dazu bringt zu ihrem Aufstehzeitpunkt aufzustehen, während sie sich noch ein paar Stunden gemütlich im Bett umher wälzt.
Wenn ich mit den Klagen gegen das Nasenspray-Konsortium fertig bin, werde ich die Hersteller von Schlummertastenweckern verklagen. Wenn ich aufstehen muss ist es früh genug, ich will verdammt noch mal nicht eine Stunde früher geweckt werden, nur um immer wieder auf eine Taste drücken zu müssen.
(Für Menschen, die morgens gar nicht aus dem Bett kommen, gibt es eine tolle Erfindung: einen Wecker, der irgendwo in eine Ecke des Zimmers abhaut, wenn man ihn abzustellen versucht und dort weiter herum plärrt. Das würde mir persönlich zwar auch nichts bringen, aber ich finde es eine witzige Idee und würde so manchen Schlummertastenschläfer aus dem Bett bringen)
Banana Shit
Es gibt Dinge in dieser Welt, die einfach nicht den Eindruck vermitteln, den sie im Grunde gern vermitteln würden. So bin ich mir zum Beispiel ganz sicher, dass dieser Sommer sich lieber von seiner schönsten Seite zeigen würde. Doch leider kommt ihm da eine ständige Kaltfront und Schnee dazwischen. Naja, so etwas kommt vor.
Was vielleicht nicht vorkommen sollte, ist eine Verpackung, die falsche Assoziationen über den Inhalt weckt. So habe ich vor kurzem beim Einkaufen im Lidl einen Stapel Schachteln an der Kasse entdeckt, die allesamt Schokobananen enthielten. Köstlich, denkt man vielleicht. Bis man die Illustration dazu genauer unter die Lupe nimmt.
Also ehrlich: liegt das nur an mir und meiner kranken Seele, dass ich bei diesem Bild an etwas völlig anderes denken muss und nicht an den mehr oder weniger köstlichen Inhalt? Sehen diese Bananen nicht aus, als seien sie schon vor vielen Tagen gegessen worden und mittlerweile.. naja, den Weg alles irdischen gegangen? (Man beachte auch in der linken oberen Ecke den Hinweis, dass die Bananen aus echtem Bananenmark gemacht sind – das beruhigt ja zumindest etwas)
Mein kuscheliges Frühlingsfest
Mit voller Absicht hatte ich meiner kleinen Party gestern Abend den Titel Frühlingsfest gegeben, da es keine Tanz- und Saufveranstaltung in dem Sinne werden sollte. Vielmehr handelte es sich nun schon zum zweiten Mal um ein Zusammentreffen meiner engsten und liebsten Freunde (zumindest derjenigen, die auch wirklich erschienen). Da das Wetter leider nicht so ganz mitspielte, fand alles im gemütlichen Wohnzimmer statt. Der Stimmung tat dies zum Glück keinen Abbruch und ich hoffe, meine Gäste fanden es genauso schön wie ich.
Wie immer gab es zuviel zu essen. Einen Berg voller Sandwiches, Schinken-Käse-Croissants, Muffins, Melonen, griechische Salate (derer gleich zwei, weil ich übereifrig verhindern konnte, nur Nudelsalate zu haben), Nudelsalat (!), und weitere Häppchen und Knabbereien. Zum Nachtisch Obstsalat und Tiramisu. Da blieb eine Menge übrig, wie man auf den beiden Fotos erkennen kann.


Stargast des gestrigen Abends war natürlich die kleine Maya, die sich angenehm ruhig verhielt. Besonders wenn sie bei mir im Arm lag. Ich habe einfach eine beruhigende Ausstrahlung auf junge Mädels. :-)

Apropos im Arm liegen. Wir hatten uns gestern auch überlegt was es mit den Freiburger Kuschelparties auf sich hat. Man zahlt dort 15 Euro und darf dann mit fremden Menschen drei Stunden lang kuscheln. Sich einfach im Arm halten und streicheln. Alles ohne Sex und nach strengen Regeln. Ein Schiedsrichter steht daneben und sieht zu, dass niemand gegen seinen Willen geliebkost wird und dass niemand eine Erektion bekommt.
