• Das ist ein Status Test.

  • Alles Neu

    Es ist der 1. Januar 2026. Mittlerweile sind wieder anderthalb Jahre seit meinem letzten Beitrag vergangen. Und ohne zu Meta zu werden, erneut zu erklären, zu entschuldigen, zu lamentieren, komme ich direkt auf den Punkt. Es wird sich hier einiges ändern. Weil sich einiges ändern muss. Hier und überall.

    Was habe ich vor? Zunächst wird es hier wahrscheinlich keine Artikel mehr im üblichen, bekannten Sinne mehr geben. Ich habe gemerkt, wie sehr mich das Format unter Druck gesetzt hat. Gleichzeitig spüre ich aber immer noch diesen Kitzel in mir zu schreiben, Gedanken loszuwerden, oder die Welt auf interessante Aspekte hinzuweisen. Da Social Media sich schon seit langem selbst zersetzt und nur noch toxisch ist, verlagere ich das Ganze hierher. Kein X, kein Mastodon, kein Threads, kein Tik Tok, kein Instagram, kein Bluesky – wenn ich etwas erzählen will, dann hier. Wenn ich nur einen Satz, nur einen Gedanken loswerden will, dann hier. Wenn ich spannende Artikel verlinken will oder tolle Videos entdeckt habe, dann veröffentliche ich sie hier. Aus Blogging wird Microblogging.

    Dazu werde ich einiges umbauen müssen und ich gestehe: Ich habe erst heute damit begonnen, mich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Ich werde Zeit brauchen.

    Denn, es wird einen zweiten Schritt geben. Auch wenn Social Media sich aus meiner Sicht gerade selbst abschafft, so wie es das Blogging schon vor vielen Jahren getan hat, glaube ich noch immer daran, dass man Leser erreichen kann und muss. Nur eben auf anderem Weg. Niemand abonniert mehr Blogs. Niemand weiß mehr, was ein RSS Feed ist und was man damit macht. Aber noch kennt jeder das Format E-Mail (Noch!). Und deshalb soll es kurzfristig einen unregelmäßigen Newsletter geben. Die Sammlung meiner Gedanken, Ideen, Inspirationen direkt in das heimische Postfach. Auch hier stehe ich noch direkt am Anfang und werde einige Zeit brauchen, den richtigen Weg und die Ausrichtung zu finden.

    Mein Ziel ist es, mit meinem Schreiben wieder Menschen zu erreichen, so wie es in den Anfangstagen des Blogs 2005 gelang, so wie es in meiner Hochzeit bei Twitter gelang. Ich möchte wieder Spaß am Schreiben haben und keinen Druck, aus allem einen langen Artikel mit guter Verlinkung und passendem Header-Bild zu machen. Einfach raushauen, einfach machen. Ich glaube, das fehlt mittlerweile an allen Ecken. Es wird diskutiert und gegrübelt und gestritten und Arbeitskreise geschaffen – aber es wird kaum mehr einfach nur gemacht.

    Ich mache es jetzt. Und ich hoffe, ihr seid dabei.

    P.S.: Noch ein Versprechen an mich und meine Leserschaft. Alles, was ich hier schreibe ist frei von KI. Auch wenn die Satzstruktur nicht so geschliffen ist und es hier und da zu wenig oder zu viele Kommata geben sollte – ich schreibe genau so, wie ich bin. Mit einigen Fehlern, aber echt.

  • Carplay 2.0 – Design Studie für Automobilklassiker

    Carplay 2.0 – Design Studie für Automobilklassiker

    Apple hat vor etwa zwei Jahren sein Konzept Carplay 2.0 vorgestellt. Eine massive Erweiterung der bisherigen Carplay-Lösung, die es Automobilherstellern ermöglichen könnte, das komplette Cockpit mit unterschiedlichsten Displays und Informationen auszustatten und diese auch zu konfigurieren. Das Designstudio BlackBox Infinite hat sich einige Klassiker wie den Porsche 911 Turbo, den Ferrari Testarossa, die Corvette oder den DeLorean vorgenommen, um zu überprüfen, ob Carplay 2.0 wirklich so individuell anpassbar ist und ob sich der Geist der damaligen Cockpits mit dem Framework in die Neuzeit übertragen lässt.

