Notiz 43

Noch vor etwa einem Jahr stand ich KI und allen zugehörigen Anwendungen komplett skeptisch gegenüber. Dann probierte ich sie aus und stellte fest, wie toll sie doch sind, wie sehr sie mein Leben erleichtern, mir mühsame Aufgaben abnahmen oder für mich recherchierten. Bald stellte ich der KI komplexere Aufgaben oder stellte Fragen auf Dinge, deren Antworten ich nie finden konnte. Und kurz darauf erwischte ich sie beim Lügen und Halluzinieren, konfrontierte sie damit und hörte entweder Ausflüchte oder verstrickte mich in Diskussionen mit ihr. Ich wies sie an, nicht zu lügen, mir zu jeder ihrer Antworten eine Begründung und Quellen zu nennen und überführte sie immer öfter beim Lügen. In den letzten Wochen stellte ich fest, dass selbst einfache Aufgaben nicht mehr zuverlässig erarbeitet werden konnten. Eine einfache Google-Suche führt zu oft zu besseren Ergebnissen. Und jetzt stehe ich KI und all ihren Anwendung wieder komplett skeptisch gegenüber.

Um es auf den Punkt zu bringen: KI ist derzeit dazu geeignet, um Texte umformulieren oder zusammenfassen zu lassen, sie kann Bilder und Videos in gewissem Rahmen erstellen und andere Spielereien anstellen. Und sie kann vermutlich Entwicklern viel Tipparbeit abnehmen. Aber alles darüber hinaus kann sie derzeit noch nicht. Sie lügt, sie halluziniert, sie verbessert sich kaum und sie wird auch in absehbarer Zeit nicht relevantes mehr lernen können, denn das Netz ist bald nur noch mit ihrem eigenen Mist gefüllt. Sie denkt nicht und sie hat keine Ahnung von Zusammenhängen. Seid skeptisch und hinterfragt alles, was euer liebster KI-Chatbot euch erzählt.