Meine kleine Feier gestern war natürlich nicht ganz so kuschelig, aber das Thema bot genügend Stoff für einige Lacher. Ich frage mich wirklich, welche Art von Menschen zu solchen Treffen gehen. Sind das nur eklige Leute, denen man sofort ansieht (oder riecht) weshalb sie so alleine sind? Oder kommen da ganz normale Personen und vielleicht sogar recht hübsche, bei denen es schwer fällt, seinen Körper im Griff zu behalten. Mir persönlich möchte der Sinn einfach nicht einleuchten, sich von völlig Fremden so berühren zu lassen. Da kann ich eher noch den Gang in ein Puff nachvollziehen.
Wie gerne würde ich zu diesem Thema intensivere Recherchen betreiben und den dort Anwesenden über ihre Beweggründe befragen. Die damalige Freundin ist da natürlich strikt dagegen, solange ich keinen offiziellen, journalistischen Auftrag dafür bekomme (ihr wisst, wen ich meine). Bis dahin werde ich wohl meinen alten Freund Chris vor Ort schicken müssen, der ein paar Streicheleinheiten gut gebrauchen könnte.
Denn die wird er bei meinem nächsten kleinen Fest wieder nicht bekommen. Nur zu viel zu essen.
Die Volksdroge Nasenspray
Hallo, mein Name ist Roger und ich bin süchtig. Meine Sucht verbindet mich mit einem großen Teil der Bevölkerung. Meine Sucht hat bisher weder ein Forum, noch eine Lobby, es scheint, als würde sie offiziell gar nicht existieren. Nur die Apotheker wissen um diese Sucht, dabei verkaufen sie die Droge dafür selbst. Ich bin abhängig von Nasenspray.
Ich kenn nicht wenige Menschen, die wissen, was man als Nasenspray-Süchtiger durchmacht. Es beginnt meist ganz harmlos, mit einem Schnupfen, einer Erkältung. Schnell greift man zu dem kleinen Sprühfläschchen um sich Erleichterung zu verschaffen. Und stellt fest, dass die Nase sogar freier wird als sie jemals zuvor war. Endlich wieder frei atmen. Endlich leben.
Man ignoriert die Warnungen des Apothekers, das Spray nur maximal fünf Tage zu nutzen. Fünf Tage sind schnell vorbei, die Nase immer noch zu. Mehr noch, ohne Spray wird die Nase gar nicht mehr frei. Man röchelt, man schnäuzt, doch es hilft alles nicht. Man zwingt sich zu verzichten. Bis zum Mittagessen, da muss man einfach sprühen, sonst würde man gar nichts mehr schmecken. Und schon ist man wieder im Suchtkreislauf.
Einige meiner Bekannten wechseln sogar regelmäßig den Apotheker, um sich ihren Stoff zu besorgen, damit dieser nicht merkt, wie man sich regelmäßig alle zwei Wochen Nachschub holt. Die Warnungen hören sie sich an und denken dabei doch nur an ihren nächsten Schuss, der wieder Freiheit bedeutet.
Heute habe ich mit der Entwöhnung begonnen. Die regnerische Bodensee Luft scheint mich gut dabei zu unterstützen. Allerdings weiß ich, dass es ein steiniger Weg werden wird. Der wiedergekehrte Heuschnupfen tut sein Übriges und ich werde die nächste Zeit wieder mal als Genital-Hamster herum laufen müssen. So nenne ich es, wenn die Hosentaschen prall gefüllt mit Taschentüchern, Schlüssel, Handy und Co sind.
Vielleicht sollte man sich überlegen, die Nasenspray Industrie zu verklagen. Im Namen des Volkes: Genital-Hamster gegen Spray-Konsortium. Schließlich kann man in den USA auch Coca Cola verklagen, weil man bei täglichen 10 Litern des Gesöffs dick wird und einem die Zähne ausfallen.
ebrake.de ist offline
Ein wenig Traurigkeit und Sentimentalität schwang mit, als ich heute morgen meine bisherige „Homepage“ ebrake.de offiziell geschlossen habe. Und es stellt sich natürlich die Frage, warum ich es dann überhaupt getan habe. Bei aller Wehmut, es war einfach nötig.
Jeder Mensch verändert sich, macht neue Erfahrungen, lernt dazu. So war es auch bei mir. Als ich ebrake.de im Januar 2000 online stellte, hatte ich mir alles, was dazu nötig gewesen war, selbst beigebracht. Es war eine typische, private, kleine und (design-)technisch nicht wirkliche Offenbarung. Auch das Update, dass zwei Jahre später online ging, war noch sehr einfach gestrickt. Aber zumindest sah die Seite hübsch aus. Mir genügte das nie. Mir fehlte die Dynamik, so wie man sie zum Beispiel hier in meinem Blog erlebt.