    Und ja, das Ergebnis ist aus meiner Sicht mehr als beeindruckend. Das Team hat es geschafft, die nostalgischen Feinheiten zu erhalten und gleichzeitig frische Ideen zu integrieren. Die Anzeigen sind zum Teil noch kraftvoller und dynamischer als damals. Und doch erkennt man sie sofort wieder, wie es sich für einen Klassiker gehört. Gleichzeitig fällt auf, wie flexibel und anpassbar das von Apple zur Verfügung gestellte Framework zu sein scheint. Von der üblichen Apple-Designsprache ist in diesen Entwürfen kaum noch etwas zu sehen.

    BlackBox Infinite hat dazu ein sehenswertes Video veröffentlicht:

  • Socken auf links oder auf rechts waschen? – Das ist die Antwort.

    Socken auf links oder auf rechts waschen? – Das ist die Antwort.

    Eine der drängendsten Fragen der Menschheitsgeschichte ist neben der Frage, wie der Klimawandel gestoppt werden kann und ob man das zweite Stück Kuchen essen soll oder nicht, die Frage, ob Socken auf links oder rechts gewaschen werden sollten. Wir schreiben das Jahr 2024 und künstliche Intelligenz ist in aller Munde, ja teilweise sogar in Waschmaschinen. Da muss es doch mittlerweile endlich eine Lösung geben. Ich machte mich auf die Suche.

    Zuerst befragte ich den Klassiker: dieses Internet. Wenig überraschend lieferten die Ratgeber, Blogs, Artikel und Geschichten widersprüchliche Informationen darüber, ob Socken vor dem Waschen auf links gedreht werden sollten oder nicht. Denn natürlich kommt es auf die Socken an, auf das Material, die Waschtemperatur, das Waschmittel, die Schleuderdrehzahl… blablabla. „It depends.“

    ChatGPT weiß die Antwort

    Ich wollte eine eindeutige Antwort. Und selbst keine Statistiken darüber erheben, welche Antwort im Netz am häufigsten und daher am wahrscheinlichsten ist. Die Antwort sollte ChatGPT geben. Der Shootingstar der KI-Modelle. Die ultimative Zusammenfassung aller Quellen und allen Wissens der modernen Welt. Und so stellte ich ChatGPT die Frage:

    „Socken auf links oder auf rechts waschen?“

    Die knappe Antwort lautete:

    „Es ist eigentlich egal, auf welcher Seite du deine Socken wäschst. Hauptsache, sie werden sauber!“

    Ähm, ja, okay. Das ist leider wenig hilfreich. Und NATÜRLICH ist die Hauptsache, dass sie sauber werden (und das sogar mit Ausrufezeichen).“ Das ist alles, was du zu bieten ist, ChatGPT? Die Summe aller Informationen, die du in den letzten Jahren von den Menschen gesammelt hast lautet „Es ist egal“?

    Gemini weiß noch mehr

    Glücklicherweise existieren mittlerweile gute Alternativen zu ChatGPT. Also wandte ich mich an Gemini, Googles Ansatz, im KI-Game mitzumischen. Die Frage an Gemini war ebenfalls:

    „Socken auf links oder auf rechts waschen?“

    Und die Antwort war überraschend ausführlich:

    Es ist besser, Socken auf links zu waschen. Die folgenden Vorteile sprechen dafür:

    1. Bessere Reinigung: Durch das Wenden der Socken werden Hautpartikel, Schmutz und Fusseln, die sich in der Innenseite absetzen, besser vom Wasser und Waschmittel erreicht und gelöst. Dies führt zu einer gründlicheren Reinigung und verhindert unangenehme Gerüche.

    2. Schonung der Fasern: Die Außenseite der Socken ist meist robuster als die Innenseite. Durch das Wenden werden die empfindlicheren Fasern der Innenseite geschützt und die Bildung von Pilling reduziert.

    3. Vermeidung von Verknotungen: Socken auf links neigen weniger dazu, sich während des Waschens mit anderen Kleidungsstücken zu verknoten. Dies schützt die Socken und die Waschmaschine.

    4. Erhalt der Farben: Durch das Wenden der Socken werden die Farben vor Verblassen und Auslaufen geschützt.

    5. Bessere Trocknung: Socken auf links trocknen schneller und gleichmäßiger, da die Feuchtigkeit besser entweichen kann.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Waschen von Socken auf links mehrere Vorteile bietet. Es sorgt für eine bessere Reinigung, schont die Fasern, verhindert Verknotungen, erhält die Farben und fördert die Trocknung.

