Der Ferrari Luce wird cool. Er hat Vergangenheit und fährt in die Zukunft, ist aber komplett im Hier und Jetzt. Und das kam so: Ferrari überlegte sich, für das neue Modell, das kein anderes ersetzt, sondern die Palette ergänzt, neue Leute zu engagieren. Keine jungen, aber ausgefuchste, mit kreativer Expertise und Erfolg. Stichwort Apple, für deren Designphilosophie vom Phone über Watch bis Shop Sir John Ive verantwortlich war. Der Endfünfziger, der Jony genannt werden möchte, pflegt, und da legen wir uns jetzt mal fest, deutsches Design. Genauer gesagt den Stil der Braun, geprägt von Dieter Rams. Vergleichen Sie einfach den Taschenrechner des iPhone mit einem Braun-Taschenrechner. Alles klar?
Jony Ive ist ein streitbarer Designer. Zumindest in Designerkreisen. Ich selbst halte ihn für einen begnadeten Produktdesigner, bin aber mit einigen seiner Softwaredesign-Entscheidungen nicht immer einverstanden gewesen. Und auch im Hardwarebereich hat er bei Apple nicht nur Erfolge zu verzeichnen gehabt. Jetzt designed er mit seiner Firma LoveFrom alles mögliche, unter anderem auch das Cockpit des neuen elektrischen Ferrari Luce. Und es ist spannend und bemerkenswert, dass ein Automobilmagazin wie die „Auto Motor und Sport“ Dieter Rams kennt und die tatsächlichen Parallelen zwischen Rams und Ive korrekt sieht. Das Design des Luce-Cockpits gefällt indes, mit sehr viel Haptik, klaren Linien, spannenden, in der realen Welt verankerten Details, die nicht dem derzeitigen Trend hinterher rennen, alles möglichst auf einem großen OLED-Bildschirm darzustellen.