Hinzu kam aber ein noch schwerwiegenderer Grund: ich war nicht mehr zufrieden mit meinen Werken. Mit meinem heutigen Können und der Erfahrung als Schreibender kann ich meine damaligen Werke leider nur noch belächeln. Und ich fürchte auch von den Lesern belächelt zu werden, wenn ich meine Gedichte und Kurzgeschichten in dieser Form allen zur Schau stelle.
Die Frage ist nun, ob man denn nicht zu seinen alten Werken stehen sollte. Schließlich stellen sie eine Entwicklung dar, die jeder Autor durchmacht. Das mag richtig sein, aber die wenigsten Autoren präsentieren diesen Entwicklungsweg.
Keine Angst, ich werde nun nicht wie George Lucas es bei der alten Star Wars Trilogie gemacht hatte, einfach alle meine Werke umschreiben und wieder veröffentlichen. Aber ich werde sie mir alle genau ansehen, werde wirklich grobe Schnitzer so gut es geht ausmerzen und schließlich entscheiden, ob ich eine erneute Veröffentlichung mit ganzem Herzen vertreten kann.
Wenn dem so ist, wird ebrake.de in neuem Glanz erstrahlen, mit dynamischen Inhalten und einem persönlichen Gesamtwerk von dem ich mit Stolz sagen kann: Ja, das habe ich gemacht!
(Ein kleiner Nachtrag: auch meinen Roman „Ist ja hinReisend“ wird es vermutlich nicht mehr lange zu kaufen geben, aus oben genannten Gründen. Ich halte euch natürlich auf dem laufenden. Also bestellt, solange es noch geht ;-) )
Ein ganzer Kerl
Jetzt mal ehrlich. Wo können wir Männer heute denn noch zeigen, dass wir richtige Kerle sind? Ich meine nicht diese Yappadayayippiyppiyeah-ich-machs-mir-selbst-im-Baumarkt-Kerle. Und auch nicht die Kerle, die jetzt schon Brat- und Bier-Vorrat für die WM gekauft haben. Nein, ich meine so richtige Kerle, die etwas schaffen, wovon sie selbst gar nicht gewusst haben, dass sie es können. Und dafür auch dementsprechend von den Frauen bewundert und angehimmelt werden. Tja, ich bin jetzt so ein Kerl.
Vor kurzem half ich nämlich der damalige Freundinn beim Um- und Einzug. Wir bestellten günstig einen kleinen Transporter, der für die paar Kisten und Möbel vollkommen ausreichend schien. Einen Tag vor dem gewünschten Termin hatte eben dieser Transporter einen Unfall und konnte nicht mehr genutzt werden. Man bot uns freundlicherweise einen größeren Laster zum gleichen Preis an.
Einen Laster, so fragte ich mich gleich. Und tatsächlich, der Vermieter wollte wissen, ob ich noch einen alten Führerschein hätte. Ja, sagte ich, einen alten, zerfledderten, rosaroten Babbedeckel (wie man bei uns sagt) mit einem Bild von mir, wo ich so um die 15 Jahre alt bin. Ganz egal, wie der Führerschein aussah, im Gegensatz zu den neuen Plastikscheinen war es mit dem alten noch erlaubt, LKW bis zu 7,5 Tonnen zu fahren
Erlaubt vielleicht, aber gemacht habe ich sowas noch nie.
Wir hatten keine andere Wahl (sprich: man ließ mir keine andere Wahl) und so sagten wir zu und ich hockte am nächsten Tag hinter dem Steuer eines Trucks! In knappen Worten wurde erklärt, wie das Teil bedient und behandelt werden sollte, wir hinterlegten die Kaution und ich fuhr los. Anfahren am Berg, in einem Geschoß, dass sieben Meter lang war. Ich fühlte mich gar nicht wie der König der Straße. Mir war eher flau.

Denn der erste Weg, den ich fahren musste, war nach Freiburg in die Innenstadt. Durch kleine Gässchen, an einem belebten, zu geparkten Einkaufsmorgen. Es war die Hölle. Ich schwitzte. Ich zirkelte, blickte im Sekundentakt nach vorne und in die Seitenspiegel, beschleunigte, bremste und hatte das Gefühl in jedem Moment einen Radfahrer oder einen fremden Außenspiegel mitzunehmen.