    Es gibt allerdings einige Ausnahmen:

    • Empfindliche Socken: Bei sehr empfindlichen Socken aus Wolle oder Seide ist es ratsam, sie im Schonwaschgang oder per Hand zu waschen. In diesem Fall kann es besser sein, die Socken nicht auf links zu wenden, um die Fasern nicht zu beschädigen.
    • Socken mit Motiven: Socken mit Aufdrucken oder Stickereien sollten auf rechts gewaschen werden, um die Verformung oder Beschädigung der Motive zu vermeiden.

    Im Zweifelsfall sollten Sie immer die Pflegehinweise auf dem Etikett der Socken beachten.

    Wow. Nimm das, ChatGPT. So sieht eine detaillierte Antwort aus. Wobei – wenn ich mir die einzelnen Punkte genauer ansehe, fallen mir doch einige Dinge auf.

    Punkt 1: Natürlich werden Schmutz, Hautpartikel und Fusseln auf der Innenseite der Socken beim Waschen auf links besser entfernt. Aber was ist mit den Partikeln, Haaren und Schmutz auf der Außenseite der Socken, die von der Außenwelt aufgenommen werden und durch das Linksdrehen danach IN den Socken stecken?

    Punkt 2: Weiß Gemini überhaupt, was es bedeutet, Socken auf links und rechts zu drehen? Wenn die robusteren Außenfasern nach innen gewendet werden, sind sie vielleicht besser vor Pilling geschützt als die empfindlicheren Innenfasern. Aber sind diese Innenfasern dann nicht noch ungeschützter und anfälliger für Pilling?

    Punkt 3: Wie lang müssen Socken sein, damit sie sich in der Maschine verknoten? Pippi Langstrumpf hatte wahrscheinlich dieses Problem und auch bei Kniestrümpfen kann ich mir ein solches Szenario vorstellen. Aber auch das Wenden ändert nichts an der Länge der Socken.

    Punkt 4 klingt in der Tat vernünftig, während ich bei Punkt 5 nicht glaube, dass linksgedrehte Socken schneller trocknen als rechtsgedrehte. Oder anders gefragt: Wurde das jemals wissenschaftlich getestet?

    Auch die Ausnahme mit den Motiven klingt nicht sonderlich sinnvoll, wenn man darüber nachdenkt. Motive sind auf links gewendeten Socken mit Sicherheit haltbarer.

    Was sagt Microsofts Copilot zum Thema?

    Mit der gleichen Frage konfrontiert, antwortete der Copilot von Microsoft hiermit:

    Es empfiehlt sich, Socken auf links zu waschen. Auf diese Weise werden Hautpartikel der Füße deutlich besser ausgespült. Um möglichst schonend mit Ihren Socken umzugehen, achten Sie auf das richtige Waschprogramm, die Temperatur und das passende Waschmittel. Wenn du deine Socken in der Waschmaschine wäschst, solltest du sie auf links drehen. Dadurch werden Hautpartikel und Körperfette besser ausgewaschen, und die Socken werden wirklich sauber. Ein schonendes Universalrezept für die Sockenwäsche ist, sie bei 30 Grad im Schonwaschgang mit Fein- oder Wollwaschmittel (enzymfrei) im Wäschenetz zu waschen. So machst du auch bei empfindlichen Socken nichts falsch Keine Bleiche oder Weichspüler verwenden und die Socken hängend trocknen lassen. Wenn du keine Herstellerempfehlung mehr griffbereit hast, helfen Checklisten zur Sockenpflege nach Material für Merinosocken, Strümpfe aus Kunstfasern, Kompressionsstrümpfe und Baumwollsocken. Also, auf links drehen und schonend waschen – dann bleiben deine Socken in gutem Zustand! 🧦🌟

    Löblich, dass der im Hintergrund durch ChatGPT angetriebene Copilot direkt angibt, aus welcher Quelle die Information stammt und sogar direkt dorthin verlinkt. Andererseits handelt es sich letztlich um nichts anderes, als um eine Recherche im Netz, wie ich sie bereits ganz zu Anfang gemacht hatte. Immerhin, auch hier scheint die Tendenz in Richtung links waschen zu gehen.

    Lasst sie kämpfen

    Es ließ mir allerdings keine Ruhe, dass ChatGPT das Thema so undifferenziert behandelt hatte und auch keine konkrete Aussage treffen wollte. Also konfrontierte ich ihn/sie/es damit und schrieb:

    „Microsoft Copilot und Gemini sagen aber, dass man Socken auf links waschen solle.“

    ChatGPTs Antwort darauf:

    Ah, das ist interessant! Das Auf-links-Waschen kann helfen, die Außenseite der Socken zu schützen und das Ausbleichen zu verringern. Es ist also eine gute Idee, diesem Rat zu folgen, wenn du deine Socken länger schön halten möchtest.

    Ich daraufhin: „Warum hast du mir das nicht gleich gesagt?“

    Und ChatGPT so:

    Entschuldigung dafür! Es ist wichtig, hilfreiche Informationen weiterzugeben, besonders wenn es um den Schutz deiner Kleidung geht. Danke, dass du das erwähnt hast!

    ChatGPT rät mir also, dem Rat von Gemini und Copilot zu folgen. Und gibt indirekt sogar zu, bei seiner/ihrer ursprünglichen Antwort nicht genau gewusst zu haben, wovon er/sie/es spricht. Da hat ChatGPT nun hoffentlich etwas gelernt.

    Wobei, wenn das KI-Modell jetzt etwas gelernt hat, dann ja von anderen KI-Modellen. Oh Gott. Handelt es sich hierbei um einen Ouroboros? Die Schlange, die sich selbst frisst, bzw. die KI, die nicht mehr durch die Erfahrungen und Inhalten von Menschen lernt, sondern von anderen KI-Modellen? Also quasi von sich selbst? Nicht auszudenken, was KI-Modelle in Zukunft tun werden, wenn sie nicht mehr aus echten Daten lernen, sondern aus generierten und möglicherweise fehlerhaften, vereinfachten, falsch interpretierten Daten. (Hier bitte Platz für die Diskussion lassen, inwieweit Daten von Menschen heutzutage noch zu trauen ist…)

    Ich konfrontierte Gemini mit den Aussagen von ChatGPT und schrieb: „ChatGPT sagt, dass es egal ist, ob links oder rechts.“ Die Antwort von Gemini lautete:

    Es stimmt, dass es in einigen Fällen nicht unbedingt notwendig ist, Socken auf links zu waschen. Dies hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Material der Socken, dem Verschmutzungsgrad und dem verwendeten Waschprogramm.

    In folgenden Fällen ist es tatsächlich egal, ob Socken auf links oder rechts gewaschen werden:

    • Socken aus pflegeleichten Materialien: Socken aus synthetischen Fasern wie Polyester oder Nylon können bedenkenlos auf rechts gewaschen werden. Diese Materialien sind robust und neigen nicht zum Pilling.
    • Leicht verschmutzte Socken: Socken, die nur leicht verschmutzt sind, können ebenfalls auf rechts gewaschen werden. In diesem Fall reicht ein normaler Waschgang mit einem milden Waschmittel aus.
    • Waschprogramme mit geringer Schleuderdrehzahl: Wenn Sie ein Waschprogramm mit geringer Schleuderdrehzahl wählen, ist es weniger wahrscheinlich, dass sich die Socken verknoten oder beschädigen. In diesem Fall können Sie die Socken auch auf rechts waschen.

    In den folgenden Fällen sollten Sie jedoch Ihre Socken auf links waschen:

    • Socken aus empfindlichen Materialien: Socken aus Wolle, Seide oder anderen empfindlichen Materialien sollten auf links gewaschen werden, um die Fasern zu schonen.
    • Stark verschmutzte Socken: Stark verschmutzte Socken sollten vor dem Waschen auf links gedreht werden, damit Schmutz und Fusseln besser entfernt werden können.
    • Waschprogramme mit hoher Schleuderdrehzahl: Bei Waschprogrammen mit hoher Schleuderdrehzahl besteht die Gefahr, dass sich die Socken verknoten oder beschädigen. In diesem Fall sollten Sie die Socken immer auf links wenden.

    Fazit:

    Ob es wirklich egal ist, ob Socken auf links oder rechts gewaschen werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Um die Socken optimal zu pflegen und ihre Lebensdauer zu verlängern, sollten Sie jedoch grundsätzlich die Pflegehinweise auf dem Etikett beachten. In den meisten Fällen ist es empfehlenswert, Socken auf links zu waschen, da dies eine bessere Reinigung und Schonung der Fasern ermöglicht.