Aber um es kurz zu machen, ich schaffte es. Ich parkte den Lastwagen sogar rückwärts ein. Ich schleppte zusammen mit der damalige Freundinn Möbel, fuhr im Lastwagen in ihr Heimatdorf im Schwarzwald um einige der Dinge abzuladen, fuhr das Höllental im Lastwagen wieder hinunter und brachte den Lastwagen sicher und ohne Schramme zurück (ich möchte nur immer wieder erwähnen, dass es sich um einen Lastwagen handelte).

Und fühlte mich so gut. Erschöpft zwar, aber wie ein Held. Ein ganzer Kerl eben. Ich bin ein Trucker!
Als wir zuhause ankamen, schnappte ich mir eine Truck Stop CD, ein Glas Whisky und legte mich bei Kerzenlicht in ein entspannendes, heißes Bad. Oder machen echte Kerle so etwas gar nicht?

Ich liebe Google (denn die sind nicht evil)
Hallo liebes Google Imperium. Ich möchte dir hiermit versichern, dass ich dich ganz doll lieb hab. Ehrlich jetzt. Und ich hoffe, du entschuldigst, dass ich dich einfach so duze. Schließlich weiß ich ja fast gar nichts von dir. Bist ja so schweigsam. Aber dafür weißt du mehr über mich. Im Grunde fast alles. Und ich nutze auch täglich mit großer Begeisterung mehrere deiner Produkte. Das freut dich bestimmt und berechtigt mich gewiss, einfach Du zu dir zu sagen. Oder?
Ach, Google, weißt du noch, wie Harald Schmidt früher zu Sat.1 Kuschelsender gesagt hat? Du bist mein Kuschelimperium. Mit der großartigsten Wohlfühlsuchmaschine. Und weiteren Schnuckeldiensten. Alles an dir ist einfach wunderbar. Das fängt schon beim Namen an. Er beginnt mit einem G. Wie mein Nachname. Und wie Geld, Gesundheit, Glück, Gute Laune, Geduld, Großzügigkeit, Grazie, Gentleman, Geradlinigkeit, Güte, Genuss, Gerne, Genie, Gehirn und Gefühl. Herrlich, oder? Und die beiden Os, die dann folgen, wie mütterliche Brüste, so einladend und beschützend. Schließlich das „gle“, das wie ein glucksendes, glückliches Baby klingt. Und von deinen fröhlichen Farben möchte ich gar nicht erst anfangen.
Aber hast du vor kurzem diese bösen Artikel in der c’t gelesen? Natürlich hast du, denn du hast ja auch die Links dorthin, nämlich hier und hier. Du weißt schließlich alles. Und genau das warf man dir in den Artikeln vor. Von Googlehagel sprach man dort (obwohl mir das Wortspiel schon gefallen hat) und von der Datenkrake. Ich glaube nichts davon, hörst du. Ich weiß, dass dein Motto „Don’t be evil“ auch wirklich so gemeint ist und auch immer so bestehen bleiben wird. Ich bin stolz in deinem Index zu stehen und hoffe, da auch noch recht lange zu bleiben, am besten so hoch platziert wie möglich (Wink wink). Ich glaube nicht daran, dass du alle Internet User nur zu gläsernen Kunden machen willst. Du musst Geld verdienen, natürlich, und das machst du ausgezeichnet. Und du gibst uns ja auch soviel zurück. Man denke nur an all die kostenlose Software und so.
Ich glaube nicht, dass du irgendwann wissentlich Informationen verschweigst, nur weil dir eine Firma, eine Weltanschauung oder gewisse Informationen nicht passen. Wenn du Seiten in China blockierst, ist das ja nicht deine Schuld, sondern Sache der dortigen Regierung. Wenn du BMW Deutschland ein paar Tage aussperrst, dann doch nur, damit die frechen Gören dort lernen, dass man dich nicht verarschen sollte. Wenn dein CEO CNet ein Jahr lang boykottiert, dann doch nur, weil sie in seinem Privatleben herum geschnüffelt haben. Bastarde.