    Danke, Gemini, für dein Fazit. Ob mir das nun weiter hilft und die Frage somit beantwortet ist, bezweifle ich leider noch.

    So wäscht man Socken richtig

    Wie lautet denn nun die Erkenntnis aus dieser Befragung? Wäscht man Socken nun besser auf link oder auf rechts? Die Antwort ist ein ganz klares „It depends“. Oder auch: Am besten wäscht man Socken zuerst auf links und dann noch einmal auf rechts. Nur so kann man sicher sein, den Schmutz von innen und außen entfernt zu haben. Komisch, dass noch keine KI auf diese Idee gekommen ist. Wahrscheinlich, weil sie völlig unökologisch und dumm ist. So bleibt es weiterhin jedem selbst überlassen, wie er seine Socken wäscht. Hauptsache, sie sind sauber, stinken nicht und werden paarweise getragen. Verdammt. Dann hatte ChatGPT am Anfang ja doch Recht…

  • Benutzerfreundliche Hotelduschen

    Benutzerfreundliche Hotelduschen

    Wer stand schon einmal ratlos und sorgenvoll in einer Hoteldusche? Ratlos, weil unklar war, wo und in welcher Richtung die Temperatur eingestellt wird und wo und in welcher Richtung der Wasserdruck geregelt wird? Sorgenvoll, weil die Bedienung der Armaturen dazu zwingt, direkt unter dem Duschkopf zu stehen und die Möglichkeit besteht, dass gleich ein kalter oder kochend heißer Schwall Wasser niederprasselt? Jede Dusche in jedem Hotel in jeder Stadt ist anders. Man kann sich auf nichts verlassen und muss die Bedienung immer wieder neu ausprobieren und lernen. Als hätten sich alle Produktdesigner einfach nur ausgetobt, ohne an die notwendige Benutzerfreundlichkeit zu denken.

    Manchmal fragt man sich als Designer, ob es wirklich so schwierig sein kann. Bestimmte Aspekte der Benutzerfreundlichkeit liegen doch auf der Hand und Produktdesigner haben ein jahrelanges Studium hinter sich, in dem sie gelernt haben, wie wichtig die Benutzerfreundlichkeit für ein Produkt ist. Im Mittelpunkt steht immer der Mensch. Bei aller Phantasie, allem Ausprobieren, dem Versuch, Grenzen zu überschreiten und Neues zu wagen, muss die beste Bedienbarkeit immer im Vordergrund stehen. Form follows function. So abgedroschen diese Regel auch sein mag, so wichtig scheint sie gerade bei alltäglichen Dingen zu sein. Und um eine weitere bekannte Regel zu zitieren: Gutes Design ist unsichtbar. Gutes Design funktioniert einfach, ohne dass sich die Anwendenden Gedanken darüber machen, ob und wie das Produkt gestaltet wurde und wie viel Arbeit in das Design geflossen ist.

    Duschen und Duscharmaturen sollten so intuitiv wie möglich gestaltet sein. So, dass man von Anfang an weiß, wie man sie bedienen muss. Im Auto befindet sich das Gaspedal am rechten Fuß und der Blinker an der linken Hand. Blinker nach oben bedeutet rechts abbiegen, nach unten bedeutet links abbiegen. Bestimmte Aspekte und Details können standardisiert werden, um es den Anwendenden, die regelmäßig neue Geräte benutzen, leichter zu machen. Niemand muss das Rad neu erfinden. Und kaum jemand erwartet eine umwerfende Neuinterpretation einer Dusche. Zumindest nicht in Hotels, wo man die Bedienung erst erlernen muss. (In den eigenen vier Wänden mag das mit Sicherheit anders sein, da man die Bedienung dort schnell gelernt hat und sie sich nicht ändert. Dennoch gelten auch dort die meisten der unten stehenden Regeln.)

    Wie sieht die perfekte Duschbedienung aus?

    Bei der Gestaltung von Duschen sollten mindestens folgende Punkte beachtet werden:

    • Beginnen wir mit der Barrierefreiheit. Viele Hersteller denken noch immer, bei Barrierefreiheit handle es sich um Anpassungen für Behinderte. Doch das ist ein großer Irrtum. Barrierefreiheit bedeutet, die Bedürfnisse und Anforderungen von allen Menschen einzubeziehen, gleich jeglichen Alters, Geschlechts, Herkunft oder etwaiger Einschränkungen. Jede Gestaltung, die alle Menschen einbezieht und gleichermaßen die Nutzung erleichtert, dient auch allen Menschen.
    • Primäre Bedienelemente müssen klar und eindeutig gekennzeichnet sein. Es darf nie ein Zweifel darüber bestehen, wo die Temperatur und wo der Wasserdruck eingestellt werden. Es muss jederzeit klar sein, in welche Richtung das Bedienelement bewegt werden kann und muss, um die gewünschte Temperatur oder den gewünschten Wasserdruck zu erreichen. Die Beschriftung der Bedienungselemente muss ausreichend groß, leicht verständlich und eindeutig sein, auch bei eventueller Sehschwäche oder bei unterschiedlicher Interpretation von Farben. In den meisten Duschen sind die Lichtverhältnisse unzureichend und sehbehinderte Menschen sind ohne Sehhilfe hilflos. Außerdem ist davon auszugehen, dass nur wenige Menschen mit Brille duschen. Und wenn sie gezwungen sind, ihre Brille mit unter die Dusche zu nehmen, um sich zurechtzufinden, dann ist etwas schief gelaufen. (Looking at you, ihr Duschseifenhersteller, die mit viel Design und wenig lesbarer Schrift auf Tuben und Tiegeln auf Kundenfang gehen. Wenn Duschgel, Shampoo, Conditioner und Bodylotion alle gleich aussehen und nur in kleiner Schrift beschrieben werden, ist die Verwechslungsgefahr unnötig groß).
    • Darüber hinaus sollten alle Bedienelemente auch für Blinde gut ertastbare Markierungen habe und die Armaturen ebenfalls entsprechend eindeutig in ihrer Funktion wahrgenommen werden können. Auch in nassem und eingeseiftem Zustand. Blinde Menschen sollten nicht befürchten müssen, sich versehentlich zu verbrühen, weil sie einen Hebel in die falsche Richtung drehen.
    • Sekundäre Bedienelemente müssen ebenfalls klar und eindeutig in ihrer Funktion erkennbar sein. Wo und wie wird von Regendusche auf Brausestrahl umgeschaltet und wie ist die Grundeinstellung? Wo und wie werden gegebenenfalls weitere Brause- und Massagestrahlen zugeschaltet und geregelt?
    • Die Kennzeichnung sollte möglichst grafisch, ohne Text und eindeutig erfolgen, um die Identifizierung für Anwender aller Sprachen so einfach wie möglich zu machen. Und ja, das ist eine große Kunst, denn wie ich oft genug betone, sind Icons ohne zusätzliche Erklärung oft genug eine Quelle von Missverständnissen. Auf ausreichende Größe, Kontraste und eventuelle Farbgebung ist zu achten.
    • Alle Bedienelemente müssen so gestaltet sein, dass sie auch im nassen und vor allem eingeseiften Zustand leicht und sicher zu bedienen sind. Wenn man eingeseift und glitschig den Wasserdruck erhöhen will, aber ständig am Regler abrutscht, läuft etwas schief. (Bei diesem Punkt frage ich mich ohnehin: Werden Duscharmaturen wirklich unter realen Bedingungen getestet?) Bei der Bedienung von Knöpfen und Hebeln ist immer daran zu denken, dass sie auch von Kindern, von älteren Menschen, von Menschen mit bestimmten Einschränkungen bedient werden müssen. Umso wichtiger ist es, sie so zu gestalten, dass sie von jeder Person in jeder Lage leicht bedient werden können.
    • Von weiteren Details wie Duschkabinentüren, die dicht schließen und das Bad nicht unter Wasser setzen, wollen wir gar nicht erst anfangen. Oder ausreichend große Ablageflächen in der Dusche. Oder Haken, an denen Handtücher und Bademäntel aufgehängt werden können und nach dem Duschen schnell zur Hand sind. Diese und andere Unzulänglichkeiten in so manchem Hotelbad wären einen weiteren Beitrag wert.

    Wenn ich das nächste Mal in einem neuen Hotel unter der Dusche stehe und wieder minutenlang versuche, den Mechanismus zu entschlüsseln, wie man auf Regendusche umschaltet, oder wenn ich mit Seife an den Händen versuche, den winzigen, glatten Knopf am Bedienhebel herunterzudrücken, während ich den Hebel drehe, werde ich wieder an diese Regeln denken und mich fragen: Kann es wirklich so schwer sein?