Darum möchte ich mich auch bei Gmail anmelden, möchte mein Blog bei dir hosten lassen, möchte, ach, gib mir einfach alles von dir. Und nimm von mir, was immer du brauchst. Ich bin dein. Denn nur durch dich bin ich überhaupt vorhanden, hier im Netz. Ohne dich würde ich nicht gefunden werden, würde gar nicht existieren. Du bist das Alpha und das Omega, ich möchte wahrlich kein Imperium neben dir haben. (Verzeih, dass ich vor kurzem die Microsoft Suchmaschine benutzte – ich tat es nur um zu sehen, wieviel schlechter sie als deine ist)
Ich weiß, dass du mich durchschaust, dass du besser weißt, wer ich bin, als sonst jemand. Sicherlich weißt du, dass ich gerade eine neue Digitalkamera suche. Ich freue mich schon auf die Werbemails deiner Kunden, denen du freundlicherweise von meinen Wünschen berichtest.
Weißt du, manche vergleichen dich mit Microsoft, sagen, du würdest dein Monopol, dass du dir gerade aufbaust, missbrauchen. Sie sagen, du würdest irgendwann bestimmen, wer welche Informationen bekommt. Sie sagen, die amerikanische Regierung wird sich deine Daten irgendwann zu Nutze machen um unliebsame Regierungen zu stürzen, um konkurrierende Firmen zu korrumpieren, um Privatpersonen auszuspionieren. Sie sagen, du würdest dich vom Guten abwenden und auf die dunkle Seite der Macht begeben. Ich als treuer Star Wars Fan weiß, wie leicht der Weg dorthin ist. Doch ich weiß ebenso gut, dass am Ende das Gute siegt. Und so wird es auch bei dir sein. Oh Google, ich hab dich ganz doll lieb. Ehrlich jetzt.
P.S.: Ich weiß, dass du diesen Text nicht falsch verstehen und mir keine Anwälte auf den Hals hetzen wirst.
Der ausgestorbene Koffer
Nicht dass ihn jemand wirklich vermissen würde. Aber ich machte heute am Bahnhof eine Beobachtung und fragte mich, ob denn der gute alte Koffer mittlerweile völlig ausgestorben ist. Ich meine die unhandlichen Dinger aus fettem Leder oder schwerem Hartplastik. Die Dinger, die nur einen (!) Griff hatten. Die man eher mit einem Bein vorwärts schob, als sie tatsächlich zu tragen. Die man so lange besaß, bis sie wirklich völlig aus allen Nähten platzen und nur noch durch Aufkleber aus aller Herren Länder zusammen gehalten wurden.
Hat mittlerweile alles, was größer als eine Aktentasche ist, Rollen am unteren Ende? Und am oberen Ende einen Griff zum heraus ziehen? Ist denn mit den Koffern auch gleichzeitig der Kofferkuli verschwunden? Ich meine vor kurzem noch welche gesichtet zu haben, wie sie sich scheu in eine Ecke drückten und versteckten. Aber ich kann mich auch geirrt haben.
Und nächstens wache ich dann auf und stelle fest, dass es keine VHS-Rekorder mehr gibt.
Müllheim hat einen DVD Automaten
Auch mein Heimatstädtchen Müllheim entkommt so langsam dem Provinz Mief. Führte uns schon vor wenigen Jahren eine McDonalds Filiale in Richtung Zivilisation, gibt es nun seit etwa einem Monat einen DVD-Automaten. Dieser gesellt sich zu den bereits drei bestehenden Videotheken und wird diese gehörig unter Druck setzen.
Neulich beim Bloggertreffen
Meine größte Sorge, als ich gestern zum ersten offiziellen Bloggertreffen Freiburgs ging, war die, wie peinlich es sein könnte, wenn ich die Blogs der anwesenden Gäste gar nicht kennen würde. Natürlich stellte sich schnell heraus, dass diese Sorge völlig unbegründet war. Erstens, weil auch mein Blog (noch) nicht in aller Munde war. Zweitens, weil die bloggende Community rund um Freiburg ein sehr nettes Völkchen ist, bei der sich nicht alles nur um das Thema Computer, Internet und Blogging dreht. Startschuss zu einem angenehmen und informativen Abend.