  • Mein Freund, der Baum

    Mein Freund, der Baum

    In meiner Heimatstadt Aachen gibt es zu wenig Bäume. Statt mehr Bäume zu pflanzen, werden immer mehr gefällt. Weil… aus Gründen. Experten finden Pilze, kranke Äste, instabile Wurzeln, Bäume, die umzustürzen drohen und eine Gefahr für alle darstellen. Und in solchen Fällen ist die einzige Lösung, den Baum zu entfernen. Zugegeben, ich habe keine Ahnung davon. Ich weiß nur, dass ich mir mehr Bäume in der Stadt wünsche und gefühlt mehr gefällt als gepflanzt wird.

    Wer im Hochsommer durch manch spanische Großstadt mit ihren begrünten Straßen flaniert, weiß, wie kühlend Bäume in Städten wirken. Und das nicht nur durch Schatten, sondern auch durch abgegebene Feuchtigkeit. Bäume schlucken Schall und bieten Lebensraum für alle möglichen Lebewesen. Und – das mag die meisten überraschen – Bäume produzieren Sauerstoff. Einfach so. Sie stellen einfach etwas zur Verfügung, was wir zum Leben brauchen. Kurzum: Bäume sind lebensnotwendig. Und ehrlich gesagt, ich möchte in einer Stadt auch leben und nicht nur Auto fahren.

    Aber, Bäume haben es auch schwer. Abgase, kein Platz für Wurzeln, Müll, pinkelnde Hunde und Menschen, Schädlinge und natürlich das Klima setzen unseren Bäumen zu. Und eine Stadt ist in jeder Hinsicht ein lebensfeindlicher Ort. Für Menschen, Tiere und Pflanzen (außer für Autos). Außerdem kosten Bäume Geld. Jede Menge Geld. Diese ganze Pflege, das Gießen, das Zurechtschneiden, die Entfernung des Laubs im Herbst. Man kann so einen Baum ja nicht einfach wachsen lassen. Und so werden Hunderttausende Euro im Jahr pro Großstadt für den Erhalt von Bäumen ausgegeben. Oder man macht die Rechnung auf und stellt fest, dass ein Platz aus Pflastersteinen viel billiger (und mit weitaus weniger Aufwand verbunden) ist, als ein Baum. Diese Rechnung kennen wir auch von so manchem Hausbesitzer, dessen Vorgarten aus kaltem (bzw. im Sommer extrem heißem) Stein viel unkomplizierter ist als diese aufwändigen Pflanzen.

    Bäume sind toll. Wir sollten viel mehr Bäume und überhaupt Pflanzen haben. In unseren Straßen, in unseren Vor- und Hintergärten, auf Terrassen, auf Dächern und an Hauswänden. Und wir sollten sie pflegen, ihnen die bestmöglichen Bedingungen bieten und uns um sie kümmern. Koste es, was es wolle. Denn sie geben uns so viel zurück.

    Liebesbriefe an den Baum

    Melbourne hat vor einigen Jahren eine öffentliche Karte erstellt, auf der jeder der 70.000 Bäume der Stadt mit einer eindeutigen ID und einer E-Mail-Adresse verzeichnet ist. Die Idee war, dass die Bürger über diese Adressen melden konnten, wenn sie der Meinung waren, dass ein bestimmter Baum mehr Aufmerksamkeit oder Hilfe benötigte. Doch was dann geschah, überraschte die Stadt. An die E-Mail-Adressen wurden Liebesbriefe geschickt. Liebesbriefe an Bäume. Der wohl beliebteste Baum der Stadt ist eine 80 Jahre alte Ulme an einer viel befahrenen Kreuzung. Rund 10.000 Briefe wurden im Laufe der Zeit an das zuständige Amt geschickt, viele wurden sogar beantwortet. Selbst wenn Kinder Baumwitze schickten, bekamen sie einen anderen Baumwitz zurück. Wie toll ist das denn? Die Melbourner fühlen sich ihren Bäumen wieder ein Stück näher.

    Na, Aachen, wäre das nicht auch eine Idee für uns? Eine Karte für die Bürger, um den Bäumen um uns herum eine gewisse Identität zu geben, eine Verbundenheit und damit am Ende vielleicht auch mehr Pflege und Anerkennung.