Insgesamt zählte ich etwa neun Blogschreiber, darunter natürlich Sven, JC, Niklas, Diana und Jens. Hinzu kamen noch einige Begleiter und zwei reizende Mädels von der BZ (ich gab wohl das kürzeste Interview) und Fudder (Cora, für alle, die die A-Liste kennen), die jeden einzelnen interviewten und auch fotografierten (auf diese Artikel bin ich ja mal gespannt). Wir hockten im Lago am Seepark und ließen uns die Radler und die Schnitzel schmecken, während die Gespräche über Gott ud die Welt in Gang kamen. Für mich war besonders interessant zu erfahren, wie andere Blogger über meine derzeitigen Lieblingsthemen dachten: Für wen schreibe ich? Wie wichtig sind Besucher- und Kommentarzahlen? Wie halte ich es mit aktuellen Themen? Wie lang sollten Artikel sein? Wer findet unsere Blogs und wie?
Bei einem Blick in die Runde dachte ich darüber nach, wie ich die Anwesenden in einem Artikel beschreiben würde. Auf keinen Fall als Stereotypen. Blogger sind tatsächlich anders, offen, sehr nett und nicht die Geeks, für die man sie vielleicht halten würde. An unserem Tisch saßen und diskutierten Menschen über politisches, über die Welt, über das Medium, das wir benutzen, aber auch auch über alle anderen Themen, auf die man unweigerlich in geselliger Runde kommt. Die Interviewerinnen zeigten sich da natürlich als willkommene Eisbrecher.
Schnell wurde klar, dass dieses Treffen nach einer Fortsetzung (oder Wiederholung?) schreit. Und beim nächsten Mal werde ich bestimmt alle anwesenden Blogs kennen.
Die meisten Blogger haben bereits darüber berichtet und erste Fotos gibt es auch schon. Wenn Fudder und die BZ ihre Artikel veröffentlichen, werde ich nochmal darauf hinweisen.

Antjes und andere ehemalige Süßigkeiten
Unsere Zunge kann, wie wir ja alle wissen, fünf Geschmacksrichtungen unterscheiden. Da wären die bekannten Typen süß, salzig, bitter und sauer. Und hierzu gesellt sich noch umami (das ist kein Witz). Aber ich glaube, es gibt noch eine sechste Richtung, die schlicht und einfach Erinnerung heißt. Kann man Erinnerung schmecken? Ich hatte gestern den seltsamen Eindruck, dass es möglich ist, denn ich erinnerte mich an zwei Süßigkeiten aus meiner Jugend und je mehr ich an sie dachte, umso mehr konnte ich mich an den Geschmack erinnern. Seltsam.
Die erste Leckerei, die mir so unvermittelt einfiel, hieß Canyon und war eine Art Schoko-Müsli Riegel. Die Körner befanden sich in einer weichen, leicht süßlichen Masse während eine Schicht Frucht-Gelee in verschiedenen Sorten darauf lag. Das ganze natürlich umhüllt von Schokolade. Canyon hat mir immer wahnsinnig gut geschmeckt und man bekam auch stets ein klein wenig das beruhigende Gefühl, etwas mehr für die Gesundheit zu tun, als wenn man sich ein Raider (so hieß das damals noch (oder war es da schon Twix?)) oder ein Mars genommen hätte (ja, die Psychologie). Es gab drei Geschmacksrichtungen und ich kann mich auch noch vage an die Werbung erinnern. Und dann… verschwand das Ding vom Markt und ich warte seitdem auf ein Revival. Es wäre nicht das erste Produkt, das aus den Archiven gekramt würde. Man denke zum Beispiel an das kürzlich neu erschienene TriTop.
Woran ich mich auch immer gerne erinnere sind Antjes. Das waren Traubenzucker Plättchen in den Geschmacksrichtungen Pfefferminz, Zitrone und Waldfrucht. Sie lagen immer neben den Vivil Röllchen und wie ich bei Recherchen herausgefunden habe, war das auch der Hersteller. Komischerweise preist Vivil auf ihrer Website noch immer Antjes an (diesmal mit Erdbeer- Geschmack) aber ich habe bis jetzt noch kein Geschäft ausfindig machen können, dass die geliebten Traubenzucker führt. Ich werde wohl mal bei Vivil anrufen müssen.
Ich höre besser auf, mich zu erinnern, bevor meine Tastatur sich mit meinem Speichel auseinander setzen muss. Aber wie wäre es, wenn ihr euch erinnert? Welche Leckereien von früher vermisst ihr? Was habt ihr schon seit eurer Kindheit nicht mehr gegessen, gelutscht, geknabbert oder getrunken? Schreibt mir in die Kommentare was das deutsche Volk wieder in den Supermarkt Regalen vorfinden möchte.







